Volksabstimmung am 12. November 1933
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Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hitler-
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Evangelischer Abend in der Stadtkirche
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burch bie geschlossene Teilnahme sämtlicher Organisationen der NSDAP., sowie der Dereine und Berufsoerbände in unserer Stadt in größtem Nahmen stallfinden.
Deutschland mit ungeheurer Kraft beitragen zum Neubau des deutschen Staates, zu der wahr—
An alte Führer von Vereinen und Berufsorganisationen Gießens.
Den vereinen und verbänden (Ium- und Sport- vereine, Gesangvereine. Kriegervereine u. it, Innungen, Lerussvereine usw.) ist In diesem Wahlkampf eine wichtige Aufgabe zugedacht. Zur Le- sprechung derselben werden alle Vereinsführer und Jührer von Berufsorganisationen zur Teilnahme au einer Besprechung am Dienstag, dem 24. Oktober 1 933, 1830 Uhr, im Sitzungssaal des Stadthauses Gießen, aufgefordert.
NSDAP., Kreisleitung Gießen: gez. Dr. Harth, Kreisleiter.
Volksgemeinschaft, die in ihm nach den göttlichen Gesetzen organisiert sei. Dadurch werde auch dem neuen Staat der gute Unterbau von Evangelium und deutschem Volkstum gegeben. Aus dieser religiösen Kraft erwachse das deutsche Staatrbewußtscin, die Staatsverantwortung und die Staatstrcudigkeit für unser Volk. Der Redner wie» dann ouf das leuchtende Vorbild des Schwe- Gustav 2Tbo[f hin. In dem sich evange- Glaube und Volkstum. Staat und evange- Kirche unlösbar vereinigten. 2m Hinblick auf
Unter dem Leitgedanken „Wir Protestanten im Dritten Reich" veranstaltete der Gießener Zweigverein des Evangelischen Bundes am Samstag In der Stadtkirche einen sehr gut besuchten Evange- lischen Abend. Die Veranstaltung aewann durch die Anwesenheit der Führer des hessischen Hauptoereins besondere Bedeutung.
Stadtorganist Heinz Simon leitete den Abend mit einem Orgeloorspiel von I.' S. Bach in bekannter feinsinniger Künstlerschaft ein.
Oberstudienrat
Prof. D. Or. Freiherr von Gall
als Vertreter des bisherigen Vorstandes des Zweig- vercins eröffnete die Ansprachen mit kurzen Worten der Einführung, wobei er betonte, daß auch der Gießener Zweigverein des Evangelischen Bundes setzt in das ganz aroße Geschehen im deutschen Daterlande hineingestellt werden solle. Die Zeiten seien vorbei, wo man sich nur mit Vorträgen aus der Geschichte der Inneren Mission, ober aus dem kirchlichen Leben befasse. Es werbe auch hier für die Arbeit ganz Neues kommen. Zum Schlüsse seiner Ansprache machte er darauf aufmerksam, daß die drei Redner gemeinsam über das Thema „Wir Protestanten im Dritten Reich" sprechen würden.
Anschließend fang Frl. Hanna Kellner anstelle der erkrankten Sängerin Frl. Stammler den Chorsatz „Nun freut euch, liebe Christen, g'mein" von I. S. Bach, wobei die klangvolle, schöne Stimme der Sängerin in hohem Maße erfreute. Londeskirchenroipfarre^Berck'^oßdorf der Führer des hessischen Hauptoereins und Präsident der hessischen Landessynode, stellte als erster Redner den gewaltigen nationalen Umbruch unserer Zeit in enge Beziehung zu der Arbeit des Evangelischen Bundes. Dabei hob er hervor, daß evangelischer Glaube und Vaterlandsliebe jetzt eins geworden sind. Evangelische Kirche und Staat für den deulfchen Protestanten nicht mehr auseinander- fallen. Namens des Evangelischen Bundes in Hessen und im deutschen Vaterlande legte er das eindrucksvolle Bekenntnis ab, daß
der Evangelische Bund sich voll und ganz zum deutschen Staat, zum Dritten Reich bekennt.
Dieses Bekenntnis bedeute für alle Protestanten eine ernste Besinnung auf die Grundlagen der Reformation und des evangelischen Glaubens. Don dieser Grundlage aus könnten die Evangelischen in
seinen verdienten Lohn findet. Zu bemerken ist hierbei, daß sehr viele Mitbürger, ohne sich für die Be- Wertung zu melden. Vorzügliches geleistet haben. Es ist hier leider nicht möglich, solche Leistungen km einzelnen anzuführen, genannt seien lediglich bie Kaserne der Maschinengewehr-Abteilung und das Evangelische Schwesternhaus. Wie in früheren Jahren, so konnte auch diesmal wieder beobachtet werden, daß die neueren und die allen Hauser der Innenstadt, deren düsteres Aussehen den Blumenschmuck erforderlich macht, größtenteils leer geblieben lind» während bie Stragenzüge der Außenviertel sehr viel Gutes aufzuweisen hatten. Man dürfte nicht fehlgehen, wenn man diesen Umstand nicht auf Mangel an Schönheitssinn, sondern auf Schwierigkeiten zurückführt, die mit dem Befestigen der Blumenbretter ober Fensterkästen verbunden finb. Aber auch biefe Schwierigkeiten lassen sich in den meisten Fallen bei gutem Willen überwinden.
Gießener Reichswehr nach Berlin.
Die 2. Kompanie unseres Bataillons ist für ein Vierteljahr zur Wachtruppe nach Berlin kommandiert worden. Die Kompanie verläßt unsere Stadt am kommenden Donnerstag, 26. Oktober. Der Abmarsch von der Kaserne erfolgt um 8.45 Uhr und geht durch die Licher Straße, Gartenstraße, hinden- burgroaU, Frankfurter Straße zur Verladerampe an Der Liebigstraße.
An alle deutschen Funkhändler
und Besitzer von cautsprecher-Anlagen!
Alle Besitzer von Lautsprecher-Anlagen wollen um- gehend ihre genaue Anschrift sowie die Zahl der zur Verfügung stehenden Apparate, ebenso den Leih- preis bei der Gau-Propagandaleitung, Adolf-Hitler- Haus, zur öffentlichen Bekanntgabe anmelden.
Der Gau-Propagandaleiter.
Gießener TLochenmarltpretie.
* Gießen, 24. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1 bis 1,10 Mark, Matte 20 ois 25 Pf.. Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 13, Wirsing, Has Pfund 7 bis 10 Pf., der Zentner 6 bis 7 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 8 Pf., der Zentner 3 Mark, Rotkraut, das Pfund 7 bis 10 Pf-, der Zentner 6 bis 7 Mark, Gelbe Rüben, bas Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüden 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 5 bis 7, Grünkohl 20, Rosenkohl 20 bis 25 Pf., Feldsalat 1 Mark, Tomaten 15 bis 20 Pf., Zwiebeln 7 bis 10, Meerrettich 25 bis 50, Kürbis 5 bis 7, Pilze 25 bis 50, Kartoffeln 3 bis 3)4 Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Aepfel 12 bis 18, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 12 bis 15, Nüsse 50, Tauben, das Stück 45 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlradi 8 bis 15, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Pf.
BornoNzeu.
— Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, „Die Männer sind mal
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GA-Giandarie 116.
Zum Gedenken des 10. Jahrestage» der Erhebung wird vom 1. bi» 5. November 1933 einschließlich bie SW. -Sperre do rübergehend aufgehoben. 3n diesen Tagen erfolgen probeweise Aufnahmen in die SA. als Anwärter.
Voraussetzung für dieAufnahme find:
Schriftliches Aufnahmegesuch mit Lebenslauf und polizeilichem Leumundszeugnis an den Führer de» jeweiligen Sturmes. Diese» Gesuch ist mit Stellungnahme des Führer» de» Sturme» dem Führer de» Sturmbann» vorzulegen, der die Entscheidung nach seinem Ermessen trifft.
Anmeldestellen für Gießen: Sturmbann 11/116, Senckenbergstrahe 7; Sturmbann K 1/116, Soldan, Seltersweg Sturmbann H. VI 116 (Giehen-Land). hobel, Damrnsiraße 29.
Der Führer der Standarte 116:
A.V.: Ad. Münker, Sturmbannführer und Adjutant.
Winterhilfswerk des deutschen Volkes.
Die in der Alten Klinik eingerichtete Geschäftsstelle des Winterhilfswerks hat zur Durchführung Der gestellten Aufgaben einen umfangreichen Schriftverkehr zu bewältigen. Diese Arbeiten können nur mit Hilfe einer Schreibmaschine erledigt werden. Die Volksgenossen, Firmen und Behörden,'die eine Maschine zur Verfügung stellen können, werden um umgehende Meldung an ben Kreisführer bes Win- terhilfswerks Gießen, Alte Klinik, Liebigstraße, gebeten.
N6>-Dolkswoh1fahri des Kreises Gießen.
Zur Erlebigung ber sich täglich häufenden schriftlichen Arbeiten der Kreisgeschäftsstelle wirb dringend eine Schreibmaschine benötigt.
Welche Volksgenossen, Firmen und Behörden können uns eine solche zur Verfügung stellen?
Umgehende Meldung erbeten an die Kreiswal- tung Der NS -Volkswohlfahrt Gießen, Kreisamt, Zimmer 20.
Kundgebung für Frieden und Gleichberechtigung.
Am kommenden Donnerstag findet in de» Volks- Halle zu Gießen die erste große Kundgebung zur Volksabstimmung am 12. November statt. Reichs- statthatter und Gauletter von Württemberg und Baden Robert Wagner (Karlsruhe) wird über das Thema „Die Nation tritt an!" sprechen. Die Kundgebung beginnt um 20.15 Uhr. Sie wird
junge Quex".
— Aus dem <$tabttheaterbüro wird uns geschrieben: heute, 20 Uyr, vierte Vorstellung im Dienstag-Abonnement: „Die Männer sind mal so", Lustspiel-Operette von Walter Kollo. Operetten- Preise. Ende: 22 Uhr. — Morgen, Mittwoch, vierte Vorstellung im Mittwoch-Abonnement: „Die Männer sind mal so". Operetten-Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr.
•• Schulpersonalie. Der Studienrat am hiesigen Realgymnasium Prof. V ö l z i n g wurde auf sein Nachfuchen unter Verleihung ber Amtsbezeichnung „Dberftubienrat" unter Anerkennung feiner dem Staate geleisteten langjährigen, treuen Dienste unb unter 6esonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opferstnns mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 in den Ruhestand versetzt.
** hochherzige Kinderspeisung. Brauereibesitzer Denninghoff stellte anläßlich der Hochzeit feiner Tochter am vorigen Samstag ber NS -Volkswohlsahrt in Gießen Mittagessen, Kaffee und Kuchen für 50 Kinder zur Verfügung. Die Speisung der Kinder sand im Casö Leib statt. Das lobenswerte Beispiel des Spenders verdient Anerkennung und bei passender Gelegenheit Nachahmung.
*• Straßensperrung. Die Polizeibirektion Gießen teilt mit: Wegen Neubefestiguna wird die Röntgen st raße vom 23. Oktober bis 11. November für ben Verkehr mit Fahrzeugen aller Art gesperrt. Die ausgestellten Sperrschilder finb zu beachten.
* Zur Berichtigung. In unserem gestrigen Bericht über bie außerordentliche Generalversammlung der Baugenossenschaft 1894 muß es bei ben Ausführungen des Aufsichtsratsvorsitzenden richtig heißen: ..... bei der Baugenossenschaft 1894
außer den Iahresrechnungen und den Belegbänden weder die Hand-, Tages- noch Kassenbücher von 1 9 3 0 ab rückwirkend vorhanden." — Bei der Aufzählung der Verwaltungskosten ist In der Angabe der bilanzmäßigen Kosten ein Hörfehler zu verzeichnen. Die Kosten betragen 1 7 5 7 1,28 M k., nicht 15771,28 Mark.
•* Spenden bes Po st Personals zur Färbe r u n g der nationalen Arbeit. An ber freiwilligen Spenbe zur Förberung der nationalen Arbeit hat sich auch das Postpersonal im Obcrpoftbireltionsbeflirf Darmstadt in Hervorrogen- Der Weise beteiligt. Seit Juli sind bis jetzt in monatlich steigenden Beträgen insgesamt 18 610 Mark ausgebracht unb abgeführt worden. Wenn man berücksichtigt, daß das Personal der Deutschen Reich»post sich überwiegend aus geringer bezahlten Kräften zusammensetzt, so ist dieses Ergebnis dop- pelt ersreulich und beweist den tatkräftigen Opfer- willen der Beamten, Angestellten und Arbeiter für bie nationale Volksgemeinfchaft. Die Sammlung wird fortgesetzt. °
•• Vorübergehende Stillegung des Grohrundfunksenders Mühlacker Ab 20. Oktober bis voraussichtlich 1. Dezember ist der Großrundfunkfender Mühlacker wegen der Verstör- kungsarbeiten stillgelegt worden. In der Zwischenzeit wird bas ganze Programm des Süddeutschen Rundfunks über ben schwächeren Ersatzsender Stuttgart-Degerloch abaewickelt. Hierbei ist es naturgemäß nicht möglich, aus der Südfunkwelle 8.32 kHz (360,6 Meter) von Stuttgart-Degerloch aus in der gleichen Stärke zu empfangen, wie vom stillgeleg- ten Großrundfunkfender Mühlacker. Den Rund- funkteilnehmern wird empfohlen, ihre Empfangs- onlagc in allen Teilen darauf nachzufehen. ob sie in Ordnung Ist. Wer trotzdem den Südfunk ober einen anderen deutschen Sender nicht empFan vn kann, wende sich an den Rundfunks! ber Deutschen Reichspost (Ver • ■ Poftanstalt), an die örtlichen Rui stellen ober an feinen Funkwart.
An alle Besitzer van perfonenkraftwagenl
Der Aufforberung zur Bereitstellung von Kraftwagen für den Wahldienst sind bisher kaum Auto- besitzer nachgekommen. Es ist für jeden Volksgenossen eine Ehrenpflicht, sich für den 12. November in den Dien ft der deutschen Sache zu st eilen, gleich, mit welchen Mitteln und an welcher Stelle. Wir erwarten, daß jeder erkennt, um was es geht. Es gibt eine bei weitern ausreichende Zahl von Kraftwagenbesitzern, von denen wir nunmehr Meldung erwarten. Kreisleitung, Löberstraße 9, Telefon 4032.
An alle Besitzer von Lastkraftwagenl
In ben nächsten Tagen sollen Sprechchöre unb Propagandatrupps der SA. und HI. auf Lastkraftwagen die Stadt durchfahren. (Zeiten zwischen 17 und 17.30 Uhr.) Die oviae Aufforderung gilt daher auch ben Besitzern von Lastkraftwagen.
Dahlschleppdienst!
Schon heute wird darauf hinaewiesen, baß am Wahlsonntag ein Wahlschleppdienst in größtem Umfang durchgeführt wird. Es werden hierzu eine große Zahl von Personenwagen benötigt. Wir werden bann nicht anerkennen, daß ein von uns aufgeforderter Volksgenosse gerade an diesem Tage mit seinem Wagen zufällig einen Besuch außerhalb machen muß, und geben deshalb schon heute diesen Hinweis.
NSDAP., Kreis Gießen, Kreispropagandaleitung. gez. Hopsenmüller.
Amiswaliersihunq in Gießen.
heule, Dienstag, 19.15 Uhr, findet Im Hotel Viktoria zu Gießen, Liebigstraße (Ecke Bahnhof, strahe), eine Verscünmlung sämtlicher Ort», gruppenleiter und Propagandaleiter de» Kreises Gießen stall. Die Sitzung wird nur bis 20.15 Uhr dauern. Kreisleiier Dr. Harth betont, daß pünktliches Erscheinen aller Orlsgrup- pcnleiler und Propagandaleiter unbedingt erforder- lich ist.
Im Rahmen des Winterhilfswerkes wurde mit der Direktion der Gießener Lichtspiele vereinbart, daß den minderbemittelten Volksgenossen (Arbeitslosen-, Krisen- und Wohlfahrtsunterstützungsempfänger sowie Klein- und Sozialrentner) gegen Dorzeigen der Stempelkarte bzw. Rentenquittungskarte Gelegenheit gegeben ist, sich für einen verbilligten Preis, unb zwar 0,25 RM. ben Film: „hillerjunge Quex" anzusehen.
Obige Vereinbarung wurde auf die Vorstellungen am Dienstag, dem 24. Oktober 1933, 16 und 18 Uhr, getroffen.
Gez.: Klöß, Kreiswalter ber NSD-
Or. Brauns-Oarmftadt,
der Geschäftsführer de» hessischen hauptverem». Der Redner umriß scharf die Stellung des Coan* gelischen Lundes gegenüber den alten Gegnern seiner Arbeit. Zentrum, Ultramontanismus, Marxismus, Freidenkertum, Gottlosenbewegung, Sehen, aber auch gegenüber der fog. nordisch-germanischen „Deutschen Glaubensbewkaung", bie nicht zu verwechseln ist mit den Deutschen Christen. Der Redner betonte, daß alle diese Gegner der evangelischen Glaubensarbeit auch heute noch ihre Tättgkeit aus illegale und getarnte Weste fortseyen unb daraus die Forderung nach größter Aufmerksamkeit unb geschloffenem Zusammenstehen aller Evangelischen sich von selbst ergebe. Er rief in eindringlichen Worten zur Sammlung aller evangelischen Volksgenossen unb zur Einreihung In bie Front bei Dolkskanzl-rs Adolf Hitler auf, bem man helfen muffe, feinen Kampf zu gewinnen. Nur bann werde bas Erbe ber Reformation zu wahren und zu mehren fein, wenn das Ziel erreicht werde: auch ein im Glauben einiges deutsches Volk!
Ein Choralgefang von Fräulein J) Kellner bildete den schonen Abschluß diese» Teile» de» Abends.
An-schliehend nahm der Führer de» hessischen Hauptoereins, Landeskirchenrat Pfarrer B e r ck ,
Die Einführung des neuernannten Führers des Giehener ZweigvereinS,
Pfarrer Trapp, des künftigen Seelsorgers unterer Petrusgemeinde, in sein Amt an der Spitze de» Zweiaoereins des Evangelischen Bundes vor. Dor- her sprach Pfarrer B e r ck dem bisheriaen Vorstand, insbesondere den Herren Prof. D. Dr. Freiherr von ©all und Pros. Sdjmoll. ben herzlichsten Dank des Hauptvereins für ihre Arbeit aus.
Pfarrer Trapp richtete an die Gemeinde eine kurze Ansprache, in der er nach Dankesworten an Pfarrer Berck und Freiherrn von Gall sich zu eifriger Arbeit im Dienste des Evangelischen Bundes und seiner Ziele bekannte, um das Vertrauen aller Evangelischen In Gießen bat unb zu Eifriger Mitarbeit für die evangelische Kirche unb ihr Mr- ten im Dritten Reich aufrief.
Versammlung der Holzarbeiter
Die Ortsgruppe Gießen bes Deutschen Holzarbeiter-Verbandes hielt am Sonntag- nachmittag im Saale bes Gewerkfchaftshauses eins Versammlung ab. Kreisleiter K Betz (Gießens sprach über „Sinn unb Wesen ber Deutschen Arbeitsfront". Er führte u. a. folgenbes aus: Der Deutsche Holzarbeiter-Verband stehe zur Zett weaen Tarifangelegenheiten im Kamps. Etwa IVt Jahrs sei kein Tarif vorhanben gewesen, auaendlickllch sei auch kein feststehender Tarif in Kraft. Die Arbeit des Verbandes sei durch die Verhältnlsie in der Vergangenheit sehr erschwert. Die Bedeutung der Gewerkschaften sei unter marxistischer Herrschaft fast völlig verloren gegangen.
Der Arbeiter habe seither nirgends Recht und Schutz gehabt, das gelte auch besonders bezüglich des Tarifrechts.
vor der nationalen Umwälzung feien von 10 000 Verussangehärigen im Gebiet der hie- figen Kreisleitung nur 500 Im verband gewesen.
Viele Arbeitgeber hätten ben Nationalsozialismus noch nicht begriffen, dadurch fei der Kampf um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen erlAroert, Die Wirtschaft fei zusammengebrochen. <• fei halb notwendig geroefen. zu erreichen, daß zunäW ein Stillstand in der Krise eintrete. Der nuhrer habe versprochen, dafür zu sorgen, daß der Arbeiter für normalen Lohn dreimal soviel kaufen könne, wie seither. Das fei das Wirtschaftsbild, das sich erst allmählich entwickeln könne. Die Ortsklassen- Einteilung, die von den Arbeitgeberorganisationen für den hiesigen Bezirk vorgeschlagen worden fei, stehe im krassen Gegensatz zu den Lebensoerhält- nissen in hiesiger Gegend. Die Arbeiterschaft sei bereit, mit den Arbeitgebern zusammen am Ausbau zu arbeiten, lehne den unter marxistischer Herrschast gepredigten Klasienkampf ab, fordere aber vom Arbeitgeber, daß er auch in der Zeit, in ber kein Tarif vorhanben fei, menschenwürbige Löhne bezahle.
An Opferbereltschaft habe e» bei der Arbeiterschaft nie gefehlt.
Der Arbeiterstcmb habe fein gerütteltes Maß von Opfern gebracht, man denke dabei nur an die in den letzten Jahren vorhandenen Millionen von Arbeitslosen. Es fei Zeit, daß der Arbeitgeber dem Arbeiter die Hand reiche und einfche, daß er fein Mitarbeiter fei. Der Arbeiter schütze ben Betrieb und habe Ihn erhalten helfen. Der Arbeitgeber müsse erkennen, daß er nur Sachwalter fei In btt Bctriebegemeinfchaft. Der Arbeiter habe bie Pflicht, das höchstmögliche an Leistungen einzufetzen, ber Arbeitgeber müsse dagegen da» höchstmögliche an Lohn geben, damit der Arbeiter kaufen könne, was für handel, Gewerbe und Industrie von Vorteil sei. Durch die Steigerung der Einkommensverhältnisse des Arbeiters werde die Not Heiner. In ber heutigen Zeit, wo noch Millionen ohne Arbeit feien, dürfe die Arbeitszeit nicht überschritten werden, vielmehr seien, wo irgend möglich, Neueinstelltmtzm vorzunehmen.
Der Erholungsurlaub des Arbeiter» fei eint Notwendigkeit zur Erhaltung der deutschen Arbeitskrast, die geschützt werden müsse. Durch Urlaub werde die Arbeitskraft gesteigert.
Eine gesetzliche Regelung des Urlaubs für ben Arbeiter stehe in Aussicht. Außerdem sei ein Garantiewochenlohn zu erwarten, zu dem noch Leiftungszufchläge kämen. Bei bem Garantiewochenlohn fei eine ausreichende Entschädigung für eine Familie mit drei Kindern vorgesehen. Besonderer Aufmerksamkeit werde der Versorgung des Arbeiters bei Krankheit, Unfall unb Alter gewidmet. Die Versorgung von heute sei unzureichend Es bestünde die Absicht, eine Deutsche Ardelterpenfionskasse zu errichten.
Von den bei der Deutschen Arbeitsfront wöchentlich eingehenden Beiträgen in höhe von 10 Mil» - (tonen Mark würden etwa 10 vH. für Vermal» tungekosten verbraucht. Von ben übrigen 90 d. n» mürbe die Hälfte für bie Versorgung ber Arbeitnehmer verwendet, während die restlichen 45 v H- dem Siedlungswerk zuftiehen. (Lebhafter Beifall.)
Anschließend an die Versammlung fand ein Deutscher Nachmittag statt, während dem Ärelelelter Betz kurz auf die Bedeutung derartiger veranstal», tungen htmoiee. Für ben musikalischen Teil hatte I
dieses Vorbild müsse jeder deutsche Protestant geloben, sich beim Dienst für ben deutschen Staat leiten zu lassen von dem Geiste der Reformation, und müsse bereit fein, diesen Staat zu pflegen und zu stärken, ihm das Beste zu geben. Der Führer, Der das Buch „Mein Kampf" geschrieben hat, wisse, daß ein neuer deutscher Staat nur aus Kämpfen und Opfern werden könne. Der Evangelische Bund wolle mit in diesem Kampfe stehen für Staat und evangelische Kirche. Dieser Staat habe bas Recht, von feinen Bürgern Gehorsam und volle Hingabe bis zum Letzten zu fordern. Dieser Staat werde der evangelischen Kirche zu ihrer äußerlichen Ordnung verhelfen, aber er werde nicht hineinreden, wie bie Seele es mit Gott zu halten habe. Mit biefem Staat wolle der deutsche Protestantismus ernst und unverbrüchlich zusammenstehen, damit die Seele unseres Volkes gedeihe. In diesem Staat müßten sich alle Evangelischen als Glieder eines Volkes untereinander verbunden fühlen in Liebe, Vertrauen, Gerechtigkeit unb Wahrhaftigkeit, bie bie besten Orunblagen bes Volkes unb bes Staates feien.
Nach einem Wechfelgefang des Kirchengefangver- eins unter Leitung von Lehrer Linden ft ruth und ber Gemeinde sprach als zweiter Redner
Pfarrer Or. Berg6r-Oarmstadt.
Der Redner betonte u. a., nicht nur der deutsche Staat sei im Neuaufbau, sondern auch unsere evangelische Kirche suche und ringe nach neuer Gestaltung ihres Lebens. Alle Glieder der evangelischen Kirche stünden jetzt in einem großen Strome ewigen Werdens, in dem unendlichen Strome des deutschen Blutes, der uns trage und verbinde mit allen Äenfchen von deutschem Blut. Aus diesem Blut erstehe die Gemeinschaft des Volkes und daraus er- wach'e der deutsche Staat. Die Schicksalsfrage des deutschen Volkes sei jetzt bie, aus der Verbundenheit von evangelischer Kirche unb Staat -segen unb Gedeihen für beide zu erlangen. Die evangelische Kirche müsse mit lebendiger Kraft im Volke stehen, man wolle keine Kirche, die über bem Staat stehe. Wir wollen keine Wellkirche, sondern die deutsche Kirche, die mit dem deutschen Volke Kampf, Leid und Freude teile. In dieser Kirche wolle man mitbauen an der wahren deutschen Volksgemeinschaft. Diese deutsche Kirche sei berufen, im Sinn und Geist der deutschen Rcsormation alle Kräfte einzufetzen, damit der Zwiespalt fremden Geiste» im deutschen Volke überrouunben werde durch die Einheit de» Geiste» irn Sinne der Reformation. Die Grundlage dieser Kirche müsse sein: deutsche» Deien und christliches Wesen, Gebundenheit an da» Ewige und an bas Irdische In dieser Kirche müßten alle deutschen Evangelischen sich xufammrnfinben. um gemeinsam w bauen unb zu schassen, bi» das Derk vollendet sei, daß das beut'ch? Volk nicht nur eine Gemein- schuft des Blutes werde, sondern auch ber geistigen Derbunbcnheit In einem Glauben. Diese» Werk fei bie Reformation de» deutschen Volke»!
Im Anschluß an einen erneuten Dechselgesang des Kirchengesangvereins unter Lehrer Linden- struth unb ber Gemeinde sprach
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