lich fein darf und daß auch die Müller in diesen Bund einbezogen werden sollen. Die einzelnen Landesorganisationen des Bundes werden in engster Zusammenarbeit mit den staatlichen und Reichsstellen stehen, so daß auf diese Weise eine einheitliche Organisation des Getreidehandels gewährleistet wird.
Zum ersten Borsihenden des Reichsvorstandes wählte die Generalversammlung den Landesproduttenhändler Eichinger.
Eingreifen des Polizeipräsidenten beim Gußstahlwerk Haspe.
Hagen. 25.März. (WTB.) Vom Polizeipräsidenten wird mitgeteilt: Auf dem Haspe-Werk hatte sich eine tiefgreifende Unzufriedenheit bemerkbar gemacht wegen geplanter Lohnkürzungen, für die man den technischen Leiter des Werks verantwortlich machte. Nachdem sich Hunderte von Arbeitern und Teile der Bevölkerung in drohender Haltung vor dem Direktionsgebäude ansammelten, verfügte der Polizeipräsident Herrmann die vorläufige Jnschutzhaftnahme des Betriebsleiters. Ein Dcmonstrationszug marschierte unter polizeilicher Sicherung durch die Straßen von Haspe. Polizeipräsident Herrmann legte der Direktion des Werkes nahe, den anscheinend in weiten Kreisen unbeliebten Betriebsleiter auch nach der Freilassung aus der Schutzhaft vorläufig nicht in seiner alten Stellung zu verwenden und riet ihr, die geplante Lohnsen
kung nochmals eingehend durchzuprüfen, um gerade in dieser Zeit der Gärung und Not U n - billigfeiten und Härten zu vermeiden. Die Direktion gibt bekannt, daß im Einver- nehmen mit der NSBO. eine Klärung der Lohnfrage dahin getroffen wurde, daß die Angelegenheit dem zuständigen Neichsinnen- und Arbeitsministerium zur Nachprüfung übergeben worden ist.
Gegen Eingriffe in die Wirtschaft.
Berlin, 25. März. (WTB.) Die_ politische Zentralkommission der NSDAP, veröffentlicht eine Anordnung, in der es u. a. heißt: Die G a u w i r t s ch a f t s b e r a t e r stellen sich den politischen Dienststellen zur Verfügung, um zu o e r - hindern, daß Angriffe irgend welcher Art auf Spitzen- oder R e i ch s verbände f ü r W i r t s ch a f t, W i r t s ch a f t s - u n d Gewerbeoertretungen anderer Art, amtliche oder halbamtliche Wirtschastsstellen, Syndikate usw. erhoben werden. Auch sind persönliche Angriffe auf einzelne Firmen und Firmenleiter zu unterbinden. Wo Mißstände vorliegen, ist dies der übergeordneten Stelle zu melden, die das weitere veranlassen wird. Abgesehen davon, daß solche Angriffe häufig aus Mangel an Unterlagen als unberechtigt zurückgezogen werden müssen, wird der Kampf für b i c Reinigung und Wiederaufrichtung der deutschen Wirtschaft mit anderen । Mitteln geführt als mit persönlichen Angriffen, I Zeitungsartikeln und Einzelaktionen in Betrieben.
Die Gleichschaltung geht weiter.
Neue Oberprasidenten in Preußen, außerdem weiterer Beamtenschub.
Berlin, 25. März. (TLl.) Wie amtlich mit- gcteilt wird, hoben die Kommissare des Reiches für Preußen folgende Oberpräsidien neu- besetzt:
1. 2In Stelle des Oberpräsidenten Dr. Maier ist der nationalsozialistische Fraktionsführer des Preußischen Landtages, Wilhelm K u b e , zum Oberpräsidenten von Brandenburg und von Berlin ernannt worden.
2. An Stelle des Oberpräsidenten Dr. Graf von Degenfeld-Scho m bürg ist der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Helmuth B r ü ct n e r zum Oberpräsidenten von Riederschlesien ernannt worden.
3. An Stelle des Oberpräsidenten Dr. Thon ist der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Heinrich Lohse zum Oberpräsidenten vo n Schleswig-Hol st ein ernannt worden.
4. An Stelle des Oberpräsidenten Fuchs ist der Präsident der Landwirtschaftskammer in Bonn. Hermann Freiherr v. L ü n i n ck zum Oberpräsidenten der Rheinprov inz ernannt worden.
5. Zum Oberpräsidenten von Hannover ist der Polizeipräsident i. R. Lutze ernannt worden.
Unter Gewährung des gesetzlichen Wartegeldes wurden weiter sofort einstweilen in den Ruhestand versetzt:
Die Regicrungspräsidente n Dr. Höhnen in Hildesheim. Dr. Sonnenschein in Osnabrück. Dr. Rose in Stade.
Die Polizeipräsidenten von Zitzewitz in Potsdam. Zsenrath in Gladbach-Rheydt. Elfes in Krefeld-Lkerdingen, Wackercapp in Gleiwitz (hinsichtlich feiner anderweitigen Verwendung behielten sich die Kommissare des Reiches ihre Entschließung vor).
^i.Polizeidirektore nMock in Schneidemühl, Dr. Sommer in Hamm.
Die Landräte Schlemminger in Berlin, M i h in Wetzlar, Dr. Becker in Greisswald, Dr. Abel in Crossen, Onnen in Hannover, Dr. Müller in Schlüchtern, Dr. Ohle in K a s s e l, Schmidt in Stendal, Dr. Bentlage in Unna.
Zu Regierungspräsidenten wurden ernannt: Zn Hildesheim das Mitglied des Land- tages Dr. Hermann M u h in Göttingen, in Osnabrück der Regierungsrat a. D. Dr. Eggert, in Stade das Mitglied des Landtages Albert Leichter in Rienburg an der Weser, in Gumbinnen der Oberregierungsrat Rohde in Kö
nigsberg, in Allenstein der Regierungsrat Dr. Schmidt in Schneidemühl, in Minden der Oberregierungsrat a. D. Freiherr v. Oeynhausen in Crevenburg (Westfalen), dieser zum 1. April 1933.
Außerdem wurden noch eine Anzahl Regierungsvizepräsidenten usw. beurlaubt.
Gleicher Zug in Reich, Ländern und Kommunen.
Berlin, 25. März. (ERD.) Das Reichskabinett dürfte sich voraussichtlich am Dienstag mit dem Gesetz über die Gleichschaltung von Reich und Ländern beschäftigen. Das Gesetz, das inzwischen im Entwurf fertiggestellt ist, liegt bereits dem Reichskanzler vor. Die Bedeutung des Gesetzes liegt hauptsächlich darin, daß die Regierungen und politischen, sowie parlamentarischen Bertretungen in den Ländern, die am 5. März nicht neu gewählt haben, ohne jede Reuwahl auf Grund des Reichstagswahlergebnis sesvom 5. Märzneugebildet werden sollen. Die bisherigen Landtage der süddeutschen Länder und Sachsen werden also aufgelöst. sodann wird auf Grund der am 5. März auf das betreffende Land bzw. auf die betreffende Partei entfallenden Wahlziffern der prozentuale Mandatsanteil resp. die Mandatsziffer jeder Partei errechnet. Es wird den Parteien dann selbst überlassen bleiben, welche Persönlichkeiten sie mit den neuen Ländermandaten betrauen wollen. Auch für sämtliche kommunalen Bertretungen, sowie für die Kreis- bzw. Bezirkstage in den Ländern soll ein ähnliches Berfahren angewandt werden. Diese Regelung soll ebenfalls nur für diejenigen Körperschaften gelten, zu denen nicht bereits am oder nach dem 5. März gewählt wurde. Die preußischen Vertretungen der Kommunen und Kommunalverbände werden nach dem Wahlergebnis vom 12. März zusammengesetzt.
Oer Präsident des Landesarbeitsamts Heffen beurlaubt.
WSR. Frankfurt a. M., 25. März. 3m Auftrag des Reichsarbeitsministers hat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenfürsorge den Präsidenten des
Der tapfere Kommandant.
Von Wilhelm Schäfer.
Als einmal spanische Soldaten Caub belagerten, übergab der Kommandant die Pfalz am Rhein und auch Burg Gutenfels so schnell, daß schon am dritten Tag die Spanier trotz ihrer geringen Zahl des Ortes völlig Herr gewesen waren, wenn nicht der große Turm inmitten sich tapferer gehalten hätte. So saßen sie als Sieger in einer Stadt, darin sich trotzdem fein Spanier auf der Straße zeigen tonnte. Wenn sie mit einer weißen Fahne vor die Besatzung kamen, erschien wohl hinter der Zinne der weiße Kommandant, die Uebergabe zu verweigern: sonst aber war nichts gegen die wackeren Verteidiger zu unternehmen, zumal die Spanier nicht mit Geschütz versehen waren. Denn Leitern anzulegen, getraute sich keiner, weil ihm die Kugel sicher war.
^So gab es einen sonderbaren Zustand in der Stadt: weil es schon spät in den Herbst ging, wollten sich die Spanier behaglich für den Winter ihr Quartier einrichten und konnten doch nur im Schutz der Mauern zueinander schleichen. Auch mußten Tag und Nacht die Posten stehen, weil niemand wußte, ob nicht die tapfere Besatzung einen Ausfall machen könnte durch einen unbekannten Gang. Diese Sorge nahm mit den Wochen zu, well die Verteidiger unmöglich soviel Proviant im Turm verwahren konnten, um wochenlang davon zu leben, und also solch ein unterirdischer Gang bestehen mußte.
Als deshalb nach einem Monat endlich die weiße Fahne am Turm luftig im Oktoberwind flatterte — es war zwar nur ein schlechter Leinwandfetzen — und ein Signal geblasen wurde, daß die Besatzung bereit zu unterhandeln sei, war es den Spaniern zumut, als ob ihnen endlich der Teufel aus dem Nacken ginge. Ihr Oberst, der gerade den Bart ab schaben ließ, versäumte feine Zeit, den Schaum erst abzuwischen: er schickte sogleich den Trompeter, Antwort zu blasen, und brauchte keinen Trommelwirbel, die Mannschaft heranzuholen, weil die sich selber schon in den Winkeln rundum versammelt hatte. Die Musketenläufe, die sonst aus den Scharten drohten, waren endlich fort, und auf der Plattform verkündete der Kommandant, daß die Besatzung gegen freien Abzug die Burg zu übergeben bereit sei, was ihm um ihrer Tapferkeit willen eilfertig zugebllligt wurde.
Da schlugen die spanischen Trommeln an; wie sie da waren, stellten sich die Belagerer auf, neugierig, ihren unheimlichen Feind zu sehen. Es dauerte noch einige Zeit, dann hörten sie die Stangen und die Riegel an der Turmtür fallen, und knarrend ging
sie auf. Eine lange Leiter wurde umständlich herausgedrückt, bis sie fast auf dem Boden stand. Als Erster erschien ein altes Weib, das rückwärtsschreitend die Leiter herunterkam und eine Geiß auf den Schultern trug. Wie sich die Spanier noch wunderten, daß dieser Kommandant zunächst mit der Bagage tarn, erschien er selber und war ein kleiner Greis, der gleichfalls rücklings herunterkletterte und feine Muskete selber trug. Danach kam keiner mehr, und als die drei inmitten all der Spanier auf ihren Füßen standen, war es der Torwächter mit feinem Weib und einer Geiß, die zum knappen Brot die Milch gegeben hatte, solange der nasse Herbst auf dem Turm Gras wachsen ließ, das nun in der Oktobersonne vertrocknet war.
Da gab es mehr als einen bei den Spaniern, der in Gedanken an die Kameraden, die ihm der alte Kerl wie Hasen abgeschossen hatte, den dreien gern zu Leibe gegangen wäre. Jedoch der Oberst war ein Äkann von guter Dicke und Gemüt und hielt der tapferen Besatzung sein Wort: auch lut er nicht, daß sie sich jetzt zum Winter auf ungewisse Wege begeben mußten. So kam es, daß mancher Spanier noch mit dem alten Kriegsmann eine biedere Freundschaft
Oer Thunfisch — ein neuer Gast in unfern Gewässern.
Der Thunfisch war früher ein Bewohner wärmerer Gegenden und hauptsächlich am Mittelmeer anzutreffen, wo er, besonders in 3talien» Griechenland und der Türkei, einen viel verspeisten Leckerbissen darstellt. Diese riesige Makrele, die meist über 2 Meter lang wird und 3 bis 4 Zentner, bisweilen auch über 5 Zentner schwer ist, war in den nordischen Gewässern kaum bekannt, ist aber seit etwa einem Jahrzehnt ein häufiger Gast in der Rordsee und vor allem an den Küsten Rorwegens geworden, wie in einem Aussatz der Frankfurter Wochenschrift »Die Llmschau" mitgeteilt wird. Dieses unerwartete Eintreffen des wertvollen Gastes mag z. T. darauf zurückzuführen sein, daß der Thunfisch seine Lebensweise mehr und mehr dem nördlichen Klima angepaht hat, und dazu wird ihn besonders der Hering verlockt haben, der seine bevorzugte Rahrung ist und sich in solchen Mengen weiter im Süden nicht findet. Dann aber sind die Fischer wohl auch jetzt über die Bedeutung dieses Fisches besser unterrichtet und schenken ihm daher mehr Beachtung. Jedenfalls spielt der Thunfisch seit einigen Jahren in unfern nörd-
Der Rundfunk im Dienst des nationalen Aushaus.
Reichsminister Goebbels über die Programmgestaltung des Rundfunks.
Berlin, 25. März. (TU.) Der Reichsminister für Solfsaufflärung und Propaganda, Dr. Goebbels. begrüßte am Samstag im Hause des Rundfunks in Berlin die versammelten Angestellten und Mitarbeiter Der drei Berliner Rundfunkgesellschaften. Der Minister erklärte, daß die Regierung der nationalen Revolution in den vergangenen Wochen gezeigt habe, daß sie keinen langweiligen Rundfunk machen werde. So viele Hörer, wie in den letzten Wochen, hätte der deutsche Rundfunk wohl noch niemals gehabt. Es solle auch in Zukunft keinMuckertumim deutschen Rundfunk geben und es brauche niemand nach einem Parteibuch z u jagen. Selbstverständlich müsse jeder Mitarbeiter des deutschen Rundfunks innerlich die hohen Ziele der nationalen Regierung bejahen. Konjunkturpolitiker könne man allerdings nicht brauchen. Er werde dafür sorgen, daß diejenigen unter seinen Mitarbeitern, auf die er sich verlassen könne, sich auch auf ihn verlassen könnten. Der deutsche Rundfunk solle das vornehmste Instrument in der Hand der Regierung der nationalen Erhebung sein, bei der Lösung der großen Aufgabe, die noch nicht hinter der Regierung stehenden Volksterle über das Wollen des neuen Deutschlands aufzuklären und in feine Reihen einzuordnen.
Am Anschluß daran empfing der Reichsminifter in Gegenwart des Reichsrunofunkkommisfars Dr. Kruckenberg die Intendanten und D i r e t • toren sämtlicher deutschen Rundfunkgesellschaften. Dabei führte der Minister u. a. folgendes aus: Am 30. Januar sei die Zeit des Individualismus endgültig gestorben und abgelöst worden von einer eit völkischen Gemeinschaftssinnes, io Auffassung, daß die Arbeit des Rundfunks ein
Selbstzweck sei, könne nicht scharf genug zurück» gewiesen werden. Die nationale Revolution werde sich auch die Rundfunkhäuser erobern.
Die 3dee der nationalen Revolution verlange offene Gefolgschaft. Der Rundfunk gehöre deshalb dem neuen Deutschland und werde von diesem in den Dienst des nationalen Aufbaus gestellt. Das Volk habe ein Anrecht darauf, durch den Rundfunk zu erfahren, was in Deutschland vorgehe. Der Rundfunk habe deshalb die Pflicht, aktuell ä u sein und Langeweile zu vermeiden. Er habe sich der Zielsetzung, die sich die Regierung der nationalen Revolution gestellt hat, unterzuordnen. Die Weisungen für ihn gebe die Regierung. Man brauche aber keine Angst zu haben, daß sie es kurzsichtig tue. Die Männer, die am 30. Januar die Macht erobert haben, besähen ein ebenso großes Herz für die Kunst wie für die Kultur. Aufgabe des Rundfunks sei Dienst am CB o*t k. Er helfe, Rord und West, Süd und Ost, Katholiken und Protestanten, Proletarier, Bürger und Bauer zu vereinigen. Richt den Patriotismus zu machen, Märsche herunterzuschmettern und nationale Gedichte vorzutragen sei Ausgabe des Rundfunks, sondern er müsse mithelfen, eine nationalistische Kunst und Kultur ans Licht der Welt zu bringen, die wirklich auch dem modernen Tempo und dem modernen Zeitempfinden entsprechen. Der als Reichssender bestimmte Deutschland-Sender werde mit der Zeit ein großes repräsentatives deutsches Programm entwickeln. Vom 1. April werde er täglich von 19 bis 20 Llhr eine „Stunde der Ration" veranstalten, an der sämtliche übrigen Sender teilnehmen.
Landesarbeitsamts Hessen, Dr. h. c. Engler, bis auf weiteres beurlaubt. Die Dienstgeschäfte werden von dem stellvertretenden Präsidenten, Oberregierungsrat Kühne, geführt. Dr. Engler war bis zum Jahre 1923 Arbeitsminister in Baden und gehört der SPD. an.
Der Evangelische Vnnd begrüßt die nationale Revolution.
Der Evangelische Bund, als berufener Vertreter des deutschen Protestantismus im öffentlichen Leben, fühlt die Verpflichtung, zu den Geschehnissen unserer Tage öffentlich Stellung zu nehmen. Er erläßt folgende Kundgebung: Evangelischer Glaube und Vaterlandsliebe sind die beiden starken Triebkräfte des sittlichen Handelns, die leuchtenden Sterne unseres Lebens. Es ist die geschichtliche Bedeutung der Reformation, daß sie die unzertrennliche Verbundenheit beider dargetan hat. Evangelischer Glaube gibt uns das getroste Gewissen, unser deutsches Volk aufs innigste zu lieben, und wahres Volkstum erneuert sich immer wieder aus den Tiefen echter Frömmigkeit. Darum bekennen wir uns freudig zu der völkischen Reugeburt. Denn wir litten darunter, daß undeutscher und unchristlicher Geist dem Volkstum geschadet und den Glauben zersetzt hat. 3eht aber haben wir das heiße Sehnen, daß sich mit der deutschen Volksgemeinschaft auch das Glaubensleben der Deutschen aus dem Geist der Reformation verjünge und zu neuer verantwortungsbewußter Gemeinschaft führe. Wir wollen, daß über der gewaltigen Volksbewegung unserer Tage nicht vergessen wird: Was jetzt gebaut wird, kann nur gebaut werden im Anschluß an die gewaltigste deutsche Volksbewegung, die deutsche Reformation, im Geiste des größten Deutschen aller Zeiten: Martin Luthers!
Der Hessische Hauptverein des Evangel. Bundes
Der Vorsitzende: Der Schriftführer:
(gez.) Berck, Pfarrer. (gez.) Dr. Berger, Pfarrer.
liehen Gewässern eine wichtige Rolle, und die Fischerei hat sich auf seinen Fang umgestellt. Deutsche Fischdampfer haben in den letzten Jahren große Mengen Thunfisch gefangen, so z. B. ein einziger deutscher Fischdampfer 71 Stück, die über 200 Zentner des schönen Fleisches lieferten. 3n Rorwegen hat man sich seit 1932 auf den Thunfischfang umgestellt, der z. B. mit Beutelnetzen noch häufiger mit der Angel betrieben wird. Dieser Fang mit der Angel, zu dem ein kräftiges Seil und ein schwerer Haken gehören, erfolgt meist in der Rähe der großen Heringszüge, denen der Thunfisch nachstellt. Dabei hat man sonderbarerweise beobachtet, daß gerade in der Rachbarschaft von Heringsschwärmen, die dem Tier doch eine leichte Beute liefern, der Fisch besonders schnell an die Angel geht, weil ihm offenbar der auf den Haken gespießte Hering stärker anlockt als der lebende. Auch die Harpune ist beim Thunfischfang mit großem Erfolg verwendet worden. Der jugendliche Thunfisch tritt an der norwegischen Küste in großen Scharen von 100 und 200 Stück auf, und feit 1927 hat man in Rorwegen jährlich bis zu 5000 Zentner erbeutet. Der Thunfisch wird meist zu Konserven mit Oel berarbeitet und vor allem nach 3talien ausgeführt. Auch dort gibt es eine bedeutende Konservenindustrie für Thunfische, aber die Norweger arbeiten billiger.
Italienische Znstrumenten-Kunst.
Unter den Veranstaltungen, die jetzt alljährlich in Florenz unter dem Titel „II Maggio Musicale Fiorentino" stattfinden, wird diesmal mit an erster Stelle eine interessante Ausstellung stehen, die im Palazzo Vecchio eine Llebersicht über die Meisterwerke des italienischen Saiteninstrumenten- Baus bietet. Mussolini hat selbst dabei mitgearbeitet unb nicht nur die öffentlichen Stellen Italiens und die Privatsammler, sondern auch das Ausland veranlaßt, dazu beizusteuern. Auf diese Weise wird nun eine einzigartige Sammlung in den Prachtsälen zu sehen sein, die einst die Mitglieder der florentinischen Staatsbehörde bewohnten. Unter den Schätzen ragt die Sammlung hervor, die der Großherzog Ferdinand von Toscana zusammenbrachte und die im Jahre 1715 der Aussicht des berühmten Cembalisten Barto- lomäo Christofori unterstellt wurde. Unter den Schätzen dieser Sammlung befindet sich eine Geige, die von Ricolo A m a ti 1662 geschaffen wurde, eine andere, die pon Antonio S t r a d i v a - rius aus dem 3ahre 1690 herrührt, sowie ein
Aus aller Welt.
Jntenbantenwechsel am Kasseler Staalslhealer.
Der Intendant des Staatstheaters in Verwaltung der Stadt Kassel, Edgar Klitsch, ist von seinem Posten zurückgetreten. Die künstlerische Leitung des Theaters hat vorerst Opernsänger Schillings übernommen. Zwischen dem Leiter der Abteilung für Volksbildung der MSDAP. und dem Intendanten Klitsch hatte zuvor eine Unterredung stattgefunden. Don nationalsozialiftischer Seite wurde darauf hingewiesen, daß die Gauführer der NSDAP, seine künstlerische Tätigkeit anerkennen, daß aber in einer Zeit der nationalen Erhebung an führenden Stellen nur Männer stehen könnten, die bis zum Letzten das Vertrauen der nationalen Bevölkerung hätten. Daraufhin hat der Ientendant seinen Rücktritt erklärt. Auf Vorschlag von nationalsozialistischer Seite wurde vorläufig Opernsänger' Schillings mit der Leitung des Theaters betraut. Im Anschluß an die Unterredung wurde der jüdische Dramaturg M i r o w mit sofortiger Wirkung entlassen.
Lifte Reichsgastwirtsmesse in Berlin.
3n der großen Ausstellungshalle I am Kaiser- damrn in Berlin wurde die elfte Reichsgast Wirtsmesse eröffnet. Weit über 200 Aussteller zeigen, was von Klein- und Großbetrieben für Küche und Keller benötigt wird. Reuerungen bringt die Metallwaren- und Ma- fchincnindustrie an Apparaten und technischen Einrichtungen zur Verbesserung und Verbilligung der Wirtschaftsführung. Eine Sonderschau „Gast - stättenbeleuchtung" zeigt, mit wie geringen Mitteln jeder Gastraum und jede Fassade beleuchtet werden kann, und wie kostspielig und unzweckmäßig dagegen die veralteten Beleuchtungs- Methoden sind. Ein besonderer Wettbewerb der Angestellten des Gaststättengewerbes wird Anregungen geben für ein vernünftiges und zweckmäßiges Ausbessern derTisch--und Bettwäsche. Täglich findet von vormittags bis 20 Mr ein großes Schau- und Sportkegeln statt, an dem sämtliche Berliner Kegelvereine beteiligt sind.
Violoncello mit dem Wappen der Medici. Die Amati-Geige, deren Wert auf 2 Millionen Lire geschätzt wird, ist ungewöhnlich groß. Erst vor kurzem erhielt der Lautenspieler Antonio Sca- r a m p e l l a . ein besonders guter Kenner des ältesten Geigenbaus, die schwierige Aufgabe, den Deckel des Instrumentes abzunehmen, um dem im Innern hausenden Holzwurm zu Leibe zu gehen. Der Eingriff gelang glücklich, und der bereits bedrohte Ton der einzigartigen Geige wurde gerettet. Eine der berühmten Geigen, die von Stradivarius für die Medici angefertigt wurden, hatte den Namen „Die Toscanerin" erhalten: man schreibt ihr eine besonders reiche Tonfülle zu; sie wurde dem Hause Lothringen von einem Engländer abgekauft, und ist jetzt auf die Ausstellung geliehen. Mailand liefert eine Anzahl hervorragender Violinen, wird aber noch von Cremona, der Heimat der Meistergeigen, übertroffen, beim diese Stadt füllt einen ganzen Saal mit Reliquien und Instrumenten von Stradivarius. Parma hat die kleine Orgel des Claudio M i r u l o geliefert und Modena Violinen und Violoncellos mit köstlicher eingelegter Arbeit, die von Galli für die Este-Fürsten geschaffen wurden. Aus dem Süden find die reichsten Beiträge aus Neapel gekommen, das herrliche Instrumente der berühmten Geigenbauerfamilie Gagliano sandte, sowie eine Stradivarius-Harfe mit 27 Saiten, die mit einer Sirene und Cherubs geschmückt ist. Sehr kostbare Gegenstände sind vom Pariser Konservatorium bei- gesteuert worden. Daß die große Ueberlieferung nicht unterbrochen ist und auch heute noch in Italien vorzügliche Saiteninstrumente hergestellt werden, zeigt die moderne Abteilung. Ein illustrierter Katalog gibt einen Ueberblitf über die Saiteninstrumente in Italien von den frühesten Zeiten bis zur Geaenwart und stellt einen wichtigen Beitrag zur Instrumentenkunde bar. F. G.
Zeitschriften.
— „Deutsche Ration", unabhängige Monatsschrift für Gestaltung des Reiches, Verlag 3. 3. Weber, Leipzig Die „Deutsche Ration" stellt sich in den Dienst des nationalen Wiederaufbaus unseres deutschen Vaterlandes, sie will die Drücke schlagen zwischen den Führern des Staates und denen, deren Einsatzbereitsschaft zu nationaler Aufbauarbeit noch ungenutzt der Berufung harrt. Heft 4 ist im besonderen darauf abgestimmt, die 3ntereffen und Forderungen der nationalen deutschen Polizeibeamtenschaft im allgemeinverständlicher Form der Oeffenllichkeit zugängig zu machen.


