Warn als Mrsschastsbriicke zum Südosten.
Kein europäischer Wiederaufbau ohne Deutschland!
„An -en Wassern von Sü-wess."
Don Or. Paul Rohrbach.
(Sine Unterredung mit Koloman von Kanya, kgl. ungarischem Außenminister.
Aus -er Provinzialhaupista-t
Gedämpftes Zarbenfpiel.
UM 22.53 Uhr von
** Zur Heimkehr vom ®auparteitaa Die Teilnehmer am Gauparteitag aus der Gegend Londorf bis Grü.nberg können nach ihrer Ankunft am morgigen Sonntag in Gießen zur Fortsetzung der Heimreise den Personenzug 2559 benützen, der ausnahmsweise von Londorf bis naß) -..... wird und dabei auf allen
Wir kamen vom Waterberg, dessen Name gleichfalls verrät, daß es dort Wasser gibt. Der Weg nach Rietfontein führt erst über die Hochfläche von Dt- jenga, die ohne Wasser ist, aber reich an Wild. Wir sahen prachtvolle Gemsböcke und stark abgemagerte Elans. Mit diesen Namen für das südafrikanische Wild ist es ein Kreuz, wenn man sie dem Nichtafrikaner verdeutlichen soll. Ein hiesiger Gernsbock hat nichts mit einer Gemse zu tun, sondern es ist die Oryx-Antilope, bekannt durch ihr schönes, gleich zwei mächtigen Spießen aufgesetztes Gehörn. Ein Elan ist natürlich auch kein Elen, wie es in den ostpreußischen Wäldern steht, sondern es ist eben- falls eine Antilope, groß und schwer wie ein Rind, mit starkem, schraubenförmig einmal um sich selbst gewundenem Gehörn. Der Dritte im Bunde ist das Kudu, dessen Gehörn eine weite, elegante Spirale bildet. Alles südwestafrikanische Wild kommt mit verschwindend wenig Wasser aus: namentlich den Gemsböcken sagt man nach, sie brauchten überhaupt nichts zu trinken, sondern nagten statt dessen an feuchten Wurzeln.
Wenn man die Otjengaflöche gekreuzt hat, so kommt man an eine Wasserstelle Otjenga, wo früher Tausende von Hererorindern getränkt wurden. Wegen der Dürre ist sie so zurückgeganaen, daß das Wasser gepumpt werden muß, aber der Farmer, der dort sitzt, ein Urschwabe namens Bräuninger, hat Karakuls, und die brauchen auch wenig Wasser. Gleich auf der Veranda sahen wir prachtvolle Felle zum Trocknen aufgespannt. Selbstverständlich war sofort auch das Gespräch über Qualitäten und Stammbäume im Gang. Nach einem kräftigen Farmermittagessen ging es weiter. Kein Alkohol!, ist heute beim Südwester Farmer beinahe schon Ehrensache. Es wird nichts getrunken, so lange die schwere Zeit dauert. Die Karakulfarmer könnten eine Ausnahme machen, denn sie haben Geld, aber auch sie sind „trocken".
In Otjenga wartete auf uns, ich kann schon sagen: wie üblich, ein neues befreundetes Auto. Es gehörte Herrn von Schönberg, dem Direktor der „Santi» f e t t". Die Landsett heißt mit ihrem vollen Namen „South West Land and Settlement Co., Ltd.“ und ist eine mit deutschem Kapital gegründete Gesell- schäft, um die Niederlassung deutscher Farmer in
ist in erster Linie durch die prächtige Wasserstraße der D o n a u bestimmt. Leider ist diese Wasserstraße noch immer nicht in einem Maße ausgenutzt, wie sie es sein sollte und könnte. Ungarn hat in dieser Hinsicht seine Pflichten sowohl vor dem Kriege als auch in der letzten Zeit au erfüllen getrachtet. Außer dem modernen und allen Anforderungen entsprechenden Schiffspark der Dampfschifsahrtsgesellschas- ten kann ich vornehmlich auf die großen Hafenanlagen Hinweisen, die wir mit großen Opfern im südlichen Weichbild von Budapest bei Csepel errichtet haben. Es ist auch nicht ohne Interesse, dar- auf hinzuweisen, daß die Donau vom Schwarzen Meer bis Budapest für Fahrzeuge bis zu drei Meter Tiefgang befahrbar ist, jedoch für Schlepper, Dampfschiffe und Motorfahrzeuge, die nicht über zwei Meter tauchen, auch weiter aufwärts offensteht. Das in den lebten Jahren ausgebaute moderne Straßennetz durfte viel dazu beitragen, um den Schiffstransport auf der Donau in hohem Maße zu speisen. Eine wohldurchdachte Tarifpolitik mühte sowohl für Deutschland als auch für Ungarn große Vorteile, insbesondere auf dem Gebiete des Transitverkehrs, sichern. ,,,. ..
Ungarns europäische Kulturmiss ron, die auf eine tausendjährige Vergangenheit zurückblickt, ist: Vermittlungzwischen Ost und West, wobei Ungarn gegen Äerftörentie Strömungen aus dem Osten stets Anlehnung an die christlich - westeuropäischen Kulturideale sucht. Diese grundsätzliche Einstellung Ungarns kommt symbolisch zum Ausdruck in der entscheidenden Stellungnahme des Reichsgründers, Stephans des Heiligen, in der Wahl zwischen Byzanz und dem römischen Christentum und setzt sich in den Kämpfen gegen die Türken und schließlich gegen die Bolschewikenherrschaft bis auf unsere Tage fort.
Deutschland hat in der Uebermittlung dieser christ- lich-westeuropäischen Kulturwerte von jeher eine besondere Rolle gespielt. Der Einfluß deutschen Gedankenlebens auf die ungarische Wissenschaft und Literatur ist stets von hervorragender Bedeutung gewesen. Die geistigen und wissenschaftlichen Leistungen des deutschen Volkes haben in Ungarn stets Bewunderung erweckt, und wir sind aufrichtig bestrebt, die in der Vergangenheit so regen und fruchtbaren kulturellen Beziehungen zu Deutschland auch in Zukunft zu pflegen und zu vertiefen. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei dem ungarischen Gelehrten- und Studentenheim in Berlin, dem „Collegium Hungari- cum", zu, dessen Errichtung in meine Berliner Amtszeit fällt, und durch das die ungarische Regierung die geistige und wissenschaftliche Zusammenarbeit beider Völker zu fördern bestrebt ist.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
B u d a p e st, im September 1933.
Der Außenminister des Kabinetts Gömbös, das zu feinem Wahlruf die nationale Einheit wählte, ist Koloman oon Kanna, ein Diplomat von großem europäischen Stu, der schon in der außenpolitischen Leitung der k. u. k. Monarchie eine führende Rolle innehatte und nach dem Kriege ungarischer Gesandter in Berlin war. Ein unerschrocke- ner Verteidiger der Interessen seines Volkes, ist Herr von Kanya gleichzeitig einer der zielbewußtesten Vorkämpfer für eine friedliche und gerechte Neuregelung Europas, die für Ungarn wie für Deutschland ein Lebensinteresse darstellt. Unser Aok.-Berichterstatter hatte Gelegenheit, mit Exzellenz von Kanya über die Ungarn und Deutschland gemein» sarn berührenden Fragen zu sprechen.
Der Wiederaufbau von Mitteleuropa ist ohne eine verständnisvolle wirtschaftliche Zusammenarbeit der Donauländer meiner Ansicht nach ganz undenkbar. Es ist selbstverständlich, daß aus einer solchen Zusammenarbeit fein Staatsgebilde, daher auch das wirtschaftlich so mächtige Deutschland, ausgeschlossen werden könnte. Die Ursache, wie auch die Wirkungen des Weltkrieges sind in erster Linie darauf zuruckzuführen, daß durch die Friedensverträge jene Zusammenarbeit zerstört wurde, die vor dem Kriege den Wohlstand sämllicher in Mitteleuropa lebender Nationen sicherte.
Der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ungarn und Deutschland ist nicht nur möglich, sondern n o t w e n ö i g und liegt im Interesse beider Staaten. Sowohl vor dem Kriege als auch während des Weltbrandes hat es sich erwiesen, daß Ungarn mit seinen vornehmlich landwirtschaftlichen Produkten eine ungemein wichtige Rolle in der Verpflegung Zentraleuropas spielte. Andererseits liegt es im Interesse Deutschlands, sich den ungarischen Markt für gewisse industrielle Erzeug- nisse zu sichern. Selbstverständlich müssen beide Staaten bestrebt sein, die Produkte des anderen Staates in einem Maße und Verhältnis aufzunehmen, das den eigenen Wirtschaftszwecken und der gegenseitigen Jnteressengememschast entspricht. Die Neugestaltung Mitteleuropas hat das wirtschaftliche Gleichgewicht vollkommen 3er- stört, und eben deshalb ist es doppelt notwendig, dieses Gleichgewicht durch den Ausbau normaler Handelsbeziehungen umso schneller wiederher- zu stellen.
Die Rolle Ungarns als Wirtschaftsbrucke zwischen Deutschland und den Balkanstaaten und der Levante
Nebel und graue Wände zwischen Himmel und Erde und versperren jede Sicht. Immer kleiner wird die Welt. Lange Regen werden Dörfer und Städte eingittern. .
Da lernt auch der Mensch sich bescheiden. Manche, die sich am Wasser täglich begegneten und frohgelaunte Worte wechselten, sehen sich vielleicht ein Jahr lang nicht mehr. Die frühen Abende hinter geschlossenen Gardinen und Fensterländen vereinzeln und vereinsamen. Im beschirmten Licht tier Lampe sammeln sich höchstens die Freunde zu vertrautem Geplauder im engsten Kreis. P. B.
Hessische Personalien.
Das Personalamt teilt mit: Durch Verfügung des Hessischen Staatsministeriums, Min.-Abtlg. 1 c (Justiz), vom 15. September wurde im Einvernehmen mit der Ministerial-Abteilung 1 b (Innere Verwaltung) der Oberjustizrat Dr. Menges in Darmstadt zum Mitglied der Prüfungskommission für die große Staatsprüfung im Justiz» und Verwaltungsfach ernannt.
Auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wieder- Herstellung des Berufsbeamtentums vom 7. 4. 1933 wurden mit sofortiger Wirkung aus dem Hessischen Staatsdienst entlassen: der Kriminalinspektor Georg R e i b o l d zu Darmstadt, der Gendarmeriekommissar Adam R e u b o l d zu Groß-Gerau; der Polizeioberinspektor Christian Velten zu Friedberg; der Polizeioberwachtmeister Otto B l ö d) e r zu Darmstadt; der Kriminalpolizeimeister Heinrich Hummel zu Darmstadt; der Gendarmeriekom- missar Heinrich Wolf in Worms; der Gendarmeriemeister Karl Thielmann zu Flonheim: der Kriminalsekretär Peter G a n s e r zu Darmstadt.
Der Gendarmeriekommissar Johann Traut- mann zu Friedberg wurde auf Grund des § 5 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. 4. 1933 mit Wirkung vorn 1. 10. 1933 zum Polizeimeister ernannt.
Der Polizeidirektor Gustav D i 11 m a r zu Darmstadt wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung der dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vorn 1. August 1933 in den Ruhestand versetzt.
In den Ruhestand versetzt wurde auf Nachsuchen der Förster Karl Steinbach zu Ruppertsburg mit Wirkung vom 1. November 1933.
AGOAp. Gießen.
Wie der mit der Gießener Organisation des Be- fuchs des Gauparteitages beauftragte Pg. Michel bekannt gibt, treffen sich sämtliche Teilnehmer an der Fahrt nach Frankfurt heute um 14.45 Uhr am Bahnhof Gießen. Der Transportleiter Vollmöller gibt bekannt, daß die Fahrtteilnehmer der Ortsgruppen Gießen-Ost, Gießen-Süd, Gießen- Mitte, der Beamtenabteilung und der Lehrerfchasl mit dem Sonderzug ab Gießen 15.18 Uhr fahren
Rietfontein, 1. September 1933.
Sonderbarer Ausdruck das, „an den Wassern von Südwest", wird der Leser sagen. Südwestasrika ist doch das wasserarme Land, und in diesem Jahr ist hier das Wasser spärlicher als je. Schon richtig, aber es gibt sogar hier ein Gebiet mit starken Quellen, und bas dehnt sich im Norden ziemlich weit aus. Man sieht das schon an den Namen: Orootfontein, Rietfontein, Otavifontein, Olifants- fontein usw. Fonlein heißt im Burisch-Afrikanischen: Quelle. Das Quellwasser stammt aus dem Kalkgebirge von Otaoi. Dort sickert es in den Kalk ein, fließt offenbar auf einer undurchlässigen Gesteinsschicht abwärts und tritt an solchen Stellen, wo jene unterirdische Schicht wieder ansteigt, zutage. Auf diese Quellenreihe sind schöne Gartenkulturen gegründet. Die ausgedehnteste und ertragreichste land- wirtschaftliche Anlage ist Rietfontein, wo ich diese Zeilen schreibe.
Bilder aus Ceylon.
Von unserem C-Korrespondenien.
Colombo, August 1933.
Kaum weiß ich, ob ich wachte ober träumte, so merkwürdig und paradiesisch war der Tag, der uns von Colombo psx Auto in die Palmenhaine der Insel und auf die über 1000 Meter hohen Berge von Candy führte.
Es ist ein glückliches Völkchen, das hier lebt. Sorglosigkeit und Heiterkeit spiegelt sich in den Ge- sichtszügen und drückt sich im aufrechten schweben- den Gang der nackten Füße aus —Sorgen scheint s nicht zu geben; eine freigebige Natur spendet alles zum Leben Notwendige — ein Dach über den Kopf und genügend Früchte zur Deckung des eigenen Bedarfs und als Tauschmittel für andere Lebensbedürfnisse; dazu ein ewig heiterer Himmel, immergrüne Bäume und in den Hecken purpurne und golden leuchtende Akazienblüten, Hybiskus und Canna (blaue Töne fehlen ganz).
Alles scheint von selbst zu wachsen. Mit Aus- nähme der Reisfelder, in deren überschwemmten Stufen Männer im gleichen Rhythmus die breiten Hacken schwingen, braucht der Mensch sich um das Säen nicht zu bemühen — es bleibt ihm das Einbringen der Ernte. Seine Reisfelder spenden die wertvollen Körner und das als Viehfutter geschätzte Stroh viermal jährlich, alle sechs Wochen reifen Kokosnüsse nach, Bananen können alle zwei Monate, Ananas alle drei Monate vom gleichen Felde eingebracht werden und die Brotfrucht fällt förmlich in den Schoß. Rubber-(Gummi-)Bäume können Generationen nacheinander anzapfen und die anspruchslose Teepflanze wächst in Tälern und Schluchten noch da, wo Bäume und Sträucher sonst ein Fortkommen nicht mehr finden.
Die Palme gibt dem Menschen alles, was er zum Leben braucht. Die erfrischende Milch der n Kokosnüsse, ihr festes weißes Fleisch und tbare Del; die getrockneten Schalen dienen als Trinkgefäß, vor allem aber als Näpfe zum Auffangen des flüssigen Kautschuks, zu welchem Zwecke sie an den Gummibäumen angebracht werden. Abgefallene Palmblätter dienen als Dach, Unterlage, Wandverkleidung und Vorhang in den Lehmhütten, für die das Baumaterial nicht weit hergeholt zu werben braucht. Das zusammengefaltete Blatt läßt sich leicht verflechten, eine Arbeit, die überall die kleinen Mädchen geschickt besorgen.
Jeder bearbeitet seinen eigenen Grund und Boden und hat sein Auskommen. Großgrundbesitz ist in den Händen der Regierung und einiger großer Firmen. Eine eigentliche Arbeiterfrage scheint es in Ceylon nicht zu geben. Die Männer verrichten die schwere und schmutzige Arbeit in den Reisfeldern; sie führen die Ernte auf leichten Ochsenwagen ein und errichten bas Hausgerüst. Ausbau des Hauses — aber auch Steineklopfen und Straßenausbesserung ist Sache der Frauen, die im übrigen innerhalb des Hauses reichlich Ax.beit finden, denn in der offenen Hausveranda iff ein lebhaftes Kindergekrabbel um Mutters Rock.
Die offene Vorhalle, die die ganze Breite des Hauses einnimmt, dient als Eingang und zugleich als Zugang zu den hinteren fensterlosen Wohn- unb Schlafräumen, die Licht und Luft von der Veranda erhalten. Türen braucht das Haus nicht, die offene Front wird bei Bedarf durch Bohlen verkleinert, gerade nur den Eingang freilaffenb. Am Eingang zum Haufe — von fchattenspendenben Palrnenwebeln überdacht -- finbet jeber Dorüber- »iehenbe frisches Trinkwasser im tönernen Krug. Jeber Fremdling ist eingelaben, die sorglich zugedeckte Erfrischung zu nützen und die Entfernung vom Haus ist taktvollerweise so groß, daß Bitte und Dank nicht erforderlich sind.
Splitternackt umspielen die Kleinsten Mutters
Schoß: die Größeren tragen eine dünne Kette aus Holzstäbchen rund um das Bäuchlein; die schulpflichtigen und die erwachsenen Männer tragen zur Arbeit kurze, sonst lang herabwallende Lendenschürze, der dunkelbraune Oberkörper ist unbekleidet. Als Attribut männlicher Würde wird ein mächtiger Schirm in der Hand getragen, der Sonne und Regen vom unbedeckten Kopf abhält. Wer es bis zum Ladenjüngling in Colombo gebracht hat, trägt ein Hemd, europäischen Schnittes, über dem Lenbenschurz.
Die Frauen tragen je nach der Kastenzugehorig- keit mehr ober weniger buntroallenbe Gewänder. Nur wenige gehen verschleiert, sie fahren per Rickschah durch die Straßen und sitzen zu zweien im Speisesaal des Hotel Suisse in Candy — ein Zeichen der Zeit! Die Bäuerin trägt um den Oberkörper meist nur ein kurzes, blusenartiges Mieder, das die Brust eng umschließt, die Gürtellinie freilassend. Alle gehen barfuß, leichtfüßig und schwebend, wie all diejenigen, die gewöhnt sind, Lasten auf dem Kopf zu tragen.
Auch mit Wasser ist dieses reiche Land gesegnet; plätschernde Wasserfälle stürzen von den Bergen und breite Flüsse durchziehen die Täler. Einbautm brücken, in den Bäumen aufgehängt, dienen dem Fußgänger, breite Ruderkähne befördern Lasten und Fahrzeuge von Ufer zu Ufer; wo Brücken seh- len, müssen auch die Autos übergesetzt werden. Die Eingeborenen wissen den Wert des Wassers zu schätzen. Sie wässern die Reisfelder wie's die Urväter taten und verbringen selbst zusammen mit ihren Arbeitstieren (Ochs, Elefant) die Mittagsstunden, in denen Arbeit unmöglich ist, in den kühlenden Fluten. Da sie mit voller Montur ins Wasser gehen, hält das kühlende Bad lange vor, bis die Gewänder und Haare getrocknet sind. Manche trocknen das Obergewand an der Sonne, damit es schneller geht.
Am Wege einer ausgezeichneten Autostraße ab und zu größere Bauten. Gerichtsplätze, Schulhäuser und Verwaltungsgebäude; im Gelände verstreut die Faktoreien der großen Tee- und Gummipflanzungen. Erstaunlich groß sind die Gerichtsstätten. Hier hat der englische Einfluß das Laienrichtertum verdrängt. Rechtsgelehrte Richter (Engländer und Eingeborene, die in England ober Vorderindien studiert haben) haben die Justiz in der Hand, und die allgemeine Schulpflicht verbreitet die Achtung vor dem bürgerlichen Gesetze, während das Sittengesetz von der jeweiligen Religion diktiert wird.
Buddisten, Bramahnen, Hindus, Mohammedaner und die sich ausbreitende katholische Kirche haben ihre eigenen Gotteshäuser — die Hindus vielfach nur offene Gebetsplätze, die vom Wege abliegen, und auf die durch Wegweiser aus Palmblättern hingewiesen wird. Eine Art Bambustor am Straßenrand zeigt den Zugang durch die überschwemmten Felder; Wimpel führen zum Tempelplatz.
Plötzlich ein mohammedanischer Leichenzug: Etwa 30 weiß gekleidete Männer folgen der von sechs Gläubigen getragenen offenen Bambusbahre, in der alle Gemeindeglieder zur letzten Ruhestätte gebracht werden. Nur in ein Leintuch eingeschlagen wird der Körper der Erbe übergeben, während die Hinduleute die Feuerbestattung vorziehen. Es ist eine gute Sitte, daß alle Schulden vor dem Begräbnis bezahlt sein müssen, und die Zukunft unversorgter Witwen und Waisen gesichert sein muß! Der Tote würde sonst keine Ruhe finden — auf Erden soll keiner durch ihn in Bedrängnis zurück» bleiben.
Die Einigung Indiens ist deshalb so schwierig, weil die Gläubigen der vielerlei Bekenntnisse den Weg zueinander noch nicht gefunden haben. Ob es Gandhi gelingen wird, diesen Weg zu weisen? Seine Anhänger verehren in ihm ein göttliches Wesen und preisen ihn als den Retter aus englischer Abhängigkeit.
Südwest zu unterstützen. Sie hat kritische Zustände erlebt, hat^sich aber wieder konsolidiert und ist auf der neuerk Grundlage gesund. Dazu trägt der Riet- fonteiner Betrieb viel bei. Was die Ländsett und was Rietfontein jetzt sind, das sind sie zum großen Teil — Rietfontein ist es ganz und gar — durch den gegenwärtigen Direktor.
Unser Auto nähert sich dem Rietfonteiner Quell- gebiet, und man sieht schon von weitem etwas in Südwest ganz Seltenes: eine dunkle Wand von Laubbäumen. Es sind Eukalypten, Ursprung- lich Kinder Australiens, aber jetzt auch in Südafrika häufig. In Transvaal hat man ganze Eukalypten- wälöer als Grubenholz und als Zierde der Landschaft angepflanzt. Für Südwest war die Einführung unbedacht, denn kein Baurn reißt eine solche Menge Wasser an sich, wie der Eukalyptus. Laien meinen, der Baum selbst vertreibe das Fieber. Das tut er nur indirekt, indem er Massen von Wasser aufsaugt und dadurch Sumpfgegenden, Brutstätten der Malaria, austrocknet. Eukalypten sind sehr schnellwüchsia und erreichen in hundert Jahren Turmhöhe. Auch die Rietfonteiner sind in 25 Jahren höher empvrgewachsen, als die höchsten deutschen Waldbäume. Die meisten werden demnächst tier Einsicht zum Opfer fallen, daß das kostbare Quellwasser nützlicher für die Citruspflanzung verwendet wirb.
Unter dem Sammelnamen Citrus versteht man dasselbe was die Italiener agrumi nennen: Oran- - gen, Zitronen, Mandarinen, Zitronat und vor allen Dingen tiie jetzt vom modernen Luxusgrichmack am meisten begehrte Citrusart, die Grapefrucht ober Pampelmuse. Rietfonteiner Drangen haben Ruf in ganz Südafrika, aber Rietfonteiner Grape- früchte sind feit kurzem nicht nur in Kapstadt, sondern sogar auf dem Londoner Markt eingeführt und gesuckt. Der Feinschmecker läßt sich die halbierte Frucht, deren Prachtexemplare die Größe eines Kinderkopfes erreichen, mit besonderen Messern so zurichten, daß er die saftstrotzende Masse, mit Zucker gemischt, Stück für Stück, aus den trennenden Zell- wänden herausheben kann. Ich muß zugeben, daß diese Art tatsächlich die einzige ist, eine Grapefrucht ihrer würdig zu genießen. Die RietionteI,Lssr Früchte fanden auch wir über alles Lob erhaben, mir konnten Londons Urteil bestätigen.
Außer den Citruspflanzungen gehört eine große Molkerei zu den Rietfonteiner Betrieben. Alle Farmer der Umgegend liefern Sahne, und zum Glück ist hier im Norden noch so viel Weide und Wasser, daß sich das Vieh halten läßt. Wir konnten zusehen, wie Butter maschinell „gepfundek" und in die Versandkisten für Kapstadt gepackt wurde. Unbeschreiblich süß ist der Dust der weißen Blütenmassen, die so dicht wie Schneeflocken über das dunkelgrüne Citruslaub gestreut sind. Er bringt bis in die Schlafzimmer unb wirb vom Winb ipeit über die „Pad" getragen, auf der man sich den Pflanzungen nähert. W a f s e r ist der große Wundertäter, der hier alles schafft. Viele Meilen in der Runde gibt es nur trockene Buschsteppe, aber in Rietfontein, wo das nächste 3af>r einen Versand von über tausend Kisten mit Citrusfrüchten sehen soll, heißt es wahrhaftig: „An den Wassern von Südwest"!
Der September macht den geselligen Sommerfreuden in Sonne, Sand und Wasser ein Ende. Ihm fehlt der heiße Atem des August, sein Lächeln grüßt kühl und müde. Seine Verhaltenheit, die ans Teilnahmslose grenzt, steckt alle Dinge an. Nach dem unbändigen Ueberschwang, den leidenschaftlichen Ausbrüchen tier Vormonate wird tiie gedämpfte Be- herrschcheit, der man überall in tier Natur begegnet, um so empfindlicher verspürbar. Einem Septembertag fällt es schwer, sich aus den Schleiern unb Dünsten des Morgenhimmels herauszuwühlen unb früh schon sehnt sich seine Verschlafenheit nach Ruhe und abendlichem Dunkel.
Braun ist die beherrschende Farbe im Blickfeld tier Ackerfluren. Ein Rest von bleichen Stoppeln starrt da und dort noch empor wie verwitternd Ge- dein, nach dem die Erde ruft. Wo noch Grün über den Schollen steht, ist es gezeichnet mit den Malen des Untergangs. Fahl und braun welkt das Kartoffelkraut damit es bald, gesammelt und gehäuft, um so leichter vom Feuer verzehrt werde. Zuweilen glitzern über den Feldwegen die silberweißen Fäden des Altweibersommers, die der 'Franzose fils de vierge, Mariengarn ober Marienfäden nennt. Kleine Spinnen haben diese zarten Seile gespannt, um auf ihnen durch tiie Luft balancierend nach einem Unterschlupf für die kommenden kalten Tage zu suchen.
Aus den niedrigen Gräsern der Wissen, deren stolzer Blumenreichtum in der ersten Mahd fiel, lugt blaßbläulich wie die Lippen einer Toten das Tulpengesicht der Herbstzeitlose. Was sonst noch blüht, ist die Farbe der Giftigen angepaßt. Einzelne Neutriebe der großen Flockenblume, des dornigen Hau- hechels und an feuchten Stellen die schlanken Blutenähren des Weidenröschens leuchten lila, blaßrosa ober allenfalls weinrot. Der weißen Schafgarbe begegnet man nur noch in vergilbten unb verkümmerten Formen, die letzten Blüten der himmelblauen Wegwarte hängen zusammengefaltet wie fubergraue tote Schmetterlinge an den Stengeln und tiie kräftig gelben Dolden des Rainfarns sind ausgedörrt.
Zwar prangen in den Weißdorn- unb Heckenrosen- b lisch en tiie roten „Mehlbeeren" unb Hagebutten, aber das Laub um sie herum zeigt die Spuren der Dergängnis: stumpfes glanzloses Grün, ausgelaugt von Sonnenbränden und gerollte Blattränder, die schon zu knistern beginnen. Die apfelfinfarbenen Beerensträuße tier Eberesche dunkeln mit jedem Tag mehr nach Scharlachrot hin. Aber wenn sie erst lachendes prallippiges Leben vortäuschen, verliert tier Baum sein Laub. Der Schneebeerstrauch beginnt jetzt seinem Namen Ehre zu machen. Er setzt seine elfenbeinbleichen „Knallerbsen" an, die bis zur Größe von Murmeln wachsen. Doch ehe es so weit ist, starren tiie Aeste besenkahl.
Die Septemberlandschaft lernt sich bescheiden. Die bunten Jahresfeste sind verrauscht. Es ist still ge» worden in den Waldgebüschen, am Bachufer wie überall. Die Vögel haben einzeln und in Flugkarawanen die Heimat verlassen, weil sie eine wundersame Ahnung tiie kommenden Tage der Entbehrung und Kälte vorausfühlen ließ. Stumm sind sie fort- gezogen, die weite Reise, Strapazen und Gefahren nicht fürchtend. Die Vierfüßler bauen an ihren - .... . . h „
Winterburgen unb schleppen Vorräte für die na- . Grimberg durchgefuhrt wirb u hende Notzeit ein. Diele Wege, tiie von Wander- Stationen halt. Der Zug fahrt liebem wiberklangen, vereinsamen. Bald schieben l G i e ß e n ab.
Meter WOOO gehör« Stad
vMgstenS V brau Sol!
U KL ti^Merleflt M überl^ des L S’fe g'£sf- Grunsla^WiM
20 U' MS?»
LeoölterE SÄg
die Reichs-, Staa hinter der „Deut viele, vielleicht fc nichts über diese dieser „Bunte A rung, durch bunt« mit Scherz und Tanz, Gesang > Gründung dieser tion wirken. Wir schen Staat, wir Boll! Daher hat Derein mit der Plätzen mit 0,20 leitung macht da den einer gerecht nickt mehr wie außerdem werde nen Fall angeno sichtigung. Um ei den Besuch des 2 Jugendliche unter tauf ber Ratten n tag von 9 bis 12
3w
Biele ssiiernglw Ehrgeiz schuldig; schen Laufbahn chung dieses Zi bracht. So soll denen die Natu mögen mifgeget rigen Wegen du andern aber bra sehung ihres ®i von der Hochschi finden, wenn si mittleren höhe -W Fachschulen wenig an Grün birbung. So bie! ws'tes Tätigkeit eiten während l willen, wäre ei Hochschule im b
Es sei hier o Maschinenb, vM- vier Halbs abgehalten, daß genen Umgebung Uucht werden »rung fönr Jrei/f werben. Sc J» wissenschaftlich Morben und für Än ^trieben zu, SÄ
Datz n KStt
Eberver iS 7, Sm KS« SÄ “ lnc in h ss°
LL«
die _ ei;
•* stellt, üak > ^"heilen
BJ9/r'lnQ c
NS


