Nr. 47 Erstes Blatt
|83. Jahrgang
8re!tag, 24 5ebruarsy33
GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Sie Parteien im Kamps um die Entscheidung des 5. Mrz.
Minister Geldie spricht in Ostpreußen.
Königsberg. 23. Febr. (Täl.) In Königsberg sprach für die Kampffront Echwarz-Weih- Rot der Reichsarbeitsminister und Führer des Stahlhelms S e l d t e. Linser Ziel lautet Arbeit, Brot, Friede. Aber wir meinen damit echtes Brot zum Beißen und Sattwerden, wirkliche Arbeit, die Verdienst bringt für alle und nicht nur für Funktionäre, und wahrhaften Frieden. Das heißt Frieden inFreiheit. Dankbar will ich mich des Wortes erinnern, das der Reichskanzler im Kabinett an uns gerichtet hat: ^Dieses Kabinett bleibt zusammen über den 5. März hinweg, über die nächsten fünf Jahre hinweg, bleibt zusammen bis zu der Stunde, in der es sich nach dem erarbeiteten Erfolge dem Urteil der Ration stellen kann." Cs ist getragen von dem Vertrauen des Reichspräsidenten, vor allem aber von dem harten Willen Hillers, vom Willen zur Arbeit und zum Siege.
Man muh den 30. Januar erlebt haben, an dem das Kabinett zusammenaestellt wurde und v« Generalfeldmarschall v. Hindenburg erschien, erlebt haben, wie Stahlhelmer, SS. und SA. vereinigt antraten, wie alle Unterschiede schwanden. In diesem Augenblick war ein Ruck vorwärts getan in der deutschen Geschichte. Das war der Aufbruch einer Nation, die die Fesseln sprengte und empfand, daß frei fein kann nur, wer frei sein will. Das war das Herausbrechen aus einer gepreßten deutschen Seele aus einem Druck, wie Sie selbst in Ostpreußen ihn spüren. Der Wille des nationalen Deutschlands ist so stark, daß er auch dazu reicht, um Ostpreußen freizumachen.
Wir sind bereit, in einen Kampf der Dinge und der Menschen zu gehen, weil wir glauben, daß die allerletzte Stunde der Entscheidung für das nationale Deutschland herangerückt ist. Nachdem nicht zu erreichen war, daß das nationale Deutschland in einer Einheitsliste focht, haben wir wenigstens erreicht, daß alle schwarz-weiß-roten Kräfte sich sammeln konnten. In diesem Spannkreis kann jeder Wähler sich entscheiden. Die Zeit des Kämpfens unter- und gegeneinander innerhalb der nationalen Bewegung in Deutschland ist vorüber. Wir müssen den Sieg haben. Das Kabinett will seinen Kopf zum Pfand fetzen, daß es möglich ist, in vier Jahren das aufzuholen, was andere Parteien in 14 Jahren nicht zu schaffen vermochten. Ich an meiner Stelle werde die Aufgabe zu erreichen trachten, die mir gestellt ist als Arbeitsminister und Führer der Iugendertüchtigung. Ich glaube, daß unsere Nallon langsam begriffen hat, daß sie frei sein kann, wenn sie frei sein will.
Berliner Kundgebung der Deutschen Volkspariei. Berlin, 23.Febr. (CNB.) Die Deutsche Volkspartei veranstaltete in der Philharmonie eine stark besuchte Wahlkundgebung, auf der an Stelle des erkrankten Parteiführers Dingeldey sein Stellvertreter Dr. Hugo das Hauptreferat hielt. Die Weimarer Verfassung habe nicht ausgereicht, dem deutschen Volk lebensfähige Grundlagen für sein poli- y^ed Leben zu geben. Auf den verantwortlichen Männern der Regieruna Braun laste die schwere Verantwortung dafür, daß dem Kommunismus in Deutschland ein Freibrief ausgestellt wurde. Die schwere Wirtschaftskrise sei in erster Linie eine deutsche Krise, hervorgerufen durch die falsche Vorstellung, die der Sozialismus von den wirtschaftlichen Lebensmöglichkeiten eines Volles habe. Wer auch In Deutschland regieren möge, aus dem deutschen Volk und seiner Wirtschast seien keine Milliardenwerte mehr für so- zialistische Wirtschaftsexperimente herauszuholen. Man werde niemals von der staatlichen Seite her die Arbeitslosigkeit überwinden. Deshalb müssen wir uns grund- söglich zu dem Gedanken zurückfinden, daß d i e Privatwirtschaft allein das Problem, ein Volk in Arbeit zu halten, auf die Dauer lösen kann. — Es ist heute für uns selbstverständlich, daß wir der Parole Hindenburgs zur Schaffung einer nationalen Mehrheit hundertprozentig zu- m m e n‘ unser Ziel ist es, die ölprozentige Mehrheit auf der Rechten zu erkämpfen. Der Gedanke des großen Papenblocks ist an dem Widerstand Hugenbergs gescheitert. So sehr wir dies bedauern, sind wir aber nicht gewillt, uns aus der nationalen Gemeinschaft heraus- drängen zu lassen. Je stärker die DVV. ist, umso stärker wird auch der Schutz gegen politische und wirtschaftliche Experimente sein.
pmlalKaas spricht in Dortmund.
Dortmund, 23. Febr. (CNB.) Die west- fausche Zentrumspartei veranstaltete in der Westfalenhalle eine Wahlkundgebung, in der der Führer der Zentrumspartei Prälat Dr. Kaas sprach. Er erklärte, Deutschland habe in diesen Wochen eine innere Zerrissenheit im Volke zu beklggen, die geradezu eine nationale Gefahr darstelle. Das Zentrum sei immer für Sammlung eingetreten und sehe in jedem Volksgenossen den Bruder. Er habe ein Gesuch an die zuständigen Amtsstellen gerichtet, man möge in diesem Wahlkampf noch einmal Dr. Brüning vor der deutschen Oeffentlichkeit durch den Rundfunk sprechen lassen. Eine Qlnttoort
sei bisher noch nicht erteilt worden. Bis zu dem Tage, an dem das neue Kabinett gebildet wurde habe man weder direkt noch indirekt mit dein Zentrum irgendwelche Fühlung genommen. Ich sehe die Zeit voraus, wo man uns wieder rufen wird, um die Geister zu bändigen, über die man nicht Herr wird. Das Zentrum biete sich nicht an, stehe jedoch marschbereit, aber nur zu einem Einsatz für Ziele, die mit dem politischen und religiösen Gewissen der Partei vereinbar seien. Der Wahlkampf werde mit einer großen Erbitterung geführt. Es sei eine Tragik, daß der konfessionelle Riß durch Deutsch, land geht. Die Kluft wolle aber das Zentrum nicht vertiefen, sondern es wolle Drücken bauen.
Umorganisierung der politischen Polizei in Preußen.
Berlin, 23. Febr. (ERB.) Im Berliner Polizeipräsidium ist der Beginn gemacht worden mit einer Umorganisierung der Abtei- l u n g I (Politsche Polizei), die dem Ministerium des Innern angegliedert und schlag-
Hamburg, 23. Febr. (TU.) Auf einer Wahlkundgebung der NSDAP, erklärte Reichsinnenminister Dr. Frick u. a.: Die Reichsregierung hat das Vertrauen zu dem deutschen Volk, daß es mit überwältigender Mehrheit der Führung AdolfHitlers zustimmt, und seine Politik billigt. Wenn aber wider Erwarten die Wahl am 5. März der heutigen Reichs- regierung nicht mit mindestens 51 v. H. das Vertrauen ausspricht, dann wird sie trotzdem auf ihrem Platz ausharren (Beifall) und das eingeleitete Rettpngs- werk unbeirrt bis zum Ziele durchführen; denn das steht fest, wenn schon die Nationalsozialisten und ihre Verbündeten nicht diese Mehrheit erzielen, dann wird es noch unmöglicher fein, daß sich auf der anderen Seite eine Mehrheit zusammenfindet. Damit ist aber der Staats- notstand gegeben, der der Reichsregierung die Vollmacht gibt, am Platze zu bleiben zum Wohle des deutschen Volkes.
Die Reichsregierung hat es für unumgänglich notwendig gehalten, daß endlich mit der sogenannten Hoheitsregierung in Preußen aufgeräumt wird. Auch der Staatsgerichtshof,. der sich ja noch mit diesen Dingen beschäftigen muß, wird sich über die Staatsnotwendigkeiten des deutschen Volkes nicht hinwegsehen können. Ein Z u r ü d kann es niemals mehr geben.
Dir haben nun die Tatsache ju verzeichnen, daß gewisse Länderregierungen den Sinn der neuen Zeil noch nicht recht verstanden haben und der Politik der Reichsregierung
Die Völkerbundsversammlung nimmfdenMlidMuretbeuLfan.
Nur Japan stimmt gegen den Bericht.
Genf, 24. Febr. (WTB.-Funlfpruch.) Die außerordentliche Völkerbundsversammlung trat heute vormittag unter dem Vorsitz des belgischen Außenminister Hymans zusammen, um ihre letzten Entscheidungen im chinesisch-japanischen Konflikt zu treffen. Der Präsident eröffnete die Sitzung mit der Erklärung, daß die Bemerkungen, die die japanische Delegation zu dem Bericht eingereicht habe, vom 19er Ausschuß zur Kenntnis genommen worden feien, daß der 19er Ausschuß den Bericht aber nicht ändern könnte. In der Beurteilung der Lage seien die Mitglieder des 19er Ausschusses vollkommen einer Meinung und sie hätten ihn deshalb beauftragt zu erklären, daß sie darauf verzichteten, in den Verhandlungen das Wort zu ergreifen.
Der Vertreter Chinas, Botschafter Dr. Ven, erklärte dann: Es erfülle ihn mit großer Genugtuung, daß die Politik seines Landes gerechtfertigt worden sei, da in dem Bericht des 19er- Ausschusses die Mandschurei als ein integrierender Bestandteil Chinas anerkannt werde. Die chinesische Regierung wird für den Bericht st i m m e n uno nach der Annahme des Berichtes durch die Versammlung ohne Vorbehalte die Empsehlungen, die der Bericht enthält, an- nehmen. Wenn dagegen Japan den Bericht und seine Empfehlungen ablehnt, so würden dadurch die Rechte Chinas als Streitpartei, die sich aus dem § 6 des Artikels 15 der Völkerbund- sahung ergeben, in keiner Weise berührt.
Der japanische Botschasler M a t s u o k a erklärte dann, daß Japan den Bericht nicht annehmen könne, es müsse nochmals den Empfehlungen des Neunzehner-Ausschusses ein kategorischesund entschlossenes Nein entgegensetzen. Die Mitglieder des Neunzehner-Ausschusses hätten die gegenwärtige Situation im Fe-nen Osten und die Schwierigkeiten, in denen Japan sich befinde, nicht begriffen.
kräftig ausgestattet werden soll. Oberregierungsrat Dr. Diels vom preußischen Mi- nisterium des Innern ist zum Leiter der Abteilung I ernannt worden mit dem Auftrage, diese Umorganisierung durchzuführen. Der Politischen Polizei dürften besondere Dereitschas- t e n der Schutzpolizei zur Verfügung gestellt werden, die mit den modernsten technischen Mitteln die Exekutive der Politischen Polizei übernehmen würden.
Oberregierungsrat Diels ist etwa 35 Jahre alt. Er wurde 1933 ins Ministerium des Innern berufen und hat von dieser Zeit ab die Bekämpfung und Beobachtung der kommunistischen Bewegung zur Aufgabe gehabt. Er ist besonders bekannt geworden durch seine Tätigkeit als Staatskommissar zur Aufklärung der Bombenlegeraffären in O st Preußen im August 1932. Er wurde damals durch die Regierung Papen mit diesem Dertrauensauftrage nach Ostpreußen geschickt und hat durch die ruhige und sachliche Art, in der er die Untersuchung führte, viel zur Beruhigung der politischen Atmosphäre beigetragen.
IBiberftanb l e i ff e n. Ich als Reichsinnen- Minister möchte biese Länber b r i n g e n b warnen, auf biesem gefährlichen Pfabe weiter zu wanbeln. Für bie Reichsregierung gibt e s keine Mainlinie. Sie ist viel mehr entschlossen, auch süblichbes Mains ihre Autorität burchzusehen. Cs ist ein unerträglicher Zustanb, wenn eine Lanbes- regierung es duldet, daß in ber schwarz-roten Sysiempresse, bie noch unter bem Schuh ber jeweiligen Lanbesregierung sieht, Mitglieder ber Reichsregierung beschimpft werben, hier wirb bie Reichsregierung ringreifen, selbst wenn barunter bie Autorität ber Lanbesregierungen
Schaben leiben sollte.
Was ich hier von süddeutschen Ländern gesagt habe, gilt auch für die Freie und Hansestadt Hamburg. Wenn die jetzigen Machthaber in Hamburg glauben, die Berechtigung zu haben, noch weiterhin im Amte zu bleiben, so möchte ich ihnen sagen, sie werden nach dem 5. März noch mehr lernen müssen, s i ch den Richtlinien derReichsregierung anzupassen. Auch die Länderregierungen werden inzwischen begriffen haben, daß die jetzige Reichsregierung entschlossen ist, mit allen Mitteln ihr Ziel zu erreichen und daß es keinen Sinn hat, ihr irgendwelche Schwierigkeiten zu machen. Die Reichsregierung wird die Entwicklung in Ländern, die noch eine Regierung haben, die nicht in der Richtung der Reichsregierung liegt, mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen und wenn Anlaß besteht, rücksichtslos durchgreifen.
Matsuoka beschäftigte sich eingehend mit den inneren Wirren in Ehina und erklärte, daß der Zustand ständiger Anarchie, in dem sich China befinde, der Hauptgrund für die Wirren im Fernen Osten sei. Die Chinesen seien auf den Gedanken gekommen, daß es notwendig sei, die Japaner aus der Mandschurei zu vertreiben, und daß Japan nicht mehr an der Entwicklung dieses Platzes teilnehmen dürfe. Diese für die japanischen Interessen unmögliche Haltung sei die Ursache für die Unruhen, deren Ergebnis man heute sehe.
Die Völkerbundsversammlung nahm darauf den Schlußbericht einstimmig an. Der Vertreter Japans hat als einziger gegen den Bericht gestimmt.
Das Kabinett Roosevelt.
Tie Mitarbeiter des künftigen Präsidenten der USA.
Washington. 22. Febr. (WTB.) Die von der Associated Preß als endgültig bezeichnete Kabinettsliste lautet: Auswärtige Angelegenheiten: Senator Hüll (Tennessee), Finanzminister: W o o d i n (Pennsylvania), Kriegsminister: Dern (Utab), früherer Gouverneur, Justiz: Senator Walsh (Montana), Post: Parte sekretär James Farley, Marine: Senator Swan- s o n (Virginia), Inneres: Harold Iekes (Illinois), einer der republikanischen Abtrünnigen, die Roosevelts Wahlfeldzug unterstützten. Landwirtschaft: Henry Wallace (Iowa), der schon in Wilsons Kabinett Minister war. Handel: Daniel R o p e r (South Carolina), der frühere Leiter der Einkommensteuerbehörde war. Arbeit: Fräulein Perkins (Neuyork). — Damit erhält zum ersten Male eine Frau einen Ministerposten.
„Baltimore Sun" weist darauf hin, daß Roosevelt nur diejenigen Männer ins Kabinett berufen habe, die ihn schon vor feiner Aufstellung als Kandidat bei der Parteitagung in Chi- kago unterstützten. Keiner seiner Chikagoer Konkurrenten wurde ausgenommen.
Das Kabinett Hitler und die Länder.
Eine Rede des Reichsinnenministees Jrirf.
AnderihalbZahre Zuchthaus für Brolat beantragt.
Berlin, 23. Febr. (CNB. Funkspruch.) Ja dem Meineidsprozch gegen den früheren Direktor der Berliner Verkehrsgesellschaft Fritz Brokat stellte die Staatsanwaltschaft nach mehrstündigem Plädoyer den Antrag, den Angeklagten wegen Meineids au einem Jahr und sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust zu verurteilen.
Der Staatsanwalt erklärte u. a.: Brolat habe vor dem Untersuchungsrichter beschworen, daß er seit Dezember 1923 seine Anzüge unmittelbar bei Keller 8* Furch bezogen habe. Tatsächlich habe Brolat jedoch weiter seine Anzüge durch die Sklareks geliefert erhalten. Der Angeklagte erkläre das Protokoll deS Untersuchungsrichters in diesem Punkte für unrichtig. Es stehe jedoch fest, daß Tapolski auf Wunsch des Angeklagten verschiedene Acnderun- gen an dem Protokoll vorgenommen habe. Der zweite Punkt der Anklage sei Brokats Aussage über seine Bekanntschaft mit den Stadtbankdirektoren: Die Dirritoren der Stadtbank kenne ich nur dienstlich. DaS „Nur" schließe nach Meinung des Staatsanwaltes jede private Bekanntschaft aus. Brolat bestreite aber jetzt selbst nicht, daß er mehrmals mit den Stadtbankdirektoren gesellschaftlich zusammengekommen fei. Was endlich den dritten Punkt der Anklage betreffe, so habe Brolat am 19. Juni und am 22. Juli 1929 je sechs Oberhemden und Kragen von den Sklareks als Geschenk bekommen. Er habe dieses Geschenk bei seiner eidlichen Aussage verschwiegen. Es stehe daher außer Zweifel, daß der Angeklagte Brolat alle drei Punkte bewußt nicht erwähnt habe, weil er sich nicht in eine gefährliche Lage habe bringen wollen.
Kundgebung des Kampfbundes für Deutsche Kultur für das deutsche Schrifttum.
Berlin. 23. Febr. (CNB.) Der Kampfbund für Deutsche Kultur veranstaltete im Plenarsaal des Preußischen Landtages eine Kundgebung für das deutsche Schrifttum. Der Reichsführer Alfred Rosenberg sprach von der Schicksalsverbundenheit und dem Wesen des heutigen Menschen als den Hauptmerkmalen der kommenden deutschen Volkskultur. UnS interessiert heute der starke und gesunde Mensch in seinem Kampf. Zerknirschte Seelen, psychoanalitisch zergliedert, haben ke n Interesse mehr. Was wir heute erwarten, ist, daß das deutsche Schicksal lebendig wird im deutschen Dichter. Der Redner begrüßte den ersten Dramaturgen des Preußischen Staatstheaters Hanns I o h st , einen der deutschen Dichter der Zukunft, der dann den vierten Akt seines Dramas „Albert Leo Schlageter" verlas. Die Schluhansprache hielt Hans Hinkler.
Kunst und Wissenschaft.
Geheimrat Professor Dr. Troeltsch f.
Nach kurzem Leiden verstarb in Marburg ein langjähriges verdientes Mitglied des akademischen Lehrkörpers der Philippsuniversität, der Professor der Staatswissenschasten und Direktor des staatswissenschaftlichen Seminars, Geh. Reg..Rat Prof. Dr. Walter Troeltsch. Der Gelehrte, wel- cher am 6. Juli 1866 in Mergenstetten (Wttb.) geboren wurde, kam 1902 als Nachfolger des Professors Rathgen nach Marbura und ist durch seine zahlreichen wertvollen Schriften auf dem Gebiete der Staatswissenschaften bekannt geworden. Als sich die Not der Zeit auch an den Universitäten fühlbar machte und in Marburg ein Universitätsbund gegründet wurde, stellte sich Geheimrat Troeltsch in den Dienst der Sache und führte seitdem das Schrift- sühreramt des heute etwa 25 Ortsgruppen umfassenden Bundes. Mit seinen vielen ehemaligen Schülern verknüpfen ihn enge Beziehungen. Sein Name wird für immer mit der Geschichte der Universität Marburg verknüpft sein.
Aus aller Wett.
Zwei Kinder beim Eislauf ertrunken.
Auf einem Teiche in der Nähe von Kirchliirde in Westfalen brachen drei Kinder beim Eislauf ein und versanken im Wasser. Ein zwölf Jahre alter Knabe wurde gerettet. Die anderen beiden Kinder sind ertrunken.
Schweres Autounglück in Spanien. — Zehn Tote. 15 Verletzte.
3n der Nähe von Gijon (Provinz Oviedo) hat sich ein schweres D e r k e h r s u n g l ü ck ereignet. Ein vollbesetzter Autoomnibus stürzte in eine 100 Meter tiefe Schlucht hinab. Zehn der Fahrgäste wurden auf der Stelle getötet, 15 Personen erlitten Verletzungen.
Internationaler Hoteldieb festgenommen.
In Samaden wurde auf Veranlassung eines Hoteliers von St. Moritz ein etwa 40 Jahre alter Pole verhaftet, von dem die Behörden annehmen, daß es sich um einen internationalen H o - t e l d ieb handelt. Er hatte aus zwei Zimmern einer großen Hotels in St. Moritz vier Perlenkolliers und fünf in Platin gefaßte Brillantringe entwendet. Die Inhaberinnen der Juwelen, zwei Damen aus Berlin, geben den Wert der Gegenstände mit zusammen 100 000 RM. an. Außerdem fielen dem Dieb noch 610 RM. Bargeld in die Hände.


