Ausgabe 
24.10.1933 Drittes Blatt
 
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30 Ähre Freiwillige Samlälskolomie Gießen

von Hindenburg und den

ie und olonne

Die Festansprache hielt Präsident i. R. von Hahn.

Er übermittelte die herzlichsten Glückwünsche des Landesvereins und betonte, baß man beim Landesverein wohl wisse, was gerade die Kolonne in Gießen vor, während und nach dem Weltkrieg geleistet habe.

Adolf

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Er wünsche, daß der Geist der Selbstlosigkeit und !>rr Opferbereitschaft, der in der Kolonne lebe, recht large erhalten bleiben möge. Als Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit übergab der Redner dem Kolonnenführer Kratz einige Unterrichtsblätter jum stetigen Gebrauch, die nach neuesten Erkennt­nissen der Wissenschaft zusammengestellt worden voren. In seinen weiteren Ausführungen schilderte Präsident von Hahn im einzelnen die Auf-

Jn würdiger Form, mit einem Deutschen Abend und mit ernster, für die Zukunft bedeutsamer Uebungsarbeit beging die hiesige Freiwillige Sani- tatskolonne vom Roten Kreuz am Samstag und Sonntag ihr 30jähriges Bestehen.

Oer Deutsche Abend

am Samstag vereinigte eine stattliche Anzahl oon Mitgliedern, von Freunden der Sanitäts- kalonne und Ehrengästen im Saale des Cafe Leib. Der MarschAlte Kameraden" und die Festouver- tiire (Sion), von der Kapelle der Reichswehr unter der persönlichen Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e wiedergegeben, leiteten den Abend ein. Todann sprach Herr Paul Nieren vom Stadt- iheater mit feinem Verständnis einen Vorspruch, der in vollendeter künstlerischer Form die opfer­bereite Arbeit der Freiwilligen Sanitätskolonne würdigte und deren edle Mission aufzeichnete. Der Lvrspruch wurde mit starkem Beifall ausgenommen.

Nach einer weiteren musikalischen Darbietung hielt Regierungs-Medizinalrat Dr. C o r t u m die Begrüßungsansprache, in der er besonders die Ver­treter der SA., der SS., der Reichswehr, des Stahlhelms, der Polizei, der Feuerwehr, der Tech­nischen Nothilfe, der Behörden, der Zweigvereine, besonders aber den Präsidenten i. R. des Hessi­schen Landesvereins vom Roten Kreuz von Hahn Varmstadt) herzlich willkommen hieß. In seinen weiteren Worten gedachte er all der Toten, die ihr Leben für das Äaterland gegeben haben, beson­ders aber der Opfer, der Mitglieder der Sanitäts­kolonnen in den Seuchenlazaretten und bei den verwundeten. Die Musikkapelle spielte das Lied vom guten Kameraden. Der Gesangverein wartete lolann mit einem Gesangsvortrag (Sonnenauf­gang") unter der vorzüglichen Leitung von Chor- meister Schüttler auf und trug außerdem wie auch die Militärkapelle im Laufe des lltends durch weitere Liedvorträge zur Verschöne­rung der Veranstaltung bei.

der Paulskirche fand bann die eigentliche Feier dieses bedeutsamen Ereignisses statt. Unter den Klängen der Orgel betrat der Zug die historische Stätte, in der das Handwerk bereits 1848 getagt hat. Da$ weite Rund der Kirche war mit den Farben des neuen Reiches geschmückt, vor der Altartreppe stand, flankiert von zwei hohen Kerzen, die alte Jnnungslade. Nach demWach-auf"-Chor und der Schlußansprache des Hans Sachs aus den Meistersingern", bei denen der Chor des Opern­hauses und der Opernsänger Jean Stern mitwirk­ten, eröffnete

Kammerpräsident Gchmidi-Wiesbaden die Feier, indem er nach alter Sitte die Hand­werker fragte, ob Ort und Zeit recht gewählt feien. Zwei Handwerker öffneten darauf Die Jnnungslade und reichten dem Präsidenten die alten Zunftgesetze.

Nach Verlesung eines allen Handwerkerspruches aus dem Jahre 1459 wandle er sich an Reichs- slallhaller Sprenger. Er betonte, daß das Rhein-Mainische Handwerk in ihm den Vor­kämpfer des Handwerks sehe. Deshalb ernenne ihn das Rhein-Mainische Handwerk für seine außerordentlichen Verdienste um das Handwerk zum E h r e n rn e i sl e r des Rhein-Mainischen Handwerks.

Präsident Schmidt verlas bann den Ehren­meisterbrief, der in kunstvoller Arbeit auf echtem Pergament in aufgelegter echter Goldschrift die Er­nennung beurkundet. Der Umschlag des Ehren­meisterbriefes besteht aus Leder und trägt das Hoheitszeichen der Partei, sowie den neuen preußi­schen Adler und den hessischen Löwen in Silber. Es folgte die Ehrung zweier Altmeister durch Ueberreichung kunstvoll ausgeführter Diplome. Nach altem Zunftbrauch vollzogen die beiden neuen Führer des Rhein-Mainischen Handwerks nun die Freisprechung von je 25 Meistern und Gesellen. Nach der Frage an die Handwerker, ob sie mit der Freisprechung einverstanden seien, ermahnte der Präsident die neuen Meister und Lehrlinge im Sinne der alten Grundsätze des Handwerks ihre Pflicht zu tun, und dies hier zu geloben. Mit der Verleihung der Diplome fand dieser Akt seinen Abschluß.

Nach der Arie und dem Chor aus derSchöp­fung" oon Haydn erfolgte die Verleihung von silbernen Amtsketten an zwölf verdienst­volle Obermeister aus Hessen und Hessen-Nassau. Folgende Obermeister erhielten diese Amtskette: Hans Linder (Frankfurt a. M.), Neumann (Schotten), Gg. Sander (Wiesbaden), Fritz Müller (Wiesbaden), Gamer (Worms), Hch. Lob- meyer (Frankfurt a. M.), Schott (Beerfelden), Wiegand (Bad Homburg), Steinmann (Nieder- Ramstadt), Fr. Kaltwasser (Wiesbaden), Wolz (Mainz), Th. Wurster (Frankfurt a. M.).

Das Deutsche Gebet, gesungen vom Opernhaus- Chor, und der gemeinsame Gesang des Deutsch­land- und des Horst-Wessel-Liedes schlossen nach einer kurzen Totenehrung die denkwürdige Feier ab.

Von der Paulskirchenfeier begaben sich die Teil­nehmer nach Wiesbaden, wo sie am Abend der Festaufführung derMeistersinger" beiwohnten.

Kolonnenführer Kratz, der sich stets mit seiner ganzen Person für die edle Sache eingesetzt habe.

Zur Förderung der weiteren Arbeit der Frei­willigen Sanitätskolonne übermittelte der Redner der Kolonne den Betrag von 100 Mark als Spende,

die zur Hälfte vorn Kreisverband und zur anderen Hälfte vorn Zweigverein Gießen des Roten Kreuzes gegeben worden war.

Bürgermeister Dr. Hamm sprach als Vertreter der Behörden. Er betonte, daß die Sanitätskolonne auf das engste mit der Geschichte der Stadt Gießen verbunden sei, wies darauf hin, daß es für die Sanitätskolonne feiner Umstellung in ihrer Ge­sinnung bedurft habe, denn ihre Arbeit habe noch immer unter dem Wahlfpruch gestandenGemein­nutz geht vor Eigennutz". Sodann übereichte er den Mitbegründern Heinrich Pfeiffer, Paul Hartmann, Heinrich Kraushaar, Konrad P a u l i ch , Otto H a r i g und Josef Heißler je eine Ehrenurkunde, die von der Stadtverwaltung als Auszeichnung ausgestellt worden war. Im WortSieg Heil!" liege, jo fuhr er dann fort, eine tiefe Symbolik. Es gelte den Sieg über sich selbst und den eigenen Egoismus zu erringen. Der Wahl­spruch müsse auch fernerhin lauten: ,',Nichts für uns, alles für das Vaterland!".

Frau Prof. Kramer sprach für den Alice- Frauenverein, beglückwünschte die Freiwillige Sani­tätskolonne, übermittelte ein Geschenk und wußte in ihren kurzen Ausführungen Interessantes aus den ersten Anfängen der Freiwilligen Sanitäts­kolonne zu berichten. Der Vertreter des Zweigver­eins Darmstadt beglückwünschte die Gießener Ko­lonne ebenfalls zu ihrem Jubiläum und übergab dem Kolonnenführer einen Sanitätstornister als Geschenk. Branddirektor Braubach sprach im Auftrag der beiden hiesigen Freiwilligen Feuer­wehren und wies auf die stete kameradschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr und der Kolonne hin. Kolonnenführer Kratz dankte sodann für alle die Glückwünsche und Geschenke, die der Kolonne aus Anlaß ihres Jubiläums zuteilge­worden waren.

Nach einer Dause und nach den begeistert aufge­nommenen Märschen für Fanfarentrompeten und Kesselpauken der Reichswehrkapelle gab Kolonnen­führer Kratz einen

Rückblick auf die Entwicklung der Gießener Freiwilligen Sanitätskolonne.

Er erinnerte an den Tag der Gründung, sprach von den Vereinen, die sich für die gute Sache ein­setzten, schilderte im einzelnen die Entwicklung im Laufe der Jahre, die Tätigkeit in den Kriegsjahren, er kam auf die weitere Entwicklung nach dem Weltkrieg und die mancherlei Schwierigkeiten und Anfeindungen, denen die Kolonne ausgesetzt ge­wesen sei, zu sprechen und gedachte schließlich mit Dank der Stadtverwaltung, die in schwerster Zeit immer auf Seiten der Kolonne stand und ihr alle Forderung zuteil werden ließ. Ein aufschlußreiches Bild über die rege Tätigkeit der Sanitätskolonne feit dem Jahre 1921 kam in den folgenden Ziffern zum Ausdruck.

An Hilfeleistungen wurden in den letzten zwölf Jahren von Mitgliedern der Kolonne insgesamt 34 473 ausgeführt, davon 15 732 Kranken­transporte. Bei den Transporten handelte es sich in 416 Fällen um Jnsektionskranke und In 842 Fällen um den Transport Geistes­gestörter.

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^Wgen @runblagen narbeitjerftort habe, so s auch die Enwdlaaen ,a5 Zusammenwirken bet e fe* diese Entwicklung -em Nationalsozia- Een, dem deutschen Bolle n.,n jti) feW zu geben. - der Primat der Po- tschast wieder eingefihrt i'gesichert, die allein dem sei. Mit der Mederherstel-, es deutschen Bauernstandes, rundlage Geschäften für tin 1 damit habe er die Wenz hen Bottes sichergestellt.

s bringe wieder neue 3m- ckfche Handwerk hinein und iedergesandnng dieser Ve­rstandes.

r betonte dann weiter, daß andwerk stark im Bolte ver- nächtlicher Teil unseres Dvl- l vom Handwerk lebte. Der in die Zukunft sei Var ge- ieder zurückkehren zu Srunö/ätzen, daß seine müßten ber einzelnen Per- Qi.hjeßeiftungen nity tr> auch niemals in ber Sage, laupitXL DeÄM \e\ auch tnb %ut genug als .ndroerls. Den heutigen vor Augen stehen, welches eiet Jugend in Händen hiel- Irundsatzen des Handwerks, n die jungen Handwerker er- ater mühte lebet Handwerker ein können, von einem W worden zu sein. Nur so tonne nen werden zu einem

Vorbedingung geschah < dar VerflSu-nir für »e Handwerks gewe-kl.

' seien die hemmenden Grenzen zwischen den einzelnen Wirtschaftsgebieten gefallen. Jeder Handwerker habe In jedem Lande dasselbe Recht. Richt irgendwelche Grenzpfähle seien In Zukunft maßgebend, sondern der edle Weilbewerb der Meister allein. Der Führer habe Vorsorge ge­troffen, daß das Handwerk ungestört seinen weg zum Wiederaufbau gehen könne.

Aber jeder Handwerker habe die Pflicht, mit allen Kräften an diesem W rede rauf- bau initzuarbeiten. Vor allem set das Pro­fitstreben zu überwinden, jeder habe die Pflicht, dafür zu sorgen, daß möglichst Die le Volks- qenoffen im Handwerk Arbeit und Brot fänden. Auf dieser Grundlage werde sich die Gründung des Rhein-Mainischen Handwerkstages segensreich auswirken. Mit dieser Gründung be­ginne im Rhein-Maingebiet und darüber hinaus im ganzen Reich eine neue Entwicklung des Hand­werks. Das deutsche Handwerk werde so dazu bei- < nagen, daß Deutschland seine Ehre und die Achtung der Welt wiedererlange.

Der Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden,

W. G. Schmidt-Wiesbaden

dankte dem Gauleiter für diese Worte des Ver­trauens zum Handwerk. Das Handwerk sehe in dieser Stunde die Stunde seiner Wiedergeburt. Es gelobe dem Führer treue Gefolgschaft und werde wahrhaft deutsch und sozialistisch Mitarbeiten, iinb so dem Führer das große Ziel erreichen helfen, das er sich und dem deutschen Volke gesetzt habe.

Der Präsident derHessischenHandwerks- k immer,

Fritz Müller,

' versicherte gleichfalls, daß das Handwerk bereit fei, mit voller Hingabe für die Gesamtheit einzutreten znrn Wohle des deutschen Volkes.

Reichsstallhalter Gauleiter Sprenger er­nannte hierauf den Präsidenten der Handwerks­kammer, W. G. Schmidt (Wiesbaden), und den Präsidenten der Handwerkskammer Hessen, Fritz Müller, zu Führern des neu­gegründeten Rhein-Mainischen Handwerkstages durch Ueberreichung der goldenen Amtsketten, die mit den Wappen der beiden Länder Preußen und Hessen, mit den Symbolen des Dritten Reiches und dem Bild des Führers geschmückt sind.

Obermeister Linder, der stellvertretende Hand- merkskammerpräsident, überreichte dem neu ernann- < len Führer W. G. Schmidt (Wiesbaden) außerdem noch die goldene Nadel des Frankfurter Handwerks zusammen mit einer kunstvollen Urkunde, für seine außerordentlichen Verdienste für das Frankfurter Handwerk.

Im Anschluß an den Gründungsakt im Kaiser- fetal formierten sich die Teilnehmer zu einem feier­lichen Zuge, der unter Vorantritt des Reichsstatt­hollers und der neuen Führer des Handwerks

vom CRomer zur paulskirche

zog. Als der Zug den Paulsplatz betrat, ertönten vorn Balkon des Rathauses Fanfarenklänge. In

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... .rffi jaben, die den Sanitätskolonnen im Laufe der

, mit ® Lahre erwachsen seien. Er schloß mit einem be-

folg"" verseht: «eistert aufgenommenenSieg Heil!" auf den

inir h.n Iaco".'' Reichspräsidenten von Hindenburg und den

- ' $r0cuhrbÄ1* «olkskanzler Adolf Hitler. Gemeinsam wurden

' vir f vr. Hobann der erste Vers des Deutschland- und des ' ' ^Mgen a?n «fl C harst-Wessel-Liedes gesungen.

n P,flTT^ ßeiP8\?Jfjie $7, Dberstudiendirektor Dr. Baur (Gießen) sprach

' . q m Auftrag des Zweigvereins Gießen vom Roten

r,ratPTOVnf?fior *r £reu3 und übermittelte besten Glückwünfchi

- ?r6=. @r (tigerte kurz die Tätigkeit der S,

t ,^adt und Kreis Gießen und betonte, daß die . n btni n gniDert* ratwicklung der Kolonne nicht möglich gewesen .> <n,lL ^anN'. ^rsetztt rare, wenn nicht an ihrer Spitze ein Mann stände,

Die Transportmannschaften waren in diesen Fällen stets besonderen Gefahren ausgesetzt. Sanitäts­wachen wurden bei 417 größeren Veranstaltungen gestellt. Seit 1926 wurden in acht Kursen 417 Be­triebshelfer und 129 andere Personen in derErsten Hilfeleistung bei Unglücksfällen" ausgebildet. In 2751 Fällen wurden Krankenpflegeartikel ausge­liehen. 6693 Volksgenossen machten in den letzten zwei Wintern von der Wärmestube der Kolonne Ge­brauch. Zusammenfassend könne gesagt werden, daß durch jahrelange selbstlose Arbeit unter versonlichen Opfern ein Werk der Nächstenliebe geschaffen worden fei, das durch seinen Dienst am Volke überall An­erkennung gesunden habe. Möge die Zukunft brin­gen, was sie wolle:

die Männer der Rotkreuzkolonne seien gern be­reit, unter der Führung der nationalen Regie­

rung mit erhöhtem Einsatz aller Kräfte mitzu- arbeilen an dem Aufbau und ber Erhaltung

unseres lieben Deutschen Vaterlandes.

Die Ansprache des Kolonnenführers wurde mit stärkstem Beifall aufgenommen.

Eine weitere Bereicherung fand der Abend durch die Darbietung lebender Bilder durch Mitglieder der Sanitätskolonne, die in eindrucksvoller Weise das Leben in einer Unterrichtsstunde, die Sanitäter im Kriege, die Hilfeleistung bei einem Motorradunfall und die Tätigkeit oeim Gasschutz veranschaulichten. Musik beschloß den Abend, der in seinem harmo- nischen Verlauf erneut bewies, daß sich die Sani­tätskolonne in weiten Kreisen unserer Bevölkerung aller Wertschätzung erfreut.

SJl.-tfpoit

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 II Lollar II 2:2 (1:1).

Während 1900 y diesem Spiel mit einigem Ersatz antreten mußte, hatte Lollar fünf Spieler aus der spielfreien 1. Elf eingestellt. Das Spiel war verteilt. Beiderseits wurden die größten Anstrengungen ge­macht, wenn auch die Leistungen keine überheblichen waren. Zunächst klappte es bei den Blauweißen gar nicht. Erst eine Umstellung schuf Wandel. Balser im 1900er Tor war stark beschäftigt, hielt aber fabelhaft. Die Gießener hatten das Pech, in diesem Spiel zwei Elfmeter und damit den sicheren Sieg zu verschenken. Uebrigens erkannte auch in diesem Spiel der Schieds­richter ein von 1900 gleich zu Beginn regulär er­zieltes Tor zu Unrecht nicht an.

Bieber I 1900 III ausgefallen.

Durch ein bedauerliches Mißverständnis fuhr 1900s III. nicht nach Bieber. Dem Spielführer war nicht bekannt, daß ein Teil der Spieler mit dem Fahrrad nach dort fahren wollte. Die an der Biebertalbahn Versammelten glaubten, sie seien nicht komplett und blieben deshalb zu Hause.

y FC.Teutonia" Watzenbom-Sieinberg

FL. Ockershausen FL. Teutonia Watzenborn- Steinberg 3:2 (0:1).

Die Teutonen haben das schwere Spiel glücklich hinter sich. Sie haben sich auf heißem Boden vor mitunter fanatischen Zuschauern gut geschlagen. Das Spiel wurde übermäßig hart geführt. Schiri H e u <= s e r (Cölbe) verstand sich nicht genügend durchzu­setzen. Das Spiel begann recht flott. Jede Mann­schaft wollte die am Sonntag vorher erlittene Nie­derlage wieder wett machen. In der 20. Minute kamen die Gäste zum Führungstreffer. Der Links­außen knallte wieder mal einen Strafstoß aus 25 Meter Entfernung ins Netz. Bei leichter Ueberlegen- heit der Teutonen wird bis zur Pause an diesem Stand nichts geändert. Kurz nach der Pause glich der Platzdefitzer durch unhaltbaren Schuß aus. Ein Ball, der am Tor vorbeigegangen wäre, wurde vom rechten Läufer der Teutonen ins eigene Tor ge­lenkt. Wieder griffen die Gäste an und wieder stand das Spiel Unentschieden. Dann kam es zu einem Zwischenfall. Steinbachs Hüter klatschte einen Ball ins Feld zurück. Dieser berührte dabei den Oberarm des rechten Läufers. Der Schiedsrichter entschied Elfmeterball, auf Reklamation wurde Hochwurf aus­geführt. Wieder nach einigem Hin und Her End­resultat: Elfmeter. Tormann E. H a p p e l als Mannschaftsführer erhob vergeblich Protest, aber er hielt den mit Wucht geschossenen Ball in prächtiger Manier. Angeeifert durch diese Leistung griff Stein­

berg nun wuchtig an, und wurde in den letzten 30 Minuten stark überlegen. Aber die Härte des Geg­ners und Schußpech im Sturm lassen es nicht zu Erfolg kommen. Weit rückte Steinbergs Verteidi­gung auf. Wieder wurde vom Platzbesitzer ein Eck- ball abgewehrt und kam zum rechten Verteidiger. In aller Ruhe aab er den Ball zum Tormann, doch zu schwach. Ehe der herausgelaufene Tormann am Ball fein konnte, hat ihn der nachsetzende Stür­mer des Platzbesitzers in das leere Tor geschossen. So mußte die einwandfrei bessere Mannschaft die Niederlage einstecken.

Die 2. Mannschaft spielte gegen die Zweite des VfB. Gießen fast die ganze erste Halbzeit mit neun Mann. Die Gäste gingen in dieser Zeit mit 2:0 in Führung, hatten dann aber einen gleichwertigen Gegner vor sich. Der wenig schöne Kampf endete mit 5:5 Toren.

Die gesamte Jugendmannschaft weilte in Lich bei der Hitlerjugend, konnte erst in letzter Minute ge­gen die frischere Wiesecker Jugend antreten und unterlag 1:2. Die Schüler siegten gegen 1900 1:0.

Fußball im Gau XIII.

Im Gau Südwest gab es nicht weniger als drei Unentschieden, wobei der Tabellenführer FC. Kaiserslautern in Neunkirchen gegen Borussia beim Stande 2:2 wenigstens noch einen Punkt rettete. Der Tabellenzweite FSV. Frankfurt wurde vom FK. Pirmasens unerwartet mit 3:0 (2:0) geschlagen und muh sich nunmehr mit fünf weiteren Mann­schaften den zweiten Platz teilen. Dazu gehören Offenbacher Kickers, Eintracht Frankfurt, Phönix Ludwigshafen und Wormatia Worms, die sich je­weils 1:1 trennten. Das Spiel SV. Wiesbaden ge­gen Sportfreunde Saarbrücken endete mit 3:2 für Wiesbaden.

BelgischepreffestimmeuzumLänderspiel

In den Berichten der belgischen Montagsblätter zum Länderspiel in Duisburg kommt die Ent­täuschung über die schwere 8:1-Nie- d e r l a g e und über das unbefriedigende Spiel der Mannschaft klar zum Ausdruck.Wir erwarte­ten ja eine Niederlage, aber feine derartige Ver­nichtung", heißt es in derDerniere heure. Das gleiche Blatt, sowie die Sonderberichterstatter von National Beige" undSoir" loben das gute Spiel der deutschen Mannschaft und schildern dann den überaus herzlichen und freundlichen Empfang, den die belgischen Gäste bei Behörden und Bevölkerung, vor allem aber in der festlich geschmückten, vom Hakenkreuz gekennzeichneten Stadt Duisburg ge­funden hätten.

Bezirk Gießen im Gan XII der DT. im Werden.

In unserer Stadt trafen sich dieser Tage zu wich­tiger Führerbesprechung etwa 30 Turnerführer aus den Turbezirken Hessen, Lahn-Dill, Kinzig, Main- Offenbach-Hanau, Ahr, Rhein-Mosel, Mitteltaunus, Untertaunus und Südnassau, die bisher dem Mit­telrheingau der DT. angehörten, mit dem 1. Ja­nuar 1934 aber ganz oder zum Teil als Bezirk Gießen die südliche Hälfte des neuen Gaues 12 (Nordheffen) bilden werden.

Dr. H. Rau (Butzbach), der bekanntlich vom Gauführer Andrö (Hersfeld) als Bezirksführer für den Bezirk II (Gießen) berufen worden ist, hieß die Vertreter der Bezirke herzlich willkommen. Er wies auf die umwälzenden Veränderungen hin, die die Neuordnung im Turnen und Sport in besonde­rem Maße für den bisherigen Mittelrheingau bringt, der in feiner Organisation im nächsten Jahre auf ein 75jähriges Bestehen hätte zurückblicken können. Pflicht eines jeden Turners Und besonders der Führerschaft sei es, auch nach der Neueinteilung und in neuen Verhältnissen treu das Erbe Jahns zu verwalten und sich opfer- und arbeitsbereit hin­ter den Bolkskanzler Adolf Hitler zu stellen, dem die Turnerschaft in Stuttgart in gewaltiger Kund­gebung Treue gelobt habe.

Bezirksoberturnwart R. P a u ll (Gießen) über­brachte dem anwesenden Ehrengauoberturnwart W. Will (Gießen) in echt turnerischer Weise die Glückwünsche zu seinem 69. Geburtstage. Der bis­herige stellvertretende Bezirksvertreter des Bezirks Hessen, K. Schneider (Butzbach), wurde von Dr. Rau zum Bezirks-Ehrenvertreter des neuen Bezirks Gießen ernannt. Die beiden Geehrten dank­ten in herzlicher Weise und versprachen auch, unter den neuen Verhältnissen nach Kräften treue Mit­arbeit an der lieben deutschen Turnsache.

Bezirksoberturnwart R. Paul erläuterte ein­gehend die Unterteilung des Großbezirks Gießen in Kreisgruppen und Greife. Wenn auch die Neu­ordnung nach den Ausführungen des Reichssport- kominissars vielleicht noch nicht enbgültig sei, so gelte es doch, eine straffe Organisation aufzubauen, in der jeder Führer und Unterführer in turneri­scher Pflichttreue auf feinem Posten stehen müsse. Der Südbezirk sei auf Grund seiner turnerischen Vergangenheit wohl in der Lage, das turnerische Leben im Norden des Gaues fruchtbringend zu durchdringen.

An turnerischen Veranstaltungen im kommenden Jahr sind im neuen Gau Nordhessen geplant je ein großes Bezirksturnfest im Norden und im Süden und ein

Gautreffen auf dem hoherodskopf, im Mittelpunkt des neuen Gaugebiets. Eine flei­ßige Lehrgangstätigkeit wird im neuen Jahre so­fort einfetzen, um die Unterlagen für die turnerische Aufbauarbeit zu schaffen.

Nachdem noch das Zusammenarbeiten der Tur­nerschaft mit SA. und Hitlerjugend besprochen wor­den war und die Verpflichtung der in die Bezirks­und Kreisführung berufenen Turner stattgefunden

hatte, schloß Dr. Rau die anregend und in bestem Turnergeist verlaufene Besprechung mit einem Sieg-Heil!" auf den Volkskanzler Adolf Hitler und den Reichspräsidenten von Hindenburg.

Nachstehend machen wir mit der Zusammensetzung des Bezirksvorstandes und mit der Kreiseinteilung bekannt. Die dabei genannten Kreisführer berufen ihre Mitarbeiter in den Kreisgruppen und ernen­nen die, Unterführer (Kreisoertreter) in den poli­tischen Kreisen.

Oie Bezirksführung

besteht aus: 1. Bezirksführer: Dr. Rau (Butzbach) (zugleich stellv. Gauführer des Gaues Nordhessen); Bezirks-Ehrenvertreter: K. Schneider (Butzbach); 2. Bezirksführer: Prof. B a h m e r (Dillenburg) (der bisherige langjährige Führer des alten Lahn- Dill-Gaues): Bezirksoberturnwart: R. Paul (Gie­ßen) (zugleich Gauoberturnwart des Gaues Nord­hessen): Bezirksschatzmeister: W. Derlei (Nieder- Wöllstadt): Bezirks-Geschäftsführer: Fritz Wie­gand (Gießen): Bezirks-Presse- und Werbewart: H. Oßwald (Bad-Nauheim), (zugleich Gau-Presse- und Werbewart des Gaues Nordhessen): Bezirks- Dietmar!: Ernst Niekes (Hanau a. M.). Mit Sitz und Stimme gehören wie bisher Ehren-Gauvertre- ter A. Pfeiffer (Wetzlar) und Ehren-Gauober- turnroart W. Will (Gießen) dem Bezirksvor­stand an.

Die besonderen Warte für d i e turne­rischen Fachgebiete, die den Bezirks-Tum- ausschuß bilden, werden durch den Bezirks-Ober- turnroart demnächst ernannt.

Oie Kreisgruppen, die Kreise und ihre Führer.

1. Kreisgmpe (Lahn-Ohm), bestehend aus den politischen Kreisen Marburg, Biedenkopf und Kirchhain: Kreisführer: Dr. Stier (Kirch­hain): Kreisoberturnwart: M. T e x t o r (Marburg.

2. Kreisgruppe (Lahn-Dill), bestehend aus den politischen Kreisen Gießen, Wetzlar, Dillenburg, Alsfeld: Kreisführer: Carl Daupert (Wiefeck): Kreis-Obertumwart: Paul Schüler (Wetzlar) (voraussichtlich).

3. Kreisgruppe (Lahn-Westerwald), bestehend aus den politischen Kreisen Ober- und Unterwesterwald, Ober- und Unterlahn, Limburg: Kreisführer: Emil Zimmermann (Hahnstätten); Kreis-Obertumwart: Emil Huth (Seelbach).

4. Kreisgruppe (Rhein-Taunus), be­stehend aus den politischen Kreisen Rhein (St. Goars­hausen), Idstein, Ufingen: Kreisführer Eduard Neitzer (Idstein): Kreis-Obertumwart: August Schumann (Idstein).

5. Kreisgruppe (Wetterau-Vogels­berg), bestehend aus den politischen Kreisen Fried­berg. Büdingen, Schotten; Kreisführer: Studienrat Thierolf (Friedberg); Kreis-Obertumwart Dr. <5 i e g e r t (Stockheim).

6. Kreisgrupps (Main-Kinzig), be-