Ausgabe 
23.8.1933 Erstes Blatt
 
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Auch

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Bürgermeister

Der Dreschrnaschinenbesiher W. aus Nieber- Wöllstadt stand unter der Anklage der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung. Er war am 2. 3uni von Rieder-Wöllstadt aus mit seinem Kraftwagen unterwegs und zeigte sich da- bei einigen Freunden oder Bekannten Saburge­fällig. bafj er sie in seinem Auto mitnahm. Wäh-

Erster Tag.

Langen, 19. ?lug. (WSN.) Das festlich ge­schmückte Langen, das in diesen Tagen sein 50jäh- riges Stadtjubiläum begehen kann, ist zugleich T a gungsort der hessischen und hessen­nassauischen Bauern. Die Schirmherrschaft über diesen ersten großen Bauerntag feit der natio­nalen Erhebung hat Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger übernommen. Kurz nach 14 Uhr er»

AationalsozialistischerVauemtaginLangen

10. Starkenburger Zunglandbundtag.

Anlaß gegeben.

Beispielsweise gehört das Steuerzahlen zu die­sen unbedingten Notwendigkeiten. Ich kann Ihnen aber verraten, daß die hessische Regierung augenblicklich Maßnahmen trifft, daß die rück­ständigen Steuern auf Antrag gestundet wer­den können, derart, daß rein praktisch die Bauern von rückständigen Steuerlasten befreit werden.

Wir haben außerdem für die Herabsetzung der Hy. pothekenzinsen von 8% auf 4/z Prozent gesorgt, aber alles geht nur allmählich. Wir sind nicht, wie jemand gesagt hat, am Ende, sondern wir stehen a m Anfang, und wenn man am Anfang steht, gibt es keinen Widerstand, der nicht überwunden wird, bis das große Endziel erreicht ist. Reichsminister DarrL wird schon rechtzeitig anordnen, wann das Getreide auf den Markt kommen soll, daß kein Schwundverlust entsteht.

Zu 2: Das Bodenrecht ist so zu gestalten, daß große Sauernbetriebe in ihrem B e - stände erhalten bleiben und es unmöglich ge­macht wird, den deutschen Boden zum Handelsobiekt zu machen. Die erforderlichen Maßnahmen in Hessen und Hessen-Nassau sind bereits so weit eingeleitet, daß sie ihren Zweck erfüllen. Das Feldbereinigungs- gefetz ist so geändert worden, daß auf Anordnung des Ministerpräsidenten die Feldbereinigung durch­geführt wird, und zwar so, daß der Landabzug nicht mehr als 7% Prozent beträgt und der dadurch freigewordene Boden wirtschaftlich nicht lebensfähi­gen bäuerlichen Betrieben zur Verfügung gestellt wird, wie überhaupt

unser Streben nach der Neubildung von Bauern­gütern gerichtet ist, denn die einzige Arbeits­beschaffung, die für alle Zeiten gültige Werte schafft, ist die Siedlung.

So werden wir allmählich zu einem Anerbenrecht kommen. Eine weitere Maßnahme wird fein, daß kein Acker unter 2500 Quadratmeter zusammengelegt wird.

Zu 3: Errichtung eines Reichslandstandes. Wenn dieses Ziel erreicht ist, dann gibt es keinen hessischen und hessen-nassauischen Bauernstand mehr, keine einzelnen Landbünde, sondern eine Hauptabteilung I mit dem Bauern darin. Hier wird er erzogen zu einem nationalsozialistischen und deutschbewußten Bauern. In der Hauptabteilung II befindet sich die Leitung, in der Hauptabteilung III die Genossen, schäften und in der Hauptabteilung IV der christ- liche Landhandel.

Der Zweck des Landslandes wird sein, dafür zu sorgen, daß die Dauern leben können, und zwar so, daß sie auf Grund ihrer Tüchtigkeit und Fähigkeit alle Zeil auf ihrer Scholle gesichert sind.

Der Stellvertreter des Landbauernpräsidenten, Obmann Metz, unterstrich die Worte des Landes­bauernpräsidenten.

sozialismus selbst keine Ahnung heute nicht darum, Mino Getreide zu schaffen und diese Maßnahmen staatlich zu unterstützen, denn wenn der Staat von sich aus mit den ihm zur Verfügung stehenden Geldmitteln große Getreidemengen aufkauft und eines Tages auf den Markt werfen würde, würde der Bauer durch das dadurch hervorgerufene Sin- ken der Getreidepreise merken, daß diese Maßnahme nicht zu dem gewünschten Ziele führen würde. Ihr Bauern könnt euch darauf verlafsen, daß wir keine Maßnahmen auf kurze Sicht ergreifen, die morgen widerrufen werden müssen, sondern daß wir auf lange Sicht alles Notwendige zu Ihrer Lebensfähigkeit tun werden. Mein vor einiger Zeit erschienener Aufruf, nicht mehr Getreide zu verkau­fen, als unbedingt notwendig ist, hat zu Irrtümern

D a r m st a d t, 22. Aug. (WSN.) Am Freitag­abend sprach auf der Tagung deutscher Auslanb- lehrer Direktor Schulz, Madrid, über:Stel­lung und Ausgabe der deutschen Auslandschule im neuen Reich'. Der Redner führte u. a. aus: Die Zukunft kennt nur das deutsche Schicksal von heute, und der Nationalsozialis­mus ist das deutsche Schicksal geworden. Wer sich dieser Schicksalsgemeinschaft entziehen will, sei cs aus persönlichem Gekränktsein, sei es aus Tlnfähigkeit, sich noch eindenken zu können in diese Tlmbruchszcit, der soll wenigstens ab­warten und uns nicht scheltend und schmälernd die Freude an der großen deutschen Zukunfts­hoffnung rauben.

Auch am Samstagvormittag waren die Tagungs­teilnehmer sehr zahlreich erschienen. Das letzte Fach­referat hielt

Ministerialrat Or. Löffler-Stuttgart

überDie rechtliche Stellung der Auslandslehrer und ihre Sicherung beim Wiedereintritt in die Hei- mat". Der Redner hob vor allem die Problematik hervor, die in der rechtlichen Stellung des Auslands­lehrers und in den dabei auftretenden Tatsachen und Begriffen liegt. Die deutschen Schulen im Aus­land unterscheiden sich in doppelter Hinsicht von den öffentlichen Lehranstalten in Deutschland. Sie liegen erstens auf fremden Boden außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches und find deshalb im roefent- lichen dem Recht des Gastlandes unterworfen, sie ind zweitens in der Regel Privatschulen, deren Trä- ger ein privater Verein oder eine Gruppe von Per­sonen ist. Es wäre eine wichtige Ausgabe, wenn das Privatschulrecht der verschiedenen Länder, in denen ich deutsche Auslandsschulen befinden, einmal unter )en wichtigsten Gesichtspunkten bearbeitet würde. Die Sicherung der Auslandslehrer seitens der Hei­mat, solange sie draußen sind, und bei ihrem Wieder­eintritt in Den heimischen Schuldienst wirst eine Reihe von Problemen auf. Besonders wichtig ist die Siche»

der Schwere des Vorfalls und der Leichtfertigkeit, mit der der Kraftfahrer das Fahrzeug geführt hatte, eine Gefängnisstrafe von neun Monaten, wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Kör» perterlehung. Das Gericht entsprach diesem An­trag und verurteilte den Angeklagten z-. neun MonatenGesängnis und zur Tragung der Kosten.

*

In längerer Verhandlung, die bis in die Abendstunden dauerte, hatte sich die Strafkam­mer noch mit einem Fall zu beschäftigen, der eine umfangreiche Beweisaufnahme erforderte. Ein Landwirt aus dem Dorfe Zell (Kreis Als­feld), hatte sich in seiner Eigenschaft als ehe­maliger Rechner der Spar- und Darlehenskasse Zell wegen Unterschlagung und einiger damit in Zusammenhang zu bringender Delikte zu verant­worten. Die Beweisaufnahme konnte noch nicht abgeschlossen werden. Die Verhandlung wird heute morgen fortgesetzt.

rung im Falle der Dienstunfähigkeit für den Lehrer selbst und seine Familie, die durch verschiedene Mah- liger gewährleistet Mittel und Wege

Das wird nicht leicht fein, und ich fühle heute schon manche Widerstände. Ich vertrete den Standpunkt, daß, wer den Maßnahmen des Reichsbauernführers Darr6 Widerstand entgegensetzt, vom National­sozialismus selbst keine Ahnung hat. Es geht

ist. Endlich kommt es darauf an, zu finden, um die aus dem Ausland zurückkehren­den Lehrer im Inland ihrem Alter und ihren Lei­stungen entsprechend in Den heimischen Schuldienst

einzugliedern.

Studienrat Nabe-Rio de Janeiro dankte den Männern, die durch tatkräftige Vorarbeit die Tagung so gehaltvoll gestalteten, msbesondere galt fein aufrichtiger Dank Herrn Staatsrat B l o ck , der nun sieben Jahre lang den Verband leitet. Möge auch fernerhin seine Tätigkeit zum Segen des Vol­kes und Vaterlandes gereichen.

Der Vertreter der Reichsleitung des NSLB., Schulrat Dr. Henß-Gießen richtete dann ein markiges Schlußwort an die Ver­sammlung. Die Tagungsteilnehmer gehen nun wie­der an ihren Wirkungskreis. Sie haben die Pflicht, den deutschen Geist auch bei den Ausländsdeutschen lebendig werden zu lassen. Nationalfozialis- m u s heißt opfern. Mit Schaffung des Gaues Ausland des Nationalsozialistischen Lehrerbundes fei eine Menge Arbeit verbunden. Es gelte, alle draußenstehenden Lehrkräfte zu erfassen. Der Na­tionalsozialismus kenne keine Droh» ne n, sondern nur Arbeiter. In der Be­wegung herrscht Disziplin, denn nur durch Disziplin wurde die Bewegung frei. Wer sich, so führte der Redner weiter aus, uns entgegenstellt, den betrach­ten wir als Verräter an Deutschland. Der National­sozialistische ßehrerbunt fall Deutschland nach außen stark machen. Alle müssen sich einreihen in die Kampffront Adolf Hitlers. Mit dem Gelöbnis treuer Gefolgschaft dem Führer und einem dreifachenSieg-Heil" dem Herrn Reichs» Präsidenten und Herrn Reichskanzler und dem Ge­sang des Horst-Wessel-Liedes wurde die Tagung ge­schlossen.

Ministerpräsident Dr. Werner wies anschließend darauf hin, daß die deutsche Bauernbewegung seit langen Jahrzehnten in Hessen tets besonders lebendig und kraftvoll gewesen ist. Große Ausgaben stehen uns heute noch bevor, vor allem unserer Hitler- und Bauernjugend. Es gebe kein besseres Symbol als das mit den Worten ge­zeichnete Bild: Das beste in der Welt, ist der Pflug im Ackerfeld!

Unser nationalsozialistisches Programm, das sagen wir allen Zweiflern, werden wir in die lat umsehen, wie wir überhaupt nie etwas versprochen haben, was wir nicht halten können.

Der Aufbruch und Umbruch der Nation ist nicht ein Werk von heute auf morgen, sondern eine Arbeit für Jahrzehnte. Dazu gehört das Pflichtgefühl dis aufs äußerste für jeden beut» scheu Volksgenossen.

Landesbanernpräfident Dr. Wagner führte hierauf etwa folgendes aus: Unfcre Ziele können wir in den folgenden drei Punkten zusam- menfaffen: 1. Aus den gegebenen wirtschaftlichen Verhältnissen, wie sie aus den vergangenen vier­zehn Jahren noch bestehen, das Beste für die lieber- gangszeit herauszunehmen: 2. ein Anerbenrecht zu schaffen, das es in Zukunft unmöglich macht, daß mit dem Grund und Boden Handel getrieben wird; 3. der Aufbau eines Reichslandstandes.

Im einzelnen erläuterte er diese Punkte folgen­dermaßen: Zu 1: Es geht darum,

in der Seele unserer Bauernschaft den Geist liberallstischer Gedankenwelt, der sich stark ein- genistet hat, zu zerstören und an seine Stelle den Geist Adolf Hitlers, den Geist des National­sozialismus zu sehen.

bert Schmidt, Steinheim, wies die 3ung« bauern auf ihre neuen Aufgaben hin.

Der Abend vereinte den größten Teil der Be­völkerung, die mit Fackeln zum Festplatz gezogen war, in dem großen, 5000 Personen fassenden Bier­zelt mit den Gästen. Auch hier wieder begrüßte Bürgermeister Gockel, der Prooinzsührer der hes­sischen Bauernschaft, die Anwesenden in einer länge­ren Ansprache. Nach anschließenden Worten des Lan­desführers der Iungbauernschaft, Landwirt Robert Schmidt (Steinheim), hielt ein gemütlicher Abend die Anwesenden noch lange zusammen.

Zweiter Tag.

Langen, 20. Aug. (WSN) Mit einem Fest- gottesöienft wurde der Haupttag^der großen hessi­schen Bauernoersammlung in Langen eingeleitet. Punkt 13 Uhr bewegte sich dann ein stattlicher Fest- zug durch die reichgeschmückten Straßen der Stadt nach dem Festplatz.

Inzwischen hatte dort ein Massentreiben eingesetzt. Kurz nach 14 Uhr traf Ministerpräsident Prof. Dr. Werner im Kraftwagen von Darmstadt ein, etwas später Ministerialrat Ringshaufen, dann die Führer der hessischen Bauernschaft mit Landes­bauernpräsident Dr. Wagner an der Spitze und schließlich das ehemalige Großherzogspaar von Hessen.

Bürgermeister Gockel

leitete die große Kundgebung mit herzlichen Be­grüßungsworten an die hohen Gäste und die Be­völkerung ein und teilte mit, daß nach einstimmigem Beschluß des Gemeinderats die Stadt Langen dem Herrn Reichsstatthalter Sprenger das Ehrenbürgerrecht verliehen und zu Ehren von Herrn Ministerialrat Ringshausen die Waldschule in Ringshausen-Schule umbe­nannt habe.

Ministerialrat Ringshausen

sprach dann als Vertreter des Reichsstatthalters. Einleitend beglückwünschte er die Stadt zu ihrem 50. Jubiläum und überbrachte im Namen des Statt­halters und persönlich der hessischen Bauernschaft und der Einwohnerschaft von Langen beste Wünsche und Grüße. Besonders sand er Worte der Anerken­nung für Bürgermeister Göckel, dem ernsten und eifrigen Kämpfer für den Nationalsozialismus. Es sei mit Genugtuung festzustellen, daß die deutsche Bauernschaft nicht mehr allein stehe, sondern mitten in der Volksgemeinschaft und daß die früher rein berufsmäßige, -enge Gestaltung eines Festes heute der Tatsache Platz mache, daß die heutigen Feste zu deutschen Festen ausgeweitet würden, wie wir über­haupt jetzt endlich den Weg gesunden hätten, der von den einzelnen Berufsständen zum großen Gan­zen des deutschen Volkes führe. Das fei ein Erfolg unseres Führers im Sinne seiner einmal ausge­sprochenen Worte,

daß aus Bauern, Bürgern und Arbeitern die große Einheit der deutschen Nation herzu- stellen ist.

Der Bauer als solcher habe jetzt wieder mehr denn je das Gefühl, mit dem Grund und Boden verwach­sen zu sein, und sei dadurch das Fundament für die Lebensfähigkeit des ganzen Volkes. Der Weg zum Ziel sei noch weit, aber die Bauern könnten und sollten das Vertrauen zu ihren Führern haben, daß alles zu ihrer Lebensfähigkeit Erforderliche getan werde.

rend dieser Fahrt gab es. wie die Beweisaufnahme unb die Zeugenaussagen erwiesen, verschiedene Aufenthalte, während der er verschiedentlich wm Trinken eingeladen worden war und so im Laufe des Nachmittags etliche Gläser Bier und auch Aepfelwein zu trinken Gelegenheit hatte. 3n 3lbenstadt ereignet« sich dann bei der Einfahrt in das Dorf ein schwerer Unfall, der den Tod eims Reichswehrsoldaten zur Folge hatte. Außerdem wurde ein junger Mann schwer verletzt. Der Reichswehrsoldat verstarb auf der Stelle. Die Be­weisaufnahme erbrachte, daß der Kraftfahrer in­nerhalb der Ortschaft nicht langsam genug gefah­ren war, außerdem die von ihm zu fordernde Vor­sicht außer Acht ließ und unter dem Einfluß der alkoholischen Getränke stand, die er im Laufe des Nachmittags zu sich genommen hatte. So verlor er, nachdem er einen Planwagen überholt hatte, die Herrschaft über sein Fahrzeug und überfuhr I die beiden jungen Leute, die auf dem Gehsteig gin­gen. Der Staatsanwalt beantragte in anbetracht |

und Landtagsabgeordneter Gockel

die große Landwirtschaftsausstellung und den Festplatz. Er führte u. a. aus: Wir Bauern von der Ackerscholle wissen ganz genau, daß der Bauernstand nicht leben kann, wenn nicht gleich­zeitig damit Hand in Hand unsere Industrie, unser Handwerk und Gewerbe arbeiten und leben kann.

Der nationalsozialistische Staat steht auf dem Standpunkt, daß der deutsche Bauet der Er­nährer des deutschen Volkes fein will und fein muh.

Und es ist ganz klar, daß, wenn wir diese Aufgabe ganz erfüllen wollen, mir die übrigen Berufsstände, namentlich die Industrie, Handel und Gewerbe mit dabei haben müssen. Die deutsche Wissenschaft fetzt uns heute in den Stand, bedeutend höhere Erträge zu erzielen, wie es früher möglich war. Wissenschaft und Praxis müssen in glücklicher Verbindung zur Erringung weiterer Fortschritte Hand in Hand ar­beiten. Nur durch das Verständnis aller für unsere großen Aufgaben und durch das Verantwortungs- aefühl unserer Führer können wir die Produktion steigern und allmählich wieder in der Welt den Platz einnehmen, der uns gebührt. Wir wollen im Ver­trauen auf unseren genialen Volkskanzler Adolf Hitler an unsere Arbeit gehen.

Jeder fülle den Platz aus, auf den er gestellt ist, dann wird es auch in Deutschland wieder überall

Arbeit und Brot geben.

An die Eröffnungsrede schloß sich ein Rund- gang durch das Ausstellungsgelände an. Zahl­reiche Firmen aus Langen, Darmstadt, Frank­furt a. M. und Umgebung hatten ihre Erzeug- nisse und Waren ausgestellt.

Oie Veranstaltungen.

Um 17 Uhr begannen die Wettkämpfe der Rei­terabteilungen Dietzenbach, Heusenstamm, Sprend­lingen, Reu-3senburg, Griesheim, Arheilgen und Eberstadt unter Leitung von Polizei-Hauptmann Spatz, Darmstadt, bei denen meist ein ausgezeich­netes Pferdematerial zu sehen war.

3nzwischen tagte die Vertreterversamm­lung der 3ungbauernschaft im Gast­hausZum Frankfurter Hof". Landesgeschäfts­führer Dümas hielt das Referat überDie Aufgaben der 3ungbauernschaft im national­sozialistischen Staat", in dem er darauf hinwies, daß es heute gelte, den Materialismus, der sich in der deutschen Bauernschaft eingenistet habe, zu überwinden und auszumerzen. Das sei die Hauptaufgabe der 3ungoauern. Sie muhten in dieser Richtung auf die ältere Generation Ein­fluß nehmen und dafür Sorge tragen, das Ge­dankengut Adolf Hitlers in allen Volksgenossen- schäften lebendig zu machen. Auch Landwirt Ro->

Eintrittsgeld zu Gemeinderatssihungen

WER. Haßloch, (Kr. Groß-Gerau), 22. Aug. Der hiesige Gemeinderat hat beschlossen, zu den Gemeinderatssitzungen von den Zuhörern ein Eintrittsgeld von 20 P f. zu erheben. Das kleine Haßloch wäre damit die erst« deutsche Gemeinde, die sich eine derartig« Einnahmequelle erschlossen hat.

Namhafte Vertreter der Wissenschaft, die sich mit dem Gebiet der Zahnpflege eingehend befaßten, be­kunden, daß die KOLYNOS Zahnpasta allen Forde- rungen, die an ein wirkungsvolles Zahnpflegemittel gestellt werden müssen, entspricht. KOLYNOS Zahn­pasta vergrößert ihr Volumen im Munde um das 25sache und bringt bis in die feinsten Zahnspalten. Die Reinigung ist daher denkbar gründlich, und der mißfarbene Zahnbelag verschwindet, ohne daß der Zahnschmelz angegriffen wird. KOLYNOS ist im Gebrauch sehr sparsam, denn schon 1 cm auf trockener Bürste genügt, um die volle, unübertroffene Wirkung zu erzielen. 5106V

bienrätin; am 1. August der Studienassessor Karl ßü II aus Frankfurt a.M. zum überplan­mäßigen Studienrat: der Studienassessor Dr. Karl Obmann aus Nidda zum überplanmäßigen Studienrat; sämtlich mit Wirkung vom 1. August 1933 an.

* Der Führer des Gießener Garten- b a u e s. In unserem gestrigen BerichtDer Garten­bau im Ständestaat", in dem über die Versammlung der Bezirksgruppe Gießen im Reichsverband des Deutschen Gartenbaues am Montagnachmittag im Hindenburg" referiert wurde, ist infolge eines Irr­tums die Persönlichkeit des Führers falsch bezeichnet worden. Zum Führer des Gießener Gartenbaues wurde nicht Herr August Schneider, sondern Gärt­nereibesitzer Rudolf Schneider bestimmt und bestätigt.

** Die Handwerkskammer-Umlage für das Rechnungsjahr 1933 ist, wie die Bürgermeisterei Gießen tm heutigen Anzeigenteil bekanntgibt, nunmehr festgelegt worden. Die Höhe der Umlage, die in vier Zielen zu entrichten ist, ist aus der Bekanntmachung der Bürgermeisterei er­sichtlich.

** Weiter« Gebührensenkung im Kraftfahrzeugverkehr. Nach amtlicher Mitteilung hat der Reichsverkehrsminister die Gebühren, die den amtlichen Sachverständigen für die Prüfung von Krafllahrzeugen, Kraftfahrzeug- führern, Fahrlehrern, Lehrwagen und Lehrmit­teln zustehen, wesentlich gesenkt. So kostet z. 2. die Prüfung eines Kraftwagens am Wohnsitz des Sachverständigen nur noch 15 Mk. (bisher 18 Mark), eines Kleinkraftrades 7 Mk. (bisher 10 Mark-, eines anderen Kraftrades 10 Mk. (bis­her 13,50 Mk.). eines Kraftwagenführers 10 Mk. (bisher 13,50 Mk.). eines Kraftradführers 7,50 Mk. (bisher 9Mk.). Die neue Gebührenorbnung wirb vom Reichsverkehrsminister in dem vor­aussichtlich am Freitag, 25. August, erscheinenden Reichsministerialblatt veröffentlicht: sie tritt am Tage nach ber Veröffentlichung in Kraft.

Strafkammer Gießen.

Gestern beschäftigte sich die Strafkammer in längerer Verhandlung mit den vielfachen De­likten eines Diebesklceblatts, das im Laufe des vergangenen 3ahres durch eine stattliche Anzahl von Einbrüchen, Einbruchsdiebstählen, von ein­fachen Diebstählen und Gelegenheitseinbrüchen von sich reden machte. Allerdings hatten es diese Diebe, die oftmals gemeinsam zu Dritt, verschiedentlich aber auch zu Zweien auf ihre Raubzüge gingen, nie auf größere Objekte ab­gesehen, vielmehr stahlen sie in der Hauptsache Dinge, die dem Lebensunterhalt dienlich waren, ferner kleine Gebrauchsgegenstände, Fahrräder usw. Es handelte sich bei den Angeklagten um die Arbeiter Adolf Viehmann, Albert Reu- Haus und Wilhelm S p e n g e l aus Kinzenbach. 3hr Arbeitsfeld war die nähere und weitere Umgebung ber Stadt Gießen. Sie tauchten meist zu nächtlicher Stunde, oder am frühen Morgen auf. Verschiedentlich machten sie in Gießen Deute, sie beunruhigten aber auch die Orte Rutters­hausen, Wieseck, Lollar, Staufenberg, Kessel- bad) usw., bis es ber Polizei gelang, bie Täter zu fassen unb zu überführen. Besonders hatten es bie Einbrecher auf Kaninchenställe abgesehen, die sie ausraubten, bie Tiere oftmals an Ort unb Stelle schlachteten unb bann unter sich ver­teilten. Hühner unb Enten, Speckseiten, Obst unb Gemüse hießen sie mitgehen unb brachten alles nach Hause.

Der Angeklagte A. N. zeigte sich in berHaupt- rerhanblung geftänbig unb gab eine lange Reihe von Diebstählen zu, wollte aber glaubhaft machen, bah er von feinem Genossen A. D. zur Beteili­gung an biesen Diebstählen verleitet worben sei, wie überhaupt A. V., ber als Hausierer über Land zog. bie günstigen Gelegenheiten ausbalbowerte und dann seine Komplicen verständigte. A. D. gab mit einigen Einschränkungen eine Anzahl von Diebstählen zu. Der dritte Angeklagte schien, so- weit sich aus der Vernehmung der Angeklagten ergab, der passivere Teil des Kleeblatts gewesen zu sein, indem er sich häufig darauf beschränkte, Schmiere zu stehen. Die Beweisaufnahme nahm geraume Zeit in Anspruch, da manches ber De­likte wiederholt behanbelt werden muhte, wenn bie Teilnahme bes einen oder anderen strittig war.

Der Staatsanwalt beantragte für den Haupttäter, den Arbeiter A. D., dem die Beteiligung an 21 Diebstählen, Diebstahlversuchen, Einbrüchen usw. nachzuweisen war, eine Freiheitsstrafe von insge­samt 4 Jahren und 6 Monaten Zuchthaus, für den Angeklagten A. 91., dessen Beteiligung an 17 De­likten anzunehmen war, 2% Jahre Gefängnis und für den dritten Angeklagten W. Sp. 1& Jahre Gefängnis. Er hatte sich an 7 Diebstählen beteiligt. Da sämtliche Angeklagte mit Freiheitsstrafen für frühere Straftaten belegt sind, wurden die bereits erkannten Freiheitsstrafen in das Strafmaß einbe­zogen. Das Gericht verurteilte nach längerer Be­ratung den Arbeiter Viehmann zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis sowie zum Ehrver­lust für bie Dauer von 3 Jahren, den Arbeiter Neuhaus zu 2 Jahren Gefängnis und Spengel zu 1 Jahr Gefängnis. Das Gericht nahm als strafmildernd an, daß es sich bei den be­gangenen Diebstählen nicht um Bandendiebstähle, sondern um Einzelhandlungen handelte. Gleichfalls wurde als mildernder Umstand die Notlage der An­geklagten in Betracht gezogen.

reich unb Preußen. 1923: bie Türkei ratifi­ziert bat Friebensvertrag von Lausanne.

Beförderung des Stahlhelm-Landes­führers von Hessen.

Der Dunbesführer des Stahlhelm hat den Stahlhelm - Lanbesführer von Hes­sen, Dr. K e ß l e r, zum Divisionsführer er­nannt e

* Schulpersonalien. Das hessische Per- sonalamt aibt bekannt: Ernannt würben am 1 August der Studienassessor Georg Christ aus Lengfeld Kreis Dieburg, zum überplanmäßigen Studienrat: der Studienassessor Dr. Martin Wagenschein aus Gießen zum Überplan­mäßigen Studienrat, beide mit Wirkung vom 1. August 1933 an; bie Stubienassessorin Dr. Elisabeth Matthes aus Nieber-Beerbach, Kreis Darmstadt, zur überplanmäßigen Studien- rätin mit Wirkung vom 1. September 1933 an: am 31. 3uli die Stubienassessorin Dr. Lotte Block aus Gießen zur überplanmäßigen Stu-