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27.10.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 252 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Zreitag, 27. Oktober 1935

<Er|d)etnt tägltd), auha Sonntag» und Feiertags Beilagen; Die Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl« Monatr-Vezugspretr:

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Gietzeim Anzeiger

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ZehnZahreWifcheRepublik

Am 28. Oktober sind es zehn Jahre, daß Kemal Pascha zum Staatspräsidenten der jungen Türkei gewählt wurde. Der geniale Führer des türkischen Volkes war vom Feldherrn zum Staatsmann ge­worden, der mit rücksichtsloser Energie sein Land von äußeren Einflüssen und innerer Rückständigkeit befreite und die Türkei zu einem beachtenswerten Machtfaktor im nahen Osten entwickelte.

Kemal Pascha, der in seinen Adern makedonisches Blut hat, ist eigentlich mehr Europäer als Klein­asiate. Seine Erneuerungsbestrebungen mögen viel­leicht ihre tiefsten Ursachen in feiner Herkunft ha­ben. Es ist erstaunlich, was der Gast in einem .Jahrzehnt aus seinem Land und Volk machen konnte. Der junge Offizier erlebte den Weltkrieg und den Zusammenbruch des überalterten osmani­schen Reiches und in ihm wuchs der eiserne Wille, das abgekämpfte und niedcrgebrochene Volk zu neuer Größe emporzuführen. Kemal Pascha mußte sich, um dieses Ziel erreichen zu können, von allen Hemmungen befreien, die einer Erneuerung der Türkei im Wege standen. Er wird zum Meute­rer gegen den Sultan, der den Frie- densoertrag von Sevres unterschrieben hat und glaubt unter französischen und englischen Schutz, feine Herrschaft und den Rest seines Än- fchens erhalten zu können.

Es ist wunderbar, wie Kemal Pascha in kürzester Zeit die Reste des türkischen Heeres und die frei­heitsliebende Bevölkerung für sich gewinnt, denn noch immer ist im türkischen Volk die Achtung vor dem Sultan, der zugleich Oberhaupt des Islam ist, tief verwurzelt. Mit dem Blick des genialen Politi­kers erkennt er die unhaltbare Stellung Stambuls. Er geht nach Kleinasien, um von hier aus den Kampf gegen die Ententebesatzungen und gegen die eindringenden Griechen zu organisieren. Im Ge­gensatz zu Enver Pascha, der als Schwärmer an feinen Plänen scheiterte, bleibt er stets auf dem Boden der realen Möglichkeiten. Sein Streben gilt nicht der Wiederherstellung der alten türkischen Grenzen und der Wiedergewinnung der fremdvöl- kifchen Teile des alten Reiches, aber auch nicht der Verwirklichung der utopischen Pläne eines Groß- turan, das in den Hirnen der jungtürkischen Bewe­gung viel Verwirrung gestiftet hatte. Er will ledig­lich die tatsächlich von Türken bewohn- len Landesteile zu einem neuen Staatswesen zusammenfassen. Auf dem Weg zu diesem Ziel überwindet er die Schwierig­keiten der mangelnden Bewaffnung, der unzuläng­lichen Versorgung, der ungenügenden Ausbildung seiner Armee. Er entflammt die abgerissenen und zerlumpten und vielleicht auch kampfmüden Soldaten zu einem unerhörten Fanatismus mit dem er die Schlachten gegen die zahlenmäßig und technisch weit überlegene griechische Armee siegreich durchführen sollte. Die Befreiung der Westtürkei von der grie­chischen Invasion führt zur Abschüttelung des Joches des Friedensvertrages. Engländer und Franzosen bequemen sich, die Türkei im Vertrag von Lausanne als gleichberechtigte Macht anzuerken- nen und die Versuche einer Bevormundung ein­zustellen.

Die kühne Waffentat Kemal Paschas war aber nur der Beginn einer Entwicklung, die man in. Europa dem kranken Mann am Bosporus nicht zugetraut hätte. Kemal Pascha beseitigt das Sultanat und das Kalifat. Er refor­miert die Armee und stärkt die Wehrkraft des Lan- des soweit, daß sich die Eroberungsgelüste der Nach­barn in ein Werben um die Gunst des jungen Staates verwandeln. Um die Schwierigkeiten, die sich aus der siedlungspolitischen Verteilung von Griechen und Türken ergeben, ein für allemal zu beseitigen, wird der griechisch-türkische Bevölkern na saustausch durchgeführt, durch den etwa drei Millionen Menschen im Laufe der Jahre umgesiedelt werden. Diese volkspolitische Flur­bereinigung findet ihre Fortsetzung in der B e - kämpfung der Kurden, die die Ostgrenze des Reiches ständig durch ihre Aufstände gefährden. Ein Gebietsaustausch mit Persien und rücksichtsloses Vorgehen gegen die Aufrührer, befriedet auch dieses Gebiet, so daß die Türkei heute ein f a st rei­ner National st aat ist.

Unter heftigen Widerständen der konservativen Bevölkerung führt Kemal Pascha die Verwest­lichung seines Volkes durch. Schleier, Fez, Vielweiberei, die Rückstellung der Frau, die islami­schen Orden usw. werden abgeschafft. An die Stelle der arabischen Schrift wird die leichter lesbare la­teinische gesetzt, die christliche Zeitrechnung Und der Sonntag wird eingeführt, die Hauptstadt wurde von dem schwer zu verteidigenden Konstantinopel nach Ankara verlegt, das sich aus einem Steppendorf in kürzester Zeit zu einer modernen Großstadt ent­wickelt. Eine radikale Nationalisierung der türkischen Wirtschaft, der Ausbau der Industrie und die In­angriffnahme der Ausbeutung der kolossalen Roh­stoffquellen des Landes die Erschließung weiter Gebiete durch Straßen- und Eisenbahnneubauten gestatten dem Land, bald in wirtschaftliche Konkur­renz mit den übrigen Staaten zu treten

Heftige Reaktionsbewegungen haben nicht ver­hindert, daß Kemal Pascha sein Ziel voll erreicht hat. Die junge Republik ist durch innere Festigung fehr schnell zu einem außenpolitischen Faktor ersten Ranges geworden, hat man seinerzeit Kemal Pascha prophezeit, daß mit der Beseitigung der traditionel­len Gewalten des Staates und der Religion der Einfluß der Türkei auf die islamischen Volker ver­schwinden würde, so hat die Geschichte der letzten zehn Jahre bewiesen, daß Ankara ganz im Gegen­teil zum Sammelpunkt der nationalen Kräfte im ganzen vorderen Orient werden konnte. Von Aegypten bis Afghanistan rei­chen die Fäden der türkischen Außenpolitik, die eine gemeinsame Front des vorderen Orients gegen

Das Rheinland steht einmütig hinter dem Führer.

Gewaltige Treuekundgebung der Westmark in der Kölner Messehalle.

Mit dem Führer auf dem Flng durch Deutschland.

Abschied von Hannover.

Köln, 26. Okt. (Sonderbericht des WTB.) Als der Führer am Donnerstagmittag in Hannover das Haus des Oberpräsidenten Obergruppenführer Lutze verließ, in dem er übernachtet hatte, brachte ihm schon wieder eine große Menschenmenge b e - geisterte Ovationen bar, eine Menschen­menge, die seit dem Morgengrauen wie eine Maner gestanden hatte, um nur einen Blick vom Führer zu erhaschen. Heller Jubel brach aus, als der Füh­rer die Sperre der SA. öffnete und in die Menschenmenge hineinging und den Begeisterten die Hände drückte. Mit Mühe und Not konnte der Führer durch die Flut der begeisterten Menschen wieder zu seinem Wagen gelangen. Auf der Fahrt zum Flughafen dichtes Spalier. In erster Linie sind es die Arbeiter zahlreicher Betriebe, die früher hinter der roten Fahne marschierten und die nun längst das Gedankengut des Nationalsozialismus begriffen und sich von falschen Götzen freigemacht haben. Ein Mädchenpensionat hatte herausbekommen, daß der Führer mittags im Flugzeug Hannover verlassen werde. Und so hatte sich die Mädchenschar, Nieder­sachsen-Mädels mit flachsblondenKöpfen und blauen Augen, neben dem Flugzeug aufgebaut, Blumen in den Händen und ein fröhliches Lachen in den Gesichtern. Als das Auto des Führers herannaht, ist er im Nu von den Mädels umringt, und die Scherzworte des Führers zeigen, daß ihm diese Ueberraschung Freude gemacht hat. Immer wieder muß sich der Führer an den Fenstern der Kabine zeigen, bis um 12.30 Uhr das Startzeichen gegeben wird.

lieber den Deister, den Teutoburger Wald mit dem Hermannsdenkmal, den Bückeberg, beide ge­schichtliche Stätten deutschen Werdens, über das Sauerland und das Bergische Land trägt uns die brave D 2600, die den Namen eines der größten Kampfflieger des WeltkriegesJmmelmann führt. Wir halten 3000 Meter Höhe. Unter uns brodelt ein Wolkenmeer, heult der Regensturm, über uns blau der Himmel mit goldenem Sonnenschein. Um 14 Uhr ist Bonn in Sicht. Wir landen, und dann führt ein Auto den Führer hinein in das weite rheinische Land. Erst als am Rhein die Lich­terketten aufflammen, geht es hinein in die Domstadt Köln, die an diesem Donnerstag ganz im Zeichen des Führers und feines Kampfes steht. Man sieht es diesen Menschen an, die in ge­ballten Massen über die Rheinbrücken fließen, hin­über zu den Messehallen, in denen der Führer sprechen wird, daß sie den Kampf des Füh­rers begriffen haben. Das Rheinland hat sich schon einmal für Deutschland entschieden. Es wird am 12. November, wenn es heißt, für oder gegen das deutsche Volk und das Deutsche Reich zu

Westeuropa anstrebt. Eine starke Stütze hat die Türkei in Rußland gefunden, das sehr bald ein enges Bündnis mit ihr einging. Die Türkei hat es aber nichts desto weniger verstanden, sich von allen kommunistischen Einflüssen freizuhalten und ihre eigenen Wege in der Außenpolitik zu gehen. Die Aktivität Ankaras in den letzten Wochen, die Reisen türkischer Politiker in die Hauptstädte des Balkan und die Diplomatcnbesuche in Ankara, die durch den jugoslawischen Königsbesuch bei Kemal Pascha ge­krönt wurden, die verschiedenen Vertragsabschlüsse mit südosteuropäischen Staaten und die schweben­den Verhandlungen über einen Schwarzen-Meer- Pakt lassen vermuten, daß did Türkei sich stark ge­nug fühlt, über den engeren Aktionsradius ihrer Außenpolitik hinaus in das Konzert der europai- schen Politik entscheidend einzugreifen. Für uns Deutsche ist es ein Erlebnis, die Entwicklung dieses jungen Staatswesens zu verfolgen und mit Freude feststellen zu können, daß sich unser ehemaliger Ver­bündeter von den Schranken und Fesseln, die ihm eine hemmungslose Siegerwillkür auferlegt hatte vollständig befreite.

Lester, Vötkerbundskommiffar in Danzig.

G e n f, 26. Okt. (WTB.) Der Völkerbundsrat hat einstimmig, auf Vorschlag des Ratspräsidenten Amador (Kanada) den bisherigen ständigen Ver­treter Irlands beim Völkerbund Lester, zum Hohen Kommissar des Völkerbundes in Dan­zig auf drei Jahre gewählt. Der neue Kommyfar tritt fein Amt am 15. Januar 1934 an. Sean Lester ist 1889 geboren. Er trat 1909 in die Sinnfein- Pariei ein und nahm besonders als Journalist an den politischen Kämpfen teil, die sich in Irland bis zur Gründung des Freistaates im Jahre 1922 ab- spielten. Von da an gehörte er dem irländischen Außenministerium an und wurde 1929 ft a n b t g e r Vertreter Irlands beim Völkerbund. In der letzten Zeit ist Lester wiederholt als Beauf­tragter des Völkerbundsrates in den sud ame­rikanischen Wirren heroorgetreten. Zuletzt hatte er im Völkerbundsrat die Berichterstattung über die Minderheitenfrage.

stimmen, sich einmütig für Hitler, Volk und Reich entscheiden.

Köln in Erwartung des Führers

Köln, 26. Okt. (TU.) Köln stand schon den gan­gen Tag über im Zeichen der Kundgebung. Ein Fahnenwald gab der Stadt auch äußerlich das Bild eines großen Tages. Schon in den frühen Nachmittagsstunden sah man die Teilnehmer an der Kundgebung zu den Messehallen eilen, um sich einen guten Platz zu sichern. Gegen 18 Uhr wälzte sich ein ungeheuerer Menschen st rom über bie Hohenzollern brücke zum Messegelänbe. Dauernb trafen Lastwagen aus ber nähe­ren unb weiteren Umgebung ein, bie im­mer roieber neue Massen heranführten. Auch auf ber Reichsbahn, bie zum heutigen Tage Sonn­tagskarten ausgegeben hatte, herrscht Hochbetrieb. Die ganze Westmark nahm teil an biesem gewalti­gen Erlebnis. Tausenbe von Kraftwaaen, unter benen man auch zahlreiche auslänbische Trenn­zeichen sieht, finb in ben Parkplätzen untergestellt. Die Messehalle, bie über 50 000 Menschen saßt, war schon eine Stunbe vor Beginn ber Kunb-

Geheime Stimmabgabe im Wahllokal.

Berlin. 26. Okt. (TU.) In einem Erlaß zur bevorstehenben Reichstagswahl unb Volksabstim­mung hat ber Reichsminister bes Innern, um bem Verbacht von vornherein zu begegnen, baß bie Abstirnmungshanblung sowie bie Ermittlung bes Ergebnisses nicht in einroanbfreier Weise vorge­nommen wirb, ausbrücklich hervorgehoben, baß ent- sprechenb bem Reichswahlgesetz unb bem Volksent- scheibgesetz bie Wahl- unb Abstirnmungshanblung, sowie bie Feststellung bes Ergebnisses sich i n völliger Öffentlichkeit vollziehen. Um etwaigen Mihverstänbrnssen- zu begegnen, wirb amtlich barauf hingewiesen, baß bie Stimm­abgabe selbst, also bie Kennzeichnung bes Stimmzettels, bie ja bekanntlich in ben Stimm­zellen erfolgt, selbstverstänblich geheim ist. Die biesbezüglichen gesetzlichen Bestimmungen finb nach w i e vor in Kraft. Unter ber Wahl- unb Abstirnmungshanblung, bie wie stets auch biesmal öffentlich ist, ist bie Uebergabe des bie Stimmzettel enthaltenben Briefum­schlages an ben Abstimmungsvorstanb zu ver­stehen, ber ben Briefumschlag in Gegenwart bes Stimmberechtigten in bie Wahl­urne z u st ecken hat. Im Reichswahlgesetz heißt es, baß zum Abstimmungslokal j e b e r mann Zutritt hat, ber nicht bie Ruhe unb Drbnung stört unb somit bas Abstimmungs­geschäft nicht behinbert.

Die Landfrauen geloben einmütige Gefolgschast.

B e r l i n , 26. Okt. (TU.) Die kommissarische Füh- rertn ber ßanbfrauen veröffentlicht folgenben Auf- rauf: Unser Führer Aböls Hitler hat einen ent- scheibenben Schritt zur Wieberherstel- lung beutscher Ehre getan, inbem er bem Völkerbund» unb ber Abrüstungskonferenz fernblei- ben will. Er ruft bas beutsche Volk aus, am 12. No- oembec ihm seine Zustimmung hierzu auszuspre-

gebung bis auf ben letzten Platz gefüllt. Von ben Emporen grüßten bie Fahnen bes Drit­ten Reiches, Tannengrün gab bem Raum einen stimmungsvollen Rahmen. Am Schnittpunkt ber West- unb Sübhalle ist eine große Tribüne aufgebaut. Von hier wirb ber Führer zu ben Massen sprechen. Auf allen Plätzen ber Stabt finb Lautsprech-er ausgestellt, bie bie Kundgebung übertragen.

Eine fiebernbe, ungeheure Spannung lag über ber Riesenoersammlung, als zum Beginn ber Kunb- gebung unter ben Klängen bes Präsentiermarsches einige hunbert Fahnenträger sich einen engen Weg burch bie roogenben Menschenmassen bahnten. Ein ungeheuerer Jubelsturm erhob sich, als kurz barauf ber Führer in ber Halle eintraf. Immer wieder brandeten begeisterte Heilrufe aus und kaum konnte sich Gauleiter Staatsrat Gr oh 6 zu einer kurzen Begrüßung des Führers Gehör verschaffen. In markigen Worten gelobte er bem Führer bie treue Gefolgschaft bes rheinischen Volkes. Als bann ber Führer bas Wort ergreifen wollte, brausten immer unb immer roieber Heilrufe auf unb minutenlang mußte ber Führer warten, bis sich ber ungeheure Jubel gelegt hatte.

chen. Deutsche ßanbfrauen! Ich erinnere Euch daran, mit welchen Hoffnungen wir vor Jahren dem Zusammentritt dieser Abrüstungskon­ferenz entgegensahen, der wir mit Millionen von Unterschriften versehene Petitionen einreichten in dem Wunsch, mitzuhelfen zur Befrie­dung der Welt durch die Abrüstung der ande­ren Völker nach dem Beispiel Deutschlands, wie sie der Versailler Vertrag vorschreibt. Ader wir wur­den bitter enttäuscht. Die Verhandlungen hat man verschleppt, immer fand man Gelegenheit, Deutschland vor neue Demütigungen zu stellen. Nun hat unser Führer dem Spiel ein Ende ge­macht, und unsere Herzen schlagen höher bei seinen mannhaften klaren Worten am 14. Oktober, die keinen Zweifel an seinem Mut zur Wahrheit und seiner Friedensliebe lassen. Am 12. Novem­ber werden wir alle ohne Ausnahme ihm unsere treue Gefolgschaft bezeugen! gez. Elisabeth Boehm, kommissarische Führerin der ßanbfrauen.

Treuekundgebungen zahlreicher Studentenschaften.

Berlin, 26. Okt. (TU.) Die Stubentenschast der Universität Marburg a. b. ßahn hat folgende Treuekundgebung gesandt: Im Kampfe um Deutsch­lands Freiheit steht die Marburger Studentenschaft geschlossen hinter ihrem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. In Treue sind sie bereit, mitzukämp- fen für Ehre und Freiheit unseres Vaterlandes, für den Frieden unseres Volkes und für die Arbeit unserer Volksgenossen. Studentenschaft ber Philipps- Universität Marburg.

Ferner finb Treuebekenntnisse eingegangen von ber Stubentenschast ber Hochschule für ßefjreraus» bilbung Rostock , ber Universität Gieße n, der Technischen Hochschule Aachen, ber Tierärztlichen, Technischen unb ßanbwirtschaftlichen Hochschule Berlin , ber Hochschule für ßeibesubungen B e r- lin, ber ßanbwirtschaftlichen Hochschule Hohen­heim, ber Technischen Hochschule Karlsruhe unb ber Universität Bonn.

Für einen Frieden der Ehre und Gleichberechtigung. Führer und Volk sind eins im Kamps um einen wirklichen Frieden der Welt.

150 000 Rheinlänber hörten begeistert zu, als ber Führer in seiner Rebe ben Versailler Ver­trag unb seine Folgen geißelte, sowie feine folgen­schweren Auswirkungen nicht nur für bas beutsche Volk, sonbern auch für bie ganze Welt aufzeigte. Dieser Vertrag, ber zum Instrument bes Friebens unb ber Verstänbigung bestimmt war, sei z u einem Instrument ber Zwietracht unb z u einer Quelle ewigen Streites ge­worben. Er habe wirtschaftlich unb politisch bas Gegenteil von bem gebracht, was bie Völker er­warteten. Er sei ein Werkzeug geworben für jene, die sich als bevorrechtigt fühlten unb andere als zweitberechtigt betrachteten. Nicht Frieben sei ein­gekehrt, sonbern Unsicherheit, nicht Abrüstung sei eingekehrt, sonbern gegenseitiges Wett- rüsten ber anberen, nicht Vertrauen, sonbern Mißtrauen unb zwar überall, wohin man blickt.

Vergeblich warte Deutschlanb seit 13 Jahren auf die Einlösung ber Verpflichtung ber anderen. Wer bedrohe die anderen Wachte? Etwa wir? Und mit was denn?Wir können sie nicht be­drohen und wir haben sie nicht bedroht." Sei es etwa eine Bedrohung der Welt, wenn ein Volk feine Arbeitslosigkeit beseitigt, sei es eine Bedrohung der Welt, wenn

ein Volk seinen inneren Frieden herstellt, es von feinen Caften befreit und seine wirtschaft in Gang bringt? Dieselben Völker, deren Presse schreibt, daß sie sich von Deutschland bedroht fühlten, hätten kein Verständnis dafür, daß sich Deutschland mit Recht bedroht fühlen müsse, wenn in ande­ren Ländern solche Verleumdungs- seldzüge gegen Deutschland möglich seien, wie wir sie heute erlebten.

Er frage, ob in einem anderen Staate eine Be­wegung, die 14 Jahre lang so verfolgt werden konnte, wie der Nationalsozialismus in Deutsch­land, nach ihrem Siege so mäßig gewesen sein würde, wie wir es gewesen seien. Der Führer erinnerte daran, daß es auch eine internatio­nale Verpflichtung z u gegenseitiger Achtung der Völker gebe. Wie sei es mög­lich, daß solch ungeheure ßügen, wie sie das Braun­buch enthalte, eine derartige Gerichtskomödie, wie man sie im Auslande aufgeführt habe, hätte gedul­det werden können. Wenn man uns heute die Ein­lösung des Abrüstungsoersprechens vorenthalte mit der Begründung, man könne im Augenblick fein Vertrauen zu Deutschland haben, bann müsse er erroibern, baß man boch zu ben früheren beutschen