trauen des Führers auf den Platz des Reichsstatthalters gestellt habe, bat, die Weihe der Fahnen vorzunehmen, nahm
MichSstaithalier und Gauleiter Sprenger
das Wort zu einer Ansprache, in der er u. a. darauf hinwies, daß-der Beamte von vornherein dazu berufen war, den Fahnen des Bolkstums, den Fahnen Adolf Hitlers zu folgen. 1918 sei der Beamte in die 3rre gegangen. Wenn der deutsche Beamte damals seiner Pflicht nachgekommen wäre, als das Danner der Zersetzung aufgerollt wurde, t>enn wäre es unter einer zielbewuhten Führung möglich gewesen, das Derbrechen von 1918 zu verhindern. Daß dies nicht geschehen sei, dafür gebe es nur eine Entschuldigung: Die Besten aus der Beamtenschaft waren draußen gefallen, oder fie waren noch nicht aus dem Schützengraben zurückgekehrt. Trotz der Anwendung der brutalsten Machtmittel durch die Machthaber des vergangenen Systems konnte aber der Zug der Beamtenschaft zum Nationalsozialismus nicht untergraben werden. Damals habe er die Organisation der Beamtenschaft in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei so aufgebaut, daß die damaligen Machthaber sich nicht hindurchfinden konnten.
Bei der Machtübernahme durch Adolf Hitler habe er vor den Führer hintreten und stolz sagen können, daß bis in die letzte Aktenstube Vorsorge dafür getroffen sei, dah von niemandem mehr der neue Staat sabotiert werden könne.
Heute sei der Marxismus überwunden und damit auch das drückende Gefühl der Unfreiheit. Der Wiederaufbau werde noch lange dauern. Nicht das Parteibuch, nicht besondere verwandschaftliche Beziehungen werden die Eingangspforte in das Beamtentum öffnen, sondern nur Charakter, Leistungsfähigkeit und Können. Die Säuberungsaktion dauere in ganz Deutschland noch an und hier mühten wir hart bleiben. Hier gebe es kein Nachgeben und keine Zweifel. Wenn Adolf Hitler seine große Aufgabe erfüllen wolle, das deutsche Volk wieder frei und geachtet in der Welt zu machen, dann brauche er dazu alle Stände, den Erwerbsstand, den Nährstand, den Wehrstand und noch einen besonderen Stand im deutschen Dolke, nämlich das deutsche Beamtentum. Niemals mehr darf sich der Beamte als etwas Besonderes, oder über die anderen erhaben fühlen.
Alles mit dem Volke für das Volk.
So entrollt nun die Fahnen zum Zeichen der Kameradschaft, dah sie hineinleuchten in die hoffnungsvolle Gegenwart und den Weg weifen in eine bessere Zukunft.
Landtagspröffdent Or. Müller
dankte dem Reichsstatthalter und schloh mit dem Kommando: „Die Fahnen hoch I" und einem dreifachen Sieg-Heil aus Adolf Hitler. Die aufmarschierten Beamten und die Zuschauer, die das große Diereck auf dem Marienplah umlagerten, sangen dann begeistert das Horst-Wessel-Lied.
Anschließend formierten sich die Beamtenschaften zu einem Zug durch die Hauptstraßen der Stadt zum Saalbau. Dort endete die Kundgebung mit einem kameradschaftlichen Beisammensein.
men, nichtarische Künstler zu beschäftigen. Es sei eine Frage der Selbstdisziplin insbesondere des einzelnen national- und rassebewuhten Menschen, solche Theater zu besuchen oder nicht. Staatskommissar Hinkel ging dann auf die besonders schwierigen Theaterverhältnifse in Berlin ein. _
Zur Steuerung der Erwerbslosigkeit bei Sängern, Schauspielern und Musikern werde eine Neugliederung und ein Ausbau des Wandertheaterwesens in Angriff genommen werden. Die verschiedenen Provinzbühnen würden eine Art Doppelbesetzung erhalten, damit sie stärker die kleinen Ortschaften ihres Bereiches bespielen können. Daneben würden eigene Wandertheater-Ensembles geschaffen werden. Man werde Schulen und Organisationen heranziehen, um den Besuch zu gewährleisten. Die kunstfreundliche Einstellung der Regierung, besonders des Reichskanzlers Adolf Hitler, bietet die Gewähr, daß alles getan werde, um dem deutschen Theater neues Blut zuzuführen. Befürchtungen, daß die Etatsmittel für die Bühnen noch mehr verknappt würden, feien unnötig. Natürlich werde das Sparsamkeitsprinzip herrschen.
Staatssekretär Hinkel schloh seine Ausführungen mit der Versicherung, daß alle maßgeblichen Stellen ton der Lebensnotwendigkeit des deutschen Theaters als eines bedeutenden Kulturträgers und Erziehunasfaktors überzeugt sein. Das Ziel gehe dahin, die deutschen Bühnen wieder zu national- religiösen Kulturstätten zu machen.
Dillkreis.
WSN. Dillenburg, 22. Juni. Die Vertretung der Gemeinde Niederweidbach hat beschlossen, für den Fall einer Auf lös ung des Kreises Dillenburg dahingehend vorstellig zu werden, dah die Gemeinde nicht mehr im Verbände des früheren Kreises Biedenkopf verbleibt, sondern dem alten Dillkreis einverleibt wird. Auch die Vertretung der Gemeinde Bischoffen hat sich in gleichem Sinne ausgesprochen.
G. A.-Gpori.
Oie Führer der deutschen Sportverbände ernannt.
Reichssportkommissar von Tschammer und Osten gab am Donnerstagvormittag gelegentlich eines Prefsetees im Berliner „Haus der deutschen Presse" bekannt, wen er zu Führern der Sportverbände ernannt hat. Reichsführer des deutschen Sports ist Gruppenführer von Tschammer und Osten. Mitglieder des Reichsführerringes sind:
Direktor Professor Dr. Neuendorff, Berlin, (Deutscher Turnverband):
Kriminalrat Linnemann, (Berlin, (Deutscher Fuhballverband):
Dr. Ritter v. H a 11 (Deutscher Leichtathletikverband):
Führer des Schwerathletikverbandes noch nicht ernannt;
Georg Hax, Berlin, (Deutscher Schwimmverband):
Dr. Schomburgk, Leipzig, (Deutscher Tennis- und Hockehverband):
Paul Schluck, Wernigerode, (Deutscher Kegel- und Billardverband):
Erwin H a ch m a n n, Berlin, (Deutscher Winter- sportverband);
General a. D. Herrgott, Berlin, (Deutscher Schiehsportverbano);
Kapi.aweulnant a. D Jasper, Berlin, (Deutscher Wassersportverband):
Führer des WanderverbandeS noch nicht ernannt :
Führer des Radsportverbandes noch nicht ernannt;
Sie Heugeflalhing des deutschen Theaterwesens.
Siaatskommissar Hinkel über die künftigen Aufgaben unserer Bühnen.
Berlin, 21. Juni. (TU.) Staatskommissar Hinkel äußerte sich in einer Unterredung mit einem Pressevertreter über die schwere Krisis der deutschen Theater und über die Bemühungen der nationalen Regierung, das Theater als wichtige Bildungs- und Kulturstätte wieder lebensfähig zu machen. Einleitend bemerkte er, daß der neugegründete Theaterausschuß vor attenf dafür zu sorgen habe, daß an der Spitze der öffentlich- rechtlichen Bühnen Preußens Persönlichkeiten ständen, die eine Führung dieser Kultur ft ät» ten im Sinne der Regierung gewährleisteten. Künftig werde es, nach Begutachtung des Preußischen Theaterausschusses, dem die Prüfung aller staatlichen und städtischen Theaterfragen nach sachlichen und personellen Gesichtspunkten obliege, der Zustimmung des preußischen Ministervräsiden- ten bzw. des preußischen Kultusministers oedürfen, ehe Verträge mit leitenden Persönlichkeiten Rechtsverbindlichkeit erlangten.
Staatskommissar Hinkel sprach dann über die be- absichtigten Maßnahmen, um das deutsche Theater wieder existenzfähig zu machen. Eine wesentliche Rolle werde hierbei die neue Besucherorganisation „Deutsche Bühne" spielen. Den Mitgliedern dieser Organisation wie auch den Angehörigen der übrigen nationalsozialistischen Organisationen, werde es zur national-kulturellen Ehrenpflicht gemacht werden, die Theater zu besuchen. Es werde scharf darauf geachtet werden, daß diejenigen, die sich den Theaterbesuch leisten können, dies auch wirklich tun.
Es werde eine großzügige Werbe- und Erziehungsaktion unter Heranziehung der Dich- tcrakademie. der Kulturorganisationen, des Rundfunks und der Presse einsetzen, um die leben-
digste Verbindung zwischen Dolk und Kunst herzustellen.
Bei Feststellung der Spielpläne gebühre den K l a s s i k e r n der erste Platz; man werde aber auch junge Autoren zu Worte kommen lassen, die in einer weltanschaulich anders eingestellten Zeit in den Hintergrund gedrängt worden seien. Natürlich denke man nicht daran, alle Werke ausländischer Dichter und Komponisten zu verbannen und sich kulturell von der Welt abzuriegeln. Daß Shakespeare, Moliöre, Rostand, Ibsen, Björnson oder Tolstoi von deutschen Bühnen verschwinden würden, sei ebenso undenkbar, wie eine Ausschaltung von Verdi, Rossini, Puccini, Bizet, Tschaikowsky. Alle kulturell werwolle, bodenverwurzelte Kunst werde gepflegt werden. Gegen Ueberfremdung allerdings würden wir uns zu wehren haben; der deutschen Kunst gebühre im deutschen Theater die erste Stelle. Wir seien auch keine Philister, um Einwendungen dagegen zu erheben, daß neben der ernsten Kunst auch die leichtere Musik gepflegt werde, da das Theater neben seiner erzieherischen und bildenden Mission auch geistige ®rbau= ung und Erholung bieten solle.
Was die Einstellung zu nichtdeutschen Künstlern angehe, so würden an den behördlich-kontrollierten und verwalteten Bühnen grundsätzlich arische Künstler beschäftigt werden. Jüdischen Künstlern sei die Betätigung nur nach Maßgabe der im Bearntengeseh festgelegten Bestimmungen gestattet. Diese gesetzliche Regelung bilde auch für die städtischen Theater die Richtschnur. Natürlich könnten freischaffende ausländische Künstler in Deutschland gastieren: maßgebend werde hierbei fein, wie der betreffende Staat sich deutscher Kunst und deutschen Künstlern gegenüber einstelle. Privattheatern bleibe es unbenom
Obergruppenführer Major a.D. Hühnlein, München, (Deutscher Kraftfahrverband):
Stadtarzt Dr. Bartels, Berlin, (Deutscher Sportärzteverband);
Lehrer Berendes, Berlin, (Deutscher Sportlehrerverband);
Dr. D o 11 m a n n, Berlin, (Deutscher Sport- presseverband).
In seiner Ansprache an d i e Sportpresse sagte von Tschammer und Osten, eine gesunde und aufbauende Kritik sei ihm sehr erwünscht, aber aus scharfer Kritik müsse zumindest eine gewisse Disziplin sprechen, deren Untergrund das Zeichen zur positiven Mitarbeit ist. Er bitte die Sportpresse, an der guten Sache nach Kräften mitzuarbeiten. Die Vorbereitungen zur Olympiade 1936 seien jetzt in Angriff genommen worden, nachdem die Unterlagen für die materielle Sicherstellung der Vorbereitungen zum größten Teil geschaffen worden sind. Alle Dienststellen des Reiches brächten den Spielen das größte Interesse entgegen. Es sei zu hoffen, daß der Reichsfinanzminister dem deutschen Sport bei der Bewältigung der großen Aufgabe feine Hilfe zuteil werden lasse.
Mitte der nächsten Woche werde der Führerring zum erstenmal zusammen- treten, bann seien die ersten Beschlüsse zu erwarten über die Frage der marxistischen Sportverbände, die Iugendfrage bezüglich Erziehung in- und außerhalb der Schule usw. Ein deutscher Sportfonds soll geschaffen werden, um den Aufbau des Sports sicherzustellen. Bei allen Veranstaltungen wird ein »Sportgroschen" in Höhe von 5 bis 20 Pfennig erhoben. Der preußische Ministerpräsident hat eine Olympia- Lotterie genehmigt, um Mittel für die Vorbereitung auf 1936 bereitzustellen.
irtschafi.
Frankfurt schwächer.
Frankfurt a. M., 23. Juni. (WTB.-Draht- Meldung.) Die heute vorliegenden Nachrichten hatten weiter eine abschwächende Wirkung. Die noch ungeklärte Lage hinsichtlich der Dollarstabilisierung und eine wenig freundliche Beurteilung der Lage in London ließen Publikum und Kulisse mit Verkäufen erscheinen. Das Geschäft hielt sich aber in engen Grenzen. Andererseits zeigte eine Reihe von Spezialwerten Widerstandskraft. So waren IG., Reichsbank und Bekula behauptet und Scherdean- statt zogen sogar 2,50 Prozent an, da das Publikum im Betätigungsfeld der Gesellschaft anscheinend eine Sicherung gegen mögliche Verluste sieht. Recht matt lagen Montanaktien, wo sich die Befürchtungen wegen der Eingänge aus dem Russengeschäft auswirkten und 1,50 verloren. Elektropapiere zeigten auf Realisationen hin geringe Einbußen, nur Licht & Kraft gaben 2,50 und Siemens 1 Prozent nach. Schiffahrtswerte verloren bis zu % Prozent. Ein anderer Teil der Standardwerte hatte merkliche Verluste aufzuweisen, so Goldschmidt 2%, Metallgesellschaft und Deutsche Erdöl bis 1,25 Prozent. Don sonstigen Werten fiel Zellstoff Waldhof mit einem Verlust von 2 Prozent und Deutsche Linoleum mit einem solchen von 2% Prozent auf.
Der Rentenmarkt litt unter den Entscheidungen bei Stahlverein, deren Bonds im Verlaufe um 5,50 Prozent nachgaben. Ferner büßten Deutschen Anleihen bis % Prozent ein und auch Ausländer lagen durchschnittlich bis 0,50 Prozent gedrückt. Im Verlaufe bröckelten die Kurse ziemlich allgemein um 0,50 bis 1 Prozent ab; so gingen z. B. IG. auf 12t Prozent zurück. Auch Der Pfandbriefmarkt hatte durchweg Angebot aufzuweisen und fast sämtliche Werte gingen 0,50 bis 1 Prozent zurück. Stadtanleihen lagen ebenfalls im Angebot, Ausländer waren durch- weg 0,50 Prozent gedrückt.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben, treusorgenden Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager
Herrn Wilhelm Konrad
im Alter von 63 Jahren nach kurzem, geduldig ertragenem Leiden zu sich zu nehmen.
Im Namen aller trauernd Hinterbliebenen:
Elisabeth Konrad, geb. Samm
Großen-Buseck, den 22. Juni 1933.
Beerdigung: Samstag, den 24. Juni, nachmittags 2 Uhr.
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