Ausgabe 
21.2.1933 Frühausgabe
 
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Eiaisberatung im Finanzausschuß

lasten.

Wie dieDAZ." erfährt, ist der frühere Reichsinnenminister Dr. o. Keudell der Na­tional sozialistischen Partei, mit der ihn auf Grund seiner langjährigen Grenz- und Volkstumsarbeit bereits enge Beziehungen ver­banden, als Mitglied beigetreten.

Reichsminister Dr. HugenLerg läßt mit» teilen, daß er entsprechend dem Deichsminister- gesetz seine Aufsichtsratsposten bei sei- . nem Amtsanrttt niedergelegt habe.

1 9 n e die vorgeschriebene 9 in den Staatsdienst zu unter-

dieses Tieres gleicht. Zahllose Legenden und Sagen knüpfen sich an gewisse von der Aatur geschaffene Einzelheiten, in denen man bestimmte Dinge wiederzuerkennen meint Reben der Lotz» trappe im Harz sei nur an jenen Abdruck einer gespaltenen Klaue erinnert, die sich in dem ame­rikanischen Staate 3owa an einem Abhänge des Mississippi findet. Natürlich glauben die Bewoh­ner, datz hier der Teufel seinen Pferdefutz hin- gesetzt habe, während die Wissenschaft sich längst darüber einig geworden yt datz hier in älrzetten eine Moluske, deren Art heute verschwunden ist ihren Abdruck zurückgelassen hat

Staatsanwalt a. D. Grauert, der von der Regierung Braun aus politischen Gründen ent­lassen worden war, ist zum Nachfolger des Ministerialdirektors Klausener (Ztr.) und Leiter der Polizeiabteilung im preutzischen In­nenministerium vorgesehen. Seine Ernennung zum Ministerialdirektor steht bevor.

*

Der Oberpräsident der Provinz Westfalen in Münster G r o n o w s k i (Zentr.) ist vom preutzi- schen Minister des Innern entgegen anderslauten­den Meldungen entsprechend seinem älrlaubs- gesuch von seinen Dienstgeschäften entbunden und beurlaubt worden.

Die übrigen Vorbemerkungen des Staatsvor­anschlages werden gebilligt. Ebenfalls Kapitel 3

1 und Bauverwaltung' mit 814 000 Mt Einnahmen und 434 000 Mk Aus­gaben. Auf einen volksparteilichen Antrag hin er­klärt die Regierung, datz sie Maßnahmen zu einem verstärkten Abschuß von Schwarz­wild eingcleitet habe. Ein Dolksbundantrag fordert über den Etat hinaus weitere Mit­tel für den Wegebau und den Holz- anbau. Die Regierung erklärt jedoch, datz wettere Mittel nicht zur Verfügung gestellt wer- Den können, denn der Etat sehe bereits für diese Zwecke erhöhte Ausgaben gegen das vergangene 3ahr vor. y

der unaufhörlich bildenden und schaffenden Natur auch Formen, die in frappantester Weise zu einer Vergleichung auffordern, in denen die Na. tur bereits vorhandene Dinge der Wirklichkeit nachahmt,^ sich also gleichsam selbst plagiiert. Was zunächst Felsformationen anlangt, so findet sich an den Meerufern von Norwegen eine Klippe die ganz getreu die Züge eines Fi­schers der Lofoten zeigt, wobei das Gesicht an der charakteristischen Nase, an den starken Backen­knochen und dem zurücktretenden Kinn genau zu erkennen ift Seltsamerweise hat dieses Gesicht nicht den Ausdruck eines lebenden Menschen: die Augen sind geschlossen, die Linien starr, man denkt an einen Ertrunkenen. And so entstand der Merglaube, datz an diesem gefährlichen Meer wo der Malstrom so viele Fischer verschlungen hat die Natur ein merkwürdiges Denkmal und Abbild dieser Toten errichtet hat. 3m Stillen ?^°n wird von japanischen Fischern eine Nie- senkrabbe gefangen, deren Rückenschild dis grim­mig verzerrte Maske eines wütenden Samurai darstellt, der den Mund breit aufgerissen hat und mit den Zähnen fletscht. Freilich liegt hier dasPlagiat" wohl nicht nur aufseiten der Atur, man kann aus alten japanischen Holz­schnitten schließen, datz die Künstler zu der Auf­fassung dieser Gesichter durch die von der Natur so meisterhaft gegebenen Vorbilder angeregt worden sind. 1863 glaubte der englische Geologe Sir William Dawson in Kanada das älteste be- fcmnte Fossil gefunden zu haben, das den Namen Eozoon erhielt. Später wurde aber einwandfrei festgestellt, daß es sich hier um einen Stein han­delte, der nur durch eine merkwürdige Laune der Natur die Spiralform und die durch Löcher unterbrochene Einteilung in Kammern erhalten batte, die an die Gestalt eines kleinen Kopf- futzlers erinnerten. Wunderliche Analogien schafft die Natur in ihrer unendlichen Fruchtbarkeit und der stets wechselnden Fülle ihrer Formen auch im Pflanzenreich. Auf trockenen Erbsenschoten haben chinesische und japanische Gelehrte Schrift­züge entdecken wollen: sie haben sogar aus Dielen merkwürdigen Punkten und Strichen ganze Seite SWfat r° Seite des Schi'Kmg, und in Diefc Eulenspiegeleien Der Natur einen geheimen <5inn gelegt. Die Armbandpflanze erinnert an Den von Schlangen umspielten Kopf der Meduse:

u <$45dArD?err. ?o[etu8 wird von den Bauern nnt Recht Aehnlichkeit mit einem Negerkovf zu­gesprochen. 3n den trockenen Ebenen Asiens ge­deiht eine seit dem Mittelalter als hellkräftig bekannte Pflanze, die die Eingeborenendas Lamm nennen und deren Aussehen wirklich dem

datz es gelingen wird, schon in diesem 3ahre Dem Ziel ein erhebliches Stück näher zu kommen.

Forderungen der Siedler.

unter dem Vorsitz des Präsidenten Lind- Rle^rlssigheim bei Hanau zufammengetrelene RcichssieDrertag nahm einstimmig eine Entschlie­ßung an, die an Den Reichskanzler und Den Rcichcernährungsmlnister abgesandt wurde. 3n der Entschließung heißt es u. a.: Die übergroße Mehrzahl Der aus nationalpolitischen Gründen angesetzten Siedler ist zu Bedingungen angesie­delt, d.e völlig untragbar sind. Om Zu­sammenhänge nut der verhängnisvollen Preis- katastrophe aus dem Gebiete der bäuerlichen Deredelungswirtschaft hat sich eine ungeheuere Aeberteuerung Der Siedlerstellen ergeben. Die Preise der Stellen betragen bis zu 600 und 700 Mark und noch mehr für den Morgen, ob­wohl die früheren Besitzer das Land zu einem <T? ?:eser Preise abgeben mußten. Alle im Reichslandbunde zusammengeschlossenen Sied­ler versichern, daß sie fest entschlossen sind, die- lcnlge Rente zu zahlen, Die aus der Stelle von einem ordentlichen Siedler gezahlt werden kann. Oft ater betragen die Renten das Doppelte und mehr Der Leistungsfähigkeit. Deshalb bitten die Siedler, daß schleunigst eine Nachprü­fung Der Kapital- und Rentenbela- st u n g unter Zuziehung von Vertrauensleuten Der Siedler angeordnet wird mit dem Ziele, Kapttallast und Rente auf das der nachhaltigen Ertragsfähigkeit Der Stellen entsprechende Maß herabzusehen.

Die Siedler bekennen sich zu dem großen na­tionalen Gedanken der deutschen Bauernsiedlung. Aber dieses nationale Werk ist gefährdet, wenn man d:e vielen Tausende der bisher angesehten Siedler hilflos verderben läßt.

Reichsverband Deutscher Hausfrauen- vererne und Berufsschule.

Der geschäftsführende Vorstand des Reichsoer­bandes Deutscher Hausfrauenvereine hat sich mit Den der Berufsschule drohenden Abbaumaßnahmen beschäftigt. Er hat festgestellt, daß insbesondere der hauswirtschaftliche Unterricht der Mädchen gefähr- det ist und Bestrebungen bestehen, die Hausgehil- fen, Haustöchter und die ungelernten Arbeiterin- neu aus der Berufsschule zu nehmen. Der Verband

Das Schnappschloß.

Don Bruno Manuel..

3n Die Wohnung Parkst ratze 35 im Dritten Stock war ein Dieb gedrungen. (Die Bewohner huldigten Dem Wintersport.)

Ser Einbrecher war ein junger Mann mit sympathischen Augen und einem kühnen Zug um Den Mund. Sein gutgeschnittener Anzug sowie der gepflegte Scheitel gaben ihm das Aussehen eines gehobenen Angestellten. Er war das an­mutige Exemplar eines Gentleman-Einbrechers, wie er in der Praxis selten, in Kriminalromanen Dagegen häufig vorkommt

6r zweifelte nicht, einen großen Coup zu vollbringen unD trachtete festzustellen, an toel- $cm Punkt der Zimmerflucht Die großen Werte Lagen. 3m Laufe Der mit Sachkenntnis gehal- ^nterfucbung stieß er auf eine verschlossene Zur. 3yc widmete er fein nicht geringes Können. Er zückte eine Serie erlesener Dietriche, bohrte b.eE Aihe nach ins Schlüsselloch und erzwang sich in Kurze Einlaß.

_ Es steigerte feine Ueberraschung, als er einen ubprg möblierten Raum erblickte. Als er sich aber anschickte, Die zahlreich vorhandenen Perser- brücken einzupacken und das gediegene (Silber widerfuhr ihm ein gigantisches Mißgeschick. Die Tur schnappte ins Schloß. Da sie auö undurch­sichtigen Gründen innen einer Klinke ermangelte und da es eine weitere Tür nicht gab, war das anmutige Exemplar eines Gentleman-Einbrechers eingeschlossen.

2hm lief, sintemalen auch sein Werkzeug Drau­ßen lag, ein Grauen über Den Rücken. Er rüttelte Sog unD drückte. Die schwere Tür gab nicht uuch- Er warf einen sauren Blick auf die Fül­lung. Unmöglich, sie einzudrücken.

Seine sympathischen Augen erstarrten. Sein kühner Zug nahm ein verlegenes Aussehen an. 3n seinem an Beispielen nicht armen Dasein hatte er Derartiges noch nicht erlebt.

3hn durchzuckte ein Gedanke. Er trat an den Schreibtisch, griff zum Telefon und alarmierte Die Polizei.

»Hilfe! Ueberfall!"

Es verging eine kurze Zeit, während der er über die Erlangung mildernder Umstände nach, dachte. Dann vernahm er Schritte.

Stürmisch ward die Zimmertür geöffnet Er sah sich drei Polizisten und einem Schlosser ge­genüber. Gerade war er im Begriff die Hände hochzureißen. Da geschah ein Wunder.

WHP. Darmstadt. 20. Febr. Der Finanz­ausschuh des Hessischen Landtages setzte die Be­ratung des Staatsvoranschlages fort. Zunächst wurden Anträge aller Fraktionen behandelt, die den AnterhaltSzuschutz für staat­liche Dienstanwärter, die im Verwen­dung«- bzw. Vorbereitungsdienst tätig sind, wünschen. Don Der Regierung wird erklärt, Daß bei einem r-

-von Der Regierung wird erklärt, Daß 3ahresdurchschnittsbetrag von nur 500 Mark pro Anwärter etwa 600 000 bis 750 000 Mark erforDerlich wären. Mit Rücksicht auf Die Finanzlage deS Staates könnte ein solcher Zu­schuß nicht gewährt werden, Doch soll die gesamte Frage noch einmal von der Regierung geprüft werden. Der Ausschuß stimmte einem Zcntrurnsantrage zu, Der einen Betrag von 200 000 Mark für älnterhaltungszuschusse an Staatsdienstanwärter und Anwärter im Vorbe- reitungSDienft von Der Regierung anfordert. Die Zuschüsse sollen jedoch nur im Falle Der Bedürftigkeit gewährt werden. Welter fand ein Zentrumsantrag Annahme, eine begrenzte Anzahl von Anwärtern zum Vorbereitungsdienst für Die gehobene mittlere Lauf­bahn zuzulassen.

Auch ein weiterer Zentrumsantrag fand An­nahme, wonach Die Regierung bei Den ihr unter­stellten Behörden wieder Lehrlinge für Den KanzleiDienst annehmen soll.

'Billigung fand ein Antrag Der Deutschen Volkspartei, wonach Die nicht nur vorüber­gehende Beschäftigung von Beamten in Dienststellen für öle ihre Bezüge nicht be.

fange oorzunehmen. Da sich derartige Maßnahmen mit der heute unter allen Umständen gebotenen Sparsamkeit Der Gemeindeverwaltung nicht vereinbaren lassen, ersuche ich ergebenst, in allen Gemeinden und Gemeindeverbänden, in Denen Die Voraussetzungen Der VerorDnung vom 5. Juni 1931 oorliegen. sofort eine allgemeine Ein­st e 11 u n g s * unD B e f ö r D e r u n g s s p e r r e anzuorDnen und auch im Übrigen Darauf hinzuwir­ken, daß Neueinstellungen und Beförderungen bis zum Zusammentritt Der neugewahlten Körperschaften unterbleiben.

Die Arbeitsbeschaffung.

RcichSko missar Gcrckc über das

- 5vÜ-Mittionen-Lofortprograinm.

Berlin, 20. Febr. (£11.) Auf einer Ver­anstaltung Der Vereinigung Der Leitenden An- gestellten (Dela) sprach der Reichsiommissar Dr. G e rck e über das Arbeitsbeschaffungsprogramm. Der Reichskommissar führte u. a. au8: Mir scheint, als fei kein Zeitpunkt so günstig gewesen für eine. umfassende große Arbeitsbeschaffung wie Der letzige. Wcr haben schon rein äußerlich den Vorteil, datz wir dem Ende des Winters zu- gehen, die Frostperiode bald aufhören wird und wir infolgedessen mit den Auhenarbelten ersetzen können. 3n kurzer Zelt Ist es ge­lungen, eine grundsätzliche Einigung über das 500-Millionen-Sofort- i>rogramm zur Arbeitsbeschaffung herbelzu- fuhren, das bereits in Den nächsten Wochen feine sichtbaren größeren Auswertungen zeitigen durfte. Bei nüchterner Betrachtung Der Lage wüßte sich allerdings jeder von Anfang an sagen, öaß 500 Millionen für Die gesamten öffent- ließen Körperschaften Deutschlands nicht a u s - reichen könnten, um auch nur annähernd die Sachausgaben Der öffentlichen Hand wiederher- zustellen. Die von 1929 um fast vier Mil­li arden Mark zurückgegangen sind. Gerade in einer hochpolitisch so bewegten Zeit wie der heutigen, muß Die Arbeitsbeschaffung weiterhin denüberpartelllchenCharak- ter Der Schicksalsfrage einer ganzen Nation haben, to-.e ihn Der Reichspräsident von jeher gewünscht unD geföcDert hat. Wenn alle Stellen ihren Einfluß zum Einsatz bringen, um Die er­folgreich begonnene Arbeitsbeschaffung weiter auszubauen, dann habe ich keinen Zweifel Daran.

-Hier liegt ein verwegener Ueberfall in Tat­einheit mit Freiheitsberaubung vor", konstatierte die Polizei.Haben Sie, Herr Direktor, Ver­letzungen Davongetragen?"

Der auf Wunder gar nicht vorbereitete Dieb rückte Die Krawatte zurecht, befühlte sich am ganzen Körper und behauptete mit gepreßter Stimme:

«Anscheinend nicht"

Die Polizei ließ einen Blick, wie ihn nur Edgar Wallace glaubwürdig beschreiben konnte, durch die Wohnung schweifen und stellte fest, daß die Täter unter Hinterlassung ihres Werkzeugs ent­kommen seien. Dann wurde Dem Gentleman- Einbrecher die scharmante Frage vorgelegt: ob er sie beschreiben könne.

Haben Sie vielleicht einen großen Dicken bemerkt, so einen mit Sommersprossen? Den suchen wir nämlich schon lange."

Allerdings", erklärte der Gentleman-Dieb mit ^Uer&enDcc Stimme.Ein großer Dicker ift dabei gewesen. Und ob er Sommersprossen tette. Außerdem hatte er einen Revolver, mit Dem er sehr leichtsinnig umging. 3ch habe selten eine so maßlos' Angst ausgestanden.

Die Polizei schrieb alles auf. Sie führte die Protokollierung haargmau. Zum Schluß sagte sie:

So, Herr Direktor. Für uns ist Der Fall er­ledigt. Es empfiehlt sich, alles so stehen zu lassen, bis Die Herren vom Daubdezernat hiergewesen sind. Auf Wiedersehen!"

Nachtrag für die übergeordnete Behörde, beim Verlasen des Hauses fließ Die Polizei auf Den Portier und schilderte ihm den Vorfall.

Aber nich doch, meine Herren", versetzte Der. 3$ ja Kohl. Direktors im Dritten Stock sind fett acht Tagen verreist!"

Worauf sie das anmutige Exemplar eines Gentleman-Einbrechers doch festnahmen. Der Ge­rechtigkeit ist somll Genüge geschehen-

Plagiate der Natur.

Fast jeder Gebirgsort, bei uns in Deutsch, wnö UHb noch mehr in Der Schweiz, hat seine merkwürdigen und wunderlich gestalteten Fels- fonnationen, aus denen eine bewegliche Phan- tafie alle möglichen Gestaltungen des Lebens einen kauernden Hund, das Profil einer Frau, eine ^Goethe-Maske" usw. herauszudeuten ver- mag. Aber neben diesen mehr spielerischen Aehn- Uchketten, bei Denen ein vages Ungefähr nach Art eine- Vexierbildes zu allerlei Lösungen der eigenartigen LinienwirmiS einladen, gibt eS in

Ein Runderlaß Görings an die preußische Polizei.

B e r l i n 21. Febr. (CNB.) 21 mtlich. Der Kom­missar Des Reiche für Das preußische Innenministe­rium, Reichsmmister Göring, hat an alle Poli- zeibehörden am 20. Februar D. I. folgenDen RunD- erlaß gerichtet:

Ich glaube, mir einen befonDeren Hinweis Darauf ersparen zu können, Daß Die Polizei auchnurden Anschein einer feindseligen Haltung oder gar Den EinDruck einer Verfolgung gegenüvernationalenVerbänDen (S2l SS. unD Stahlhelm) unD nationalen Parteien unter allen Umständen zu vermeiden hat. Ich erwarte oietmehr von sämtlichen Polizei- behörden, daß sie zu den genannten Organisationen, tn Deren Kreisen die wichtigsten ftaatsaufbauenDen xraiie enthalten sind, Das beste Einoerneh« menßerftellenunDunterbalten. Darüber hinaus IfijeDeSetätigungfürnationale Zwecke und Die nationale PropaganDo mit allen Kräften zu unter stützen. Von polizeilichen Beschränkungen und Auflagen darf nurinDringendstenFällen Gebrauch gemacht werden.

Dafür ist Dem Treiben staatsfeindlicher Organisationen mit Den schärfsten Mittelnentgegenzutreten. Gegen kommu­nistische Terrorakte unD Ueberfälle ift mit aller Strenge vorzugehen unD, wenn nötig, rücksichts- los von Der Waffe Gebrauch zu machen. Polizeibeamte, Die in Ausübung Dieser Pflichten von Der Schußwaffe Gebrauch machen, werden ohne Rücksicht auf Die Folgen des Schußwaffengebrauchs von mir gedeckt. Wer hingegen in falscher Rücksicht- nähme versagt, hat d i e n st st r a f r e ch t l i ch e Folgen ?u gewärtigen.

2er Schutz Der immer wieder in Ihrer Betätigung eingeengten nationalen Bevölkerung erforDert Die ftärifte Handhabung Der gesetzlichen Bestimmungen gegen verbotene Demonstrationen, unerlaubte Ver­sammlungen, Plünderungen Aufforderung zum Hoch- und Landesverrat, Massenstreik, Aufruhr, Preisedelikte und das sonstige strafbare Treiben der Ordnungsstörer. Jeder Beamte hat sich stets vor Augen zu halten, daß Die Unterlassung einer Maß­nahme schwerer wiegt als begangene Fehler in Der Ausübung. Ich erwarte und hoffe, daß alle Beamten sich mit mir eins fühlen in dem Ziel, durch die Stär- hing und Zusammenfassung alle nationalen Kräfte Deutschland vor dem drohenden Verfall zu retten.

AnstellungS- und Beförderungssperre vor den Gemeindewahren in Preußen.

Berlin, 20. Febr. (WTD. Funks pruch.) Der kommissarische preußische Außenminister hat an sämtliche Ober- und Regierungspräsidenten folgen­den Erlaß gerichtet: Es ist bei mir zur Sprache ge­bracht worden, Daß Gemeinden und Gemeindever- bände beabsichtigen, nochvordenaml2. März 1933 stattfindenden kommunalen Neu­wahlen Neueinstellungen und Beför-I deru n gen von Beamten in erheblichem Um- »

willigt wurden, nur mit Zustimmung des Fi­nanzausschusses zulässig ist, zweitens die nicht nur vorübergehende Beschäftigung von Personen zu tiDn, Etatskapitel, die ihrer Natur nach nicht dazu bestimmt find, unzulässig ist, und drittens d.e Regierung bis zur zweiten Lesung eine Nachweisung vorzulegen hat, welche Dram- ten und Angestellten gegenwärtig in anderen Dienststellen beschäftigt werden, als in denen, für die ihre Gehälter tewllligt wurden.

xC$nt touti)e eln weiterer Volkspartei, luter /^roretg, aus grundsätzlichen Erwägungen und mit Rücksicht auf die außerordentlich ichlech- ten Aufruckungs- und Besörderungsverhältnisse der Beamtenschaft die älebernahme von Beamten ohne die vor '' " ' Dorbildunc

Zweimal Gporifilm.

3n einem nur auf zwei Tage berechneten Doppel­programm des Lichtspielhauses sieht man unter der lapidaren ÜberschriftMampf einen Autosportfilm Der Ufa, Der in seiner ganzen Anlage und in Einzelmotioen an den vor einiger Zeit eben- fatts hier gezeigten RennfahrerfilmStrich durch die Rechnung" erinnert Der bekannte Herrenfahrer Manfred von Brauchitsch hat die Hauptrolle: er ist ein netter, liebenswürdiger unD bescheidener Sportsmann; zu spielen im hergebrachten Sinne hat er nicht viel, aber allen Autofreunden wird Das Herz aufgehen, wenn sie sehen, in welchem Tempo der Junge mit seinem rassigen Wagen durch die gefähr­lichsten Kurven tobt. Der Regisseur Erich Schön- f e l D er hat aus dem Drehbuch photographisch und aufnahmetechnisch alles Mögliche herausgeholt; er sorgt auch für das gehörige Tempo und bringt nebenbei ein paar schöne Landschaftsbllder. Die um Die fpannenDen Rennberichte herumkomponierte Spielhandlung ist nicht übermäßig ergiebig; aber es find eine Anzahl guter Schauspieler am Werk: Lucie Höflich, Alfred Abel, Kurt Vesper- mann, G. H. Schnell, Jessie V i h r o g, Sian- Dine Obinger, Evelyn Holt, Hubert von M e y e r i n ck. Während dies also ein richtiger Sport­film ist, Der allen Interessenten empfohlen werden kann, tut Der zweite unter Dem TitelDer Hochtouri st" nur so, als ob er einer wäre. In Wirklichkeit: ein heiteres Lustspiel für die Fa- chingszeit Hier ist Otto W a l l b u r g Trumpf: der Kontrast zwischen seinem Leibesumfang und feinem unfreiwilligen bergsteigerischen Ehrgeiz in einer ihn heroisch umgebenden hochalpinen Landschaft würde auch ohne Die überquellende Beredsamkeit diese- früher in Frankfurt wirkenden Komikers den Be- schauer zum Lachen reizen. Aus dem Ensemble seien Mana S olv e g, Max Ehr lich und Trude Ber­kin e r hervorgehoben.

3m ganzen beliefen sich die Ginnahmen au« der Pauschalsteuer im Rechnungsjahr 1932 33 auf etwa 170 Millionen gegen 184 Mill. Mk. im vorausgcgangenen Rechnungsjahr. Der M In­der e i n g a n g des letzten 3ahres umschließt be- reits eine S e n k u n g der Kraftfahrzeugsteuer um fünf Prozent. Die Erfahrung, Die man schon mit dieser Senkung gemacht hat, spricht gerade vom Standpunkt der Einnahmen des Reichs aus durchaus für eine weitere Senkung. ES ist beabsichtigt, die Länder für den Ausfall durch entsprechende Abzweigungen aus denTreib- stoffzöllen zu entschädigen. Die Neuordnung voraussichtlich am 1. April in Kraft treten.

Wie wir erfahren, hat heute nachmittag im Hause des Reichsministers G o e r i n g eine Be­sprechung mit Geheimrat v. Opel und einigen anderen führenden Vertretern der deutschen Au­tomobilindustrie stattgesunden. An dieser Bespre­chung hat auch Reichskanzler Hitler te iIgenommcn. Man kann wohl annehmen, daß sie dem ganzen Komplex der mit dem Kraft- fahrwesen zusammenhängenden akuten Fragen galt

i macht darauf aufmerksam, daß jedes Mädchen nicht | nur jur einen Erwerbsberuf, sondern auch für den Beruf Der Hausfrau und Mutter vorbereitet wer- den muß. Die hauswirtschaftliche Schulung der Mädchen ist gerade in einer Zeit, tn Der jeder Haushalt mit knappsten Mitteln wirtschaften muß, unentbebrlicß. Der Verband muß angesichts der 2'at[a9?'. 6aB die überaus größte Zahl Der er- werbstätigen Mädchen in späteren Fahren wieder den Berus verlassen und als Hausfrau und Mut­ter einer tfamiüe vorstehen, nachdrücklichst dagegen Einspruch erheben, daß der hauswirtschaftliche Un- terricht zugunsten des beruflichen Unterrichts ge­kürzt wird. Durch das hauswirtschaftliche Bolljahr wurden mit einem Schlage die Schwierigkeiten, die sich aus Der doppelten Ausgabe Der Berufsschule ergeben, nämlich einmal das junge Mädchen für ben Erwerbsberuf und zum zweiten für Den Beruf Der Hausfrau unD Mutter vorzubereiten, beseitigt Der BerbanD ist Der Ansicht, daß durch eine Zu- sammenschmelzung von Berufsschule, Erwerbs- losenkursen, Freiwilligem Arbeitsdienst und Fu- gendnotwerk ohne größeren Aufwand für die jün­geren Erwerbslosen das hauswirtschaftliche Boll­jahr geschaffen werden könnte und Damit Dem Bolks- ganzen ein großer Dienst geleistet werden könnte.

Eine Erklärung des ireichskanzlers.

B e r l i n, 20. Febr. (TU.) A m t l i ch. In den letz- ten Tagen haben zahlreiche Vereine, Verbände usw. an Reichskanzler Adolf Hitler Die Bitte gerich.et. Den Ehrenoorfitz bei ihnen zu übernehmen, Kongresse, Ausstellungen unD ähnliche Veranstal­tungen 3u eröffnen oder an ihnen teilzuneh- m e n. Aus grundsätzlichen Erwägungen muß der Reichskanzler Adolf Hitler im allgemeinen davon Abstand nehmen, derartigen Bitten zu entsprechen. In Der heutigen besonders arbeits­reichen Zeit würde es auch Dem Reichskanzler gar nicht möglich sein, häufig an Veranstaltungen dieser Art teilzunehmen. Reichskanzler Adolf Hitler wird jedoch selbstverständlich Den Bestrebungen aller Or­ganisationen, die ihm unterstützungswürdig erschei- nen, sein Interesse entgegenbringen und sie fördern, soweit es ihm möglich ift

Kleine politische Nachrichten.

Amtlich wird mitgeteilt: Reichskanzler Hitler SfiD anläßlich seiner Ernennung aus Dem In- unD usIanD so zahlreiche Glückwünsche zu­gegangen, Daß es unmöglich ist, sie alle einzeln zu beantworten. Der Reichskanzler spricht deshalb auf tiefem Wege allen denen, die seiner gedacht haben, seinen tief empfundenen Dank aus.

Am Dienstag spricht Vizekanzler von P a p e n um 20 Uhr im Auditorium Maximum Der Berliner Universität Die Rede wird durch Rund­funk über das ganze Reich übertragen.