Ausgabe 
26.5.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 121 Erstes Blatt

183. Jahrgang

greitag, 26. Mai 1933

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfür denAn-

Wie wird die Balkanisierung Europas überwunden?

Eigenständigkeit des Volkes als Grundlage einer Neuordnung Mitteleuropas.

3burg (b. Osnabrück), 25. Mai. (SU.) Zu einer außerordentlich eindrucksvollen Kundgebung für das Deutschtum gestaltete sich am Himmel- fahrtstage die große Grenzlandtagung in Iburg, unter der Schuhherrschaft des Vize­kanzlers von Papen. Schon in den frühen Morgenstunden rückten ungezählte Tausende in braunem Hemd und in der grauen Uniform, unübersehbare Scharen der DDA.-Iugend, die vaterländischen Vereine und riesige Massen deut­scher Männer und Frauen auf den Straßen nach Iburg an. Um 9 Uhr morgens erfolgte der Einmarsch der einzelnen Verbände und der Emp­fang der Fahnenabordnungen, denen sich von 10 bis 11 Uhr Feldgottesdienste anschlossen.

Einige Minuten nach Cintresfen des Kanzlers erreicht der große Umzug, der von nicht we­niger als 25 Musikkapellen begleitet war und des- fen Vorbeimarsch mehr als eine Stunde in An­spruch nahm, den Festplah. Der Umzug bot in seinem bunten Durcheinander ein malerisches Vild. Voran zogen die Gruppen der mittelalterlichen Trachten, gefolgt von den Gruppen in den Uni­formen des alten deutschen Heeres und der Reiter- vereine, sowie die Chargierten der Universität Münster; dann kamen die VDA.- und DT.-Schul- gruppen aus dem ganzen West- und Aordmünster- tand, Ostpreußen, Saargebiet, Sudetendcutsche, Rheinländer, Kolonien riefen in ihren Gruppen erneut das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Deutschen wach. Vesonders fiel ein WagenGe­fesselte Heimat" auf, der durch eine ge­fesselte Frau eindringlich an die Leiden der in der Tschechoslowakei lebenden dreieinhalb Millio­nen Deutschen erinnerte.

Vizekanzler von Papen sprach dann über den Volksdeutschen Gedanken, entwickelte anknüpfend an die Rede des Reichs­kanzlers .ein neues eindrucksvolles Bild des deut­schen Gesamtvolkes in Europa and wies damit vollkommen neue Wege zur Heber* windung der gegenwärtigen Zer­rissenheit Europas. Vismarcks Reichs* grünöung und die kleindeutsche Lösung hinter­ließen das deutsche Volk in einer Zersplitterung, die nach dem Vertrage von Versailles noch zunahm, so daß heute die Deutschen Euro­pas aus nicht weniger als 25 Staaten verteilt sind. Ein Drittel des deutschen Volkes lebt außerhalb der Reichs­grenzen. Die Pariser Dorortsverträge haben die Balkanisierung Europas be­schleunigt, die Unruheherde vermehrt, die Aufsplitterung der Völker gefördert. Der Min­derheitenschutz des Völkerbundes und des Haa­ger Gerichtshofes hat den dauernd Majorisier­ten, den Staatsbürgern minderen Rechts, keine wirkliche Hi fe geboten. Das passive Schutzrecht versagte, ein aktives Volksrecht fehlt. Minderheitenrecht ist zu einem leeren Mort­idealismus geworden.

Wo liegt der Fehler? Der Staat saugt das Volks­tum auf, läßt nicht Eigenes mehr am Leben. Der kraftvolle Staat braucht aber einen lebendigen Gegenspieler, das Volkstum, das aus Blut und Boden geistiges Leben gebiert.

Das Volkstum ist etwas Lebendiges und Ewiges. Die geschichtliche Einheit von Körper und Seele, von Sprache und Sitte, die ihrem wesen nach auherstaatlich ist, macht die E i g e n- ständigkeit des Volkes aus. Das ahnte die Jugend, als sie den längst verschütteten Quell des Volkstums wieder freilegte. Dies ist auch der gesunde Zug an der richtig verstandenen Rassenidee: Das Den­ken in Bodenständigkeit, in Familie, Geschlech- terfolge und Erbsiäwmen.

Daß gerade wir Deutschen zu einer neuen Staatsauffassung und zu einem neuen volksheitlichen Denken vorstoßen, ist fein Zufall. Die europäische Lage und die Aufteilung unseres Volkstums in zahl- reiche Staaten zwingt uns zu unablässiger Betrach­tung des Problems, an dessen mangelhafter Lösung das baltanifierte Europa krankt. Verkehr, Arbeits­teilung, wirtschaftliches Raumdenken, Unhaltbarkeit der Zollmauern und der rechtlichen Auseinanderent- wickelung zeigen deutlich, daß alle konsolidierenden Bestrebungen in Europa an der Sicherung der Volkseinheit, an dem eigenständigen Volke nicht oorübergehen können, daher auch nicht an der völkischen Autonomie und einem neuen Föderalis­mus.

Wenn der deutsche Reichskanzler in seiner großen außenpolitischen Rede davon sprach, daß das revo­lutionäre Deutschland jede Germanisierung verwerfe und eine besondere Achtung vor den Volks­tum e r n, gerade der Kleinen, hege, so hat er sich auch auf außenpolitischem Gebiet als europäi­scher Revolutionär im Geistigen gezeigt.

Der Gedanke der Eigenständigkeit der Völker wird einer der großen revolutionären Errungen­schaften des Rachkriegsdeutschlands werden. Er weist den weg zur europäischen Zusammenarbeit und zur Ueberwindung einer unheilvollen Zer­splitterung und eines Gegeneinander der Kräfte, die Europas Wettstellung gefährden. Es darf nicht bei einem völkertrennenden Rattonalismus bleiben, sondern muß zu einer völkerver­bindenden Sicherung der Volks- (ümer kommen.

Deutschland sieht die Pflicht, diese Wandlung einzu- leiten. Diese Pflicht geht aus der Friedenssehnsucht des deutschen Volkes und seiner Verantwortlichkeit für Guropa hervor und aus der Notwendig­keit, Mitteleuropa neu zu ordnen. Ohne es in kriegerische Experimente zu verwickeln, für die das nationalstaatliche Denken einen großen Anreiz bietet. Das liberalwestliche Staatsdenken muß durch eine Neuordnung abgelöst werden, die das Nebeneinanderleben der Völker in unserem gequäl­ten Erdteil sicherstellen wird.

An Reichskanzler Adolf Hitler.

von Iburg aus hat Vizekanzler von Papen an Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Telegramm gerichtet:Die gewaltige volksdeutsche Kundgebung auf der Iburg, bei der ich die Ehre habe, Sie und die Reichsregierung zu vertreten, ist e i n flam­mendes Bekenntnis des Gesamtdeutsch­tums 3 u dem geistigen Umbruch unse­rer Tage und zu den Männern, in deren Hände der Feldmarschall die Führung des neuen Deutsch- tands legte- Sie haben, Herr Reichskanzler, in Ihrer bedeutsamen Reichstagsrede als einen weiteren Be­weis unseres Friedenswillens vollkommen neue Wege f ü r eine volksdeutsche P o - l i t i f gewiesen, und es ist klar, daß das durch den Versailler Vertrag baltanifierte Europa mit seinen zahlreichen entrechteten völkischen Minderheiten nur durch bewußte Abkehr von dem natio­nal st aallichen Prinzip und durch neue politischeMethodendemwahrenFrie- den zugeführt werden kann. Ich hoffe und

bin überzeugt, daß die Ausführungen, die ich heute im Sinne dieser Zielsetzung habe machen dürfen, den weg bereiten Helsen zu einem Recht f ü r die v o lk l i ch e n Einheiten in einem Europa des Friedens und der Wohlfahrt.

gez. Vizekanzler von Papen."

AnSllang der Grenzlandtagung.

Am Rachmittag fand eine große Kundgebung der DDA.-Iugend statt, auf der Pfarrer Schmidt-Wodder aus Tondern, als Vertre­ter des Saargebiets Hoyer aus Reunkirchen, Dr. Steinacher für den VDA., und der Rek­tor der Universität Münster, Prof. Raen - d r u p, über die kulturellen Interessen und Ziele des Grenz- und Auslanddeutschtums und von den Kämpfen um die deutsche Heimat und deut­sche Scholle jenseits der Reichsgrenzen sprachen. Abends traf Vizekanzler von Papen wieder in Iburg ein. Er wurde von der SA. im Burghof des Schlosses Iburg feierlich empfangen und zum Rittersaal geleitet, wo der Bürgermeister von Iburg dem Vizekanzler das Ehrenbürger­recht von Iburg überbrachte, das der Kanz­ler mit kurzen Dankesworten annahm. Dann folgte der große Dekenntnisakt von der Kanzel gegenüber Dem Iburger Schloß, das im Lichter- glanz erstrahlte. Zu Füßen der Kanzel hatte sich eine vieltausendköpfige Menge angesammelt. Es sprachen hier weiter Oberregierungsrat Hoff- mann,Berlin, für die Heimattreuen Ost- und West- preußen, sowie Vertreter des Sudetendeutschtums und der Rordmart. Alle Reden gipfelten in einem glühenden Bekenntnis zur deutschen Heimat und zur deutschen Kultur.

polnische Greuelpropaganda in Danzig an der Arbeit.

Wie ein Hetzfilm zu Wahlzwecken gegen die Danziger NSDAP, gedreht wurde.

Danzig, 24. Mai. (CNB.) Der Warschauer Filmoperateur Marjarn F u k s war auf Empfeh­lung des Vertreters tzesKurjer Porcmny", der vor einigen Tagen das bekannte Interview mit dem Gauleiter der NSDAP. Albert Forster hatte, nach Danzig aekommen, um einige Filmaufnahmen vom Wahlkampfzur Vermeidung von fal­schen Darstellungen" zu machen. Fuks stellte sich bei allen maßgebenden Danziger Behördenverlretern vor und suchte besonders mit der NSDAP. Fühlung zu bekommen, die sich aber in sehr begründetem Mißtrauen ablehnend verhielt. Das Mißtrauen ver­stärkte sich, als Fuks den Wunsch äußerte, die Füh­rer der NSDAP, sowie eine Schuposiedlung 3U fil­men und vor allem, als man erfuhr, daß er sich auch mit der diplomatischen Vertretung der Repu­blik Polen in Danzig in Verbindung gesetzt hatte.

Fuks wurde fe ft genommen als er in Zoppot e,inen Hetzfilm gegen d i e Danziger Nationalsozialisten drehen wollte. Bei seiner Vernehmung sagte er aus, daß feine Filmauf­nahmen zum Zwecke der Zusammenstellung eines Wahlkabaretts erfolgt seien. Sein Auftraggeber sei der polnische Volkstagskandidat Dr. Maczyn- f k i gewesen. Dr. Maczynski ist der Vorsitzende des Verbandes zur Förderung der Danzig-polnischen Wirtschaftsbeziehungen", einer mit dem Ziele der Ausschaltung der Danziger Handelskammer ins Leben gerufenen polnischen Handelskam­mer. Dr. Maczynski steht in ständiger engster Ver­bindung mit der diplomatischen Vertretung der Republik Polen in Danzig.

Der von Fuks vor dem Viktoria-Garten in Zoppot aufgenommene Film ist auf dem Polizei­präsidium entwickelt worden. Er stellt das A l l e r s ch l i m m st e dar, was man sich auf dem Gebiete der verlogenen Greuel* propaganda denken kann. Zwei als Ju­den frisierte Schauspieler wurden von zwei als SA.-Leute verkleideten Be­gleitern des Fuks mit Gummiknüp­pel-Attrappen zu Boden geschlagen und mit Fußtritten bearbeitet. Die Ermittlungen haben bisher ergeben, daß zwei von den vier Akteuren polnische Eisen- bahn beamte sind. Der Zoppoter Vorfall zeigt die Methoden, mit denen polmscherseits gearbeitet wird, um die Sicherheitsverhältnisse in Danzig als mangelhaft hinzustellen und der polnischen Forderung nach Internationali­sierung der Danziger Polizei Rach- druck zu verleihen, nachdem die bisher zu diesem Zweck angeführten angeblichenUeberfälle auf Polen und Juden sich zum Teil als maßlos übertrieben, zum Teil sogar als unwahr heraus- geftellt haben und von den Dölkerbundsinstanzen nicht als stichhaltig bezeichnet worden sind. Es kann gar nicht genug mit allem Rachdruck betont werden, daß in Danzig die Ruhe und Ordnung dank der bewunderungswürdigen Disziplin der gesamten Danziger Bevölkerung, vor allem der uniformierten Verbände der RSDAP-, nicht im geringsten gestört sind.

Geld und Politik.

AmerikanischeStaatSmänneralSbevorzugteKundendesBankhausesZ.P.Morgan

Oie Kundenliste.

Auch Schatzsekrctär Woodin, Coolidge, Aoung und Parker Gilbert.

Washington, 25. Mai. (TU.) Der Senats- ausschuß zur Untersuchung des Geschäftsgebahrens der Firma I. P. Morgan L Co. gab eine ver­trauliche Liste derjenigen Morgan- Kunden bekannt, die beim Ankauf von Wert­papieren bevorzugt behandelt worden sind. Die Lifte enthält zahlreiche Namen bekannter Per­sönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, darunter Schatzsekretär Woodin, ferner den ehe­maligen Schatzsekretär der Regierung Wilson, M c - A d o o , der übrigens Schwiegersohn des Präsidenten Wilson ist, ferner den Kriegsminister der Regierung Wilsons Newton Baker. Ein weiterer Dorzugs­kunde der Firma Morgan war der Vater des Poung- plans, Owen D. P o u n g. Es handelt sich um her­vorragende Mitglieder der Demokratischen Partei. Morgan hat unter diese Kunden u. a. 1,25 Millionen neue Aktien der Alleghcmy Co verteilt, die daraufhin ihren Kurswert verdoppelten.

Der Ausschuß har weiter festegestellt, daß au ch der frühere Präsident Coolidge zu den bevorzugten Morgankunden gehörte, die neu aus­gegebene Wertpapiere bedeutend unter dem Markt­preis kaufen konnten. Coolidge hat diese Geschäfte

allerdings er st nach Ablauf feiner Amts­zeit gemacht. Trotzdem wird das Verhalten von Coolidge als eine indirekte Bestechung angesehen, weil Coolidge in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Landestransportausschusses von großer Bedeu­tung für die Interessen der Firma Morgan war. Auch der frühere Reparationsagent Parker G i l- b er t ist Vorzugskunde der Morganbank gewesen. Der Kauf der Alleghany-Aktien fand zu der Zeit statt, als Parker Gilbert noch Mitglied der Repa­rationskommission war. Auf die Frage des Staats­anwalts, ob Morgan an den Entscheidungen der Reparationskommission sehr interessiert gewesen sei, antwortete fern Teilhaber Whitney, daß die Morganbank keine besonderen Interessen in Deutschland hatte.

Trotz des Einspruches von Morgans Anwalt hat das Komitee doch eine Liste von 60 füh­renden Bankbeamten und Bankdire- toren bekanntgegeben, die in den letzten Jahren von Morgan & C o. Darlehen erhol* t e n haben. Es befinden sich darunter Rorman Davis, der Delegierte Amerikas auf der Gen­fer Abrüstungskonferenz, Vizepräsident Dawes, Charles E. M i t ch e l l, der ehemalige Vorsitzende der Rational-Cith-Bank. und Myron Taylor von der RS. Steel Corporation. Die ge­samte Presse steht unter dem Eindruck der Enthüllungen über Morgan, die in der

amerikanischen Oeffentlichkeit ungeheuere- Aufsehen erregt haben. Senator Borah forderte Roosevelt indirekt auf, Schatzsekretär Woodin sofort zu verabschieden, da das amerikanische Volk in der gegenwärtigen schwieri­gen Lage nur einen Finanzminister brauchen könne, der über jeden Verdacht erhaben sei. Woodin selbst lehnte jede weitere Erklärung über die An­gelegenheit mit dem Hinweis ab, daß er zur Zeit der Transaktion keine öffentliche Stelle innegehabt habe.

München gedenkt Schlageters.

München, 25. Mai. (ERB.) Im Osten Mün­chens fand am Himmelfahrtstag eine Schlagcter- Gedenkfeier statt, zu der sich trotz regnerischen Wetters etwa 3000 Personen eingefunden hatten. An der Feier nahmen u. a. teil SA., Arbeits­dienst, HI., RSBO., Abordnungen der Schuh­mannschaft, Feuerwehren, Schützen- und Turn­vereine. Kricgsopferverbände und katholische Or­ganisationen. Die Gedenkrede hielt Abt Schach- Leitner, der den Heldentod Schlageters feierte und u. a. erklärte. Für die Seelenruhe solcher Toten zu beten, ist Christensache. Auch im Kampfe für das Dritte Reich und seinen Führer weihten sich Hunderte dem Tode in diesem Kampfe um Deutschlands Befreiung.

Der Schlageter-Sturm beging das Andenken an den Toten mit einer Feier i in Odeon, mit der er zugleich die Erinnerung an sein zehnjähriges Be­stehen verband. Sturmführer Barth, ein Mit­kämpfer Schlageters, gab ein kurzes Lebensbild fei­nes Kameraden. Staatsminister des Innern Adolf Wagner stellte in einer Ansprache Schlageter als das leuchtende Vorbild für alle hin. Der Minister schloß daran die Mahnung an die Abseitsstehenden, sich heute ihrer Pflicht zu erinnern.Wir müssen uns", so sagte der Minister,aber auch die Aner­kennung der Welt erringen. Sie ist notwendig für ein Volk, das sein Lebensrecht verteidigen will. In gemeinsamer Arbeit stürmen wir vorwärts wie der- einst Schlageter. Es geht um das Schicksal des deut­schen Volkes."

Eine Schlageier-Tafel auf der Zug- spitze enthüllt.

München, 26. Mai. (CRD. Funkspruch.) Bel Sturm und Kälte wurde am Himmelfahrtstage auf dem Zugspitzengipfel eine Schlagcter-Gedenk- tafd wieder enthüllt, die beim Bau der bayerischen Zugspitzenbahn mit der Bestimmung abgenommen worden war, sie am zehnten Todestage AlbSrt Leo Schlageters wieder anzubringen. Der bayerische Etaatsminister des Innern Wagner nahm den Weiheakt vor. Die Erinnerungstafel solle eine Mahnung sein für alle Deutschen, mitzuhelfen an der Aufbauarbeit, sie möge aber auch eine Warnung sein für diejenigen, die noch immer ge­neigt seien, sich dem neuen Deutschland entgegen* zustellen. Das Opfer Schlageters soll nicht um­sonst gewesen sein. Wir wollen schworen, eS diesem Helden gleichzutun.

Oie Glaubensbewegung «-Deutsche Christen" begehrtWehrkreis- Pfarrer Müller zum Reichöbifchof.

Berlin, 26. Mai. (ERB. Junffprud).) In einer Erklärung der Reichsleilung der Glaubensbewegung Deutsche Christen" wird darauf hingewiesen, daß die evangelische Blschofssrage noch nicht ent- schieden sei, wie es nach voreiligen Meldungen scheinen konnte. DieDeutschen Christen", heißt es in der Erklärung weiter, begehren Mehr- kreispfarrer Müller zum Reichsbi- f ch o f, weil er ein Seelsorger ist, der zu schlichten, deutschen Menschen zu sprechen weih. Sie begehren ihn, weil er im Gehorsam gegen das Evangelium den Glauben bezeugt, der uns vor Gott in die Ver­antwortung für das Volk stellt. Die Führer der GlaubensbewegungDeutsche Christen" aus allen deutschen Gauen haben sich einig zu diesem Manne bekannt. Er muh der erste deutfch- eoangelische Reichsbischof werden!

Besprechung der Finanzminister.

Berlin. 24. Mai. (WTB.) In der Bespre­chung der Finanzminister der Länder im Reichs­finanzministerium gab der R e i ch s m i n i st e r der Finanzen ein zusammenfassendes Bild über die öffentlichen Finanzen. Er unterstrich die R o t w e nd i g ke i t rücksichtsloser Sparsamkeit und die Unterordnung aller Wünsche unter den beherrschenden Gesichtspunkt der Bekämpfung der Arbeitslosig­keit. 2n großen Zügen wurden die Pläne über die Organisation und Finanzierung der Arbeits­losenfürsorge und Möglichkeiten der Arbeits­beschaffung mitgeteilt. In der anschließenden Aussprache ergab sich eine vollständige Ucbereinftimmung aller Beteiligten in den grundsätzlichen Fragen

Oer Obmann der Großdeutschen

Partei Or. August Wottawa f.

Wien, 24. Mai. (CNB.) Der bekannte öster­reichische Politiker Dr. August Wottawa erlag in Linz einem Herzschlag Dr. Wottawa entstammt einer altösterreichischen Beamtenfamilie. Er wurde 1900 Mitglied der Hauptleitung des Deutschen Schul- oereins. Während des Krieges leitete er u. a. den Hilfsausschuß für die Deutschen aus dem Küsten- lande. 1918 war Dr. Wottawa einer der Gründer der Nationaldemokratifchen Partei in Wien, dir