Ausgabe 
27.3.1933 Frühausgabe
 
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SJ.-fpor/

Gießener Fuß- und Handball-Ergebniffe

Der vergangene Sonntag brachte eine Reihe von Spielen, die zum Teil hier, zum Teil auf auswärtigen Plätzen stattfanden. Die 1. Elf der Spielvereinigung 1 900 wartete zur all­gemeinen freudigen Aeberraschung im Verbands- spiel zu Ockershausen mit einem Sieg auf, der, wenn er auch knapp ausfiel, doch ein ehrenvolles Ergebnis bedeutet. Mit 0:1 Toren entschieden die Gießener den Kampf für sich. Die 2. Mannschaft weilte in Lollar und mußte sich dort über Er­warten hoch mit 6:2 Toren geschlagen bekennen. Mit diesem Sieg konnte sich Lollar die Meister­schaft der 2. Bezirksklasse sichern. Die 3. Mann­schaft konnte sich gegen die spielstarke 2. Elf des VfR. Butzbach mit 3:1 (1:1) Toren erfolgreich behaupten. Die 4. Mannschaft verlor gegen eine kombinierte Mannschaft von Daubringcn knapp mit 1:0 Toren auf dem Platz des Gegners. Die 1900er begingen allerdings den Fehler mit nur acht Mann anzutreten. Die 1. Äugend ge­wann gegen DfD. Aßlar I auf eigenem Platz mit 5:2 Toren. Die 2. Jugend schlug die 1. Ju­gend von Wiescck mit 6:2.

Einen beachtenswerten Sieg errang die 1. Handball-Mannschaft der Spiel- vereinigung 1 9 0 0 indem sie die schwer zu nehmende Elf des Polizeisportvereins Butzbach auf dem Platz in Butzbach mit 7:10 Toren schlug. Die Blau-weißen waren in hervorragender Form. Die 2. Handballelf war gegen die 2. Elf des gleichen Bereins mit 7:3 erfolgreich.

Von den Mannschaften des VfB. Gießen traten gestern nur zwei in Aktion. Die 2. Els konnte sich gegen die 1. Mannschaft vonTeutonia" Laubach auf dem Waldsportplatz mit 4:2 siegreich behaupten. Die 3. Mannschaft errang gegen die 1. von Stein­bach ebenfalls einen Sieg von 4:1 Toren. Das Spiel der 1. Jugend fiel aus, da der Gegner (Lich) nicht antrat.

Fußball in Heffen-Hannover

Die Meisterschaftsspiele des Sonntags standen im Zeichen des Abstiegskampfes. In Hersfeld blieben die Hessen über Spielverein Kassel mit 4:1 Sieger, nachdem der Kampf bis zur Pause noch torlos stand. Da Tura Kassel Göttingen 05 glück­lich mit 1:0 schlagen konnte, dürfte Spielverein oder Göttingen 05 den Weg in die zweite Klasse antreten. Hermania Kassel fertigte Germania Marburg mit 6:1 ab und Borussia Fulda schlug in ihrem letzten Berbandsspiel die Marburger Kurhessen mit 7:1. Im Privatspiel behielt SE. 03 Kassel über den Lokalrivalen Kurhessen mit 4:2 die Oberhand.

Vorentscheidungen

in den süddeutschen Endspielen.

Bei den süddeutschen Endspielen, die sich ihrem Abschluß nähern, sind am Sonntag wichtige Bor­entscheidungen gefallen. In der Abteilung II steht fest, daß für die beiden ersten Plätze der Tabelle nur noch die Frankfurter Mannschaften Eintracht und Fußballsportverein in Frage kommen. Mit Lieberraschungen wartete die Abteilung I auf.

München 60 und 1. FL. Rürnberg wurden auf eigenen Plätzen von Waldhof bzw. Bayern Mün­chen geschlagen, so daß hier der Ausgang der Kämpfe wieder völlig offen ist.

Bei den Spielen in der A b t e i l u n g I wandte sich das Hauptinteresse der Begegnung 1. FL. Rürnberg gegen Bayern München zu, die in Nürn­berg vor 15 000 Zuschauern zum Austrag kam. Es wurden nur mäßige Leistungen gezeigt. Die Bayern sicherten sich einen 2:0-(2:0-)Sieg. Die zweite Lleberraschung war im Spiel München 60 gegen SV. Waldhof fällig. Waldhof überraschte die 7000 Zuschauer mit einer sehr guten Leistung. Das entscheidende Tor des l:0-Spieles fiel nach der Pause. Der FK. Pirmasens erreichte zuhause gegen die SpVg. Fürth ein 1:1 (0:1). Fürth tarn noch glimpflich fort.

In der Abteilung II brachten die Spiele durchweg die erwarteten Ergebnisse. Eintracht Frankfurt kam auf dem gefährlichen Gelände in Karlsruhe zu einem verdienten 3:2(2:1)-Sieg über den KFV. FSV. Frankfurt schlug zuhause vor 8000 Zuschauern Phönix Karlsruhe mit 2:1 (2:0). Die fast ständig überlegen spielenden Frankfurter hätten auch einen höheren Sieg verdient. Mainz 05 konnte in Stuttgart gegen die Kickers ein ehren­volles und verdientes Unentschieden von 1:1 (0:0) erreichen. Wormatia Worms konnte zuhause Union Bückingen mit 6:1 (2:1) überlegen abfertigen.

WaMaufmeisterschasten der Gruppe Main.

Siegel (post Frankfurt) Meister.

Auf gut markierten Strecken wurden am Sonn­tag bei herrlichem Wetter im Frankfurter Staüt- wald die Waldlausmeisterschaften der Gruppe Main ausgetragen. Beteiligung und Ergebnisse befriedigten. 3n der Meistertlasse streckte der vor­jährige Sieger S e i f f e r t vorzeitig die Waffen. Rach etwa 5000 Meter lag Siegel knapp vor Schröder in Führung. Er hielt den Vorsprung nicht nur, sondern konnte ihn bis ins Ziel sogar noch auf 100 Meter vergrößern. Im Mann- schastslauf siegte der Post SV. Spannende Kämpfe und gute Leistungen gab es auch in den übrigen Klassen.

Um die deutschen Motorrad- Meisterschaften.

1. Lauf: Eilenriede-Rennen.

Die deutsche Motorrad-Rennsaison wurde am Samstag in Hannover mit den beiden ersten Rennen der Klassen 250 und 350 Kubikzentimeter eingeleitet. In der kleinsten Klasse siegte der Engländer Davenport auf Rew Imperial vor dem Kölner Soenius, Kirchner und Geis. In der anderen Klasse war der Düssel­dorfer Schneider, ebenfalls auf einem aus­ländischen Erzeugnis, Velocettes, erfolgreich. Fleischmann, Bodmer und D e r t h o l e t belegten die folgenden Plätze.

Bei den Rennen des Sonntag (über die wir noch eingehender berichten), die vor 65 000 Zu­schauern ausgetragen wurden, gewann R ü 11 - cb en-Erkelenz auf RSLl. mit einem Stunden-

Sieg und Niederlage.

Rugby:

Frankreich - Deutschland 38:17(9:13)

Vor 40 000 Zuschauern kam am Sonntag in Pa­ris der Rugby-Länderkampf DeutschlandFrankreich zu in Austrag. Erhebend war der Moment, als die 40 000 Zuschauer, über deren Köpfen neben der Tri­kolore die schwarzweihrote Reichsflagge wehte, das Deutschlandlied anhörten.

9m Spiel schlug sich die deutsche Mannschaft ganz hervorragend und erzielte ein Ergebnis, das auch von den Franzosen als durchaus ehrenvoll bezeichnet wurde. Man sah jedenfalls, daß die deutsche Rugby- Mannschaft in der letzten Zeit wieder wesentliche Fortschritte gemacht hat. Bei der Pause lagen die Deutschen, unter denen sich der Frankfurter Haux, sowie die beiden Hannoveraner Heine und Tasker besonders auszeichneten, sogar mit 13:9 in Führung. Die Punkte für Deutschland waren durch erhöhte Versuche von Loos und Viegten, sowie durch einen weiteren Versuch von lasier erzielt worden. Rach der Pause wurden die routinierteren Franzosen dank ihrer vorzüglichen Dreiviertelreihe stark überlegen, sie kamen zu sieben Versuchen, von denen vier er­höht wurden. Einige Versuche waren allerdings nicht ganz einwandfrei. Erst im letzten Moment konnte Heine durch einen Dropkick das Ergebnis noch auf 38:17 verbessern.

Hockey: Deutschland siegt mit 3:2 (0:0)

Zum Hockey-Länderkampf auf dem Berliner Preu­ßenplatz fanden sich am Sonntag bei schönem Wetter 8 0 0 0 Zuschauer ein. Die französische Mann­schaft wurde vom Publikum sehr freundlich ausge­nommen und erhielt auch später Beifall, als sie ein über Erwarten gutes Spiel lieferte. Die deutsche Els konnte dagegen nicht voll befriedigen. Sie spielte vor allem in der ersten Halbzeit sehr unsicher und ver­gab manche Torchance. Die Franzosen waren in dieser Zeit ein völlig ebenbürtiger Gegner. Rach dem Wechsel wurden die Deutschen mit ihrem stilreineren Spiel zwar überlegen, aber eine wirklich gute Lei­stung erreichte unsere Mannschaft nie, und auch der knappe 3:2-Sieg bleibt hinter dem zurück, was man erwarten mußte. Eine Enttäuschung bereitete vor allem die deutsche Läuferreihe.

Rach torloser erster Halbzeit wurde Deutschland nach Wiederbeginn deutlich überlegen, und bald fiel auch durch Scherbarth auf Vorlage von Schmitz der Führungstreffer. Schmitz verwandelte in der 19. Minute eine Vorlage von Katzenstein zum zweiten Treffer. Durch Goubert erreichten die Franzosen einen Gegentreffer. 9n der 29. Minute konnte zwar Kurt Weiß für Deutschland auf 3:1 erhöhen, aber schon wenig später verringerten die Franzosen die Tordifferenz durch einen Treffer von Soule auf

mittet von 97,7 Kilometer Öen Meisterschafts­lauf der Klasse bis 1000 Kubikzentimeter. Leider gab es auch schwere Unfälle. Der Berliner BMW.-Fahrer Fritz Weber zog sich einen Schädelbruch zu und starb.

Kurze Sportnoiizen.

Reichspräsident von Hindenburg hat dem ADAC einen Ehrenpreis für den schnellsten Fahrer des diesjährigen ADAC-Avus-Rennens ge­stiftet.

*

Zum englischen Eupfinal, das am 29. April stattfindet, sind bereits über 200 000 Kar­tenbestellungen eingegangen. Da das Wembley-Sta- dion aber nur 93 000 Zuschauer fassen kann, konnte nicht einmal die Hälfte der Kartenbestellungen be­friedigt werden. Die englische Sportpresse verlangt deshalb eine Vergrößerung des Stadions aus Mit­teln des b 'her bei den Endspielen erzielten Rein­gewinns.

C i l l y A u ß e m und Marielouife Horn errangen beim Tennisturnier in San Rcmo schöne Erfolge. Cilly Außem fertigte Frl. Baumgarten 6:1, 6:1 ab und Fr. Horn blieb der Engländerin Thomas mit 6:1, 6:4 überlegen.

*

Die Tatsache, daß Deutschland in dieser Saison wieder offiziell mit einem neuen Rennwagen bei den großen internationalen Automobilrennen vertreten sein wird, hat bei den ausländischen Fir­men großes Aufsehen erregt. Der Porsche-Wagen wird in vierfacher Ausfertigung bei Horch in Zwickau hergestellt und verspricht der schnellste Rennwagen der Welt zu werden.

*

^Berlin Paris in 18 Stunden, diese automobilistische Glanzleistung vollbrachten die bei­den Berliner Ingenieure Macher und E. Voigt auf einem serienmäßigen DKW-Frontantriebswagen TypReichsklasse" mit 600 ccm Zylinderinhalt in der Zeit von Donnerstagabend bis Freitagmorgen.

9 m Fußball-Länderkampf Frankreich- Belgien siegten die Franzosen in Paris mit 3:0 (1:0).

Wirtschaft.

* D i e Indexziffer der Großhan­delspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 22. März berechnete Indexziffer der Großhandelspreise stellt sich auf 90,8 (1913 100). Sie ist gegenüber der Vorwoche (91,2) um 0,4 v. H. gesunken. Die Indexziffern der Haupt­gruppen lauten: Agrarstoffe 81,6 (minus 1,0 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,2 (minus 0,1 v. H.), und industrielle Fertigwaren 111,5 (minus 0,1 v. H.).

* Herabsetzung der gesetzlichen Zin­sen in Oesterreich. Durch eine Verordnung des österreichischen Bundesministers der Iustiz werden die gesetzlichen Zinsen von 7 auf 6 Pro­zent und in Handels- und Wechselsachen von 9 auf 7 Prozent ermäßigt.

Berlin unregelmäßig, spater fester.

.Berlin, 24. März. (WTD.-Funkspruch.) Zum heutigen Wochenschluß setzte das Geschäft über­raschend groß und lebhaft ein. Die Kundschaft bekundete auf dem teilweise mehrprozentig er­mäßigten gestrigen Abendniveau ziemlich große Kaufneigung, dje die Spekulation, die gestern stärker realisiert hatte, zu Rückkäufen zwang. Die gut behaupteten Auslandbörsen, Berichte über erhöhten Kaliabsatz und zuversichtlichere Dividendenschähungen für die Farbenaktie tru­gen gleichfalls zu einer freundlicheren Stim­mung bei. Kursmäßig war die Tendenz gegen gestern mittag aber noch uneinheit - I i ch. Heber den Durchschnitt von 0,50 bis 1,50 Prozent hinaus lagen Bubiag, Farben, Schu­bert & Salzer und BMW. gebessert. Letztere gewannen bei einem Llmsah von 60 Mille aus den bekannten Gründen 5,25 Prozent und konn­ten nach Anfang noch weitere 4 Prozent an- ziehen. Anderseits waren noch Stolberger Zink und Metallgesellschast mit 3,50 bzw. 3 Prozent stärker rückgängig. Elektrische Lieferungen büßten auf kleines Angebot 2 Prozent ein. Dortmunder Union verloren erneut 3 Prozent.

Lebhafter und über Erwarten f e st ging es auch am Anlagemarkt zu. Besonders die Deutschen Anleihen, die gestern abend noch weiter bis zu 1 Prozent gedrückt lagen, eröffneten sehr fest. Die Altbesihanleihe gewann 1,25 Pro­zent, während die Reubesihanleihe um 40 Ps. an­zog. Jndustrieobligationen und Reichsbahnvor­zugsaktien hatten nicht ganz einheitliche Tendenz, Auch Reichsschuldbuchforderungen waren nur etwa behauptet. Für Goldpfandbriefe bestand eher Rachfrage. Völlig vernachlässigt lagen die Auslandrenten. Rur für die im Freiverkehr ge­handelten Serben bestand anhaltend Interesse.

Im Verlaufe machte die freundlichere Ten­denz Fortschritte. Montane traten in den Vorder­grund, auch Berlin-Karlsruher Industriewerke, BMW., Siemens und Farben hatten weiter leb­hafteres Geschäft bei steigenden Kursen. Sonst betrugen die Kursbesserungen gegen den An­fang selten mehr als 1 Prozent. Deutsche An­leihen bröckelten sogar leicht ab.

Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,4» Prozent an der unteren Grenzt weiter etwas! steifer, Privatdiskonten waren zum Ultimo eher leicht angeboten, in Reichswechseln per 20. Juni und Reichsschahanweisungen per 15. Rovember war das Geschäft ruhig, doch überwog eher kleine Abgabeneigung.

Frankfurter Eiermarkt.

Frankfurt a. M., 25. März. Unter dem Einfluß der sehr starken Zufuhren bröckelten die Preise weiter leicht ab, das Geschäft verlief wei­ter schleppend. Bulgaren 7,50 bis 7,75, 3ugo- slawen 7,50 bis 7,75, Rümänen 6,75 bis 7, Hol­länder 6,50 bis 8,75, Flandern 7,75 bis 8, baye­rische Landeier 7 bis 8, deutsche Frischeier je nach Größe 6 bis 9 Pfennig per Stück ab Frank­furt am Main.

Frankfurter Buttermarkt.

Frankfurt a. M, 25. März. Das Geschäft war vorübergehend auf Grund der ermäßigten Preise etwas besser, später stagnierte es aßet? wieder fast vollkommen. Die Angebotsverhältnisse haben in der letzten Woche keine wesentliche! Aenderung erfahren. Deutsche Butter 95 bis 98. holländische Butter 102 bis 106 Mark (alles un­verändert) per 50 Kilo im Faß.

Die Zusammenstöße in Eschenrod.

Zu unserem Bericht in Nr. 65 vom 17. März über Zusammenstöße in Eschenrod, der sich auf Feststel­lungen der Polizei aufbaute, wird uns von Rechts­anwalt Spanier in Nidda im Auftrage des Herrn Rudolf Hahn in Eschenrod die nachstehende Schil­derung der Vorgänge übermittelt:

An dem fraglichen Abend saß die Familie Hahn sowie einige bei ihr zu Besuch weilende Leute aus Wingershausen gegen 10 Uhr in der Wohnstube am Tisch. Plötzlich ertönte ganz in der Nähe des Hauses ein Schuß. Gleich darauf flog ein schwerer Stein durch das Fenster in die Stube. Fast zu gleicher Zeit fiel ein wei­terer Schuß. Daraufhin begab sich Hahn in Be­gleitung seines Sohnes und Schwiegervaters sofort auf die Straße, um festzustellen, wer den Stein geworfen habe. Keiner der drei hatte irgend eine Waffe bei sich. Beim Betreten der Straße sahen sie sofort, wie ein Mann eilig die Straße hinunterlief. Hahn und seine Be­gleiter eilten dem Flüchtenden nach und holten denselben, einen gewissen Herrn Koch aus Sschenrod, auch gleich ein. Zur Rede gestellt, ergriff dieser einen in der Nähe liegenden ftar* ken Knüppel und schlug auf Hahn und seine Begleiter ein. Gleichzeitig rief er dabei die übrigen, offenbar auch vorher Beteiligten, zu Hilfe. Von allen Seiten stürzte auch alsbald eine größere Menge mit schweren Knüppeln bewaffneter Leute herbei, die unter wüsten Beschimpfungen und Bedrohungen auf Hahn und feine Begleiter einschlugen. Hahn und fein Schwiegervater wurden von der Menge blutig geschlagen. Es gelang ihnen jedoch, sich alsbald in die Hofreite zurückzuziehen. Die Menge be­gann nun das Haus zu stürmen, wobei fast alle Fenster eingeworfen wurden und zahlreiche Schüsse fielen. Um die Menge zurückzutreiben, holte Hahn seine Schrotflint'e und gab einen Schreckschuß ab mit dem Erfolg, daß sich die Menge auch zurück^og.

Kurze Zeit daraus kehrte der zweitälteste Sohn Hahns in Begleitung eines Bekannten von aus­wärts mit dem Rade zurück. Als er die Orts- ftrafje passierte, warf sich aus dem Hinterhalt plötzlich eine Menge der früheren Angreifer auf den überraschten jungen Mann und schlug ihn blutig. Hahn jun. konnte sich gegen die Menge nicht zur Wehr setzen und rief laut um Hilfe. Einen Schuß gab er dabei keinesfalls ab, da er überhaupt keinen Revolver bei sich hatte. Auf die Hilferufe eilte sein Vater, mit der Schrot« flinte bewaffnet, ihm zu Hilfe, während sein Bruder, mit einem Karabiner bewaffnet, den Hofeingang freihielt. Hahn sen., der sofort mit Steinen beworfen wurde, gelang es, seinen Sohn der Menge zu entreißen. Gleichzeitig wurde auf die beiden geschossen und beide ver­letzt. Es gelang ihnen jedoch, sich noch bis in ihre Hofreite zu retten. Die Menge verlies sich daraus alsbald."

Äie wir auf Anfrage bei der Landeskriminal­polizeistelle Gießen hören, ist die polizeiliche Unter­suchung des Vorfalls noch im Gange. Nach deren Abschluß wird evtl, auf den vorstehenden Bericht zurückzukommen sein.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H. Lombardzinsfuß 5 v. H

Srannun a. 211.

Benin

«rrantiun u. zu.

äcrnn

Frankfurt a.M.

Berlin

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a M.

Schluß­kurs

Schluß!. Abmd- hörte

Schluß« Iure

Schluß!. Mittag, börfe

Schluß« kurs

Schluß!. Abend- börfe

Schluß« !urs

Schluß!. Mittag- börfc

Schluß­kurs

Schluß!. Avend- b6rf-

Schuß« turs

Schlußk. Miltag- börie

24. März

25. März

Amtliche Notierung

Amtliche Geld

Notierung Brie'

Datum

24-3-

25.3

24.3-

25-3.

Datum

24.3.

25-3.

24-3.

25-3

Datum

24-3-

25.3.

24-3.

25 3.

ßVlh

Brie

Helsingsoro..

Wien.......

6-344

48,45

3,047

169,03

73,63

64,09

76,02

14,38

0,818

4,186

58,44

21.55

16,465

80,87

35,26

82,02

0,899

0,239 5.295

13,09

1

6,356 48,55

3,053

169,37

73,77 64,21

76,18 14,42 0,822 4,194

58,56

6,344 48,45

3,047 168,93

73,53 64,04

76,02 14,35 0,818 4,186 58,43 21,53

16,46 80,80 35,26 81,92 0,899 0,239 5,275

13,07

6,356 48,55

3,053 169,27

73,67 64,16 76,18

14,39 0,822

4,194 58,55 21,57

16,50 80,96 35,34 82,08 0,901 0,241

5,285 13,09

6% Deutsche ihetdjüanleihe v. 1921 6% rfjem.7% Dl. RelchSanI. v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit

Auslos.-Rechten ..........

Desgl. ohne Ausios.-Rechte......

6% ehern. 8% Hess. Bolköstaat 1929 trückzahlb. 102%) ...........

Cbcrheffen Provinz-Anleihe mii

86 98,5 87 5

79,5 13,8

85,5

76

76

92

91 5

91,5

91,5

91.5

86,25

98,25

85,5

79,5

14,5

84,5

78

76,5

91,25

91,5

91

91,5

91,5

85,25

98,5

86,75

80,13

14,45

85,25

r?

91-5

85,9 98,25

85,5

80

14,55

85

77

91,5

13,4 14

5,95

6

7,75

10,9

6,25

25.65

Hamburg-Ämertka-Pakei ..... i

Hamburg-Sübam. Dampfschiff. 0

Hansa Tampfschifs........... 0

Norddeutscher Lloyd .........0

A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0

Berliner Handelsgesellschaft.... 4

Commerz- und Privat-Bank... 0

Deutsche Bank und DiScont»

Gesellschaft................0

22,25

23,65

56,5

99,25

3.5

70

61,75

151

23

24,25

56,5

99

53,5

70

61,75

153

22.75

45

38

23,75

56.75 98,5

3,75

70

61,75

151,4

22,65

44,5

36,5

23,65

56

98

53,5

70 61,75 153,5

Vereinigte Stahlwerke........u

Olavi Minen ...............0

Kaliwerke Aschersleben........6

Kaliwerke Westeregeln........6

Kaliwerke Salzdetfurth.......v

3 G. Farben-Industtts.......7

Scheideanstalt...............10

46 18,75 139,75

140 204

130,9 171

54,5 40,5

73

6,3

39 50 7.25

27,75 44.75

33 127,5

47.25

18,75

140,5

143.5

204

137,25

171

59

6,65

40,13

57,75

71,5

6

~A

52

58

28,25

30,25

45,25

33

127

46,65 18

138,5 140 205

132,25

58,25

55,4 41

59

116,5

39,5 50,75 57,75

29

118,5

28,75

45

52,5

33,75 128

47,75

18.65

142 143,5 209,5

137,5

60,25

56,5

39,5

57,75

117,75

44

54

58,4

28

119,4

31

41

53,5

34 127,25

Prag......

Budapest ... Sofia ......

Holland .... Oslo ......

Kopenhagen. Stockholm... London.....

Deutsche Komm. Sammelab l.An leihe Seriel mit Ausloi.-Rechten 6% ehern. 8% 5ranff. Hpp.-Bant Goldpfe 15 unkündbar bis 1935

6% ehern. 7% Franls. Hyp.-Banl Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 y/t% ehern. 4'/.% srrankf. Hhp.

Bank-Liau.-Psandbriefe .....

b'/,% ehern. 4%% Rheinische Hyv.-Bank-Liqu.-Goldpse.

6% ehern. 8% Pr. Landespfand briefanflall, Pfandbriefe R. 19

6% ehern. 7% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriefe R. 10

Reichsbank ............. 1

Goldschmidt ................o

Rütaerswerke ...............o

Buenos Aires Neuporl.... Brüssel.... Italien.....

Paris.....

Schweiz....

Spanien....

Danzig....

Japan .....

Rio de Jan. Jugoslawien Lissabon....

Metallgelellschaft............. o

A.E.G......................0

Elektr. LieseruiigSgeselllchast ... 5

Licht und Kraft ..........6

Reiten & Guilleaume ........0

Gesellschaft für Elektrische Unto>

nehmungen .............. 4

Rheinische Elektrizität ........6

Schlickert & Go..............0

Clemens & Halske...........0

LahmeherLEo..............10

35

90,5

104,5

65

95

101

98,5

154

137,75

36,75

88

67

97

103

156,5

136

35,13

89 105,5 65,9

95,5

100

155

135

37,13

90,75

108

67,4

97,5

99

104,9

157,5

136,25

Philipp Holzmann...........0

Zementwerk Heidelberg ......4

Cementwerk Karlstadt.........0

Wahß & Frehtag ............o

Schultheis Payenhofer........o

Aku (Allgemeine Kunstseide) ... v

Bemberg .................o

Zellstoff Waldhof ............o

Zellstoii Aschaffenburg .......o

Dessauer Gas ..............7

Daimler Motoren............ 0

Deutsche Linoleum .......... 0

Orenslein & Koppel .......... 0

Leonhard Tietz........... <5

3 habe.......................

21,59

16,505

81,03

35,34

82,18 0,901

0,241

5,305

13,11

Zanknoten

Scrlin, 25.Mörz

Geld

Bries

<% Oesterrelchlfme womrente...

4,20% Leslerreichifche Silberrenle 4% Ungarische Goldrente

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

4'zi% besgl. von 1913

8% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische gollanleibe von 1911 4% Türkische Bagbadbahn-Anleihe

(Sprie 1 .............

IJ /Z J 1,25

6,4

5 3

5,9

5,9

7,4

6,25

25,5

13,29

6,5

5,25

5,9

7,9

6,25

25.65

6,4

5,35

5,9

6

-,75

11

6,25

25,3

iMUDenti ...................o

Deutsche Erdöl .............4

Gelsenkirchener............ 0

bl,5 104

69

95,5

118

65,5 75

29.75

47

206,5

86,5

h'2,3 106

71

95

114,25

64

76

29,5

48,5

207

89,75

61,ä 103,9 69 75 94,75 71,13

115 64,25

75.9

30 82.5

47.5 207

87

62

105,75

70,75

93,75

71,4

165,25

116,25

63.65

76

29,5

84,75

48,65

205

88,65

Amerikanische Roten..............

Belgische Noten..................

Dänische Noten .................

Englische Noten .................

Französische Noten...............

Holländische Noten...............

Italienische Noten................

Norwegische Noten ..............

Deutsch Oesterreich, t 100 Schilling Rumänische Noten...............

Schwedische Noten...............

Schweizer Noten.................

Spanische Rot«.................

Ungarische Roten ...............

4,17

58,27

63,67

14,31

16,42

168,56

21,51

7», 35

2,46

75,85

80,62

35,13

4,19 58,51 63,93 14,37 16,48

169,24 21,59 73,65

2,48 76,15 81,94 35,27

Harpener..................0

Hoesch EisenKöln-Neuesten.. o

Ilse Bergbau ............ 7

Jiie Bergbau Genüsse........ 7

Klbcknerwerke ...... 0

Mannesmann-Röhren........0

ManSfelber Bergbau.........0

Oberschles. Koköwerke.........0

Phönir Bergbau............. 0

Rhtinische Braunkohlen ......10

öcheinstahi ............. o

6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 *yt %Rumün.vereinh.Rentev. 1913 4% Rumänische verein!). Rente ..

8%% Anatolier...............

Mrltzner ...................0

Mainkraftwerke Höchst a.M. ... 4

Süddeutscher Zucker ..........

36,25

77,1

162

38

2

1 161

36,5

162.5