orücke geblieben. War ich vorne bei der Infanterie zur Verbindung oder zu einem Kontrollgang — stets traf ich Schlageter irgendwo im Graben, immer wieder die Strippe flickend oder gar einen zweiten Draht lebend zur Sicherheit. Mehr als einmal kam er heim, den Vock durchlöchert von Granatsplittern oder Insanleriegescho sen. Inzwischen war er Gefreiter geworden. Das Regiment war aus Flandern an die Lorettohöhe und dann in die ruhige Champagne verlegt worden.
Dann kam die Herb st schlacht in der Champagne. Duhendmale hatte ich Dienst im Graben als vorgeschobener Artilleriebeobachter. Iedesmal nahm ich mit Vorliebe Schlageter mit — er war im Stollen und Unterstand ein lieber, treuer Kamerad, ein zuverlässiger Kampfgenosse und die Verbindung zur Batterie war aufs Sicherste betreut. Vis dann die Absicht des Gegners immer offenkundiger wurde: die Herbstschlacht in der Champagne begann im Iahre 1915. Auch in unserem Abschnitt wurde getrommelt. Diesmal nahm ich Schlageter — er war inzwischen Unteroffizier geworden — nicht mit, er schien mir wichtiger als Leiter des Fernsprechtrupps, um die Erhaltung der Verbindungen mit allen Mitteln zu erzwingen.
Es waren drei Tage furchtbarer Qual. Immer wieder riß der Draht — immer wieder meldete sich die Vätterie, hatten unsichtbare Hände geflickt und im tollsten Granatfeuer das Unmögliche möglich gemacht. Dann riß das Trommelfeuer ab und verlegte die ganze Wucht auf die rückwärtigen Verbindungen, Anmarschwege und Artilleriestellungen. Linis von uns steigt Welle auf Welle der graublauen Gegner mit aufgepflanztem Bajonett aus den Gräben. Ihr Hurra schallte bis zu uns herüber und am Kampf der Handgranaten erkannten wir, das; der Gegner tief eingebrochen war. Nahezu ohnmächtig lagen wir, Gewehr im Anschlag, hinter der Brustwehr — in diesem Feuer
war ein Herstellen des Draptes eure Unmöglichkeit.
Dann sta-.d plötzlich mein Kamerad Leutnant Geber vor mir! Pünktlich, auf die Minute, um mich nach den drei Tagen abzulösen. Wir muhten beide annehmen, daß unser Grabenstück jede Stunde angegriffen werden konnte. Das Schwerste kam — den treuen Kameraden vorne lassen und zurück zur Batterie. Befehl war Befehl — die Truppe brauchte jeden Offizier. Nie werde ich diesen Heimweg vergessen. Zerschossen bis zur Unkenntlichkeit jeder Laufgraben, ein Trichterfeld, dazu Granateinschläge rechts und links, vorwärts und rückwärts. Plötzlich pralle ich mit einem Kameraden zusammen: Schlageter flickt zum viel- hundertsten Male wieder den Draht — seit ©tun- den ist er unterwegs und arbeitet in diesem Hexenkessel Diese Minuten sind mir eine unauslöschliche Erinnerung an unseren Schlageter! Diese selbstverständliche Pflichterfüllung an einem Ort, wo alles vergebens und nutzlos schien.
Kurz darauf wurde ich dann zur Fliegertruppe kommandiert. Im Frühjahr 1918 sah ich Schlageter wieder. Als das Iagdgeschwader Nichthofen in Cappy lag (wenige Tage nach dem Tode des Nittmeisters) zogen Feldartilleriebatter'.en am Flugplatz vorbei. Mit heller Freude erkannte ich meine Negimentsnummer — und dann kam Schlageter, er war inzwischen Offizier und Batterieführer geworden, aber sonst ganz der liebe alte Kamerad unverändert, stets froh und heiter, aber von hartem Willen und von eiserner Pflichterfüllung. Das Vorbild eines Soldaten von bestem Schrot und Korn, des wahren Offiziers, des Führers hat er seine Batterie musterhaft, und geliebt von seinen Leuten geführt bis zum Kriegsende. Es gibt für einen Mann und Soldaten nichts Schöneres, als aus jungen Männern wieder Soldaten, Offiziere und Führer machen zu dürfen. Das; ich dich, lieber
Schlageter, zumSoldaten, zumOffizier und Führer erziehen durfte und daß du dies deinem alten Frontiameraden und Zugführer so gedankt hast, daß du der deutschen Iugend das leuchtende Beispiel gabst der restlosen, soldatischen Aufopserung — das ist der schönste und höchste Lohn, der einem Mann gegeben werden kann. . .1
Lind so kam Schlageter 1918 in die Heimat — und es erging ihm wie uns allen: Er verstand die Heimat nicht mehr! ilnfere Heimat war die Front geworden, die Kompanie, die Batterie! So wurden wir Freikorpskämpfer — so ging Schlageter ins Baltikum, so kämpfte er im Nuhr- gebiet 1923, so wurde er von eigenen Volksgenossen verraten und verkauft, wie Tausende von unseren Besten in den Freikorps! . ..
Heute, im Mai 1933, prangt dein Heimat-Tal, das Wiesental, im Frühlingsschmuck, du mein Kamerad! Iunge deutsche Menschen im Braunhemd und im feldgrauen Rock marschieren wieder durch deine Heimatstadt Schönau, sie singen die alten, ewig jungen Lieder deutscher Soldaten, sie haben deine lachenden Augen, sie haben dein Blut und deinen Geist« . . . es ist wieder Frühling geworden in deutschen Landen! Dein Geist ist wieder unter uns — es ist de r Gei st der Front, der nie versagenden Liebe zu unserer Heimat, zu seinen Menschen! Das Werk, für das du geblutet und ausgelitten hast, das werden wir vollenden! Dein Opfer war nicht umsonst — es wird uns immer eine Mahnung sein in schwachen Stunden — und dein Name ist eingeschrieben in der Geschichte unseres Volkes als leuchtendes Beispiel des Freikorpsgsistcs, der die Fackel hochriß in den Tagen, als für unser deutsches Volk jede Hoffnung zerrann und der damit den Weg bereiten half zum Defreiungscampf für Deutschland!
Oer neue Gicherheiispaki wird in Genf beraten.
England kommt den Wünschen Polens und der Kleinen Entente entgegen.
Genf, 24. Mai. (WTB.) Im Hauptausschuh der Abrüstungskonferenz hat der englische Außenminister Sir Iohn Simon einen gegenüber dem älteren englischen Entwurf teilweise st a r k a b - geänderten neuen Vorschlag über den Konsultativpakt eingebracht. Er sieht vor, daß im Falle einer Verletzung oder einer drohenden Verletzung des Briand-Kellogg-Paktes der Völkerbundsrat oder die Völkerbundsversammlung oder ein Staat, der nicht dem Völkerbund angehört, eine sofortige Konsultation zwischen dem Völker- bundsrat oder der Völkerbundsversammlung und irgendeinem Signatar staat der Abrüstungskonvention Vorschlägen könne.
Zu diesem Vorschlag kündigte Norman Davis an, daß die Vereinigten Staaten bei der Sln- terzeichnung der Abrüstungskonvention etwa folgende Erklärung abgeben würde: In Anerkennung, daß jede Verletzung oder drohende Verletzung des Kellogg-Paktes eine Angelegenheit ist, die alle Signatarstaaten angeht, erklärt die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika, daß im Falle einer Verletzung oder einer drohenden Verletzung dieses Paktes sie bereit ist, in eine Beratung mit den anderenMäch- ten zwecks A u f r e ch t e r h a l tu n g des Friedens einzutreten.
Der deutsche Vertreter Botschafter N a d o l n h erklärte: Deutschland ist der Ansicht, daß man zuerst die Abrüstung verwirklichen muh, gerade um die allgemeine Sicherheit aller Staaten zu gewährleisten. Das Recht aller Staaten, ihre nationale Sicherheit gewährleistet zu sehen durch eine allgemeine Herabsetzung und Begrenzung der Rüstungen nach den Grundsätzen der Gleichberechtigung ist unbestreitbarerweise in Artikel 8 des V ö l k e r b u n d s p a k t e s f e st g e l e g t. Deutschland als einzig abgerüstetes Land ist in hohem Maße an der Verwirklichung dieser grundlegenden Bestimmungen des Völkerbundspaktes interessiert. Andererseits hat Deutschland sich bereit erklärt, die allgemeine Sicherheit auch durch internationale Abkommen zu verstärken.
Wie der Reichskanzler in seiner Reichslagsrede vom 17. Mai bereits erklärt hat, ist Deutschland durchaus bereit, neue internationale Sicherheiksverpflichtungen unter der Bedingung auf sich zu nehmen, daß sämtliche Mächte ebenfalls bereit feien, das gleiche z u tun und daß die fraglichen Bestimmungen auch zur Sicherheit Deutschlands beitragen. In diesem Sinne b e - gr ü fj t Deutschland die Erklärungen des Ter- treters der Bereinigten Staaten. Die deutsche Delegation ist ebenfalls gern bereit, an dem britischen Abänderungsvorschlag zu Teil I mitzuarbeiten.
Der Vertreter Italiens sprach sich anerkennend über die Arbeit Sir Iohn Simons aus. Schon ein erster Blick auf den vorliegenden Vorschlag zeige, daß die bisherigen Schwierigkeiten überwunden seien. — Der französische Außenminister Paul-Boncour erklärte, daß die neuen Ausführungen des amerikanischen Vertreters in Verbindung mit der von Rußland vorgeschlagenen Definition des Angreifers eine Grundlage sei auf der man die Schaffung besonderer Sicherheiten in Form eines kontinental-europäischen Paktes über gegenseitige Hilfeleistung in Angriff nehmen könne. - Der polnische Vertreter stellte mit Befriedigung fest, daß der neue eng- li,che Vorschlag den Bedenken Polens gegenüber dem ursprünglichen englischen Entwurf Rechnung getragen habe. Dadurch seien die polnischen Abänderungsvorschläge hinfällig geworden. — Im selben Sinne sprach sich der rumänische Außenminister Titu- lescu im Namen der Kleinen Entente aus.
Präsident Henderson stellte fest, daß nach den Erklärungen, insbesondere Sir Iohn Simons und Norman Davis', die Situation genüg enb geklärt sei, um zur ersten Lesung der sicherheitspolitischen Bestimmungen des englischen Entwurfes zu schreiten.
Das Ergebnis.
Zusammenfassend ist festzustellen, daß eine Entscheidung über den heute in einer allgemeinen Aussprache behandelten neuen Konsultativpakt vorläufig noch nicht getroffen wurde. Fast
sämtliche Redner haben sich ihre endgültige Handlung für die zweite Lesung vorbehalten. Der englische Außenminister hat seinen Vorschlag in mündlichen Darlegungen näher erläutert. Aus seinen Darlegungen und den Erwiderungen, die insbesondere die Vertreter Polens und derKlei- nen Entente machten, wurde deutlich, daß der neue englische Vorschlag weitgehend den Einwendungen dieser Staatengruppe Rechnung getragen hat. Um die Bedenken der genannten Staatengruppen zu zerstreuen, ist in dem englischen Vorschlag auch noch eigens die Bestimmung ausgenommen worden, daß die Rechte und Pflichten der Mitglieder des Völkerbunds durch den neuen Kon- sultatiopakt in keiner Weise beeinträchtigt werden. Weiter hat Sir John Simon in der Formulierung des neuen Textes in erster Linie auf die Stellung der Vereinigten Staaten und der anderen Nichtmitglieder des Völkerbunds Rücksicht genommen, und der amerikanische Vertreter Norman Davis hat dem englischen Außenminister auch ausdrücklich bestätigt, daß diese neue
Formulierung den Vereinigten Staaten den Beitritt zum Konsultativpakt ermögliche.
Die Haltung Amerikas ist nach den Erklärungen von Norman Davis so, daß die Vereinigten Staaten von Amerika den Völkerbund bei künftigen Konfliktfällen positiv durch ihre Mitwirkung am Konsultativpakt unterstützen wollen. Amerika behält sich aber auch in Zukunft vor, im Nahmen des Konsultativpakts selbständig darüber zu befinden, ob es in einzelnen, Fällen den Verzicht auf feine Neutralität aufgeben will. Trotzdem bedeutet die neue Initiative, die die Vereinigten Staaten ergriffen haben, einen großen Schritt vorwärts im Sinne einer konsultativen und universellen Friedensorganisation. Man gibt sich aber in Genf bei nüchterner Betrachtung der Dinge keiner Täuschung darüber hin, daß auch durch diese Erweiterung der schon bestehenden Sicherheitsgarantien das Ziel der Abrüstungskonferenz, nämlich Abrüstung der hochgerü st etenStaa- t e n, in feiner Weise als gesichert angesehen werden kann.
Schärfste Gegensätze in der Menslage.
Frankreich, Japan und Rußland gegen die Geeabrüstungsbestimmungen des englischen Plans.
Genf, 25. Mai. (TU.) Im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz wurden am Himmelfahrtstage die seit vielen Monaten unterbrochenen Verhandlungen über die Flottenfragen wieder ausgenommen. In der Aussprache stießen die Flotten- beftimmungen des englischen Abrü - siungsplans auf starken Wider ft andder meisten übrigen Flottenmächte und fanden nur auf amerikanischer Seite Unterstützung. Die Vertreter Frankreichs, Japans und Sowjetrußlands übten s ch ä r f st e Kritik am englischen Vorschlag. M a s s i g l i wies darauf hin, daß der englische Plan große Lücken und Unklarheiten enthalte und den allgemeinen Grundsatz der qualitativen Aufrüstung aufgebe. Massigli warf den Verfassern des englischen Planes vor, daß sie das Prinzip der qualitativen Rüstungsbegrenzungen zwar auf das Heeresmaterial angewendet wissen wollten, dagegen nicht auf das Flottenmaterial. Die englische Delegation möge doch einmal erklären, warum sie hier einen Unterschied gemacht habe. Je mehr man auf qalitative Begrenzung auf dem Gebiete des Heeresmaterials bestehe, um so unbegreiflicher sei es, daß bezüglich der Flottenrüstungen dieses Prinzip nicht angewendet werden solle. Der englische Plan verlange den Beitritt Italiens und Frankreichs zum Londoner Flottenoertrag. Man verlange, oaß Frankreich und Italien sich über ein Bauprogramm einigten, nicht auf ein Jlbbauprogramm. Außerdem beständen Unterschiebe zwischen den Bestimmungen des Londoner Vertrages und den neuen Vorschlägen des englischen Planes; die Rechte, die der Londoner Vertrag gewähre, sollten in dem neuen Abkommen teilweise aufgehoben werden. Was das leichte Schiffsmaterial angeht, so bezweifle er, daß es möglich sei, für die kurze Zeit von zwei Jahren ein Ueberein- tommen zu treffen. Zum Schluß erklärte der franzö- ftsche Delegierte mit deutlicher Anspielung auf Italien, das Prinzip der R e l a t i o i t ä t der Rüstungen müsse auf jeden Fall gewahrt bleiben.
Der japanische Vertreter, Botschafter Sato, der sich in den letzten Verhandlungen des Hauptausschusses in vollständiges Schweigen gehüllt hatte k r i t i s i e r t e s ch a r s d e n e n g 1 i s ch en Plan und erklärte, JapanseinichtinderLage.die Londoner und Washingtoner Flottenabkommen cnt- prechend dem englischen Vorschlag als die Grundlage der Flottenregelung in dem künftigen Abkommen anzunehmen.
Am weitesten in der Kritik ging der sowjet- r u H t sche Botschafter Dowgalewski, nach dessen Auffassung der englische Plan die Un- " ch h?i t zwischen den großen und kleinen Flottenstarken verewige. Der englische Plan sei ein A u f r ü st u n g s p l a n und gebe den großen Flot- tenrnachten völlige Freiheit, ihre Flottenrüstungen weiter auszubauen. Der italienische Vertreter So- rauna suchte einen Mittelweg einzuschlagen be- zeichnete jedoch den englischen Plan als annehmbare Grundlage. Nur der amerikanische Sonderbotschafter Norman Davis verteidigte den englischen Plan und erklärte, daß die großen Flottenmächte bereits ein ausgezeichnetes Beispiel einer wahrhaften Abrüstung gezeigt hätten und der englische Abrüstungs. plan zu einem Erfolg der Konferenz führen könne.
Die großen Gegensätze bei der Behandlung der Flottenfrage haben starke Beachtung gefunden. Es zeigt sich, daß hier noch große, völlig unüberbrückbare Gegensätze bestehen, die den Abschluß eines allgemeinen Rüstungsabkommens außerordentlich fraglich erscheinen lassen und die bisher lediglich durch die monatelangen Verhandlungen über die deutschen Fragen in den Hintergrund getreten waren.
Auch die kleineren Mächte melden neue Flottenforderungen für den Bau von Linienschiffen und Sinterseebooten an. Gegenüber dem Deutschland immer wieder gemachten Vorwurf angeblicher Rüstungsabsichten kann festgestellt werden, daß das englische Abrüstungsabkommen in zahlreichen Fällen Rüstungsverstärkungen vorsieht, wie dies der sowjetrussische Botschafter Dowgalewski ausdrücklich festgestellt hat. Die französische Regierung hat erneut eindeutig zum Ausdruck gebracht, daß sie i n keiner Weise bereit sei, die Flottenbestimmungen des Londoner Abkommens zu unterzeichnen; sie will vielmehr die Nichtunterzeichnung als politisches Druckmittel benutzen. Somit haben sich auf einem Gebiet der Abrüstung, in das Sie deutschen Fragen nicht hineinspielen, große unüberbrückbare Gegensätze gezeigt, die die nach wie vor äußerst kritische Konferenzlage scharf beleuchten.
Soll ein Provisorium die Abrüstungskonferenz beenden?
Genf, 25. Mai. (SUj In leitenden Kreisen der Abrüstungskonferenz beschäftigt man sich jetzt bereits eingehend mit der Frage, in welcher Weise die Konferenz vor dem Beginn der Londoner Weltwirtschaftskonferenz zum Abschluß gebracht werben kann. Gerüchtweise verlautet, daß die Konferenz mit einer großen Entschließung vorläufig abgeschlossen und sodann auf mehrereMonate vertagt werden soll. In dieser Entschließung soll hauptsächlich die Sicherheit und Kontrollfrage behandelt werden, jedoch wird allgemein angenommen, daß das Schlußdokument ausdrücklich das Verbot neuerRü st ungen für Deutschland entstellen wird. Praktische Abrüstungsmaßnahmen durften in d r Entschließung nicht enthalten sein. ^nge,.chts dieser sich scyon jetzt abze.chuenden Entwicklung wird auf deutscher Seite ganz eindeutig festgestellt, daß die deutsche Regierung eine derartige Entschließung unter keinenälm ständen anerkennen werde. Es ist schon jetzt unbedingt notwendig, offen und jeden Tag von neuem die Schuldfrage klarzustellen, falls die Konferenz in zwei Wochen ergebnislos abgeschlossen wird Es ist d i e f r a n z ö s i s ch e R e g i e r u n g die j e d e A b r u st u n g sabotiert, und die sogar die neuen amerikanischen Sicherheitsvor- 'chlage als Grundlage für die Lösung der Abrü» stungsfrage abgelehnt hat. Auch in englischen Kreisen hegt man jetzt ernste Besorgnisse, über die völlige Aussichtslosigkeit in der kurzen bis zur Londoner Konferenz noch zur Verfügung stehenden Frist zu praktischen Ergebnissen zu gelangen.
F. v. Bodelschwingh zum Aeichs- blschof der Evangechchen Kirche ausersehen.
Berlin, 24. Mai. (ERB.) Zu unserer Meldung, wonach die deutschen evangelischen Kirchen über diepersondesReichsbischofs einig find, erfahren wir von zuständiger Stelle, daß kirchlicherseits als Reichsbifchof der neuen „Deutschen Evangelischen Kirche" Pastor D. Friedrich v. Bodelschwingh in Bethel bei Bielefeld ausersehen ist.
Der zum Reichsbischof auserfehene Dr. Friedrich v. Bodelschwingh, der im Alter von 55 Iahren sieht, ist der jung st e Sohn des Begründers der weltberühmten Betheler Anstalten. Rach Beendigung feiner theologischen Studien trat er ebenso wie seine beiden Brüder in das Derk des Balers ein. Seit dem Jahre 1910 hat er öle Leitung der Betheler Anstalten, dessen Zweige weit über die Grenzen hinüber zum Auslandsdeutschtum und auf die Missionsfelder Afrikas reichen, in Händen. Trotz aller Schwierigkeiten, zumal in der Nachkriegszeit, hat er sie z u f a m m e n g e h a 11 e n und nach allen Seiten hin ausgebaut. Auf dem Gebiete des Schulwesens, der Volksbildung, des freiwilligen Arbeitsdienstes, der Umschulung jugendlicher Erwerbsloser zur Siedlung hat er immer i n lebendig st erveziehungzumvolkstum neue Wege beschritten. Dabei verstand er es, die verschiedenartigen Mitarbeiter zu einer innerlich verbundenen Gemeinschaft zusammenzu- schließen. Was ihn dazu befähigte, war eine staunenswerte Arbeitskraft. Zähe Energie, ein klarer Ueberblick und die Gabe schärfster Erfassung des Wesentlichen, die z. B. bei theologisch-wissenschaftlichen Auseinandersetzungen stets zutage getreten ist. vor allem aber ist ihm eine warme Herzlichkeit, eine scharfe Einfühlung in Menschen und eine vom Vater überkommene seelsorgerische Liebe und Kraft eigen. Wo er auch immer hinkommt und in feiner einfachen tiefen und herzgewinnenden Art redet, gelingt es ihm, die Menschen zu erfassen, zu erwärmen und für die Sache des Evangeliums tat- und opferbereit zu machen.
An alle nationalsozialistischen Arbeitgeber.
Arbeitsbeschaffung für alte Mitkämpfer Adolf Hitlers.
Berlin, 24. Mai. (CNB.) (Eigene Meldung.) Der Preußische Pressedienst der NSDAP, veröffentlicht einen Aufruf des Preußenführers der NSDAP. K u b e an alle nationalsozialistischen Arbeitgeber, in dem es u. a. heißt: Niemals dürfen wir vergessen, daß das neue Deutschland entstanden ist allein aus dem erfolgreichen Kampf Adolf Hitlers und seiner er st en Mitkämpfer, die vor Iahren den Mut hatten, sich gegen alle Kräfte für den Nationalsozialismus einzusetzen. Ohne sie wäre Deutschland zugrunde gegangen. Ietzt muß es unsere vornehmste Pflicht sein, jene Idealisten, d i e Wegbereiter des neuen Staates, wieder in d i e Arbeit ein- 8 ureigen. Die nationalsozialistische preußische Landtagsfraktion hat deshalb für die Parteigenossen der Mi tgli ed sn ummern bis 1 0 0 00 0 eine Arbeitsbeschaffungsaktion eingeleitet. Sie fordert hiermit jeden Parteigenossen und jeden Sympathisierenden, der heute oder in nächster Zeit Arbeit zu vergeben hat, herzlich und nachdrücklich auf, diese alten 'Vorkämpfer des Nationalsozialismus in erster Linie zu berücksichtigen. Alle Stellenangebote sind zu richten an die „Nationalsozialistische Landtagsfraktion, Berlin SW 11, Preußischer Landtag".
Oie NSDAP, und Adolf Damaschke.
Eine Erklärung des Amts für Agrarpolitik
Berlin, 24. Mai. (WTB.) Die Pressestelle des Amts für Agrarpolitik bei der Reichsleitung der NSDAP, teilt mit: Durch die Zeitungen läuft die Nachricht, daß ein Kuratorium für Siedlung unter Vorsitz von Dr. Meinshausen gebildet worden sei, in welchem der „Altmeister des Siedlungsgedankens" Dr. Damaschke mitwirke, gleichzeitig aber auch das „agrarpolitische Amt der NSDAP." einen Vertreter entsandt habe. Hierzu stelle ith fest:
1. Das Amt für Agrarpolitik bei der Reichsleitung der NSDAP, hat in dieses Kuratorium keinen Vertreter hineingesandt und wird auch keinen hineinsenden.
2. Das Recht, den Namen „Amt für Agrarpolitik" bzw. „Agrarpolitisches Amt" zu führen, ist vom Führer dem Amt für Agrarpolitik bei der Reichsleitung der NSDAP, zugewiesen worden und keiner anderen Stelle sonst. Ob die landwirtschaftlichen Gaufachberater in den Gauen ihre Geschäftsstelle „Amt für Agrarpolitik" nennen dürfen, hat der Führer noch nicht endgültig entschieden.
3. Die von mir in Uebereinftimmung mit dem Führer eingenommene Haltung gegenüber dem Bo- benreformer Adolf Damaschke ift unverändert dieselbe geblieben. Insbesondere lehnt das Amt für Agrarpolitik bei der Reichsleitung der NSDAP. Damaschke grundsätzlich nach ro i e d o r a b.
Der Amtsleiter (gez.) R. Walter DarrS.
Freimaurerei und ASODp.
Berlin, 24. Mai. (CNB.) Der Führer des Um tersuchungs- und Schlichtungsausschusses bei der Reichsleitung der NSDAP., Major Buch, und der Stabsleiter der Politischen Organisation, Dr. Ley, haben für die NSDAP., die Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation und sämtliche übrigen nationalsozialistischen Organisationen s ch ä r f st e Wachsamkeit gegenüber den Versuchen von Freimaurern, sich Ausnahme in die Partei und ihre Organisationen zu verschaffen, angeordnet. Kein Freimaurer darf Eingang in die Partei und ihre Organisationen finden. Diese Anordnung richtet sich insbesondere^ gegen die neuerlichen Versuche Der Freimaurerei, d i e Umwandlung ihrer L o - g e n In fo genannte Orden usw. und durch s- 6 ™n.b * r u n 9 c n ihres Brauchtums sich verschafft!?^flußnahme der NSDAP, zu


