Ausgabe 
23.6.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 144 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Freitag, 25.)uni 1935

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Gerüchte um eine Neuordnung im Donauraum

Oie Auffassung in Berlin

richtete sich deshalb in den oergangi mer mehr gegendieKleineE

lenen Jahren im- ; n t e n t e, deren

Wien, 22 Juni. (WTB.) Der Landesleiter der NSDAP. Oesterreichs, Proksch, nimmt in einem Ausruf zu dem Verbot der nationalsozia­listischen Bewegung durch die Regierung Doll» fuß Stellung. Die Führung der RSDAP Oester­reichs, so heißt es darin, habe niemals anders, als mit legalen Mitteln ge- kämpst und niemals Gewalttaten veranlagt oder gebilligt. Das gelte auch für die Gewalttaten der letzten Tage, für die die ÄSDAP. jede Verantwortung ad­le h n e. Die geistigen Urheber und Lehtverant» wortlichen an diesen Taten sind daher auch nicht in den Reihen der RSDAP. zu suchen, sondern

Daseinszweck gerade die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes ist. Schon seit Jahren hat Italien in dem durch den Vertrag von Trianon ver­stümmelten Ungarn einen Stützpunkt seiner Bal- kanpolitik; doch hat eine Reihe von Zwischenfällen,

PoMfd)e(ffonio:

zronkfurl am Main 11686. vrvtk ottö Verlag : vrühl'sche Univerfilälr-Vuch- und Steinörudcrei B. Dange in Gießen. 8christletrung und Geschäftrftelle: Zchulftraße 7

Annahme von Lnzeige» für die lagtsnummer bi» zum Nachmittag vorher.

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für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, ausmärt» 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrist 20', mehr.

Chefredakteur

Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfürdenAn- zeigenteil L D. Th.Kümmel sämtlich in Biesten

Die für Donnerstagabend im Berliner Grüne- waldstadion angesetzte Sonnenwendfeier, bei der Reichsminister Dr. Goebbels eine programma­tische Rede halten wollte, ist wegen der ungünstigen Witterung aufFreitag,den3 0. Juni.oer- schoben worden.

auf der Hermannshöhe der Leiter des außenpoli­tischen Amtes der NSDAP., Alfred Rosenberg, die Flammenrede hielt. Nach einem geschichtlichen Ucberblick über die großen Linien der Ostpolitik in den letzten Jahrhunderten führte er aus:

Die Schicksalsoerbundenheit werde stark genug sein, auch die Ostsee einmal in den Lebens­raum einzuschalten, der von Niedersachsen bis nach Upsala reiche. Aber wir müssen verlangen, daß diese jungen Staaten der großen deutschen Na­tion so gegenüberstehen, wie es die deutsche Na- tion zu fordern berechtigt sei. Das Geschehen unserer Tage werde beherrscht von einem Gedanken: Deutschland! In diesem Gedanken lebten wir. Diesen Gedanken wollen wir alle wahren und die­sem Gedanken wollen wir unsere Kraft opfern in Freiheit und Einigkeit. In diesem Gedanken werden wir kämpfen. Wir glauben, daß er nicht nur eine politische Staatsidee verkörpert, sondern eine freie Kulturseele darstellt, und daß die Erkenntnis dieser Kulturseele immer weiter getragen wird. Mehr als für den Gedanken Deutschland zu kämpfen, kann auch Gott von uns nicht verlangen.

Während der Rode sanken langsam die hohen Feuerstöße zusammen. Die Menge sang zum Schluß das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied.

Erfche«n> tägltd), außei Sonntags und feiertags Beilagen. Die Illustrier!, Biestener FamilienbläNer Heimat >m Bild Die Scholl, $onat$:Be$ugsprel$:

JJlU 4Beilagen RM 1.9b Ohne Illustriert, 1 80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höhere, Gewalt, Hernforechanschlusse anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger »iefoen.

vielmehr im Schoße jener Regierung, die schamlos genug war oder ist, die Angehörigen der großen deutschen Freiheitsbewegung aller Zeiten m i t denniedrigstenMitteln derSchikane, Provokation und Gewalt so lange zu unterdrücken, bis ihr dann aus den zwangs­läufig erfolgten und vorausberechneten Empö­rungsausbrüchen junger Fanatiker die Hand­habe gegeben schien, zu ihrem Verbot, in dem sie das letzte Mittel zu ihrer eigenen Rettung sieht.

Die Partei ist verboten, jede Betätigung für sie oder in ihrem Sinne ist unter drakonische Strafe gestellt. Ich enthebe daher formell und öffentlich

Oesterreich und Ungarn hinarbeiten, wurden heute in dem internationalen Kreis von Politikern, den die Weltwirtschastskonferenz in London zu- sammengeführl hat, ziemlich lebhaft erörtert. An englischer amtlicher Stelle steht man diesen Pro­jekten offenbar recht ablehnend gegenüber. Von dieser Seite ist man bereits den Gerüchten entgegengetreten, als ob die britische Regierung bereits zu verstehen gegeben habe, daß sie gegen eine Wiederherstellung der Habsburger Mon­archie in veränderter Form nichts einzuwenden habe.

Oie Kleine Entente stark beunruhigt.

Lieber den Anschluß."

London, 22. Juni. (TU.) Die Rachricht, daß Frankreich eine Unterstützung des italienischen Planes für einen engeren Zusammenschluß von Oesterreich und Ungarn gutheiße, hat in den Abordnungen der Kleinen Entente eine un­geheure Aufregung hervorgerufen. Ohre Vertre­ter traten am Mittwochabend zu einer Sitzung in London zusammen und erwogen die Lage, ganz besonders auch von dem Gesichtspunkt aus, daß Italien letzten Endes sich für dieWieder- herstellung der Monarchie der Habs­burger einsehe. Vene sch will nunmehr in Paris eine Gegenmine legen und Da- ladier von seinen Plänen abbringen. F r a n i -

Vertraue«

aus 1SZ jähriger enger Verbundenheit mit allen Volksschichten der Heimat ist die freie Grundlage der Anhänglichkeit und Treue zu deinem Heimatblatt dem Gießener Anzeiger

wie die Angelegenheit von Szent Gotthard im Jahre 1928 und von Hirtenberg im Frühjahr 1933 gezeigt, wie behindert Italien durch die räum­liche Trennung von Ungarn ist. Der Weg nach Ungarn und überhaupt zu einer tiefen Politik auf dem nördlichen Balkan führt über Oe ft er- reich. Die Wiederher st ellung einer engen Union zwischen den Äernlanben und der alten Donaumonarchie, die eine starke Anziehungskraft nach Süden ausüben würde, ist daher das italienische Ziel, das mit der Politik Frankreichs und noch mehr mit derjenigen der Kleinen Entente inWiderspruch steht. Man muß abwarten, wieweit Frankreich, das neuerdings auf ein gutes Verhältnis zu Italien besonderes Ge­wicht legt, den italienischen Wünschen entgegen kom­men wird, die es als verkappten Anschluß, zugleich aber auch als ein Mittel zur Verhinderung des eigentlichen Anschlusses betrachtet.

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Diese Entschließung stellt einen Ersatz für den früheren amerikanischen Vorschlag einer lOpro- 3 e n t i g e n Herabsetzung der Zölle dar, der vorige Woche von der amerikanischen Delega­tion wieder zurückgezogen worden war.

Pessimismus in Frankreich.

Paris, 23.3uni. (WTB.-Funkfpruch.) Der Anhalt der amerikanischen Rote über die Wäh­rungsfrage wird von der französischen Presse pessimistisch beurteilt. Man spricht daher von der Möglichkeit einer Vertagung der Konferenz bis Oktober. Der in London weilende Auhenpolitiker des »Echo de Paris" schreibt, der Weltwirtschaft sei durch die amerikanische Erklärung ein tödlicher Schlag versetzt worden. Auch »Matin" nennt die Lage aus­sichtslos.

könnten die Aussichten der Konferenz nur recht trübe werden, weil den Verhandlungen die p r a k - tische Grundlage fehlt, ohne die keine greifbaren Ergebnisse erzielt werden können.

Ein neuer amerikanischer Vor­schlag zur Beseitigung der

Handelsschranken.

London, 22. Juni. (WTB.) Staatssekretär H u 11 legte im Namen der amerikanischen Delega­tion dem Wirtschaftsausschuß der Weltwirtschafts­konferenz eine Entschließung für die schrittweise Her­absetzung und Beseitigung künstlicher Handelsschran­ken vor. In der Entschließung wird gesagt: Auf­nahme oder Fortsetzung einer Politik des extremen Wirtschaftsnationalismus und weite­rer Erhöhung der Handelsschranken mit Diskriminierungen sind gegen bas gemein (ame Interesse. Einfuhrverbote, Kontingente und andere willkürliche Beschränkungen sollen völlig und rasch beseitigt werden. Zollschranken sollen so rasch wie möglich durch zweiseitige oder vielseitige Vereinbarungen auf einen Stand herabgesetzt werden, auf dem der Handel in normaler Weise funktionieren kann. Es ist dafür zu sorgen, daß in den Vereinbarungen keine B e - stimmungen enthalten sind, die zwar jedem Vertragschließenden Vorteile gewähren, aber un- . günftige Wirkungen auf den Welthan- del als Ganzes ausüben. 1

Ein italienischer Vorstoß gegen die Kleine Entente. Restauration der österreich-ungarischen Donaumonarchie? Die französische Sphinx

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Berlin, 22. Juni. (ERB.) In Berlin wird zu diesen Erörterungen über die politische Zukunft des Donauraumes folgendes erklärt: Die italienischen Pläne sind schon lange kein Geheimnis mehr. Ita­lien fühlt sich als Erbe der Balkan-Inter- essen der alten Donaumonarchie, deren Gegnerschaft zu Serbien sich in verschärfter Form in dem gespannten italienisch-südslawischen Verhältnis fortsetzt. Wenn Jtcklien von Revisionen spricht, meinfr es vor allem territoriale Verände­rungen an der Küste und imHinterland des Adriatischen Meeres, und seine Politik

Gonnenwendfeier an der Ostfeekufie.

Berlin, 22. Juni. (TU.) Die Ostkundgebungen in Lübeck-Travemünde fanden am Mittwochabend mit einer großen Flammenrede Alfred Rosenbergs ihren Abschluß. Auf ein Leuchtraketensignal vom Flugzeug aus flammten an der ganzen O st - seeküste Mecklenburgs bis hinauf ins schleswig. holsteinfche Gebiet 500 Holz­stöße auf. Zehntaufende von Zuschauem waren zum Test von weit her nach Travemünde gekommen, wo

ReueUeberraschung in London

Amerika

lehnt sofortige Währungsstabilisierung ab.

£ o n b o n, 22. Juni. (TU.) Die Sensation auf der Weltwirtschaftskonferenz war am Donnerstag eine Erklärung der amerikanischen Abord­nung, daß nach Auffassung der Regierung der vereinigten Staaten die Vorschläge für eine zeit­weilige de-facto-IDäIjrungsftabilificrung verfrüht seien. Den Erörterungen über diesen Plan habe man eine ju große Bedeutung beigelegt. Ame­rika begründet diese Ausfassung damit, daß seine Anstrengungen zur Hebung der preise der wichtigste Beitrag sei, den sie leisten könne, und daß alles, was diesen Bemühungen hinderlich sei, für die Kon­ferenz von vornherein eine schädlichewirkung haben würde, da ein unmittelbares Einvernehmen in der Frage der Stabilisierung nicht vorhanden sei. Die amerikanische Regierung habe bereits eine Ent­schließung jugunften einer endgültigen Stabilisierung der Devisen, die nicht ft a b i l seien, eingebracht und ihre Unterstühung den Maßnahmen zur Wiederherstellung einer den Rationen angepaßten währungs- und Finanzpolitik angedeihen lassen, um der Wirtschaftstätigkeit einen Anreiz zu geben und die preise zu erhöhen.

Gedrückte (Stimmung.

London, 22. Juni. (TU.) Die ablehnende Hal- tung Amerikas gegen eine sofortige zeitweilige Wäh- rungsstabilisierung wirkte niederschmetternd auf die allgemeine Stimmung in der Konferenz, obwohl die amerikanische Erklärung keines­wegs unerwartet kam. Macdonald, der von den amerikanischen Absichten schon vorher Kenntnis erhalten hatte, hatte schleunigst das Bureau der Konferenz zu einer Sitzung einberufen, in der über die neuentftanbene Luge beraten wurde. Er hatte außerdem eine Reihe von Einzelbesprechungen, darunter mit dem amerika­nischen Staatssekretär Eox und dem französischen Finanzminister Bonnet, der nach Veröffent­lichung der Erklärung geheimnisvoll sagte:Sehr gut". Die Amerikaner rechnen es sich zum Verdienst an, eine klare Lage geschaffen zu hoben. Die Engländer betrachten die Lage ernst und geben zu verstehen, daß die Verhandlungen im Wahrungs- ausschuß keine Fortschritte machen ton­nen, ehe nicht der amerikanische Unterstaatssekretär Molley in London eintrifft. In französischen Krei­sen hört man bereits das Wort: Dies gibt der Kon- ferenz den Todesstoß!" Deutscherseits wird es natür­lich bedauert, daß die Aussichten auf eine baldige Währungsstabilisierung geschwunden sind Man habe sie als die unbedingt notwendige Voraus­setzung für die Regelung aller anderen Fragen einschließlich der wirtschaftlichen angesehen. Sollten die Amerikaner, wie es ziemlich sicher zu sein scheint, auf ihrem ablehnenden Standpunkt verharren, so

reich, sagt der diplomatische Mitarbeiter de« Daiü; Telegraph" würde jede andere Lö­sung der Donaufrage, ausgenom­men den Anschluß Oe st erreichs an Deutschland, gutgeheißen. Die Kleine Entente möchte aber lieber den Anschluß, als die Wiederherstellung der öster­reichisch-ungarischen Monarchie sehen. Wegen deS Anschlusses, so sagte ein Vertreter der Kleinen Entente würde diese kaum zum Kriege gegen Deutschland schreiten, aber sie würde sofort mo­bilisieren, sobald der Versuch zur Wiederherstel­lung der Donau-Monarchie gemacht würde."

Ungarn dementiert.

Budapest, 22. Juni. (WTB.) Gegenüber den in den letzten Tagen in der ausländischen Presse erschienenen Mitteilungen über eine Habsburg- Restauration, eine österreichisch-unga- rische Personalunion und über ähnliche Dinge wird von kompetenter ungarischer Stelle auf die Parlamentsrede des Ministerpräsidenten @ ö rn- bös verwiesen, worin er erklärte, daß die Kö­nigsfrage nicht aktuell, die Personal­union aber unerwünscht ist. In maßgeben- den politischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß diese Auffassung des Ministerpräsidenten von der öffentlichen Meinung des ganzen Landes geteilt wird. Eben deshalb werden die im Auslande aufgetauchten Sensationsmeldungen in das Land der Märchen verwiesen.

Die Weilersühnmg des Kampfes gegen SMnß

Ein Aufruf des Landesleiters der österreichischen NSDAP.

Paris, 22. Juni. (TU.) Am Donnerstag finden, wie derParis midi" ankündigt, am Quai d'Orsay wichtige politische Verhandlungen statt. Paul-Voncour wird dort den tsche­chischen Außenminister Venesch, den südslawischen Außenminister Ieftitsch und den Hnterstaats- sekrelär des italienischen Außenministeriums, S u v i ch , empsangen. Es handelt sich um Ver­handlungen über den Plan einer öster­reichisch-ungarischen Monarchie, der nach dem Pariser Mittagsblatt von Musso­lini unterstützt wird und dem England und gewisse französische Kreise wohl­wollend gegenüberstehen sollen. Die Minister der Kleinen Entente werden je­doch dem französischen Außenminister auseinan­dersetzen, daß ihrer Ansicht nach der Plan eines österreichisch-ungarischen Blockes ebenso ob- zu 1 ehnen ist wie der Anschluß. Paul-Boncour soll versuchen, den beiden Außenministern der Kleinen Entente aufklärende und beruhigende Er­klärungen abzugeben, und sie darauf aufmerksam machen, daß es sich lediglich darum handele, die zwischen den Donauländern bestehenden (wirt­schaftlichen, nicht politischen) Bindungen zu starken.

Vom Quai d'Orsay wird erklärt, daß es sich bei der Meldung desParis midi" um eine glatte Erfindung handele. Der größte Teil der genannten Persönlichkeiten b e s i n d e sich nicht in Paris- Der dem Außenministe­rium nahestehendeTemps" veröffentlicht außer­dem folgende Mitteilung: Zu dem Plan einer österreichisch-ungarischen Union erklärt man an zuständiger Stelle nachdrücklichst, daß die Ge­rüchte, nach denen ein solcher Plan gegenwärtig Gegenstand von Verhandlungen zwischen der fran­zösischen Regierung und Vertretern der Kleinen Entente bilde, aus einem völligen Irr­tum beruhe.

Soweit die amtliche Stellungnahme. Immerhin steht fest, daß der südslawische Außenminister seit Mittwoch abend in Paris weilt, daß Paul- Boncour am Mittwoch den rumänischen Ge­sandten und am Donnerstag den Apostoli­schen Runtius und den tschechischen Ge­sandten empfangen hat, und daß der tschecho- slowakische Außenminister B e n e s ch am Samstag in der französischen Hauptstadt erwartet wird. Es ist daher verständlich, daß man in französischen politischen Kreisen das heutige amtliche Dementi mit Mißtrauen aufnimmt.Diese Dementis', so schreibt dasJournal des Debats", erin­nern an die Ableugnungen zu Beginn der Ver­handlungen um den Viererpakt. Wahr ist, daß der italienische Plan vorhanden ist und daß die wichtigsten Regierungen Kenntnis von ihm haben. Die Erregung, bie er in Greifen der Kleinen Entente hervorgerufen hat, steht ebenso wenig außer Zweifel. Man muß wün­schen, daß die französische Regierung sich nicht auseinengefährlichenWegeinlassen wird. Auf alle Fälle vermittelt sie durch die Ver­neinung vorhandener Tatsachen nicht den Eindruck, daß sie Widerstand zu leisten beabsichtigt. Leider gibt es allzuoft eine halbamtliche Wahr- peil und eine nackte und einfache Wahrheit." Der Paris Soir" schreibt: In unterrichteten Kreisen fei man der Ansicht, daß die einzig mögliche Lö­sung der mitteleuropäischen Frage in der Ver­wirklichung eines wirtschaftlichen Ab­kommens liege, das alle Donau st aaten umfasse

England zurückhaltend.

London, 22. Juni. (ERB.) Die plötzlich in Umlauf gekommenen Gerüchte über Projekte, die auf einen engeren Zusammenschluß zwischen

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