Herls namens des ReichsverbanLes der Industrie erhielt.
In Frankfurt a. d. Oder kam es anläßlich einer Geburtstagsfeier der Deutschnationalen Front für den Reichsminister Dr. Hugenberg zu schweren Zusammenstößen mit SA. und SS., Die zahlreiche Verhaftungen zur Folge hatten. Im Hinblick auf diese Vorgänge hat Oberbürgermeister Dr. Kinne als Chef der Polizeibehörde den Kampfring Iunger Deutschnationaler, Kreis Frankfurt a. d. O.. aufgelöst und das gesamte Verinögen beschlagnahmt. Die Deutschnationale Front hat sich beschwerdeführend an den preußischen Innenminister gewandt.
DerneueDanzigerSenalgewM
Die Eröffnungssitzung des VolkstageZ.
Danzig, 20. Juni. (WTB.) Der neue Danziger Volkstag wurde von dem Alterspräsidenten Dr. Z i e h m eröffnet. In der Diplomatenloge sah man u. a. den deutschen Generalkonsul Frhrn. von Thermann sowie den Völkerbundskommissar Rosti na. Der Volkstag wählte zunächst mit 52 von 72 Stimmen den nationalsozialistischen Abgeordneter v. Wnuck zum Präsidenten, ferner zu Vizepräsidenten die Abg. P o t r y k u s (Z.) und B a tz e r (NSDAP.). Sofort nach der Wahl des Präsidenten wurde die von der NSDAP, vorgeschlagene vorläufige neue Geschäftsordnung, die nach dem Muster der Bestimmungen im Reich verschärft ist, angenommen. Dann schritt das Haus zur Wahl der neuen Danziger Regierung. Zum Senatspräsidenten und damit zum Danziger Staatsoberhaupt wurde der nationalsozialistische Landbundführer Dr. R a u s ch n i n g gewählt. Die Wahl wurde von den nationalsozialistischen Abgeordneten mit stürmischen Heilrufen begrüßt. Es folgte die Wahl der übrigen Senatoren, entsprechend den bereits bekannten Vorschlägen.
Der Abgeordnete Dr. Weise (Dn.) erklärte, daß die Deutschnationalen bewußt von der Regierungsbildung ausgeschaltet worden seien. Die Deutschnationaten enthielten sich daher bei der Wahl des neuen Senats der Stimme. Sie würden sich jedoch gegenüber der neuen Regierung nicht von vornherein ablehnend einstellen, sondern die Arbeit der Regierung wohlwollend prüfen.
Rach Beendigung der Wahl erfolgte durch den Dolkstagspräsidenten v. Wnuck die Vereidigung der neuen Senatoren. Dann vertagte sich der Volkstag auf Freitag. Auf der Tagesordnung steht die Regierungserklärung des Senatspräsidenten Dr. Rauschning sowie das von der RSDAP. eingebrachte Ermächtigungsgesetz. Die Eröffnungssitzung wurde mit einem auch auf den Tribünen begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer Reichskanzler Hitler und dem Gesang des Deutschlandliedes geschlossen. Als das Deutschlandlied angestimmt wurde, verliehen die Sozialdemokraten an der Seite der Kommunisten und Polen den Saal.
Der neue Danziger Genats- präsident.
Dr. Rauschning. der vom Danziger Dolks- tag zum Präsidenten des Danziger Senats gewählt worden ist, wurde 1878 in Thorn als Sohn eines aktiven Offiziers und späteren Gutsbesitzers geboren. Er absolvierte die Kadettenanstalt in Potsdam mrd Lichterfelde, studierte dann Germanistik in München und Berlin und promovierte 1911 in Berlin. Rach dem Studium war er als praktischer Landwirt tätig und meldete sich bei Kriegsausbruch als Freiwilliger. Dr. Rauschning wurde vor dem Feinde ausgezeichnet, erlitt an der Front schwere Verletzungen und wurde zum Offizier befördert. Rach Abschluß des Krieges widmete er sich der Erhaltung des Deutschtums in den abgetrennten Gebieten und arbeitete vpr allem führend in der Deutsch tu ms - Organisation in Polen. 1926 siedelte er in den Freistaat Danzig über und wurde auf Gut Warnau, Groß-Werdrr, seßhaft.
ReichsministerGoebbels besucht Frankfurt
Besichtigung des Südwestdeutschen Rundfunks.
Frankfurt a. 2U., 20. Juni. (IDSJL) Reichs- minisler Dr. Goebbels trifft am Mittwoch. 21. 3 uni, zwischen 11.30 und 12 Uhr auf dem Frankfurter Flugplatz ein und begibt sich anschließend in das Rathaus. Von 14 bis 15 Uhr findet eine Besichtigung des Südwesi- deutschen Rundfunks statt. Anschließend versammelt Dr. Goebbels die Pressevertreter von Hessen-Nassau im Römer. Alsdann findet eine Besprechung mit den Gauleitern und kreis- lei fern der Provinz Hessen-Nassau und Hessen statt. Gegen 18 Uhr wird Dr. Goebbels voraussichtlich Frankfurt a. 2TL wieder verlassen.
Die Persönlichkeit des Reichspropagandaministers.
Ein Vortrag im Berliner Zeitungsinstitut.
Berlin, 20. Juni. (CNB.) Im Deutschen Institut für Zeitungskunde sprach Dienstagabend der Referent im Propaganda-Ministerium Wilfried Bade über das Thema „ D r. Goebbels". Es gilt nicht, so führte der Redner aus, eine mächtig gewordene Persönlichkeit zu verherrlichen, etwa in der Weise, wie dies unter der früheren Regierung üblich gewesen ist. Wenn wir über unseren Dr. Goebbels sprechen, dann deshalb, weil er unser Führer und Gefährte in einem tausendfachen Kampf der vergangenen Jahre war und weil er heute noch genau so zu uns gehört wie damals, als er noch im schwarzen Lüsterjackett jeden Abend unter uns stand. Sein Werk ist die Eroberung Berlins.
Reben Der Eigenschaft des politischen Kämpfers, so führte der Redner weiter aus, trat bald auch der begabte und klar blickende Organisator erfolgreich in Erscheinung. Dr. Goebbels schuf ein bestimmtes Zeremoniell für seine
Versammlungen, das Schule machte und zu einem typischen Kennzeichen aller nationalsozialistischen Versammlungen überhaupt wurde. Es schaffte den Boden und Rahmen für den Kern der Versammlungsabende und führte mit Musik und Fahneneinmarsch eine gehobene Stimmung schon herbei, bevor der Redner überhaupt das Wort ergriff. Aber alle diese Formen allein wären ein Richts gewesen, wenn in den Reden selbst nicht eine überzeugende Gedankenführung und ein unbeugsamer, stahlharter Wille zum Ausdruck gekommen wäre.
Eng verwoben war das persönliche Geschick von Dr. Goebbels mit dem Wachsen und Werden der Berliner Parteizentrale. Immer stand Dr. Goebbels als unermüdlicher Vorkämpfer an der Spitze seiner von Iahr zu Iahr infolge seiner Werbearbeit stärker werdenden Anhängerschaft. Als am 30. Ianuar die jetzige Regierung zur Macht gelangte, konnte der neue Reichskanzler mit Recht Dr. Goebbels als den stärksten und erfolgreich st en Verfechter der nationalsozialistischen Bewegung bezeichnen. So wurde er mit der Leitung des neugeschaffenen Propagandaministeriums betraut und wirkt seitdem mit der gleichen Energie und Tatkraft für das ganze Deutsche Reich wie bis dahin für sein engeres Arbeitsgebiet Berlin. Riemals aber ruht er von vergangenen Leistungen und Erfolgen. Tagtäglich wachsen die Aufgaben und Ziele der propagandistischen Arbeit im In- und Auslande. Wir können das Vertrauen haben, daß die Volks- aufklärung und Werbung für das weltanschauliche Gedankengut des Dritten Reiches in keinen besseren Händen liegen kann als bei dem durch eine solche Schule der Rot und des Kampfes, der Erfahrung und des endlichen Sieges hindurchgegangenen Dr. Goebbels.
1932 wurde er zum VorsitzendendesDan- ziger Landbundes gewählt. Dr. Rauschning ist audt mehrfach als Schriftsteller hervorgetreten. Ihn interessierten vor allem Probleme des Deutschtums im Ostern
Eine Erklärung her Glaubensbewegung „Deutsche Christen"
Berlin, 20. Juni. (CNB.) Die Glaubensbewegung Deutsche Christen äußert sich in einer Erklärung über ihre ablehnende Stellung gegen Pfarrer Bodelschwingh als Reichsbischof. Die Ablehnung sei gegeben, so heißt es u. a. in der Erklärung,
weil die alten Kirchenregierungen an die heute geltende Verfassung des Kirchenbundes g e b u n d en sind, und somit kein Recht haben, diese willkürlich ohne Zustimmung des Kirchenvolkes abzuändern,
weil eine evangelische Kirchenleitung nicht ohne oder gegen den heutigen Staat bestimmt werden kann,
weil hinter v. Bodelschwinghs Aufstellung nur Die kümmerlichen Reste des alten Bürgertums und des C h r i st l i ch e n Volks- di en st es und ein kleiner Klüngel sogenannter jungreformatorischer Pasto- r e n stehen,
weil D. v. Bodelschwingh, dessen persönliche Lauterkeit wir nicht anzweifeln, in seiner Anstalt Bethel über den Christlichen Volksdienst die Hand gehalten hat und die nationale Freiheitsbewegung unter seiner Duldung un.terbrürft wurde,
weil wir nicht wollen, daß eine Reihe von G e - schäftsführern der Inneren Mission, die durch Devaheim- und andere Skandale in den letzten Tagen belastet ist, die Leitung der Kirche übernimmt.
Aus diesen und noch vielen anderen Gründen lehnen wir die Aufstellung D. von
Bodelschwinghs a l s Reichsbischof ab und fordern die Ernennung unseres Schirmherrn Wehrkreispfarrer Müller zum ersten Reichsbischof der Deutschen Evangelischen Kirche.
Kleine politische Nachrichten.
Reichsbankpräsident Dr. Schacht, der London Dienstag früh mit dem Flugzeug verlassen hatte, ist um die Mittagszeit in* Berlin gelandet.
Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Staats- ratspräsidenk Dr. Ley, der die deutschen Arbeitnehmer auf der Internationalen Arbeitskonferenz vertrat, hat Dienstagabend Genf wieder verlassen, nachdem die deutsche Delegation sich von der Konferenz zurückgezogen hat.
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Der Polizeipräsident in Recklinghausen hat der Deutschnationalen Betriebszelle no r g a n t fa 11 o n, Kreisverband Gelsenkirchen, im Interesse der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung jede weitere Werbungs- und Or'ganifationstätigfeit untersagt.
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Der Oberstaatsanwalt Stettin hat das gegen Staatssekretär v. Rohr eingeleitete Verfahren eingestellt, da sich keinerlei Anhaltspunkte für st rasbare Handlungen des Staatssekretärs v. Rohr bei der Llrnschul- düng seines Gutes ergeben haben. Staatssekretär v. Rohr hat gegen die Tlrheber der unwahren Behauptungen sowie gegen eine Reihe von Zeitungen, in denen sie verbreitet waren, Strafantrag gestellt.
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Die deutsche Kommunistin Klara Zetkin ist im Alter von 76 Jahren im Erholungsheim Archan- gelskoje, in der Nähe von Moskau, gestorben. Sie lebte mit kurzer Unterbrechung seit 1932 in diesem Heim.
Gericht Über Elefanten.
Von Victor Klages.
Die Kultivierung der weiten und fruchtbaren Gebiete Ostafrikas, die unter englischer Herrschaft stehen, ist noch immer ein Problem und ist es heute mehr denn je. Es hat sich nämlich erwiesen, daß die Tendenz, den Bestand an Großwild zu schonen, mit den Interessen der Pflanzer außerordentlich kollidiert.
In dem alten englischen Protektorat Uganda sowie in den Mandatsgebieten von Kenya und Tanganyika (unser m alten D e u t s ch - O st a f r i k a) sind besondere Wildschutzdezernate eingerichtet worden, die ihre Aufgaben sehr ernst nehmen. Sie haben ihren Sitz in Entebbe, Nairobi und Daressalam; den europäischen Leitern dieser Dezernate sind eingeborene Truppen beigeordnet, die scharf den Wildbestand überwachen und jeden illegalen Abschuß verfolgen. Selbst die Negerstämme, die von alters her gewohnt waren, unbehindert zu jagen, müssen sich nun den Gesetzen fügen und werden streng bestraft, wenn sie die Vorschriften übertreten.
Außerdem ist den Passagieren der Dampfer auf den großen Seen und Strömen verboten worden, ihre Schießkunst an den Flußpferden zu erproben. Das Abknallen des Wildes vom Zuge aus ist ebenfalls untersagt, und auch die reichen Engländer, die sich früher einen Spaß daraus machten, im gepanzerten Automobil Löwen zu hetzen, müssen in Zukunft auf diesen „Sport" verzichten.
Die Maßnahmen der Schutzdezernate haben jedoch ein starkes Anwachsen des Großwildbestandes mit sich gebracht, und die Behörden greifen daher in längster Zeit zu neuen Mitteln, um der Bedrohung der Pflanzerinteressen vorzubeugen. Eine ganze Reihe von Tiergattungen bereitet ihnen schwerste Sorgen. Da ist zunächst der wilde Büffel, der zu wandern beginnt, sobald ihn die Rinderpest befällt. Es besteht dann nicht nur die Gefahr der Ansteckung, sondern die Büffel richten auf ihren Wanderungen auch Verwüstungen an, besonders in den Schonungen der Forstverwaltung. Die Zahl der Löwen und Leoparden wächst ebenfalls beängstigend; dazu kommt, daß sie, infolge der Schutzbestimmungen, fast jede Scheu verloren haben. Sie wagen sich weit vor, und letzthin wurden sogar in den Vororten der Stadt Nairobi Rinder von großen Katzen geschlagen. Diel Unheil ist ferner auf das Konto der strolchenden Flußpferde und der Zebras zu buchen Die Flußpferde trampeln alles nieder; die Zebras sät
tigen sich mit Vorliebe an den Schößlingen der Baumwollkulturen. Selbst die harmlose Giraffe kann dort, wo sie in größeren Herden auftritt, erheblichen Schaden verursachen.
Der gefürchtetste Feind der Ansiedler aber ist der Elefant. Die Zahl der wilden Elefanten hat ungewöhnlich zugenommen, und dies darf nicht nur als eine Folge der Tätigkeit der Wildschutzdezernate gewertet werden. Gewiß: dadurch, daß der Preis für den Abschuß eines Elefanten auf hundert Pfund Sterling erhöht worden ist, macht sich allgemein Jagdunlust bemerkbar. Man muß aber noch andere Gründe für das Anwachsen der Herden in Rechnung stellen. Die Ausbreitung von Radio und Grammophon beeinträchtigt die Klavierindustrie; mithin sinkt die Nachfrage nach Elfenbein zur Herstellung der weißen Klaviertasten. Im übrigen ist Elfenbein teuer. Hundert Pfund kosten immer noch etwa 3000 Mark. Die Welt aber ist arm geworden, und man hat sich nach einem Ersatz umgesehen. Den liefert bie kolumbianische Tagua-Palme. Dieses vegetabilische Erzeugnis Südamerikas wird heute zur Fabrikation von Bürstenbrücken, Billardkugeln, sowie Messer- und Schirmgriffen vielfach benutzt. Dem Elefanten bekommt das sehr gut. Er vermehrt sich zusehends. 1 ’
Allein in Uganda gibt es zur Zeit 20 000 wilde Elefanten. Die Verheerungen, die ihre Spuren zeich- Pe»f wenn sie in Pflanzungen einbrechen, sind fürchterlich. Für gewöhnlich halten sie sich in Schutzbe- 3irfen auf; zuweilen aber kommt die Unruhe über fie, und dann kann ihnen keine Macht der Welt Einhalt gebieten. Ganze Kaffee-, Kakao- und Mais- felder werden abgefressen, Scheunen brechen unter tbrem Ansturm zusammen, Wasserläufe werden breitgetreten und eingeebnet, Pferde und Rinder fluchten vor den Giganten der Wildnis und zer- streuen sich in alle Winde. Die Schutzdezernate haben D?rJu$t' solche ausbrechenden Elefantenherden zu „bändigen , das heißt: sie in ihre Reservate zurück- zutr eiben. Der Erfolg ist nicht sehr ermutigend gewesen. Daher hat jetzt das Dezernat Entebbe (Uganda) angeordnet, daß 600 Elefanten, die, in Gruppen ausgeteilt, schon mehrfach unermeßlichen Schaden angestiftet haben, abgeschossen werden sollen. Ob dieses Todesurteil die gewünschte Sicherung der Ansiedler in vollem Umfang gewährleistet, bleibt aller- bings abzuwarten. Und fortfahren kann man wohl nicht gut mit einem Abschuß solchen Ausmaßes. Ober das Wildschutzdezemat müßte zu einem Wild- vermchtungsdezernat werden.
Oer (Sinn des Hakenkreuzes.
lieber den Ursprung und die Geschichte des Hakenkreuzes, über bie in letzter Zeit verschobene Werke veröffentlicht worden sind, besteht bei der Weltverbreitung dieses Sinnbildes keine völlige Ueberein- ftimmung. Es ist daher interessant, die Auffassung Prof. Herman Wirths, des Erforschers der altnordischen Urzeit darüber zu erfahren, die er im neuesten Heft der Zeitschrift „Germanien" niedergelegt hat. Wirth leitet die Entstehung des Zeichens „aus der Schau und dem Erlebnis unserer fernen Nordlandahnen von der Offenbarung des Weltgeistes in Zeit und Raum" ab. „Der Gesichtskreis des Sonnenjahres," so fährt er fort, „ rechtwinklig S—N, O—W, geteilt, war der begriffsbildliche Ursprung des Symboles als lineares Zeichen. An den Enden dieses Rechtkreuzes im Kreise, dieses Rad- Kreuzes, war die Sonne als kleiner Kreis oder Kugel angedeutet. Im Laufe der Zeit fiel der Umkreis fori; in der Kursioschreibung wurden bie Sonnenkugeln an den Kreuzesenden zu offenen Schleifen ober Haken und bie vier Kreuzbalken geschwungen geschrieben, so baß eine Figur wie zwei rechtwinklig übereinander gelegte A-Spiralen entstand. Durch das Schreiben auf Holz, den nordischen Schreibstoff, das Ritzen, wurden die runden Haken- enben eckig, recht- oder schrägeckig. Das Zeichen war also ursprünglich ein Sinnbild der Drehung, des Umlaufes des Sonnenjahres durch die vier Hauptpunkte, die Weltgegenden, S—N, als Winter- unb ' Sommerfonnen-Wendestellen, und O—W die Mittzeitenstätten — unsere Frühlings- und Herbst- gleichen — der arktisch-nordischen Jahresteilung: das ist das aufrecht stehende Hakenkreuz als Rechtkreuz. Oder — es war gedacht als Verbindung der Punkte SW—SO und NO—NW als Sonnenauf- und -untergangspunkte zur Wintersonnenwende unb Sommersonnenwende, bie Jahreseinteilung des süd- lich-norbischen Jahres unserer Nordseebreite: das ist das Hakenkreuz in Malkreuzform, das schrägliegende. Man stellte es rechts- und linkswendend dar, je nachdem man in Erweiterung die auf- oder abstei- genbe Hälfte des Jahres, des Sonnenlaufes, zum Ausdruck bringen wollte. So erscheint es auch in den alten Bauern-Holzkalendern der germanischen Län» der, welche ihre uralten sinnbildlichen Zeichen des Jahres Gottes weiter wahrten: „Runenstäbe" in Skandinavien genannt. In den beiden Teilungen des Jahres, im Jul als Neujahr und im Mittsommer als ist uns das Zeichen im Sinne der Auf- und Abwartsdrehung überliefert. Es ist die große Heilsgewißheit von der göttlichen Weltordnung, der
Kunst und Wissenschaft.
Deutsche Rektorenkonferenz in Halle.
Die deutsche Rektorenkonferenz in Halle stellte mit überwiegender Mehrheit fest, dah der Verband der Deutschen Hochschulen erhalten bleiben müsse und in engster Fühlung mit der Rektorenkonferenz weiter arbeiten solle. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde die Llniversität Halle wieder als Vorort der Rektorenkonferenzen bestimmt. Der derzeitige Rektor der Llniversität Halle, der ordentliche Professor der Anatomie, Dr. mcd., Dr. phil. Hermann Stiebe wurde zum Vorsitzenden gewählt.
Verleihung der Goethe-Medaille an Walter Bloenu
Der Reichspräsident hat dem Schriftsteller Walter Bloem anläßlich seines 65. Geburtstages die Goethe-Medaille verliehen und mit einem herzlichen Glückwunschschreiben zugehen lassen. — Von Bloems Büchern wurden am bekanntesten die Romane „Der krasse Fuchs", „Das eiserne Jahr", „Volk wider Volk", „Brüderlichkeit", „Teutonen" und „Sohn seines Landes".
Aus aller Wett.
Autounfall des Filmstars Lil Dagover.
Ein aufregender Zwischenfall spielte sich an der Bahnstrecke Bad Reichenhall—Berchtesgaden an der unübersichtlichen Unterführung vor der Station Gmundbrück ab. Die bekannte Filmschauspielerin L i l D a g o o e r , die am Hintersee bei Hochgebirgsausnahmen weilt, fuhr mit ihrem Chauffeur im Auto von Berchtesgaden nach Ramsau, als ihr ein großer Kraftpostwagen entgegenkam. Der Chauffeur lenkte bas Auto, um einem Zusammenstoß zu entgehen, in den rechtsseitigen Straßengraben, wo es noch eine Strecke weiterrollte, bis es an einen Leitungsmast prallte unb hier zum Stillstand kam. Im gleichen Augenblick tarn ein Zug angefahren unb rollte auf eine Handbreite Entfernung an dem beschädigten Auto vorüber. Dieses wurde dann durch das Postauto wieder aus dem Graben gezogen. Die Künstlerin und der Chauffeur blieben wie durch ein Wunder unverletzt.
Blitzschlag ins Transformatorenhaus.
Während eines furchtbaren Gewitters schlug der Blitz in einen Transformator des Elektrizitätswerkes von Akers bei Oslo (Norwegen) unb zündete. Rund 150 Tonnen Del gerieten in Brand. Eine Reihe von Vororten von Oslo sind st r o m l o s. Die norwegische Großru.ndfunkstation in Akers wurde ebenfalls außer Betrieb gefetzt. Das Transformatorenwerk selbst ist völlig o e r n i ch- tet worden. Während des Brandes hörte man fortwährend gewaltige Explosionen. Der Schaden dürfte ungefähr Wn Millionen Kronen betragen.
Sechs Kinder beim Spielen verschüttet.
Sechs Kinder, die an den Abraumhalden der Grube Berrenrath bei Köln spielten, wurden verschüttet. Zwei davon konnten nur als Leichen geborgen werden, die vier anderen Kinder sind anscheinend unverletzt.
Schwere Bluttat in Ostpreußen. — Ein Toter, zwei Schwerverletzte.
Im Schloß des Begründers des sogenannten Bundes der Guoten, P a e h l k e, in Sillginnen bei Gerdauen (Ostpr.) tarn es in einer der letzten Rächte bei einem Bierabend der Guoten zu einer Schießerei, die außer zwei lebensgefährlich Verletzten bisher ein Todesopfer forderte. Zwischen Teilnehmern dieses Abends und dem (O.ährigen Schwiegervater des Schloßbesitzers, dem Siedler L o b e r t, entwickelte sich aus geringfügigem, bisher nicht näher geklärtem Anlaß eine heftige Auseinandersetzung, in deren Verlauf Lobert das Zimmer verließ. Bald darauf erschien er jedoch mit einer Pistole bewaffnet wieder und feuerte in höchster Erregung blindlings auf die Anwesenden. Ein Lehrer S a l e w s k i brach, von mehreren Kugeln getroffen, tot zusammen. Ein Kaufmann aus Berlin erhielt vier Bauchschüsse, der Schloßherr erhielt einen Schuß durch den Leib und die rechte Hand. Der Täter flüchtete und konnte bisher noch nicht gefaßt werden.
Ewigkeit des Seins, der Erneuerung des Lebens, das vom Lichte Gottes ist." Als Sinnbild' der Erneuerung des Lebens unb ber Wiedergeburt erscheint bas Zeichen auch an Gräbern. An den Kreuzen ber urgermanisch-christlichen Verschmelzungszeit sehen wir dreischenklige, vierschenklige, aber auch sechs-, acht- ober zwölfschenklige Hakenkreuze als volles Sinnbild der Jahresdrehung durch die Hauptpunkte der Jahresteilung.
Menschen „ohne Gesicht".
Seit langem hat sich der Mensch angewöhnt, aus dem Gesicht des lieben Rächsten Rückschlüsse auf seinen Charakter zu ziehen, aber man ist dabei großen Irrtümern ausgesetzt, denn der Laie ist nicht in der Lage, aus dem Gesichtsausdruck auf das Skelett zu schließen, das in unserer Zeil gar oft erheblichen Mißbildungen unterworfen ist. Wie Dr. Oehrlein in der Franksurter Wochenschrift „Die Umschau" hervorhebt, haben die Tlntersuchungen an Schul- und Kleinkindern gezeigt, daß wir mit einer immer weiter fortschreitenden Unterenttoicflung des Kau-Apparates zu rechnen haben. Dadurch tritt der untere Teil des Gesichtes gegen den oberen zurück; Rase und Stirn werden zu stark betont, und es sieht aus. als ob solche Menschen „überhaupt kein Gesicht hätten". Diese Mißbildungen offenbaren sich am auffallendsten an einem dauernd offenstehenden Mund, der durch Wachstumsstörungen des Hinteren Teiles der Kieferfortsähe hervorgerufen wird. Eine ebenfalls sehr auffällige Entwicklungsstörung ist der stark vorspringende Oberkiefer, der mit zurückgezogenem Unterkiefer und fliehendem Kinn verbunden ist. Auch Ober- und Unterkiefer können zurückverlagert sein. Durch solche Entstellungen erscheint der Mensch beinahe „gesichtslos", man kann aber aus diesen Verbildungen nicht auf irgend welche besonderen Eigenschaften des Charakters chließen. Dr. Oehrlein empfiehlt zur Vermeidung olcher Entstellungen systematische Äauübungen, bie chon in frühester Kinbheit, mindestens aber im batten unb vierten Lebensjahre, begonnen werden müssen. Dadurch wird Entwicklung unb Wachstum ber Kiefer geförbert und ein harmonisch ausgebildetes Gesicht erzielt. Notwendig ist jedoch auch schon eine zweckentsprechende Ernährung des Säuglings. Flaschenkinder zeigen in ihrem Gesichtsaufbau nicht bas Gleichmaß der Brustkinder. Auch müsse bas Kleinkind möglichst früh seinen Kauapparat kräftig gebrauchen lernen.


