Ausgabe 
27.4.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 08 Erster Blaff

183. Jahrgang

Donnerstag, 27.April (933

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Chefredakteur

Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Berantroortlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; füc Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undiür denAn. zeigenteil i.V.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen.

Die Besprechungen in Washington.

Macdonald verabschiedet sich von Amerika.

Washington, 26. April. (XU.) Der englische Ministerpräsident Macdonald verabschiedete sich herzlich von Roosevelt im Arbeitsraum des Präsidenten und anschließend auch von der amerika­nischen Presse. Er führte u. a. aus: Dank der großen Kenntnisse und der weitaehenden Bereitschaft Der amerikanischen Sachverständigen sind wir ein gutes Stück weiter gekommen auf dem Wege, Möglichkeiten für spatere Abmachungen aus­zuarbeiten Ich habe das Bersprechen gehalten und mich nicht fe st gelegt. Roosevelt und ich sind genau so frei wie zuvor, aber ich verstehe die Schwie­rigkeiten der amerikanischen Regierung und der amerikanischen Nation besser al- am Freitag, als ich ankam. Wir haben jetztTuchfühlung" ge­nommen, und wir sind seht entschlossen, Schulter an Schulter zur Hebung der Bürden der ganzen Welt beizutragen. Amerika schließt keine Bündnisse und mischt sich nicht durch vertragliche Bindungen in die europäischen Probleme, aber sicherlich er­kennt jetzt auch die amerikanische Regierung die Schwierigkeit besser, denen sich meine Regierung gegenübersieht und sicherlich sieht Amerika ein, daß keine Nation abseits stehen kann, son­dern den anderen Völkern die Hand reichen muß.

Roosevelt und Macdonald betonen in einer ge­meinsamen Erklärung, daß die Erhöhung der Dohstosspreise eine Kernfrage sei. Eine gle chzeitige Aktion aus wirtschaftlichem und fi- nanz eilen Gebiet, Abschaffung der Handels­beschränkungen und Kreditausweitung seitens der Zentralbanken sei unbe­dingt erforderlich. Zur Herstellung des inter- na'ionalen Währungsgle chgewichls sei die Wie­derherstellung des internationalen Goldstandards notwendig. 2m Hinblick auf den Orienthandel sei der Silber frage beson­dere Aufmerksamkeit geschenkt. Alle diese Fragen seien untereinander abhängig. Die Welterholung bedinge die planmäßige Anwendung von Hilfs­maßnahmen im Eigenlande, sowie deren Unter- stützung durch sinngemäße und gleichzeitige inter­nationale Maßnahmen.

Oer Kampf um Die neue Währungspolitik.

TieHonstietzmcßrßeif fiireineInflationsbitt

Washington, 27. April. (TU.) Das Reprä­sentantenhaus nahm am Mittwoch die W ä h. r u n g s v o l a g e an, durch die Roosevelt ermäch­tigt wird, den Goldgehalt des Dollars beliebig her- abzufetzen und Silber in bestimmtem Verhältnis zum Gold als Münzmetall zu verwenden. Die An- nähme der Vorlage ist jedoch noch nicht endgültig, da sie eine Zusatzvorlagc zu dem bisher noch nicht angenommenen Farrn-Hilfsgesetz ist.

Trotz der von einer Reihe von Zeitungen und Senatoren geäußerten Warnungen ist die Mehr­heit des Kongreises fest entschlossen, dem Präsiden- ten Roosevelt Vollmacht zur Herbeifüh­rung einer weitgehenden Inflation zu erteilen, um dadurch die Warenpreise zu heben und die Lage der Hypothekenschuldner zu bessern. Neben der Vermehrung des Notenumlaufes soll Silber in größeren Mengen zur Deckung und Prä- gung zugelasfen werden. Der frühere Finanzmini­ster Blaß, einer der führenden Demokraten im Senat, hat Roosevelt heute seine Gefolgschaft gekün­digt, weil er die oben angeführten tzesetzlichen Maß­nahmen für sehr gefährlich hält. Die Anhänger des Inflationsgesetzes sind demgegenüber der Meinung, daß die Lage anders geartet sei als etwa die Lage Deutschlands im Jahre 1923, weil Amerika genügend Gold und Rohstoffe besitze und den Notenumlauf daher jederzeit wieder einschränken und zu einem neuen Gold­standard zurückkehren könne.

MrdAmenka ein neues Kriegsschulden- moroforium gewähren?

Washington, 26. April. (Reuter.) Präsident Roosevelt bereitet eine Entschließung an den Kongreß vor, durch die er ermächtigt wird, bis nach der Weltwirtschaslskonferen; ein Kriegsschul- benmoralociutn zu gewähren. Der Antrag Roosevelts ist, nur von der Erzielung eines fron zäsisch-amerikanischen Abkommens abhängig, wonach Frankreich die rückständige Rate vom 5. Dezember 1932 zahlen würde. Dies wird noch zwischen Roosevelt und herriot erörtert Oie Abrüstungsfrage wird mit

Herriot besprochen.

Amerikas Einbeziehung in dasSichcrßeits- lystcm.

W a f b i n g t o n , 26. April. (WTB.) Präsident Roosevelt, zwischen Herriot und dem iln- terstaatssekretär Philipps strhcnd, empfing die Pressevertreter zur regulären Konferenz. Er teilte stolz mit, daß er mit Herriot lange und ohne Dol­metscher verhandelt habe und daß die Untere«* dung durchaus befriedigend verlaufen sei. Er, wie Premierminister Macdonald und Her­riot hatten wahrend der letzten 24 Stunden i n engster Verbindung mit Genf gestan­den, und er hoffe zuversichtlich, daß die Ab­rüstung jetzt einen großen Schritt vor­

wärts kommen werde. Mit Herriot habe er Roosevelt nicht über die Kriegsschulden, son­dern bisher nur über d i e Abrüstung ver­handelt.

Die gestrige Unterredung Roosevelts und Herriots galt, wie Havas aus Washington berichtet, aus­schließlich den Abrüstungs- und Sicherheitsproble- men. Herriot habe erneut energisch die Lage Euro­pas dargelegt und mit Roosevelt nach den Mitteln gesucht, die Lücke des englischen Planes auszusüllen. Aus dem Gebiete der Sicherheit würden die Vereinigten Staaten die traditionelle Auffassung von ihrer Neutralität und der Freiheit. der Meere aufgeben und an einer Finanz­blockade gegen d i e des Angriffs schul­digen Mächte teilnehmen. Als zweites von Roosevelt vorgesehenes Sicherheitsmittel komme die |

Frage einer wirksamen Kontrolle der 21 b rüstungsmahnahmen durch die Inkraft­setzung von Sonderbestimmungen.

Re chsbankpräsident Dr Schacht in Paris einqetroffen.

Paris, 27. April. (WTV. Funkspruch.) Relchs- baukpräsidenk Dr. Schacht ist heule mittag i n Paris eingetroffen. Lr reift morgen früh nach Cherbourg weiter, wo er sich an Bord des DampfersDeutschland" nach den vereinig­ten Staaten einschissen wird. Lr will seinen kurzen Pariser Aufenthalt zu einer Jüfjling- nähme mit seinem Kollegen von der Bank von Frankreich benutzen.

Oie AbrüflungsDebaiie flockt.

Amerika fordert Abrüstung vor Sicherheit.

Genf 26. April. (WTB.) Der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz hat heute nachmittaa mit der artikelweifen Beratung des englischen Abrü- stungskonoentionsentwurses, und zwar zunächst der Sicherheitsbestimmungen begonnen. Schon nach kurzer Debatte gerieten die Beratungen i n s Stocken. Der Vertreter der Vereinigten Staaten, Norman Davis, teilte im Auftrage seiner Regierung mit, daß die Vereinigten Staaten noch nicht in der Lage wären, zu dem im ersten Teil des englischen Entwurfes vorgeschlage­nen Konsulativpakt endgültig Stellung zu nehmen. Die Haltung der Vereinigten Staaten zu dem geforderten Ausbau der Sicherheitsgarantien werde sehr wesentlich von der Haltung bestimmt werden, die die Konferenz zur Frage der A b - r ü ft u n g einnehme. Die Sicherheit werde durch die Abrüstung weitgehend gefördert. Unter diesen Umständen schlage er vor, die Beratungen über das Sicherheitskapitel vorläufig zu unterbre­chen und zu den anderen Teilen des englischen Planes überzugehen.

Entgegen dieser Anregung entschied Präsident Henderson sich dafür, die Diskussion über die zum sicherheitspolitischen Teil vorliegenden Anträge fortzusetzen. Von Vertretern Englands und Frankreichs wurde darauf hingewiesen, daß eine

Abstimmung unter diesen Umständen zwecklos sei.

Aachdem die beiden ersten Artikel ziemlich ohne Beanstandung durchgcg^nzen w^ren forderte Hen­derson den Ausschuß auf, nunmehr zu dem ent­scheidenden Artikel III, der von dem K o n - sultativpakt handelt, und zu dem hierzu vor- l egenden polnischen Abänderungsan­trag, der aus eine Einschaltung des Völkerbundes ausgcht, Stellung zu neh- nehmen. Als sich jedoch niemand zumWort m e l d e te , erklärte Henderson, deften innere Er­regung unverkennbar war, daß eine Fortsetzung der Debatte heute wohl zwecklos sei, und ver­tagte die Verhandlungen auf Donnerstagnach­mittag. Aach Schluß der Sitzung wurde bekannt, daß die für morgen angesehte Sitzung nachträg­lich abgesagt worden ist. Henderson hat be­schlossen, das Präsidium der Konferenz ein- zuberufen, um zu der Konserenzlage Stellung zu nehmen. Der amerikanische Abrüstungsdelegierte Aorman Davis wird am Freitag nach Lon­don reisen, um an den Beratungen des Orga- nisationsausschus'es für die Wel.Wirtschaftskonfe­renz teilzunehmcn. Anter diesen Umständen hält man es für möglich, daß es zu einer Unter­brechung der Arbeit des Hauptausschusses für mehrere Tage kommen wird.

Oie Mobilmachung der Technik für den nationalen Aufbau.

Oie Aufgaben des Kampfbundes Deutscher Architekten und Ingenieure.

München, 26. April. (WTB.) Der Dor- sitzende der politischen Zcntralkornmission der ASDAP hat eine Bekanntmachung erlassen, in der es heißt:

Der Kampfbund der Deutschen Ar­chitekten und Ingenieure (K. d. A.2.) im Kampfbund für Deutsche Kultur e. V. ist die einzige von der ASDAP. anerkannte Organisation zur Sammlung der deutschen Architekten und Ingenieure. Die Unterkommis- sion IIIb (W.rtschaf^stechnik und Arbeitsbeschaf­fung) in der politischen Zentralkommission der ASDAP. mit ihren Untergliederungen im gan­zen Aeich hat nicht die Ausgabe, Mitglieder zu sammeln, sondern sie besteht lediglich aus einem parteiamtlichen Mitarbeitecstab von beschränkter Anzahl. Sic ist aber die parteiamtliche Dienst­stelle, durch die die Gliederungen des K. d. A. 2. mit dem Derbindungsstab der ASDAP. und da­mit aUen Staatsbehörden in Verbindung treten kann und umgekehrt. Die Unterkommission III b hat die Ausgabe der Mobilmachung der Technik für die kommenden Aufgaben in Staat und Wirtschaft.

Die Unterkommission Ulb wird unterstützt vom Kampfbund der Deutschen Architekten und Inge­nieure. Die besondere Aufgabe des KdAI. ist die Sammlung und organisatorische E r - sassung der deutschen Architekten und

Ingenieure zum Zweck ihrer nationalsozialisti­schen Erziehung und Schulung und der Fuhreraus» Icse für die kommenden großen Staats- und Wirt­schaftsaufgaben. Der KdAI. bereitet die berufs- ständische Eingliederung der Architekten und Ingenieure in den kommenden Ständestaat vor. Er wird darüber wachen, daß deutsche Bau­fun ft und Technik sich mehr als bisher auf die kommenden Staats- und Kulturaufgaben einstel­len im Bereich des Städtebaues und Heimatschutzes, der Landwirtichaft, des Heimstättenbaues und der bäuerlichen Siedlung, sowohl wie in der Energie­versorgung und im Verkehrswesen, lieber dem not­wendigen Fachwissen soll der Kampsgedanke für die nationalsozialistische Weltanschauung stehen.

Mitglieder können Architekten und Ingenieure sowie Die aus den technischen Waffengattungen her­vorgegangenen Männer werden, soweit sie ari­scher Abstammung sind und weder einem Geheimorden noch einer Loge ange­hör e n.

Die Parteidienststellen der NSDAP, haben sich in allen baukünstlerischen und technischen Fragen, so­wie bei der Besetzung von technischen Stellen im Bereich von Verwaltung und Wirtschaft an die Un- terkommission Ulb zu wenden. Die Bestrebungen des KdAI. sollen von allen Partei- und Behördenstellen und von der Parteipresie weitgehend geför­dert werden.

Eröffnung des preußischen Staalsrats.

B e r I i n , 26. April. (VDZ.) Der neue Preußische Staatsrat hielt am Mittwochnachmittag seine konsti­tuierende Sitzuna ab. Der Sitzungssaal hatte aus Blumen und Pstanzengrün ein festliches Gewand erhalten. Hinter dem Platz des Präsidenten war ein riesiges Hakenkreuzbanner angebracht, das von der schwarzweißroten und der schwarzweißen Fahne flankiert wurde. Die 54 Mann starke national­sozialistische Fraktion, die allein d i e Zweidrittelmehrheit hat, war geschlossen in der braunen Uniform in den Saal marschiert. Von den vier Sektoren nimmt sie allein fast drei in Anspruch, während die 12 Vertreter des Zen­trums und die acht Sozialdemokraten den vierten, den früheren kommunistischen Sekwr, einnehmen. Die sechs Vertreter der Kampffront Schwarzweißrot haben noch am Rande des dritten Sektors Platz gefunden.

"Alterspräsident Freiherrv Der (Zentr.) hatte feine Funktionen dem Vorsitzenden der nationaljozia-

liftifchen Fraktion Sprenger zur Verfügung ge­stellt. Auf der Regierungsbank erschien, von den Nationalsozialisten mit Heil-Rufen begrüßt, der preußische Ministerpräsident Göring. Während sich die Staatsratsmitglieder von ihren Plätzen er­hoben, gedachte Abg. Sprenger der Toten des Weltkrieges und derer, die im Kampf um die revo­lutionäre Erhebung Deutschlands gefallen sind. Bei der Begrüßung des Ministerpräsidenten Göring hob er hervor, daß Preußen nun wieder eine Füh­rung bekommen habe, und er gelobte unter lebhartem Beifall dieser Führung die treue Gefolg­schaft des Staatsrates.

IRinifferpräfiDenl Göring

eröffnete die Staatsratssefsion. Preußen fei heute stärker denn je die Grundlage des Deutschen Rei- ches. Deshalb sei auch HitlerselbstReichs- stattholter für Preußen geworden. (Leb­hafter Beifall.) Gewiß fei an Stelle des rein par­

lamentarischen eine zielbewuhte Führung von oben getreten. Das solle aber nicht heißen, daß Landtag und Staatsrat ausgeschaltet sind. Der Staatsrat habe die Aufgabe, das Staatsministc- rium dauernd und lebendig zu beraten. Die preu­ßische Regierung wolle keineswegs über dem Volke thronen und den Zusammenhang mit ihm verlie­ren. So wie sie durch ihre Männer mit der größ­ten Bewegung des Vaterlandes verbunden sei. wolle sie gerade durch den Staatsrat mit den Stellen draußen verbunden bleiben, die zur Leitung der Geschicke vorhanden find.

Zu Staatspräsidenten wurden die drei Aationalso^ialisten Dr. Ley, Wagner- Bochum und Treff-Berlin gewählt. Auch die vier Beisitzer wurden allein von den Natio­nalsozialisten gestellt. Aus Antrag des Abg. Sprenger (AS.) wurde ohne Debatte die so­fortige Zurücknahme der Staatsrats­klage beim Etaatsgerichtshof beschlossen. Dr. Ley teilte dann mit, daß der Staatsrat voraus­sichtlich am 30. Mai zu seiner nächsten Arbeits­tagung einberufen werde. Die lonstituierende Sitzung sand ihren Abschluß durch ein vom Abg. Sprenger auf den Führer und aus den preu­ßischen Ministerpräsidenlen ausgebrachtes drei­faches Heil. Wahrend sich die Staatsratsmit­glieder von iyren Plätzen erhoben, wurde dann noch das Horst-Wessel-Lied gelungen.

Unerhörte Anwürfe des Manchester Guardian".

Schärfster Protest der Reichsrcgierung.

Berlin, 27. April. (OB. Funkspruch.) Der Mandjefler Guardian" veröffentlicht einen geradezu unglaublichen Artikel. Unter der Uebet- fchrisl:ID e r war schuld! g?" wird der Reichs­tagsbrand behandelt und behauptet, daß die Brandstifter in der Reichsregierung säßen. Für morgen kündigt das Blatt ins einzelne gehendes Material darüber an.

von maßgebender deutscher Seife wird dazu erklärt: Die Reichsregierung stehe auf dein Stand­punkt, daß ein derartiger Vorwurf gegen die Regierung eines Landes in der Geschichte beispiellos ist. Die Reichsregie­rung wird gegen diese ungeheuerlichen Verunglimp­fungen den schärf st en Protest einlegen.

Italien gegen die Völkerverhetzung. Rom, 27. April. (TAB. Funkspruch.) 2n letzter Zeit sieht sich die italienische Regierung immer wieder genötigt, die hartnäckig auftreten­den Tendenznachrichten zu dementieren, wie z. B. über angebliche italienischeAspi- rationen aus portugiesische Kolo­nien und auf den Hasen von Saloniki so­wie über italienische Waffensendungen nach Ungarn. Man hat hier den Eindruck, daß ein systematischer Feldzug im Gange ist, um die italienische Außenpolitik zu verdächtigen. Da- .Giornale i>'2talia weist heute auf diesen Aach- richtenkrieg hin, der zeige, daß obwohl man in Genf von der Abrüstung der Geister ge­sprochen habe, man noch keinen Schritt aus dem Wege der Aufrichtigkeit und Loyalität in den internationalen Beziehungen weiter ge­kommen sei. Die Urheber der falschen Aachrichten, die immer neues Mißtrauen unter den Rationen Hervorrufen sollen, seien d i e üblichen Agenten der Geschützsabri- k e n und der Politik, die daraus abzielt, Frieden und Vertrauen unter den Völkern unmöglich zu machen.

Oie politische Propaganda­arbeit der Oerop.

Eine kommunistische Zeisetzungezelte aucgeßobcn.

Berlin, 26. April. (TU.) Wie dieTU." er­fährt, haben die bisherigen Ermittlungen durch den auf Anordnung des preußischen Ministeriums des Innern eingesetzten Kommissars ergeben, daß bei der Derop (Deutsch-russische Petroleumhandelsgesell­schaft) ein politischer Gefahrenherd entstanden war, der unbedingt beseitigt werden mußte. Da­bei wird davon ausgegangen, daß Der kommerzielle Betrieb des Derop-Unternehmens keineswegs zer­schlagen werden soll. Man beabsichtigt auch nicht den Russen die (seschästsleitung zu entziehen. Die Maßnahmen stehen einzig unter dem Gesichtspunkt, daß die Derop ein Geschäftsbetrieb, aber kein politischer ifL

Es konnte bereits feftgeftellt werden, daß die Direktion der Derop geschäftliche Transaktionen vorgenommen hat, die mit einem rein kaufmän­nischen Betrieb nicht das geringste mehr zu tun haben, sondern lediglich im Sinne einer kommu­nistischen Propaganda in Deutschland ge­trosten worden sind. 70 v. H. Der Angestelltenschaft unD Der Arbeiter Der Derop waren kommuni­st i s ch e Funktionäre. Unter ihnen befanDen sich Leute in Buchhalterstettungen unD Dergl., Die Der deutschen Spradje nicht einmal mächtig waren. Der Aufsichtsrat der Derop, der sich aus Deutschen zusammensetzt, hat keine Möglichkeit, in den Geschäftsbetrieb Ein­blick zu erhalten. Protesterklärungen blieben nutz­los. Die Austichtsratsmitglieder konnten sich nur dadurch auf Dem ßaufenDen hallen. Daß sie sich von Den wenigen Deutschen Angestellten über Die Vor­gänge in Der Derop berichten ließen.

Auch die russischen Tankdampfer der Derop