Ausgabe 
26.7.1933 Frühausgabe
 
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werden dafür sorgen, daß möglichst aus eine Reihe von Jahren und zwar fünf bis zehn ein bestimmter Betrag zur Verfügung steht, so öah wir auf lange Sicht hinaus arbeiten können. Generälinspekteur Todt wies dann darauf hin. daß ein einziger Kilometer der Reichsautobahnen im ganzen genommen 30» bis 40000 Tagesschichten an Arbeit erfordere, einschließlich der an der Be­reitung der Rohstoffe beteiligten Industrien. Der dem Bau des ersten Stückes der Reichsautostrahe HamburgBasel, der Straße Frankfurt Darm st adtHeidelberg, werde man auf ein Jahr 20 000 Arbeiter beschäf­tigen können. Dabei sind allerdings die ver­arbeitenden Industrien noch nicht mitgerechnet. Die Zahlen der geschaffenen Arbeitsmöglichkeiten sind erheblich höher. Auf 1000 Kilometer der Reichsautostrahen kann man etwa 250 000 Arbeiter beschäftigen, und zwar nur an der Baustelle allein. Diese Arbeitsmöglichkeit besteht serienmäßig eine Reihe von Jahren hin­durch. Die indirekte Beschäftigung in den betei­ligten Industrien drückt sich auch größtenteils rn Löhnen aus, ebenso wie das für den Dau der Reichsautobahnen benötfgte Kapital zu 70 Pro­zent für Löhne wieder ausgegeben wird.

Zunächst wird die 25 Kilometer lange Strecke FrankfurtDarmstadt als Probestrecke gebaut. Diese Strecke soll schon im nächsten Jahre fertig fein, da dann zum erstenmal der internationale Stcaßenkongreß in Deutschland tagt. Ulan wird, um dieses Ziel zu erreichen, auch im Winter arbeiten, soweit dies die Witterung irgendwie zuläht.

Zur Finanzierung teilte der Generalinspek­teur mit, daß das Geld von der Reichsbahn zunächst in Form eines Darlehens gegeben worden sei. Die Gesellschaft für den Bau von Reichs-Autobahnen werde in den nächsten Wochen gebildet werden. Finanzierungsmöglichkeiten seien in großem Maße vorhanden. Es hätten sich bereits Finanzkreise ge­meldet, die sich gern daran beteiligen wollten.

OashelleLichtneuerHoffnung

M ü n ch e n , 25. Juli. (TU.) Zu dem General­angriff auf die Arbeitslosigkeit schreibt am Dienstag derVölkische Beobachter" u. a.: Diese Siegesmeldungen aus der Schlacht gegen die Arbeitslosigkeit, den gigantischsten Wirtschaftskamps, den Deutschland jemals geführt hat, finden im Volke gewaltigen Widerhall. Zum e r st e n Male ist eine wirkliche Arbeitsbeschaffung Tatsache geworden. Zum ersten Mal tritt in das stumpfe Dunkel der deutschen Not das Helle Licht neuer Hoffnung. Ueberall beginnt das Räder­werk der deutschen Wirtschaft langsam seine Arbeit wiederaufzunehmen. Die Siegesmeldungen werden der Nation ein gewaltiger Ansporn sein, weiterhin alle Kräfte zu sammeln und einzusetzen, um unter der genialen Führung Adolf Hitlers in dieser riesigen Durchbruchsschlacht die Not und die Arbeitslosigkeit dereinst endgültig zu besiegen. Das in der historischen Revolution der letzten sechs Monate aufgebaute neue Deutschland wird in dieser Schlacht gegen die Arbeitslosigkeit, die so erfolg­reich begonnen worden ist, zeigen, was die ge­einte deutsche Nation unter Adolf Hit­lers Führung zu vollbringen vermag, wird zeigen, daß diese Revolution wirklich der Anbeginn eines neuen Lebens des deutschen Volkes war."

Arbeit für 3000 Mann auf ein Z^hr

Berlin, 25. Juli. (WTD.) Im Rahmen der großen Arbeitsschlacht sind soeben durch das Reichsfinanzministerium die Boraussehungen für die Errichtung einer Zinkhütte in Magde­burg durch Giesches Erben geschaffen worden. Staatssekretär Reinhardt hat an den Ober­bürgermeister der Stadt Magdeburg ein Tele­gramm gerichtet, in dem es heißt, daß mit dem Bau bereits in den nächsten Tagen begonnen wird. Für ein Jahr würden dadurch 3 0 0 0 Arbei­tet Beschäs tigung finden. In dem Tele­gramm wird ferner darauf hingewiesen, daß durch den neuen Zinkhüttenöau Deutschland vom aus­ländischen Elektrolyt-Zink unab­hängig wird.

Ewige Landschaft.

Do» deutschen Dichtern beschrieben.

Romaniische Aussicht.

. . wir traten aus dem dichten Sannen» gebü,ch und standen am Zackenfall eine un­geheure Wassersäule, die sich in eine unabseh­bare Felsenkluft zu senken schien. Run kam es darauf an, herabzusteigen, um den Fall in seiner ganzen Riesengröße von unten herauf zu sehen, da aber die Felsen mit Moos überzogen, sehr glatt und der Erdboden durch den Regen sehr schlüpfrig geworden war, das Heruntersteigen auch überhaupt immer sehr gefährlich ist, so war ich von der Gesellschaft der einzige, der es wagte... Die Größe, die Erhabenheit, das furchtbar Schöne des Anblicks kann ich nicht beschreiben die ©onne schien auf den Fall und nun glich er ge­schmolzenem Silber. In dem Wasserstaube, der die Luft umher über dem Felsbecken netzte, bil­deten sich tausend Regenbogen in den mannig­faltigsten Farben. Run ein Blick in die Gegend von beiden Seiten türmten sich die Felsen auf ihre Wände sind so glatt, daß sie abgemeißelt zu fein scheinen. In der Ferne entdeckt man die mannigfaltigsten Täler und Berge, die in das Blau-Grau des Aethers halb verhüllt in Sonnen­blicken schimmern...

®. T. A. Hoffmann in einem Brief.

Der Wald.

Die Bäume, hohe stattliche Bäume, auch die jugendlichen, erst vor zehn oder zwanzig Jahren gepflanzten die umhalste er, herzte und strei­chelte er wie feine Lieblinge und bewahrheitete m der eigenen Person gleichsam die von ihm an» gespielte Fabelsage, daß die ersten Menschen auf und aus den Bäumen gewachsen feien. Wie oft sind wir an einem Apfelbaum, an einer Lärche oder Tanne unter solchen Zärtlichkeitsanwand» hingen seßhaft geworden! Wobei er denn zu er­zählen pflegte, wie er als kleiner Knabe dabei gewesen, als die selige Mutter und Schwester Marianne sie haben pflanzen lassen."

Ernst Moritz Arndt über den Freiherrn vom Stein.

Der Rhein.

3d) bekam die herrlichen Ufer immer lieber und fühlte es ganz bestimmt, daß ich sie nicht auf Lebenslang zu verlassen glauben kann. Gerade diese Ufer, Die Hügel und Felsen sind es, die mir immer als Phantasie vorschwebten, als ich

Mister Seldie über den Arbeitsdienst.

Berlin, 25. Juli. (TU.) Reichsarbeitsminister Seldte gewährte dem Berliner Vertreter der ein­zigen politischen Wochenschau NorwegensABC.- Oslo", eine Unterredung über die 6^age des Ar­beit sd i e n st e s und der Arbeitsbeschaf­fung. Der Minister erklärte u. a.:

Freiwilligen Arbeitsdienst befin­den sich zur Zeit in Deutschland rund 235 000 Mann. Freiwilliger Arbeitsdienst wurde in Deutsch­land seit Siriegsenbe von den verschiedensten natio­nalen Verbänden begonnen und weiter ausgebaut. Ob und wann die Einführung derArbeits- d i e n ft p f l i ch t kommt, läßt sich zur Stunde n och nicht ab f eben. Aus der Genfer Debatte über den Arbeitsdienst konnte man mit Schrecken erkennen, daß der Sinn des deutschen Arbeitsdien­stes vollkommen verkannt wird. Es liegt der Reichsregierung durchaus fern, durch den Ar­beitsdienst eine militärische Vorbildung der Jugend vorzunehmen. Auch das Ausland wird emsehen, daß man nur mit Schippe und Spaten keine Jugend zu guten Soldaten ausbilden kann. Wie man Die Jugend richtig militärisch aus bilden kann, zeigen ausländische Beispiele zur Genüge.

Die Hauptaufgaben des Arbeitsdienstes liegen auf erzieherischem und sittlichem, vor allem aber auf sozialem Gebiet.

Offenbar will besonders Frankreich immer noch nicht sehen, daß wir in Deutschland über eine Million jugendliche Arbeitslose haben, die keine Beschäftigung finden können. Die Reichsregierung wird sich nicht von ihrer Pflicht abbringen lassen, die deutsche Jugend vor sozialer und sittlicher Verwahrlosung zu schützen. Jrn Frei­willigen Arbeitsdienst gehen wir bewußt eigene, dem deutschen Charakter und den deutschen Notwendig­keiten angepaßte Wege. Natürlich scheuen wir uns nicht, Erfahrungen anderer Länder, wie z. B. Bul­gariens, zu verwerten.

Der Gedanke des Arbeitsdienstes hat sich in Deutschland durchgesehl und ist Gemeingut wei­tester Volkskreise geworden. Der Arbeitsdienst hat der deutschen Jugend nutzbringende Arbeit und Brot gegeben. Er war eines der wirksamsten Mittel, den Gedanken des Klassenkampfes in unserem Volke zu ertöten.

Die Gefahr, daß der Privatwirtschaft und dem Arbeitsmarkt Arbeitsmöglichkeiten durch den Arbeitsdienst weggenommen werden, besteht nicht: im Gegenteil, durch die Leistungen deS Arbeitsdienstes werden sich viele neue Ar­beitsmöglichkeiten öffnen. Der Arbeits­dienst bekommt volkswirtschaftliche Aufgaben zu­gewiesen, die wir heute mit der freien Wirt­schaft nicht zu lösen imstande wären. Wenn der Arbeitsdienst anbaufähiges Land in weiterem 'Umfange schafft, gleichzeitig durch Wegebauten Gebiete an den Berkehr heranführt und die vorbereitenden Arbeiten für Bauernsiedlung usw. durchführt, so schafft er auf diese Weise für* Taufende und Abertausende erst die Möglichkeit, wieder Arbeit zu finden.

(Er wird Arbeitssegen bringen und nicht eine weitere Wirtschaftsschrumpfung zur Folge haben. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichs­regierung zielt darauf abi die Erstarrung, in der sich heute die Wirtschaft befindet, z u lösen. Die Belebung ging früher regelmäßig von der Privatinitiative aus und nahm ihren Ausgang vorzugsweise bei der Bauwirtschaft. Die Hemmungen, Hie heute hier liegen, brauche ich im einzelnen nicht aufzuführen. Diese Lage zwingt aber die Reichsregierung dazu, der Pri­vatwirtschaft dadurch zu Hilfe zu kommen, daß durch Bereitstellung öffentlicherKre- dite neue Arbeitsgelegenheiten ge­schaffen werden. Diese werden sich ihrerseits wie­der günstig aus Beschäftigung und Absatz der deutschen Gesamtwirtschaft auswirken.

'Oie Fahndungsaktion im Reich.

Zahlreiche steckbrieflich gesuchte Personen sestgenommen.

Berlin. 25. Juli. (WTB.) Die Fahndungs­aktion des Geheimen Staatspolizeiamts ist in ganz Preußen und in den übrigen Ländern völ - lig reibungslos verlaufen und mustergültig durchgeführt worden. Das geschloffene Vorgehen am heutigen Tag hat den Beweis dafür erbracht, daß die Staats mafd)ineri'e im notwendigen Augenblick schnell arbeitet und z i e ls i ch e r zuzu schlagen versteht. Auch die technische Durchführung der Maßnahmen ist zur vollsten Zu­friedenheit ohne die geringste Störung erfolgt. Es wurden, wie wir von zuständiger Seite erfahren, zahlreiche steckbrieflich gesuchte Per­sonen fe ft genommen. An zahlreichen Stel­len wurde bei der Einsichtnahme in die Gepäckstücke illegales Schriftenmaterial vargefun- den. Ferner erfolgte die Festnahme bzw. Feststellung verschiedener Personen, die teils unbefugt Schuß­waffen führte, teils ohne Führerschein am Steuer von Kraftwagen saßen. Die Aktion, die schlagartig im ganzen Reich um 12 Uhr einsetzte, war, wie vor­gesehen, bereits um 12.40 Uhr beendet.

Das Ergebnis in Frankfurt.

WER. Frankfurt a.M., 25. Juli. Die heute im ganzen Reich durchgeführte Fahndungsaktion ist in Frankfurt völlig reibungslos und ruhig verlaufen. Insgesamt wurden in Frankfurt 43 Personen fest genommen, von denen die Mehrzahl gegen die Bestimmungen des Kraft­fahrgesetzes verstoßen hatte und nach Feststel­lung ihrer Persomllien wieder freigelassen wer­den konnte. Bei den übrigen Festgenommenen handelt es sich um Personen, die im Besitz illegaler Schriften waren oder wegen

noch trostlos auf immer an Berlin geschmiedet zu sein wähnte. Mag immerhin mein Körper zu­fällig in jener Wüste geformt sein, meine ganze Seele bekennt die Ufer des Rheins zu ihrem Baterlande. Und ist mir noch ein Wunsch ver­gönnt, so ist es der, hier die letzten ßebendtag-o zu atmen und hier zu sterben..."

Dorothea Schlegel.

Wiese.

Ununterbrochen feilten die ®rillen. Georg, zum Abgrunde des Sommers hinabgesunken, lag in der Tiefe des Grillenmeeres. Ueber ihm hoch, in einer schönen Ewigkeit, gab es einen Bormittag, Insel der Sonnenfriedlichkeit, und möglicherweise war es dort, wo sein Leichnam angenehm- ruhte, in jenen farbigen, brodelnden Wiesen, von den unzählbaren Zirpen des un­sichtbaren Getiers derart überfüllt, daß alles von ihm zitterte und schwoll wie von einer unsicht­baren, stampfenden Maschine oder als brächten zehntausendc Sonnenstrahlen an den geschliffenen Spitzen der Gräser dieses Geräusch hervor, das fortebbtc und erstarb und schon wieder von an­derswo sich erhob und überschwoll und wieder hinsank und in Ewigkeit nicht verstummte, grün, grün, grün und die flirrenden Stimmen."

Albrecht Schaeffer,Helianth".

Gebirge.

Man ahnte im Dunkeln die Entstehung und das Leben dieser seltsamen Felsgestalten. Es mag geschehen sein, wie und wann es wolle, so haben sich diese Massen nach der Schwere und Aehnlichkeit ihrer Teile groß und einfach zusam­mengesetzt. Was für Revolutionen sie nachher bewegt, getrennt, gespalten haben, so sind auch diese doch nur einzelne Erschütterungen gewesen und selbst der Gedanke einer so ungeheuren De- wegung gibt ein hohes Gefühl von ewiger Festig­keit. Die Zeit hat auch, nach ewigen Gesehen, bald mehr und bald weniger auf sie gewirkt. Sie scheinen innerlich von gelblicher Farbe zu fein; allein das Wetter und die Luft verändern die Oberfläche in Graublau, daß nur hier und da in Streisen und in frischen Spalten die erste Farbe sichtbar ist. Langsam verwittert der Stein selbst und rundet sich an den Ecken ab, weichere Flecken werden weggezehrt, und so gibt's gar zierlich ausgeschweifte Höhlen und Löcher, die, wenn sie mit scharfen Kanten und Spitzen zusammentref­fen, sich seltsam zeichnen. Die Begetation be­hauptet ihr Recht; auf jedem Vorsprung, Fläche und Spalt fassen Fichten Wurzel, Moos und verwandte Kräuter säumen die Felsen. Man

verbotenen Waffenbesitzes in Haft be­halten wurden. Wie das Geheime Staatspolizei­amt mitteilt, ist die Aktion im ganzen Regie­rungsbezirk Wiesbaden vollkommen ruhig und störungslos verlaufen, wie auch die Reichsbahn die Aktion völlig reibungslos durchführen konnte.

Funde in märkischen Zeltstädten.

Berlin, 25. Juli. (ERB.) Die Schutzpolizei z. b. B. und Beamte des Geheimen Staatspolizei­amtes nahmen heute nördlich von Berlin, bei Summt und Mühlenbeck, eine Durchsuchumg der an den Seen entstandenen Zeltstädte vor. Man fand u. a. fertige Klischees für eine neue Ausgabe derRoten Zahn e, zahl­reiche kommunistische Handzettel und Waffen. Ein Tistl der Zeltbewohner wurde fest genommen und der Polizei zugeführt.

Kommunistische Geheimorganisation in Breslau ausgehoben.

Breslau, 25. Juli. (WTD.) Die Beamten der Geheimen Staatspolizei hatten in der Rächt zum 20. Juli im Stadtteil Breslau-Scheit- nig eine bewaffnete Klebekolonne der KPD. nach einem Feuergefecht fest genom­men. Die Kolonne hatte versucht, geheim ge­druckte hetzerische Flugblätter an den Häusern an» zukleben. Im Laufe der Ermittlungen wurde fest- gestellt, daß es sich um die Terrorgruppe des verbotenen Roten Frontkämp­ferbundes handelt, die in Breslau die Tä­tigkeit gegen die Regierung erneut ausgenommen hatte. Die Terrorgruppe bestand nur aus den zuverlässigsten KPD.-Leuten, die rücksichtslos bei Gefahr von der Schußwaffe Gebrauch machen. Cs konnten weiter die Hersteller der Greuelprv- pagandaflugblätter, sowie die Ge -

fühlt tief, hier ist nichts Willkürliches, hier wirkt ein alles bewegendes, ewiges Gesetz..."

Goethe, Briefe aus der Schweiz. Dünenlandschaften im Weltkriege.

Biel Spaß machen mir meine Ausflüge in die Dünen; bewaffnet mit einem Spazierstock schiebe ich los, immer hübsch frettoeg, bis ich an dev Düne bin, denn auf der Wiese gibt's Schrapnelle. Erst geht's durch die alten Stellungen; zerschos­sene Gewehre, leere belgische Tornister hinter je­der Erdwelle, aus der die Kerle vor unseren Seebataillonen ausgerissen sind. Hier und da ein einsames Grab im Heidekraut und Dünenkraut, mit dem Seebataillonhelm verziert oder mit der verschossenen Matrosenmütze auf dem verwitter­ten Holzkreuz. Ab und zu ein Bauernhaus inmit­ten des fruchtbaren Aeckerchens, das Haus zer­schossen, aufgeräumt, Kleiderfehen, Tellerscher­ben, Unrat in den Stuben und die Keller noch voll Kartoffeln. Die Schränke aufgeriffen, Bild­chen, Photographien treibt der Wind umher, ein altes flämisches Gebetbuch mit Riesendruck ist alles, was noch heil ist. Den Küchenherd hat eine Granate direkt auf den Kopf gestellt, die Pumpe ist verbeult und der Wind schmeißt die Ziegel­scherben vom Dach zur Stube hinein... Rahebei wandert man über die Sandhalde zur Küste hin­ab. Da rollen die Schaumkrönchen auf der stahl­blauen Flut zu unseren Füßen her, weit spannt sich der wolkenlose Frühjahrshimmel über dem weiten Wasser. Es rauscht und plätschert, der wandernde Sand singt und sirrt, die Sonne liegt in Mittagsglut über der Düne, und der Sturm­vogel schießt über die weißen, leise welligen Kup­pen herauf und.stößt dann hinaus in die ferne See...

2lus denKriegsbriefen gefallener Studenten". Sonnenuntergang.

..... nun tritt auch die Erdensonne auf die Erden­gebirge und von diesen Felsenstufen in ihr heili­ges Grab; die unendliche Erde rückt ihre großen Glieder zum Schlafe zurecht und schließt ein Tau­send ihrer Augen nach dem andern zu. Ach, welche Lichter und Schatten, Höhen und Tiefen, Farben und Wolken werden da kämpfen und spielen und den Himmel mit der Erde verknüpfen sobald ich hinaustrete, so stehen alle Berge von der zer­schmolzenen Goldstufe, der Sonne, Überflossen da Goldadern schwimmen auf den schwarzen Racht- schlacken, unter denen Städte und Taler über­gossen liegen Gebirge schauen mit ihren Gip­feln gen Himmel Länder schlafen an Ländern und unbewegliche Wälder an Wäldern und über der Schlafstätte der ruhenden Riesin spielt ein

Heimdruckerei ermittelt werden. Eine große Anzahl von Mitgliedern und Führern des verbotenen Rotfrontkämpferbundes und der ihm unterstellten Terrorgruppe wurde fest genom­men.

Kunst und Wissenschaft.

Oie Bayreuther Festspiele.

Der Wiedergabe desParsival" in Bay­reuth kam besondere Bedeutung zu. Zunächst war die Aufführung eine Gedenkfeier für die 1882 er­folgte Erstaufführung des Werks; zum andern war nach langer Pause Dr. Richard Strauß wieder am Pult des Bayreuther Orchesters erschienen. Zum ersten Male hat er denParsival" in Bay­reuth dirigiert. Er wich dabei den von Tosca -- nini vor zwei Jahren allzusehr ausgesponnenen Breiten der Zeitmaße aus, faßte die Partitur straffer und geraffter an und war damit dem dra­matischen Ablauf nur dienlich. Sein feines Musi­zieren trat zutage besonders in der Blumenmäd- chenfzene, die von allen Stimmen getragen, zart gegliedert war. Unter den solistischen Leistungen waren die Kundry der Frieda L e i de r, der Klingsor Gotthold D i 11 e r s hervorragend. Fritz Wolffs Parsival litt unter einer stimmlichen Indisposition. Auch Ivar Andresen (Gurnemanz) war nicht erste Klasse. Der Inszenierung war im ersten und dritten Aufzug die des Jahres 1889 zu­grunde gelegt. Der zweite Aufzug wurde in der ihm von Siegfried Wagner seinerzeit gegebenen Form dargebracht. Strauß wird am Tpdestag Siegfried Wagners, dem 4. August, mit dem Fest­orchester und Festchor sowie ersten Solisten der Festspiele in Bayreuth die Rennte Symphonie Beethovens Dirigieren. Diese Symphonie ist seit dem Jahre 1872, in dem sie Richard Wagner zur Feier der Grundsteinlegung seines Festspiel­hauses im Bayreuther Opernhaus dirigierte, nicht mehr in Bayreuth gespielt worden.

Die Aufführung derWalküre" wurde zu einem vollen Erfolg. Unter der sicheren Stabfüh­rung von Generalmusikdirektor Karl Eimen- Dorff erreichte bas Orchester eine klangliche Wir­kung von höchstem Glanz und eine vorbildliche Ver­bundenheit mit der Bühne. Die vollkommen neu­artige Inszenierung hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. T i e t j e n und Preetorius hatten da­mit ein Meisterwerk geschaffen. Franz Völker gab darstellerisch und stimmlich einen Siegmund vom höchsten künstlerischen Niveau. Eine hochwertige Leistung bot Emanuel L i st als Hunding. Rudolf Bockelmann war ein Wotan von Format und gab einen erhebenden und gewaltigen Götteroater ab. Maria Müller war, wie schon vor Jahren, in der Rolle der Sieglinde unübertrefflich. Ihr heller Sopran und ihr beseeltes Spiel nahmen jeden Zuhörer für sie ein. Frieda Leider war als Brün­bilde früheren Darstellerinnen dieser Rolle wie Frau Nanny Larsen-Tydsen vollkommen gleichzustellen. Auch Sigrid Onegin als Fricka konnte sich mit ihrer Leistung dem Gesamtniveau anpassen. Da auch der Chor der Walküre eine erstklassige Besetzung gefunden hatte, wurde die Gesamtaufführung zu einem neuen Ruhmesblatt in der Geschichte der Bayreuther Festspiele.

Aus oder Wett.

Flugzeugabsturz bei Biarritz. Zwei lote.

Ein Verkehrsflugzeug, das an dem Zehn-Etappen- flugRund um Frankreich" teilnimmt, stürzte bei Biarritz ab. Die beiden Insassen wurden getötet.

kalifornisches Bombenflugzeug abgeftürzt. Sieben Tote.

Bei dem Absturz eines Bombenflug­zeuges in der Nähe von Ocean Side (Kalifor­nien) fand die gesamte, aus sieben Mann bestehende Besatzung den Tod.

Banditen überfallen einen Klub in Lhikago.

Fünf mit kurzen Flinten bewaffnete Ban­diten überfielen den Olympischen Golf-Club in Chikago und plünderten die 63 Mitglieder völlig aus. Ihre Deute betrug 44 100 Dollars.

Verantwortlich für Politik: i. 23.: Ernst Blumschein.

gaukelnder Rachtschmetterling und ein hüpfendes Licht, und rund um die große Szene zieht sich, wie um unser Leben, ein hoher Rebel."

Jean Paul,Die unsichtbare Loge."

Mädchen kämpfen mit einem Krokodil.

Ein furchtbares Abenteuer hatte eine Schar von indischen Mädchen, die in der Rähe von Kalkutta badeten. Eins von ihnen, Parul Sen, die Tochter eines Rechtsanwalts, hatte sich von den Gefähr­tinnen entfernt, als diese plötzlich gellende Hilfeschreie hörten. Sie glaubten zuerst, daß die Freundin von der Strömung fortgerissen werde, aber als sie zu ihr hinausschwammen, fanden sie sie von einem gro­ßen Krokodil ergriffen, das sie nach der Mitte des Flusses ziehen wollte. Die anderen Mädchen packten die ausgestreckten Hände der Unglücklichen und zogen aus Leibeskräften; dazu schrien sie, um das Kroko­dil zu erschrecken, bis dieses seine Beute fahren lieh. Die Freundinnen brachten Miß Sen ans Ufer, wo sie ohnmächtig wurde. Im Krankenhaus zu Kalkutta starb sie dann bald.

Sochsckulnachnchten.

Der o. Professor für Oeffentliches Recht inIena, Dr. Otto q>K o e 11 r e u t e r , wurde als Nachfolger von Professor Dr. Gerhard Anschütz an die Uni­versität Heidelberg berufen.

Professor Dr. Gustav Bebermeyer erhielt den an der Universität Tübingen errichteten ersten deutschen Lehrstuhl für deutsche Volkskunde.

Der o. Professor für Deutsches und Bürgerliches Recht in Bonn, Dr. K. A. Eckhardt, wurde auf den Lehrstuhl für germanisches Recht an der Universität Kiel berufen.

Der Kieler Gynäkologe Professor Dr. Robert Schröder hat den Rus auf den gynäkologischen Lehrstuhl an der Universität Köln (als Nachfolger von Professor Dr. H. Füth) abgelehnt.

Dr. Jens Jessen, Extraordinarius für Wirt­schaftswissenschaft in Göttingen, wurde zum Ordinarius und zum Direktor des Instituts für Weltwirtschaft und Seeverkehr an der Universität Kiel ernannt.

Professor Dr. James Franck, der seine ordent» liche Professor für Physik in Göttingen nieder­gelegt hat, übernimmt im kommenden Winter­semester die Speyer-Gastprofessur an der Unloerst- tat B a 11 i m o r e (USA.).

Der o. Professor für physikalische Chemie an der Technischen Hochschule in Breslau, Dr. Franz Simon, hat sein Rücktrittsgesuch eingereicht, um einem Ruf an die Universität Oxford Folge zu leisten.

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