Donnerstag, 2f>.3<wuar]953
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Nr. 22 Zweites Blatt
Erst auf der Fahri nach dem Osten spürt man, wie groß Deutschland ist. Auch zwischen Süd- und Mitteldeutschland verändert sich die Landschaft, aber der Hebergang und auch der Zusammenhang ist noch festzustellen. Fährt man von der Reichshauptstadt aus nach Rordosten, so glaubt man sich nach einer Stunde in einem anderen Land, dessen Wesensverwandtschaft mit mitteldeutschen und west- oder süddeutschen Gegenden äußerlich nicht erkennbar ist. Die Erde ist grauer und blasser. Der Himmel hat, selbst an klaren Tagen, eine andere Farbe. Wenn die Menschen lachen, so lachen sie anders, man glaubt, sie würden nicht recht froh b-bet Ihre Schwermut rührt nicht aus irgendeiner Gefühlsseligkeit her. Sie kommt aus dem von Sturm und Kälte wetter- harten Boden, der in Jahrtausenden deutscher Geschichte viel Kampf und Tod und nur einen sehr späten Frühling nach langer winterlicher Armseligkeit erlebt hat. Die Erde gibt frier den Menschen unbewußt ihre Gefühlsströme und sie werden sich selten darüber klar. Aber ihre Gefühlswelt, auch ihre Haltung ist dafür um so kräftiger und lebendiger.
als wenn er als eigene staatliche Unternehmung nebenher liefe. Jehl nämlich wird deutlich, was Jugendführer aller Bünde schon immer wußten, was aber in der Öffentlichkeit oft verkannt worden ist: daß nämlich die großen Bünde deutscher Jugend, die — eine in der Welt wohl einzigartige Erscheinung — in Deutschland jetzt schon weit mehr als die Hälfte der jungen Generation umfassen, alles andere sind als eine „Interessengemeinschaft" zur „Befriedigung jugendlicher Bedürfnisse". Biel eher mag man sie alsPflanzschulen des Gemeinschaftswillens, oder als Erziehungsstätten zur Eingliederung jungen Lebens in die großen Gemeinschaftsformen von Kirche und Staat ansprechen. Aus der weltanschaulichen Verwurzelung dieser Iugendbünde schöpft diese Erziehungsarbeit ihre tiefste bindende Kraft, wie ja auch nach außen hin die Eigenart dieser Iugendbünde im Unterschiede von dem „Bereinswesen" der Aeiteren darin zum Ausdruck kommt, daß der junge Mensch ihnen ausschließlich angefrört, d. fr. daß ihm die gleichzeitige Mitgliedschaft in mehreren solcher Bünde mehr und mehr zur Unmöglichkeit wird. Für den Außenstehenden, der noch in den Vorstellungen früherer „Vereinsmeierei" auf dem Gebiete der „Jugendpflege"^, oder in der Problematik der „Jugendbewegung" lebt, mag das alles überraschend und saft unglaublich scheinen. Der unmittelbar Beteiligte weih, daß sich gerade auf diesem Gebiete in den letzten fünf Jahren eine tiefgehende innere Erneuerung der Jugendbünde vollzogen hat. Man mag sie mit dem Fach ausdruck eines bekannten Staatsrechtlehrers als den „Prozeß' der staatlichen Integration" bezeichnen und darf davon für die Zukunft des Verhältnisses der kommenden Generation zum Staate Entscheidendes erwarten.
Was bewegt die deutschen Menschen im Osten heute so sehr? Hier in der Grenzmark hört man es oft genug: nicht die Rahe Der Polen, nicht die Armut des Landes ist es, was am stärksten bedrückt. Die Menschen dort fühlen sich, soweit sie politisch denken (und das geschieht in sehr weitem Rahmen) u n v e r st a n d e n v o m anderen Deutschland. 5)a8 toag Jur die anderen Deutschen selbstverständlich ist, bedeutet für sie täglich einen neuen Kamps: den Zusammenhang finden und bewahren mit der Ration, sich selbst Sicherheit und Ruhe zu schaffen in Dem Bewußtsein, zu Deutschland zu gehören.
Das slawische Element ist nach tote vor stark.. Wenige Kilometer weiter, an dem Grenzstein, lassen die Polen keine Gelegenheit vorübergehen, um zu zeigen, daß sie eines Tages in dieses Land einrücken wollen. Die Wirtschaftslage ist, weil das Land von den Erträgnissen des Bodens abhängt, verzweifelt schlecht.
„Man kennt uns ja gar nicht. Für die meisten Leute in Westdeutschland ist der Korridor ein paar Kilometer breit. Wer weiß, daß wenig mehr als 2 V-Zugstunden hinter Berlin die polnische Grenze liegt? Und auch in Berlin hat man in politischen Kreisen allzu oft die Vorstellung, als hätten Ausgaben der Osthilfe den Zweck gehabt, das Ostland mit Lurusautomobilen zu versehen. Wer weiß, wie es frier geht?"
An mehreren Stellen in der Grenzmark hörte ich jetzt w eder, daß polnischeHypothcken- banken den V'rsuch machen, auf grobem und ve.st d em Wege s hr günstige Hypotheken an deutsche Bauern zu geben, die sich in großer Rot befinden und auf diesem „kalten Wege" in das deutsche Ost land vorzudringen. Die Bauern haben solche Ansinnen regelmäßig abgelehnt, trotz Der Gefahr, unbeschadet aller Sicherungsverfahren von Haus und Hof gejagt zu werden. Don Osten her umschmeichelt man sie. vom Westen werden sie abgestoßen. Täglich wiederholen sich folgende Vorfälle: eine Grenze läuft mitten durch das Dorf, an der polnischen Seite stehen ständig Wachposten mit scharf geladenem Gewehr. Das Vieh eines Bauern läuft hinüber zum nächsten Haus, also nach Polen. Das Vieh wird beschlagnahmt und niemals sieht es der Deutsche wieder. — Heber die Grenze bringen täglich Rachrichten von Quälereien, bie bie Polen jenseits bet
ein verhängnisvoller Trugschluß, wenn man bie Dienstpflicht bes jungen Mannes für bie Dcr- teibigung bes Vaterlanbes mit bet Waffe ohne weiteres in eine Linie rückt mit einer Arbeits- bienftpflicht. Hier wirb der wesentliche, ich möchte sagen schöpfungsmähige Charakter ber Arbeit als bes Broterwerbs verkannt. Er darf zum mindesten Dort, wo es sich nicht um Arbeiten, die ausgesprochenermahen Dem gemeinen Rutzen dienen, handelt, nicht außer acht gelassen werden. Aus diesen Erwägungen heraus hat sich bekanntlich auch die unter meiner Leitung stehende „Evangelische Jugend Deutschlands" als die Gesamtheit aller evangelischen Jugendbünde in einer Eingabe an das Reichskabinett soeben in der Frage des Studentischen Werkjahres gegen dessen zwangsmäßige Einführung und zugunsten eines freiwilligen, auf das Studium anzurechnenden Werksemesters ausgesprochen. Die Entscheidung des Reichskabinetts hat dem Rechnung getragen.
Cs ist deshalb auch alles andere als nur eine Opportunitätsfrage, wenn die Maßnahmen, die das Reichsturatorium für Jugende tücht gung entsprechend dem Erlaß des Herrn Reichspräsidenten eingeleitet hat, d i e Selbständigkeit derJugendbünde in vollem Hmfange achten und sich vielmehr ifrrer freiwilligen Mitarbeit in weitestem Maße bedienen. Der Geländesport, in dieser Weise nach einheitlichen Richtlinien in das Leben der Jugendbünde eingegliedert, gewinnt sür die Staatserziehung der jungen Generation eine ganz andere Bedeutung,
Zugenv und (Staat
Don Deichswart D. h c. Erich (Sfanae.
Ziemlich jäh und unvermittelt tauchte wahrend des oergangenen Jahres im Anschluß an Ausführungen bes damaligen Reichsinnenministers Gcoe- n e r der Gedanke der Bildung einer „>r-taats- jugend" in der öffentlichen Aussprache auf. Umwittert von Mißverständnissen, oerroirrt durch ausländische Vorbilder, verlief die Diskussion mehr stürmisch, als aufbauend und nahm dann mit dem Erlaß des Herrn Reichspräsidenten über d t e Gründung eines Reichskurator i ums fürIugenbertüchtigungein ebenso rasches Ende. Es wurde durch diesen Erlaß mit erfreulicher Eindeutigkeit klargestellt, daß nicht daran gedacht werde, in das Eigenleben der bestehenden Bünde der Jugend im Interesse einer neuen staatliche» Jugendorganisation einzugreifen. oo bheb schließlich nur ein Trümmerfeld von Denkschriften aller möglichen großen und kleineren Gruppen zurück, während Pie zähe, aufbauende Arbeit, wie sie die Iugendbünde schon immer der öffentlichen Diskussion oorgezogen hatten, weiter ihren Weg
An der deutschen Ostgrenze
Oie seelische Not der Grenzmark.
Don Ewald Bvchberaer
nahm. . v. r _
Trotzdem lohnt es, noch einmal auf diese Vor- ; gänge zurückzuschauen. Steht doch sowohl hinter den Maßnahmen der Reichsregierung auf dem Gebiete der Jugendarbeit, wie auch hinter jenen bewegten Diskussionen etwas, was der Aufmerksamkeit ja der warmen Sympathie aller Staatsbürger wert ist. Jene Wandlung, die sich in den vergangenen Jahren für die Kundigen langsam anbahnte, ist heute deutlich vor aller Augen: em neuer Wille der Iugendbünde zum Staate!
Einer jener Oberstudiendirektoren, die mit ihrer Prima ein wirkliches Vertrauensverhältnis haben , und darum wissen, was in den jungen Köpfen vorgeht, drückte es gesprächsweise neulich einmal so aus, daß er sagte, der Wille zum D i e n st am Volksganzen sei in der jungen Generation heute wieder neu erwacht, es gehen ihr gar nicht so sehr um Parteipolitik, die zeitweilig die jungen Köpfe vorzeitig heiß machte, auch nicht um die Fragen ihrer künftigen Lebensstellung, sondern es Ei vielmehr eine Art Einsatzbereitschaft ü r das Ganze in ihnen lebendig. Soweit die ugenbbünbe in Frage kommen, trifft diese Beob- achtung weithin auch auf bie Kreise ber werktätigen Iungmannschaft zu, während es daneben selbstverständlich heute wie immer einen erheblichen Prozentsatz junger Menschen gibt, die in den Tag hineinleben, ober in Stumpfsinn versinken.
Auch wenn man sich vor jebei llebertreibung hütet, wirb man sagen dürfen, baß der Freiwillige Arbeitsdienst seinen überraschenden äußeren Aufschwung nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen erlebt hat, sondern daß dahinter durchaus auch etwas von jenem eben gekennzeichneten Dienstwillen ber jungen Generation steht. Die unmittelbare Erfahrung von mehr als zweihunbert Einsätzen im Freiwilligen Arbeitsdienst, die das evangelische Iungmännerwerk Deutschlands aufweist, hat gelehrt, daß gerade dort, wo das Lager In der geschlossenen Form einer völligen Lebensgemeinschaft und getragen von einem Sern hündisch zusammengeschlossener Jugend burchgetuyrt wird, trotz aller unvermeidlichen Härten des Dienstes der Wille zum Einsatz für das Ganze stark mitspricht. Daraus folgt Dann freilich auch daß hier gebieterischer als sonst beim Ablauf der Arbeitsdienstzeit die Frage „Was nun7 auf- taucht und ganz unabweisbar z u r S l e d l un g hindrängt. Es würde eine unverantwortliche Vergeudung besten jungen Wollens innerhalb unseres Volkes bedeuten, wenn hier nicht bald neue Möglichkeiten erschlossen werden, mögen sie auch noch so primitiver Art fein.
Anderseits ist gerade an diesem Beispiel nicht zu verkennen, daß neben der Gebundenheit welt- anschaulichcr oder sonstiger Gesinnung wie sie hinter den großen Jugendbünden steht. Die Freiwilligkeit des Einsatzes ein wesentlicher Faktor für das Gelingen war. Es ist
Federmann und Mücke sitzen in der Straßenbahn. Mücke liest die Zeitung. „Du", fragt er. »was ist das eigentlich: Generalnenner?"
„Das will ich dir erklären", sagt Jedermann. „Erstens heißt es nicht General Renner, sondern General Renner. HnD zweitens ist es kein General, sondern ein früherer österreichischer Bundeskanzler." e
Mücke ist bei Federmann zu Besuch. Jedermann schenkt Rotwein ein. „Diesen 'Wein", sagt er, habe ich spottbillig auf einer Auktion gekauft. Was, meinst du, kostet die Flasche 7'
Mücke probiert den Wein. „Hm", murmelt er, .vier Mark?" .
„Menschenskind", fährt Federmann auf, „Du hast ja keine Ahnung von Rotwein. Das ist ein 1911er Latour, Schloßabzug."
Ra ja", probiert Mücke von neuem. „Sechs Mark 7'
„Ha!" lacht FeDermann auf, „Reunzehnhundert- elfer ist im Handel kaum mehr zu haben. HnD Schloßabzug schon gar nicht. HnD Latour überhaupt nicht."
„Zehn Mark', sagt Mücke.
„Zehn Mark7' nickt FeDermann, „das wäre immerhin ein Preis." u
„HnD was hast du nun wirklich bezahlt { fragt Mücke.
„Drei Mark fünfzig", sagt Federmann.
Jedermann.
Don Hans Nieban.
Federmann hat einen Steinbutt gekauft. „Was kostet er denn?" fragt Mücke.
„Eine Mark fünfzig das Pfund, sagt AeDer-
„Diel zu teuer“, schüttelt Mücke den Kopf , vor einem halben Jahr haben wir doch bei demselben Händler das Pfund für fünfundneunzig Pfennig gekauft."
„Habe ich dem Mann auch gesagt' , nickt Federmann, „aber davon hatte er keinen mehr Da.
Federmann und Mücke sitzen in der Eisenbahn.
Der Zug hält.
„Guck' mal“, ruft Mücke, „zwei Mädchen! Hoffentlich kommen sie in unser-Abteil."
” „Kleinigkeit", sagt FeDermann, ich brauche Den I Mädchen nur in Die Augen zu sehen, ihnen mm« nen Willen aufzuzwingen, und sie steigen be- I stimmt bei uns ein."
„Also los", lächelt Mücke.
FeDermann öffnet Das Fenster und guckt Den Mädchen in Die Augen. Die Mädchen stutzen, bleiben stehen und steigen in da- Abteil.
„Siehst du wohl", flüstert FeDermann. „Fabelhaft", nickt Mücke.
In Diesem Augenblick kommt der Schaffner. „Meine Herren, Das geht aber nicht .sagt er. „Sie müssen das Frauen ab teil sofort verlassen."
Jedermann hat geangelt. Drei Stün^n lang ohne Erfolg. Dann aber hat er einen Fisch gefangen, der ist siebzig Zentimeter lang und sechs Pfund schwer. ... .
„Donnerwetter", staunt Mücke, „was ist Denn das für ein Fisch?" .
^Aber bitte sehr", fährt Federmann fort. „Der Mann, Der Die ganze Zeit neben nur 5^^ hat es, als er den Fisch sah, ausdrücklich gesagt."
Federmann ist bestohlen toortem. Jedermann
men. ..dies- Fläche «ognaf Batest Eigen- tum. Woran erkennen Sie sie wieder <
„2In Den Drei Sternen", sagt Jedermann.
Aber erlauben Sie mal", lächelt der Richer, ich zum Beispiel habe zu Hause auch eine Flasche Kognak mit drei Sternen."
Mir sehlen auch", sagt FeDermann, „mir fehlen auch zwei Kaschen Kognak."
16000 Kilometer zu pserde.
Es ist ein ergreifender Gedanke, daß gerade in unfern Tagen, in denen das Pferd, Der treue Gefährte Der Menschheit Durch so manche Jahr- taufcnDe, immer mehr Durch Maschinen ersetzt toirD, eine bisher unerreichte Leistung Der Reiterkunst vollbracht toorDen ist. Die Geschichte dieser Tat von außerordentlicher Ausdauer unD höchstem Mut
wird in einfacher und anschaulicher Weise von dem Dollbringer, dem Schweizer A. F. Tschif- f e l h , in seinem in London erschienenen Buch „Dom südlichen Kreuz zum Polarstern" erzählt. Die eigentlichen Helden dieses Reit-Rekordes sind zwei Pferde. Mancha und Gaio, die „zu den Hnsterblichen des Pferdegeschlechtes gehören". Was er getan hat, faßt Tschifsely in den schlichten Worten zusammen: „Ich ritt gegen 16 000 Kilometer in zweieinhalb Jahren. Don Argentinien wandte ich mich nördlich, überritt eine wüste Gebirgskette von 5000 Meter, kam dann durch dampfende Hrwälder über den Jstmus von Panama, durch Mittelafrika und Mexiko. bis nach den Dereinigten Staaten. Ich erreichte Washington mit denselben beiden Pferden, mit Denen ich losgeritten war, zwei Ponys, Die beim Beginn Des Rittes 15 unD 16 Jahre alt waren." Zweimal reifte Tschifsely auf kurze Strecken mit seinen bei* Den PferDen zu Wasser: öfters muhte er auch auf feinen eigenen Füßen klettern ober waten, aber im allgemeinen machte er Den riesigen Weg doch auf Dem Rücken Der Pferde und durchquerte mit ihnen Argentinien, Bolivien, Peru, Ecuador (Solombia, Panama, Costarica. San Salvador, Guatemala, Mexiko und die Bereinigten Staaten. Jedes Gebiet stellte ihm besondere Hindernisse entgegen: Höhen von mehr als 5000 Meter, Wüsten, Sümpfe, Hrwälder, reihende Ströme, Treibsand, der ifrn mit fortzog,_ Abgründe und Schluchten und, besonders gefährlich, schwankende Brücken, die über sie hinführten. Hn- ter den Menschen, denen er begegnete, mit Denen er freunDlich oDcr feindlich verkehrte, waren Indianer, Räuber, Revolutionäre, Beamte und Führer. Man erfährt aus diesem knappen Bericht die seltsamsten Dinge, so z. B. dah es in Mexiko einen besonderen Tanz für alte Frauen gibt. Die beiden Heroen dieser Reiter-Odyssee, Mancha und Gato, sind zwei argentinische Pferde, und um Die hervorragenDen Eigenschaften Dieser Rasse zu zeigen, unternahm Tschifsely seinen Ritt Durch elf CänDer. Er hebt hervor, Dah Die Tiere von spanischem Vollblut abstammen, das Damals Das Beste in Europa war, als es nach SüDamerika eingefüfrrt tourDe, wo es bis zur Entdeckung Durch Die Europäer keine Pserde gab. Die beiden Ponys, früher das Eigentum eines patagonischen Häuptlings, waren vollkommen toilD, als sie eines Morgens zu Tschiffelh nach Buenos Aires gebracht wurden. Sie sind jetzt 21 und 22 Jahre alt unD haben sich Die Zeit Der Ruhe, Die ihnen gegönnt toirD, wohl verDient. Sie leben auf einer
Die Tochter des bei ber „Titanic"-Katastrophe ums Leben gekommenen Millionärs I. I. A st o r , bie in erster Ehe mit bem russischen Fürsten Obolensky verheiratet war unb sich bann in bem amerikanischen „Trennungsparabies“ Reno scheiben ließ, hat sich soeben mit bem jungen Raimunb von Hoss- mansthal, bem Sohn Des verstorbenen österreichischen Dichters, oermählD____________
Grenze an Den Deutschen BrüDem verüben. Jeden Tag, ohne Hebertreibung, gibt es neue Radel- stiche, die niemals vernarben und die die Bitterkeit dieses Lebens immer fühlbarer, immer lastender machen. — Zu derselben Zeit laufen in Der Grenzmark Die Deutschen Bauernsohne ohne Arbeit umher, D.e Arbeitslager haben, auch Das zeigt sich hier in Der Grenzmark, nur beschränkte Bedeutung. Seit JahrhunDerten haben Die Deutschen Bauern im Osten Das Bewußtsein gehabt. Die Waffe zu tragen. unD Dieses Bewußtsein machte sie stark. Jetzt haben Die Bauernsöhne keine Beschäftigung und sie sind Schwächlinge, wenn einmal dec Feind ins Land kommen sollte. Wo ist der Führer, der sie zur Miliz zusammenruft? Wo ist das i n der Gesinnung starke und mächtige Deutschland, an das sich der deutsche Osten lehnen könnte?
Roch stehen mehrere alte Burgen in ber Grenzmark. seit mehr als tausend Jahren. Sie wurden zwischen Deutschen unb Polen immer wieber um- kämpft, erobert, zerstört unb wieber aufgebaut. Diese Burgen finb ein Symbol bafür, baß ber Kampf im Osten, ber Iahrtausenbe bauerte, noch nicht beendet ist. Aber die Menschen im deutschen Osten fühlen sich heute nicht kräftig, um bei neuem Kampfe Deutschland zu verteidigen. Es fehlt ihnen vor allem bie Masse ber Ueberzeugung. Unb bas ist ihre größte Rot ...
Schöffengericht Gießen.
* G i c ß e n 25. Ian. Der Rechner ber Spar- und Darlehnskasse Ohmtal, gegen den das Sch issengericht bereits in ber vorigen Woche an brei Tagen Derbanbelte, wurde heute nach bem Abschluß ber Verhandlungen in später Abendstunde wegen fortgesetzter Unterschlagungen in Tateinheit mit einem Vergehen gegen das Genossenschaftsgesetz und wegen schwerer Urkundenfälschung zu einer Gesamtstrafe von sechs Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 100 Mark evll. 10 Tage Gefängnis verurteilt.
schönen „Estancia" im Süden der Provinz von Buenos Aires, und. so schreibt ihr Reiter und Freund, „während ich diese Zeilen zu Papier bringe, kann ich sie über die weite Ebene hin- galoppieren sehen, bis sie in der Ferne der Pampas meinem Blick entschwinden . . .“
Ein vielbegehrter Filmstar.
Der bekannte amerikanische Fvrschungsreisende und Meisterphvtograph Martin Johnson hat von seiner letzten großen Expedition zu den Zwergvölkern des Jtun-Maldes in Afrika einen Tonfilm „Congorilla" mitgebracht und außerdem feine Abenteuer in einem Buch beschrieben. 3m Mittelpunkt des Films und des Buches steht Der schwarze Filmstar Edinnje, ein kohlschwarze« Zwergenmädchen von vollendetem Körperbau und großen mimischen Talenten, das grimmige Kämpfe entfesselte. Die kleine Schöne hatte ein dramatisches Leben hinter sich: sie war schon in zartem Alter von einem Reger entführt und in seinem Hause festgehalten worden, entwischte ihm jedoch und war zu Den Zwergen zurückgekehrt. Die Reger wollten aber aus Dieses Mädchen nicht verzichten und schleppten sie mehrmals mit roher Gewalt fort. Es war ihr aber immer gelungen, sich aus den Händen Der Reger loszumachen. Eines Tages waren Martin Johnson unD feine Frau Osa mit Den Aufnahmen mit ihren 500 Zwergen! pielern beschäftigt, als plötzlich ein mächtiger Wilder, nur mit einem Leopardensell be- kleidet und mit Bogen und Pfeilen bewaffnet, im Lager auftauchte und Edinnje wegzuschleppen versuchte. 2m Ru waren alle Zwerge, die eben noch vor Der Kamera tätig gewesen waren, bewaffnet und verjagten Den Eindringling. Aber an einem Der nächsten Tage tarn Der hartnäckige Reger mit einem Dutzend kriegerischer Genossen wieder und versuchte von neuem, sich Edinnjes zu bemächtigen. Run war Die Gefahr für Die kleinen Leute groß, aber Johnson toanDte sich schleunigst an einen ihm befreunDeten schwarzen Sjüubtling, Der mit seinen Mannen die fremden Reger aus Dem Lager vertrieb. Die Eindringlinge mußten auf das schöne Zwergenmädchen, das sie schon ergriffen hatten, um es wegzu- schleppen, verzichten, und den Kampfplatz fluchtartig verlassen. Runmehr konnte Die Diva des Hrwaldes ihre Reize ohne weitere Störungen Dem Film zur Verfügung stellen.


