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21.3.1933 Frühausgabe
 
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DerTleuaufbau des Arbeitsdienstes

Der Nattonaliag in Gießen.

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Leibgardistentag in Gießen

Heute Gefchafisschtuß in Heffen von 11 bis 15 ilhr.

Darmstadl, 20. ITlärj. (IBSJt) Der Staals- fommiffar für das Polizeiwesen hat augeordnet. daß am Dienstag. 2 1. März, alle Geschäfte in heffen in der Zeit von 11 bis 15 Uhr ge­schloffen zu halten sind, um allen Volksgenossen die Teilnahme an den Feiern zu ermöglichen.

Zuges beauftragt. Der Ausschuß nahm seine beit sofort auf und beschloß folgendes.

Die Gruppierung des Festzuges.

der Eteinstrahe, Spitze an der Ecke Stein- straße Marburger Straße, Schluß an der Turnhalle am Oswaldsgarten. Gruppenfüh­rer : Standartenführer nker.

Zweite Gruppe: Musik, Gießener Turner- schaft, sämtliche Sportvereine, Behörden. Polizei, Militärvereine. Aufstellung in der Rordanlage, Spitze an der Feuerwache gegenüber der Turnhalle, Schluß an der Brauerei Denninghoff. Gruppenführer: Rektor Kling.

Dritte Gruppe: Musik, Stahlhelm und Deutschnationale Bolkspartei, hierauf Jung­deutscher Orden, Iugendgruppen, Reichsbahn,

Nürnberg, 18.März. (WTD.) Unter Lei- tung des bayerischen Landesführers Oberst von Lenz wurde heute hier eine Tagung der bayeri­schen Stahlhelniführer abgehalten, zu der auch der 1. Dundesvorsihende Rcichsminister Seldte erschienen war. In einer Ansprache erklärte Mi­nister Seldte, die Kräfteverteilung im Kabinett sei gut. Hitler habe im Blut und Instinkt etwas mitgebracht, was Tausende von Diplomaten nicht lernten; Herr v. Papcn könne ihm ein guter Sekundant sein. Reichsjustizminister Gärtner vertrete Süddeutschland denkbar ein* fluhgebend. Mit Hugenberg sei ein beson­derer Ideenkreis deutscher Art und deutschen Wesens in das Kabinett hineingetragen.

Als Aufgabe seines eigenen Ministeriums be­zeichnete der Minister die Reinigung in den einzelnen Aemtern, in denen keine Bonzo­kratie mehr geduldet werde, den Aufbau und die Arbeit. Es werde ein Arbeits­heer gebildet werden, ohne daß die Indu­strie dadurch eine Einengung erfahre. Die Mög­lichkeit, die deutsche Industrie über den Export wieder gesund zu machen, sehe er nur für die Spezialindustrie. So werde man um eine 6 e - stimmte Planung nicht herumkommen. Hätten wir wieder ein stehendes Heer, dann hätten wir für den inneren Markt einen guten Kunden. Er denke nicht an Krieg, aber das starke deutsche Volk müsse wieder frei und so gerüstet sein wie alle anderen Völker. Mit dem Streben nach Parität in der Rüstung gehe Hand in Hand das Streben nach Parität in der Arbeit. Wenn uns eine Aufrüstung nicht ermöglicht werde, müsse zur Belebung des inneren Marktes eine Umlagerung erfolgen durch Ansiedlung der Millionen Arbeits­loser in Heimstätten und Stadtrandsiedlungen. Der Minister sprach in diesem Zusammenhang von einem von ihm erwogenen Plan, durch eine 3°Milliarden-Anleihe die Mittel hier­für zu beschaffen.

Dec bevollmächtigte Stellvertreter des Reichs-

Der Festzug wird in drei Gruppen geteilt, die sich wie folgt aufstellen:

Erste Gruppe: Musik, SA., Politische tung dec RSDAP., Hitlerjugend, Hitler-Mäd­chen. SS. und Studentenschaft. Aufstellung in

heute am Anfang einer neuen Zeit stünde, unsere alte Reichssahne, unter denen das Regiment ge- tampft und unter denen die Kameraden gefallen seien, wären wieder zu Ehren gekommen. (Brausen­der, langanhaltender Beifall.) Wir begännen heute mit dem Dritten Reich. Dank der tüchtigen und er­probten Führer, die jetzt an der Spitze Deutschlands ständen, würde es, die tatkräftige Mitarbeit aller Volkskreise vorausgesetzt, wieder bergauf gehen. Das deutsche Volk habe sich zusammengefunden. Wir müßten jetzt alle dem Vaterland und seiner neuen Regierung treu bleiben, auch wenn die Tage nicht so kämen, wie wir sie uns gewünscht hätten, denn die Schwierigkeiten seien übermenschlich groß. Mit einem Hurra auf das Vaterland und dem gemein­samen Gesang der ersten Strophe des Deutschland­liedes klang die mit großem Beifall aufgenommene Rede aus.

Sodann verlas der Bundesvorsitzende noch ein Schreiben des hessischen Staatspräsidenten, Herrn Professor Dr. Werner, worin derselbe für die Einladung zum Leibgardistentag herzlich dankte und mitteilt, daß er leider am Erscheinen verhindert sei, die Festteilnehmer aber herzlich grüße und der Feier guten Verlauf wünsche.

Die Aufgabe, für gute Unterhaltung Sorge zu tragen, hatte die Traditionskompanie, die erste un­seres Bataillons, übernommen. Die von Unteroffi­zier Steines geführte Gefangsabteilung der Kom­panie (Dirigent (Befreiter Dietrich), erfreute mit den beiden ChörenDeutschland, Deutschland, höre wieder" undWenn die Garde marschiert" und er­brachte den Beweis, daß

auch unsere Reichswehr eine Pflegestätte des deutschen Männergesangs

werden kann. Die sportlichen und turnerischen Dar­bietungen der von Feldwebel Bohn betreuten Tur­nerriege, oorgeführt von Gefreiter Dietz, legten Zeugnis ab von einer ganz hervorragenden körper­lichen Durchbildung unterer Grenadiere. Unterfeld­webel Kaufeld sprach einen Prolog und forderte dazu auf, in allen Lebenslagen an Goll, Ehre und Vaterland festzuhalten.

Die Reichswehrkapelle wartete mit ausgezeichneter Musik auf und mußte sich zu einer Reihe von Zu­gaben entschließen. Als die Kapelle das deutsche fjlaggenlieb spielte, fangen die allen Soldaten aus tiefer, innerer Ueberzeugung das Lied mit. Sämt­liche Musikvorträge, einige wurden unter Mitwir­kung der Spielleute des Bataillons bargeboten, mürben mit großem Beifall aufgenommen.

kommissars für ben Arbeitsdienst Dr. Mohn- den sprach im Rundfunk über den künftigen Aufbau des Arbeitsdienstes. Die Reichsregierung hat in dem Aufruf bei ihrem Amtsantritt ver­kündet, daß sie aus der jetzigen Form des Frei­willigen Arbeitsdienstes zur allgemeinen Arbeitsdienstpflicht übergehen werde. Der Weg zum Ziel kann nur der der organischen Entwicklung aus den um­fassenden Leistungen und Grundlagen sein, die der bisherige Freiwillige Arbeitsdienst in opfervol­len Mühen geschaffen hat. Einzelheiten und Tempo Höngen selbstverständlich von der Frage der Finanzierung und von praktischen Rotwen­digkeiten der äußeren und inneren Politik ab. Als erstes Ziel wird noch in den laufenden Tagen organisatorisch der Arbeitsdienst zu einer vollständigen und in sich geschlos­senen Verwaltung ausgebaut. In den Bezirken der Landesarbeitsämter wird die Leitung vollständig und hauptamtlich in die Hände von neu bestellten Bezirks- kommiffaren gelegt. Innerhalb der Landes­arbeitsämter werden jeweils die bisherigen Be­zirksarbeitsämter zu einem eigenen Ar­beitsdienstamt zusammengefaht. -An all diesen Stellen werden neben bewährten Ver­waltungsbeamten solche Männer aus der Praxis des Arbeitsdienstes eingeschaltet werden, _ die durch Leistung und Tüchtigkeit auf diesem völlig neuen Gebiet sich bewährt haben. In diesem organisatorischen Rahmen, der sich schrittweise verselbständigen wird, wird sich gleichzeitig die Entwicklung zur Heranziehung ge­schlossener Jahrgänge im Sinne der Arbeitsdienstpflicht, und im Zusammen Hang mit den Maßnahmen des Reichskuratoriums

1 für Iugendertüchtigung z u wehrsportlicher Erziehung und Vorbereitung der späteren Miliz ergeben. Durch die umfas­sende vorbereitende Landesplanung werden nunmehr endlich die großen Aufgaben der Lan­deskultur angefaßt werden.

Aus der Wett der deutschen Frau

Ein Rundgang durch die große Berliner Ausstellung »Die Zrau".

Der heutige Rationaltag aus Anlaß der feier­lichen Eröffnung des neuen Deutschen Reichstages wird auch in unserer Stadt in hoher vaterländi­scher Begeisterung begangen werden. Heute vor­mittag muß überall soweit es nicht schon ge­schehen ist sofort die Parole

Fahnen heraus!

befolgt werden. An zahlreichen Häusern tonnte man bereits gestern abend schwarzweißrot und die Hakenkreuzfahne bemerken. Hoffentlich wird heute in allen Straßen noch stärker ge­flaggt als bisher, damit dieser denkwürdige Tag in der deutschen Geschichte auch in unserer Stadt das gebührende äußere Gepräge erhält.

Oie militärische Feier des Tages fipbel auf dem Hofe der Reuen Kaserne statt. Der Feldgottesdienst beginnt um 1145 Uhr und wird bis gegen 12-30 Uhr bauern- Anschließend wird der Bataillonstommandeur. Major v. W a ch t e r, eine Ansprache halten, die bei präsentiertem Gewehr in dem gemein­samen Gesang des Deutschlandliedes ausklingen wird- Zum Schluß wird ein Parademarsch des Bataillons in Zügen vor dem Bataillons» kommandeur stattfinden An der Feier werden auch die Schutzpolizei, die H i l f s p o l r z e t. die S S. und S A., sowie der Stahlhelm teilnehmen. Diese Formationen werden auch den Vorbeimarsch vor dem Bataillonskommandeur mitmachen.

Die ganze Feier ist öffentlich, jedermann hat Zutritt zum Kasernenhof.

Militärische plahmusik.

Don 18 bis 19 Uhr wird unsere Militär­kapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krautze auf der Südanlage Plahmusik bie­ten. Die Vortragsfolge bringt:

1. Preußen-Marsch, Heeresmarsch II, Rr. 119, Golde.

2. Großer Kriegsmarsch und Schlachtenhymne aus der OperRienzi"; Wagner.

3. al Althesfischer Reitermarsch, b) Hessischer Fahnenmarsch; Landgraf Ludwig VIII.

4. Historische Märsche. Eine Zusammenstellung historischer Heeresmärsche vom Mittelalter bis zur Gegenwart; Hackenberger.

5. Erinnerung an das Militärleben, Potpourri; Delling.

Oer große Fackelzug.

Zur organisatorischen Vorbereitung des großen Fackelzuges am heutigen Abend fand gestern abend im Stadtrats-Sihungssaale im Stadthaus Bergstratze eine Beratung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Seid statt, an bet^ sich zahl­reiche Vertreter von Vereinen und Derbänben be­teiligten. Vor dem Eintritt in die Deratungsar- beit lehnte die Versammlung auf Anregung der Vertreter der RSDAP. und der Kampffront Schwarz-Weitz-Rot einstimmig die Beteiligung der Arbeiter-Samariter-Kolonne ab, deren Ver­treter daraufhin den Sitzungssaal verließen.

Bürgermeister Dr. Seid teilte mit, daß die 6 t a b t D e r to a 11 u n g für ben Fackelzug und die Musik den Betrag von 350 Mk. zur Verfü­gung stelle und die Bevölkerung zum Flaggen und zur Beteiligung am Fackelzug aufgefordert habe.

Bei der Feststellung bet voraussichtlichen Be­teiligung an dem Fackelzug ergab sich eine Tcilnehmetzahl von etwa 3000 Menschen.

Rach weiterer kurzer Besprechung wurde ein Arbeitsausschuß mit der Organisation des

Berlin, im März 1933.

Auf dieser Ausstellung versucht man, der deut­schen Frau einen Querschnitt über ihr eigenes Wirken und Leben zu geben. Fieberhaft ist an diesem großangelegten Werk gearbeitet worden und mehr als 100 Reichs- verbände, denen 3 Millionen Frauen angehören, haben daran mitgeholfen. Jeder hat sein Bestes gegeben und auch der ungläubigste Thomas toirb einen Teil finden, der eigens für ihn geschaffen scheint und ihn zum Rachdenken zwingt.

In drr Begrüßungsrede wurde ausgeführt, daß das Programm nach sorgfältigster Wahl und strengster Kritik zusammengestellt wurde und daß es nun gelungen fei, restlos alles zu er­greifen, was für die Frau als Hausfrau, Gattin und Mutter und Angehörige der deutschen Ration von Wichtigkeit ist. Volks- wirtschaftlich ergeben sich oft die merkwürdigsten Feststellungen an Hand der Statistiken. Zum Beispiel leben noch immer 94 Prozent aller Deut­schen in einer abgeschlossenen Familiengemein­schaft.

Unbekannt war den meisten bisher, daß wir das geburtenärmste Land Europas sind und Berlin sogar die geburtenärmste Stadt der Welt ist. Der Bevölkerungszuwachs ist seit 1900 so» weit zurückgegangen, daß, falls keine Aenderung eintritt, im Jahre 1980 auf jeden alten Menschen nur noch ein Enkelkind kommt und daß daraus eine Vergreisung des Volkes entstehen muß. Volk ohne Jugend hat keine Zukunft. .

Wir lernen vieles über die Entstehung und Entwicklung bis zum fertigen Menschen. Auf Bildern. Plastiken und beleuchteten Transparen­ten wird es uns anschaulich gezeigt. Besonders interessant der Vorgang: Blutkreislauf von Mut­ter und Kind. K r a n k h e i t e n. an erster Stelle der weitverbreitete Krebs, sind in einfachen und darum um so deutlicheren Darstellungen zu sehen. Gefahren werden erklärt und der Weg wird ge­wiesen, wie und wo man Helsen kann Das Hygiene-Institut in Dresden hat hier oorbilb- liche Arbeit geleistet.

Die Wichtigkeit der Frauenleistung im einzelnen und im allgemeinen, alles kommt zur Aussprache. Vom deutschen Siedlungswesen hören wir, daß es nur lebensfähig ist und gedeihen kann, wenn die Frauen sich auf Landarbeit verstehen. Man zeigt uns, was eine Bäuerin im Laufe einer dreißigjährigen Tätigkeit fertigbringt und wir staunen ob dieser oft gigantischen Zahlen, in denen 25000 Brote und 18 000 ge­rn ä ft e t e Schweine keine Seltenheit sind. Auch das Kapitel der berufstätigen Frau und Mutter wird erörtert und man klärt uns auf, wieviele von ihnen die Familie ernähren, wie sie leben und wie ihre soziale Stellung im Reiche ist.

Das Thema Lebensmittel, Handel und V e r b r a uch sollte jede Frau interessieren. Sie muh wissen, wohin ihr Geld flieht, was dem eigenen Lande durch Auslanderzeugnisse ent­zogen wird, dah nur 18 Prozent des Umsatzes auf die Kauf- und Warenhäuser kommen und daß 82 Prozent noch immer dem Einzelhandel erhalten blieben.

Die nervöse Frau erkennt sich auf Bildern und hat Gelegenheit, sich einmal kritisch zu be­trachten und daraus die Rutzanwendung zu zie­hen. Die Bilder zeigen, wie ihre Reizbarkeit sie alles am falschen Ende anfangen läßt, wie sie das doppelte an Arbeit leistet, weil sie kein System hat, und wie ihre Rerven reagieren. Bei der einen genügt schon, wenn ein Kind eine Frage stellt oder die Türglocke schellt, bei der andern muh eine Reihe von Dingen zusammenkommen, ehe sie explodiert.

Fragen der Kindererziehung, Kinder­pflege, Kinderstuben, Kinderernährung, Kinder als Träger der Zukunft, die. einst den Geist der Familie in die Welt hinausbringen, sind für uns alle gleichmäßig wichtig. Körper-Krankenpflege und allgemeine Hygiene geben uns neue Auf­schlüsse, bestätigen bereits Bekanntes und rufen zur strengen Innehaltung auf.

Und dann kommt der praktische Teil dieser Riefenschau. Wohl jede Hausfrau wird entzückt fein über all das Reue und Wun-

Zu einer großen vaterländischen Kundgebung ge­staltete sich der am Sonntag im Cafe Leib abgehal­tene Leibgardistentag des Bundes hessischer Leib­gardisten. Aus allen Teilen Hessens, selbst aus dem östlichen Oberhessen und aus den entferntesten Ge­meinden von Starkenburg und Rheinhessen, waren Angehörige des früheren ersten hessischen Leibgarde- Insanterie-Regiments Rr. 115 zum Leibgardistentag gekommen.

Alte Kameradschaft gatt es aufzufrifchen und im Bund mit Gleichgesinnten einige frohe Stun­den zu verleben.

Die @e(amtleitung des Festes lag in den Händen des Bundesvorstandes mit Sr. Exzellenz General­leutnant von x) i b t m a n als erstem Vorsitzenden. Die musikalische Leitung hatte Obermusikmeister Krautze, der mit dem Musikkorps des hiesigen Bataillons einen großen Teil der Dortragsfolge be­stritt.

Mit demParademarsch der langen Kerls" wurde die Feier eröffnet. Sodann hielten die Fahnenab­ordnungen der vaterländischen Vereine ihren Ein­zug, und Herr Saoelsberg (Darmstadt), ein Sohn unserer Stadt, widmete als Vertreter des Bundesvorstandes den Gefallenen des Regiments im Weltkrieg einen ehrenden Nachruf. Die Reichswehr­kapelle intonierte das Lied vom guten Kameraden, das stehend angehört wurde.

Sodann hiell der erste Bundesoorsitzende, Se. Erz. Generatteutn. v. O i d t m a n (Darmstadt) eine An­sprache. Er begrüßte zunächst alle Festteilnehmer, ferner die Traditionskompanie des Leibgarde-Regi­ments, die jetzige erste Kompanie des Gießener Reichswehr-Bataillons, ferner den Bataillonskom­mandeur der hiesigen Reichswehr, Major von Wachter, weiter den Kriegeroerein Gießen und die Brudervereine von den übrigen Waffengattun­gen. Er führte u. a. aus. daß

das ehemalige Darmstädter Leibgarde - Regi­ment eines der ältesten deutschen Regimenter gewesen sei und jetzt feinen 312. Geburtstag habe feiern können.

Die ehemaligen Regimentsangehörigen könnten heute noch mit Stolz auf die ruhmreiche Geschichte des Regiments zurückbljcken. Ganz besonders müsse er in Treue des früheren obersten deutschen Kriegs­herrn, Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm II., und des ehemaligen Inhabers des Regiments, Sr. Kö­niglichen Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen, gedenken. Er führte weiter aus, daß man

berbare, das man so gern selbst in Gebrauch nehmen möchte, wenn man nur ein bißchen mehr Geld hätte. Wer mit offenen Augen durch hie Hallen geht, muh begreifen, was hier geleistet wurde auf vorschrittlichem und technischem Ge­biet. Eine T e x t i l s ch a u zeigt, wie die Frauen früher webten und wirkten und wie heute Seide, Baumwolle und Kunstseide entstehen.

Reuzeitliches Wohnen und neuzeit- liche Möbel findet man in wunderschönen Aus­führungen. Auch dem Kombinationsmöbel, das wir heute als unentbehrlich anerkannt haben, ist ein besonderer Raum gewidmet. Hygienischen Fragen widmet die Technik besondere Sorgfalt. Man erfährt, wie Lebensmittel aussehen müssen, um wirklich frisch zu fein, und daß es Sache der Frau ist, darauf zu achten, da sie durch gesunde Kost die Leistungsfähigkeit der Familie steigern kann. In vielen, fast zu vielen kleinen Kojer stellen die Firmen ihre Waren aus. Man wan­dert vom Kochtopf zur Rohkostmafchine. vom Küchenmotor zum Schnellkochtopf, vom Wasch­pulver zum Gemeinschaftswafchkessel mit Dampf­betrieb. Margarine, Butter, Honig, Kaffee, Obst und Obstsäfte und vieles andere mehr werben für sich. Eine Firma hat sogar ein Kino aus- gebaut und zeigt darin ihre eigenen kleinen Filme.

Auch die Mode ist nicht vergessen. Fesselnd wirbt die AbteilungMode seit 15 0 2 ah - r e n". Der heutige Teil ist reich beschickt und gibt viele Anregungen, zu denen man gleich die Schnittmuster mitnehmen kann. In einer hübsch zusammengestcllten Schau kommen die be­sonders Interessierten auf diesem Gebiet zu ihrem Recht. Und, wenn man dann mit allem fertig ist und sich in der kleinen Konditorei oder in der Bauernschanke gestärkt hat, nimmt uns eins von den netten kleinen blau-gold gekleideten CBri^ gitten-Mädchen beim Arm, geleitet uns in einen Raum und man wird unentgeltlich photographiert, um ein Andenken an diesen Tag mitzunehmen, welcher noch oft Anlaß zu einem besinnlichen Zurückschauen werden soll. Denn so groß ist die Fülle des Gebotenen, dah man wirklich eine .Weile braucht, um alles im Kopf zu Ruhen verarbeitet zu haben.

Seit 1912 ist es das erstemal, daß wir uns an dieses schwierige und weitläufige Gebiet her­angewagt haben, möge es nun den Frauen den Segen bringen, den wir uns davon erhoffen.

Reichsminister Dr. Goebbels eröffnete feierlich d i e AusstellungDie Frau". Rach musikalifchen Darbietungen begrüßte die Vorsitzende des Stadtverbandes Berliner Frauen- vereine, Frau Anna von Gierke, die Anwesenden. Hieraus sprach der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Geheimrat Dr. Hamel. Reichsminister Dr. Goebbels überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Reichspräsidenten und der Reichsregierung. Er hob hervor, daß niemand die Frau aus dem öffentlichen Leben, aus Arbeit, Beruf und Broterwerb herausdrän­gen wolle. Aber es dürfe nicht ungesagt bleiben, daß Dinge, die dem Mann gehörten, ihm auch verbleiben mühten. Das sei kein absprechendes Urteil, sondern nur das Ver­weisen der Fähigkeiten und Anlagen der Frau auf die Gebiete, die ihrem Wesen am ehesten entsprächen. Ein sozialreformiertes Volk werde seine erste Aufgabe darin erblicken müffen, der Frau die Möglichkeit zu geben, ihre eigentlichen Aufgaben als Mut­ter und als Kern der Familie zu er­füllen. Dr. Goebbels hob unter Hinweis auf den gewaltigen Geburtenrückgang in den Großstädten und besonders in Berlin hervor, dah die Regierung fest entschlossen sei, diesem Verfall der Familie und der blutsmäßigen Ver­armung unseres Volkes Einhalt zu gebieten. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dah die Aus­stellung mit ihrem Hinweis auf die Fäden bet Vergangenheit und auf die Mittel und Wege zur Abwendung dieser Schäden ein W a r - nungsruf für alle deutschen Frauen und Mäd­chen sein möge, der sie zur nativnalpolitischen Einkehr, zur Umkehr und zur freudigen Mit­arbeit am Reubau des Staates bestimme.

VDA., Feuerwehr. Aufstellung von der Turn­halle in Richtung Westanlage, Spitze an der Turnhalle, Schluß auf der Westanlage. Gruppenführer: Syndikus Röhr.

Aufstellung des Fackelzuges um 20 llhr, Abmarsch um 20.30 Ahr.

Die Vereine usw. werden um rechtzeitigen Anmarsch zu dem vorbezeichneten Sammel­platz gebeten, damit der Fackelzug sich pünktlich in Bewegung sehen kann. Wunschgemäß sei hier noch besonders bemerkt, dah alle Gruppen der bündifchenIugendum 19.30 Uhr vollzählig auf dem Ludwigsplah antreten müssen. Die VDA. - Mitglieder der Orts- und Schul- gruppen sammeln sich um 19 Uhr am Gym­nasium.

Die INarschstrahen.

Der Fackelzug hat folgenden Weg: Ab Ecke Steinstraße/Marburger Straße durch die Mar­burger Straße, Walltorstraße, Lindenplatz, Kir­chenplatz, Marktplatz, Marktstraße, Bahnhof­straße, Liebigstrahe, Frankfurter Straße, Selters­weg, Reuenweg, Gartenstrahe, Ludwigsplah, Kaiserallee zum Trieb.

Auf dem Trieb wird in weiter Runde auf­marschiert. Dann wird gemeinsam das Deutsch­land-Lied gesungen. Hierauf werden die Fackeln zusammengeworfen. Damit schließt die Kund­gebung.

Rechtzeittg Fackeln besorgen?

Der Ausschuß empfiehlt den Zugteilnehmern, sich -schon im Laufe des Tages mit Fackeln zu versehen, damit am Abend keine unnötigen Verzögerungen entstehem Wer da­zu keine Gelegenheit hat, kann natürlich noch am Abend beim Aus stellen der Gruppen Fackeln be­kommen. Besser ist es aber, man sorgt vor! In unserem gestrigen Anzeigenteil hat die Papier­handlung von Heinrich Roll, Mäusburg, Fackeln angeboten.

Der Ausschuß nahm mit Befriedigung zur Kenntnis, daß die Gießener Stadtverwaltung für den Fackelzug 350 Mark zur Verfügung gestellt hat. Er erwartet bestimmt, daß auch die Kreisverwaltung mit einem gleich ho­hen Betrag sich zuschußweife an ben Kosten der Fackelbeschaffung für die erwerbslosen oder finanziell schwachen Zugteilnehmer beteiligt, zumal es sich hier um eine durchaus nationale Ver­anstaltung im Sinne der neuen Reichsregierung handelt!

Geschäflsschlietzungen.

Der Verein der Cinzelhän.le.' fordert s ine Mi - glieder in einer Anzeige in dieser Ausgabe auf, von 11 bis 15 Uhr zur Feier des Tages die Ge­schäfte zu schließen.