Sehr interessant ist der Aufbau der kommunistischen Geheimorganisationen, die in den letzten Monaten ausgehoben und zerschlagen wurden; 200 bis 300 höhere Funktionäre der KPD. konnten dabei verhaftet und größtenteils dem Richter zugeführt werden. Der kommunistische Geheimapparat ist so aufgezogen, daß f a st jeder Funktionär unter falschem Namen reist, falsche Papiere hat und ohne ständigen Wohnsitz ist. Die einzelnen Funktionäre kennen sich gegenseitig nicht, sondern werden durch dritte Personen miteinander bekannt gemacht und verschwinden ebenso, wie sie gekommen sind. Dadurch ist naturgemäß das Eindringen in diesen Apparat erschwert. Den tüchtigen Spezialisten des Geheimen Staatspolizeiamtes ist es trotzdem gelungen, auch diesen geheimen Organisationen auf die Spur zu kommen.
3m September wurde der Führer der geheimen R G O. (Revolutionäre Gewerkschaftsopposition) verhaftet, ebenso der Propa- gandaleiler der RGO.-Leitung. Die Mitarbeiter des früheren Führers des Roten Frontkämpferbundes, des Abgeordneten C e o ro, wurden festgenommen. Leow selbst hatte sich unkenntlich gemacht. Lr hatte sich einen Spihbart wachsen lassen, trug blaue Drille und hatte sein Aeuheres so verändert, daß s e l b st seine Freunde ihn nicht erkannten. Rach Unterschlagung von 10 000 Mark Veitragsgel- dern der geheimen SPD. flüchtete er ins Ausland, kurz bevor er festgenommen werden konnte.
Die Verlegung des Reichstagsbrandprozesses nach Berlin brachte in Berlin eine erhöhte Tätigkeit der kommunistischen Propaganda. In einem Falle konnten 18 Personen festgenommen werden, davon all.'.n 12 Ange st eilte der russischen Handels- v e r t r e t u n g in Berlin, die eine Instrukteurtätigkeit für die KPD. ausübten und u. a. auch einen sogenannten „Patenschaftsfonds" für die illegale Arbeit der KPD. schufen. Ende August befanden sich in diesem Fonds über 50 000 Mark. Es konnte weiter eine Anzahl von W a f f e n v e r w a l- tern der KPD. festgestellt werden, die die Waffen ausgezeichnet instand hielten. Ende Oktober gelang ein neuer großer Schlag gegen die KPD. Der Reichsjugendleiter und feine Mitarbeiter des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands wurden fe st genommen. Man fand bei ihnen einen Koffer voll chiffrierter Adressen und konnte so den gesamten kommunistischen Propagandaapparat in Deutschland aufheben. Mehrere hundert Funktionäre wurden bei dieser Gelegenheit festgenommen. Dank dieser außerordentlich wirksamen und unermüdlichen Arbeit des Geheimen Staatspolizeiamtes besteht heule in Deutschland kaum noch eine Möglichkeit für eine wirklich wirksame kommunistische Propaganda.
Erste Arbeiissitzung der Reichskulturkammer.
Berlin, 23. Nov. (WTB.) Die Reichskulturkammer trat heute nachmittag zu ihrer ersten Ar- beitssitzuna zusammen. Der Präsident, Reichsmini- fter Dr. Goebbels, betonte in einer Ansprache, daß die berufsständische Gliederung und Zusammenfassung aller geistig Schaffenden, wie sie in der Reichskulturkammer und in sieben einzelnen Kammern jetzt durchgeführt worden ist, richtunggebend und wegweisend für alle anderen Berufszweige sein soll. Der neue soziale Mensch werde nicht schon durch die Schaffung der Kammern erzeugt, sondern werde erst das Produkt einer jahrelan ?en Erziehungsarbeit im national- ozialistischen Sinne sein. Die Reichskulturkammer solle in der Zukunft der geistige Repräsentant der gesamten Nation werden. Die Kulturkam- mern bedeuten einen neuen, durchaus modernen Versuch, der später für alle schaffenden Stände zur Durchführung gelangen soll. Die Zugehörigkeit zu den Kammern dürfe nicht als Zwang empfunden werden. Die berufliche und materielle Sicherheit der geistig Schaffenden müsse in den Kammern verbürgt werden.
Im Verlauf der Tagung wurde u. a. mitgeteilt, daß in einer Aussprache zwischen dem Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley und dem Vize- Präsidenten der Reichskulturkammer Staatssekretär Funk im beiderseitigen Einvernehmen festgelegt worden ist, daß die Reichskulturkammer sich in ihrer Gesamtheit als einen Teil der Deutschen Arbeitsfront betrachte, der alle Berufsstände in Deutschland zu umfassen habe, und daß die in der Arbeitsfront bisher bestehenden Einzelverbände der geistig Schaffenden auf» gelöst werden.
Der Hauptgeschäftsführer der Reichskulturkammer, Ministerialrat Dr. Schmidt-Leonhardt, gab in einem mehrstündigen Vortrag eingehende Erläuterungen und Anweisungen über die Durchführung des Reichskulturkammergesetzes.
65». Geburtstag des Grohherzogs Ernst Ludwig
Am 25. November vollendet der ehemalige Landesherr, Großherzog Ern st Ludwig von Hessen und bei Rhein sein 65 Lebensjahr. Der Fürst, der sich auch nach den schmachvollen Ereignissen des Novembers 1918 durch seine persönliche Liebenswürdigkeit und seine warme Anteilnahme an den Geschicken seiner ehemaligen Landeskinder die unoermind-rt herzliche Liebe und Verehrung seines Hessenvolkes bewahren konnte, hat mit sichtlicher Freude die nationalsozialistische Revolution begrüßt und ihren Siegeszug mit lebhaftem Interesse verfolgt. Zu seinem morgigen 65. Geburtstag wird sich das ganze Hesienland mit herzlichen Wünschen für den Fürsten einfinden, dessen ' fruchtendem und anregendem Wirken namentlich auf allen Gebieten der Kunst unser Hessen so außerordentlich viel zu verdanken hat.
Erleichterungen für Gymnasialreife- prütung 1933.
Berlin, 23. Nov. (TU.) Der Preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Bolksbildung Rust betont in einem Erlaß, daß infolge der Ereignisse des ersten Jahres der nationalen Erhebung die Schüler und Schülerinnen der Oberprima viel- fach geistig und körperlich außer ae- wöhnlichinAnspruchgenommen worden seien und daß der eine oder andere Schuler, der in normaler Zeit das Ziel vielleicht erreicht hätte auch bei weitherziger Auslegung der Bestimmungen zur Reifeprüfung nicht werde zugelassen wer- den können. In diesen Fällen will der Minister
Die Fortführung der Arbeilsschlachi.
EineBilanzdesReichsarbeitsministers.-GuteErfahrungenmitdemArbeitSdienst
Oldenburg, 23.Nov. (TU.) Aus Anlaß seines Besuches in Bremen gewährte Reichsarbeitsminister Seldte dem politischen Schriftleiter Dr. Dr. Konrad Bartsch von den ,^)ldenburgischen Nachrichten für Stadt und Land" eine Unterredung.
Reichsminister Seldte wies darauf hin, daß sich die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Höchststand des Winters 1932/1933 bis Ende Oktober 1933 um rund 2‘A Millionen, d. h. um f a ft 3 8 v. H. vermindert habe. An der Abnahme war die Arbeiterschaft mit 2,15 Millionen, die Angestelltenschaft mit etwas über 100 000 beteiligt. Von den 2,15 Millionen entfallen rund 230 000 auf die Land- und Forstwirtschaft, der Rest auf Industrie, Handwerk und Handel. Außer den 230 000 Arbeitslosen nahm aber die Landwirtschaft noch eine beträchtliche Zahl berufsfremder Arbeitskräfte auf, so z. B. rund 165 000 Landhelfer. Am stärksten abgenommen hat die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe (minus 285000) und in der Metallwirtschaft (minus 335 000).
Der Minister wies darauf hin, daß seit Frühjahr 1933 das Reich für öle öffentliche Arbeitsbeschaffung über 33/< Milliarden Mark zur Verfügung gestellt hat, wozu noch die Beschaffungsmaßnahmen der Reichsbahn und R e i ch s p o st im Betrage von 650 Millionen kommen.
Die Aufwärtsbewegung der Konjunktur wird in Deutschland f a ft ausschließ- l i ch vom Binnenmarkt getragen. Die öffentliche Arbeitsbeschaffung hat zu einer merklichen Belebung auch der Privatwirtschaft geführt. Auch im kommenden Frühjahr werden die Maßnahmen der Reichsregierung der Privatwirtschaft in erheblichem Umfange zugutekommen.
Zum Schluß äußerte sich der Minister noch über A r b e i t s d i e n st fr a g e n , bis auf weiteres komme eine Verdichtung des Netzes der Lager nicht in Frage. Es fänden aber jeweils Verschiebungen statt, die je nach Abschluß und Neubeginn von Vorhaben notwendig würden. Die große Masse der aus dem Arbeitsdienst nach Ableistung chrer
52wöchigen Tätigkeit Entlassenen finde Arbeit, da die Arbeitgeber die aus dem Arbeitsdienst Ausscheidenden gerne aufnähmen. Eine Einrichtung, die die Entlassungsfragen in großzügiger Weise und sozial regele, sei im Aufzug. Die Bedeutung des FAD. für die Mädel liege in erster Linie darin, daß die Mädel aus den Städten zu Landfrauen umgeformt wer- den. Die Ausgestaltung des weiblichen Arbeitsdienstes in Zukunft stehe noch nicht fest, da diese Frage viel schwieriger zu lösen sei als die des männlichen Arbeitsdienstes
200 neue Bauernhöfe durch Urbarmachung.
Berlin, 23. Nov. (WTB.) Die Deutsche Boden- Kultur-Aktiengesellschaft, die überwiegend im Besitz des Reiches ist und der Aufsicht des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft untersteht, hat neue Mittel für landwirtschaftliche Meliorationen bereitgestellt. Im einzelnen handelt es sich um die Bereitstellung von 350 000 Mk. aus den Restmitteln des Papenprogramms und rund 3 Mill. Mk. aus eigenen Mitteln der Gesellschaft. Von dieser Summe sollen 2,1 Millionen Mk. für die Aufschließung und Kultivierung sowie den teilweisen Aufkauf durch den preußischen Staat von 13 000 Hektar Oedland in den Ost-und Westemsischen Mooren verwandt werden. Mit der Bereitstellung dieser Mittel wird der Anfang gemacht zur Urbarmachung von rund 150 000 Hektar in diesem Gebiet befindlicher unkultivierter Moor- und Heideplätze. Insgesamt werden zur Bewältigung dieser Aufgabe in den nächsten Jahren noch 9,4 Mill. Mk. aufgewandt werden müssen. Auf dem zu gewinnenden Neuland werden mindestens 7 0 0 neue Bauernhöfe errichtet werden. Daneben wird es möglich fein, in erheblichem Umfange vorhandene Kleinbetriebe so zu vergrößern, daß sie zur selbstständigen Wirtschaft werden.
DerStreitumdieWährungspoMinllSA.
Kür und gegen die Abwertung des Dollars.
Washington, 23. Nov. (TU.) Nach Roosevelts Abreise nach Warmsprings ist der langerwartete heftige Kampf um die zukünftige amerikanische Finanzpolitik entbrannt. Die Anhänger der Goldankaufspolitik, die eine weitere Abwertung des Dollars wünschen, wie Roosevelts vertrautester Ratgeber, Professor W a r r e n von der Cornell-Universität, sowie dessen ehemalige Schüler Morgenthau, Wood in und Professor Irwin Fisher von der Pale-Universität, stehen in heftigem Gegensatz zu dem Finanzmann Bernhard Baruch, Professor S p r a g u e und der amerikanischen Handelskammer, die für eine Stabilisierung des Dollars eintreten.
Baruch als Führer der sogenannten „sound Money"=(9ruppe eröffnete die Kampagne gegen Roosevelt mit einem Artikel in der „Saturday Eve- ning Post", in der er die sofortige Stabilisierung des Dollars auf Goldbasis befürwortete. Die Jahresversammlung der amerikanischen Handelskammer veröffentlichte eine gleichlautende Entschließung. Sprague, der frühere Berater des Schatzamtes, ist bekanntlich wegen dieser Frage unter Protest zurückgetreten. Woo - d i n wies demgegenüber schärfstens die Behauptung Professor Spragues zurück, daß die amerikanischen Anleihen ungesund seien. Morgenthau erklärte, daß der amerikanische Kredit so fest stehe, wie der Felsen von Gibraltar. Präsident Roosevelt bezeichnete am Mittwoch in einer Rundfunkansprache anläßlich der 300-Jahrfeier des Bundesstaates Marrstand die Gegner der Regierungspolitik als „mächtige intolerante Dickköpf e".
Eine Reihe von Zeitungen erklärt, daß diese Gegenstände in ähnlicher Weise entschieden werden müßten, wie dies bereits im Jahre 1896 anläßlich des Kampfes zwischen dem demokratischen
Führer Bryan und dem späteren republikanischen Präsidenten McKinley der Fall gewesen sei, also wohl offenbar durch einen neuenWahl- feldzug. Im Jahre 1896 hatte nämlich der Demokrat Bryan seinen Kampf bei der Präsidentenwahl unter dem Schlagwort vom „Kreuz des Goldes" geführt, wobei Bryan", der für ein festes Wertverhältnis von Gold und Silber im Verhältnis 1:16 eingetreten war, sich zu Gunsten des Silbers als Währungsmetall eingesetzt hatte und die These vertrat, daß auf den Goldwährunasländern das „Kreuz des Gol- d e s" laste. In einem erbitterten Wahlkampf hatte damals die amerikanische Nation die Ansicht Bryans verworfen und den Republikaner McKinley gewählt.
Neben diesen Newyorker Blätterstimmen ist die Meinung des Washingtoner Sonder-Korrespondenten der Zeitung „H e r a l d and Tribüne" bemerkenswert, der zur Zeit eine Informationsreise durch die westlichen Landesteile der USA. unternimmt und die Meinung vertritt, daß Roosevelt kaum an Prestige verlieren würde, wenn er die bisherige Goldpolitik a u f g e b e n sollte. Mit Ausnahme der Landwirtschaft würde, so erklärte Mark Sullivan, die Bevölkerung der USA. mit einer allmählichen Hebung des Preisniveaus ohne Währungsejper i m ente zufrieden fein. Der republikanische Senator Reed äußerte sich dahin, daß seiner Ansicht nach der Rücktritt von Professor Spraaue von feinem Posten als Finanzberater des USA.-Schatzamtes als ein warnender Hinweis in der Richtung aufzufasfen sei, daß die demokratische Staatsleitung des Präsidenten Roosevelt vor dem gefährlich st en Experiment stehe, das überhaupt von irgendeiner Regierung unternommen werden könne.
jedoch genehmigen, daß die zum Ostertermin 1934 nicht zugelassenen Schüler und Schülerinnen a n einem späteren Termin 1934 d i e Prüfung ablegen können. Der Zeitpunkt wird sich nach den Bestimmungen über die künftige Gestaltung des Schuljahres richten und von dem Minister rechtzeitig festgelegt werden.
Besondere Bekleidung für Angehörige der deutschen Luftfahrt
Berlin, 23. Nov. (WTB.) Der Reichsminister der Luftfahrt hat die Einführung einer besonderen Bekleidung für Angehörige der deutschen Luftfahrt genehmigt. Diese Bekleidung lehnt sich im Schnitt und in den Abzeichen an die Uniformen der SA. und der SS. an. Sie wird durch Reichs- Minister Göring in seiner Eigenschaft als Ehrenpräsident des Deutschen Luftsportverbandes verliehen, und zwar — worauf besonders hinzuweisen ist — mehr als eine Auszeichnung an Einzelpersonen, die Mitglieder der Fliegerstürme des deutschen Luftsportverbandes sein müssen; sie muß aus eigenen Mitteln beschafft werden.
Kleine politische Nachrichten
Das preußische Staatsministerium teilt mit: Der Führer stattete Ministerpräsident Göring an dessen Krankenlager einen Besuch ab. Die Genesung des Ministerpräsidenten macht langsam weitere Fortschritte. Sein Befinden ist, den Umständen entsprechend, befriedigend.
Stabschef Röhm hat dem preußischen Justiz- Minister Kerrl telegraphisch mitgeteilt, daß ihn der Führer zumSA. - Gruppenführer unter Zu- teilung zum Stabe der SA.-Gruppe Berlin-Bran- benburg ernannt hat.
Die dritte und vierte Bekanntmachung des Werberates der Deutschen Wirtschaft ist im Reichsanzeiger vom 23. November veröffentlicht worden. Die dritte Bekanntmachung regelt u. a. die Normung der Anzeigenspaltenbreite, die Anzeigenpreisliste, die Preissteuer, die Anzeigenoermittlung, die Anzeigenpacht, die allgemeinen Geschäftsbedingungen im Anzeigen
wesen und die Auflagenangab^ Die vierte Bekannt- machung enthält weitere Bedingungen für die Genehmigung zur Wirtschaftswerbung durch Werbeberatung.
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Reichsinnenminister Dr. Frick hat in einem Erlaß an die Unterrichtsminister der Länder ersucht, daß den Schülern aller Schulen die Schicksalsbedeutung des 12. November klar vor Augen geführt und verständlich gemacht wird.
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Der Reichsminister des Auswärtigen und der Reichswirtschaftsminister haben 19 Herren zu Mitgliedern des Außenhandelsrats berufen. Zum Geschäftsführer des Außenhandelsrates ist der Leiter der Reichsstelle für den Außenhandel, Oberregierungsrat Pohlmann, berufen worden.
Dem Ministerialrat im Reichsarbeitsministerium Dr. Karstedt ist mit Zustimmung des Reichspräsidenten das Ehrenzeichen 1. Klaffe des Deutschen Roten Kreuzes als Anerkennung für besondere Verdienste verliehen worden.
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Eine Abordnung des Deutschen Gemeindetages hat am Denkmal des Freiherrn vom Stein auf dem Dönhoffplatz anläßlich der 125. Wiederkehr des Tages, an dem d : e e r ft e preußische Städteordnung in Kraft getreten ist, einen Kranz niedergelegt mit der Inschrift: „Dem Führer in deutscher Not, dem Erneuerer deutscher Selbstverwaltung".
Kunst und Wissenschaft.
Aufruf der Reichsschrifttumskammer zu den „10 Tagen deutsche Buchmesse".
Die Reichsschrifttumskammer veröffentlicht folgenden Aufruf: Das Schrifttum einer Nation kennzeichnet ihre innere Kraft, ihre Leistungsfähigkeit und ihren Zukunftswillen. Im deutschen Buch liegen Ehre und Würde, Ansehen und Weltwirksamkeit des deutschen Volkes begründet. Nichts kann eindeutiger und bestimmter den Geist des neuen Deutschland, die Aufrichtigkeit seiner Gesinnung und die Richtung seiner inneren Entwicklung erweisen als das Verhältnis des ganzen Volkes zu seinem
Schrifttum, insbesondere zum Buche des Revolutionsjahres 1933. Die „10 Tage deutsche Buchmesse", die den weltumspannenden Umfang und den beispiellosen Rang der geistigen Arbeit Deutschlands, soweit sie sich im Buche dartut, uns und Der Welt zum Bewußtsein bringen sollen, müssen eine gewaltige Kundgebung unseres Willens und unserer Kraft werden, an der jeder Volksgenosse teilhat. Die „10 Tage deutsche Buchmesse" wenden sich keineswegs nur an die Intellektuellen. Sie wenden sich gerade an den Arbeiter, an die ganze werktätige Bevölkerung und vor allem an die Jugend Deutschlands und rufen sie auf, heranzukommen an das Buch, teilzunehmen an der geistigen Arbeit in der Nation, zu sehen und zu prüfen, was der deutsche Dichter, der deutsche Schriftsteller, das deutsche Berlegertum und der deutsche Buchhandel dem Volke zu geben hat, Notwendiges und Schönes, Belehrendes und Erhabenes, Stilles und Großes, Vertiefendes und Begeisterndes. Alle müssen kommen und ihre Anteilnayme beweisen, damit wir vor uns selbst und vor der Welt gerechtfertigt stehen in unserem durch Jahrhunderte behaupteten Anspruch im friedlichen Wettbewerb der Völker, die ersten zu bleiben an geistiger und künstlerischer Fruchtbarkeit, Fahnenträger zu sein einer neuen Zukunft der Menschheit.
Versteigerung der Sigmaringer Sammlung.
Anfang Dezember wird in Frankfurt die berühmte Sigmaringer Sammlung zur Versteigerung gelangen, die heute noch etwa 220 Stücke umfaßt. Die Sammlung war, wie erinnerlich, 1928 im Städelfchen Äunftinftitut ausgestellt, und es bildete sich seinerzeit eine Kommission, die die außerordentlich wertvolle Sammlung, die neben Gemälden mitteltalterliche Plastiken und zahlreiche Stücke kirchlicher und profaner Goldschmiedekunst enthält, den deutschen Museen anbieten sollte, um zu verhindern, daß die Sammlung ins Ausland g.ng. Es gelang auch, einen großen Teil der 1200 Stücke umfassenden Sammlung unterzubringen; nunmehr soll auch der Restbestand liquidiert werden
Aus oder Wett.
Die verschmähten Ehrenplätze. — Der Führer im Münchener „Odeon".
Reichskanzler Adolf Hitler und Stabschef Röhm tarnen dieser Tage, so erzählt der „Bayerische Kurier", zum Konzert von Maria Müller im Münchener „Odeon" fast unbemerkt in den Saal und nahmen in einer der ersten Reihen Platz. Sie wurden vom Publikum natürlich sofort erkannt. Der Platzanweiser schleppte sogleich zwei besondere Sessel an, stellte sie vor die Mitte der ersten Sitzreihe, trat respektvoll an den Führer heran und bat ihn, mit seinem Begleiter dort Platz zu nehmen. Der Kanzler suchte seine Eintrittskarte, besah sich die Nummer, verglich sie mit der Nummer seines Platzes und sagte: Vielen Dank. Diese Plätze haben wir ja gekauft, und hier bleiben mir.
Settics Stratosphärenballon erreichte
18 300 Meter höhe.
Die amerikanischen Stratosphärenflieger haben, wie amtlich festgestellt wurde, eine Höhe von 18300 Meter erreicht. Amerikanische Fliegerkreise betrachten S e 111 e s Flug als eine Rekordleistung, weil der Russenrekord angeblich nicht erwiesen fei. Settle hat die Absicht, schon in allernächster Zeit einen neuen Aufstieg zu unternehmen, wooei er eine Höhe von 24 000 Meter erreichen will.
von einem Wegelagerer erschossen.
In einer der letzten Nächte wurde, einer Meldung aus Braunschweig zufolge, der 25 Jahre alte Drogist Georg Kimme auf einem Feldweg am „Galgenberg" zwischen Dibbelsdorf und Wendhaufen, wo er mit seinem Kraftwagen hielt, von einem Unbekannten überfallen und durch mehrere Schüsse g e t öt e t. Der Täter hatte den am Steuer sitzenden Drogisten durch eine Taschenlampe geblendet, mehrere Schüsse abgefeuert und dann gerufen: „Geld her, Geld her, du Lumpl" Bei dem Versuch, weiter zu fahren, wurde Kimme von dem Räuber erschossen. Eine im Wagen befindliche junge Dame ließ der Täter unbe<helligt. Der Wegelagerer hat dann fein Opfer ausgeraubt und eine nicht unerhebliche Beute gemacht.
Russisches Großflugzeug abgestürzt. — 17 Tote.
Aus Charkow wird amtlich gemeldet, daß dort das russische Großflugzeug „K. 7" aus bisher noch nicht bekannten Gründen abge stürzt ist; 17 Personen, die sich an Bord befanden, find getötet. Das Flugzeug verbrannte. Die Regierung hat einen Untersuchungsausschuß, bestehend aus Mit- glie>-n der Arbeiter- und Bauerninspektion, dec OGPU. und zwei Staatsanwälten, eingesetzt.
Wettcrr raussage.
Die Ostseestörung hat sich noch vertieft, während sich der hohe Druck nördlich der britischen Inseln weiter aufgebaut hat. Bei den stärkeren Lustdruck- gegensätzen gelangt unter etwas lebhafteren Winden ozeanische Luft aus höheren Breiten südwärts und dürfte mehr wechselhafte Temperaturen herbei- führen. Die Bewölkung wird wohl vorübergehend aufreißen, vereinzelt treten aber noch Schauer auf. Mit der Verlagerung des hohen Druckes nach Skandinavien zu, werden die Winde in Deutschland mehr nach Osten drehen, so daß für später Beruhigung zu erwarten ist.
Aussichten für Samstag: Wechselnd wolkig mit vorübergehendem Aufklaren, Temperaturen mehr schwankend, noch vereinzelte schauerartige Niederschläge.
Aussichten für Sonntag: Ruhigeres, aber noch nicht ganz beständiges Wetter.
Lufttemperaturen am 23. November: mittags 5,6 Grad Celsius, abends 4,1 Grad; am 24. November: morgens 3,6 Grad. Maximum 5,6 Grad, Minimum 2,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. November: abends 2,9 Grad; am 24. November: morgens 2,6 Grad Celsius. — Niederschläge 1,6 mm.
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natürlich auch Panflavin- Pastillen, — die Sie ebenfalls stets bei sich tragen sollten — denn sie bieten wirksamen Schutz vor
Erkältung,
Halsentzündung, Grippe.
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