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25.9.1933 Erstes Blatt
 
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Montag, 25. September 1933

(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Nr. 224 Drittes Blatt

Der Kanzler nimmt den ersten Spatenstich vor.

bemächtigen, ohne an chren Spitzenoerband die ent­sprechende Leistung zu entrichten!

In der Berichtzeit wurden weiterhin folgende organisatorische Fragen behandelt und z. T. zum Abschluß gebracht. Der Verkehrsoerband untersteht einem Führer, der nach dem geltenden Reichsgesetz von dem Staatsminister in Hessen zu ernennen ist.

Ls wurden von dem Führer für Oberhessen ein, für Rheinhessen zwei, für vad-Rauheim ein Unterführer eingesetzt.

Die Führung von Starkenburg bleibt zweckmäßig in der Hand des Führers selbst. Jeder dieser Unter­führer hat fett umrittene Ausgaben, die sich aus der Eigenart seines Landes, d. h. seiner Provinz ergeben. DerFührerrat" kommt nach Be­darf zusammen und berät über die notwendigen Dinge. Entscheidend ist allein der Führer. Zur Be­arbeitung von Spezialsragen können Einzelperso­nen hinzugezogen werden. Des weiteren ist eine Verordnung im Entwurf fertig, welche die genaue Kompetenzabgrenzung oorsieht und ebenso die noch zu genehmigende Satzung. Die Wege der zukünfti­gen Finanzierung zeichnen sich klar ab, nachdem sich herausgestellt hat, daß mit dem System der freiwilligen Beiträge nicht mehr durchzukommen ist-

In mehreren Gemeinden wurden neue Verkehrs­vereine ins Leben gerufen bzw. die Auflösung solcher, die sich um die Beiträge drücken wollten, erfolgreich verhindert. In Bad-Nauheim wurde ein Ausschuß eingesetzt, der endlich die seit Jahren be­stehenden Spannungen beseitiot. Organisationskarten wurden entworfen und geschaffen, so daß jetzt jederzeit eirt klares Bild über die Mitgliederbewe­gung möglich ist. Mit den benachbarten Verkehrs- verbänden bestehen schon seit längerer Zeit sehr enge Arbeitsabkommen, die im Interesie einer ver­trauensvollen Zusammenarbeit die pfleglichste Be­handlung erfahren.

Ernsthaftes Bestreben der neuen Leitung ist es, die Freiwilligkeit der örtlichen Leistung (Wer­bung) mit den großartigen Ideen einer zusam- meugesaßten größeren Einheit in den richtigen

Einklang zu bringen.

Der Hessische Derkehrsverband, dem eines der

Nachdem in der Führung des Hessischen Derkehrs- verbandes seit ungefähr sechs Wochen ein Wechsel eingetreten ist, erscheint cs an der Zeit, die Oeffent- lichkeit über die seitdem geleisteten Arbeiten zu unterrichten. Zuerst wurde die Gleichschaltung der Verkehrsvereine vorgenommen. Sie ist bis auf einige Fälle, bei denen die Verhältnisse besonders schwierig liegen, beendet. Es wurden an sämtliche deutschen Reisebüros als Vorarbeit für Die kommende Reisezeit 1934 ca. 18 OOO Prospekte verschickt, die für den Besuch unseres Landes wer­ben. Anfang August fand eine Hessenfahrt deutscher Journalisten statt, die nach den vorliegenden Pressemeldungen ein voller Erfolg war. Mitte September folgte ein Besuch ausländi- 'scher Journalisten. Auch hier sprachen sich die Teil­nehmer anerkennend über das Hessenland aus.

Die Anlage eines Klischee- und Artikelarchios wurde begonnen, ebenso diejenige eines Bilder­archivs.

Mit dem Rheinpfälzischen Verkehrsoerband wurde ein Abkommen über gegenseitigen kostenlosen Plakataustausch und Aushang geschlossen. Der seit Jahren mit bestem Erfolg erscheinende Hessen- kalender wurde als Verlags-Objekt einer Privat- firma übergeben, getreu den Grundsätzen unseres Staates: Arbeit und nichts als Arbeit zu schaffen. Die Reliefkarten Odenwald und Rheinhessen wur­den in großer Anzahl verschickt, Einzelwerbeaktionen in Tageszeitungen und Zeitschriften durchgeführt

An Werbemaßnahmen der nächsten Zeit sind vor­gesehen: Schaffung eines Pauschalreiseheftes: Durch­führung einer Studienreise von Reisebüro-Schalter- beamten; Herausgabe besonderer Werbeschriften, Gaststättenverzeichnisse und vor allen Dingen: Schaffung einerFirmenmarke", d. h. eines ein­prägsamen Symbols. Weiterhin Beschaffung von geeignetem Ausstellungsrnaterial für Reisebüro- Schaufenster-Ausstellungen usw.

Da an praktischer Werbearbeit in den oergange- nen Jahren fast nichts geleistet werden konnte, so ist der Aufbau unter Den schlechten finanziellen Verhältnissen nicht leicht. Es geht deswegen nicht länger an, daß sich Gemeinden und Verkehrsver- eine der allgemeinen Dortelle der Derkehrswerbung

Sie Arbeit im Hessischen Derkehrsverband

Von Hanns Fischer, Sonderkommiffar für den Fremdenverkehr in Hessen

Aus der provinzialhauptstabi.

Männliche Ausflüchte.

Wenn dein Mann Zigarrenasche auf den Teppich fallen läßt, wird er Dir erklären, daß es kein besseres Mittel gegen Motten gibt Auf den Blumen­töpfen wird die gleiche Asche alle Schmarotzer fernhalten, und wenn du ihn ausreden lässest wirst du erfahren, daß Zigarrenasche infolge des hohen Kaligehaltes als Blumendünger derart wirkt, daß deine Zimmerlinde voraussichtlich bald durch die Decke wachsen wird.

Wenn du deinem Manne von der Last deiner Hausarbeit erzählst, wenn du ihm mitteilst, daß du treppauf, treppab laufen mußt, daß Du vom vielen Bücken, vom Abstauben, von all der für ihn un­sichtbaren Kleinarbeit müde bist, erfährst du, daß all diese Bewegungen deinen Körper schlank und deine Muskeln geschmeidig erhalten und daß sie vor allem lästigen Fettansatz verhüten. Außerdem spart man durchs solche Bewegungen den Arzt und die Kosten für Apotheke.

Wenn du deinem Manne liebenswürdige Vor­haltungen machst, daß er dir keine Blumen, keine kleinen Aufmerksamkeiten mehr mitbringt, erfährst du plötzlich, daß er es beabsichtigt hatte. In letzter Minute wurde er allerdings durch den plötzlichen Besuch eines Freundes von seiner liebenswürdigen Ritterlichkeit abgehalten. Er war sehr ärgerlich her­über. Er, nicht der Freund. Du erfährst auch manch­mal, daß er es nur deshalb unterließ, um ja nicht au spät zu Tisch zu kommen, so daß dir erneuter Aerger erspart blieb.

Warum sollen wir Frauen nicht zu den gleichen Mitteln greifen! Wir bringen ihm bei, daß ein neuer Hut unsere Haare nicht grau werden läßt: daß ein Struuß Rosen im Zimmer als Luftreini­gungsmittel Wunder wirkt: daß gemeinsamer Thea­terbesuch Gelegenheit gibt, Freunde und Bekannte zu treffen, und daß diese Gelegenheit durch ein an­schließendes Abendessen in einem Gasthaus unge­mein gesteigert werden kann. Wir können ihm sagen, daß er von seinem Abendausgang früher nach Hause kommen soll, damit man den durch Wachen und Warten entstehenden Lichtoerbrauch einschränken kann. Ein Paar neue Schuhe erleich­tern uns die Sicherheit gesellschaftlichen Auftretens. Ein Paar neue Seidenstrümpfe, unvermittelt über- reicht, beeinflussen erzieherisch unfern Farbensinn. Ein neues Herrenzimmer kurbelt die Wirtschaft an, während ein Silberkasten die Anhänglichkeit an Mann und Heim erheblich steigert.

So und nicht anders sollten wir den Männern begegnen, die Zigarrenasche als Mottenpulver und Nachlässigkeit als Liebe ausgeben.

Magda Amann.

Wo ein Wille, da ist ein Weg.

Mit einem ungeheuren Schwung hat der Führer der nationalen Erhebung, den Kampf gegen die Ar- beitslofigteit begonnen. Tot auf Tat erfolgte. Wie groß das bisher Geleistete ist, das beweisen die sen­sationellen Berichte von der Genfer Arbeitskonfe­renz. Kein Volk der Welt hat eine Regierung, die bis jetzt auch nur ähnliche Erfolge verzeichnen kann.

Unserem Führer war klar, daß die Gelder zur Arbeitsbeschaffung nicht aus steuerlichen Belastun- gen geschaffen werden können. Neue Wege mußten beschritten werden. Der Opferwille des Einzelnen und das Fühlen und Denken als Volksgemeinschaft sollen dem Arbeitsbeschaffungsprogramm der natio­nalen Regierung das wichtigste FundarMnt sein. Keiner darf sich ausschließen. Die NSDAP, hat im Rahmen besten eine Geldlotterie für Arbeits­beschaffung aufgelegt, die mithelfen soll, Volks- genossen, die seit Jahren vergeblich nach Arbeit suchen und denen das Wort Arbeitslohn bereits fremd geworden war, wieder in den Rhythmus der Arbeit einzuschalten und sie zu Lohnempfängern statt zu Unterstützungsberechtigten zu machen. Jeder national Gesinnte muß durch Kauf von Losen die Arbeitsbeschaffungslotterie mit besten Kräften för­dern. Von dem ideellen Zweck der Lotterie abge­sehen, bietet sie auch einen noch nie dagewesenen Gewinnplan. 200 000 Mark ist der Höchstgewinn auf ein Doppel-Los, 100 000 Mark auf ein Einzel- Los; fast 300000 Gewinne 1,5 Millionen Mark werden ausgelost. Jeder Losbesiyer darf das stolze Bewußtsein haben, auch sein Scherflein dazu

beigetragen und mitgeholfen zu haben, das Schreck­gespenst der Arbeitslosigkeit aus unserem Vater­lande zu bannen.

(Sturmtief) der Gießener SA.-Heserve.

Gelegentlich des Sturmabends der S A. - R. 11/116 am Samstagabend wurde dem Sturm- Obrer Soldan und den Kameraden des Reserve­turms ein von einem Kameraden des Reseroe- turms verfaßtes Kampflied als Widmung zugeeignet, das nach der Absicht des Dichters und dem Willen des Sturms das S t u r m l i e d der Gießener SA. - Reserve sein wird Die Dichtung, deren Urheberrecht der Dichter des Lie­des für sich und den Reseroesturm gewahrt hält, hat den nachstehenden Wortlaut, für den die bei­gemerkte Melodie gilt:

Kampflied des Sturmes R 11/116.

Melodie: Auf dem Berg so hoch da droben.

Hoch im Licht die Fahne wehet dem Sturm voraus, Wenn vor Tag durch stille Gassen er zieht hinaus :/: Und man hört es brausend klingen, Wenn wir unsre Lieder singen.

Sturmreseroe Nummer elf sind wir Der Standarte allerschönste Zier. :/:

Sturmerprobt sind unsre Mannen in Kamps und Sieg

Mancher sah fein Blut verströmen im heil'gen Krieg. :/: Hakenkreuz und Kreuz aus Eisen

Beiden woll'n wir Ehr' erweisen. Sturmreseroe Nummer elf voran, Ein Sieg Heil dem Sturmabteilungsmann. :/:

Heiß das Herz und kühl das Auge fürs Vaterland, Waffenbrüder woll'n wir bleiben, reicht euch die :/: Und die Feigheit fei verfluchet fHand

Her zu uns, wer Treue suchet.

Sturmreseroe Nummer Elf sind wir Ein Sieg Heil dem Hakenkreuzpanier. :/:

Ruft Freund Hein einst einen Bruder zum Schluß­rapport

Hei! dann grüß' ihn unoerzaget mit diesem Wort: :/:Wie gelebt, so will ich sterben. Noch im Tod um Deutschland werben " Sturmreseroe elf mit Herz und Hand Ein Sieg Heil dem deutschen Vaterland. :/:

H.B

ASOAP. Gießen.

In der Ortsgruppe Gießen-Nord bef Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei sind für die Woche vom 24. bis 30. September folgende Veranstaltungen vorgesehen: Dienstag, 26. Sep­tember: Block 3 (Pg. Schneider) der Zelle 7, pünkt­lich 8.30 Uhr bei Nohl. Am Mittwoch, 27. September: Mitgliederversammlung der Zelle 4 (Pg. Faust) pünktlich 8.30 Uhr im Kaufmännischen Vereinshaus. Pa. Michel spricht über das Thema Der Jude in Politik und Wirtschaft". Gäste will- kommen! Am Mittwoch, 27. September: Block 2 (Pg. Völzing) der Zelle 7, pünktlich 8.30 Uhr bei Nohl. Am Donnerstag, 28. Sep­tember: Mitgliederversammlung der Zelle 3 und 5 (Pg Willy Wenzel und C. Hillebrecht) pünktlich 8.30 Uhr im RestaurantZum Haberkasten" Pg. Michel spricht überDie Politik der Zukunft".

Reichelpropagandastelle Heffen.

Die Reichspropagandastelle Hessen, Leiter Karl Wilhelm Tresz, befindet sich im Staatsminifte- rium Darmstadt, Adolf-Hitler-Platz 5, Fernruf für Darmstadt 5001, Nebenanschluß 283. Die Sprech­stunden des Gauleiters sind täglich von 10 bis 12 Uhr.

Freiwillige für den Reichsmarinedienst.

Das Staatspresseamt teilt mit:

Die Schiffsstammdioision der Nordsee in Wil­helmshaven hat den Bedarf an geeigneten Frei­willigen für den Dienst in der Reichsmarine für den Bereich der Marinestation der Nordsee aus- Ansichten und einzustellen. Es besteht hauptsächlich Bedarf an Bewerbern mit technischer Berufsaus- bildung. Erwünscht sind Bewerber, die eine drei­jährige Lehrzeit als Maschinenschlosser,Motorschlosser, Schlosser, Maschinenbauer, Metalldreher, Kesselschmied, Schmied, Kupferschmied, Klempner, Mechaniker und Elektriker oder in einem ähnlichen Handwerk nach­weisen.

Das vorgeschriebene Lebensatter für die Ein­stellung liegt zwischen dem vollendeten 17. und 21. Lebensjahr. Bei Einreichung des Gesuches darf das 20. Lebensjahr nicht überschritten sein. Gesuche

Der Baubeginn der ersten Reich-autobahn.

Den ersten 700 Arbeitern werden in Frankfurt a. M. die neuen Werkzeuge für den Straßenbau übergeben.

schönsten deutschen Reisegebiete anoertraut ist, sieht feine höchste Aufgabe darin, zur Entwicklung des Landes alles einzusetzen, was seine Mit­arbeiter zu geben vermögen. Mitarbeit im Ver­band ist Dienst an unserem Volke!

Bezirks-Propaganda- und Pressestellen der Genoffenschasten.

In den vergangenen Jahren ist die Tagespreise über genossenschaftliche Fragen leider nicht immer o informiert worden wie es der Bedeutung der (enossenschafttichen Arbeit entsprochen hätte. Es ehtte eine zentrale Stelle, die der Presse die er- orderlichen Informationen zuleitete. Um tn Zukunst )ie Presse lausend sachlich über wichtige genossen- chaftliche Ereigniste und Fragen zu unterrichten, hat der Deutsche Genostenschaftsverband in Berlin, der über 3300 gewerbliche Genossenschaften in sich vereinigt, eine zentrale Propaganda- und P r e s s e st e 11 e errichtet. Für die Durchführung der Maßnahmen der Zentrale in den Gebieten der Revisionsoerbände des Deutschen Genostenschafts- oerbandes sollen Landesstellen, die bei den einzel- nen Revisionsverbänden ins Leben gerufen wor­den sind, Sorge tragen. In Hessen-Nassau und Hessen-Darm st adt fällt diese Aufgabe der 2anbespropa.ganba- und Presse- ftelle beim Genossenschastsverband Hessen-Mittel- rhein (Schulze-Delitzsch) e. 23., in Wiesbaden zu. Diese genossenschaftliche Neuorganisation ist von dem Deutschen GenostenschaftsverbanD in der lieber- zeugung geschaffen worden, daß in einer Zeit, in der alte genossenschaftliche Ideen zum geistigen Fun- dament unseres ganzen deutschen Staatslebens geworden sind, die beste Propaganda für den ge- nosfeizschaftlichen Gedanken und seine Verbreitung im gewerblichen Mittelstand in einer sachlichen Be­richterstattung in der Presse besteht.

Die Ehrengabe des Gaues Hessen-Nassau der NSDAP, für den Führer symbolisiert die vier Jahre des Aufbauplanes Adoll Hitlers. Die Vorder­seite zeigt auf einer von dem Autobahnennetz durch­zogenen Karte Deutschlands auf Silber getrieben den ersten Spatenstich bei Frankfurt a. M. Hersteller ist in Zusammenarbeit mit der Gauleitung der Kunstgoldschmied Karl Berthold.