Ausgabe 
26.7.1933 Erstes Blatt
 
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schäft ohne einen lebensfähigen Handwerkerstand Aussicht auf Bestand hat. Ist doch das Hand­werk. das heute noch in 1V» Millionen Hand­werksbetrieben 1 400 000 Meister, Gesellen und Lehrlinge und damit rund 7 Millionen deutscher Volksgenossen ernährt, ein ungemein wichtiges Glied der deutschen Gesamtwirtschaft. Stellt doch der Handwerkerstand, dessen Tradition in den überlieferten Tugenden der Ehrbarkeit, der Sauberkeit der deutschen Gesinnung und Treue wurzelt, ein Kernstück echt deutschen Volkstums dar. Ist doch das Handwerk mit seinen geistigen und seelischen Werten eine Säule des neuen Staates I Die enge Verbundenheit deT deutschen Handwerks mit der Arbeit anderer Berufs- und Wirtschaftskreise, vor allem aber die weiten und tiefen Zusammenhänge des Handwerks mit der Volkskultur, geben auch dem Handwerk eine be­sondere Verantwortung gegenüber Volk, Staat und Wirtschaft.

Die nationalsozialistische deutsche Reichsregie­rung hat den wirtschaftlichen, wie auch den ethi­schen Wert des Handwerks erkannt und gewür­digt Ihre Aufmerksamkeit und ihre Bemühungen im Kampfe gegen die Verelendung der deutschen Wirtschaft, gegen das Gespenst der Arbeitslosig­keit, gegen das soziale Elend und die Rot des deutschen Volkes gelten im besonderen Mähe der Pflege und Hebung eines gesunden Mittelstandes, einer gesunden Handwerksorganisation. Es ge­hört bekanntlich zu den obersten Zielen der natio­nalsozialistischen Weltanschauung, den mittel­ständischen Anterbau der deutschen Wirtschaft zu festigen. Dabei wird die Reichsregierung der tat­kräftigen Mithilfe, Förderung und Unterstützung seitens des Handwerks selbst, das sich von jeher aus innerer, eigener Kraft, aus dem Willen und der Energie einer schöpferischen Initiative ge­holfen hat, sicher sein. Reben der glorreichen Tra­dition hat das Handwerk stets starker Lebensmut, geschickter Anpassungswille und heroischer Opfer­wille ausgezeichnet, die es Iahre schwersten wirt­schaftlichen Riedergongs überstehen liehen. In seinem Ringen um seinen Wiederaufstieg wird das Handwerk, dem das großzügige Arbeits­beschaffungsprogramm der Regierung nur Grund­lage, Voraussetzung für einen erfolgreichen Auf­

bau, für die handwerkliche. Wledergeburt em wird und sein soll, seine besten seelischen, gerstr gen und ethischen Kräfte einsehen und von sich aus dazu beitragen, die Verwirklichung und Er­reichung des Aufstieges und der Standesw.eder. geburt zu ermöglichen. Raturlich ist eine restlose Rückkehr zu handwerklichen Verhältnissen in unserem Zeitalter der Mechan^ierung und Ar­beitsteilung allgemein nicht möglich. Mit allen Mitteln muh danach gestrebt werden die Voraussetzungen der Arbeitsfreude, die seelischen Beziehungen des Handwerks zu seiner Arbeit wieder neu zu gestalten. Rebcnher muß eine Ruck kehr zur Preisehrlichkeit, Geschäftsmoral und Qualitätswahrheit Selbstverständlichst fetn.

Als wichtige Träger des neuen Deutschlands werden die Stände gebildet. Das ganze deutsche Volk muh an seine Verbundenheit erinnert und zum verständnisvollen, sich gegenseitig achtenden Zusammenarbeiten und -Leben aufgerufen wer­den. Die Gleichartigkeit der Interessen, die Ge­meinsamkeit des Bodens handwerklicher Arbeit, muh erkannt und darauf aufgebaut werden, ge­treu dem inhaltsschweren Motto der national­sozialistischen Weltanschauung:Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" . , ,

Zum Schluß seien nochmals die ausgezeichneten Worte zitiert, die Reichsminister Dr. Goeb­bels an das Handwerk richtete und die die Zielsetzung jeder Handwerksarbeit klar umreisten: Die Tradition im deutschen Handwerk, die unS grohe kulturelle Werte gegeben hat, muh sich mit dem revolutionären Elan, der im Rational- sozialismus lebendig ist, verbinden: dann wird auch wieder die Zeit kommen, in der der deutsche gewerbliche Mittelstand eine der Hauptstützen von Staat und Volk sichere Existenzgrundlagen erhalten wird." .

Rachdem das Handwerk politisch und organi­satorisch die Voraussetzungen für eine ungestörte Bcrufsentwicklung vom Staate erhält, muh es seine wirtschaftliche Entfaltung und Gesundung selbst herbeiführen. Hierbei kann und soll das staatliche Arbeitsbeschaffungsprogramm nur em Hilfswerk für die Liebergangszeit fein, bis zu Der pas Handwerk mit seiner neuen Organisation die Wirtschaft für sich erobert hat.

Wirtschaft.

Frankfurt uneinheitlich.

Frankfurt a. M., 26. Iuli. (WT2. Draht­meldung.) Die Geschäftsstille zu Beginn der heutigen Mittagsbörse war infolge der nur sehr schwachen Publikumsbeteiligung wieder besonders stark ausgeprägt, zumal auch die Kulisse wegen des Mangels jeglicher Anregungen keine Unter- nehmungslust aufbrachte. Der uneinheitliche und eher schwächere Verlauf der gestrigen Reuyorker Börse dürfte hierbei mitgesprochen haben. Da den Realisationen der Spekulation nur unbe­deutende Kauforders gegenüberstanden, war die Kursbildung uneinheitlich, allerdings hielten sich die Abweichungen nach beiden Seiten in engen Grenzen. Rach den ersten Rotierungen bröckelten die Kurse aber ziemlich gleichmähig um weitere 0,25 bis 0,5 Prozent ab. Rachdem die Tausch- Operationen von Reichsbank gegen IG.-Farben beendet zu sein scheinen, liehen erstere um 1,25 Prozent nach, aber auch IG.-Farben blieben nur knapp gehalten. Am Montanmarkt war das Ge­schäft zwar etwas größer, die Kursgestaltung v ar aber ebenfalls uneinheitlich. Schwach lagen Mannesmann mit minus 1,75 Prozent und Rhein­stahl mit minus 1 Prozent, während die Werte der Stahlvereinsgruppe behauptet waren. Rhei­nische Braunkohlen lagen 1 Prozent fester. Am Elektromarkt war neben Rückgängen von je 1 Pro­zent für Schuckert und Siemens die Schwäche der AEG.-Aktie (minus 1 Prozent) bemerkens­wert. Von 0,5 bis 1 Prozent niedriger eröffneten außerdem Deutsche Erdöl, Metallgesellschaft, Ze­ment Heidelberg und Daimler. Dagegen lagen Zellstoff Waldhof 2,25 Prozent fester und Conti- gummi, Aku und AG. für Verkehrswesen konnten sich um 0,25 bis 0,75 Prozent erhöhen.

Im Verlaufe herrschte weiterhin Geschäfts- stille bei abbröckelnden Kursen. Schwach blieben AEG. mit erneut minus 1 Prozent, auch IG. verloren 1 Prozent, Harpener 2 Proz. und die übrigen Werte von 0,50 bis 1 Prozent.

Am Rentenmarkt eröffneten Deutsche An­leihen und Reichsschuldbuchforderungen etwas niedriger, Reichsbahnvorzugsaktien waren be­hauptet. 2m Verlaufe gingen Äeubesih weiter zurück, wogegen Altbesih um 0,25 auf 76,65 anzo­gen. Stahlvereinbonds kamen 1 Prozent niedriger zur Rotiz. Am Pfandbriefmarkt blieben die gestrigen Kurse ziemlich unverändert. Stadtan­leihen lagen vereinzelt etwas freundlicher, Staats­renten kaum verändert. Türken bröckelten weiter ab. Tagesgeld war zu 3 Prozent unverändert.

Ministerpräsident Dr. Werner Ehrenbürger Waldmichelbachs.

Waldmichelbach, 25. Iuli. (WER.) Zu Tausenden waren am Sonntag Mitglieder des Odenwaldklubs in Waldmichelbach versammelt, wo auf dem Schimmelberg der Rudi-Wünzer- T u r m dem Andenken des Odenwaldpioniers g e- weiht wurde. Der Feier wohnte auch Minister­präsident Prof. Dr. Werner mit Familie bei, dem die Gemeinde mit einer herzlichen An­sprache des Bürgermeisters Röth die Ehren­bürgerurkunde verlieh. Der Minister­präsident feiert in feiner Ansprache die beiden anderen Ehrenbürger der Gemeinde, den Heimat­dichter Adam K a r i l l o n und Rudi W ü n z e r, den Erd- und Heimatgebundenen, den Vor­kämpfer der Volksgemeinschaft.

feierliche Eröffnung der Landesführer­schule in Königswinter.

WSN. K ö n i g s w i n t e r, 24. Juli. Heute vor­mittag fand hier die feierliche Eröffnung der Landesführerschule desSr.»3to- b e r t - L e y - H a u se s" statt. Das Gebäude, be­kannt unter dem NamenUnser Haus", gehörte früher dem Gefamtoerband der Christlichen Gewerk­schaften Deutschlands und diesem als Erholungs­und Bildungsheim. Zu den Eröffnungsfeierlichkeiten waren erschienen: Dr. Robert Ley, Gauleiter Si­mon von Koblenz-Aachen-Trier, Gauleiter Grohe von Köln, Landeshauptmann Hake für die Rhein- provinz und für die Gauleitung Hessen-Nassau der Gaubetriebszellenleiter Pg. Becker, in Begleitung seines Gaupropagandaleiters Re k o w s k i. Ferner waren 300 Amtswalter erschienen, darunter fünfzig Amtswalter, die an dem ersten Kursus teilnehmen. Die einleitenden Worte sprach der Leiter der Schule/ Pg. Friedrich vom Gau Köln. Nachdem dann dem Leiter der deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley die Ehrenbürgerbriefe verschiedener rheinischer Städte überreicht worden waren, führte dieser u. a. aus: Die Schulung der Amtswalter sei für die Partei von außerordentlich großer Bedeutung und er gebe der Hoffnung Ausdruck, daß von dieser Schulung einmal das ganze Volk ergriffen würde. Er bezeich­nete die SA.-Männer als die Soldaten und die Amtswalter als die Priester der Partei. Kreisleiter Thiele vom Kreis Biedenkopf und Kreisbetriebs­zellenleiter Dr. N e 11 h e b e l übernahmen dann die Führung durch die Räume.

An den Reichsftatthalter und Gauleiter Spren­ger wurde folgendes Telegramm abgesandt:Am Einweihungstag der Landesführerschule I in 1 Königswinter dem verehrten Gauleiter die herz­

lichsten Glückwünsche zum Geburtstag, gez.: Dr. Robert Ley, Simon, Grohe, Thiele, Beckes Fuchs, Bank, Netthebel und Rekowsky."

Seine Arbeitskollegen betrogen.

Frankfurt a. M., 24. Juli. (WSN.) Der 44jährige SPD.-Stadtverordnete in Offenbach Phi­lipp Geyer, der in Bürgel wohnhaft war, war als Vertrauensmann und Kassierer des Deutschen Arbeiterverbandes des graphischen Gewerbes, Be­zirksleitung Frankfurt a. M., tätig. Als solcher fälschte er jahrelang Mitgliedsbücher der Arbeiter und Arbeiterinnen und steckte Be- träge in seine eigene Tasche. Hierbei ging er folgendermaßen vor: Jedes vollbeschäftigte Mit­glied hatte einen Monatsbeitrag von 10,40 Mark zu zahlen, Kurzarbeiter dagegen nur 7,80 Mark. Einem großen Teil der Vollbeschäftigten nahm er wohl die Beträge von 10,40 Mark ab, jedoch trüget sie im Mitgliedsbuch als Kurzarbeiter mit 7,80 Mk. ein. Hatte er dann die Abrechnung mit dem Ver­band vorgenommen, so radierte er die fälschlich

eingesetzten 7,80 Mark aus und setzten den ricytigen Betrag von 10,40 Mark wieder ein. Bei den weib­lichen Mitgliedern wurden für die Beschäftigte gelbe Marken geklebt, die 1,40 Mark kosteten, für Ar- beitslose dagegen wurden schwarze Marken geklebt. Geyer hat nun für den größten Teil der beschäf­tigten weiblichen Mitglieder anstatt gelbe >chwarze Marken geklebt, bei diesen jedoch den Betrag von 1,40 Mark kassiert und für sich behalten. Bis jetzt stcht fest, daß er diese Betrügereien etwa seit dem Jahre 1930 verübt hat. Nur durch die Uebernahme des Gewerkschaftshauses durch die N«BO. wurde der Sache Einhalt geboten und die Betrügerei auf­gedeckt. Die Höhe des erschwindelten Geldes steht noch nicht fest, da alle Mitgliedsbücher nicht geprüft werden tonnten, doch haben Stichproben ergeben, daß es sich um sehr urnfangreicheBe t r ü ­ge r e i e n handelt. Bezeichnend ist, daß Geyer selbst einen Wochenlohn von etwa 45 Mark hatte. Er wurde festgenommen und dem Amtsgericht vorge­führt. Bei seiner Vernehmung gab er die ihm zur Last gelegten strafbaren Handlungen zu.

Obecheffen

er VII.

/ Lich, 25. Juli. Am Samstag konnte Weiß- bindermeifter Friedrich Schäfer in voller körper­licher und geistiger Frische das 79. Lebensjahr voll­enden. Im Auftrag des Landeskirchenamtes über­reichte Dechant Kahn ein Gedenkblatt und über­brachte die Glück- und Segenswünsche der Kirchen­gemeinde. Am Abend brachten der Posaunen­chor und der Männergesangverein C ä - c i l i a ", dem der Jubliar über 50 Jahre angehört, ein Ständchen. Gestern feierten die Eheleute Adam Dörrn er, Weichensteller i. R. und Frau Marie geb. Textor bei guter Gesundheit goldene Hochzeit. Dem Jubelpaar wurde manche Ehrung zuteil. Bürgermeister Geil überbrachte die Glück-

Bad-Nauheim die Stadt ohne Lärm.

WSN. Bad-Nauheirn, 25.Juli. Unter dem MottoDie Stadt ohne Lärm" findet in den Tagen vom 5. bis einschließlich 13. August in Bad-Nauheim eine lärmfreie Woche statt. Sie hat früheren Veranstaltungen anderer Städte gegenüber die Be­sonderheit, daß sie nicht von Behörden allein durch­geführt wird, sondern daß der Parteiapparat der hiesigen NSDAP, mit allen Untergliederungen bei tatkräftiger Unterstützung durch die Behörden, die Presse usw. seine Autorität und Disziplin für die Durchführung der Veranstaltung in die Waag­schale wirft. Während der ganzen Woche wird die Polizei, verstärkt durch SA.-Leute, auf den gesamten Verkehr ein besonderes Augenmerk richten und auf Fahrer, wie Fußgänger erzieherisch einzuwirken suchen. Hand in Hand damit geht der Erlaß einer Polizeiverordnung über den engeren Kurbezirk in Bad-Nauheim, in dem nach näheren Anweisungen alles zu vermeiden ist, was die Ruhe im Kurort stören könnte.

Landkreis Gießen.

§ Daudringen, 25. Juli. Der hiesige Krie­ger- und Schützenoerein hielt im Gasthaus von Ludwig Weimer eine außerordentliche General­versammlung ab, die fast von allen Mitgliedern besucht war Als wichtigster Punkt stand die Gleich­schaltung des Vereins auf her Tagesordnung. Der eitherige 1. Vorsitzende Wilhelm Walther VII. begrüßte die Kameraden, ebenso den Zellenwart Tierarzt Dr. B u d i n g vom Hofgut Heibertshausen. Letzterer gab in einer Ansprache Aufschluß über die erforderlichen Maßnahmen zur Gleichschaltung des Vereins. Der langjährige Vorsitzende Walther, der sich besondere Verdienste um die Hebung des Vereins während der vergangenen Jahre erworben hat, wurde trotz feines vorgerückten Alters zum 1. Führer bestimmt. Er nahm die Wahl an und dankte für das entgegengebrachte Vertrauen. Von ihm wurden zum Stellvertreter des 1 Führers Heinrich Michel, zum Vereinsrechner Weißbinder- meifterAuguft Weimer, zum Stellvertreter Wil­helm Frey: zum 1. Schriftführer Schneidermeister Johannes Reif, zum Stellvertreter Ludwig K l i n- gelhöfer IV.; zum Vereinsdiener Pflastermeister Karl Frey, zum Stellvertreter Heinrich Kraus­haar; zum Zeugwart Metzaermeister Ludwig Weimer bestimnlt. Zum Schießwart des Schützen­vereins, der dem Kriegerverein angegliebert ist, wurde Schlosser Ludwig M o h r, zu dessen Stellver­treter Heinrich B i e r a u ernannt. Die Dereinskasse wird für die Folge von Kassenrechner Wilhelm Braun II. und Wilhelm Mohr I. geprüft. Zu Beisitzern wurden Wilhelm Walther VIII., Lud­wig Dort I. und Friedrich Bierau bestimmt. Nach Erledigung der Gleichschaltungsangelegenheiten wurden noch verschiedene Ansprachen gehalten, unter denen die des Leiters der hiesigen Zelle der NSDAP. Dr. Budina heroorzuheben ist; sie klang aus in einem breifaajen Sieg-Heil auf den Reichskanzler Adolf Hitler. Das Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied beschlossen die Versammlung.

und Segenswünsche der Stadtverwaltung und der Stadt. Nachmittags fand die kirchliche Feier statt. Nach einer Ansprache und der feierlichen Einseg­nung überreichte Dechant Kahn ein Gedenkblatt des Landeskirchenamtes und im Auftrag des Kir­chenvorstandes und der evangelischen Gemeinde eine Rudolf-Schäfer-Bilderbibel. v

)( Lich, 25. Juli. Dieser Tage veranstaltete die G l a u b e n s b e w e g u n g der Deutschen Christen eine Kundgebung. Nach gemein- [amem Lied und einer einleitenden Ansprache von Pfarrer Draudt sprach der Kreisleiter der Be­wegung, Pfarrer Bock- Hungen, über die Grund­sätze und Ziele der Bewegung. Sodann ernannte er den Orgelbaumeister Nikolaus zum Ortsgrup­penleiter. Das Reformationslied schloß die Kund­gebung, an der die hiesige SA. und die NS.-Frauen- schaft geschlossen teilnahmen.

k. Hungen, 25. Juli. Der seitherige Polizei­diener Heinrich Haas hatte zum 1. Juli seine Pen­sionierung beantragt. An seine Stelle wurde in der letzten Sitzung des Gemeinderates Adolf Würtz bestellt. Der Kriegerverein Hu na en hatte dieser Tage seine Mitglieder im Gasthaus zum Löwen" zu einer außerordentlichen General­versammlung eingeladen. Nach der Begrüßungs­ansprache des 1. Vorsitzenden Hch. Koch legte der Gesamtvorstand, zwecks Vornahme der Gleichschal- fung, seine Aemter in die Hände des Vereins zu­rück. Der von der Versammlung zum Versamm­lungsleiter bestimmte Kamerad Walter Seibert gab die Richtlinien des Kyffhäuser- und des Hafsia- Hundes zwecks Vornahme der Gleichschaltung be­kannt und nahm die Wahl des neuen Führers vor. Einstimmige Wiederwahl fand der seitherige Ver­einsoorsitzende Hch. Koch. Satzungsgemäß be- stimmte der neue Führer feine Mitarbeiter: Stell­vertretender Führer wurde Hch. K i r s ch e n st e i n, Kassenwart Ludwig K a m b e i tz, Schriftwart Adolf Steller, Beisitzer Herm. Schmidt IV und Karl Nickel. Dem Ehrenvorstand gehören an Wilhelm August Hofmann, Ferdinand Kammer, Hch. Weck und Herm. Schäfer. Im weiteren Verlauf der Versammlung verpflichtete noch der in der Ver­sammlung erschienene Ortsgruppenleiter der NSDAP., Bergverwalter K i r ch h ö f e r, den neuen Vorstand. Mit einemSieg-Heill" auf den Reichspräsidenten und Reichskanzler und dem Ge­sang des Deutschland- und des Horst-Wefsel-Liedes fand die Versammlung ihren Abschluß.

Kreis Friedberg.

Bad-Rauhei m, 25. Iuli. (WER.) Die Hotina". Verband des Bad-Rauheimer Hotel­gewerbes und verwandter Betriebe, hat trotz der großen Rotlage des Gewerbes 1000 Mk. zur Spende für die Förderung der natio­nalen Arbeit eingezahlt.

Kirche und Schule.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 25. Juli. Unter den Lin­den des Schulhofes hielt am Sonntag die Lan­deskirchliche Gemeinschaft bei starker Be­teiligung aus den Nachbarorten, namentlich auch aus Gießxn, ihr diesjähriges I a h r e s f e st ab. Der Po- faunenchor Allendorf a. d. Lahn eröffnete die Feier mit Choroortrag und begleitete auch die gemeinsam gesungenen Choräle. Die Festansprache hatten Pre- diger Meng (Gießen), Prediger Petersen (Lich) und der Ortsgeistliche, Pfarrer B r e m m e r , über­nommen. Die Feier wurde von Darbietungen des Gemischten Chors der Gemeinschaft, ferner einer Mädchengruppe mit Zupfinstrumenten und des hie­sigen Mädchenchores umrahmt. Nach Schluß des Festes waren die zahlreichen auswärtigen Festteil­nehmer Gäste der Klein-Lindener Gemeindeglieder.

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