Ausgabe 
27.11.1933 Erstes Blatt
 
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Zehn Tage Deutsche Vuchmeffe 1933

kanntmachung: Unternehmer, w e

artet

Immer schöne weiße Zähne Chlorodont die Qualitäts - Erzeugnisse

Der Präsident des Amerikanischen Arbeiterver- bandes Green gab bekannt, daß die Gesamt­zahl der Arbeitslosen in USA. 10076 Mil­lionen betrag«.

erfüllt seien von der Kraft, die von der Seele kommt und an die Seele greift. Ueber Aufgaben und Pflichten des Sortimentsbuchhändlers im natio­nalsozialistischen Staat referierte Martin Riegel (Hamburg), über die jungen Buchhändler Karl T h u l k e , Leiter der Fachschaft Buchhandel im

Schlesisches Schloß eingeäscherl.

Wie aus Hirschberg (Wesengebirge) gemeldet wird, brach im Schlohgebäude zu Löhn aus bisher unbekannter Ursache ein Brand aus, der sich so schnell verbreitete, baß das geräumige Schloß bis

Wetten raussage.

Durch die Verteilung der Luftdruckgegensätze mit dem Tief über dem Mittelländischen Meer und dem Hoch über Skandinavien und Finnnland verbleiben wir noch unter dem Einfluß östlicher Winde. Sie lassen das unfreundliche und kalte Wetter fortbe­stehen. Das anfänglich noch herrschende leichte Schneetreiben wird aber später nachlassen, und die Wolkendecke dürfte aufreißen.

Aussichten für Dienstag: Roch leichte- res Schneetreiben, wechselnd bewölkt, Temperatu­ren weiterhin um Rull, um Ost drehende Winde.

A u s s i ch t e n f ü r M i t t w o ch : Zeitweise ltär- ker bewölkt, aber auch aufklarend, meist trocken. Temperaturen wenig verändert.

Lufttemperaturen. Am 26. November: mittags 2,0 Grad, abends 1,1 Grad; am 27. November: mor­gens 0,8 Grad; Maximum 2,4 Grad, Minimum 0,3 Grad Celsius; Niederschläge 0,1 Millimeter. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: Arn 26. Novern- ber:ab«nds 2,0 Grad; am 27. November: morgens 1,5 Grad Celsius.

Der Kampfbund für Deutsche Kultur und die Neichsstelle zur Förderung des deutschen Schrift- tums m Berlin hatten eingeladen zu einer Kund­gebung für das deutsche Buch als Auf- takt zu der ersten deutschen Buchmesse im neuen ^taat: "Zehn Tage Deutsche Buchmesse 1 9 3 3 . Pg. Dr. Heinz W i ß m a n n , Referent im Reichspropagandaministerium, umriß in interesian- ten Ausführungen die Aufgabe der Schrifttums­kammer. Einmal gelte es, die Schaffenden aus der Vereinzelung zu losen, dann die Widerstände und veralteten Formen der Interessenten zu lösen und schließlich die Vermittlung zwischen Werk und Volk zu übernehmen. Der Leiter der Reichsstelle zur Forderung des deutschen Schrifttums, Hans Hage-' meyer, bezeichnete das Buch als kulturpolitische Waffe. Roman Hopp en he it, Leiter der Fach- gruppe Schrifttum im Kampfbund für Deutsche Kultur, behandelte das Thema:Deutsches Schrift- tum und nationalsozialistisches Lebensgefühl". Dem Schrifttum falle zu, alles Zerfetzende auszuschalten im Sinne der Gesundung und der Steigerung des deutschen Lebens an sich. Für die Verleger srach Willi Bischoff. Der Verleger im Dritten Reich könne seine kulturellen Ausgaben nur erfüllen, wenn er aus dem Herzen arbeite, wenn die Werke

Bei den Wahlen in den Vorstand der D e ut sch- baltischen Partei in Estland hat die deutsch.baltische nationalsozialistische Be­wegung die Führung innerhalb der Partei über- nommen. Gewählt wurde zum Parteioorsttzenden zur Mühlen, zum 2. Vorsitzenden Iuckum, zum dritten Vorsitzenden von Harpe.

Der Präsident des arabischen Vollzugsausschusses gibt bekannt, daß am Montag und Mittwoch ein Generalstreik der Araber in ganz Palästina stattfinden wird. Der Grund des Streiks ist, daß an diesen beiden Tagen Gerichts- Verhandlungen gegen diejenigen Araber angesetzt sind, die der Teilnahme an den Unruhen am 13. und 27. Oktober beschuldigt werden.

Meine politische Nachrichten

Der Berliner Treuhänder der Arbeit, Pg. Iohs. Engel hat den Reichstarifvertrag ur das deutsche Bankgewerbe mit ver chiedenen Aenderungen für die jetzigen Standesorganisatio- nen des Bankgewerbes neu festgesetzt. Die Aenderun- gen beziehen sich u. a. auf den Urlaub.

Reichsstatthaller Hildebrandt ernannte den Reichs- führer der SS. Himmler zum Kommandeur der politischen Polizei Mecklenburgs und- b e ck s. Reichsstatthaller Kaufmann und der Senat haben die politische Polizei in Ham- bürg ebenfalls dem Reichsführer der SS. Himmler unterstellt.

Im Laufe der letzten Woche oedammeUe Stabs- chef R oh m in Feldafing am Starnberger See die Führer sämtlicher Obergruppen und Gruppen der SA. zu einer Besprechung über die in den Monaten seit der Machtübernahme gesammelten Erfahrungen und Fragen organisato- rischer Art.

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Der Präsident der Reichspressekammer, Verlags- direktor Max Amann, hat den Vorsitz des Ver­eins Deutscher Zeitungsverleger niedergelegt, um sich feiner Tätigkeit für die Pressekammer in >öl- liger Unabhängigkeit widmen zu können. Zum Vizepräsidenten der Reichspressekammer hat der Reichsminister für Volksaufklärung und Pro­paganda den Reichspressechef der NSDAP., Mit- glich des Präsidialrates der Reichspressekammer Dr. Otto Dietrich ernannt. Demzufolge hat auch Dr. Dietrich die Führung des Reichsverbandes der deut­schen Presse nieberaelegt. Zum Führer des Reichs- verbandes der deutschen Presse hat der Reichsmini- ster Dr. Goebbels den bisherigen Vorsitzenden des Landesverbandes Berlin im Reichsverband der deutschen Presse, Chef vom Dienst des Völkischen Beobachters, Wilhelm Weiß ernannt.

Die Deutsche Buchmesse, die heute (Montag) im Europahaus in Berlin eröffnet wird, verdient weit­gehende Beachtung, da es sich hier um eine Werbe- oeranstaltung für das deutsche Buch handelt, die sich über das ganze Reich erstreckt. Aebnliche Messe­veranstaltungen werden gleichzeitig in Hamburg, Frankfurt a. M., Duisburg, Stuttgart, Nürn- berg und München stattfinden. Jeder Verlag wird sein Verlagsgestcht darstellen. Daneben gibt es eine Buchhändlerabteilung, die im Gegensatz zur Ver- lagsabteilung ihre Erzeugnisse verkaufen darf. In Berlin beteiligen sich rund 50 Buchhändler an der Buchmesse, die ihre Bücher nach Sachgebieten ge- ordnet haben. Auf der Ausstellung sind Bücher aller Wissensaebiete vertreten. Das Ziel besteht darin, möglichst _ neue Käuferschichten aus allen Kreisen der Bevölkerung heranzubringen.

Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt be­gann ein Prozeß gegen 48 Kommuni­sten aus Frankfurt a. M. und Umgebung wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Sämtliche Führer und maßgebenden Bezirksobleute konnten festge­nommen werden. Die Verhandlung begann mit der Vernehmung der ersten sechs Angeklagten, denen der Versuch des Wiederaufbaues der KPD. in Frankfurt besonders zur Last fällt.

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Der erste große Reichsbauerntag, der wegen der Wahlvorbereitungen verschoben werden mußte, findet nunmehr am 20. und 21. Januar 1934 in Weimar statt. Auf dem Reichsbauern­tag wird der Reichsnährstand sich in eindrucksvoller und umfassender Form zu seinen Zielen und Auf­gaben im Dienste der deutschen Volksgemeinschaft bekennen.

Das Verfahren gegen Professor Dessauer.

München-Gladbach, 26. Nov. (TU.) Don der Beschlußkammer des Landgerichts ist jetzt das Hauptverfahren gegen den ehern. Zentrumsabgeord­neten Prof. Dr. D e s s a u e r - Frankfurt und den Geschäftsführer Dr. Knecht wegen Anstiftung bzw. Beihllfe zur Untreue eröffnet worden. Der Termin für diese Verhandlung ist auf den 4. Dezember vor der Großen Strafkammer in München-Gladbach an= beraumt worden. Es handelt sich um den Ver­kauf von Anteilen der Carolus-Drucke­rei, die in Frankfurt a. M. dieRhein-Mainische Volkszettung" herausaibt. Prof. Dr. Dessauer wird zur Last gelegt, dem flüchtigen früheren Direktor des Dolksoerelnsoerlages Dr. Hohn angestiftet zu haben, Anteile der Carolus-Druckerei zum Nachteil des Bolksvereins-Verlages weit unter ihrem wirk­lichen Wert an Dr. Dessauer abzugeben. Der frühere Privatsekretär Dessauers, Dr. Knecht, soll Beihilfe geleistet haben.

Neue ArbeiiSbeschaffungskredite.

Berlin, 25. Nov. (WTB.) Don der deutschen Gesellschaft für öfentliche Arbeiten AG. sind nach einer Meldung des Reichsarbeitsministeriums im Arbeitsbeschaffungsprogramm vom 1. Juni 1933 wiederum Darlehen im Betrage von 28,5 Millionen Mark bewilligt worden. Unter anderen erhielt die Stadt Berlin 5 Millio­nen Mark für Ergänzungsbauten an Schulen mb Brücken. Mehreren K l e i n b a h n g e s e l l s ch a f - ten in der Mark Brandenburg wurden für Erneuerungsarbeiten am Oberbau 1,2 Millio­nen Mark bewilligt, der Pfälzischen Gas- AG. in Ludwigshafen zum Ausbau des Gasversorgungsnetzes 800 000 Mark. Ferner erhiel­ten die Städte Oberhausen 600 000 Mark für Kanalisationsarbeiten in öffentlichen Gebäuden, Düsseldorf weitere 300 000 Mark und Köln insgesamt 1 450 000 Mark für b i e Erweite - rung der Universität. Weiterhin wurden namhafte Beträge für S t r a tze n b a u t e n be­willigt, so für die Provinzen O st preußen und Brandenburg je über 1 Million Mark, für Schleswig-Hol st ein 700000 Mark und für das Land Sachsen etwa 1,5 Millionen Mark.

Die Schulunasarbeit her NGOAD

Berlin, 25. Nov. (TU.) Bei der Einweihung der Landesführerschule 3 Plaßenburg beim Kulm­bach machte der Reichsschulungsleiter Otto G o h - des, wie die NSK. meldet, über die künftige Ge­stalt der Führerschulen folgende bemerkenswerte Ausführungen. Neben den Gauführerschulen werden im nächsten Jahr größere Gauschu - lungslager und Landesführerschu­lungslager eingerichtet, weil wir die Kurse in den Gau-, Landes- und in der Reichsschule umstellen wollen. Haben wir bisher auch in dieser Schule poli- tische Führer unb Amtswalter aller Grade geschult, so werden wir ab Anfang nächsten Jahres in den Gaulandes- und den Reichsführerschulen junge deutsche Volkgenossen in einer größe­ren Zeitdauer schulen lassen. Vorbedingung wird fein, daß der Kursteilnehmer in der HI. dient und mindestens ein Jahr aktiven SA - Dienst getan hat. Dann wird er ein Vierteljahr in der Gauführerschule, ein halbes Jahr in der Lan­desführerschule und ein Jahr in der Reichsführer, schule unterrichtet. Wenn er bann noch, vom Block- roort angefangen, sich emporarbeiten muß, bann haben wm die Gewähr, daß, wenn wir einmal ab­treten müßen, wirklich brauchbare politische Offiziere vorhanden sind.

Unternehmer und NSBO.

Berlin, 25. Nov. (CNB.) Der Leiter der NSBO-, Waller Schumann, erläßt folgende Be-

Peter, der ihn bei seiner Ankunst in Berlin auf ißopoffs Veranlassung in die Wohnung des Sönke geführt habe, ein ganz anderer Mensch gewesen sei als der hier vernommene Zeuge Hirsch. Er habe auch nicht die mindeste Aehnlich- keit mit diesem Zeugen gehabt.

Der Schriftsteller Bruno Peterson gehört seit 1919 zur KPD. und erklärt, daß er auch heute noch ihren Zielen anhänge. In den Tagen vor dem Reichstagsbrand ist er oft bei Toralcr im Reichs­tag gewesen. Der Zeuge war auch am Abend des Brandes mit Torgler und Koenen bei Aschinger, ist aber dort schon früher weg­gegangen und hat von dem Brande erst am näch- ften Tage aus den Zeitungen erfahren. Ueber die Quittungen des Zeugen Hirsch erklärt er, daß er an diesen Zeugen keinerlei Zahlungen geleistet habe. Auch Peterson erklärt, an einen der Angeklagten habe er nie Quittungen mit seinem Namen gegeben.

Maurer Schmidt, in dessen Wohnung nach der Bekundung des Zeugen Grothe in der Nacht vom 26. zum 27. Februar Mitglieder des Rotfront- fampferbunbes im Alarmzustand gelegen haben sollen, nimmt auf seinen Eid, daß das nicht der Fall gewesen ist. Er kenne den Grothe gar nicht- Der Zeuge bezeichnet im übrigen die Aus- sagen Grothes als Phantasien.

Deiterverhandlung Montag.

Mitglieder sind, können mit sofortiger Wir­kung in die NSBO. ausgenommen wer­den, und sind als besondere Gruppe in den Kar­teien der Gaubetriebszellenabteilungen zu führen. Ueber Beitragsregelung ergeht Anordnung durch den Schatzmeister.

Die Gemeindewahlen ui pofen.

Pofen, 26. Nov. (CNB.) Der heutige Wahl- fonntag in Posen, der die nue Stadtverordneten­versammlung bringen wird, ist bisher ruhig verlau­fen. Die Deutsche L i st e, die in vier Wahlbe­zirken ausgestellt war, ist in drei Wahlbezir- ten amtlicherseits gestrichen worden, so daß nur in einem Wahlbezirk gewählt wird, wäh- rend die übrigen Wahlbezirke Stimmenthaltung üben. Anläßlich des T des bei der ©rauben- zer Wahlversammlung erstochenen deut­schen Schmiedemeisters Krumm ist im ganzen Gebiet der Woiwodschaften Posens und Pomerel- lens jede deutsche Beran altung abge» fa g t worden, um der Trauer des Deutschtums Ausdruck zu geben. Am Totensonntag ist in allen evangelischen Kirchen der ermordeten deutschen Volksgenossen gedacht und nach dem Gottesdienst feierlich alle Glocken geläutet worden.

De Valero die Einreife nach Nord­irland verboten.

London, 25. Nov. (TU.) Die Regierung in dem zu Großbritannien gehörenden protestantischen Nord- Irland (Ulster) hat dem Ministerpräsidenten des Freistaats Irland de Valero die Einreise Mach Nordirland verboten, um seine Teilnahme an dem Wahlfeldzug zu verhindern. Im Falle der

Nichtbefolgung des Verbotes wird de Dalera die Verhaftung auf nordirischem Boden angedroht. Es ist jedoch unwahrscheinlich, daß der irische Minister­präsident nach Ulster fahren wird, wo er in einem Wahlkreis als Kandidat der Nationali- st e n aufgestellt wurde.

Rom begrüßt den Besuch Litwinows

Rom, 26. Nov. (WTB.) Der russische Außenkom- missar Litwinow hat Ncwyork verlassen und befindet sich an Bord desConte de Savoia" auf der Reise nach Rom. Die Ankündigung seines amt­lichen Besuchs in Rom ist in den politischen Kreisen Italiens mit außerordentlicher Genug- tuung ausgenommen worden. Man verspricht sich von dieser Reise um so größere Bedeutung, als sie in einem Zeitpunkt vor sich geht, wo Litwinow einen der stärk st en diplomatischen Erfolge für Rußland davongetragen hat. Die seit einem Jahrzehnt bestehende und im vergange- nen Sommer durch Abschluß des Nichtangriffs- und Neutralitätsvertrages noch verstärkte italienisch- russische Freundschaft werde, wie die Turiner Stampa schreibt, eine weitere Be­kräftigung erfahren. Diese Freundschaft diene ,a nicht nur der Verbesserung der Beziehungen zwi- schon Italien und Rußland, sondern zugleich auch einer immer stärkeren Wiederannäherung Sowjet­rußlands an Westeuropa.

Unzufriedenheit auf Gamoa.

Wellington (Neu-Seeland), 26. Nov. (WTB.) Nach Meldungen aus Apia hat die Gefangen- setzung vonsieben Führern der unter dem NamenTZ a u" bekannten Vereinigung von Samoanern, die unter Anklage stehen, einen Aufruhr vorbereitet zu haben, dazu geführt, daß Mitglieder des Mau zu einer großen Pro / est -

r La m m 1 u n 9 i n Apia zusammenströmten. Die Polizei stellte der Menge cm Ultimatum, sich innerhalb 24 Stunden zu zerstreuen. Vor Ablauf der Frist hatte die Versammlung nach dem an­scheinend befriedigenden Verlauf von Unterhand­lungen ihrer beiden Führer mit der Verwaltung sich zerstreut. Lediglich ein A u s s ch u ß von Mitgliedern des Mau bleibt in Apia, um an dem am Dienstag beginnenden Prozeß als Beobachter teil- zunehmen.

| aus die Umfassungsmauern niederbrannte. Dos I Schloß war etwa 300 Jahre all und besaß histori- I fchen Wert, Jett 1805 ist es Im Besitz der Familie v. Haugwitz. Die Feuerwehr mußte sich darauf I beschränken, die dicht neben dem Schloß liegenden

Stallungen und Speicher vor dem Brande zu schützen. Ein Teil der Einrichtungsgegenständs konnte in Sicherheit gebracht werden.

Nachwehen des Sklarekprozesses.

Die Sechste Strafkammer des Berliner Land­gerichts verurteilte den ehemaligen Stadtbankdirek­tor Schröder, der Zuwendungen für pflicht­widrige Handlungen von den Sklareks ange» I nommen hatte, wegen schwerer passiver B e ft e chung zu einem Jahr Gefängnis. Außerdem wurde dem Angeklagten die Befähigung zur Be­kleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von drei Jahren abgesprochen. 4660 Mark Bestechungs­gelder, außerdem acht Anzüge und zwei Paletots, die der Angeklagte von den Sklareks erhalten hatte, wurden dem Staat für verfallen erklärt. Im Falle des Nichtvorhandenseins der Kleidungsstücke muß der Angeklagte für jedes Stück 100 Mark zahlen.

I Schröder, der von den Sklareks getäuscht sein will, hätte cs früher weit von sich gewiesen, daß er von

I den Sklareks Zuwendungen erhalten hat. Als Zeuge im Prozeß vernommen, räumte er aber den

I Erhalt von Rennaewinnen von mehreren tausend I Mark ein. Außerdem hat Schröder sich Anzüge I von den Sklareks machen lassen, für die er etwa I 80 bis 100 Mark selbst zahlte, während die Sklareks sie für etwa 400 Mark bei einem teueren Maß­schneider Herstellen ließen.

Der blinde Passagier in der Dampfheizung.

Während der Fahrt des Schnellzuges Athen I Budapest beklagten sich die Reisenden des Schlaf- I wogens solange über das Nichtfunktionic- r e n der Dampfheizung, bis sich der Schlaf­wagenschaffner entschloß, die Dampfheizung des Schlafwagens untersuchen zu lassen, was bann auch auf der Station Neusatz in Jugoslawien geschah. Zur großen Ueberraschung der Monteure und Passagiere wurde aus der Dampfheizung des Schlafwagens ein 17jähriaer Grieche Hervorgeholt, der die Reife von Athen bis Neusatz in der Dampf­heizung mitgemacht hatte. Um nicht zu verbrennen, hatte er jeweils die Ventile geöffnet. Auf der Poli- zei erklärte er, man solle mit ihm machen was man wolle, er fei halb erfroren und halb ge« sotten und wolle vor allem schlafen.

Regen und Sturm in Italien.

Die Regengüsse und Stürme in ganz I Italien halten an. In Loreto ist ein zweistöckiges I Haus vollständig in dem durch den anhaltenden Regen aufgeweichten und nachgebenden Boden I versunken. Die Einwohner hatten sich vorher in Sicherheit gebracht. An der Südwestküste I Italiens hat der Sturm in den Häfen verschiedent­lich Schaden angerichtet. In Anzio mußten die losgerissenen Fischerboote unter großen Mühen eingeholt werden. Jedoch fehlen drei Boote mit sieben Mann, die bisher nicht aufzufinden waren. Ein schwerer Unfall ereignete sich in der Meer­enge von Messina auf dem FährschiffSicilla", bas I vier Eisenbahnpersonenwagen bes Schnellzuges I PalermoRom an Borb hatte. Der erste biefer Wagen riß infolge des Seeganges los und schlug um. Zwei Personen wurden schwer, fünf leichter verletzt und mußten nach der Rückkehr in den Hafen von Messina ins Krankenhaus gebracht werden.

Drei Frauen als Opfer eines Autounglücks.

Ein schweres Kraftwagcnunglück trug sich in der Nähe bes Orts Dunkelforsch auf ber Ber- lin-Magbeburger Chaussee zu. Ein aus Richtung Magbeburg kommenber Personenkraftwagen, ber ' mit brei Damen besetzt war, geriet auf ber schlüpf­rigen Straße ins Schleichern unb raffe gegen

I einen Baum. Der Kraftwagen wurde vollstän- big zertrürnert. Die brei Insassen mürben auf bis. Straße geschleubert. Im Iohanniterkrankenhaus in Genthin ist von ben Verunglückten Frau ßesmin aus Staßfurt an ben Folgen ber schweren Ver­letzungen fur^e Zeit nach ihrer Einlieferung gestor­ben. Die zweite Insassin, Frau Wolter aus Wer­der a. b. Havel, mußte noch mit erheblichen Ber- letzungen im Krankenhaus bleiben, währenb bis brüte Dame bereits roieber aus bem Krankenhaus entlassen werben könnt'.

Zulassung des BilbffrdfensHans wcstmar. Einer von vielen".

Dis Filmprüfstelle Berlin hat setzt ben Bilbftrei- fen ,^Ha n s W e st m a r. Einer von Vielen. Ein beutsches Schicksal aus bem Jahre 1929" zugelalftn. Das Manuskript bieses Films ist frei nach bem To­manH o r st Wessel" von Hans Heinz Evers bearbeitet. Mit bem kürzlich verbotenen Horst-Wessel- Film hat ber zugelassene Bilbstreifen nur biejenigen Bildbogen unb Texte gemein, bie sich auf bie Erobe­rung bes roten eBrlin burch bie SA., nicht aber -in- mittelbar aufs Leben unb Sterben Horst Wessels beziehen. Di« Zulassung, bei ber Polizeigeneral D a - luege, Gruppenführer Ernst unb Gaupropa- ganbaleiter Schulze als sachverstänbige Berater mitwirkten, erfolgte nach Paragraph 2 des Licht« spielgesetzes mit ber Maßgabe, baß in ber Reklame unb bei ber Vorführung bes Westmar-Films jede Bezugnahme auf bie Person Horst Wessels unb ben verbotenen Film zu unterbleiben hat.

Aus aller Welt.

Der Trans-Gibirien-Expreß von Banditen überfallen -Zahlreiche Tote.

Der Transsiblrien-Expreh ist von einer Räuber­bande etwa 40 Meilen östlich von Ifi- lflkar überfallen worden. Die Banditen hat- ten die Gleise aufgerissen und den Zug, | der mit einer Stundengeschwindigkeil von 50 Meilen heranbrausle, en (g (elfte und stürzte den Bahndamm hinunter. Die überlebenden Reisenden, die sich au» den Trümmern befreien wollten, wurden von den Banditen beschos­sen. Man befürchtet, daß ein großer Teil der Passagiere getötet worden ist. Meh­rere der Ueberlebenden sind von Banditen al» Geiseln entführt worden.

Ehinesische Piraten überfallen französischen Dampfer.

Chinesische Piraten überfielen den französischen DampferCommandant Henry Bioier" auf der Fahrt von Hongkong nach Haiphona. Es gelang ihnen, vier reiche Chinesen zu entführen .mb 1000 Pfund bar miüunebmen. Der Anschlag glückte, obwohl die Polizei im Rundfunk vorher eine War­nung hatte ergehen lassen, daß eine Bande die bri­tische Grenze überschritten habe und offensichtlich einen Anschlag im Schilde führe. Der 2615 Tonnen große Dampfer war sogar vor seiner Abreise von Hongkong von der Polizei gründlich durchsucht wor- den. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sah sich ber Zweite Offizier plötzlich von mehreren Piraten um­ringt, bie ihn überwältigten unb halb ben ganzen Dampfer unter ihre Kontrolle brachten. Sie steuer­ten nach Chilang, feuerten auf chinesische Dschunken, konfiszierten biese und benutzten sie, um mit ihren Gefangenen und ihrer Beute das Weite zu suchen.

Der Führer beim Gigli-Kouzerl.

Zu bem letzten Berliner Konzert bes berühmten italienischen Tenors Benjamins G i g l i in ber aus­verkauftenScala" erschien unerwartet Reichskanz- ler Adolf Hitler, bem bas Publikum stürmisch zu- jubelte. Gigli hat sich übrigens entschlossen, am 10. Dezember noch ein Konzert in Berlin zu geben, dessen gesamter Reinertrag ber Winterhilfe zugute kommt.

Dänische und norwegische Rationalfoziallsten am Grabe Horst Wessels.

Dänische und norwegische Nationalsozialisten in Deutschland vereinten sich zu einer schlichten Ge- b e n f f e i e r unb Kranznieberlegung am Grabe Horst Wessels. Der Kranz ber bänifthen Gruppe, ber bie Inschrift trug:Du bist unser Beispiel, wir folgen", würbe von bem Führer Henning Rech- nitzer-Möller mit bem Spruch:Worte be­sagen hier wenig; hier war alles Tat" an ber Grabstätte niebergelegt. Für bie norwegische Gruppe sprach ber Führer Paul Gunbersen ein alter SS.-MannAuch wir, bu großer Sturmführer, danken bir, wir norwegischen Nationalsozialisten in Deutschlanb." Der Kranz trug eine Schleife in den Landesfarben unb bie Inschrift:Auch wir banken bir". Währenb ber Feier ftanb eine Ehren­wache ber norwegischen unb dänischen National­sozialisten am Grabe.

Auto von Zug ersaßt. 2 Tote, 3 verletzte.

Wie bie Reichsbahnbirektion Nürnberg mitteilt, durchbrach ein mit fünf Personen besetzter Kraft­wagen bei bem in der Nähe von Neuendorf ge­legenen Uebergang nach ©mündenLohr am Main den geschlossenen Schrankenbaum und fuhr in einen gerade vorüberfahrenden Güterzug hinein. Der Kraftwagen wurde von einem Güterwagen erfaßt, etwa 15 Meter weit geschleift und voll­ständig zertrümmert. Die Insassen des Kraftwagens befanden sich auf der Heimfahrt nach Lohr von einer Hitlerjugenb-Kundgebung in Würzburg. Die Wagen- Shrcrin Grete Schäfer unb ber Mitfahrer Franz e y e r wurden getötet, bie brei übrigen Mit- fahrer verletzt. Die Jnsasien des Wagens stammten aus Lohr.