Ausgabe 
24.2.1933 Erstes Blatt
 
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Bei der Abstimmung wird der vorerwähnte Antrag des Finanzausschusses angenommen.

Baugesuche.

Den Daugesuchen von Frau Johanna Mun­zing e r, Frantfurter Straße 89, und Iohs. Altensen II, Druchftraße 12, um Befreiung von Bauvorschriften wird zugestimmt.

Erhöhung des Volksschulzuschusses.

Der als Steitenbeitrag zu den persönlichen Kosten der Volksschule vorgesehene Betrag von 17 COO Mark wird um 1003 Mark zu Lasten des Reservefonds für 1932 erhöht.

Lrh.hter Zuschuß

für die Gewerbe- und INaschinenbauschule.

Der Zuschuß zur Gewerbe- und Maschinen­bauschule für 1932 wird von 9509,60 Mk. um rund 5000 Mk. auf 14 509,60 Mk. erhöht.

Notwohnungen im früheren Säuglingsheim.

Für die bereits vollendete Einrichtung von 21 Notwohnungen im städtischen Gebäude Weh­steingas, e 32 (früheres Säuglingsheim) wird ein Kredit von 5922,83 Mark nachbewilligt.

Die Rechnung des Wohlfahrtsamts für 1932.

Die in Einnahme m.t 1 <62 314,84 Mari und in Ausgabe mit 1755 678,06 Mark abschließende Rechnung des städtischen Woh.fahrtsamtes für das Rechnungsjahr 1930 wird genehmigt.

Einfriedigung von städtischen Gärten.

Zur Beschaffung von Holz für die Einfriedi­gung städtischer Grundstücke wird ein Kredit von 200 Mk. genehmigt.

Schankkonzessionsgesuche.

Der Ortsgruppe Gießen des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, wird die Erlaubnis zum be­schränkten Schankwirtschaftsbctricb mit Brannt- wcinausschank in ihrem Heim, Kaiserallee 27, un­ter Beschränkung auf den Kreis der Mitglieder und deren Gäste befürwortet.

Gesuche von Kaisers Kaffeegeschäft und vom Bayerischen Schokoladenhaus um Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein in versiegelten Flaschen werden abgelehnt.

Schankwirtschafts-Erloubnisse für die Eheleute Friedrich Scebold (Schwaabs Weinstuben) und Fritz Tc'gler (Zur Lahnlust) werden befürwortet, da es sich hierbei um Llcbergänge handelt.

Oie Erhöhung der Gewerbesteuer.

In den letzten Tagen sind die Steuerbescheide über die neue, erhöhte Gewerbesteuer herausge­kommen. Die außerordentliche Erhöhung hat in den Kreisen der Steuerpflichtigen starke Erregung auSgelöst. Stadtratsmitglied Horn u. Gen. ha­ben die Berwaltung um Auskunft über die Sach­lage ersucht. Oberbürgermeister Dr. Keller ver­liest als Antwort folgende

Erklärung der Stadtverwaltung.

Rach einer Anordnung des Herrn Hessischen Ministers des Innern vom 7. Iuni 1932 (Amts­blatt des Ministeriums des Innern Rr. 4) ist die kommunale Grund-, Gewerbe- und Sonder­steuer für-das Rechnungsjahr 1932 nur einmalig, und zwar endgültig nach den Besteuerungsgrund­logen, wie sie für eine endgültige Veranlagung dieser Steuern für das Rechnungsjahr 19 31 maßgeblich gewesen wären, zu veranlagen. Als Desteuerungsgrundlage für eine endgültige Veranlagung für das Rechnungsjahr 19 31 gilt der für das Steuerjahr 1 9 3 0 festgestellte Gewerbeertrag. Die Veranlagung der kommu­nalen Grund-, Gewerbe- und Sondersteuer findet nach der Anordnung des Ministeriums nicht wie dies bei den staatlichen Steuern der Fall ist, erst vorläufig und später endgültig statt. Auch im Rechnungsjahrl931 ist die kommunale Grund-, Gewerbe- und Sondersteuer nur einmalig veranlagt worden, im Gegensatz zu den entsprechenden staatlichen Steuern. Aus der Anordnung des Ministers des Innern ergibt

sich, daß für die Veranlagung der kommu­nalen Grund-, Gewerbe- und Sondersteuer andere Besteuerung-lgrundlagen maßgeblich zu sein hatten, wie für die endgültige staatliche Veranlagung dieser Steuern. Diese unterschied­liche Behandlung hat sich insbesondere bei einem Rückgang des Gewerbeertrags für viele Ge­werbesteuerpflichtigen geltend gemacht und es ist in Fällen dieser Art eine Härte für die bv- treffenden Pflichtigen eingetreten. Der Herr Mi­nister des Innern hatte deshalb bereits für das Rechnungsjahr 1931, in dem die Verhältnisse ähnlich lagen, den Provinzen, Kreisen und Ge­meinden empfoh e.i, in Härtefäl len durch entsprechende Billigkeits-Erlässe einen Ausgleich herbeizuführen. Pro­vinz Oberhessen, Kre.s Gießen und Stadt Gießen haben im Iahre 1931 demgemäß verfahren. Der Herr Minister des Innern hat durch Verfügung vom 25- Oktober 1932 die Provinzen, Kreise und Gemeinden angehalten, auch für das Rechnungs­jahr 1932 in gleicher Weise Billigkeitserlässe eintreten zu las,en. Die Stadtverwaltung 6eab- I sichtigt wiederum dementsprechend zu verfahren und hat bereits Verhandlungen mit der Pro­vinzialverwaltung wegen eines einheitlichen Vor­gehens eingeleitet.

Die Veranlagung der städtischen Gewerbesteuer ist demnach genau nach den Anordnungen des Ministeriums erfolgt: daraus entstehende Härten wird die Stadtverümll'"^ auf Rachsuchen der bei.e'senden Steuerpf. chtigen mildern.

Aus -er Provinzialhauptstadt.

Oie Geschichte des Faschings.

Die letzten beiden Tage vor Beginn der Fasten­zeit, die von der katholischen Kirche vorgcschrie- Den wird, sind der Rosenmontag und die Fast­nacht. Zu seinen stärksten und lebendigsten Le- bensäußerungen nimmt der Mensch an diesen beiden Tagen Veranlassung: es wird getobt und getollt, als sei jeder überzeugt, diese fröhliche Zeit könnte kein Ende nehmen. Durch Iahrhun- derte können wir die Ausübung dieses Brauches zurückverfolgen, und immer waren es ganz be­sonders oer Süden und der Westen in unserem deutschen Vaterlande, die die Faschings- oder Karnevalszeil lebhaft feierten. Ost hat in frü­heren Zeiten die Kirche dies tolle Treiben miß­billigt: aber es ist merlwürdig der Mensch, der sonst so gehorsam den Anordnungen seiner geistlichen Berater folgt erwies sich hier als unbelehrbar: die Faschingszeit, die Freude am tollen Treiben, amS.chausleben", wie wir das heute nennen, war stärker als jede harte Vor­schrift. Schon lange vor Beginn der Fasten­zeit reihte sich Fest an Fest, und es gab zp allen Zeiten Leute, die unentwegt mitmachten. Der Rosenmontag", der insbesondere in Westdeutsch­land heute noch besonders feierlich durch Hm- züge begangen wird, bildete den Auftakt zu dem Höhepunkt dieser Karnevalszeit: am Fast- nachtsabend begann bann das große, stürmische, heitere Fest, das bis in den Aschermittwoch hineinführte.

Viele Faschingsbräuche' sind aus der früheren Zeit lebendig geblieben. Vor allem die Person des Prinzen Karneval, die noch heute unter er­heiternden Umständen in schwierigen Sitzungen gewählt wird, dazu die große Schar seines Ge­folges: alle diese Wahlen und auch die Amtä- ausübung erfolgt nach strengen Regeln, wie sie von einst übernommen worden sind. Aus früheren Jahrhunderten hat sich auch noch das Andenken an die Gründer dieser Fastnachtstrubel erhalten, derGeckenorden von Cleve" lebt noch und die Rarrenmutter zu Dijon", der ..Orden der Hör- nerträger hat heute noch Mitglieder in der

Faschingszeit. Aber alle verschwinden am Ascher­mittwoch von der Bildfläche, wenn die an­strengende Zeit des bis in die Osterwoche währen­den Fastens beginnt. Aschermittwoch erinnert die Menschheit an den Ernst der Zeit, besonders in religiöser Beziehung, und mit guten Vorsätzen und durch strenge Innehaltung der entsprechen­den Vorschriften, die von der katholischen Kirche erlassen worden sind, wird dann die Fastenzeit begonnen.

Rord- und Ostdeutschland kennen diesen über- schäumenden Trubel der Faschings- oder Karne- valszeit nicht. Der Rosenmontag ist dort nut dem Rainen nach bekannt: er wird nirgends gefeiert, obwohl er doch geradewegs der Vorläu,er des blauen Montags" ist. Am Fastnachtsabend be­ginnen zwar auch in diesen Teilen unseres Vater­landes große Feste, die im Zeichen der Kostü­mierung stehen: in buntem Flitter und mit gro­tesken ober verschönernden Masken versinnbild­licht der Mensch seine Wunschträume über sich selbst, die nie Gestalt werden. Wer nicht an die­sen Bällen teilnimmt, kehrt wohl zu dem alten Brauche zurück, in seinen vier Wänden der Fast­nacht dadurch zu gedenken, daß er zu den be­liebten Pfannkuchen Punsch trinkt. Bei so ge­dämpfter Feier wird dieser Fastnacht kaum ein Aschermittwoch folgen, der im Zeichen des Katers und des sauren Herings steht. so.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag: Stadt­theater, 2U bis nach 22.30 Uhr,Der Bundschuh". Oderhess. Geschichtsoerein, 20.15 Uhr, Hörsaal des Kunstwisscnfchaftl. Instituts, Ludwigstr. 34, Licht- bilder-Vortrag überDie Wetterau in der älteren deutschen Geschichte". Bund für christlich-evange­lische Erziehung in Haus und Schule, 20 Uhr, Jo- hannessaal, Familienabend. Hubertus, 20.30 Uhr, Hindenburg", Dortrag überLock- und Reitzjagd". DHC., 20.30 Uhr, Hotel Hopfeld, heiterer Dialekt­abend. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Morgen­rot". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Der Flücht­ling".

Gastspiel des Original Kölner Hänneschen-Theaters. Der Goethe-

Bund hat, tote man uns schreibt, bai berühmte Kölner Hänne^chcn-ThecUer für kommenden Sonn­tag zu einem Gastspiel mit neuem Spielplan ein- geladen. Bei dem ersten Gi?ßener Gastspiel fand die Truppe b:i jung und alt b.geisterten Beifall. I d.r, der damals von Herzrn über da- mu.ig: uno lustige Hunne^chm ge.acht hat. wird auch diesmal gecnr wieder zu ihm kommen, wer es aber noch nicht kennen gelernt hat, dem ist mit diesem Gastspiel die Gelegenheit hierzu gegeben. Cs ist zu empfehlen, sich rechtzeitig mit Eintritts­karten zu versehen. Einige srohe Stunden wird jeder Besucher beim Kölner Hänneschen verleben, für deren Vermittlung er dem Goethe-Bund dankbar fein wird. (Näheres siehe heutige An­zeige.)

Der Gewerkschaftsbund der 21 n * gestellten, Ortsgruppe Gießen, lädt seine Mit­glieder auf Anregung und Vermittlung des Goethe- bundes zu dem am kommenden Sonntag stattfinden­den Gastspiel des Kölner Hänneschen-Theaters (mit neuem Spielplan) ein. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen.

Der Ob st» und Gartenbauverein Gießen hält am nächsten Sonntag, 15.30 Uhr, im Saale von Faulsticb, Bahnhofstraße, seine Haupt­versammlung ab. Universitäts-Garlenbau-Inspektor Rehne 11 wird überVeredelungen" sprechen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

** Don der Landesuniversität. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird mit- geteilt: Herr Dr. Valentin Horn, der sich für das Fach der Agrikulturchemie zu habilitieren wünscht, wird Montag, 27. Februar, 15 Uhr c. t. in der Klei­nen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema:Alte und neue Probleme in der Tierernährungslehre".

** Unfall eines Kindes. Das dreijährige Söhnchen des Versorgungsanwärters Hofmann, wohnhaft in der Neuen Kaserne, setzte sich gestern gegen 22 Uhr unversehens und ohne daß die Eltern es bemerken konnten, in den Besitz einer Tasse kochend heißen Tees, trank den Tee und verbrühte sich infolgedessen die Speiseröhre so schwer, daß die Uebersührung des Kindes in die Chirurgische Klinik notwendig wurde. Das Befinden des bedauerns­werten Kleinen ist den Umständen entsprechend leidlich.

Wirtschaft.

Berlin leicht schwächer.

Berlin, 24. Febr. (WTB. Drahtmeldung.) Die Aktienkurse lagen am heutigen Tage etwas schwächer, da sich die Meldungen über die Ausmaße der Bank­schwierigkeiten in Amerika und die Vorgänge auf der Genfer Abrüstungskonferenz stimmungsmäßig in wenig günstigem sinne auswirkten. Don stär­kerem Angebot konnte jedoch nicht die Rede jein, sondern lediglich die Spekulation stellte einige Hoff­nungsengagements in Spezialwerten glatt. Außer­dem kam im Hinblick auf die morgige Prämien- erklärung etwas Material heraus. Die Festsetzung der Kurfe erfolgte bei kleinsten Umsätzen. 1 bis 2 o. H. gedrückt waren Dogel Telegraf, Hoesch, Rhein- stahl, Ilse Genüsse, Aschersleben, Salzdetfurth, RWE., Siemens und Reichsbank. Darüber hinaus verloren Chadeaktien 3,75 v. H., Rheag 3,75 v. H. und Schubert & Salzer sogar 4 v. H. Anderseits setzten Dessauer Gas, Kunstfeideaktien, einige Elek- tropapiere, Stolberger Zink und Leopoldsgrube freundlicher ein. Die beiden letztgenannten Werte waren sogar mehr als 1 v. H., nämlich je 1,75 v. H. gesteigert. Wintershall gewannen erneut 2,50 v. H. tim Verlaufe ergaben sich bei anhaltendem kleinen Geschäft vielfach Kursrückgänge. Kunstfeideaktien waren auf Arbitrageabgaben im Zusammenhang mit der schwächeren Veranlagung Amsterdams bis zu 2 d. H. rückgängig. BMW. büßten sogar 3 v. H. ein. tim übrigen betrugen die Abbröckelungen nur bis zu etwa 1 o. H.

Deutsche Anleihen gaben nach schwächerer Eröff­nung weiter leicht nach. Variable tinbuftrieobligatio» nen verloren bis zu etwa 1 v. H. Reichsschuldbuch­forderungen zeigten ebenfalls etwas schwächere Ver­anlagung. An den übrigen Rentenmärkten machte sich die Orderlosigkeit stärker bemerkbar, so daß die gestrigen Kurse sich nicht voll behaupten konnten. Ausländer tendierten meist etwas schwä­cher, lediglich Oesterreichische Staatsrenten von 1914 gewannen erneut 1 v. H.

Der Geldmarkt war vor dem Ultimo in sich weiter steifer, doch blieben die Sätze unverändert. Privatdiskonten waren eher etwas angeboten, das Geschäft in Reichswechseln und Reichsschatzanwei­sungen blieb sehr gering.

Frankfurt geschästS!oS und schwächer.

F r a n k f u r t a. M., 24. Febr. (WTB. Drahtmel- düng.) Die weitere Abschwächung der Auslandbörsen und die matte Haltung der deutschen Auslandbonds ließ das an und für sich in den letzten Tagen nur kleine Geschäft zu Beginn der heutigen Börse nahezu stagnieren. Mangels zeglicher Anregungen, insbeson­dere das völlig fehlende Interesse der Privatkund­schaft am Börsengeschäft führte zu Heinen Abgaben der Kulisse, so daß gegenüber der Abendbörse die Tendenz als schwächer anzusprechen war, wobei sich infolge der Enge des Geschäftes zum Teck merkliche Rückgänge ergaben. Im Durchschnitt betrugen die Verluste etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Darüber hinaus

setzten Reichsbank 2 v. H., Gelsenkirchen und Man­nesmann je 1,75, Siemens 1,65 und Chadeaktien 3,50 v. H. schwächer ein. Am Chemiemarkt eröffneten IG. etwa 0,90 v. H. niedriger lagen aber trotzdem recht widerstandsfähig. Metallgesellschast eröffneten 1 v. H. höher. Sehr schwach tendierten im Verlause Munftseidenwerte, die zunächst behauptet blieben, später aber stark gedrückt waren. Aku gaben 1,50 und Bemöerg sogar 3 v. H. nach. Don sonstigen anfangs noch zur Notiz gekommenen Papieren verloren Stahlverein, AEG., Gessürel, Schuckert und Nord- deutscher Lloyd bis zu 0,75 o. H, während Buderus, Ilse, Lechwerke Augsburg und Felten behauptet blieben. Deutsche Anleihen eröffneten ebenfalls schwä- eher, und zwar gaben Altbesitz 0,40, Neubesitz und späte Reichsschuldbuchsorderungen je 0,13 v. H. nach. Don tinbuftrieobligationen verloren 6 v. H.-Stahl­verein 0,40 o. H., wogegen Reichöbahnvorzugsaktien 0,50 v. H. anzogen. Goldpfandbriefe gaben meist von 0,13 bis 0,25 v. H. nach, während Liquidationspfand, briefe etwas höher notierten. Kommunalobligationen lagen nur wenig verändert, ebenso Staats- und Stadtanleihen. Letztere konnten sich zum Teil um 0,50 o. H. erhöhen. Die Umsätze am Rentenmarkt blieben ebenfalls sehr gering.

Oderhessen.

Landkreis Gießen.

X Wieseck, 23. Febr. Im evangelischen Frauenverein sprach Schwester Grete Quack vom Kirchlichen Landesiugcndamt in Darmstadt vor einem großen Zuhörerkreis über die Frage:Was haben wir Frauen als Glieder der evangelischen Gemeinde zu tun? Im täg­lichen Nachdenken über Christus haben sie ihre Liebeskräfte zu üben, zunächst in der Familie mit Geduld gerade in den Zeiten der Erwerbs­losigkeit, darüber hinaus an jedem Volksgenos­sen, der ja Gottes Kind ist. Das Versagen der Mütter ist vielfach schuld am Ir^en der Kinder: an vielen Beispielen aus dem Leben wurde ge­zeigt, wie so im andern das Gotteskind gestärkt wird. Der Vortrag hinterlieh einen tiefen Ein­druck. Der Ortsgeistliche dankte und leitete eine rege Nussprache ein über das brennende Pro­blem der Errichtung einer Klcinkinderschule. Die Kollekte zugunsten der Mädchenerziehungsvcr- eine Glauburg und Arnsburg betrug IC Mark.

* Lich, 24. Febr. Am kommenden Montag findet hier der altbekannte Fastnachtsmarkt statt. Er besteht aus Schaf-, Schweine- und Krämermarkt. Zum Markt zugelassen sind Tiere aus allen unver- feuchten Gemeinden. Auf die amtliche Bekannt­machung im heutigen Anzeigenteil sei hingewiesen.

ttfcttcroorrtH^ane

Don den britischen Inseln hat sich In südöstlicher Richtung nach dem Mittelländischen Meer hin eine Rinne tiefen Druckes entwickelt, in die ein Drucksall­gebiet von England und Irland her vordringt. Durch die Störungstätigkeit werden verschieden temperierte Luftmassen nach dem Festland gelangen, die zwar schwankend auf die Temperaturen einwirken, aber vorerst in ihren Werten den winterlichen Charakter behalten.

Aussichten für Samstag: Meist neblig- wolkig, stellenweise etwas aufklarend, vereinzelte Schneefälle, Frost mit späterer Abschwächung.

Lusttemperaturen am 23. Februar: mittags0,3 Grad Celsius, abends2,5 Grad: am 24. Februar: morgens 4,9 Grad. Maximum0,2 Grad, Mini­mum 7,2 Grad.

ISchluß des rebaflionellen Teils.)

Das KaufhausSchmucker, Gießen" veranstaltet ab morgen einen extra billigen Hofen-Verkauf zu Preisen, die unter der Vorkriegszeit liegen. Bei dieser gelbarmen Zeit ist die Hose ein sehr wichtiges Klei­dungsstück. Wenn man in unserer heutigen Anzeige die Preise näher betrachtet sieht man sofort, daß in Beziehung auf Preis Unglaubliches geleistet wurde. Mit unserem billigen Angebot wollen wir es jedem ermöglichen, sich eine neue Hose kaufen zu können. Billiger kann man nicht fein, denn jetzt kostet eine neue Hofe tatsächlich weniger als das Flicken einer alten.

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Beginn der Versteigerung 10 Uhr in lobenberg 37 bei Nr. 930. Fortsetzung in Hege 15 um 1214 Uhr. 1360D

Nähere Auskunft durch Herrn Förster Bing und Forstgehilfe Zecher.

Hessisches Forstamt Gießen.

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Anfang mit Distrikt 9a.

Wißmar, den 22. Februar 1933.

Der Gemeindevorsteher.

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