Ausgabe 
26.5.1933 Frühausgabe
 
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Adolf Hitler besucht dasBerliner^aihaus

Oer Reichskanzler trägt sich in das Goldene Buch der Reichshauptstadt ein.

(Berlin, 24. Mai. lWTB.) Der Reichskanz­ler Adolf Hitler ist zum ersten mal im Ber­liner RathauS erschienen und hat sich bei dieser Gelegenheit in das Goldene Buch der Stadt Berlin eingetragen. Den äußeren Rahmen zu diesem feierlichen Alt bildete der Emp­fang der Stadt Berlin aus Anlahder land­wirtschaftlichen Ausstellung. Schon lange vor Beginn der Deranstaltung hatten sich Tausende von Menschen eingefunden, die den dem Rathaus gegenüberliegenden Bürgersteig und die Seitenstraßen dicht beseht hielten. Das Rathaus hatte außen und innen festlichen Schmuck ange­legt. Sech-Herolde in ihrer historischen Tracht mit den Dreimastern auf dem Kopf unb Sol denen Stäben in den Händen bildeten Spalier.

in 'ebenso farbenprächtiges Bild bot der Sitzungssaal selbst. Die Flagge der Stadt, flankiert von den Hakenkreuz- und schwarzweiß­roten Fahnen grüßten von der Hauptwand des Saales.

Al- der Reichskanzler gegen 20.30 älhr vor dem Portal vorfuhr, wurde er von eineu Abteilung SA. und vom Publikum mit begeister­ten Zurufen empfangen. An der goldenen Pforte, die den Dorraum vom Treppenhaus abschlieht, wurde der Kanzler von Oberbürger­meister S a h m und dem Stadtverordnetenvor­steher Spie wok begrüßt. Rachdem der Reichs­kanzler eine Anzahl höherer Beamter des Ma­gistrats begrüßt hatte, begab er sich mit den Her­ren seiner Begleitung in den Sitzungssaal.

Oberbürgermeister Dr. S a h m gab dort der ganz besonderen Freude darüber Ausdruck, daß

den städtischen Behörden die große Ehre verschafft worden sei, den Herrn Reichskanzler, den Eh­renbürger der Reichshauptstadt als Gast willkommen heißen zu können. Gr faßte diese glänzende Deranstaltung al- Beweis dafür auf, daß die Reichsleitung und die Behörden Der- trauen zur Führung der Geschäfte der Stadt ha­ben, ein Vertrauen, dessen sich würdig zu er­weisen die beiden städtischen Körperschaften be­strebt sein dürften. Mit dieser Deranstaltung solle aber auch die Verbundenheit von Stadt und Land aufs Reue betont werden. Dieses geschlossene Zu­sammenstehen aller Deutschen, das Aufhören des Kampfes aller gegen alle sei der genialen Führung unseres verehrten Herrn Reichskanzler- zu ver­danken.

Rach weiteren Ausführungen de- Stadtver» ordnetenvorstehers S p i e w o k überreichte der Dorsihende der Deutschen Landwirtschafts-Gesell- schaft v. Websky der Stadt Berlin namens der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft mit Worten des Dankes eine Bronzeplastik des Begründers der Gesellschaft Ma? Eyth. Reichs­kanzler Adolf Hitler zeichnete sich sodann in das Goldene Buch der Stadt Ber­lin ein und besichtigte weiter mit mehreren Herren seiner Begleitung den großen Festsaal. 3m großen Festsaal selbst wurde ein bescheidenes Essen gereicht. An der Deranstaltung nahmen u. a. neben dem Reichskanzler Adolf Hitler die Reichsminister Dr. Goebbels, Dr. Frick und Freiherr v. Blomberg teil. Auch Mini­sterpräsident Göring erschien noch in später Stunde.

Oie Heffenfahrt des Reichsstatthalters.

Ein Triumph der Volksgemeinschaft.

WSN. Die Fahrt des Statthalters in Hessen und Gauleiters Jakob S p r e n g e r, M. d. R., am Hirn- melfahrtstag durch die Provinz Starken­burg, ist eine Huldtgungsfahrt aeroorbcn, wie sie in Deutschlands Gegenwart nur für Adolf Hitler Überboten werden kann, und wie fix in der vergangenen Geschichte des Hessenlandes noch nie dagemesen ist. Der Berichterstatter steht noch so unter dem gewaltigen Eindruck der Fahrt, daß jebe Beschreibung von Einzelheiten unmöglich erscheint.

Die 200 Kilometer lange Fahrtstrecke entlang der Bergstraße, durch den Odenwald, nach dem Ried und über Offenbach durch die Blainniebe- rungen nach Mörfelden, Groß-Gerau usw. war eine einzige Kelte von Braunhemden, Fahnen, Blumen, Ehrenbogen und begeisterten Men­schenmassen, jeder Aufenthalt eine Kundgebung grenzenlosen vertrauens zum Volkskanzler unb feinem populären Statthalter In Hessen. Zahl­reiche hulbigungen reihten sich von Aufenthalts­ort zu Aufenthaltsort zu einer Ehrenketle des Volksverlrauens, wie sie fürstlicher unb erheben- der kaum gedacht werden kann.

Chrenbürgerrechte, wertvolle Stücke hessischer Industrie- und Handarbeit, beispielsweise in Offenbach ein Stück bester Lederarbeit, in den Landgemeinden erste Früchte deS Feldes und ähnliche Geschenke wurden überreicht- So in Auerbach und Bensheim erste Kirschen, in Babenhausen den bekannten Spargel, vor den Rathäusern den Ehrentrunk und dazu Blumen in zentnerschwerer Pracht. 3n der Be­mühung, ihr Bestes zu geben und den letzten Einwohner auf die Straße zu stellen im braunen oder Festtagsgewand, hat kaum eine Gemeinde die andere übertreffen können. Hervorgehoben seien hier nur wegen ihrer noch vor kurzer Zeit so berüchtigtenroten" Einstellung die Städte Offenbach und Groß-Gerau. Auch hier unübersehbare Menschenmengen und zahllose Fahgen an Öen Häusern und in den Händen

zum Gruß geschwungen. Auch hier das einmütige Treuebekenntnis zum Führer des Dolles und seinen Statthalter. Auch Gr-Ge rau über­reichte im festlich geschmückten Rathaussaal dem Statthalter das Ehrenbürgerrecht.

Auf der etwa 200 Km. langen Strecke hatten SA -Posten Spalier gebildet und Schulkinder reihten sich mit Blumen und Girlanden dazwi­schen. An allen Aufenthaltsorten begrüßte außer den Behörden unb Parteiorganisationen beson­der» viel festlich geschmückte Jugenb ben Statt­halter.

Auch der am Dormittag einsetzende starke Regen ließ das Spalier der begeisterten Odenwälder nicht abreißen. Auch hier aing der Statthalter in strömendem Regen durch Die jubelnden Massen der Odenwälder Bauern. An keinem Aufenthalts­ort fehlten die zuständigen Geistlichen, die der Statthalter besonders herzlich begrüßte. Der Reichsstatthalter hat im Laufe des Tages nicht weniger als 2 7 Reden gehalten und einen großen Teil der Bevölkerung Starkenburgs an einem Tage unmittelbar zu Hörern gehabt. Ein­zelheiten der Reden müssen wir uns hier er­sparen. Rur ein Bekenntnis des Reichsstatt­halters sei angeführt.

Als Rheinfranke aus der Pfalz bin ich ben Starkenburgern stammverwandt, bin ich Ihres Blute»; weil ich Ihres Blutes bin, weiß ich mit Ihnen zu fühlen; weil ich mit Ihnen fühlen kann, weiß ich mit Ihnen zu hanbeln unb werbe bas auch beweisen. Ihr vertrauen zu mir unb bas vertrauen meines Führers macht mir bas zur höchsten Pflicht."

Der Gesamteinbruck der Fahrt, welche in den nach, ften Tagen fortgesetzt wird, kann nicht treffender gekennzeichnet werden, als wenn alte nationalsozia. listische Führer erklären, daß nur der gewaltige Parteitag der NSDAP, in Nürnberg als Vergleich dienen kann.

Aus aller Welt.

Schweres Klugzeugunglück in Wies­baden- Zwei Tote, ein Schwerverletzter.

Der letzte lag des Internationalen Wiesbadener Automobil-, Flug- und Motorradturniers fand einen schrecklichen und vorzeitigen Abschluß. Beim Start zu einem Vergleichsrennen zwischen Auto und Flugzeug stürzte eine Klemm-Maschine aus ganz geringer höhe unmittelbar vor der dichtgefüllten Tribüne und einer vor der Tribüne stehenden gra­sten Menschenmenge ab. Zwei SS.-Leule namens K i ck unb Thieler wurden auf ber Stelle ge­tötet, ber Pilot Herr wurde schwer ver­letzt. Allgemein gewann man den Eindruck, daß der Pilot, um einen Zusammenprall mit ber Tri­büne zu oermeiben, wodurch ein weit größeres Un­glück entflanben wäre, sich kurz entschlossen geopfert hat. Die Veranstaltung wurde sofort abgebrochen.

Unwetter über dem Westerwald.

Arn Himmelfahrtsnachmittag ging über dem We­sterwald ein schweres Unwetter nieder, wo­bei Hagelkörner von drei bis vier Zentimeter Stärke gefunden wurden. Straßen und Wege waren von einer dicken Hagelschicht übersät. Stellenweise lag der Hagel 5 bis 10 Zentimeter hoch. Der Hagelschlag hat besonders großen Schaden an den Obstblüten angerichtet, die zum größten Teil vernichtet worden sind. In dem Dorf Elgert schlug der Blitz in eine Scheune und zündete. Trotz des strömenden Regens unb Haaelschlags ging die Scheune sofort in Flam- men auf. Auch eine zweite Scheune wurde ersaßt. Beide Gebäude brannten bis auf die Grund­mauern nieder. Bei den Löscharbeiten trugen einige Insassen des Arbeitsdienstlagers der NSDAP, in Elgert Brandwunden davon.

Schwere» Unwetter im Siegtal.

Im mittleren Siegtal, besonders in der Gegend von Betzdorf, ging ein schweres Unwetter mit Hagelschlag nieder. In Betzdorf lag der Hagel bis zu 30 Zentimeter hoch. Der Schaden in den Fel­dern und Gärten ist außerordentlich groß

Line Tiroler Ortschaft eingeäfchert.

3n Mittelsdorf, einer Ortschaft der Gemeinde Birgen in Ost-Tirol brach ein Brand aus, der rasch um sich griff und 20 Wohnhäuser

und ebensoviel Scheunen sowie die Kirche ein- äscherte. 100 Personen sind obdachlos, Derluste an Menschenleben sind jedoch nicht zu beklagen. Man vermutet Brandstiftung, da das Feuer an verschiedenen Stellen des Ortes zu gleicher Zeit ausbrach.

Beitritt de» Deutschen Phstologenoerbande» zur Deutschen Lrziehergemeinfchast.

Der Deutsche Philologenverband c._ D., der fast sämtliche Lehrer an den deutschen höheren Schulen umfaßt und der Leitung des kommissarischen Magistratsoberschulrats von Ber­lin, Bohm, untersteht, ist mit seinen 30 000 Mitgliedern als rechtsfähige Körperschaft kor­porativ der unter Führung des bayerischen Kul­tusministers Hans S ch e m m gebildeten Deut­schen Erziehergemeinschaft beigetre­ten. Damit ist ein weiterer Schritt in dem großen Einigungswerk der gesamten deutschen Erzieher­schaft vollzogen, an den in den letzten Wochen ununterbrochen gearbeitet wurde, und das auf einer großen Tagung der gesamten deutschen Erzieherschaft in Magdeburg am 8.3uni seinen Abschluß finden soll. Die endgültige Beschluß­fassung erledigt die in Kürze stattfindende Der- treterversammlung des Deutschen Philologenver­bandes.

Eisenbahnunglück in England. 6 Tote, 40 verletzte.

Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich bei Wimbledon. Bis jetzt wurden sechs Tote und 40 Berichte geborgen. Die Katastrophe er­eignete sich, als ein Expreßzug ber englischen Süd- bahn, in Dem über 100 Personen reiften, zwischen den Stationen Wimbledon und Rayne-Park bei einer Fahrtgeschwindigkeit von etwa 60 Kilometern plötzlich e n t g l e i ft e. Die Lokomotive und wenige Wagen stürzten um unb versperrten das Nachbar­gleis. In diesem Augenblick kam aus der entgegen- gesetzten Richtung ein elektrischer Zug, der in die umgestürzten Wagen h i rt e i n f u fj r und Damit das Unglück voll machte. Nach kurzer Zeit hatten sich mehrere Sanitätsabteilungen eingefunden, die die Toten und Verwundeten aus den Trümmern her­vorzogen. Mehrere der Schweroerwundeten schweben in Lebensgefahr.

Aus der provinzialhaupistadi.

Oie Universität ehrt Schlageter.

Don der Pressestelle der Llniversität Gießen wird uns mitgeteilt:

Die ilnioetfität ehrt das Andenken S ch l a geters durch folgenden Anschlag in den Dorhallen der Universität und sämtlicher In­stitute. Bei Beginn jeder Dorlesung wird zudem Schlageters feierlich gedacht. Adord- nungen der Dozentenschaft und der Studenten­schaft nehmen an dec heutigen Abendvorstellung im Stadttheater teil.

Aufruf.

Am 26. Mai sind 10 Jahre verflossen, seitdem Albert Leo Schlageter für uns gestorben ist. Ein Aufschrei der Empörung ging damals durch das deutsche Land. Ein stiller Trauerzug geleitete die sterblichen Hebcrrcftc Schlageters durch die deutschen Gaue bi- in seine Heimat, wo er seine letzte Ruhe fand nach einem Leben voll Kampf und Heldentum. Auch unsere Stadt berührte damals der Zug, der die AIcberrefte Schlageters mit sich führte. Lehrkörper und Stu­dentenschaft hatten sich aus dem Bahnhöfe ver­sammelt. Unter tiefem Schweigen einer großen Menschenmenge legte der damalige Rektor, Pro­fessor Ggec, einen Kranz am Sarge nieder. Fol­gender Anschlag erschien in der Dorhalle der Universität:

Kommilitonen!

Die Universität ehrt das Andenken Schla­geters, der als deutscher Held für sein Dater- lanö gestorben ist. Er durste nicht in offenem, ehrlichem Kampfe fallen, er ist hingeschlachtet worden von einem Feind, der wider göttliches und menschliches Recht im Frieden in deutsches Gebiet eingebrochen ist und hier raubt, schän­det und mordet. Aber auch Schlageter ist auf dem Felde der Ehre geblieben. Der Platz, da sein Blut vergossen wurde, wird für das deutsche Dolk eine geweihte Stätte sein. In einem freien Deutschland wird dereinst dort ein ragendes Denkmal den Hamen Schlageters späteren Geschlechtern verkünden. Für uns, die wir diese Zeit miterleben, bedarf es keines Denkmals aus Stein. Der Rame Schlageters ist eingeschrieben in unsere Herzen, er wird darin leben als ein Beispiel höchster Dater- landsliebe, des unerschütterlichen Glaubens an die Zukunft des deutschen Dolkes unb der heldenhaften Treue bis zum Tode."

Diese Worte gelten wie damals, so auch heute. Rie werden wir älteren Generationen diesen Mit­kämpfer aus schwerster Zeit unseres Landes ver­gessen!

Die jüngeren Generationen aber, die den Welt­krieg unb seine blutigen Opfer unb bie Rachkriegs­kämpfe mit ihrem stillen Heldentum nicht erlebten, sollen in Ehrfurcht aufblicken zu diesem Helden der Tat, ihm nacheifern und aus seinem Sterben den Mut schöpfen, sich ebenso einzusehen für Deutschland und für das ganze deutsche Dolk, wenn wiederum ein feindliches Heer unsere Grenzen zu überschreiten wagen sollte.

Oie Vergebung von öffentlichen Aufträgen.

WSR. Der hessische Ministerpräsident hat an alle Behörden einen Runderlaß über die D e r - gebung von Aufträgen gerichtet, in dem es heißt:

Die Dergebung von Aufträgen des Staates, der Provinzen, Kreise, Gemeinden und sonstiger öffentlicher Körperschaften und Anstalten ist aus­schließlich Sache der zuständigen Organe dieser Körperschaften. Schon aus rechtlichen Gründen kann es nicht in Betracht kommen, Vergebungen von dem Einverständnis, oder der Zustimmung außerhalb stehender Organisationen,»wie z. B. des Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand, oder sonstiger Einrichtungen, abhängig zu machen. Darüber hinaus muß von den zuständigen Orga­nen der öffentlichen Körperschaften unter allen Mmftänbcn verlangt werden, daß sie bei der Vergebung von Aufträgen als hierfür allein ver­antwortliche Stellen auch jede Einflußnahme von außen her, auch durch Organisationen der genann­ten Art, ablehnen. Für bie Vergebung öffentlicher Aufträge dürfen nur bie Interessen ber auftrag­gebenden öffentlichen Körperschaften selbst, nicht bie Sonderinteressen außenstehender Organisatio­nen oder ihrer Mitglieder ausschlaggebend fein. Ich empfehle strengste Beachtung. Die Ihrer Auf­sicht unterstehenden Verwaltungen öffentlicher Körperschaften, insbesondere die Gemeindever­waltungen, sind entsprechend zu bedeuten. Die Durchführung des Erlasses ist zu überwachen.

OaSneueGesichtdeö Gleiberg-Vereins.

Vom Vorstand des Gleiberg-Vereins wird uns geschrieben:

So manches ist in der letzten Zeit mehr oder weniger friedlich und freiwillig auf den Kurs des neuen Deutschlands gleichgeschaltet worden Zu den Vereinigungen, die im Bewußtsein der neuen Aufgaben ohne jeden äußeren Zwang und allein auf Grund ihrer eigenen Einsicht sich einer ilmftellung umertoarfen, gehört der Gleiberg- Verein, bet am Samstag, 27. Mai, in seiner Generalversammlung diesem neuen Kurs ent­sprechenden Ausdruck geben wird.

Rach Auflösung des bisherigen Vorstandes unb mit der Wahl des neuen übernimmt in Zukunft der Gleiberg-Verein im Rahmen seiner beson­deren Möglichkeiten die Aufgabe, an seiner Stelle ein Glied ber großen deutschen Arbeitsgemein­schaft zu werden, die ihr Ziel in ber enbgültigen Erweckung unb völkischen Erziehung bes Deut­schen Volkes sieht. Wenn bisher der Gleiberg- Verein als Geselligkcitsverein lediglich den Zweck verfolgte, bie ihm eigentümlich gehörige Burg­ruine Gleiberg nach Möglichkeit zu erhalten und wiederherzustellen (§ 1 Der Satzungen) und damit lediglich eine Funktion erfüllte, die ursprüng­lich dem Preußischen Staate oblag, soll nunmehr der Sinn dieses Vereins darin liegen, eine Heimatvereinigung im besten Sinne die­ses Wortes zu werden und ihr oberste- Ziel darin liegen, dem jungen Deutschland eine Stätte Der Erbauung und völkischen Erweckung an einer Stelle zu schaffen, die uralte Tradition zu heiligem Boden werden ließ.

3n dieser Richtung wird alles liegen, was ber neue Vorstand des Gleiberg-Vereins an eigener Arbeit vollziehen wird und was er an bereitwilliger Mitarbeit von allen seinen Mit­gliedern verlangt. Schon heute geht man daran, bie Voraussetzungen für die kommenden Auf­gaben zu erfüllen, indem einmal bie entsprechen­den Satzungsparagraphen eine Qlbcftiberung er­

fahren und zweitens auf der Burg selbst bau­liche Veränderungen getroffen werden, die eine fruchtbare Arbeit mit all den praktischen Rot­wendigkeiten ermöglicht.

Die Generalversammiung am kommenden Sams­tag, 16 Albe, wird den Grundstein zu dem neuen Werk legen Der Gleiberg-Verein erwartet, daß mit Rücksicht auf die Bedeutung dieser Tagung nicht nur alle Mitglieder des Vereins der Ein­ladung des Vorstandes Folge leisten, sondern darüber hinaus noch manch einer zur Stelle ist, der den Wert unb die Ziele der gestellten Auf­gaben anerkennt unb seine eigene Mitarbeit für die Gesamtheit zur Verfügung stellen will.

Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß für Postautobusfe für die Anfahrt der Vorstand des Gleiberg-Vereins Sorge tragen wirb.

Taten für Freitag, 26. Mai.

1521: Luther wird in die Reichsacht getan 1923: Albert Leo Schlageter, von einem französischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt, wird in Düsseldorf erschossen.

Pornotizen.

Tageskalender für Freitag. Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Brand- play, 15 bis 17 Llhr, Ausstellung. Lichtspiel­haus Bahnhofstraße: Weiß Ferdi inDer Meisterdetektiv". Astoria-Lichtspiele:Sprung in den Abgrund" mit Harry Piel.

Aus dem StaDttbentcrburcau wirb uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, 32. und letzte Vor­stellung im Freitag-Abonnement mit einer Ausfüh­rung des deutschen SchauspielsSchlageter" von

Denkt an dieStiftung für Opfer der Arbeit"!

Einzahlungen an Reichskreditgesellschast Berlin W 8, Behrensstraße 21/22, sowie aus deren Reichs- bankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Konlobezeichnung.-Stiftung für Opfer der Arbeit".

Hanns Iohst unter ber Spielleitung von Intendant Dr. Rolf P rasch in der Besetzung der Erstaus­führung. Aus Anlaß der Feier des Gedanktages der 10jährigen Wiederkehr des Todestages Schlageters am 26. Mai hält Paul Nieren als ehemaliger Angehöriger einer Aktionsgruppe und Bekannter Schlageters einen Vorspruch. Bernhard Ed 1 eroon Graeve, der Sprecher der Studentenschaft, wird die Gedenkrede halten. Dann folgt die Ausführung. Dos erste Drama der deutschen Revolution will die Wiedergeburt des deutschen Ehrgefühls, die einer neuen Zeit Wort werden läßt. Der Wille des Volkes, das Gedenken Schlageters zu feiern, ist ein Zeichen für die lebendigen ströme sittlicher Kraft. An den inneren Kräften, Die Schlageter zu dieser Heldentat befähigten, kann die Nation den Weg sehen, der zur eigenen inneren und äußeren Befreiung führt. Gottesglaube, Ehrfurcht und Liebe zu Volk und Hei­mat, das find die Kräfte, die dem deutschen Volke aufaubeden, Schlageter sterben mußte. Das, nur das will bie Aufführung und bie Gedenkfeier am heuti­gen Tage, gewidmet der Erinnerung feines Opfer- todes am 26. Mal 1923. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr und endet 23 Uhr. Gewöhnliche Preise.

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"Probevorlesung. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Dr. med. H. Ä'reitmair, der sich für das Fach der Pharma­kologie und Toxikologie an unserer Universität zu habilitieren wünscht, wirb Freitag, 26. Mai, 18 Uhr, in Der kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema:Die arzneiliche Bedeutung von Rohprodukten und Reinsubstanzen".

** Zeitweise Sperrung Der Boots- h a u s st r e am n ä ch st e n Sonnt ag. Vom Polizeiamt Gießen wird uns mitgeteilt: Die Boyts Hausstraße wird aus Anlaß eines Werbekonzerts des Vereins Uferkritik am Sonntag, 28. Mai, in Der Zeit von 16.30 dis 20 Uhr vom Torhäuschen und der Rübsamfchen Wiese über den Verein Rudersport für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Kreis Schotten.

ßaubad),24. Mai. Bei der hiesigen Stabt- kasse hat der Gehilfe Fr. Kreuder Verun­treuungen begangen, indem er einkassierte Gemeindegelder nicht abgeliefert hat. Er befindet sich bereits in Untersuchungshaft. Kreu- ber hat sich auch bei ber Wetterfelder G e - m e i n b e k a s s e, die er zeitweise verwaltet hatte, Verfehlungen zuschulden kommen lassen, die in ber Hauptsache gedeckt sein sollen. Am Sonntag- abenbabenb trafen sich im Saale des , Schützenhofes" die Mitglieder ber beiden hiesigen Gesangver­eineEintracht" undHarmonie" zum Zwecke des Z u s a m m e n s ch l u s s e s, nachdem sich bereits in einer vorausgegangenen Sitzung bie beiden Vereinsvorstände für bie Vereinigung ausgesprochen hatten. Den Versammlungsvorsitz führte Glaser­meister Heinrich Hertel. Mit großer Stimmen» mehrheit wurde die Verschmelzung Der Vereine be­schlossen. Zum Ebormeister wurde Reallehrer Haas gewählt. Zur Ueberleitung führen bis zum Schluffe des Vereinsjahres die beiden Vorstände die Geschäfte gemeinsam. Der neue Verein führt dcn NamenVereinigte Männergesangoereine Eintracht und Harmonie Laubach".

Kreis Alsfeld.

I Kirtorf, 24. Mai. Gestern erhielt unser Städtchen militärischeEinquartierung, die allenthalben von den Bewohnern freudig empfangen wurde. Eine Kompanie der Rach­richtenabteilung in Cannstadt hält zur Zeit in der hiesigen Gegend -Hebungen ab. Rach ihrem Ab rücken werden die Quartiere für die Rächt zum Donnerstag dem Arbeitsdienstlager in Homberg zur Verfügung gestellt werden, dessen Angehörige unserem Städtchen einen Besuch abftatten wollen. Straßenumbenennungen in Oarmstadt

D a r m ft a b t, 25. Mai. (WSN.) Anläßlich des zehnjährigen Gedenkens des Todestages von Albert Leo Schlageter wird der Rhönring in S d) l a g e - ter - Straße umbenannt. Mit sofortiger Wirkung wurde die seitherige Wilhelminenstraße von der Bis­marckstraße bis zur katholischen Kirche in Peter- Gemeinder-^traße umbenannt. Von ber katholischen Kirche bis zur Karlsstraße bleibt bie Bc-/ zeichnung Wilhelminenstraße bestehen.