Ausgabe 
21.4.1933 Frühausgabe
 
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der, der Präsident des Deutschen Anwaltsoereins Rudolf Dix, der Frauenbund der Deutschen Kolo­nialgesellschaft, die Heilsarmee, gez. Howard, Kom­mandeur, der preußische Justizminister Kerrl im Namen aller preußischen Justizbeamten.

Prälat Kaas hat an den Reichskanzler folgendes Telegramm gesandt:Zum heutigen Tage aufrich­tige Segenswünsche und die Versicherung unbeirr­barer Mitarbeit am großen Werk der Schaffung eines innerlich geeinten, befriedeten und nach außen freien Deutschlands."

Hitler und Or. Zrick Ehrenbürger der thüringischen Städte.

Weimar, 20. April. (WTB.) Der geschäfts- sührende Vorstand des Thüringer Städteverban­des hatte beschlossen, allen Mitgliedsstädten und Gemeinden nahe zu legen, dem Reichskanzler Adolf Hitler und dem Aeichsinnenminister Dr. Frick gemeinsam das Ehrenbürgerrecht zu ver­leihen. Dieser Anregung sind jetzt die Städte und Gemeinden freudig nachgekommcn.

Bei der Feier der Lübecker Schupo erhielt die dortige Polizeiunterkunftsstätte den Namen Adolf-Hitler-Kaserne. Die gleiche Be­zeichnung verlieh die Mecklenburg-Schweriner Landespolizei ihrer Kaserne, dem Alten Arsenal in Schwerin.

Oie Glückwünsche der deutschen Bauern.

Berlin, 20. April. (TU.) Der Vorsitzende der R e i ch s f ü h r e r g e m e i n s ch a f t des Deut­schen Bauerntums, Darrs, hat an Reichs­kanzler Adolf Hitler folgendes Glückwunschtelegramm gesandt:Im Namen der Reichsführergcmeinschaft des deutschen Bauerntums und der hinter ihr stehen­den Millionen deutscher Bauern über­mittle ich Ihnen als unserem Führer deren auf­richtigste Glückwünsche zu Ihrem Geburts­tage. Wir Bauern wollen stets Ihre treue st en Gefolgsleute sein und in der vor Ihnen liegen­den schweren Aufbauarbeit Ihre ergeben st en M i t a r b e i t e r."

Festkonzert des Kampfbundes in der Berliner Gtaatsoper.

Berlin, 20. April. CSU.) 3m Rahmen der Berliner Veranstaltungen zur Feier des Geburts­tages des Reichskanzlers fand in den Mittags­stunden in der Staatsoper Anter den Linden eine vom Kampfbund für deutsche Kultur veranstaltete Morgenfeier mit einem Festkonzert statt. Der Veranstaltung wohnte eine große Reihe gelade­ner Ehrengäste des künstlerischen und politischen Lebens der Reichshauptstadt bei. Man sah Kul­tusminister Rust, die Botschafter Ita­liens und Englands, den Landesleiter Preußens des Kampfbundes für deutsche Kultur, Hinkel, u. a. Ein Sprechchor unter Leitung von Herbert M o l e n a a r, verstärkt durch SA.-Leute der Standarte Fiedler, leitete die Feier mit einem Kampfspruch auf den Führerund die Bewegung ein. Gerhard H üsch (Bariton) brachte dann vier Lieder zum Vortrag: Bachs Kommt Seele, dieser Tag" undSchafft mit mir, Gast", sowie SchubertsDem Änendlichen" und O. HöfersDeutschland, du darfst nicht unter­gehen". Die Vorträge fanden reichen Beifall, so daß Gerhard Hüsch noch eine Zugabe spendete: DasHakenkreuzlied" mit dem einleitenden Text: »Das Hakenkreuz im weißen Feld".

Es folgte ein Konzert für zwei Violinen von Bach und als Abschluß Beethovens V. Symphonie in S-Moll. 160 Künstler, zusammengesetzt aus dem Kampfbundorchester und Mitgliedern aller nationalsozialistischer Orchester Berlins, gestalte­ten hier unter der Leitung von Professor Dr. h. c. Havemann eine Kunst, die den rauschenden De>fall des Hauses hervorrief. Die Violinsoli zu Bachs Konzert lagen bei Rudolf Schulz und Helmuth Zernick (zwei jungen Künstlern) in besten Händen. In das Horst-Wessel-Lied, das Professor Havemann zugeben muhte, stimmte das Haus begeistert ein.

Den Reinertrag aus dem Konzert wird der Kampsbund zugunsten notleidender K ü n st l e r verwenden, die in seinen Reihen für Wahrung und Gestaltung deutscher Kunst kämpfen.

Brief an ein Kind.

Von Hanns Arens.

Lieber Knut!

Einen Brief will ich Dir schreiben, einen kleinen ersten Brief, zum Tag Deiner Geburt vor nun einem Jahre!

Noch verstehst Du kein Wort, mein Kind; noch kann Dein Ohr den Klang der Worte nicht deuten zu Sinn und Leben.

Was tut's? Menschen, mein Kind, groß und er­wachsen, klug und weile, verstehen so wenig Sinn und Tiefe der Worte. Unter Gottes Sonne wandeln große und kleine Kinder. Aber die kleinen unter ihnen hat er am liebsten.

Laß es gut sein. Ich will Dir am Tage Deiner Geburt sagen, wie lieb ich Dich habe, wie sehr ich Dich liebe, mein Kind.

Ich muß es Dir schreiben, denn ein kleines Schicksal wollte es so, daß ich an diesem Tage nicht bei Dir sein konnte. Schicksal, Verhängnis, Zufall nennen wir Menschen solche Hindernisse, und sind doch nur entstanden aus der Kleinheit des Menschen, aus einem Sich-nicht-verstehen- Wollen und Können. Die großen Menschen, mein liebes Kind, laufen oft so aneinander vor­bei in großer Einsamkeit. Sie fügen sich Schmer­zen und Wunden zu, die aus der großen Welt der Irrungen und Täuschungen kommen.

Wie gut, mein Kind, daß Du von alledem noch nichts verstehst, wie gut für Dich.

Ein Jahr ist es her, Liebling, da schenkte Dir Deine Mutter das Leben. Wir haben Dich freudig erwartet und empfangen, mein Junge, voller Dank und tiefster Freude. Du warst uns ein großes Glücksgeschenk I

Run ist ein Jahr vergangen, ein langes und banges Jahr. Heute, an diesem Tage nun dürfen wir das Fest feiern, Deinen ersten Geburtstag.

Es ist ein Tag der Freude, Liebling, ein Feiertag, für uns drei, für Deine Mutter, die Dir vor zwölf Monaten unter vielen Schmerzen das Leben gab, auf daß Du nun und für immer um uns seist, uns zur Freude.

An diesem Tage kann Dein Vater nicht bei Dir sein, darf nicht teilhaben am stillen Glück. Ich kann D'.ch nicht sehen, nicht auf meine Arme nehmen noch Dich an mich drücken und Dir einen Kuß auf Deine Wange geben.

Darum dieser kurze Brief, dieser Gruß, Heiner lieber Knut. Später, wenn Du älter geworden bist, wenn Du lesen kannst, sollst Du ihn be-

Die deutsche Schule im völkischen Staat

WSR. Darmstadt, 20. April. ImSchu l- boten für Hessen", dem Organ des Hessi­schen Landeslehrervereins, werden die Grund­züge des nationalsozialistischen Schulprogramms Die deutsche Schule im völkischen Staat" veröffentlicht. Zur Erreichung des Ziels, der Schaffung einer deutschen Schule auf christ­licher, völkischer, nationaler und sozialer Grund­lage werden folgende Forderungen gestellt:

1. Die Grundschule für alle Kinder. Das Ziel des Rationalsozialismus, das ganze deutsche Volk zur wahren deutschen Volksgemein­schaft zu führen, kann nicht erreicht werden, wenn schon in frühester Jugend durch getrennte Er­ziehung nach Ständen Klassengegensätze in das Volk hineingetragen werden.

2. Der Staat hat für einen gründlichen Ausbau des Bildungswesens Sorge zu tragen, um jedem fähigen und fleißigen Deut­schen das Erreichen höherer Bildung und damit das Einrücken in führende Stellungen zu ermög­lichen.

3. Ausbildung besonders veran­lagter Kinder armer Eltern ohne Rücksicht auf den Stand und Beruf auf Staatskosten. Der völkische Staat hat nicht die Ausgabe, einer bestimmten Gesellschafts­klasse den maßgebenden Einfluß zu wahren, son­dern die Verpflichtung, aus der Summe aller Volksgenossen die fähigsten Köpfe herauszuholen und zu Amt und Würden zu bringen und die Tore der staatlichen höheren Lehranstalten jedem Begabten zu öffnen, ganz gleich, aus welchen Kreisen er stammt.

4. Geistige Erziehung und körperliche Ausbil­dung in der Rachschulzeit bis zum 18. Le­bensjahr durch staattiche Einrichtungen.

5. Schulherr ist und bleibt nur der Staat; der Lehrer ist unmittelbarer Staats­

beamter mit akademischer Bildung.

6. Die Gemeinschaftsschule: Ein Volk kann nicht zur wahren Volksgemeinschaft geführt werden, wenn konfessionelle Gegensätze schon in frühester Jugend durch getrennte Erziehung nach Konfessionen die Kinder ein und desselben Voltes entzweien und vergiften. Dagegen bejaht der Nationalsozialismus die sittlich-religiöse Erziehung mit allen sich daraus ergebenden Folgerungen. Religion ist nicht nur Unter- richtsfach, sondern auch Unterrichtsprinzip, das he.ßt Grundlage des gesamten Schul­lebens.

7. Der völkische Staat stellt seine Erziehungs­arbeit nicht auf das Einpumpen bloßen Wissens ein, sondern auf das Heranzüchten kern­gesunder Körper. Ein wissenschaftlich ge­bildeter, aber gesunder Mensch mit gutem festen Charakter ist für die Volksgemeinschaft wertvoller als ein geistreicher Schwächling. Der Völkische Staat hat seine Erziehungsarbeit so einzurichten, daß die jungen Körper schon in frühester Kindheit zweckentsprechend behan­delt werden und die notwendige Stählung für das spätere Leben erhalten. Diese Erziehungs­und Pflegearbeit hat schon bei der jungen Mutter einzusetzen. In der Schule darf kein Tag vergehen, an dem der junge Mensch nicht mindestens vormittags und abends je eine Stunde lang körperlich geschult wird, und zwar in jeder Art von Sport und Turnen. Das jugendliche Gehirn soll nicht mit Dingen be­lastet werden, die es zu 95 Prozent nicht braucht und daher wieder vergißt (Sprachen usw.). Die hierdurch erreichte Kürzung des Lehrplans und der Stundenzahl kommt der Ausbildung des Kör­pers, Charakters, des Willens und der Entschluß­kraft zugute.

Schnelligkeitsrekord des italienischen Fliegeroffi­ziers Agello und über die großen Leistungen der italieniscxn Fliegerei überhaupt erklärte der Mi­nister zur künftigen Gestaltung des italienisch- deutschen Flugverkehrs, daß er einen regel­mäßigen Expreßflugdienst Berlin- Rom einrichten werde, und zwar auch für die Wintersaison. Der Verkehr zwischen den beiden Städten solle sich in fünf Stunden voll­ziehen, und zwar sollen bereits erprobte, mit bes onderer Geschwindigkeit ausge- statteteSpezialmaschinen ein 'eseht wer­den. Im Laufe der Zeit wolle man die Linie bis Reapel durchführen.

Papens Dank an Mussolini.

Berlin, 20. April. (WTB.) Vizekanzler v. Popen, der bei feiner Rückkehr von Dom in Verona vom Kommandierenden General des dor­tigen Armeelcrps begrüßt wurde, sandte folgendes Telegramm an Mussolini:

Beim Verlassen Ihres Landes bitte ich Eure Exzellenz, meinen tiefempfundenen Dank entgegenzunehmen für alle Liebenswürdig­keit und Aufmerksamkeit, mit der Sie unseren Osteraufenthalt im Ewigen Rom umgeben hoben. 3dj schätze mich glücklich, in persönlicher vertrauensvoller Aussprache mit Eu­rer Exzellenz alle Fragen haben erörtern zu dür­fen, die die Interessen unserer beiden Länder be­rühren, und ich kehre nach Deutschland zurück voll Bewunderung über die außerordent­lichen Fortschritte, die das Italien Mussolinis auf allen ©ebieten auf­weift. Was mich am tiefsten beeindruckt und a n öie beste Tradition des alten Preu­ßen erinnert hat, sind die Anstrengungen Eu­rer Exzellenz, die junge Generation in harter Pflichterfüllung zum Dienste am Vaterlande zu erziehen. Es ist ein Vor­bild und zugleich die beste Hoffnung, dem alten Europa ein neues Gesicht zu geben."

Sturmflug Görmgs über hie Atperr.

Begeisterter Empfang des preußischen Ministerpräsidenten in München.

M ü n d) e n, 20. April. (TU.) Man hatte in Mün­chen damit gerechnet, daß Reichsminister Göring gegen 14 Uhr auf dem Flugplatz Oberwiesenfeld landen würde. Zu seinem Empfang hatten sich um diese Zeit bereits eingefunden: Innenminister W a g- n e r, Staatsminister Esser, Bürgermeister F i e h l e r, Stabschef Röhm, Polizeipräsident Schneidhuber und der Chef der politischen Polizei, Himmler. Eine Abteilung berittene Po­lizei und eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei mit Musikkapelle hatten zum Empfang Aufstellung genommen. Eine große Menschenmenge war zur Begrüßung anwesend. Dann gegen 14 Uhr traf aus Bozen die Meldung ein, daß das ftür° mische Wetter über den Alpen das Flug­zeug, das Göring nach München bringen sollte, gezwungen habe, nach Bozen zurückzukehren und einen Umweg zu machen. Gegen 15 Uhr wurde gemeldet, daß das Flugzeug wieder nach Oberitalien zurückgekehrt sei. Um 16 Uhr wurde das Flugzeug südlich oonTegern- s e e gesichtet. Um 16.10 Uhr landete es glatt in Oberwiesenfeld. Es handelte sich um einen der schwer st en Alpenflüge, die je durchgeführt wurden.

Staatsminister Esser begrüßte Göring namens der bayerischen Staatsregierung, worauf Göring seiner Freude Ausdruck gab, daß er wieder in der Stadt sei, von der die nationalsozialistische Bewegung ihren Ausgang genommen habe. Heute sei es möglich, daß ein Bayer preußischer Ministerpräsident sei. Der Reichsminister schritt darauf die Front der Landespolizei ab. Die Menge fang das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Auf der Fahrt von Ober- Wiesenfeld nach dem Münchener Hotel wurde Göring von einem zahlreichen Publikum be­geistert begrüßt.

3m Anschluß an den feierlichen Empfang fand imBayerischen Hof" ein einfaches Essen in

engstem Kreise statt. Es nahmen daran die Mit­glieder der bayerischen Staatsregierung und einige Führer der nationalsozialistischen Bewe­gung teil. Rach dem Essen fanden bis in die späte Rächt hinein Besprechungen zwischen den Ministern statt, die der Regelung einiger schon seit langer Zeit schwebender preußisch-bayerischer Fragen galten. Ministerpräsident Göring wird morgen vormittag im Flugzeug München wieder verlassen. 3n seiner Begleitung wird sich Staats­minister Esser ebenfalls nach Berlin begeben, um dort wichtige Besprechungen wegen des Arbeits­beschaffungsprogramms im Reichsarbeitsmini­sterium zu führen.

Ausbau des Luftverkehrs Berlin-Rom-Neapel.

Mailand, 20. April. (TU.) Die Spätnach­mittagsblätter bringen die Rachricht von der glück­lich in München erfolgten Landung des Göring- Flugzeuges. 3n hiesigen Luftfahrtkreisen zollt man dem bei schwerstem Wetter ausgesührten Flug lebhafte Anerkennung. Die Blätter brin­gen an hervorragender Stelle ausführliche Schil­derungen über den Mailänder Besuch des Mi­nisterpräsidenten. Cie geben im Sperrdruck eine von dem Minister bei seinem Abschied italienischen Journalisten gegebene Erklärung wieder. Gö­ring sagte darin nach Worten herzlichen Dankes für die empfangene Gastfreundschaft, daß er aus Mailand tiefen Eindruck von der wirt­schaftlichen Verbundenheit der bei- den Länder mit sich nehme, für deren immer weitere Vertiefung er besorgt sein wolle. Das tiefste Erlebnis seiner Reise fei ihm der Eindruck von der völligen Reuordnung 3 tali - e n s geworden. Lleberall sehe man. Mussoli­vische Prägung. Rach sehr anerkennenden Worten über den in diesen Tagen aufgestellten

Mitgliedersperre bei der RGOAp.

München, 20. April. (WTB.) Wie die Ra- tionalsoziattstische Korrespondenz meldet, erläßt der Reichsschatzmeister Schwarz eine Verfü­gung, derzufolge der Andrang in die RSDAP. nach der Machtergreifung durch die Bewegung so ungeheuer geworden ist, daß sich die Reichsleitung im Einvernehmen mit dem Führer veranlaßt sieht, mit Wirkung vom 1. Mai 1933 bis auf weiteres eine Mitgliedersperre zu verfügen. Rach diesem Zeitpunkt darf feine Dienststelle der Be- toegvng Reuanmeldungen mehr entgegennehmen. Die Gaue dürfen bis längstens 15. Mai die vor dem l.Mai bei den Dienststellen eingegangenen Reuanmeldungen der Reichsleitung vorlegen. Von der Mitgliedersperre nicht betroffen werden: Angehörige der Hitlerjugend, welche das 18. Lebensjahr vollenden, Ange- hörige der RSBO., ferner alle jene, die Dienst in der SA. oder SS. leisten.

Verlängerung des Lee Higginson« Kredites um ein Jahr.

Berlin, 20. April. (LNB. Eigene Meldung.) Wie wir erfahren, ist der Kredit der amerikanischen Bankfirma Lee higginson um ein Jahr ver­längert worden. Der Kredit ist Im Oktober 1930 aufgenommen worden und belief sich ursprünglich auf 125 Millionen Dollars. Er hat j e h t n o ch e i n e höhe von 10 0 Millionen Dollars. Be­sonders interessant ist, daß bei den jetzt zum Ab­schluß gekommenen Verhandlungen eine Zins- Herabsetzung erreicht worden ist. Der Zins be­trägt bisher 6 v. h., vom 10. Mai ab wird er auf 5 v. h. und ein halbes Jahr später, ab 10. November auf 4,5 v. h. gesenkt.

kommen. Dann wirst Du wissen, wie viel Freude über Dich in mir war, und wie groß meine Trauer, Dich nicht zu sehen.

Gesundheit und Heiterkeit wünsche ich Dir, und daß Du ein aufrechter und ehrlicher Mensch werdest, dem man Liebe und Vertrauen schenkt, weil er selber Liebe und Vertrauen gibt.

3n großer Liebe

Dein Vater.

Asta Nielsen im Tonfilm.

Das ist etwas Erstaunliches: der erste Ton­film der Asta R i e l f e n. Es darf vielleicht daran erinnert werden, daß diese Schauspielerin vor einigen 3ahren hier in Gießen auf der Bühne gestanden hat manche werden sich noch daran erinnern können, wesentlicher erscheint uns d;e Tatsache, daß ihr Rame mit der frühesten Produktion des stummen Films, lange vor dem Kriege, innig verbunden ist. Run sieht man sie wieder nach langer Zeit und hat aufs neue das Erlebnis einer großen Schauspielerin. Die Zeit Aemt spurlos an ihr vorübergegangen zu fein. Sie beherrscht auch diesen Film mit seiner neuen Technik, die grundsätzlich andere Voraussetzungen lur die Wirkung geschaffen hat, so souverän, oay ihre Partner, alles gute und gepflegte Dar­steller, fast vollkommen hinter ihr zurücktreten Sie spielt eine reife und mütterliche Frau, Bild­hauerin, mit zwei erwachsenen Töchtern, die sich in eine große und späte Leidenschaft verstrickt und nach ein paar Wochen reinen Glücks Daran zerbricht: sie erlebt das oft beschriebene Sch.cksal derFrau von vierzig Fahren", der ihre großen Kinder entfremdet werden und der ^n dunkles Verhängnis den Weg zu dem ge° Liebten Mann hoffnungslos verbaut. An einer solchen Rolle, die ganz typisch für sie ist, ent­faltet sch die Kunst der Asta Ri elfen mit jener Eindringlichkeit, die man oft bewundert bat und die man so schwer erklären kann, weil Me Schauspielerin mit den sparsamsten und nobelsten Mitteln des sprachlichen und mi- m. chen Ausdrucks arbeitet. Der Film, eine Pro- bulhon ber Märkischen Film-G. m. b H.. heißt ? 0 $ ßiebe" und wurde gedreht

nach dem gle.chnamigen Romai. von Echiro- rauer. Die Regie hat Erich Wasch neck: er inszeniert geschmackvoll, plastisch, im Stil des Kammersp els, das im Tonfilm leider noch immer eine Ausnahmestellung einnimmt. Hans D e h - mann gibt den Partner der Rielsen, Pro­

fessor Steinkampp, mit vornehmer Zurückhaltung. Die beiden Töchter: Ellen Schwannecke und Ery Bos. Don den übrigen Milwirkenden nen­nen wir Anton Pointner , Carl B a l h a u s Steinbeck. Falken st ein (in einer hüb­schen Charge), Hilde Hildebrand und Elisa­beth Wendt. Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus und verdient einen weit bes­seren Besuch, als er am ersten Abend zu ver­zeichnen war. Aus dem Beiprogramm: ein Afrika. Film, zu dem Hans Schomburgk Erläuterun­gen gibt. Auf der Bühne sieht man mit Ver­gnügen die Exzentriker Alfredo und Wal­ter, die als Parterre-Akrobaten sehr saubere Arbeit leisten. _r.

Gleichschaltung

auch im deutschen Schachten.

Die alljährlichen Ofterturniere des Mittel- rheinischen Schachbundes wurden in Bad Ems abgehalten. Sieger des Meister-Turniers wurde Dr. Ad am-Bingen mit vier Punkten. 2. Amtsgerichtsrat Orth- Darmstadt mit drei Punkten, während R.-A. S t r a u ß - Wiesbaden in führende Stellung während des Turniers Surudtrat. 3m Meisterschafts-Turnier errang Dr. Grimm- Höchst mit 4 Punkten den Sieg und damit den Titel Meister des Mittelrheinischen Schachbundes. Der erste Preis im Hauptturnier mußte wegen gleicher Punktzahl von 4l/2 an De schauer - Frankfurt a. M. und S e l h o r st - Kob.enz geteilt werden. Mit je 4 Punkten tour. Den Ahlschwede-Montabaur und Krebs- Bad-Rauheim zweite Preisträger. 3m Reben- Turn.er siegte Paul B u r k e . Wiesbaden mit 5Vs Punkten: an zweiter Stelle folgte Engel- Ain 77 mit 41/- Punkten, und an Dritter Stelle

* $rier 27 und Velten- Reuwied mit ve 4 Punkten. Die Turniere ließen großen Kampf, geift erkennen, so daß erbittert um den Sieg fle- rungen wurde. Doch konnten sich die spielstärk- sten Teilnehmer von Anfang an die Führung sichern. v

K^!L?^EmIung des Mittelrheinischen ^brachte neben der Erledigung der Ä^^^^smäßigen Punkte bedeutungs.

,m Sinne der nationa- rrt m A1 *u n 9 Der Vorsitzende Bau. rat Otto-Bad Ems entwickelte in großen- b frbertfj^ftr£5unqen zur Zusammen, faflung aller deutschen Schachspieler unter An. glieöerung an den Kampfbund für.

deutsche Kultu r. Die Versammlung bekannte sich freudig zu dieser grundlegenden nationalen Umstellung. (Da in diesem Sinne den Mitglie­dern n chtarischer Abstammung die weitere Zu­gehörigkeit zum Deutschen Schachbund nicht mehr gestattet ist, traten im Verlauf des Turniers d:e beiden jüdischen Tumier-Tellnehmer zurück.) D:e Versammlung nahm weiter einen Bericht des Vorsitzenden über die Arbeiten des Organi­sationsausschusses, dem der Vorsitzende des Mit­telrheinischen Schachbundes angehört, zur Reu- gestaltung der Aufstiegmöglichkeiten im deutschen Schach'.eben mit großem 3nteresse entgegen und billigte einstimmig die Vorschläge, die allerdings durch d.e neue Entwicklung weitere Aenderungen erfahren dürften. Die Berichte der sieben Unter- verbände des Bundes ließen rege Arbeit auf allen Geb eten des Bundes erkennen und dienten nutzbringender Anregung. 3m Sinne der Gleich- schaltungsbestrebungen hatte der gesamte Vor­stand feinen Rücktritt Erklärt, doch wurde die Wahl zu einer , einmütigen Vertrauenskund- gebung für den bisherigen Vorstand, mit einer Aenderung aus organisatorischen Gründen. Die Pre sverteilung beschloß den 13. Kongreß des Mittelrheinischen Schachbundes.

Zeitschriften.

Das Badener Land in feiner Mannigfaltig­keit von Landschaft und Volkstum erschließt sich uns in der neuesten Rummer der 3 I l u st r i r - ten Zeitung (3. 3. Weber, Leipzig). Wir durchwandern die verschiedenen Gebiete von Odenwald. Reckartal. Schwarzwald, Oberrhein und Bodensee. Den Schwarzwälder in seiner her­ben, verschlossenen Art, den lebhafteren Aleman­nen, den raschen, witzigen Pfälzer schildert Pro­fessor Ens Busse als die echten Kinder ihrer Heimat, mit der sie tief verwurzelt sind. Denn gesegnet ist ihr Heimatboden, der ihnen gibt, was sie brauchen: Ackergrund zum Brot, Wein, holz- und wildreiche Wälder, fischgründige und fro.fttrebenöe Gewässer. Was Wunder, wenn sich hier eine hochstehende Tolks- und Handwerks­kunst, eine blühende Industrie entwickelte. Baden als Heimat vieler Dichter, Maler, Bildhauer und Musiker ersteht in dem Artikel von Professor Dr. W. E. OefteringKunst und Dichtung in Paben . Die badischen Großstädte mit ihren Kunstdenkmälern, de traulichen, verträumten Städtchen, die lieblichen Täler, Seen und Berge ziehen in abwechslungsreichen Bildern vor un­seren Augen vorüber.

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Der Geburtstag Hitler wurde ges würdiger Weise bex im festlichen Schmn und der Hakenlre S.adt war kaum ei aber auch in den ordentlich reich gefl ncr Bevölkerung n-

Mt der Feier de Adol verbunden. Lebcnsir gegeben, auch Geld starkem Ausmah c Bevölkerung unsere Gelegenheit erneut reichen minderbemit durch noch am gestn geholfen werden, i wurde gegeben. M bei der Verteilung /rcuMch-öan/bares 1 sichter.

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Militari fcto&it von 17 b Menschenmenge angel « unter Leitu Lauste bot aus euöanlagc ein ausgk ««jufot schneidige ® e Darbietungen, di sonderen Gehalt a lebhaften Anklang. 9 fnän w Elster Anl |Qnb Qm Abend der

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