des Völkerbundes. Man könne ihn für eine maskierte Oligarchie hallen, aber selbst die Maske verpflichte noch zu etwas. Abgesehen von den genannten vier Großmächten gebe es doch noch Am e - r i k a, Japan und Sowjetrußland. Ls gebe auch Polen, das an allen europäischen Angelegenheiten sehr interessiert und gleichzeitig g e - nugend stark sei, um seinem Willen Achtung zu verschaffen. Ein anderes Regierungsblatt, „Expreß Poranny", nennt den Gedanken, daß sich England, Frankreich, Deutschland und Italien Hegemonierechte anmaßen wollen, schauderhaft. Einer derartigen Konzeption werde Polen niemals zustimmen. Mini- ster Beck sei in Genf. Er sei jetzt verpflichtet, festzustellen, daß Polen niemals die Entstehung eines Trustes von Weltschiedsrichtern dulden werde.
Warum man Deutschland Ll-Boote gönnt
Wir sind überrascht, in einer gerade nicht deutichfreundlichen englischen Zeitung einen Beitrag zu falben, der uns das Recht zum Führen der äl°Doot°Waffe zuspricht. Gerade die Engländer haben sich bisher immer hetg gegen die^lnterseeboote gewandt, sie haben bei jeder sich bietenden Gelegenheit die A b s ch a f f u n g dieser Waffe gefordert und auch 1918 mit besonderer L ebe die deutsche Llntersee- bootflotte ze.stört Aber inzwischen haben sie umgelernt. Sie haben längst erkannt, daß es eine grenzenlose Dummheit war, überhaupt in den Krieg einzutreten, sie sind auch ehrlich genug, anzuerkennen, daß sie sich mit der restlosen Knebelung und Entwaffnung Deutschlands den denkbar schlechte st en Dien st geleistet haben. Wohl ist die ihnen verhaßte deutsche Flotte von den Weltmeeren verschwunden, dafür haben sich aber die Amerikaner und, was ihnen be- soi.de .s auf die Rerven fällt, auch die Franzoien eine Riesenflotte zugelegt. Es versteht sich von selbst, daß die ihnen unbequemen Seemächte auch über eine große Anzahl Unterseeboote verfügen. Rur die Verschiebung des Kräfteverhältnisses zuungunsten der Engländer hat auch den „Daily Tele- graph" veranlaßt, uns das Recht, U-CBoote zu bauen, zuzusprechen. Die Aeußerung der eng. lischen Zeitung gibt haargenau die Einstellung dec britischen Admiralität wieder, die allen Grund hat, ihre Kräfte für eine Ausbalancierung des Gleichgewichts zur See einzusetzen. 3ft Deutschland erst wieder einmal im Besitz von UnterfeeboDten, so überlegen die Engländer, dann wirkt sich das praktisch als Entlastung Großbritanniens vom französischen Druck aus. Vielleicht ist aber der „Daily Telegraph" so freundlich, uns au verraten, wo wir die Summen hernehmen sollen, die für den Dau einer auch nur für den engeren Küstenschutz ausreichenden Ll-Doot-Flotte nötig find.
Oie Landtagswahlen inZrland Starke Wahlbeteiligung. — Ergebnis erst am Samstag.
Dublin, 25. Januar. (TU.) Die irischen Land- tagswahlen am Dienstag wiesen eine bisher noch nie dagewesene Rekordbeteiligung auf. Schätzungsweise erschienen rund 85 Prozent der Wählerschaft an der Llrne gegenüber etwa 70 Prozent bei den letzten Wahlen. In vielen Fällen wurden Kranke und Invaliden auf Tragbahren zur Urne gebracht. Ein Zeichen für den Fanatismus vieler Wähler waren bei der diesmaligen Wahl die zahlreichen Fälschungen von S t i m m s ch e i n e n. Z. D. wurden die Stimmzettel von Personen gefunden, die seit mehreren Jahren tot sind. In anderen Fällen mußten Wühler bei ihrer Ankunft im Wahllokal feststellen, daß bereits Stimmscheine mit ihren Ra- meN abgegeben worden waren. Die Fälschungen wurden in der Hauptsache von Frauen vorgenorn- men.
Auch die Komik kam bei den Wahlen nicht zu kurz: ganz Irland lachte über einen Vorfall in Roscommon. Dort konnten verschiedene bejahrtere Wähler ihre Kleider nicht finden. Eie waren, wie sich später herausstellte, von jungen Leuten versteckt worden, die dafür sorgen wollten, daß die Gegenpartei nicht zuviel Stimmen erhielt. Ein alter Mann, der ebenfalls seine Kleider vermißte, lieh sich dadurch nicht einschüchtern, sondern wanderte ohne Hosen zum W a h l l o k a l, obwohl es sehr kalt war und ließ sich erst durch alarmierte Verwandte mit Gewalt nach Hause bringen.
Bisher liegen nur einige Teilergebnisse der Wahlen zum irischen Landtag vor, das Gesamtergebnis wird voraussichtlich erst am Samstag bekanntgegeben werden können, weil es sich um eine Proportionalwahl handelt. Um 2.40 Uhr war der Stand der Parteien wie folgt, de Dalera 17, Cosgrape 7, Unabhängige 4, Arbeiterpartei 1.
Kleine politische Nachrichten.
Der ehemalige Kommandeur der Berliner Schutzpolizei, Heirnannsberg, wurde zum 1. Vorsitzenden des Verbandes preußischer Polizeibeamter gewählt.
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Die Internationale Konferenz für die Einführung der 40 stündigen Ar- beitswoche, die etwas mehr als zwei Wochen gedauert hat, ist abgeschlossen worden.
Der ßanbesorpanijator bes Faschistischen Verbands in Mähren, iDZajor a.D. Rudolf Uvira, dem nach- gewiesen wurde, daß er von dem Ueberfall auf die Brunner Kaserne Kenntnis hatte, würbe verhaftet. Auch andere Personen, die von Oer Vorbereitung des (Überfalls Kenntnis hatten, wurden verhaftet oder verhört.
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Nach einer Mitteilung des paraguayischen Kriegsministeriums haben sich die bolivianischen Truppen in ziemlicher Unordnung und unter Zurücklassung von 190 Toten aus dem Gebiet von Fort Ayala zu rückgezogen.
Aus aller Welt.
Der Rhein an der Loreley zugefroren.
Wie aus St. Goarshausen gemeldet wird, ist das starke Treibeis des Rheins an der Loreley ins Stocken gekommen. Schwere Cisblöcke schoben sich über- und untereinander. Bald war die ganze Breite des Rheins völlig mit Eis bedeckt. In der Mitte des Eises liegt das holländische Schiff „Duiswyk", das seine Fahrt nicht mehr 1
sortsehen und auch den nächsten Schuhhafen nicht mehr erreichen konnte. Der Hafen in St. Goarshausen sowie der in St. Goar sind bereits mit schutzsuchenden Schiffen überfüllt.
Grohfeuer in einer chemischen Fabrik
In den i^h misch.n unb Fa b.nfabiife > v nB i & Co. in Hamburg bracy ein Feuer aus. bas halb einen außerorbentlich großen Umfang annahm. In kurzer Zeit waren die gesamten Warenvorräte an Lacken, Farben, Teer und Salpeter vernichtet. Mehrfach waren überaus starke Expl o s i o n e n zu vernehmen. Die Feuerwehr ging mit sechs Zügen und insgesamt 18 Rohren gegen den Brand vor. Rach einstündiger Tätigkeit hatte sie das Feuer in ihrer Gewalt. Da es gelang, das Maschinenhaus und die Fabrikgebäude au retten, erleidet der Betrieb keine Unterbrechung. Als Ursache des Brandes vermutet man Selbstentzündung.
Explosion einer Puloermühle. — Zwei Tote.
In der Pulverfabrik Wolff & Co. in Bomlitz bei Lüneburg ereignete sich eine schwere Explosion. Eine der dortigen Pulvermühlen flog auf. Zwei Arbeiter wurden sofort getötet. Die Detonation war kilometerweit zu hören.
Da die einzigen Zeugen der Explosion tot sind, und die Anlage — eines der durch Erdwälle voneinander getrennten kleinen Magazine — zerstört ist, wird sich die Ursache kaum feststellen lassen.
Grubenexplosion. — Lin Toter, ein Schwerverletzter.
3m Grubenbetrieb der Gewerkschaft Bauten- berg bei Siegen gerieten zwei Bergleute beim Bohren auf einen steckengebliebenen Sprengschuh, der explodierte. Ein Bergmann wurde au der Stelle getötet, der andere erlitt furcht- baie Verletzungen: u. a. büßte er da« Au en- licht ein.
RaubüberfaU in Oldenburg.
In einer der letzten Rächte wurde auf dem Bahnhof in Oldenburg von zwei maskierten und mit Pist. len bewaffneten Männern ein Raub- überfall auf zwei Postbeamte verübt Die Täter schossen einen der Beamten nieder und hielten den anderen mit der Waffe in Schach. Sie raubtrn die etwa 20 Kilogramm schwere Kiste, in der 8200 Mk. in Scheinen und Silber- gelb enthalten waren. Die Täter find unerkannt entkommen.
In Eis erstarrt das ganze Schiff.
jfc > - ZNS
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So vom Eis verzaubert laufen jetzt die Schiffe in die Häfen der Nord- und Ostseeküste ein. Die Seeleute sind um ihren Dienst zwischen Eiszapfen und pfeifenden Winden nicht zu beneiden. Das Letzte muß aus den Motoren herausgeholt werden, um das Schiff in langsamster Fahrt durch das Eis in den Heimathafen zurückzubringen.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Dogeinng und Wildmarte.
Don Ernst Holzel.
Das Bestreben, durch Kennzeichnen von Zugvögeln zur Klärung der mancherlei Probleme zu gelangen, die sich dem denkenden Naturbeobachter alljährlich immer wieder aufdrängen, ist älter als meist angenommen wird. So wurden nach Prof. Thiene- mann, dem Begründer der Vogelwarte Rossitten, 1477 Versuche mit der Kennzeichung von Schwalben unternommen. Da sie mit untauglichen Mitteln erfolgten, blieben sie ohne Resultat. Erst um die Jahrhundertwende erfuhr diese Art der biologischen Forschung neuen Antrieb durch den Dänen Morten- fe n, dessen Verfahren, Vögel durch Fußringe mit Namen der Ausgabestelle der Ringe und laufender Nummer zu bezeichnen, auf alle Kulturländer übertragen wurde. Hervorragenden Anteil an der Entschleierung mancher Fragen haben die deutschen Vogelwarten Rossitten und Helgoland. 1903 hat Thienemann damit begonnen, und seitdem sind bis zum Ende bes Jahres 1931 mit Rossittener Ringen in Deutschland 168 648 und mit Helgoländer Ringen 262 892 Vögel beringt worden. Mit der Zahl der Geringer stieg auch die Zahl der Rückmeldungen in erfreulicher Weise. Sie beträgt etwa 2 bis 3 o. H. und hat bereits viele wertvolle Einblicke in Fragen des Vogelzuges und der Vogelbiologie tun lassen. In einem Rundschreiben an ihre Geringer bittet die Station Helgoland, immer wieder auf ihre Tätigkeit in der Oesfentlichkeit hinzuweisen, da sonst die Gefahr oorliegt, baß manche wertvolle Rückmelbung durch Unkenntnis bes Finders eines Ringvogels unterbleibt.
Das Beispiel ber Ornithologen hat bie Anregung zum Kennzeichen von Säugetieren gegeben. Speziell ben Jäger interessieren aus praktischen Grünben viele Fragen aus bem Leben seines Wilbes, bie er ohne Hilfsmittel nicht beantworten kann. Dahin gehört z. B. bie Frage ber Standorttreue, des Alters, der Geweihbildung u. a. Daher ging im Jahre 1904 von bem „Vater ber Wildmarken", dem damals mecklenburaischen Forstmeister GrafBernstorff, heute in Angenrod bei Alsfeld, die Anregung aus, Wild durch Ohrmarken zu kennzeichnen, wie sie ähnlich auch in ber Tierzucht verwenbet werben. Der Allgemeine deutsche Jagdschutzverein nahm bie Anregung auf. Viele Kälber, Kitze und Hasen sind seit- dem gezeichnet worden. Nun, nachdem ein reicheres Rückmeldungsmaterial vorliegt, erfolgte eine erste gründlichere Auswertung, deren Ergebnisse auch über den Jäger kreis hinaus wenigstens in dem Punkte der Standortsveränderung den naturwissenschaftlich Interessierten zu Beobachtungen anregen dürften.
In ber jagblichen Praxis spielt bie Frage ber „Wilbwanberungen" mitunter eine große Rolle, zumal wenn sie als Erklärung für ben geringen Bestaub eines zu stark besagten Reviers bienen soll. Was sagt barüber die Wildmarkenforschung? Be- Sinnen wir mit dem Rehwild. 145 Stück Rehwild, ie gezeichnet waren, tarnen zur Strecke. Die Hälfte davon war von dem Ort ber Zeichnung nicht mehr als 1 Kilometer entfernt, weitere 15 v. H. innerhalb eines Gebietes von 3 Kilometer. Es blieben zwei Drittel aller Stücke in dem engeren Gebiete, in bem sie gesetzt worben waren. Der Rest unternahm allerdings z. T. recht beträchtliche Wanderungen. So wurde eine in Mecklenburg gezeichnete Ricke in einer
Entfernung von 220 Kilometer Luftlinie in der Provinz Sachsen im Alter von VA Jahren gestreckt. Andere legten 60 und 90 Kilometer zurück und fanden in breiten Strömen, oder in Gebirgen bis zu 1500 Meter Höhe kein Hindernis. Aber im großen und ganzen ist das Reh danach ftanbortstreuer als vielfach, besonders bezüglich der Böcke, angenommen wurde.
Und nun der Hase! Hier ist das Bild wesentlich anders. Nur ein Viertel aller Hasen wurde in der Nähe ber Zeichnungsstelle gestreckt. Der Hase, ber ja auch sonst von seinen Läufen sehr ausgiebig Gebrauch zu machen pflegt, legte in kurzer Zeit ganz erstaunliche Entfernungen zurück. So würbe einer nach einem Vierteljahr in 180 km Entfernung w,?> bergefunben, ein anberer hatte 175 km hinter sich gebracht! Auch hier bildeten Flüsse, wie Rhein, Elbe, Ober, keinen Hinberungsgrunb. Ein anderer Mümmelmann dagegen wurde im ehrwürdigen Alter von 6% Jahren (wie mag der gut geschmeckt haben!) nur 4 km entfernt erlegt. Bei den Hasen darf nicht übersehen werden, daß die meisten gezeichneten Hasen als alte Hasen gelegentlich eines Hasenaus- setzens in hasenarme Reviere gezeichnet wurden, und dak> diese „Böhmen" ober Ungarn" nichts an bie neue Heimat banb. Jebensalls zeigt auch bieses Ergebnis, baß bas Hasenaussetzen eine sehr zweifelhafte Sache ist, durch die man sich nur zu leicht Seuchen ins Revier holt und schließlich noch Gefahr läuft, daß bie teuren Löffelmänner sich in alle Winde verkrümeln. Es ist schon richtig, daß entgegen aller „Bl'itauffrischungspropaganba" bas weibmännijche unb schonenbe Belagen bes Hafens das beste Ausfetzen barstellt!
Es ist natürlich bringenb zu wünschen, baß derartige Wilbmarkierungen in verstärktem Maße er* folgen. Wissenschaft und Jägerei sind die Nutznießer davon. In ben kommenben Monaten sollte jeher Weibmann Wilbmarken bes ADJV. (Zeichnungen burch Patentknöpfe u. ä. finb Unsinn unb zwecklos!) stets im Jagbrock mit sich führen. Denn bie Gelegenheit zum Zeichnen eines Satzes Junghasen ober eines Kitzes bietet sich meist nur zufällig, aber nicht, wenn man es gerabe wünscht. Fehlt aber bann bie Wild- marke, bann ist bie Gelegenheit auf Nirnmerwieber- kehr meist verpaßt. Wilbmarken liefert bas General- fefretariat bes ADJV. in Berlin ober ber „Hubertus" Gießen.
Tagung
ber oberhessischen Krauenvereine.
Der erste Arbeitstag der Oberhessischen evangelisch - kirchlichen Frauen- vereine, die sich im Vereinshaus der Inneren Mission zusammengefunden haben, begann am Mittwochvormittag mit einer Andacht, gehalten von Dekan G u ß m a n n (Kirchberg-Lollar). An Hand der Geschichte vom kananäischen Weib führte er aus, daß unsere heutige Rotzeit eine Prüfungszeit Gottes darstelle, der uns zurufe: Halte ein in deinem Tun und Treiben — Halte an im Gebet — Halte aus in dem, was dir auf- erlegt ist.
Sodann hielt Pfarrer Bremmer. Klein- Linden, einen Vortrag über das Thema: ,®er i st dein R ä ch st e r ?" Der Redner führte u. a. aus: Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter zeige, daß wir nicht Scheinchristen, sondern Tatchristen sein müßten. In der gegenwärtigen Zeit sei alten, die sich Christen nennen, Gelegen
heit geboten, den notleidenden Rächsten zu erkennen, und dann mit der Tat zu helfen. (Win- ternvthilsel) Mit der äußeren Betreuung müsse auch eine innere Betreuung Hand in Hand gehen, und gerade die Frauenvereine seien in erster Linie berufen, Hilfe zu leisten. Aus dem Gebot, Gott und den Rächsten zu lieben, gehe hervor, daß jeder für seinen Mitmenschen, ohne älnter- schied der Konfession, des Standes und der Partei in der Rot verantwortlich sei, einer tnüjfe des anderen Last tragen, sonst könne es nicht besser werden in unserem Volke. Gar oft genüge schon ein einfacher Liebesdienst, unseres Rächsten Schicksal zu erleichtern. Organisieren lasse sich allerdings ein solches Liebeswerk nicht, dazu müßten sich die Menschen aus ihrem Inneren heraus getrieben fühlen. — Ein« lebhafte Aussprache und der Dank der Vorsitzenden, Frau Heraeus,
Offenbach, mit der Aufforderung, die angeschlagenen Saiten während der Tagung weiter klingen zu lassen, beendeten die Dormittagsarbeit.
Am Rachmittag behandelte die Vecbandsvor- fitzende, Frau Heraeus, das Thema i e Stellung der Frau im öffentlichen und Berufsiebe n“. Die Rednerin sagte u. a.: Allenthalben ertöne heute der Ruf, die Frau gehöre nicht ins öffentliche und Berufsleben. Die Hauptaufgabe der Frau sei allerdings immer noch die Mütterlichkeit und Mutterschaft. Leider seien sich aber heute ungezählte Frauen der Verantwortung, die sie mit einer Ehe auf sich nehmen, nicht mehr voll bewußt, sonst könnten nicht 40 v. H. aller Ehen kinderlos bleiben unb nicht 345 von Tausend geschieden werden. So nötig es sei, in vielen Berufen die Frauen im Interesse der arbeitslosen Familienväter aus- Auscheiden, so unmöglich sei es doch, in allen Berufen auf die Mith lse der Frau zu verzichten. Man denke an die Erfolge der Lehrerin in der Mädchenscyule, an das segensreiche Wirken einer Frauenärztin, an die schwierige Arbeit einer Juristin und an die aufopfernde Tätigkeit der Fürsorgebeamtin. Diese Berufe könnten durch männliche Kräfte nicht so erseht werden, wie es weibliche Eigenart erfordere. Auch im politischen Leben, so bei der Aufstellung verschiedener Gesetze, sei es erwünscht, den Rat der Frau zu hören. Gerade die angeführten Berufe ergeben den Beweis, daß die Frau auch in den Beruf und ins öffentliche Leben hineingehöre. — An der anschließenden regen Aussprache beteiligten sich Dekan Gußmann, Frl. Wahrendorf Alsbach a. d. Bergstraße), die Geschäftsführer des Hessischen Hauptverbandes u. a.
Am Abend versammelten sich die VereinSvor- stände noch einmal um vereinstechnische Fragen zu behandeln.
Gretzener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 25. Ian. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmartt: Süßrahmbutter 110 bis 120 Pf., Landbutter 100 bis 110, Kochbutter 80 bis 90. Matte 20 bis 25, Wirsing (gelb) 8 bis 10, (grün) 15, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25, älnterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 150, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3 (pro Ztr. 2,50 Mk.), Aepfel 18 bis 30. Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 45, Rüsse 35 bis 40, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhüher 60 bis 80 Pfennig pro Pfund: Tauben 40 bis 60, Eier 11, Blumenkohl 40 bis 60, Endivien 15 bis 25, Lauch 5 bis 10. Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30, Käse 5 bis 10 Pfennig pro Stück.
Bornotrzen.
— lagestalenber für Donnerstag: Goethe-Bund: 20 Uhr, Neue Aula, Dichterabend: Erwin Guida Kolbenheyer. — Hapsfrauenberatung: 16 bis 18 Uhr, Kirchenplatz 2, Backvorführungen von Baisers. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Tarzan". — Astoria-Lichtjpiele, Seltersweg: „Der Hexer".
— DieVortragsgemeinschaftGoethe- Bund, Kaufmännischer Verein unb Ge - werbeverein schreibt uns: Für ben vierten Vor- tragsabenb dieses Winters ist ber bekannte Tier- schriflsteller Paul Eipper zu einem Lichtbilder- oortrag über „Meine Freundschaft mit Tieren" ein- gelaben worben. Eipper spricht so fesselnb über seine Tiere, die auf ber Lichtbildleinwanb oorüberziehen, daß jeder Besucher sie liebgewinnt, mit ihnen fühlt unb ihre Tierseele empfinbet. Vortrag unb Licht- bilber werben auch befunben, mit welcher Oebulb unb Ruhe, mit wieviel Liebe unb Verstänbnis es erst gelungen ist, zu fast allen Tieren in bieses innige Freundschaftsverhältnis zu kommen. (Siehe heutige Anzeigen
— *21 u 8 der Zeit des spätantiken Zauberwesens." Der Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums veranstaltet in Gemeinschaft mit der Altertumswissenschaftlichen Fachschaft am Montag, 30. Ianuar, 2030 Uhr, im Studentenhaus einen Lichtbildervortrag. Pros. Dr. Preisendanz ^Karlsruhe) spricht über das Thema »Aus der Welt des spätantiken Zauberwesens". Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen.
** Drennhvlzversteigerung der Stadt Gießen. Bei der gestrigen Drennholz- versteigerung in den Waldungen der Stadt Gießen (Försterei Hochwart) wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 1. Klasse 9,40 Mk. per Raummeter, 2. Kl. 7,20 Mk., Eichenscheiter 1. Kl. 7 Mk., 2. Kl. 5,40 Mk., Buchenknüppel 7,40 Mk., Eichenknüppel 5 Mk., Duchen- ftode 5,20 Mk., Hainbuchenreisig 2. Kl. 15 Mk. per 100 Wellen, Buchenreisig 3. Kl. 12 Mk., Birkenreisig 12 Mk. per, 100 Wellen.
*• Anmeldung der Abc-Schützen. Da- Stadtschulamt macht in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß am Dienstag, 31. Januar (für Knaben), und am Mittwoch. 1. Februar (für Mädchen) die Anmeldung der schulpflichtigen Kinder zu erfolgen hat. Ein weiterer Termin für die Schul« aufnahme findet nicht statt. Interessenten mögen die Bekanntmachung beachten.
** Seinen Verletzungen erlegen. Der Arbeiter Heinrich Menz von Lumda, der am Samstag unmittelbar vor Grünberg auf der Landstraße nach Mücke vom Fahrrad gestürzt war und mit einem schweren Schädelbruch besinnungslos in die Chirurgische Klinik eingeliefert wurde, ist heute früh, ohne das Bewußtsein wieder- erlangt zu haben, gestorben.


