Ausgabe 
25.8.1933 Erstes Blatt
 
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Johannes Werthouer. Zugleich ist das Vermögen dieser Personen beschlagnahmt worden.

Voller Erfolg der Königsberger Ostmeffe. Königsberg, 24. Aug. (Täl.) Heber das

Ergebnis der 21. Deutschen Ostmesse gibt das Königsberger Messeamt einen amtlichen Schluß- bericht heraus, in dem es heißt: Die Aus- stellerzahl habe die des Jahres 1928 überschritten, die Steigerung gegen das Vorjahr beträgt annähernd 50 Prozent. Auch bei dem Absatz dürfte man im ganzen mit einer Steigerung von etwa 50 Prozent ge­gen das Vorjahr rechnen können. Gute Ab­schlüsse waren besonders in der Textil- mu st ermesse zu verzeichnen, daneben in bet Lederbranche und Hauswirt schasts- artikeln: auch die ostprcuhische Industrie war recht zufrieden. Die Landwirte haben relativ viele Maschinen, darunter auch viele grö­ßere, gekauft.

Die deutsche Ostmesse als Wirtschaftsbarometer dürfte richtunggebend auch für die Tendenz der Leipziger Messe werden. Beim Käufer macht sich eine neue Zuversicht und beim Kaufmann ver­stärkte Unternehmungslust bemerkbar. Alles in allem darf man den starken Erfolg der 21. Deut­schen Ostmesse als den Beginn eines ftetigen Wirtschaftsaufschwungs ansehen und als den untrüglichen Ausdruck der Belebung der gesam­ten deutschen Wirtschaft unter nationalsozialistischer Führung.

Beginn der Ostlandireuefahri.

Berlin, 25. Aug. (CNB.-Funkspruch.) Der Staatssekretär im Reichspropagandaministe­rium Funk, der die Oberleitung der Ost­landtreuefahrt innehat, hat sich heute vormit­tag nach Königsberg begeben. Kurz vor 9 Uhr hat auch die Sendbotenmann­schaft der Reichshauptstadt, die dem Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen Koch ein Begrüßungsschreiben überreichen wird, vom Berliner Rathaus die Fahrt nach Ost Preußen an getreten. Die Fahrt der Sendbotenmannschaft führt von Berlin über Küstrin, Schneidemühl, Schlochau, Marienburg nach dem Tannenberg­denkmal.

Warnung vor Zuzug nach Berlin.

Berlin, 24. Aug. (TU.) Staatskommissar Dr. Lippert und Staatskommissar Dr. M a - retzkh veröffentlichen eine Warnung vor dem Zuzug nach Berlin, in der es u. a. heißt:Bei der äußerst schwierigen Finanzlage Berlins kön­nen die Zahlungen von Unterstützun­gen an die Berliner Hilfsbedürfti­gen zur Zeit überhaupt nur unter den größten Schwierigkeiten aufrecht erhal­ten werden. Deswegen sind für die Betreuung der nach dem 31. August 1 933 trotz dieser letzten Warnung nach Berlin Zuziehenden die allgemeinen Unterstühungsrichtsähe außer Kraft gesetzt und besondere Höchstsätze fest­gelegt worden. Sie betragen für einen Allein­stehenden nurlbMk. monatlich. Gleichzeitig sprechen wir die Erwartung aus, daß die Ber­liner Bevölkerung die vorhandenen A r b e i t s - Möglichkeiten und ebenso die nur in ge­ringer Zahl vorhandenen billigen Woh­nungen nicht den nach dem 31. August 1933 verantwortungslos zuziehenden Personen, sondern den alten Berliner Er­werbslosen zur Verfügung stellt."

Einführung eines Arbeiispaffes zur Bekämpfung der Schwarzarbeit.

Berlin, 24. Aug. (TU.) In einer Beleg- fchaftsversammlung der Berliner Derkehrsgesell- schaft kündigte Staatskommissar Engel radikale Maßnahmen gegen die Schwarzarbei­ter undDoppelverdieneran. Demnächst werde in den Berufszweigen, die besonders von Schwarzarbeitern überlaufen seien, ein Ar­beit s p a ß eingeführt werden. Wo manXeinen Arbeiter ohne Arbeitspah antreffe, werde nicht nur dieser, sondern in erster Linie auch der Arbeitgeber bestraft werden.

Verbotenes Sammeln bei Spendern der Adolf-Hitler-Spende.

M ü n ch e n, 24. Aug. (WTB.) DerVölkische Be­obachter" bringt eine Veröffentlichung des Stellver­treters des Führers, Rudolf Heß, in der allen Angehörigen, Dienststellen und Ein­richtungen der NSDAP, das Sammeln oonGeldbeträgenbei solchen Unternehmungen und Verbänden der Wirtschaft verboten wird, die sich an der Adolf-Hitler-Spende betei­ligen. Die Bekanntgabe enthält nähere Weisungen für die Zeichner der Spende.

Oie irischen Blauhemden nehmen den Kampf auf.

O'Duffy kündigt eine Sonntagsparade der Nationalgarde an.

Dublin, 24. August. (Tel.-Un.) General O'Duffy hat sich durch das Verbot seiner Blauhemden-Organisation nicht einschüchteru lassen, sondern hat seine Werbetätigkeit im Lande sofort neu ausgenommen. Er begab sich am Mittwochnachmittag nach Cootahill, wo auf einen geheimen Befehl hin sich eine größere Zahl seiner Anhänger versammelt hatte. Sie trugen sämtlich Blauhem­den. Bet seiner Ankuntf in der Stadthalle wurde O'Duffy stürmisch begrüßt. Die Poli­zei griff nicht ein, sondern verhielt sich beobachtend. O'Duffy erklärte, daß seine Na­tionalgarde jetzt 45 000 Mitglieder habe. Am kommenden Sonntag werde eine große Parade der Blauhemden in Cork stattfinden, bei der 40 000 Mann anwesend sein sollen. Man rechnet damit, daß de V a l e r a der Organisation der Nationalgarde eine Gna­denfrist von einigen Tagen gewähren wird, um ihr die Möglichkeit zu geben, sich s e l b st aufzu lösen, daß er aber im Falle, daß dies nicht geschieht, zu Verhaftungen schreiten wird. O'Duffy hat bereits ausge­sprochen, daß er seine Verhaftung erwartet, die er anscheinend selbst wünscht, um Stim­mung für feine Sache zu machen. In Dublin sind größere Truppenmassen zusammengezo­gen worden, die dafür bestimmt sind, den Üeberwachungsdienst in dem Konzentrations­lager zu übernehmen, in die die Blauhemden nach ihrer etwaigen Verhaftung gebracht wer­den sollen. t

Bombenanschlag auf einen südslawischen Minister.

Belgrad, 24. Aug. (TU.) In Zlatari bei Agram wurde ein Revolveranschlag auf den ehe­maligen südslawischen Minister Neudörfer ver­übt. Der Minister wurde von drei Revolverkugeln in den Rücken getroffen und war sofort tot. Zwei junge unbekannte Burschen waren auf der Besitzung des ehemaligen Ministers erschienen und hatten einen Brief überreicht. Während der eine die Frau des Ministers in ein Gespräch verwickelte, zog der zweite, während Neudörfer den Inhalt des Briefes studierte, einen Revolver und feuerte d i e Schüsse ab. Nach dem Anschlag flohen die Beiden

in den nahegelegenen Wald. Sie wurden vom Haus- personal und der Gendarmerie verfolgt. Auch aus Agram traf rasch eine große Polizeiabteilung auf Lastautomobilen ein. Der Wald, in dem sich die Attentäter versteckt halten, ist umzingelt. Der ehe­malige Minister Neudörfer, der trotz seines deutschen Namens ein Kroate war, gehörte der ehe­maligen Raditschpartet an. Nach der Ver­kündung der Diktatur am 6. Januar 1929 verließ er jedoch die Partei und bekannte sich zur neuen Regierung. I m Kabinett Siwkowitsch war er als Landwirtschaftsminister tätig. Seine Ermor­dung ist vermutlich ein Racheakt für den kürzlich erfolgten Anschlag auf den kroatischen Dolksführer Predawetz.

Abgmizung von Handwerk und Einzelhandel.

Wichtige Anweisung beider Spihenverbände.

WSÄ. Darmstadt, 24. Aug. Der Reichs- verband des Deutschen Handwerks und die Hauptgemeinschaft des Deut­schen Einzelhandels sehen sich veranlaßt, den ihnen angeschlossenen Mitgliedskörperschaften die nachstehenden, von der S t a a t s p r e s fe­st e l l e übermittelten Richtlinien zur dringenden Beachtung bekanntzugeben:

Aus den immer neuen Klagen muß entnom­men werden, daß über die Gestalt des zukünfti­gen ständischen Aufbaues vielfach in den un­teren Organisationen des Einzelhandels und Handwerks Unklarheit herrscht. Infolge dieser Unklarheit wird oft von Innungen und Verbän­den die Zugehörigkeit von Einzelhändlern oder Handwerkern nur dadurch beurteilt, wie sie am vorteilhaftesten dabei abzuschneiden glauben. Wer­bungen zu den betreffenden Organisationen müssen selbstverständlich Verwirrung unter Kaufleute und Handwerker tragen. Sie sind auch geeignet, die großen Gedanken des ständischen Aufbaues in den Mittelstandsschichten au diskreditieren.

Aus diesem Grunde verurteilen die Spitzen- organisationen des Einzelhandels und Hand­werks Werbungen, Forderungen und Behaup­tungen, die geeignet sind, solche Verwirrung zu fördern.

Insbesondere ist es in Zukunft nicht angängig, daß gegenüber Behörden oder in der Oeffentlich- keit Forderungen geltend gemacht werden, die dahin zielen, den handel mit bestimmten Waren nur Händlern oder nur Handwerkern vorzu­behalten.

Zu unterlassen ist ferner die Behauptung, daß zukünftig händlerische oder handwerkliche Tätig­keit nur bei Erwerb der Mitgliedschaft bei be­stimmten Innungen und Verbänden möglich sein wird, ebenso unzulässig ist es, wenn z. B. ein Fachverband des Handwerks oder des Einzel­handels sich als die einzige F a ch o r g a n i - sation für beide Gruppen des be­treffenden Gewerbe- und Handels­zweiges bezeichnet.

Bei der Werbung von Mitgliedern ist bezüglich der Abgrenzung zwischen Handwerk und Einzel­handel vorerst noch grundsätzlich von der geltenden Rechtslage auszugehen. Bei solchen Grupven, in denen sich Wirtschaftszweige vielfach überschneiden, entscheidet sich die organisatorische Zugehörigkeit des ganzen Betriebes oder eines Betriebsteils nach wie

vor nach den Bestimmungen der sogenannten Hand­werksnovelle (§ 104 o GO.).

Darüber hinaus steht es jedem Handwerker oder Einzelhändler frei, die Mitgliedschaft von ver­bänden zu erwerben, deren Leistungen ihm auch für seinen Betrieb förderlich erscheinen.

Alle Werbungen von einzelhändlerischen Organi­sationen bei Handwerkern von handwerklichen Or­ganisationen, bei Einzelhändlern, die mit Droh- ober Druckmitteln oder unter Vortäuschungen zukünftiger gesetzlicher Regelungen erfolgen, sind aufs strengste zu mißbilligen. Die end­gültige Durchführung des ständischen Aufbaues ist durch den Willen des Führers hinter noch dringen­deren Aufgaben, insbesondere der Ueberwindung der Arbeitslosigkeit, zurückgestellt worden. Zu sei­ner möglichst reibungslosen Verwirklichung zu ge­gebener Zeit werden die Vorarbeiten der obersten Reichs- und Berufsstände dienen, keineswegs aber Einzelaktionen unterer Stellen in der Oeffentlich- keit ober bei Behörden. Erst, wenn nach Vorschlägen der Reichs- und Berufsvertretungen die gesetzliche Grundlage für die Abgrenzung der Drganifations- verhältnisse zwischen Einzelhandel und Handwerk geschaffen und eine Neuregelung der Frage der handwerklichen Hilss- und Nebenbetriebe bei den industriellen ober Hanbelsunternehmungen erfolgt ist, wird von den zuständigen Organisationen unter Berufung auf die neue gesetzliche Grundlage gewor­ben werden können.

Auf Grund von haltlosen Vermutungen, Forde­rungen an Handwerker, Einzelhändler oder an nicht hinreichend informierte Stellen zu richten, kommt Täuschungsversuchen gleich.

Die vorstehend erörterte Frage der Abgrenzung zwischen Einzelhandel und Handwerk berührt selbst­verständlich nicht das Warenhausproblem und seine Lösung.

Hier ist vorerst durch die Verordnung des Reichs- Wirtschaftsministers bezüglich des Abbaus der hand­werklichen Nebenbetriebe in Warenhäusern ein klarer Tatbestand geschaffen. Wir halten es für ge­fährlich, wenn gerade zur weiteren Lösung dieser und ähnlicher Fragen unentbehrliche Einheitsfront des mittelständischen Handwerks und Einzelhandels durch kleinliche Organisationsstreitig- Feiten getrübt würde, die bei der Durchführung des ständischen Aufbaus sich von selber klären wer­den."

Aus der Proviuzialhauptstadt.

Oer Geldbeutel.

Es ist leider zu oft recht schmerzlich emp­fundene Tatsache, daß Geld die Welt regiert. Wenn sein Besitzer auch manche Sorgen hat, so ist doch jeder anscheinend gern bereit, sie zu übernehmen. Schon der Mensch der Bronzezeit hatte die Sorge mit der Aufbe­wahrung des Geldes. Zur Sicherheit trug er es immer bei sich. Sein Portemonnaie war der Arm, denn das Geld jener Zeit soll der Metalldraht gewesen sein, den man um den Arm gewunden hatte. Er war Geld und Schmuck zu gleicher Zeit. Die Gold- und und Bronzespiralen aus den germanischen Depotfunden und die in Cypern gefundenen Kupferspiralen sind als Geld zu deuten. Den Gelddraht hat man aus dünngehämmertem Blech geschnitten, und Stückchen, die man da­von abbrach, waren das Kleingeld. So bei­läufig erfährt man dabei die Herkunftsbezeich­nung des AusdrucksDraht" für Geld.

Aus der Spirale entstand der Ring, und vor der Münze in der jetzigen Form war Ringgelö lange Zeit im Gebrauch. Auf ägyp­tischen Grabmalereien des 15. Jahrhunderts ist die Herstellung und das Abwiegen der Geldringe öargestellt. Wenn die großen Ringe auch als Schmuck dienten, so können die klei­nen nur Geld gewesen fein; sie standen hin­sichtlich Größe und Schwere stets in einem be- stimten Verhältnis zueinander. Man zog sie auf eine Schnur, eine Sehne oder auf einen Riemen, und hing sie um den Hals. Es war aber oft unbequem, den festgeschnürten Knoten zu öffnen. Da erfand ein kluger Kopf einen einfach und praktischen Verschluß: ein kräfti­ger Bronzedraht wurde kreisrund gebogen und die beiden Enden mit Haken und Oese versehen, die man jederzeit bequem öffnen konnte. Solche Sammelringe für Kleingeld hat man in Aegypten, Cypern und auch in den Schweizer Pfahlbauten gefunden. Belgische, rumänische und chinesische Geldstücke der Ge­genwart haben noch heute ein Loch in der Mitte, damit man sie bequem auf eine Schnur auffädeln kann.

Nachdem man um 600 v. Chr. zuerst in Kleinasien Geld in Münzcnform erfunden hatte, konnte man die Sammclringe dafür nicht brauchen und der Geldbeutel wurde er­funden Die Griechen und Römer hatten Geld­beutel in allen möglichen Größen und For­men. Ein größerer Geldbeutel aus Leinen hieß Sacculus (Sack"). Auch eine lederne Geldtasche, am Riemen um den Hals gehängt, sah man oft und kleine Geldtaschen aus Dachs­fell waren besonders beliebig und große Mode.

Der reisende Kaufmann des Mittelalters trug sein Geld in seinem Gürtel aus Katzen­fell; daher der Name Geldkatze. Sie war bis in das 19. Jahrhundert hinein in Gebrauch. Oft ersetzte man sie durch eine große kräftige Lederklapptasche, dem Vorläufer unseres heu­tigen Portemonnaies. Au einem Riemen trug

man sie um den Leib geschlungen unter der Jacke. Sehr gern machte man Geldtaschen aus Maulwurfsfell, weil man glaubte, dies könne Geld anlocken und zusammeüscharren, beson­ders wenn die Pfoten dran blieben.

Im 18. Jahrhundert erfand man in Frank­reich das Falten-Portcmonnaie mit Metall­bügel und Verschluß; es wurde besonders von eleganten Damen getragen und war oft mit reich gravierten Mctallplatten und Goldsticke­reien verziert. Heute ist man zur Sachlichkeit zurückgekehrt.

Vorläufig keine Oekanwahlen in Hessen

Der Präsident der evangelischen Kirchenregierung, Prälat D. Dr. Dr. Diehl, hat durch Kirchengesetz vom 21. August bestimmt:

Mit Rücksicht darauf, daß der Zusammenschluß der südwestdeutschen Kirchen zur Großhessischen Kirche in allernächster Zeit erfolgt und hierbei even­tuell Aenderungen in der Einteilung usw. der De­kanate eintreten, verordne ich auf Grund des kirch­lichen Ermächtigungsgesetzes vom 28. Juni 1933 folgendes:

Die Wahlen des Dekanats und seines Stellvertreters unterbleiben bis auf wei­teres. Die üblichen Wahlen für den Dekanats- ausfchuß find vorzunehmen.

Sportfest unseres Bataillons.

Das 1. (Hess.) Grenadi er-Datai llon hält am 23. und 24. September fein alljährliches Sportfest ab. Die gesamten vaterländischen Verbände, SA., SS.. Stahlhelm, Reitervereine usw., werden zur Teil­nahme an diesen Veranstaltungen besonders ein­geladen.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag. Männer-Vadevcrcin 1836: 20.30 Uhr im Caf6 Leib außerordentliche Generalversammlung. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Es war ein­mal ein Musikus".

** Die Sperrung der Lahn zwischen dem Felsen und dem Wehr während der Ru­der-Regatta am Samstag und Sonntag be­trifft eine Bekanntmachung des Kreisamts Gießen, die von der Bürgermeisterei in unse­rem heutigen Anzeigenteil veröffentlicht wird.

** Sonntagsfayrkarten von Gießen au r Saarkundgebung am Rational­denkmal. Zu der großen Saarkundgebung am Rationaldenkmal bei Rüdesheim am kommenden Sonntag werden auch vom Bahnhof Gießen Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben, die von Samstag, 26. August, 0.00 Uhr, bis Montag, 28. August, 12 Ähr, Gültigkeit haben.

** S a 8 13. Frauen-Wetturnen des Bezirks Hessen am kommenden Samstag und Sonntag in Heuchelheim betrifft eine Anzeige in unlerer heutigen Ausgabe. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen.

**DieLanbesoersammlungdesEoan- gelischen Bundes findet vom 16. bis 18.Sep­tember m Offenbach statt. Die Tagung steht unter

Oas Los zu einer Mark.

Bei jedem Spiel seh den Gewinn in Arbeiisbeschassungslose um: So kannst du ihn für dich tausendfach vermehren und Arbeit schaffen: denen die gezwungen feiern!

dem GeneralthemaEvangelium und Volkstum". Es werden u. a. sprechen Prälat D. Dr. Dr. Diehl, Pfarrer P r o b st (Frankfurt a. M.) und Bundes- direktor D. Fahrenhorft.

** Nur noch halbleinene Braunhem­den. Die Dienstblusen und Dienfthemden der SA. und SS. dürfen nach einer Anordnung der zustän­digen Münchener Stelle in Zukunft nur noch aus einem Gewebe hergestellt werden, das in Kette und Schuß aus einem Zwirnfaden besteht, der aus je einem Leinen- und Baumwollfaden gedreht ist. Diese Maßnahme hängt mit den Bestrebungen zusammen, die Flachs anbauende deutsche Landwirtschaft und die heimische Leinenindustrie zu unterstützen und auf diese Weife zur Behebung der Arbeitslosigkeit beizutragen. Die bereits im Handel befindlichen rein baumwollenen Hemdenstoff-Bestände können aufge­braucht werden.

G. A.-Gpori.

Auftakt: Geschwindigkeitsprüfung in Staaken.

Die Sportleitung des Deutschlandfluges 1933 hatte den Start für die Aeberführung der 123 zugelassenen Maschinen vom Flughafen Tempelhof nach Staaken am Donnerstagmorgen wegen des schlechten Wetters etwas hinausgeschoben. Für den kurzen Flug hatte man das starke Feld in Gruppen von je sechs Flugzeugen eingeteilt, dis in Abständen von einer bis drei Minuten gestartet wurden. Pünktlich um 7.30 Ahr erhob sich die erste Gruppe und bald bemerkte man über dem west­lichen Teil Berlins den Riesenschwarm der 123 Sportflugzeuge.

In Staaken hatte man dahingehend entschieden, daß zuerst die schnellen Maschinen zur Höchst- geschwindigkeitsprüfung starteten. AS erster ging Oberleutnant Seidemann auf sei­ner schnellen Heinkel, mit der er im Vorjahr« beim Europarundflug aufsehenerregende Leistun­gen vollbrachte, auf die 50 Kilometer lang« Strecke, die von Staaken über Wustermark zur Wendemarke in Neugarten, von dort in östlicher Richtung zur zweiten Wendemarke an der Spitze der Landzunge im Zernsee und bann gerade zum Aus­gangspunkt zurückführt. Hinter Seidemann, der den ersten Teil mit 215 Stundenkilometern zurücklegte, also fünf Stundenkilometer mehr herausholte, als die Normalgefchwindigkeit feiner Maschine beträgt, flogen in Abständen von je einer halben Minute die übrigen Konkurrenten und erledigten ihr Pensum größtenteils in etwa 20 Minuten.

Handball im Bezirk Hessen der OT.

Dahlbecksbaumer Turnverein Velbert (Rheinland) gastiert in Lanusbach.

3n einer Verbindung aus dem Allgemeinen Deutschen Turnerbund hatte die 1. Handballelf Dahlbeckbaumer Turnvereins, Velbert eine ÄÄse in das Lahn-Dünsberg--Gebiet unternom­men. Am Samstagabend fand zu Ehren der Gäste ein Dereinsgefellschaftsabend statt. AM Sonntag­nachmittag wurde ein Spiel ausgetragen.

Gleich nach Anpfiff erkannte man, daß sich zwei qualifizierte Gegner gegenüberstanden. In der 5. Minute fiel der erste Erfolg für Launsbach. Flott löste ein Angriff den andern ab. Launsbach er­höhte auf 2:0. Die Gäste verkürzten bis Halbzeit auf 2:1. Rach der Pause erhöhte Launsbach auf 3:1. DieBäumer" eröffneten nun in großen Zü­gen die Offensive, schufen den Ausgleich und er­höhten in weiteren zwei Treffern auf 5:3. Run drängte die Launsbacher Hintermannschaft den Sturm zum Angriff und es gelang in der 55. Minute der Ausgleich. Durch Verfehlung in der Llbwehr erreichten die Gäste den Siegestreffer und erhöhten sogar auf 7:5.

irischafi.

Frankfurt beruhigt, leicht befestigt.

Frankfurt, 25. Aug. (WTB. Drahtmeldung.) Die heutige Mittagsbörse eröffnete auf der ganzen Linie in leicht befestigter Haltung, und die Stim­mung war weiterhin sichtlich beruhigt, nachdem schon an der gestrigen Abendbörse die rückläufige Bewe­gung zumStillstand gekommen war. Vor allem war man darüber beruhigt, baß bie an den vorherge­gangenen Tagen drückenden Verkäufe aufgehört haben. Bei den Banken lagen zwar auf der ermä­ßigten Basis nur in kleinem Umfange Kausorbers der Kundschaft vor, doch genügten sie, um das Kurs­niveau allgemein um 0,50 bis 1 v. H. zu heben. Dg auch die Kulisse kleine Meinungskäufe vornahm, zumal aus der Industrie wieder günstige Nachrich­ten vorlagen, wie z. B. die Erhöhung der 23e(ey* schaftsziffer bet Siemens & Halske und bie gute Beschäftigung in der Glasindustrie, war bie Um- satztätigkeit auf manchen Spezialgebieten etwas leb­hafter. Erhöhtes Interesse zeigte sich für Montan­papiere, bie saft durchweg um 1 bis 1,50 v. H., Bu­derus sogar 2 v. H. hoher einsetzten. Fest lagen Schuckert mit plus 3,65 v. H., ferner Daimler mit plus 1,50 o. H. Auf den übrigen Marktgebieten hiel­ten sich die Erholungen im oben genannten Ausmaß, außer IG. und AEG., in denen noch etwas Mate­rial herauskam, bas aber bei um 0,40 bzw. 0,65 v. H. niedrigen Kursen aufgenommen wurde. Nach den ersten dürfen setzten sich durchweg neue Erholungen um etwa 0,25 bis 0,75 v. H. besonders für Montan- werte durch.

Der Rentenmarkt eröffnete gegenüber dem Aktienmarkt in stiller Haltung, doch waren Deutsche Anleihen gut behauptet, Stahloereinbonds 0,40 v. H. und späte Reichsschuldbuchforderungen 0,13 v. H. hoher. Im Verlaufe traten an den Aktienmärkten weitere Besserungen von etwa 0,25 bis 0,75 v. H. ein, einzelne Spezialpapiere waren jedoch bis zu 2 v. H. befestigt, so u. a. Buderus, Contigummi, Klöckner, Goldschmidt und Rütgerswerke. Das Ge­schäft wurde später etwas ruhiger, doch war die Stimmung allgemein etwas zuversichtlicher. Auch Deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuchforde- rungen waren 0,25 bis 0,40 v. H. hoher. Von Staats­anleihen gaben die Amnestieanleihe etwa 0,50 v. H. nach. Stadtanleihen lagen geschäftslos und unerholt, Pfandbriefe tendierten uneinheitlich bei Abweichun­gen von 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten. Jndustrieobligationen waren verschiedentlich noch an­geboten, Stahlvereinbonds konnten sich aber weiter um 0,65 v. H. erholen. Auslandsrenten waren still und kaum verändert. Tagesgelb war zu 3 v. H. mv- Dßcänbert A