Ausgabe 
21.10.1933 Erstes Blatt
 
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Volke niemals Illusionen gemacht über die Schwie­rigkeiten, die sich der Lösung entaegenstellten. Wir haben von vornherein gesagt, daß wir mindestens vier Jahre brauchen würden. Nun sind acht Monate vergangen und bereits über ein Drittel unserer Arbeitslosen sind wieder an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt (Bei­fall). Nicht von selbst und nicht ohne unser Zutun. Unsere Kritiker im Auslande möchten die veffent- lichkeit nun gern glauben machen, daß das eben im Zuge der Zeit liege, als eine Konjunk­turerscheinung, deren glückliche Nutznießer wir seien (Heiterkeit). Nein, keineswegs! Wir haben manchen lag und manche Nacht uns den Kopf darüber zergrübelt, wie wir diesem Ge­spenst der drohenden Not zu Leibe rücken können. Wir haben Pläne entworfen, haben dafür Geld eingesetzt, haben Kredite gegeben, haben den Bau von Netchsautobahnen und Hunderte, Tausende, Hunderttausend« in Brot gebracht, immer nur in dem Bestreben, diese stillstehende und bald ver­

rostete Maschine der deutschen Produktion allmäh. lieh doch wieder in Gang zu setzen.

röir haben eine Summe von 500 Millionen Mark seilens der Regierung eingesetzt. Diese 500 Millio­nen ziehen ca. 2000 Millionen wieder aus dem Volke nach sich, und mit diesen 2500 Millionen wer­den wir die Arbeitslosensisfer in diesen Monaten mindestens halten. (Beifall.) Bei beginnendem Früh­ling werden wir dann die Attackegegendiese Krankheit neu eröffnen. Wir haben alles 6etan, was menschenmöglich ist. und wir sind der eberzeugung. daß das Doll glücklich ist, nun fei­nen inneren Frieden zu haben und an die Arbeit gehen zu können. Selbstverständlich kann man noch über dieses und jenes kritisieren. Aber niemand weiß so gut wie wir, wo es noch überall hapert. Soweit wir aber in der Aufspü­rung unserer eigenen Fehler gehen dürfen, so ge­schlossen müssen wir uns dagegen verwahren, daß ein anderer, der nicht zu uns gehört, glaubt, unsere Fehler nicht nur zu kritisieren, sondern vergrö­bern und um fälschen zu können.

Deutschland will Europa vor einem neuen Krieg bewahren.

Nicht, Indem wir uns den andern anzugleichen versuchen, erringen wir die Sympathie der frem­den Länder, sondern je stärker wir une In uns selbst verwurzeln, um so geschlossener werden wir der Well gegenüber auftreten können, und um so eher wird dann auch da, Verständnis der Welt für un, wach werden. Wir wollen damit die Welt geistig gar nicht bedrohen, ganz zu schweigen von einer militärischen Bedrohung, von der natürlich gar nicht die Rede sein kann. Wir haben gar nicht die Absicht, die Welt natio­nalsozialistisch zu machen. Uns genügt es, wenn Deutschland nationalsozialistisch ist. (Beifall.) Well wir neu sind, sind wir unbequem, und weil wir unbequem sind, stellen wir eine Bedrohung

der Vcquemlichkeilsapostel dar. (Beifall.)

Wie unfair ist es nun von der Welt, aus den Legenden- und Greuelmeldungen auf unseren wah­ren Zustand schließen zu wollen. Die Emigranten behaupten, wir herrschten nur durch Gewalt und Terror. Sind wir nicht so legal wie über- Haupt möglich an die Macht gekommen? Wir hatten doch nach dem 30. Januar die Möglichkeit au erklären, daß nie wieder gewählt würde. Wir haben es nicht getan. Wenn man immer sagt: Ja, ihr sperrt eure politische Gegner in die Konzentra­tionslager, dann frage man sich, was wohl un­sere politischen Gegner mit uns ge­tan hätten, wenn sie zur Macht gekommen wären? (Sehr richtig.) Wenn heute ein internationaler Bol­schewist den Deutschen Reichstag in Brand steckt, einer der eigentlich verdiente, daß er innerhalb 24 Stunden an der Stätte, die er in Brand gesteckt hat, aufgeknüpft würde (stürmischer Beifall), wenn er heute vor den Richtern steht und wie ein armes Opfer aussieht, so kann man nur sagen, unsere Geduld ist wirklich bewundernswert. Und wie haben unsere Gegner das gelohnt? Haben sie Derständnis dafür? Erkennen sie das an? Nichts davon! Im Gegenteil. Sie behaupten, wir hätten

den Reichstag in Brand gesteckt. Sie haben ein Phantasiegernalde entworfen, so grotesk und )o überspannt, daß wirklich nur ein Böswilliger sich den Anschein geben kann, er glaube das. Als wir am 30. Januar an die Macht gekommen waren, hatten wir eigenllich allen Grund gehabt, der Welt all das oorzuhalten, was sie uns in den letzten 14 Jahren angetan hat. Wir haben das nicht getan, denn wir waren der Ueberzeugung, daß es gar keinen Zweck hat, die alten Sunden wieder aufzureißen. Dies ist auch ganz natürlich. Denn der Führer und die von ihm Beauftragten ,ind selbst in ihrer Friedenspolitik frei.

Der Führer konnte deshalb mit Recht sagen, er wolle nichts unversucht lassen, um (Europa vor einem neuen Kriege zu be wa h - cen. Daß ein Friede Opfer kostet, das wissen wir, aber wir sind der Meinung, er kostet we­

niger Opfer al# eine Krieg. (Großer Beifall.) Wir haben also die Befürchtungen, die man an unsere Machtübernahme glaubte knüpfen zn müssen, nicht erfüllt. Das hat auch seine tieferen Ursachen. Denn wir sind keine Hurrapa­trioten. Unser Volk sieht vielmehr in einem Kriege niemals eine Wonne, niemals ein Glück, sondern eine bittere vnd furchtbare Notwendigkeit. Diesem Empfinden muß und wird auch die Regierung in ihrem ganzen handeln und Auftreten Ausdruck geben. Wir sagen: Wenn es, auch unter schweren Opfern, möglich wäre, mitFrankreich einever-

ständignng zu finden, und zwar eine Ver­ständigung, die uns unsere Ehre läßt und einen wirklichen dauerhaften Frieden ohne jeden Hin­tergedanken garantierte, dann würden wir uns um Millionen Menschen in Deutschland und in Frankreich ein ungeheure# Verdienst erwerben. (Beifall.)

Kein Surrapalriotismus/Keine Revanche

Bor allem sind wir der Meinung, daß das große Bertrauenstapital, das unser Volk uns entgegenbringt, auch in dieser Beziehung nicht ungenutzt gelassen bleiben kann. Wenn der Führer über den Rundfunk eine große Geste nach Frankreich macht und Frankreich die Bertöhnungshand bietet, dann braucht er nicht zu fürchten, deshalb am übernächsten Tage im Reichs­tag gestürzt zu werden. Wenn wir uns von den lauten Hurrapatrioten diesseits und jenseits unter­scheiden, so brauchen wir uns dieser Unterscheidung nicht zu schämen, denn wir halten es nicht für ehrenvoll, bie Völker gegeneinander au Hetzen. Wir halten es vielmehr für ehrenvoll, daß die Staatsmänner ihre Aufgabe darin sehen, den Völkern Werke des Friedens zu geben. Wenn wir allmählich diese Bereitschaft, wenigstens einmal uns über diese Dinge auszu- sprechen, auch auf der Gegenseite finden, dann wird sich auch ein Weg finden lasten. Wir wollen nicht eine Politik betreiben, die dem Gegner die Möglichkeit geben könnte, über uns spöttisch zu lächeln, nein, was wir verlangen müssen, das wird auch verlangt, lieber alle maieriellen Fragen kann man sich unterhalten. Aber nicht über die Frage ber Ehre. Da sind wir unerbittlich. (Stürmischer Beifall.) Wir haben abgerüftet und zwar In einem solchen Maße, daß uns nicht einmal die Derteidlguna möglich ist. Wir haben bis zum letzten I-Punkt unsere Verpflichtungen eingehalten. Der Vertrag von Versailles sprach in allem gegen uns, nur in einem gab er uns eine Chance, nämlich in bem Punkte, daß die deutsche Abrüstung nur die Dorstuse zur allgemeinen Weltabrüstung sein soll. Die verträgt es sich nun mit der Fairneß, von der ble anderen immer so gern sprechen, wenn sie von uns alle# verlangen, was gegen uns spricht, und uns verweigern, was einmal ausnahmsweise für Uns spricht?!

Wran man hrvte nun enfgegrnfjält, wir würden mit unserer S A. einen neuen Krieg

öorberelten, dann kann man eine solche Behauptung nur al# kindisch bezeichnen. Mo­derne Kriege werden mit modernen technischen Waffen geführt, aber nicht mit einer Truppe, die zur Niederringung des Kommunismus mar­schiert. Ist in einer Proklamation der Partei oder der Regierung jemals von Revanche ge­sprochen worden? Nein! Ls ist Immer nur von dem heiligen Lrnst gesprochen worden, der uns erfüllt, von dem Willen zur Arbeit, der uns be­seelt und von den großen Problemen, die wir lösen müssen.

Wir wollen eine w i r k l i ch e Lösung der eu­ropäischen Probleme. Bei dieser Lösung muß aber der Grundsatz herrschen, daß man auch die Lage der anderen verstehen will. Man muß dem anderen den Weg freimachen, daß er einen Vertrag, den er freiwillig unterschreibt, auch halten kann. Wenn man unsere Ehre antastet, muß man damit rech­nen, daß wir gehen, und wir hoben bas getan. Wir blasen nicht die Kriegsfanfare, dazu sind wir viel zu verantwortungsbewußt. Wir sagen, es geht uns gegen unsere Ehre, und wir tun das nicht, bis ihr uns unsere Ehre gegeben habt. (Beifall.) Wenn das Ausland unsere Gleichberechtigung anerkennt, dann werden wir versuchen, zu einem Vertrage zu kommen, und wenn der Vertrag erträglich ist, wer­den wir ihn unterschreiben. Das allerdings muß jeder wissen: Ein Vertrag, der die Unterschrift Adolf Hitler# trägt, trägt damit die Unterschrift des gan­zen deutschen Volkes. Wir sind kein säbelrasselndes Deutschland. Wir sind nüchtern und ganz Vorurteils- los und haben es uns, als wir die Macht antraten. Zum Vorsatz gemacht, Europa vor dem nach- st en Kriege zu bewahren. Wir werden mit allen Mitteln den Krieg zu verhindern suchen, und haben mit diesem Vorsatz auch nicht hinter dem Berge gehalten, sondern sehr bald, nachdem wir das gröbste hinter uns hatten, dies der Welt zur Kenntnis gebracht.

Volk und Negierung sind eins.

Jetzt ruft man uns Immer wieder vorn Aus­lande zu: Ja. dem Reichskanzler und den oer- antworttichen Führen glauben wir, aber das Volk denkt anders. Wer gibt uns die Garan­tien. daß Ihr später nicht einsach von den 60 Millionen weggeschwemmt werdet, und daß die Leidenschaft de# Volkes über euch binwegbraust. Um nun zu beweisen, daß diese Regierung mit ihrem Willen zum Frieden, ihrer Lntschlosten- hett zur Wahrung der Gleichberechtigung nicht alleinfleht, sondern daß da# ganze Volk die Regierung dabei deckt, deshalb soll da# deutsche Volk am 12. November sich zu dieser Politik bekennen.

Wenn wir einen neuen Reichstag wählen lasten, so geschieht da# nur deshalb, weil der alte Rcichsk-ig nicht mehr aktionsfähig ist. er »ft nur noch ein Rumpfparlament Wir wollen einen neu- n Reichstag

haben. Die neuen Abgeordneten sollen sich auf die Pflicht de# Friedens und der Ehre eidlich verpsiich- ten, sie sollen em feierliches Gelöbnis ablegen daß diese# Parlament der Regierung keine Schwierig­keiten machen wird, wenn sie den Versuch unter­nimmt, Europa auf den Boden der gleichen Rechte einen neuen und besseren Frieden zu geben.

Wir sind entschlosten, wenn diese Entscheidung ge­fallen ist, Europa seine Ruhe und Ordnung zurück- zugeben. Die alten Parteigenosten wüsten dafür sorgen, daß in diesem Wahlkampf nicht ein billiger Hurrapatriotismus aufkommt, sondern daß da# deutsche Volk den heiligen Ernst der Si­tuation, in der Deutschland steht, vollkonnnen erfaßt und auch den heiligen Ernst der Entschlüsse die bie Regierung im Namen des Volke# gefaßt hat

Nachdem wir iu den letzten acht Monaten di« Inneren Feind« nieder geworfen haben, mLsten

wir nun auch großzügig fein und denen, die uns In diesen Monaten erkannt und schätzen gelernt haben, unsere versöhnende Hand h i n st r e ck e n. Ich bin überzeugt daß dieser grandiose Kampf nm unsere Ehre, um un­sere Gleichberechtigung und nm den Frieden der Well, nur von einem Deutschland bestan­den werden kann, in dem alle e l n e # S i n - ne#, eine» Geiste#, eine» Willen» nnd eine» Herzen, sind. Die ganze Na­tion muh sich in diesem Standpunkt bekennen, e» darf nicht eine Parteisache fein, sondern e» muß Sache de# ganzen Volke# sein.

Ich bin Überzeugt, daß sich die ganze Nation feier- r.mft iU unserer Politik bekennt. Dann werden auch die Staatsmänner der anderen Völker allmählich einsehen, daß ersten# der gegenwärtige Zustand in Deutschland eine feststehende Tatsache ist, an der nichts mehr geändert werden kann, und daß zweitens die Völker Europas es auf die Dauer nicht dulden können und dulden werden, daß die gro­ßen Probleme, die der Krieg aufgeworfen hat, u n gelöst bleiben.

Damit, meine Parteigenossen, übernimmt unsere Bewegung eine weltpolitische Mission. Mit einem Schlage ist der gordische Knoten zerhauen, und ganz Europa ist vor eine neue Situation gestellt. Mehr denn je sind wir jetzt verpflichtet, aus unserer Par­tei alle Aeußerlichkeiten zu entfernen. Menschen, die sich der Größe ihrer Aufgabe bewußt sind, haben es gar nicht nötig, sich mit Aeußerlich­

keiten zu umgeben. Cs ist doch Immer so geroefen, daß die wahre Größe einfach und beschei­den war, unb daß die wahre Bescheidenheit auch immer groß war. Diese Tugenden, die den Führer beseelen, müssen die Partei bi# zum letzten Mann beseelen. Wir haben im Führer bas leuchtende Beispiel einer spartanischen Einfachheit.

Wenn bie Nachwelt von un# sagen kann, daß wir (Europa vor dem Zerfall zurückgeriflen haben und unserem Volke den Weg in# Freie gezeigt haben, bann, meine Parieigenosten, können wir stolz fein. Deshalb bitte ich Sie, gläubig und ergeben auf Hitler und feine Ge­treuen zu vertrauen und davon überzeugt zu fein, daß wir das Volk niemal» verlassen wer­den, daß wir keine Unbesonnenheiten begehen, sondern klar und unerbittlich unseren Weg be­schreiten werden. Dann werden wir da# Ziel, da# am Ende de# Weges steht, auch erreichen. Da# stolze Wort des Generals Llausewih wirb auch heute bie Meinung ber Welt für uns ge­winnen, das Wort, bas ber General am Schluß feines politischen Testaments fehle.(Eiuft wird die Nachwelt richten, unb sie wirb von Ihrem Verbannungsurteil die au#net)men. welche dem Strom des Verfalls mutig enl- gegengerungen unb bas Gefühl ber Pflicht in ihrem eigenen Busen bewahrt haben". (Tosender, langanhaltender Beifall.)

Aeichsflatchatter Sprenger sprich! über bie Bedeutung des 12. November. Volk und Regierung eins in dem Verlangen nach Gleichberechtigung der deutschen Nation.

Frankfurt a. M., 21. Okt. (Wolff.) Au# der großen Rede de# Reichsstatthalters in Hessen, Gau­leiter Sprenger auf der Bauernkundgebung in Giünberg, über die wir am Freitag bereits be- richtet haben, tragen wir noch folgende# ergänzend nach:Der beste Mensch kann nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt." Diese# Wort kann Deutschland auf sich anwenden, nicht daß ich sagen will, daß ein bestimmter Nach­bar uns stören will und wird, aber wenn wir Deutsche sehen, wie in der ganzen Welt gerüstet wird, Kanonen und Flugzege gebaut werden, und Deutschland ist ohnmächtig, bann kann uns niemand verargen, wenn wir auf diese Nachbarn etwa# arg­wöhnisch hinüberblicken, denn Kanonen baut man nicht, um Rosenöl z u zerstäuben und Parfüm in die Welt zu spritzen (Beifall!). Deutschand hat man in Versailles auferlegt, daß cs vollkommen abrüste. Deutschland hat abge­rüstet! Aber, wenn Verträge erfüllt werden fal­len, dann sollen sie von allen erfüllt werden. (Beifall!)

Deutschland hat abgerüftet, also rüftet i h c ab, wie wir abgerüftet haben (Beifall!), denn wenn alle abgerüftet haben, dann sind d i e Kräfte wieder gleich. Also eine Abrü­stungskonferenz hat Deutschland gar nicht not­wendig. Die andern fühlen da# Bedürfnis und haben sie einberufen. Man redet von Ab­rüstung bei den andern, nur damit man nicht abzurüsten braucht, und nur um nicht abrüsten zu müssen, sucht man einen Sündenbock.

Braucht ein Land heute gegen uns Deutsche zu rüsten, gegen Deutschland, da# kein Heer hat unsere Reichswehr ist nur ein Notbehelf der Lan­desverteidigung, wenn irgend ein Räuber uns über­fallen sollte. Also gegen wen? und da e# keiner dem andern zu sagen wagte, gegen wen er rüste, darum sagen alle, sie müßten rüsten, weil Deutschland eine Gefahr fei (Heiterkeit). Das nimmt ihnen heute niemand mehr ab und Deutschland verlangt, daß, wenn schon über Ab­rüstung verhandelt werde, daß dann Deutsch­land vollkommen gleich behandelt wer­den soll. Sie verlangten erst einmal von Deutsch­land eine Probezeit, al# ob wir noch nicht genug geprobt hätten (Lachen). Die sollen erst ein­mal da# Abrösten soweit proben, wie wir es durch- Geführt haben, dann sollen sie uns auffordern, ein urteil abzugeben, wie die Probe ausgegangen ist (Beifall!). Bor knapp einem halben Jahr erst haben sie Deutschland die Gleichberechtigung zugestanden. Nun wollte der Führer Adolf Hitler die Probe machen, wie diese Gleichberechtigung, die sie uns zugesprochen hatten, in Wirklichkeit aussieht.

Nach langem Feilschen schien sie sich zusammen und liehen uns eröffnen, daß da# derzeitige Deutschland noch nicht als gleichberechtigt an­erkannt werden könne, man müsse e t ft bie Taten de# heutigen Deutschland# abwarten. Das heißt, sie wollten vor aller Welt bekunden, daß wir noch einvolk zweiter Klasse sind, das noch nicht in den Kreis der Kulturnationen Hineinpaste. Der Füh­rer wartete nicht erst ab, bi# im Namen des Völkerbunde# in der Abrüstungskonferenz der Vertreter England# uns das öffentlich vor aller Welt, al# Schandmal erneut ins Gesicht sprechen konnte, sondern Adolf Hitler erklärte, daß unser Delegierter überhaupt nicht mehr noch Genf zurückreist (Beifall!) und erklärte, daß wenn wir schon nicht als gleichwertig anerkannt werden können, wie auch auf die Verhandlungen mit diesen hohen Herren verzichten mühten (Bei- soll!), und wir werden solange verzichten, bis sie Vernunft angenommen haben (Bravo!), von den Märchen, daß das deutsche Volk und die Re­gierung zwei Dinge seien, werden wir beweisen, daß es ein Märchen ist. Volk und Füh­rung sind eins. Niemals war das deutsche

, Volk so eins wie heute unter einer Führung, und diese» geeinte deutsche Volk sollte erneut ge- bemütigt werben.

Adolf Hitler hätte nach bem 30. Januar nicht notwendig gehabt, wählen zu lassen, da# muß jedem klar fein, auch denen, die damals noch gegen uns waren. Die Kraft hatten wir, den Staatsapparat hatten wir auch. Wir wären aber auch in ber Lage gewesen, kraft unserer eigenen Organisation, ber Partei, der SA und SS den Staat zu führen, so wie wir gewollt hätten. Trotzdem ist der Führer vor da# Volk getreten und hat gesagt: Deut­sche# Volk, entscheide du in einer Wahl, gib beäun Willen kund. Sc hat das deutsch« Volk da­

mals übermältigenb zu Adolf Hiller gestanden, so baß er ber Welt stolz sogen konnte, mein Wol­len, mein Werk i st Wollen und Werk be# deutschen Volkes. (Starker Beifall.) Heute könnte Adolf Hitler ebenso stolz erklären: Ich bin mir des rechten Weges wohl bewußt. Und doch sagt er wieder: bie Welt soll sehen, baß das Volk mit mir eins ist, daß es eine Lüge ist, wenn man einen Unterschied macht zwi­schen Volk und Regierung. Darum ruft er auf zum 12. November. Das Volk soll ja ober nein sagen, ob cs die Außenpolitik, die er geführt hat, billigt ober nicht. Du deutscher Mann, du deutsche Frau sollst entscheiden: Ist es richtig, daß mir uns stolz in der Welt behaupten und den anderen Völkern gegenüber als freies deutsches Volk und als gleich­berechtigt mit den anderen angesehen werden wol­len?

Am 12. November werden wir der Welt be­weisen, was wir am 5. März In bet Innen­politik bem beutschen Volk bewiesen haben: Deutschland besteht aus Deutschen, geführt von einem Führer, eines Willen», Frieben zu hatten Im Innern wie wir ihn uns geschaffen haben, um Arbeit und bie Lebensmöglichkeit unsere» Volke# zu haben. Arbeit unb Frieben sollen bazn bienen, bah auch nach außen burch Gteich- berechtigung bet Frieden erhalten werde, auf Zeit und Fort und Fort, soweit In deutschen Kräften liegt. Das ist letzten Ende» bie Frage ber Entscheibung. Darum, ihr meine beutschen Volksgenossen, barf es am 12. November feine Lauen geben. Nein, Pflicht eines jeben ist es, an bie Urne zu gehen.

Daß nebenbei ber Reichstag neu gewählt wird, ist eine Nebenerscheinung, an der auch die Welt sehen soll, wem da# deutsche Volk sein Vertrauen zur Führung schenkt. Aber alle müssen an die Urne. Ihr sollt mit diesem Schritt besiegeln die Wei­terführung de# Werke# der friedlichen Arbeit, sollt sicherstellen durch Arbeit und Frieden die Gleichberechtigung des deutschen Volke# vor allen anderen Nationen. Vor dieser wichtigen Frage hat jeder alle# andere zurückzustellen. In der Nation seiaeächtet wer am 12. Novem­ber seine Pflicht nicht tut, au#geftoßen soll er sein au# ber Gemeinschaft be# beutschen Volkes, so ernst wollen wir an diese Dinge Heran­gehen (starker Beifall). So tut ihr eure Pflicht, so stehen wir zusammen, so besteht bas Volk vor uns, vor der Welt und vor unserem Herrgott. Daß wir da# tun wollen, bas wollen wir dem Führer ge­loben. Unsere herrlichen Heimat, das große Vater­land Deutschland, unser Führer Adolf Hitler ein dreifachesSieg-Heil!".

Oer Stahlhelm in Front.

Franz Leldte ruft zum Bekenntnis für de« Führer auf.

Berlin, 20. Okt. (TU.) Der Bundesführer de# Stahlhelms, Franz Seldtc, hat einen Aufruf veröffentlicht, in bem es u. a. heißt:

Kameraden! Mit Zustimmung unseres über alle# verehrten Generalfelbmarschalls und Reichsprä­sidenten von Hindenburg, Ehrenpräsiden­ten des Stahlhelms, hat der Kanzler des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, der Führer von SA., SS. St., unseres Führers, dem wir das historische Erlebnis von Hannover, die (Einigung aller derer danken, die vor Gott, ihrem Gewissen und Deutschland zusammen und zu ihm gehören, in völliger Gemeinschaft mit bem Denken und Willen sämtlicher Mitglieder der Regierung de# Deutschen Reiches den Austritt des Deutschen Reiches aus ber Abrüstungskonferenz und dem Völkerbund beschlosten. Gleichzeitig hat der Reichs­kanzler Adolf Hitler das deutsche Volk dazu auf- gerufen, am 12. November f i th feier­lich zu bekennen zu dieser Politik der Ehre unb Gleichberechtigung.

Wir Stahlhelmcr machen kraft unserer Ver­gangenheit, traft unsere# Willen# bas Bekenntnis ber reinen unb großen Persönlichkeit des Kanzlers vom Samstag, Den 14. Oktober, zu unserem eigenen. Äir wollen aus der Macht heraus, bie ber Geist ber 2 Millionen gefallenen Brüder je unb je über uns gewonnen hat, Mann für Monn unb Tag für Tag, Stunde für Stunde bis zum 12. November und am 12. November selbst dafür e i n st e h e n , daß da# Bekenntnis des 12. Novem­ber bas umfassendste und gewaltigst^ wird, bas je ein Bo l k abgelegt hat.

Wir wollen jeden im Lande mitreißen, der da meint, auf seine Stimme käme es nicht at^ Es soll eine magnetische Kraft von uns aueftrahleiL die jedem Deutschen, auf den irgend ein Stahl» befater Einfluß hat, M« Verantwortung btt Herz