8 fc.
WO
Quft Ä iii, “n )eiti9?n 5j’er?le Unter %' "ust iührcntfQU sPtei|e T 'ne, bQfnh. müllen.' j£ ene?nen- fpibrSCffenbe« ie.^Ueren'L
leJUr 'bre ttniQ,in' bCr ^UffallUnn 8Tne W enÖOrltanh® Urbarer we se unb m r °°r 'n fid> «mes b rS«« Sir. I5 lchuldl/L'M un. ehenben 2BfJn$en- mü
■Äe0”h^.»-«t LZUL ^mnansiug ----
^echlch-Sü^,,,
- Mtaif «tW» .?“««w iitrtTjr
"gen I mch n wtn
133 F97
133 )77 )47
738
316
186142
210356
245420
269011
291691
323774
378715
126503 186618
211868
247553 271608
293372 340533
385055
46935 139215
192854 225506
248738 275885 299169
340865
385842
®. 73984 7843g 707« □8 388331 39r«r 78760 ß'SSS 01 283425 283831 284932 173 3® » 323337 W 3ÄJ°’61 396512 "•317 4084 6473 1 0415 303o3 37250 46230 """"
39 114016 ------
24-August IW ft*««'«* «all» w JJt- gezogen
M- 251179
BL 2918 3679 6665 8384 14370 14971 14974 21800 41426 44878 45117 54512
78644 85254 86721 94380
97795 97920 109597 110633
'62
133602
137607
138117
64
166547
178793
180444
3b
197319
204851
205784
56
214625
218428
227488
34
257086
257197
265866
13
271964
280074
280474
>32
289628
2XBS8
295499
155
340069 340615
3409M
17
358526
367022
74
394433
395404
397604
IlagszielMg TOUxben®tteinnt 0 M. gezogen
1®. 136720
M. 235315
äL 18939 19617 222386
““ÄS"®
188082
> Derblieben:
'136 1432 133 434 «82 930 544
225041
251166
280795
306726
354432
392050
194054
228804
254162
238713 255778 295442 314-63 362391
284102
309489
357354
M. 4871 25524 47277 6d708 ,9 118510 125130 128425 248 250470 260168 26/031 U i343578°34413 6164 11889
60833 66268 92472 98002 fSÄ !S H
s SS s L° 349750 351630 356554
2 Prämien z" ’»**■ Ä *
MH1.T« *
8rit
Boni
;-5d)iOW
Berlin [#jrf
48,05 12,44
3.053 169.92
69,47 61,76 71.
13-82 0,932 3,038 58,69 Z.13 16,48 81.25 35-09 81,78
0.826 0,246 5.205 12.64
T094 47.95 12,42
3.047 169,59 69,2
81,54 71,03 13,745 0,928 2-997 58,57 22.4 16.44 81,15
35,0» 81-62 0,822 0,24< 5,1
12,64
?ric__ -----6JÖ6
48,05 12,44
3,053 169,M 69.37 61,66 71-17 13,785 0,932 3,W3 58,69 22,18 16.48 81.
35,12 IlJ» 0,824 0,246 5,2^ 12,66
Nr. 199 Erstes Blatt
185. Jahrgang
Samstag, 2b. August 1933
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher.
Preis für I mm höh« für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20“, mehr.
Chefredakteur
Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. WUH. Lange; für Feuilleton vr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. B. TH.Kümmel sämtlich in Biesten
Postscheckkonto:
Frankfurt am Main H68S. vnur und Verlag: vrühl'sche Universttälr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange tn Stehen. Schnstleitung und Sefchäftrftelle: Schulftrahe 7.
Erscheint tügUch, autza Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustriert« (Lietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholli Monats-bezngsprets:
Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
Zenisprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten! Anzeiger Sieben.
Oer Donauraum.
Es ist kein Zufall, daß die politische Stille, die nach alter Tradition während der Spätfommertagc zu herrschen pflegt und auch in diesem ereignisreichen und schicksalhaften Jahre im großen und ganzen ihre entspannende und gleichzeitig belebende Wirkung nicht verfehlt haben dürfte, mehrfach unterbrochen wurde durch diplomatische Aktionen, die in engem Zusammenhang stehen mit der G e st a 1 - tung des österreichischen Problems. Das Wiener Kabinett hat in seinem Kampf gegen den Nationalsozialismus nicht locker gelassen. Es hat sich nicht mit dem Verbot der Partei und der Ausweisung ihrer Führer begnügt, sondern sich durch eine Bundesoerordnung vom 16. August das Recht zur Vermögensbeschlagnahme von verbotenen Parteien und Privatpersonen, die deren Ziele fördern, genommen und bedroht ferner jede „offenkundige, auf welche Weise immer, Unterstützung österreich-feindlicher Handlungen" mit dem Verlust der österreichischen Staatsangehörigkeit. Das sieht fast wie eine Kopie deutscher Regierungsmaßnahmen aus. Nur übersieht man dabei in Wien geflissentlich, daß sich diese gegen die ins Ausland geflüchteten und nun von dorther aus sicherem Hinterhalt ihre vergifteten Pfeile gegen das neue Reich sendenden Drahtzieher des Marxismus und Kommunismus richten, während das Kabinett Dollfuß sich nicht scheut, die gleichen scharfen Waffen wirtschaftlicher und bürgerlicher Existenzvernichtung gegen die Führer des nationaleif Deutschtums ins Feld zu führen, die nichts weiter wollen, als das Selbstbestimmungsrecht des österreichischen Volkes. Denn gerade dem widersetzt sich die Regierung Dollfuß, wenn sie sich hartnäckig gegen die Ausschreibung von Neuwahlen sträubt und blind an der Fiktion festhält, als ob nur sie, der letzte Hort eines gründlich mißverstandenen Oestereichertums, das Land vor dem Chaos bewahren könne. Wenn sie „Chaos" sagt, meint sie damit den Verlust ihrer eigenen Parteiherrschaft. Die Entwicklung im Reich, wo die Machtergreifung des Nationalsozialismus kurz vor dem Abgleiten in einen Verzweiflungskampf aller gegen alle, an dessen Ende der Bolschewismus die Ernte seiner Zersetzungsarbeit zu halten hoffte, Volk und Staat auf neue gesunde Grundlagen gestellt hat, diese Entwicklung ist wohl der beste Beweis dafür, wie töricht die Anmaßung des christlich-sozialen Regimes in Oesterreich ist, wenn es glauben machen will, allein das österreichische Problem lösen zu können.
Die an Mißerfolgen reiche Geschichte des in St. Germain geschaffenen Numpfösterreichs, die auf jedem Blatt erschütternde Beispiele eigener Hilflosigkeit und wachsenden wirtschaftlichen Elends trotz aller internationaler Bemühungen aufweist, sollte auch dem engstirnigsten Legitimisten und Anschlußgegner die Augen darüber geöffnet haben, daß ohne Deutschland und schon gar nicht gegen Deutschland eine Lösung des österreichischen Problems möglich ist. Niemand sieht heute in der Anschlußforderung eine aktuelle Frage der Tagespolitik, auch nicht der österreichische Nationalsozialismus. Die Entfchluß- losigkeit der Weimarer Nationalversammlung und ihre Angst vor Vergeltungsmaßnahmen der Sieger haben einst den günstigen Augenblick zur Errichtung des großdeutschen Reiches ungenützt verstreichen lassen. Aber was damals aus mangelndem Vertrauen in den eigenen Selbstbehauptungswillen versäumt wurde, ist nicht unwiederbringlich verloren. Wir haben die feste Zuversicht, daß naturgegebene Zusammenhänge stärker sind als kurzsichtige Verbote, die blinder Eigennutz und schändliche Verleugnung des Selbstbestimmungsrechts der Völker den Siegern in die Feder diktierten. Eine politische Konstellation, die gekennzeichnet wird durch die fast unbeschränkte Hegemonie Frankreichs auf dem europäischen Kontinent, versperrt vorerst unseren österreichischen Brüdern den Weg ins Reich, aber politische Konstellationen wechseln, bis dahin ist es unsere Aufgabe, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken und der Einsicht zum Siege zu verhelfen, daß ohne die einzig wirkliche Lösung des österreichischen Problems ein Friede in Mitteleuropa unb eine vernünftige, den Interessen Aller gerecht werdende Wirtschaftsordnung im Donauraum undenkbar ist.
Ein Hauch dieser Erkenntnis schwang auch unverkennbar in der letzten Aussprache mit, die der österreichische Bundeskanzler Dr. Dollfuß mit Mussolini in Riccione, dem italienischen Adriabade, hatte. Wie erinnerlich hat sich Italien seinerzeit der diplomatischen Demarche in Berlin, die England und Frankreich für notwendig hielten um unter Berufung auf den Diermächtepakt ihre von Herrn Dollfuß offenbar kräftig geförderte Besorgnis über die wachsende Spannung zwischen Deutschland und Oestereich zum Ausdruck zu bringen, nicht angeschlossen. Aus der amtlichen Mitteilung über die Aussprache von Riccione geht trotz der sehr vorsichtigen Formulierung doch soviel hervor, daß Mussolini auch in Zukunft nicht beabsichtigt, sich an irgendwelcher einseitig gegen Deutschland gerichteten und in Berlin mit Recht als Unfreundlichkeit empfundenen Aktion zu beteiligen. Auch scheint er entschieden gegen eine Intervention des Völkerbundes zu fein. Es ist ja bekannt, wie wenig Zutrauen das faschistische Italien zu der praktischen Wirksamkeit der Völkerbundsinstitution hat, aber auch in Genf selber dürfte man nach den blamablen Erfahrungen bei früheren Gelegenheiten nicht besonders darauf aus sein, in den deutsch-österreichischen Konflikt hineingezogen zu werden. Wir wissen, daß Italien trotz seines betont freundschaftlichen Verhältnisses zum nationalsozialistischen Deutschland nach wie vor ein entschiedener Gegner des Anschlusses ist, weil es von ihm eine Gefährdung seiner eigenen Interessen befürchtet. Mit dieser Einstellung, mag sie noch so unbegründet fein, muß man rechnen. Es kann sich also immer nur um die
Wie Ausländer das neue Deutschland sehen.
Nie Wahrheit über Berlin. — Ein englischer Journalist drückt fein Erstaunen aus über die Wandlung der letzten Monate.
London, 26. Aug. (WTB. Funkspruch.) „Die Wahrheit über Berlin", so ist ein Artikel des vormaligen langjährigen Berliner Korrespondenten des „Daily E x p r e ß", Selkirk Panton überschrieben, der darin schildert, wie er seinerzeit zwei Tage, bevor Adolf Hitler die Hakenkreuzflagge über dem Kanzlerpalais in der Wiihelmstraße hißte, glücklich war, „die dekadente st e und entarte ft e Stadt der dekadenten und entarteten Nachkriegswelt" zu verlassen und wie er jetzt sieben M o • nate später bei seiner Rückkehr nach Berlin mit eigenen Augen b i e umwälzenben Der - änberungen feststellen konnte, bie Hitlers nationale Erhebung in Deutschland Hauptstabt zu- ftanbe gebracht hat. Ponton zieht einen Vergleich zwischen Berlin Eberts, Stresemanns unb Brünings unb dem Berlin Adolf Hitlers und feiner Braunhemden und kommt zu dem Schluß:
Das Berlin von heute ist dasselbe wie vor sieben Jahren, aber ohne die Dekaden,; und die moralische Entartung einer rückgradlosen Stadt. Berlin ist dieselbe Stadt wie vor Hitler, hinzugekommen ist aber Arbeitsbeschaffung, Hoffnung, Glaube und Vertrauen in die Zukunft, die Hitlers Sieg Deutschland gebracht hat. Unter allen bewegt sich ein Strom des neuen Geistes des Hitlertums Aus einer internationalen Stadt ist Berlin eine nationale Stadt geworden. Die Menschen sind vielleicht ärmer als zuvor; aber sie gehen in den Straßen mit mehr Geist umher. Es gibt mehr Arbeit, es gibt mehr glückliche Gesichter. Die Nazi-Sturmtrup- pen legen keineswegs die aus Sieg geborene Anmaßung an den Tag. Sie mischen sich unter die Menge und scheinen eins mit dem Volk. Bezüglich der Nazi-Umzüge, die Frankreich zum Anlaß genommen hat, um fein Militärbudget zu erhöhen, stellt der Korrespondent fest, er habe in den sieben Tagen in Berlin nicht ein einziges iSirk 1 iches Zeichen des preußischen Militarismus gesehen. Was bie Stellung ber Iuben betreffe, so stellt der Korrespondent fest, daß ber Kursürstenbamm noch voll von Iuben fei unb baß sie ganz unbehelligt blieben.
„Financial News" veröffentlicht unter der Lleberfchrift ^Hitlertum in Praxis" Eindrücke über Deutschland. Es wird betont, daß für den ausländischen Besucher Deutschland das Bild größerer Buhe bietet, als vor einigen Jahren. Selbst diejenigen, die das Naziregime am wenigsten liebten, würden die Ansicht bestätigen, die ein bekannter Industrieller in Köln dem Verfasser des Artikels ausgesprochen habe, daß, wenn heute Neichstagswahlen stattfänden, 80 Prozent der Wähler für Hittier stimmen würden. Die gegenwärtige Negierung sitze, wie der Verfasser betont, für Jahre hinaus sicher im Sattel. Er rät, Kapitalsanlegern, die eine Neise nach Deutschland beabsichtigten, sich nicht durch beunruhigende Gerüchte beeinflussen zu lassen. Das Land sei ruhig und die Leute seien freundlich. „Roch nie so höflich behandelt"
Ausländer auf einem deutschen Esperanto- Kongreß.
W e l p a r (Sauerlanö), 25. Aug. (CNB.j Auf Einladung des Esperanto-Vereins Welpar weilte eine Anzahl ausländischer Espe- rantisten auf der Burg Blankenstein zu einer Tagung. Interessant war es, zu hören, wie diese Gäste über unser Vaterland urteilen. Ein japanischer Universitäts- Professor aus Tokio erklärte, daß es ihm hier so gut gefalle, daß er noch längere Ze in Köln bleiben wolle. Er fühle sich nicht wie im Ausland. — Ein englischer Richter aus Hastings äußerte sich dahin, man habe ihm allerhand Schreckensgespenster an die Wand gemalt und ihn davor gewarnt, nach Deutschland zu fahren. Er sei aber im Ausland noch nie so höflich behandel worden, wie jetzt in Deutschland. Er freue sich, daß er gerade mit Deutschland durch Esperanto in Beziehungen getreten sei. — Ein italie
nischer Industrieller aus Genua meinte, er sei bereits anderthalb Wochen in Deutschland und müsse besonders die Ordnung und Disziplin im Lande b ew u n d e r n. Verglichen mit den Zuständen in Italien, könne er keinen Unterschied finden. Er habe auf seinen nächtlichen Gängen durch Großstädte die vollste Sicherheit
gefunden. Ein französischer Gencralinspektcur für öffentliche Arbeiten aus Algier erklärte, er sei mit der Erwartung hicrberge- kommcn, einen ganz entgegengesetzten Volkscharakter zu finden. Er habe aber ein I jeden s w ü r di g c s und herzliches Volk gefunden.
3ur Verlegung der Reichsführertagung des Stahlhelms.
Berlin, 25. August. (Priv.-Tel.) Der Stahlhelm-Pressedienst schreibt zu der Verschiebung der Reichsführcrtagung folgendes: „Auf Wunsch des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler hat der Stahlhelm- Bundcsführer die für den 9. und 10. September angesetztc Reichsführertagung in Hannover auf den 23. und 24. September verlegt. Diese Nachricht löst bei dem einzelnen Stahl- hclmer einiges Bedauern aus, weil der im Zusammenhang mit der Führertagung geplante Aufmarsch selbst sich erklärlicherweise aus organisatorischen Gründen nicht mitverlegen ließ und darum ausfallen mußte. Es sind nicht politische Gründe, die dieses Bedauern Hervorrufen; denn die politischen Aufgaben der Stahlhelm-Aufmärsche in ihrer besonderen Form sind erledigt, seitdem die Eingliederung des Stahlhelm in die nationalsozialistische Wehrfront erfolgt ist. Aber der Stahlhelm-Aufmarsch in Hannover hatte für die Kameraden des Stahlhelm die Bedeutung, daß sie noch einmal in alter Form zusammenkommen wollten, um Abschied zu nehmen. Für diesen Abschied trafen sie ihre Borbcvei- tungen und auf dieses letzte Zusammensein in altöcrtrautcm Kreise hatten sie sich gefreut.
Dann aber — das wußten sie — mußte es an
eine neue Aufgabe Herangehen, bie bem Stahlhelm innerhalb ber nationalfozialistifchen Wehrsront gestellt ist. Doch höher als alle fchöncn Feierpläne steht ber Wunsch bcs Führers. Es ist im Solbaten- Icben nun einmal fo, baß Feiern tm Hintergrunbe zu stehen haben unb bie Ausgabe den Vorrang oerbient. So wollen wir auch bie neue Entwicklung ansehen. Darum richtet sich bas ganz besondere Interesse auf bie Führertagung in Hannover, bie Klarheit über bie künftige Arbeit ber Stahlhelmer bringen soll. In Godesberg hat ber Führer in ein- gehenben Ausführungen feine politischen Gebanken vor ben Führern ber SA., SS. unb bes Wehrstahlhelm bargelegt. Von allen beteiligten Wehr- stahlhelmern hören wir, baß ber Eindruck seines Auftretens ein außerordentlich starker gewesen ist. Nun, da durch das allmähliche Hineinwachsen in die nationalsozialistische Wehrfront jede einmal vielleicht vorhanden gewesene Reserve geschwunden ist, möchte man wünschen, daß auch der ganze Stahlhelm teilhaben bars an diesem Erleben. Es besteht jedenfalls der starke Wunsch, daß der Führer vor den gesamten Führerkameraden des Stahlhelm feine Worte von Godesberg wiederholen möchte, damit fie alle die Klarheit, den Entschluß und die innere Festigkeit und glühende Freude zur Mitarbeit auf neuen Wegen finden können, wie es den in Godesberg versammelten Führern bcschieden roar/*
Das mlernalivnaleWeizenMommeil unterzeichnet
London, 26.Aug. iTU.) Die Internationale Wcizenvercinbarung ist am Freitag um 22.30 Uhr von 23 Staaten unterzeichnet worden. Für Deutschland zeichnete Botschaftsrat Dr. Ritters. Im Artikel 1 stimmen die vier Hebers eeausfuhr- l ä n d e r einer Anpassung ihrer Ausfuhr an einen Weltbedarf von 560 Millionen Busbels, während der Zeit vom 1. August 1933 vis zum 31. Juli 1984 zu. In Artikel 2 einigen sie sich, in dem darauffolgenden Jahre 1934/35 die Ausfuhr um 15 v. H. zu verringern und einen etwaigen Mehrbedarf an Ausfuhrweizen unter sich zu verteilen. Die Donauländer verpflichten sich in Artikel 3 auf eine Höchstausfuhr- mengss für 1933 34 von 50 Millionen Bush eis mit dem Vorbehalt, daß dieser Betrag im Bedarfsfall auf 54 Millionen Bushels erhöht werden darf. In Artikel 4 sagen sie für 1934/35 eine Höchstaussuhrmenge von 50 Millionen Bushels zu und versprechen auch, die Anbaufläche in dieser Zeit nicht zu erhöhen.
i
Der Abschluß der Verhandlungen über die Einschränkung der Weizenproduttion in den Exportländern ist ein verspäteter Erfolg der Weltwirtschaftskonferenz, die sich in ihrem letzten Stadium nach Ausschaltung der Währungs- und Zollfragen nur noch mit der Produktionsregelung hatte beschäftigen können und von der WeIenkonferenz überlebt wurde. Das Hauptverdienst an dem jetzigen Ergebnis wird dem Vorsitzenden der Weizenkonferenz, dem kanadischen Premierminister Bennett, zugeschrieben, der vor allem den Goldpreis von 12 Goldfranken für
den .Doppelzentm-r als bie ©runblage für bie Durchführung des ganzen Abkommens durchzu- sehen verstand. Allgemeine llebereinstimmung konnte über die Ausfuhrbeschränkung erzielt werden, für die sich insbesondere auch die Donauländer und Nußland aussprachen.
Rußland hat sich allerdings nur für ein Jahr zur Beschränkung seiner Weizenausfuhr bereitgefunden. Es wird also nötig sein, mit der Sowjetregierung für das nächste Jahr über eine neue Vereinbarung ;u verhandeln. Die Zusage von Rußland, das zum erstenmal in dieser Frage Entgegenkommen gezeigt hat, ist auf den naheliegenden Umstand zurückzu- führen, daß Rußland in diesem Jahre kaum über einen wesentlichen Weizenex. portüberschuß verfüge. Schweden und Dänemark haben für ihre Regierungen das Recht vorbehalten, innerhalb von 14 Tagen von dem Abkommen zurückzutreten. Eine Reihe anderer Länder, namentlich Holland, Finnland, Estland, Lettland, Portugal, die Tschechoslowakei und die Tür- fei wohnten der Konferenz nur als Seebad), t e r bei, können dem Abkommen aber nachträglich beitreten.
Alle übrigen Länder binden sich definitiv. Insbesondere hat auch der italienische Vertreter bereits gestern abend die Zustimmung seiner Negierung zu der Annahme des Grundprciies erhalten und der österreichische Vertreter konnte die von ihm vorgebrachten Vorbehalte zurückziehen. So ist durch das Abkommen eine gewisse Aussicht auf die im allgemeinen Interesse liegende Erhöhung des Preisniveaus, das die Arbeit der Landwirtschaft wieder lohnend gestalten soll, gegeben.
zweitbeste Lösung handeln, die bei der gegenwärtigen politischen Konstellation für das österreichische Problem möglich ist. Auch Italien sieht das österreichische Problem im größeren Zusammenhang des Donauraums und es wünscht für eine alle interessierten Nationen befriedigende Beseiti- gung ber wirtschaftlichen Schwierigkeiten, wie sie aus ber Auseinanberreißung ber habsburwlchen Doppelmonarchie unb ber Grenzziehung ber Pariser Vorortverträge entstauben finb, bie Zusammenarbeit der Kontrahenten des Viermächtepaktes, indessen wie schon gesagt nicht im Sinne 'ines einseitigen Drucks auf Berlin, wie ihm überhaupt wohl eine wirtschaftspolitische Flurbereinigung als der gangbarste Weg für eine mciicrgretfenbe Verständigung der Donaustaaten oorzuschweben scheint.
Damit sind frühere Pläne, die Deutschland auszuschließen strebten, ad acta gelegt. Von Prag aus hatte man früher einen Jnterefsen- zusammenschluß der 51 leinen Entente «Rumäniens, Südslaviens und der Tschechoslowakei) mit Oesterreich und Ungarn vorgeschlagen. Der Plan fand natürlich die warme Unterstützung Frankreichs, das mit
ferner Hilfe die eigene Herrschaft auf dem Balkan zu stabilisieren hoffte. Der Plan scheiterte am Widerstand Italiens, das in diesem Zusammenschluß der Nachfolgestaaten unter französischer Aegide eine Bedrohung seiner Adriaflanke sehen mußte. Aber ebensowenig zeigte sich Ungarn geneigt, sich auf eine wirtschaftliche Vereinigung mit den drei Staaten einzulassen, von denen cs ihm in Trianon geraubtes Land zurückzufordern hat. Ganz un- diskutabel war diese Kombination natürlich auch für Deutschland, das durch eine am Inn und an der böhmischen Grenze errichtete Schranke hermetisch vom Südosten abgcsperrt worden wäre. Ein von Rom geförderter Plan, der die Gruppierung der Süüostmächtc durch das Einbeziehen von Deutschland und Italien zu erweitern suchte, fand natürlich den schärfsten Widerstand Frankreichs. So ist man auf diesen Wegen nicht weitcrgekommen. Neue Aussichten, wie man den Schwierigkeiten beizukommen vermöchte, sieht nun Mussolini in der Ausnützung der Möglichkeiten, die der Viererpakt für eine Zusammenarbeit der
Unterzcichnermächte im Donauraum bietet. Worauf tm Einzelnen Mussolinis Absichten hinauslaufen, kann man dem Eommuniquö oon Riccione nur andeutungsweise entnehmen. Es geht von dem Grundsatz der Unabhängigkeit Oesterreichs aus und weist dann mit Nachdruck auf die Notwendigkeit einer Politik der Zusammenarbeit Mit den Nachbarn Ungarn, Italien und Deutschland hin. Itatieniiche Blätter haben dies weiter dahin ^vnutert, daß man sich in Rom vorerst eine wirtschaftliche Annäherung zwischen Oester- reich und Ungarn, sodann eine Neuordnung dcrBeztchungen dieser beiden zu den Staaten der Kleinen Entente und schließlich auch zu Deutschland und Italien vorstellt. Das ist also ein weiter Rahmen, der vielerlei Möglichkeiten in sich ichließt. Ter Viermächtcpakr findet hier seinen ersten Prüfstein. Mussolini hat sich erboten, als ehrlicher Makler die Fäden zu knüpfen. Ob ihm das gelingen wird, h ingt fast ausschließlich oon dem guten Willen Frankreichs ab, das bislang noch nicht gezeigt hat, oaß ihm an einer Beilegung des deutsch-öfter«


