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23.6.1933 Erstes Blatt
 
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!ir. II Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für (vderhenr.

5reuag,25.3uni|955

Tragischer Volkstumskampf.

Das deutsche Schleswig, die Brücke zum Morden.

Anfer Berichterstatter, der soeben eine Qteife durch die Hott)floaten germanischen Doltslurns beendete, hat aus Stock­holm über das Erwachen eines neuen schwedischen Nationalbewußtseins berichtet. Heute schildert der Bericht aus Sonder- bürg dre durch die Versailler Grenz­ziehung besonders tragischen Verhältnisse an der deutsch-dänischen Grenze.

Das Versailler Diktat entriß uns an allen Grenzen des deutschen Siedlungsgebietes wert­vollstes Volkstum. 3n Sudetendeutschland, Po­sen, Westpreußen, in Danzig, Südtirol, in Eupen-Malmedy, im Elsaß und im Saargebiet ist eine deutsche Irredenta entbrannt, kämpfen unerlöste deutsche Brüder um ihre Wiederver­einigung mit dem Mutterland oder um ihre staatliche und kulturelle Autonomie. ileberall ist es ein Kampf, der nicht nur zwischen Nation und Nation. Volk und Volk, Sprache und Sprache geführt wird, sondern in dem es sich um ein verzweifeltes Wehren der höheren, nordisch- bestimmten Nasse gegen Niederrassen handelt. Es kann deshalb für uns Deutsche in all den genannten Gebieten keinerlei Kompromißlösung geben.

An der äußersten deutschen Nordfront, i n Schleswig, vollzieht sich der Grenzlandkamps in anderen Formen. Hier kämpfen nicht Deutsche und Welsche, Deutsche und Slawen, ge­schieden gleichmäßig durch Nasse, Religion, Kul­tur und Sprache gegeneinander, sondern hier wurde ein deutsches Gebiet einem stamm­verwandten Volle, Dänemark, zugeteilt. In Schleswig mühen sich Deutschtum und Dänen- tum um eine durchweg nordische Bevölkerung, deren Aufgabe es niemals fein kann, Zankapfel zwischen zwei Staaten zu werden, die sich seit 100 Jahren anstrengen, in Anwendung der völlig liberalen Nationalstaatstheorie Zwangsdänen und Zwangspreußen zu erziehen, sondern die gewissermaßen eine natürliche Brücke zwischen den nahverwandten Deutschen und Dä­nen, ja zwischen Deutschland und dem ganzen germanischen Norden zu übernehmen. Selbst­verständlich bleibt dies vorläufig eine Forderung auf weite Sicht, die aber, wie die Einigung Deutschlands zu den Aufgaben des Bismarckifchen Deutschland gehörte, zu den Großzielen des neuen Reiches gehören wird.

Der Idealforderung steht die Wirklich, leit im Wege. Lind die Wirklichkeit ist im ab­getretenen und nicht abgetretenen Schleswig bitter genug. Das Versailler Diktat hat auch hier Recht in Unrecht verwandelt. Denn die Abstimmung, die in der ersten Zone ins­gesamt vorgenommen wurde, nahm auf kern­deutsche Städte und Gemeinden keine Rücksicht. Dazu kam, daß die etwa 220 000 Bewohner des abgetretenen Gebietes ihre Stimme für Deutsch­land oder Dänemark in einem Augenblick schwer­ster deutscher Not abzugeben hatten, in dem sie den dänischen Versprechungen besonders zugäng- lich waren. Nachdem die sogenannte Option das schleswigsche Deutschtum sehr guter Kräfte be­raubte (Beamte, Lehrer usw., die sich von ihrem Posten zurückzogen und unbeabsichtigt die Not in Deutschland durch ihren Zuzug vermehren halfen», gibt es im abgetretenen Schleswig heute noch etwa 20 Prozent ausgesprochene Deutsche, etwa 35 bis 40 Prozent ausgesprochene Dänen und etwa 40 Prozent Unentfdjiebene. Um diese wird der Kamps von beiden Seiten geführt. Seine Formen sind durchweg anständig und vor­nehm und halten sich nach Möglichkeit frei von persönlichen Verdächtigungen und Gehässigkeiten. Rassisch, religiös und sprachlich bestehen kaum Unterschiede, und die Hinneigung zu Deutsch­land oder Dänemark geht oft mitten durch die Familie, ohne die natürlichen Bande zu zer­reißen.

Wer heute Schleswig bereist, dem bietet sich ein trostloses Bild von langsamer

Verarmung und wirtschaftlichem R ü d g a n g , entstanden durch die Zerreißung von Gebieten, die auseinander angewiesen find. Besonders stark wird dieser Eindruck im Herzstück Schleswigs, in der Flensburger Förde, und in der Stadt Flensburg selbst. Der Flensburger Hasen ist verödet, die uns auf Grund des Zriedensverlrages zu bauen aufgezwungenen Lagerhallen und Anlagen liegen unbenutzt. Das gesamte Schleswig bildete eine landwirt­schaftliche Einheit, welche die Städte Ham­burg. Lübeck. Kiel und teilweise Berlin versorgte. Im deutschen Teil Schleswigs ist die Landwirt- schast nun überall dort verschuldet, wo sie sich ein­seitig auf Viehzucht beschränkte, da sie gegen die Preise aus dem Osten Deutschlands und aus Liebersee nicht konkurrieren kann. Noch erheblich trauriger geht es der fast rein bäuerlichen Q3e- völkerung des abgetretenen Gebietes. 2hr ist durch die Zollgesehe und die Grenzziehung das voll- und industriereiche nordwestdeutsche Ab­nehmerland vollkommen abgeschnitten. Dä­nemark selbst hat so gut wie gar keine Industrie und lebt von der Ausfuhr feiner allerdings äu­ßerst hoch entwickelten Landwirtschaft. Der Haupt­abnehmer ist England, dem auch die poli­tische Sympathie der Reichsdänen gehört. Selbst dänisch gesinnte Kreise des abgetretenen Schles­wig befassen sich unter dem Drucke dieser Wirt­schaftsnot mit einer schleswigschen Autono­mie. um das Absatzgebiet im Süden von Schleswig-Holstein zurückzugewinnen.

Die große Masse der Bevölkerung zu beiden Seiten der Grenze steht den eigentlichen Volks­tumskämpfen pastio gegenüber. Man empfindet zu wenig die Llnterschiede. um jene Leidenschaftlich­keit in den Kamps zu bringen, die an der Ost- und Westgrenze Deutschlands die Herzen bewegt. Auf dänischer Seite sind am unversöhnlichsten die chauvinistischen Kreise, die schon vor dem Kriege mit Frankreich sympathisierten und einen sanatischen Deutschenhaß betätigen. Sie werden unterstützt von den nach Schleswig ver­setzten reichsdänischen Beamten und Le h r e r n , die zu dem ausgesprochenen Zwecke der Dänisierung hergekommen sind. Durch den Besitz der tatsächlichen Macht, besonders in der Schule und durch die bessere politische Schulung der Dänen sind diese in der Vorhand. Aus deut­scher Seite sind es fast nur Beamte, Leh­rer und Pastoren, die einen aktiven Kampf für die Erhaltung des deutschen Volkstums füh­ren. Die großen deutschen Verbände sind zusam­mengeschlossen und stehen unter der geistigen Füh­rung des deutschen Abgeordneten im dänischen Folkething (Reichstag», Pastor Schmidt- W o d d e r. Eine Anzahl deutscher Iugendbünde, wie Wandervogel und Pfadfinder, unterstützen den aktiven deutschen Kampf. Entscheidende Be­deutung für diesen Kampf besitzt die Schule. Zwar richten die Dänen dort deutschsprachige Volksschulen ein, wo 20 Prozent der Eltern, die 10 Kinder vertreten, oder wo die Eltern von mehr als 24 Kindern es verlangen. Diese Schulen sind jedoch lediglich Sprach-, und keine Gesinnungs­schulen. Da das Deutschtum nur erhalten werden kann, wenn der Nachwuchs bewußt deutsch erzo­gen wird, bemüht man sich, aus privaten Mitteln deutsche Privat-, Mittel- und Realschulen einzu­richten.

Dor dem großen Endziel, Nordschleswig zur Brücke zum Dündnisblock der nordischen Staaten zu machen, darf also die erste Aufgabe, die Selbstbehauptung des deutschen Volkstums, nicht vernachlässigt werden Denn Deutschland kann die von seinem Volkskanzler Adolf Hitler angekündigte Lieberwindung des liberalen Nationalstaatsgedankens und der utopi­schen Paneuropaidee nur durchführen, wenn es keinen Teil seines verstreuten Volkstums im Stich läßt. Ohne Rückhalt in einem starken und wehrhaften Staate und in einem auch jenseits der Versailler Grenzen selbstbewußten und kulturell

gesicherten Volkstums müßte jede germanische Eemeinschastsidee verschwommen erscheinen oder als Zeichen der Schwache aufgelegt werden. Der Nationa.sozialismus und das völkische Erwachen Deutschlands hat zweisellos in Dänemark weniger Verständnis gefunden, als in Schweden oder in Flandern Dennoch muß anerkannt werden, daß der dänische Staat sich bisher an den von Frank­reich inspirierten diplomatischen Feindseligkeiten gegen das neue Deutschland nicht beteiligt hat. Eine dänische nationa.sozialistische Bewegung da­gegen ist über Kopenhagen noch nicht hinaus­gekommen Nur hier, im abgetretenen N o r d s ch l e s w i g, haben die Deutschen sich überall in nationalsozialistischen Ortsgruppen zu­sammengeschlossen. die immer mehr in den Vordergrund des Kampfes um die Erhaltung des Deutschtums treten.

Die Stimmung der Reichsdänen jedoch ist einst­weilen wenig deutschfreundlich. Das haben die Kämpfe des 19. Jahrhunderts und die Feindbund­

propaganda zuwege gebracht- Diele der deut­schen Touristen haben durch ihr anmaßendes Auftreten dem deutschen Ansehen geschadet Des­halb wäre gerade gegenüber Dänemark eine wirksame deutsche Kulturpropaganda am Platze. Nordschleswig müßte die natürliche Aufgabe zufallen, dieBrücke zum Norden" zu werden. Denn in allen Völkern und Staaten deS Nordens wird man sich im Laufe deS' nächsten Jahrzehnts darüber klar werden, daß sich der asiatische Bolschewismus und der französisch- imperialistische Westen zum Dernichtungskampf auf deutschem Boden vorbereiten Die Der- ftänbigung der in Rasse und Kultur, in Sprache und ©edentum verwandten Völker des Norden-, die einen Untergang Deutschlands mit ihrer Russi- sizierung bezahlen müßten, ist vor der drohenden Gefahr dringlicher als ein liberalistisches Gezänk um die Staatshoheit über verwandte und schick­salsmäßig auseinander angewiesene VolkStümer.

Oie deutsche Antwort an Genf.

Oer Protest der deutschen Arbeiterschaft gegen die Beleidigung ihrer Führer.

Links: Die riesige Protestoersammlung im Berliner Lustgarten. Rechts: Dr. Ley. der Führer der Deutschen Arbeitsfront und der deutschen Delegation auf der Genfer Konferenz, spricht zur Versammlung.

L- * K *

Reichsstatthalter Sprenger spricht vor Beamtenfachschasten.

Alles mit dem Volke für das Dolk!^

Darmstadt, 23. Juni. (WSN.) Zu einer im­posanten Kundgebung gestaltete sich heute abend die feierliche Weihe der Fahnen der natio« nalsozialistischen Beamtenfach schaf- ten auf dem Marienplatz in Darmstadt. Da die Kundgebung auch vom Wetter begünstigt war, bat­ten sich Tausende von Einwohnern der Landes­hauptstadt eingefunden. Aus dem Marienplatz waren etwa 2000 Beamte, davon 1500 aus dem Kreise Darmstadt, sowie den Kreisen Offenbach, Bensheim, Heppenheim und Groß-Gerau mit 28 Fahnen aus- marschiert. Die Beamtenschaften waren gegliedert nach allgemeine Landesverwaltung, Reichsbahn,

sonstige Landesoerwaltung, Körperschaften des öffentlichen Rechts, Reichszollverwaltung, Justiz­verwaltung, Forstverwaltung, Reichsversorgungs- amt, Rekchspost ufw. Die 20 neuen Fahnen waren in der Mitte des weiten Platzes ausgestellt.

Rach der Ankunft des Reichsstatthalters in Hessen und Gauleiters Jakob Sprenger, des hessischen Minifterpräsidenten Prof. Dr. Werner, des Po- lizeidirektors Dr. Ivers und des Kreisleiters Zürtz, meldete Landtagsabgeordneter Claß die Beamtenschaften als angetreten Rach der Be­grüßungsansprache durch den Landtagspräsidenten Dr. Müller, der den Gauleiter, den das Ver-

Begegnung mit Max Zungnilkel.

Don Emil Baader.

In der französischen Stadt Charleville bin ich während des Krieges, im Sommer 1917, Max Iungnickel begegnet. Er war. nach einer schweren Verwundung in Rußland, bei der Char- leviller Feldpressestette beschäftigt. Diese war in einem schönen alten Schloß untergebracht. Ich fragte >rach dem Dichter. Ich hatte Glück. Gerade ging der Dienst zu Ende. Iungnickel erschien. Er hatte Llnteroffiziersrang. Ich war Kanonier. Aber er duzte mich- kameradschaftlich. Er schüt­telte mir herzhaft wie einem alten Freunde die Hand. Fröhlich plaudernd schlenderten wir durch die Gassen der fremden Stadt. Wir aßen ge­meinsam imDeutschen Haus" zu Abend.Ich kann es mir leisten, einen Kanonier einmal or­dentlich zu füttern." Lind er erzählte, wie übel eS ihm in Rußland ergangen war: eine Kugel hatte ihn getroffen, er brach zusammen, er galt für tot. Er ward tot gemeldet. Lind da er doch wieder zum Leben erstand, war er mit einem Male berühmt. Zeitungen und Zeitschriften woll­ten Beiträge von ihm haben.

Rach dem Abendessen gingen wir zusammen ins Kino! Cs kam Iungnickel darauf an. zu beobachten, mit welchen Mitteln der Film Spannung erzeugt; Iungnickel war damals selbst mit dramatischen Arbeiten beschäftigt.

So trafen wir uns fast Abend für Abend. Es gab weite Wanderungen, der Maas entlang, in den blauen Abend hinein. Es war unvergeßlich schön, zwei deutsche Schwärmer in Feindesland.

Iungnickel erzählte und erzählte. Am liebsten sprach er von seiner jungen blonden Frau, und wie er sie kennengelernt hatte. Don seiner Dach­stube nahe den Sternen. Don der Kinderwiege, auf die er ein rotes Herz gemalt hatte. Don vornehmen Leuten in Berlin, die den plötzlich berühmt gewordenen jungen Dichter einluden zu sich.

Da ich ihn nach seinem liebsten Gedichte fragte, zitierte er mir fein köstliches Iunigedicht:

Blau springen auf die Flieder herz en.

Süß brennen die Kastanienkerzen, Lind eine alte Linde schneit.

Ein großer Turm summt einen späten Psalter, Lind wie ein Himmelsfähnchen fliegt ein Falter Durch eingefchlafne Sommerherrlichkeit.

W i c Iungnickel diese Derse in den Abend hineinsprach. das werde ich nie vergessen.

Eines Tages fuhr der Dichter auf Urlaub nach Berlin zu seiner jungen Frau. Als er zurückkam, war ich nicht mehr in Charleville. Ich war zu meiner Batterie zurückgekehrt. Da flogen, wie luftige Dögel, kleine blaue Feld­postbriefe, von Charleville nach dem Qlrgonnen- wald, wo unsere Geschütze standen. Einmal schrieb Iungnickel ein Brieflein aus Brügge; da stand darin:Hier ist es wunderschön. Man möchte sich gleich auf die Straße hinfetzen und anfangen zu dichten."

Lind nun, lieber Max Iungnickel, Kamerad aus ferner Kriegszeit, komm einmal aus der großen Stadt in den Odenwald. Ich wohne in einer kleinen Spitzwegstadt, welche Dir gefallen wird. Komm laß uns wieder einmal plaudern von unteren Wanderungen längs den Ufern eines großen Stromes in fremdem Landl

Eine $rou im dunkelsten Afrika.

Nach einem zweijährigen Aufenthalt im dun- keiften Teile des dunklen Erdteils, bei dem sie Afrika vom westlichsten bis zum östlichsten Punlte durch­querte und eine Strecke von mehr als 8000 km za- rücklegte, ist eine zarte hellblonde Dame, die (Sahin des Forfchungsreiienden Thomas Glower, Kitty Glover, nut ihrem Manne nach London zurück- gekehrt. Sie bringt ein Paar erwachsene Leoparden aus dem atrifanifdjen Urwald mit, sowie eine große Menge seltener Fische und Reptilien, die in mit Alkohol gefüllten Flaschen sich besinden. Frau Glo­ver hat ungewöhnliche Entbehrungen und Gefahren durchgemacht, die an die Körper- und Willenskraft die stärksten Anforderungen stellten. Fieber und Ruhr lauerten in den von der Sonne heiß gekochten Sümp­fen, durch die sie zogen; ihr Wasiervorrat wurde ihnen in der Rubischen Wüste gestohlen, und die Eingeborenen von Somali-Land lauerten ihnen auf und suchten sie zu töten. Frau Glover, die seit zwei Jahren zum ersten Mal wieder Damenkleidung trägt und versucht, ihrem wildgewachsenen Schopf eine moderne Frisur anzugewöhnen, kann trotz aller üblen Erfahrungen die Sehnsucht nach dem Urwald nicht verbergen. .Wer einmal den Ruf der Wildnis ver­nommen, wer, umringt von Getahren. in steter Rer- venspannung seine Tage verbracht, dem erscheinen baU) alle Genüße schal, die das Leben der Großstadt

bietet Wir werden wahrscheinlich in einigen Mo- naten nach Tibesti, 1200 km nördlich vorn Tschad- See zurückkehren, um uns dort niederzulassen. Die Eingeborenen sind dort ein seltsames und anheim- liches Volk, aber trotz der schlechten Erlebnisie, die ich mit ihnen hatte, möchte ich sie näher kennenlernen. Diese Menschen sind sehr blutgierig und geraten in Verzückungs-Zustände durch ein Erregungsmittel namens .Bat", das sie zu sich nehmen. Einer dieser Amok-Läufer drang eines Nachts in unser Lager ein und schlug mich nieder, bevor man ihn packen konnte, aber das macht nichts." Die Expedition, die Frau Glover mit ihrem Mann unternahm, war in erster Linie wiftenfchastlichen Zwecken gewidmet, und die Ausbeute auf ihrem Marfch durch den dunklen Erdteil von Senegal nach Somali-Land, bei dem sie viele taufende Kilometer von Urwald und Sumpf auf völlig ungebahnten Pfaden zurückzulegen hatten, war sehr beträchtlich. Eie reiften in einem besonders dafür eingerichteten Wagen, besten Teile auseinan­dergenommen und zu einer Drücke beim Überqueren von Bächen und Sumpfen zusammengesetzt werden können. Auch einen sehr interessanten.Tonfilm" ha­ben sie mitgebracht. Neben seltenen Fischen, Rep­tilien mnd Skeletten für das Britische Museum wer­den sie der englischen Geographischen Gesellschaft eine Karte des Nordwest-Teils der Somali-Land- Wüste übermitteln. .Die Leoparden, die wir bald nach dem Antritt unterer Reise als ganz junge Tiere singen," erzählte Frau Glover, .sind unterdesten mächtig herangewachsen. Sie sind mit uns sehr freund­lich und friedlich, weil sie an uns gewöhnt sind. Aber tonst sind sie höchst gefährliche Tiere und wir werden sie in einem Zoologischen Garten unter­bringen müssen. Der schlimmste Teil der Reise war die Überquerung des Kap-Sees, die innerhalb von 12 Tagen in einem offenen Boot mit einem Dutzend eingeborener Ruderer erfolgte. Keine Minute war man unbeobachtet, und eine ungeheure Hitze machte den Aufenthalt fast unerträglich. Wir wurden bet lebendigem Leibe von Moskitos angefreffen und dadurch fast bis zum Wahnsinn geveinigt. Schlimm war auch die Reise durch die Wüste nach Timbuktu, als die Kulis in einer einzigen Nacht in einer wah­ren Orgie des Durstes unseren ganzen Wasiervorrat austranken. Ich war so schwach vor Durst, daß ich das Wasier aus dem Kühler unseres Wagens tränt, das wir schon einige Tage lang als Waschwasser benutzt hatten. Ich war danach tagelang krank...

Ein berühmter Panzerwagen.

Die amerikanische Polizei zeigt jetzt dem Pu­blikum den Panzerwagen, in dem A l C a p o n e seineGeschäftsreisen" zu machen pflegte. Es ist ein großer Cadillac-Wagen, der 60 Zentner wiegt und trotzdem eine Geschwindigkeit von 180 Kilometern in der Stunde entfalten kann Der Wagen ist vollständig kugelsicher gepanzert, und die Fensterscheiben find aus 4 Zentimetet dickem, fplittersicherem Glas. Ein Geheimfach unter dem Sih enthielt Waffen aller Art. Das Hinterfenster des Autos diente als Schießscharte für ein Maschinengewehr. Dieses Maschinen­gewehr war für gewöhnlich in einem großen Geigenkasten versteckt. Das Auto ist mit einer Sirene versehen, die den gleichen Ton hat wic die Sirenen der Polizei. Auch ein erstklassiger Rundfunkempfänger war vorhanden.

Zeitschriften.

Die Münchener MonatsschriftDie Kunst" (Derlag F. Druckmann, München), führt im Iuni-Heft in einem Leitauffatz, der dem Ge­denken zu Brahms 100. Geburtstag gewidmet ist. in die wechselseitigen Beziehungen Max Klingers zu Johannes Brahms ein. Wir er- kennen die tiefe künstlerische Musikalität, die in Klingers Schaffen mitwirkte und bei Brahms den Sinn des Musikers für die Meisterwerke der bildenden Künste. Ausgesuchte Reproduk­tionen Klinger'scher Werke geben dieser Ab­handlung einen bildlichen Rahmen. Es folgt anläßlich der ersten umfassenden, vom Kamps- bund für deutsche Kultur veranstalteten Aus­stellung von Werken des deutschen Malers Paul Baum eine ebenfalls reich mit Bildern ver­sehene Einführung in dessen künstlerisches Schaf­fen. Aus der Architektur und Wohnkunst wer­den uns neue Bauten des Frankfurter Archi­tekten Rudloff vorgeführt. Dem schönen Garten im rauhen Klima, wie es für die meisten unserer deutschen Gärten zutrifft, gilt der nächste reich bebilderte Aufsatz. Dem gut bürgerlichen Wohn­anspruch dient der kombinierte Wohn-Eßraum, der uns in Entwürfen führender Wohnungs- fünftler gezeigt wird.