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23.6.1933 Erstes Blatt
 
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trauen des Führers auf den Platz des Reichsstatt­halters gestellt habe, bat, die Weihe der Fahnen vorzunehmen, nahm

MichSstaithalier und Gauleiter Sprenger

das Wort zu einer Ansprache, in der er u. a. darauf hinwies, daß-der Beamte von vorn­herein dazu berufen war, den Fahnen des Bolkstums, den Fahnen Adolf Hit­lers zu folgen. 1918 sei der Beamte in die 3rre gegangen. Wenn der deutsche Beamte da­mals seiner Pflicht nachgekommen wäre, als das Danner der Zersetzung aufgerollt wurde, t>enn wäre es unter einer zielbewuhten Führung mög­lich gewesen, das Derbrechen von 1918 zu verhindern. Daß dies nicht geschehen sei, da­für gebe es nur eine Entschuldigung: Die Besten aus der Beamtenschaft waren draußen gefallen, oder fie waren noch nicht aus dem Schützengraben zurückgekehrt. Trotz der Anwendung der brutal­sten Machtmittel durch die Machthaber des ver­gangenen Systems konnte aber der Zug der Beam­tenschaft zum Nationalsozialismus nicht unter­graben werden. Damals habe er die Organisation der Beamtenschaft in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei so aufgebaut, daß die damaligen Machthaber sich nicht hindurchfinden konnten.

Bei der Machtübernahme durch Adolf Hitler habe er vor den Führer hintreten und stolz sagen können, daß bis in die letzte Aktenstube Vorsorge dafür getroffen sei, dah von nieman­dem mehr der neue Staat sabotiert werden könne.

Heute sei der Marxismus überwunden und da­mit auch das drückende Gefühl der Unfreiheit. Der Wiederaufbau werde noch lange dauern. Nicht das Parteibuch, nicht besondere verwandschaftliche Beziehungen werden die Eingangspforte in das Beamtentum öffnen, sondern nur Charakter, Leistungsfähigkeit und Können. Die Säuberungsaktion dauere in ganz Deutschland noch an und hier mühten wir hart bleiben. Hier gebe es kein Nachgeben und keine Zweifel. Wenn Adolf Hitler seine große Aufgabe erfüllen wolle, das deutsche Volk wieder frei und geachtet in der Welt zu machen, dann brauche er dazu alle Stände, den Erwerbsstand, den Nährstand, den Wehrstand und noch einen besonderen Stand im deutschen Dolke, nämlich das deutsche Beamten­tum. Niemals mehr darf sich der Beamte als etwas Besonderes, oder über die anderen erha­ben fühlen.

Alles mit dem Volke für das Volk.

So entrollt nun die Fahnen zum Zeichen der Kameradschaft, dah sie hineinleuchten in die hoffnungsvolle Gegenwart und den Weg weifen in eine bessere Zukunft.

Landtagspröffdent Or. Müller

dankte dem Reichsstatthalter und schloh mit dem Kommando:Die Fahnen hoch I" und einem dreifachen Sieg-Heil aus Adolf Hitler. Die auf­marschierten Beamten und die Zuschauer, die das große Diereck auf dem Marienplah umlagerten, sangen dann begeistert das Horst-Wessel-Lied.

Anschließend formierten sich die Beamtenschaf­ten zu einem Zug durch die Hauptstraßen der Stadt zum Saalbau. Dort endete die Kundgebung mit einem kameradschaftlichen Beisammensein.

men, nichtarische Künstler zu beschäftigen. Es sei eine Frage der Selbstdisziplin insbesondere des einzelnen national- und rassebewuhten Menschen, solche Theater zu besuchen oder nicht. Staats­kommissar Hinkel ging dann auf die besonders schwierigen Theaterverhältnifse in Berlin ein. _

Zur Steuerung der Erwerbslosigkeit bei Sän­gern, Schauspielern und Musikern werde eine Neu­gliederung und ein Ausbau des Wander­theaterwesens in Angriff genommen wer­den. Die verschiedenen Provinzbühnen würden eine Art Doppelbesetzung erhalten, damit sie stär­ker die kleinen Ortschaften ihres Bereiches bespie­len können. Daneben würden eigene Wanderthea­ter-Ensembles geschaffen werden. Man werde Schulen und Organisationen heranziehen, um den Besuch zu gewährleisten. Die kunstfreundliche Ein­stellung der Regierung, besonders des Reichskanz­lers Adolf Hitler, bietet die Gewähr, daß alles getan werde, um dem deutschen Theater neues Blut zuzuführen. Befürchtungen, daß die Etats­mittel für die Bühnen noch mehr verknappt wür­den, feien unnötig. Natürlich werde das Sparsam­keitsprinzip herrschen.

Staatssekretär Hinkel schloh seine Ausführun­gen mit der Versicherung, daß alle maßgeblichen Stellen ton der Lebensnotwendigkeit des deutschen Theaters als eines bedeutenden Kulturträgers und Erziehunasfaktors überzeugt sein. Das Ziel gehe dahin, die deutschen Bühnen wieder zu national- religiösen Kulturstätten zu machen.

Dillkreis.

WSN. Dillenburg, 22. Juni. Die Vertre­tung der Gemeinde Niederweidbach hat be­schlossen, für den Fall einer Auf lös ung des Kreises Dillenburg dahingehend vorstellig zu werden, dah die Gemeinde nicht mehr im Ver­bände des früheren Kreises Biedenkopf verbleibt, sondern dem alten Dillkreis einver­leibt wird. Auch die Vertretung der Ge­meinde Bischoffen hat sich in gleichem Sinne ausgesprochen.

G. A.-Gpori.

Oie Führer der deutschen Sportverbände ernannt.

Reichssportkommissar von Tschammer und Osten gab am Donnerstagvormittag gelegentlich eines Prefsetees im BerlinerHaus der deutschen Presse" bekannt, wen er zu Führern der Sport­verbände ernannt hat. Reichsführer des deutschen Sports ist Gruppenführer von Tschammer und Osten. Mitglieder des Reichsführerringes sind:

Direktor Professor Dr. Neuendorff, Berlin, (Deutscher Turnverband):

Kriminalrat Linnemann, (Berlin, (Deutscher Fuhballverband):

Dr. Ritter v. H a 11 (Deutscher Leichtathletik­verband):

Führer des Schwerathletikverbandes noch nicht ernannt;

Georg Hax, Berlin, (Deutscher Schwimm­verband):

Dr. Schomburgk, Leipzig, (Deutscher Tennis- und Hockehverband):

Paul Schluck, Wernigerode, (Deutscher Kegel- und Billardverband):

Erwin H a ch m a n n, Berlin, (Deutscher Winter- sportverband);

General a. D. Herrgott, Berlin, (Deutscher Schiehsportverbano);

Kapi.aweulnant a. D Jasper, Berlin, (Deut­scher Wassersportverband):

Führer des WanderverbandeS noch nicht er­nannt :

Führer des Radsportverbandes noch nicht ernannt;

Sie Heugeflalhing des deutschen Theaterwesens.

Siaatskommissar Hinkel über die künftigen Aufgaben unserer Bühnen.

Berlin, 21. Juni. (TU.) Staatskommissar Hinkel äußerte sich in einer Unterredung mit einem Pressevertreter über die schwere Krisis der deutschen Theater und über die Be­mühungen der nationalen Regierung, das Theater als wichtige Bildungs- und Kulturstätte wieder lebensfähig zu machen. Einleitend bemerkte er, daß der neugegründete Theaterausschuß vor attenf dafür zu sorgen habe, daß an der Spitze der öffentlich- rechtlichen Bühnen Preußens Persönlichkeiten stän­den, die eine Führung dieser Kultur ft ät» ten im Sinne der Regierung gewährleiste­ten. Künftig werde es, nach Begutachtung des Preußischen Theaterausschusses, dem die Prüfung aller staatlichen und städtischen Theaterfragen nach sachlichen und personellen Gesichtspunkten obliege, der Zustimmung des preußischen Ministervräsiden- ten bzw. des preußischen Kultusministers oedürfen, ehe Verträge mit leitenden Persönlichkeiten Rechts­verbindlichkeit erlangten.

Staatskommissar Hinkel sprach dann über die be- absichtigten Maßnahmen, um das deutsche Theater wieder existenzfähig zu machen. Eine wesentliche Rolle werde hierbei die neue Besucherorga­nisationDeutsche Bühne" spielen. Den Mitgliedern dieser Organisation wie auch den An­gehörigen der übrigen nationalsozialistischen Or­ganisationen, werde es zur national-kulturellen Ehrenpflicht gemacht werden, die Theater zu be­suchen. Es werde scharf darauf geachtet werden, daß diejenigen, die sich den Theaterbesuch leisten können, dies auch wirklich tun.

Es werde eine großzügige Werbe- und Er­ziehungsaktion unter Heranziehung der Dich- tcrakademie. der Kulturorganisationen, des Rund­funks und der Presse einsetzen, um die leben-

digste Verbindung zwischen Dolk und Kunst herzustellen.

Bei Feststellung der Spielpläne gebühre den K l a s s i k e r n der erste Platz; man werde aber auch junge Autoren zu Worte kommen lassen, die in einer weltanschaulich anders eingestellten Zeit in den Hin­tergrund gedrängt worden seien. Natürlich denke man nicht daran, alle Werke ausländischer Dichter und Komponisten zu verbannen und sich kulturell von der Welt abzuriegeln. Daß Shakespeare, Moliöre, Rostand, Ibsen, Björnson oder Tolstoi von deutschen Bühnen verschwinden würden, sei ebenso undenkbar, wie eine Ausschaltung von Verdi, Rossini, Puccini, Bizet, Tschaikowsky. Alle kulturell werwolle, boden­verwurzelte Kunst werde gepflegt werden. Gegen Ueberfremdung allerdings würden wir uns zu weh­ren haben; der deutschen Kunst gebühre im deut­schen Theater die erste Stelle. Wir seien auch keine Philister, um Einwendungen dagegen zu erheben, daß neben der ernsten Kunst auch die leichtere Musik gepflegt werde, da das Theater neben seiner erziehe­rischen und bildenden Mission auch geistige ®rbau= ung und Erholung bieten solle.

Was die Einstellung zu nichtdeutschen Künstlern angehe, so würden an den behördlich-kontrollierten und verwalteten Bühnen grundsätzlich arische Künstler beschäftigt werden. Jüdi­schen Künstlern sei die Betätigung nur nach Maß­gabe der im Bearntengeseh festgelegten Bestim­mungen gestattet. Diese gesetzliche Regelung bilde auch für die städtischen Theater die Richtschnur. Natürlich könnten freischaffende ausländische Künstler in Deutschland gastieren: maßgebend werde hierbei fein, wie der betreffende Staat sich deutscher Kunst und deutschen Künstlern gegen­über einstelle. Privattheatern bleibe es unbenom­

Obergruppenführer Major a.D. Hühnlein, München, (Deutscher Kraftfahrverband):

Stadtarzt Dr. Bartels, Berlin, (Deutscher Sportärzteverband);

Lehrer Berendes, Berlin, (Deutscher Sport­lehrerverband);

Dr. D o 11 m a n n, Berlin, (Deutscher Sport- presseverband).

In seiner Ansprache an d i e Sport­presse sagte von Tschammer und Osten, eine gesunde und aufbauende Kritik sei ihm sehr er­wünscht, aber aus scharfer Kritik müsse zumindest eine gewisse Disziplin sprechen, deren Untergrund das Zeichen zur positiven Mitarbeit ist. Er bitte die Sportpresse, an der guten Sache nach Kräften mitzuarbeiten. Die Vorbereitungen zur Olympiade 1936 seien jetzt in Angriff genommen worden, nachdem die Unterlagen für die ma­terielle Sicherstellung der Vorbereitungen zum größten Teil geschaffen worden sind. Alle Dienst­stellen des Reiches brächten den Spielen das größte Interesse entgegen. Es sei zu hoffen, daß der Reichsfinanzminister dem deutschen Sport bei der Bewältigung der großen Aufgabe feine Hilfe zuteil werden lasse.

Mitte der nächsten Woche werde der Füh­rerring zum erstenmal zusammen- treten, bann seien die ersten Beschlüsse zu erwarten über die Frage der marxistischen Sport­verbände, die Iugendfrage bezüglich Erziehung in- und außerhalb der Schule usw. Ein deut­scher Sportfonds soll geschaffen werden, um den Aufbau des Sports sicherzustellen. Bei allen Veranstaltungen wird ein »Sportgroschen" in Höhe von 5 bis 20 Pfennig erhoben. Der preußische Ministerpräsident hat eine Olympia- Lotterie genehmigt, um Mittel für die Vorbe­reitung auf 1936 bereitzustellen.

irtschafi.

Frankfurt schwächer.

Frankfurt a. M., 23. Juni. (WTB.-Draht- Meldung.) Die heute vorliegenden Nachrichten hatten weiter eine abschwächende Wirkung. Die noch un­geklärte Lage hinsichtlich der Dollarstabilisierung und eine wenig freundliche Beurteilung der Lage in London ließen Publikum und Kulisse mit Ver­käufen erscheinen. Das Geschäft hielt sich aber in engen Grenzen. Andererseits zeigte eine Reihe von Spezialwerten Widerstandskraft. So waren IG., Reichsbank und Bekula behauptet und Scherdean- statt zogen sogar 2,50 Prozent an, da das Publi­kum im Betätigungsfeld der Gesellschaft anschei­nend eine Sicherung gegen mögliche Verluste sieht. Recht matt lagen Montanaktien, wo sich die Be­fürchtungen wegen der Eingänge aus dem Russen­geschäft auswirkten und 1,50 verloren. Elektro­papiere zeigten auf Realisationen hin geringe Ein­bußen, nur Licht & Kraft gaben 2,50 und Siemens 1 Prozent nach. Schiffahrtswerte verloren bis zu % Prozent. Ein anderer Teil der Standardwerte hatte merkliche Verluste aufzuweisen, so Goldschmidt 2%, Metallgesellschaft und Deutsche Erdöl bis 1,25 Prozent. Don sonstigen Werten fiel Zellstoff Wald­hof mit einem Verlust von 2 Prozent und Deutsche Linoleum mit einem solchen von 2% Prozent auf.

Der Rentenmarkt litt unter den Entschei­dungen bei Stahlverein, deren Bonds im Verlaufe um 5,50 Prozent nachgaben. Ferner büßten Deut­schen Anleihen bis % Prozent ein und auch Aus­länder lagen durchschnittlich bis 0,50 Prozent ge­drückt. Im Verlaufe bröckelten die Kurse ziem­lich allgemein um 0,50 bis 1 Prozent ab; so gingen z. B. IG. auf 12t Prozent zurück. Auch Der Pfandbriefmarkt hatte durchweg Angebot aufzuweisen und fast sämtliche Werte gingen 0,50 bis 1 Prozent zurück. Stadtanleihen lagen ebenfalls im Angebot, Ausländer waren durch- weg 0,50 Prozent gedrückt.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben, treu­sorgenden Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager

Herrn Wilhelm Konrad

im Alter von 63 Jahren nach kurzem, geduldig ertragenem Leiden zu sich zu nehmen.

Im Namen aller trauernd Hinterbliebenen:

Elisabeth Konrad, geb. Samm

Großen-Buseck, den 22. Juni 1933.

Beerdigung: Samstag, den 24. Juni, nachmittags 2 Uhr.

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