um Einstellung sind zu richten an die Schiffsstamm- division der Nordsee (Einstellung) in Wilhelmshaven. Dem Gesuch ist ein ausführlicher selbstgeschriebener Lebenslauf beizufügen."
Jernsprechanschlußsperre bei Zahlungsverzug.
Von der Ober-Postdirektion Dar m» stadt wird uns mitgeteilt: Es wird darüber geklagt, daß die Deutsche Reichspost, wenn die Fern- sprechterlnehmer mit der Zahlung der Gebühren rückständig bleiben, bei der Sperre der Fernsprechanschlüsse recht wenig Nachsicht übe. Das ist durchaus nicht der Fall. Im Gegenteil sind die Vorschriften über die Sperre von Anschlüssen wegen Zahlungsverzug, nach denen die Fernsprechämter zu handeln haben, durchaus entgegenkommend gehalten.
Es wird folgendermaßen verfahren: Bleiben für «inen Anschluß die Gebühren rückständig, so wird der Tellnehmer am 9. Werktag nach Absendung der Fernsprechrechnung an die Zahlung erinnert. Die Zahl der Erinnerungen muß aber aus Ersparnisrücksichten eingeschränkt werden: deshalb unterbleibt die Erinnerung, wenn der Teilnehmer in den vor- heroegangenen zwölf Monaten dreimal an die Bezahlung der Fernsprechrechnung erinnert worden ist. Hierauf wird er bei der dritten Erinnerung aufmerksam gemacht. Ist auch bis zum 12. Werktag nach Absendung der Fernsprechrechnung keine oder keine ausreichende Zahlung eingegangen, so wird dem Teilnehmer fernmündlich mitgeteilt, daß der Anschluß gesperrt wird. Das geschieht auch dann, wenn bei einem zahlungssäumigen Teilnehmer, der in den vorgegangenen zwölf Monaten bereits dreimal an die Bezahlung der Gebühren hat erinnert werden müssen, die Erinnerung am 9. Werktag nach der Absendung der Fernsprechrechnung unterbleibt. .Die Anschlußsperre wird hiernach stets, wenn sie verhängt werden muß, nur unter Benachrichtigung des Anschlußinhabers angewandt. Auch jetzt kann der Teilnehmer die Sperre noch abwenden, wenn er die Gebühren sofort bezahlt und der Fernsprechabrechnungsstelle oder der Vermittlungsstelle die Zahlung ohne Verzug nachweist. Die bestehenden Vorschriften tragen auch den gegenwärtigen 'wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung: denn ein Teilnehmer kann, wenn es ihm nicht möglich ist, die auf der Fernsprechrechnung angegebene Zahlsrist einzuhalten, Stundung oder Abtragung der Restschuld in Teilbeträgen beantragen. Solchen Anträgen wird in der Regel stattgegeben.
Ein weiteres Entgegenkommen ist der Deutschen Reichspost nicht möglich, weil die Fernsprechgebühren Leistungen betreffen, die schon längere Zeit vorher ausgeführt worden sind, wäh- rend in anderen Betrieben — Post, Telegraphie, Eisenbahn — das Entgelt im voraus entrichtet werden muß. Es handelt sich zudem bei den ausstehenden Beträgen, auf das ganze Reich bezogen, um beträchtliche Summen, mit deren Eingang innerhalb einer gewissen Zeit im Interesse einer geordneten Wirtschaftsführung gerechnet werden muß.
Bornotizen.
— Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Blume von Harvai"
— (Ein Vortrag über Glanzplätten und Wäschebehandlung findet am Dienstag, 26. September, 16 Uhr, im Cas6 Leib statt. Alle vorkommenden Arbeiten, wie neuzeitliches Waschen, Einstärken, Anplätten, Glätten und Formen werden gezeigt und genau erläutert. Der (Eintritt ist frei. Auf die Anzeige vom Samstag sei besonders aufmerksam gemacht.
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** (Ein unliebsames Durcheinander bei der Fertigstellung unserer Samstag-Ausgabe hat im Zweiten und Dritten Blatt zwei Artikel unverständlich gemacht. Auf der 4. Seite des Zweiten Blattes' ist in dem Artikel „Wegweiser zum Ehestandsdarlehen" der Schlußteil des auf der ersten Seite des Dritten Blattes beginnenden Aufsatzes .Kultur und Politik im Dritten Reich" enthalten, während umgekehrt der Schluß des erstgenannten Aufsatzes sich an den letztgenannten Artikel anschließt. Der bedauerliche Fehler bei der Zusammenstellung des Satzes in der Setzerei wurde leider erst während des Druckes der Auflage bemerkt, als ein
Teil der Samstag-Ausgabe in dieser fehlerbasten Zusammenstellung bereits unterwegs zu den Lesern war. Den Beziehern, die derartige Exemplare er- hielten, stehen Umtauschstücke in richttger Zusam- menstellung der Artikel in unserer Geschäftsstelle gern zur Verfügung.
** Die Auszahlung der Militärver- sorgungsgebührnisfe (Heeresrenten) für den Monat Oktober erfolgt am Donnerstag, 28. September, die der Invaliden- und UnfaUren- ten am Samstag, 30. September.
** Freie Lehrer stelle. Erledigt ist die Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Burkhards, Kreis Schotten. Dienstwohnung ist vorhanden und frei.
** Gernhardt'scherZither- undMan- dolinen-Chor Gießen E. V. (gear. 19 0 5). Man berichtet uns: Der Gernhardt'sche Zither- und Mandolinen-Chor, der in letzter Zeit wenig an die Oeffentlichkeit getreten ist, hielt dieser Tage feine Hauptversammlung ab, bei der die Vereinsleitung nach dem Führergedanken umgestaltet wurde. Der Dirigent, Mufiklehrer Wigand Gernhardt, bedauerte zunächst, daß man der Volksmusik, insbesondere dem Zitherspiel, seither so wenig Beachtung geschenkt habe. Durch die immer mehr in den Vordergrund getretene Jazz-Musik habe es die Jugend vergessen, schöne deutsche Hausmusik zu pflegen. Die neue Zeit lasse hoffen, daß deutsche Hausmusik auf volkstümlichen Instrumenten wieder mehr gepflegt werde. Der Verein, der sich die Pflege des Zitherspiels und der verwandten Instrumente (Mandoline, Gitarre, Violine ufw.) auf höherer Grundlage zur Aufgabe gemacht habe, gebe jedem Musikfreund Gelegenheit, sich weiter auszubilden. Zum Dereinsführer wurde alsdann Paul Pusch einstimmig bestimmt, der die nächsten Proben des Vereins durch die Tageszeitungen bekanntgeben wird.
** Der Wandervogel Höhenflug Gießen veranstaltete, wie man uns berichtet, im Saale des Eaf6 Leib einen öffentlichen Theaterabend zugunsten der Opfer der Arbeit. Der Besuch konnte als sehr gut bezeichnet werden. Die Vereinskapelle eröffnete den Abend mit einem Marsch. Sodann begrüßte der 1. Vorsitzende Gg. M a d e r die Erschienenen und gab in Wort und Bild eine Kundgebung für das deutsche Wandern. Er führte u. a. aus: das Wandern sei ein gesunder und billiger Sport, bei dem sich der Greis wieder jung fühle. Das Wandern solle ein Bindeglied zwischen Stadt und Land Herstellen, auch solle hierbei die engere Heimat kennengelernt werden. Die Wehrschar der Guttempler erfreute die Besucher mit gut gelungenen deutschen Tänzen. Ein Hans-Sachs-Spiel, sowie ein Schwank, unter der Leitung von Hans Seitz, erzielten einen wohlverdienten Erfolg. Den Abend beschlossen ein lebendes Bild: „Wir grüßen das neue Deutscbland" und der Gesang des Horst-Wessel-Liedes. Der lieber« schuß von 35 Mark wurde der Stiftung „Opfer der Arbeit" überwiesen.
** Schülerkonzert der Schule Schlesier - A l t m a n n. Im Haus« der Klavierschule C. Schlesier-Altmann, Goethestraße 63, fanden sich gestern die Eltern und Bekannten der Schüler in stattlicher Anzahl ein, um in der Form eines Konzertes einen Ueberblick über die Leistungen der Schülerinnen und Schüler der Klavierschule zu gewinnen bzw. sich an den Leistungen der Kinder tm Laufe zweier Stunden zu erfreuen. Das Konzert in seiner Gesamtheit hinterließ den Eindruck, daß die Kinder, um die es sich hauptsächlich handelt, eine sorgfältige Ausbildung im Klavierspiel erhalten und dabei nicht nur zur Technik, sondern auch zur gei- fügen Erfassung der Musik geführt werden. Das Programm ließ außerdem erkennen, daß gute Musik den Kindern nahegebracht wird. Man hörte einige Liedchen und einen Marsch von Rosemarie Noll, ein vierhändig gespieltes Volkslied von Marianne und Ellen Wendel, eine Giguetta und eine Ballade von Helmuth Dietz recht sicher gespielt, dann wieder vierhändig von Inge und Helmuth Dietz einen Bolero und ein feines Menuett von Marianne Wendel gut wiedergegeben. Inge Dietz wartete außerdem mit einem kleinen Konzertstück und einer Sonatine auf, während Anneliese Simon einige Liedchen gut zum Vor- trag brachte. H. Moeser gab mit viel technischer Fertigkeit und seinem Einfühlungsvermögen eine
Hinter den Kulissen.
Von Hans Sturm.
Die Welt hinter den Kulissen der Theater, ob groß ober klein, ob Weltstadt- oder Provinzbühne, ist eine Welt für sich mit ihrer eigenen Arbeit, aber auch mit ihrem eigenen Humor, der auf den Proben meist am deutlichsten wird.
Vor Jahren am Deutschen Theater in Berlin. Wilhelm Dieterle und Raoul Lange waren die längsten Kerle des Ensembles, die der ein wenig vergeßliche Regisseur immer miteinander verwechselte. „Sie kommen heute recht spät zur Probe, Herr Dieterle!" begrüßte er einmal Raoul Lange.
„Mein Name ist Lange", erwiderte der Getadelte.
„Auch wenn Sie Herr Lange sind", gab der gekränkte Regisseur zurück, „dürfen Sie doch rechtzeitig zur Probe anwesend fein, Herr Dieterle!" Und probte weiter.
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Der um 1900 gefeierte Schauspieler Friedrich Haase war schlank und ebenfalls hochgewachsen und stellte mit Vorliebe aristokratische Rollen Dar. Deswegen wurde er von den Damen vergöttert, und begeisterte Briefe von zarter Hand flogen ihm täglich zu: sogar seine Kolleginnen von der Bühne schwärmten für ihn.
Nun mußte er einmal in einem Stück seiner Partnerin, einer ältlichen Schauspielerin, einen Kuß geben und deutete diesen bei der Probe nur in respektvoller (Entfernung vom Munde der Partnerin an. Diese wollte sich jedoch den seltenen Genuß nicht entgehen lassen und rief: „Nein, nein, lieber Haase, hier haben Sie mir einen echten Kuß zu verabreichen, der Dichter schreibt dies ausdrücklich vor!"
„Morgen/morgen, auf der Generalprobe!" lächelte der Korrigierte die Partnerin an. „Heute spielen wir ohne Requisiten!"
In Graz — vor vielen, vielen Jahren — war wieder mas ein neuer Direktor eingezogen, ein Stürmer und Dränger sozusagen. Er begann mit einem „neuen" Tannhäuser.
Beim Einzug der Gäste in die Wartburg wurde der Maltheserritter seit der Erstaufführung von dem gleichen Chorherrn dargestellt: dieser „Spezia- list" trat immer von rechts hinten auf, überquerte mit stolzen Schritten die Bühne und pflanzte sich vorn links ebenso stolz auf. So hielt er es auch bei der Arrangierprobe vor dem neuen Gewaltigen. Der aber wetterte dazwischen: „Sie haben sich rechts vorn aufzustellen!"
,,3 steh' aber immer links", wirst der Ritter ein.
„Von nun an rechts!" lautet die energische Antwort.
„(Eier Gnaden, Herr Direktor", wagt der Ritter noch einmal schüchtern seine Anschauung zu vertreten, „feit zwanz'g Johr steh' i links!"
„Und nach meinem Regiebuch stehen Sie rechts, Mensch!" fährt der Gewaltige auf.
Da gibt der Chorherr achselzuckend nach: „Wann sich der Herr Direktor an Erfolg davon versprechen ..." und schreitet stolz nach rechts.
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Im Wiener Burgtheater kam „Der junge Aar", das Bühnenwerk, in dem das Schicksal des unglücklichen Herzogs von Reichstadt behandelt wird, zur Ausführung. Im letzten Akt wird der Sarg des Sohnes Napoleons auf die Bühne gebracht, von einem fchwarzfamtnen Tuch bedeckt. Dem Regisseur erschien dies etwas zu ärmlich, und er ordnete an, daß man zur Premiere die Initialen des jungen Napoleon darauf sticke. ’•
«Also, was soll ich draufsticken lassen?" Fragte der Requisiteur.
„Eine Kaiserkrone und darunter: N II.", sagte der Regisseur.
Zum Glück ließ sich der Regisseur kurz vor der Ausführung die Sargdecke noch einmal zeigen. Was er da las, hätte das Stück in der ernstesten Szene in einem furchtbaren Gelächter untergehen lassen. Es prangte unter der herrlich gestickten Kaiserkrone groß und deutlich das ein Wort: Entzwei.
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..Ein junger und schnell, vielleicht allzuschnell, be- rühmt gewordener Schauspieler begann bald, die „kleineren Planeten" an der Bühne von oben her- ab zu beffandeln. Eines Tages traf er in den Kulissen einen jungen Bühnenarbeiter und fragte ihn so nebenbei: „Na, mein Junge, was bist du von Beruf?"
„Ich bin Baptist!" war die kurze Antwort.
„Aber nein, das ist doch dein Glaube! Ich möchte deinen Beruf wissen. Sieh mal, ich bin zum Beispiel — Schauspieler", belehrte er den Mann.
„Nein, das ist Ihr Glaube", meinte der Sir- beiter und ließ den Verdutzten stehen.
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Eines Tages fuhr ein Regisseur einen Bühnen- arbeiter etwas unsanft an, der Lärm gemacht haben sollte. Der behauptete, er fei es nicht gewesen, und beide wandten sich an den zufällig vorbeikommenden Direktor. „Na, dees laß i mir net a'fallen, daß mi wer so saudumm anrebt", sagt der Arbeiter, „Dees laß i mir net g'falln!"
„3a, wer hat Ihnen denn was getan?" fragte der ahnungslose Direktor.
Novellette von Schumann wieder. Eine wesentliche Bereicherung erfuhr das Konzert durch einige Darbietungen, zu denen sich neben Woldtraut Schütt- I e r (Violine) auch Heilwig R o l o f f (Cello) zur Verfügung gestellt hatte. Man hörte eine Sonatine für Geige und Klavier (W. Schöttler und H. Moeser) von Dvorak, die Erste Sonatine zu vier Händen (Schubert) in der Wiedergabe von H. Moe je rund C. Schlesier und schließlich noch ein feines Trio für Geige, Cello und Klavier von Mozart (W. Schättler, H.Rolofs, C.Schlesier), das von den Zuhörern mit großer Auf- merksamkeit ausgenommen wurde. Das Konzert gestaltete sich für die Zuhörer zu einer feinen Feierstunde deutscher Hausmusik. Die Veranstalterin und
ihre Schülerinnen und Schüler können mit Befriedigung auf das Konzert zurückblicken.
** Hechtreichtum in der Lahn. Die mehrfache Aussetzung von Hechtbrut in der Lahn hat sich bewährt. Aus vielen Lahnorten melden die Angler größere Fänge, zumeist von recht stattlichen Steren. Der schwerste Fisch, der feit langen Jahren in der Lahn gefangen wurde, war — wie die zuständige Strommeisterei bekannt gibt — ein dieser Tage bei Obernhof gefangener Spiegelkarpfen im Gewicht von 27 Pfund! Der glückliche Angler hatte gemeinsam mit seinem Bruder außerdem noch eine weitere Ausbeute schwerer Fische. Der Fischbestand scheint sich demnach wieder erfreulich gehoben zu haben.
Obecheffen.
Homberg, perle deel Ohmtals.
Zu den Luftkurorten, die in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung genommen haben, gehört ohne Zweifel auch Homberg in Oberhessen, die Perle des Ohmtales. Das am nördlichen Rand des Vogelsberges, 300 Meter über dem Meeresspiegel, auf einem Basaltkegel erbaute Städtchen mit seiner herrlichen Umgegend wird von vielen Aerzten als Erholungsaufenthalt empfohlen. Prachtvolle Laub- und Nadelholzwaldungen, in denen gut gepflegte Wege Gelegenheit xu schönen Spaziergängen bieten, umgeben die Stadt.
Viel besucht wird von den Kurgästen das wildromantische Felsenmeer, dessen gewaltige Basaltblöcke das Auge des Besuchers fesseln, die schöne Hardtschlucht, der hohe Berg mit dem Fliegerlager und die Hunnenburg mit ihrem Steinwall. Ueberall erschließen sich herrliche Fernfichten. Ohmaufwärts entzücken das Auge die Wälder, die das enge Ohmtal mit feinen saftig grünen Wiesen einschließen, nach Nordwesten weitet sich das Tal, und im Hintergrund erscheinen das gewaltige Felsmassiv der Amöneburg, die Lahnberge, das hessische Berg- land mit Jeust, Kellerwald und Hohelohr.
Günstige Bahnverbindungen sorgen für den Anschluß von Homberg an die Hauptbahnen nach Kassel-Frankfurt und nach Gießen-Fulda. Für gute Unterkunft und Verpflegung ist in den verschiedenen Gasthöfen beste Gelegenheit geboten.
Aber nicht allein von Erholungsbedürftigen, sondern auch von Touristen wird das alte Städtchen Homberg gern aufgesucht, die von dort Wanderungen in die nähere,und weitere Umgebung unternehmen. Das alte Schloß, das 1646 während des Dreißigjährigen Krieges von den Niederhessen zerstört wurde, das 1539 erbaute Rathaus, die alte gotische Kirche und die Reste der Stadtbefestigungen bieten in Homberg selbst bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten.
Die etwa 1600 Einwohner des Städtchens ernähren sich im wesentlichen von der Landwirtschaft, doch hat sich daneben auch der Gewerbestand gut entwickelt, und trotz der Wirtschaftsnöte der Gegenwart geht es vorwärts. Durch das Arbeitsdienstlager ist viel Leben in das Städtchen gekommen.
Oer Kreis Lauterbach arbeitslosenfrei
WSN. Lauterbach, 24. Sept. Wie die Kreisleitung der NSDAP, heute mitteilt, ist es gelungen, die Arbeitslosen im Kreise wieder zu beschäftigen, so daß der Kreis Lauterbach als arbeitslos e n f r e 1 gelten kann, nachdem bereits kürzlich die Stadt Lauterbach die Unterbringung ihrer Er- rodrbslofen melden konnte. Lauterback ist in dieser erfreulichen Entwicklung führend und steht unter den oberhessischen Kreisen an erster Stelle.
Genoffenschafismylkerei Hüttenberg.
Für die preußischen und die hessischen Orte des Hüttenberges soll eine Genossenschaft s- Molkerei gegründet werden. Das Gebäude ist bereits vorhanden. Eine bisher in Langgöns betriebene Privatmolkerei soll in eine Genossenschaftsmolkerei umgewandelt werden. Die hessischen Orte Leihgestern, Großen-Linden, Grü- ningen, Holzheim, Pohlgöns und Langgöns und die preußischen Orte Lützellinden, Hörnsheim, Hochelheim, Dornholzhausen, Niederkleen und Ebersgöns
sollen der Genossenschaftsmolkerei angeschlossen werden. Die Bildung der Genossenschaft geschieht durch den Milchoersorgungsoerband Rhein-Main. Die Genossenschaft foll dem Revisionsverband Darmstadt angefchlossen werden.
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CO Hochelheim, 23. Sept. In der Gastwirtschaft Franz fand gestern eine Besprechung statt, die sich um die Bildung von Milchabsatzgenossenschaften im Hüttenberg und um die Errichtung einer G e n o f s e n s ch a f t s m o l - terei in Langgöns drehte. Aii der Versammlung nahmen teil vom Kreisbauernstand Wetzlar der Kreisführer Langsdorf, Hauptgeschäfts- führer Dornberger und Abteilungsleiter Reitz (Hochelheim), ferner die LOF. und Mitglieder der Ortsbauernstände aus den Orten Niederkleen, Dornholzhausen, Hochelheim, Lützellinden untT Hörnsheim. Die Versammlung wurde von Abteilungsleiter Reitz geleitet. Kreisführer Langsdorf wies auf die grundsätzlichen Fragen der Neurege- gung des Milchabsatzes hin. Solle der letzte Bauer Nutzen haben von der Neuregelung des Milch- absatzes, dann müßten wir hier im Bezirk Molkereien haben. Die Städte könnten keine Frischmilch mehr aufnehmen. Da sei eine Verarbeitungsmolkerei am Platze. Schon vor Jahren habe man das Projekt einer Genossenschaftci-molkerei „Hüttenberg" verwirklichen wollen, doch schienen damals die Schwierigkeiten erheblich. Jetzt sei die Durchführung des Projektes gesichert. Hauptgeschäftsführer Dornberger betonte, daß schon mit Rücksicht auf die Ausgleichsabgabe es richtig sei, dem Projekt näherzutreten. Abteilungsleiter Reitz wies auf den schlechten Absatz der Landbutter und den niedrigen Butterpreis hin. Die Landbutter werde schließlich von dem Markt ganz verschwinden. Die Errichtung der Genossenschaftsmolkerei werde in den Orten des Hüttenbergs begrüßt. Jetzt sei es Zeit zuzugreifen. Nach längerer Aussprache, an der sich alle Anwesenden beteiligten, kam man überein, daß in der nächsten Woche überall Ortsbauernversammlungen abgdhal- ten werden- sollen, bei denen nach Möglichkeit die Milchabsahgenossenschast gegründet werden soll. Die Aussichten für das Zustandekommen des vorliegenden Projekts sind recht gut.
Auflösung des Hessischen Landbundes.
* Friedberg, 23. Sept. In einer außerordentlichen Generalversammlung des Hessischen Landbundes, die hier stattfand und von Rechtsanwalt Dr. von Helmo 11 geleitet wurde, faßte die Versammlung den formellen Beschluß zur Auflösung des Hessischen Landbundes, da dessen Aufgaben nunmehr von der durch Reichsgesetz geschaffenen Standesorganisation aller Bauern betreut werden, die in Hessen unter dem Landesbauernpräsidenten Dr. Wagner steht. Im November soll mit einer großen Bauernkundgebung der bisherige Hessische Landbund endgültig feinen Abschluß finden.
Landkreis Gieften.
8. 21 u Sl b e r nördlichen Wetierau, 23. Sept. Die Zuckerrübenfelder unserer Gegend sehen vielversprechend aus. Die Anbaufläche war auch in diesem Jahr wieder den einzelnen Landwirten von der Aktienzuckerfabrick „Wetterau"
„No, der da!" und er zeigt auf den Regisseur, „der Vorarbeiter da!"
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Zu Wagners Zeiten in Bayreuth. Der berühmte Sänger Knab wirkte in den „Meistersingern" mit. Der Oberregisseur behauptete vor der Aufführung, die Dekorationen seien meisterhaft. Trocken meinte Knab in seiner Mannheimer Mundart: „Nee, met Bester, die gehn nit, da lache Sie alle Tapezierer aus!"
Wütend rief der Dberregiffeur: „Sie, Herr Kammersänger, haben doch keine Ahnung vom Tapezieren!"
Knab haute mit der Faust auf den Tisch und schrie noch lauter: „Das erlaube Sie sich mir zu sage, wo ich vor meiner Singerei sechs Jahr Tape- zierermeeschter in Mannern wor!"
Versöhnlich lachend versicherte der Oberregisseur, dies habe er nicht gewußt, und fortan beanspruchte Knab für sich das Recht, die Dekorationen für Wagner selbst zu besorgen.
«
Karl Schönherr, der Dichter des Schauspiels „Gaube und Heimat", liebt es, bei der Regie feiner Stücke mitzuwirken, was den Regisseuren und noch weniger den Schauspielern nicht immer eine Freude ist.
Bei einem neuen Stück bemüht sich der Dichter einem jungen Schauspieler seine Auffassung von der Rolle beizubringen und ihm darstellerisch Ratschläge zu geben. Da nimmt ihn der Darsteller der Hauptrolle vertraulich beiseite und flüstert ihm ins Ohr: „Verzeihen's, Herr Doktor, dem dürfen Sie nichts vormachen, der ist noch ein blutiger Anfänger, wissen'^ der friegt’s fertig und — macht's nach!"
Don der »großen Seestadt" Leipzig.
Leipzig, die Messestadt, ist oft als die .Große Seestadt" verspottet worden, und zwar in jenem berühmt gewordenen TUklied des damaligen Studiosus und späteren Landrals Gustav Julius Friedrich Hansen, der in den 40 er Jahren des vorigen Jahrhunderts sang: .In der großen Seestadt Leipzig war einst große Wassersnot" I Daß die Wahrheit dieses Scherzes zur Fabel geworden ist, wird der zielbewuhten Kulturarbeit verdantt, die durch einen großzügigen Kanalbau die Hochwasiergefahr. unter der Leipzig lange gelitten hat, beseitigte. Heute kämpft die Stadt im Herzen Deutschlands um die Vollendung des Elbe-Saale-Kanals, die man von der nationalen Regierung erhofft. Wie Dr. Walter Lange in »Reclams Universum" ausführt, ist das so aktuelle Mittelland-Kanalproblem,
die Elbe mit Peine und in einem Südflügel die Elster mit Saale-Elbe zu verbinden. Jahrhunderte alt. Der Südflügel ist aber noch immer nicht gebaut. Bereits im Jahre 1695 erwog man den Plan eines Elster-Elbekanals, und an die Leipziger Kaufmannschaft erging damals die offizielle Anfrage: .WaS der Stadt Leipzig vor ein Präjudiz daraus ent-' stehen könne, wenn der Saal-Strom von Halle bis an die Elbe navigabel gemacht würde." Die Leipziger lehnten sich aber heftig gegen diesen Plan auf, denn sie fürchteten mit Recht eine Schädigung ihrer Meßen, wenn der Handel nach Halle hinübergezogen worden wäre, um von dort den Anschluß nach der Elbe und dem Meere zu gewinnen. In der Antwort wurde das Projekt energisch ab* lehnt und der Wille zum Ausdruck gebracht, .die (Sömmerda als das Kleinod dieser Lande bei hiesiger Stadt Leipzig in gutem Flor und Aufnehmen zu erhalten". Der Konkurrenzkampf zwischen Leipzig und Halle ist also viel älter als die 1814 erfolgte Teilung Sachsens, die beide Städte zu eiferfüchttgen Rebenbuhlern an der Grenze zwischen Sachsen und Preußen machte. Damals wurde .das Unglück" eines Kanalbaues glücklich verhütet. Heute aber beklagt sich Leipzig bitter, daß der Kanal und mit ihm der Anschluß an den Mittellandkanal noch nicht erreicht ist. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde dann von Dr. Karl Heine, der das große Industrieviertel Leipzigs schuf, auch der Kanalbau von der Elster hinüber zur Saale in Angriff genommen. Dabei war ihm der Kanal zugleich ein Mittel für andere wichtige Aufgaben. Die großen Erdbewegungen, die auf den vorhandenen Fluß» läufen und dem entstehenden Kanal ausgeführt wurden, lieferten das Erd» und Steinmaterial zum Auffüllen der weiten Auen-Landschast, die jahraus jahrein durch Hochwasser überflutet worden war. Durch diese Befreiung von der .Wassersnot" wurde Leipzig zugleich von den verheerenden Sumpffiebern erlöst, die seit alters viele Taufende dahingerafft hatten. Für immer gebannt dürfte die Hochwafferund Sumpf-Fieber-Gefahr durch die Anlage eines großen Hochflutbeckens fein. Ein breites Waffer- band durchzieht den Grünstreifen der Elster-Pleiße- Aiederung, die die Altstadt von den westlichen Vororten trennt. In diesem 155 Meter breiten Kanal besitzt Leipzig übrigens eine vorzügliche Regatta- ftrede; allerlei Wafferwild belebt die sanften Fluten, und helle Segel schweben darüber hin.
Hochschulnachnchten.
Professor Dr. Ernst Brill an der Universität Jena hat den kürzlich an ihn ergangenen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Dermatologie an der Universität Roftock angenommen.


