Ausgabe 
21.2.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

^ruor. " iB 8tei|.

»-S-

" X°8Una tin, ril erteilt.

^totlet;

"thtP

Mhüm, l0[,5!l* «eilen TS® Sin. a) ^QU5lammlunfl urg: Kmufiger Krieaz, ^sammlung vom

; = 323

L

2 >6-"

i n

'5-^rZ^ »L-Mßz > i n p g

s p « u>

«cs 4h§ ' -- c S er^-s n 5 P C 2. sffl 's c'cr£»

h*3$3&8

' * 2 5'"^ 1 <» O ti ^. s S2 5 a-tp g»cw5ä

-£» » 3 @5; 5 »Jew&aa'

r-EZ^rsZS" qs8^A<A rg:

r.jSS fl C^tf « L3

-^/ZS

Z S SS-J # ?r§z?s->; y x7^ <* 2-J <

9 "

Dienstag, 2| Sebruar (935

183. Jahrgang

itr.44 SkühauSsabe

GietzenerAnzeigcr

General-Anzeiger für Oberheffen

Drrd vnd verlos: Vrühl'fche Universitülr-voch- und Skinöruderel N. fange In Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchufstraße 7.

Mnnaime von Äiijtiaec für di, lageenummtr btt zum *Jlad)mitiag vorher.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, autroärte 10 Netchspfennig; für Ne- klameatt,eigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorfchrift 20 , mehr.

Chefredakteur

Dr. Friede. MUH. Lang«. Berantwoellich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein undür den An­zeigenteil i.D.TH.Kllmmel lamtlid) in <ßie ,rn

Lrtcheini «ögltch, außer Sonntags und IeieNaq». Bella gen: *Dte Illustrierte Giegener Familiendlatter Heimat im Bild Die Scholle monati'Bejugsprels:

Mit 4 Beilagen Ttlt. 1.95

Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt-

Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Gleheu. pohscheckkonto:

firoidfitrt am Main 11686.

Japans weliwirtschafiUcher Vormarsch!

Don Professor Dr. Hermann Levy, Äerlin.

Japan- Aktivität hat sich In letzter Zeit nicht nur auf das außen-poliiische" Gebiet beschränkt, sondern auch austerordentlich stark auf daS austen- .wirtschaf tliche" Gebiet übergegriffen. Daß die ganze, von Japan ausgerollte QU a n M d) u rei-Frage einen ausgesprochen wirtschafts­politischen Hintergrund hat, weil Japan dieses Gebiet zum ausschließlichen Hinterland fer­ner Industrie machen will. ist ia be­kannt genug und durch den Lytton-Bericht erst neuerdings wieder »zur Genüge betont worden. Aber Japan befindet sich überhaupt auf dem weltwirtschaftlichen Dor- und Anmarsch. QHit welchem Erfolg, das können die lehtversüg- baren Austenhandelsziffern zeigen. Im November 1932 erhöhte sich der Wert der ia- panifchen Einfuhr freilich um 47 Prozent gegen­über dem gleichen Monat des Vorjahres; aber der Wert der japanischen Ausfuhr steigerte sich gleichzeitig um nicht weniger als 97,1 Prozent! Wie froh wären europäische Export- fändet, wenn sic ähnliche Ergebnisse berichten könnten! 2m November 1931 hatte Japan noch einen Einsuhrüberschuh. Ein Jahr später kon- statieren wir für den gleichen Qlionat, dah Ja­pan« Außenhandel aktiv geworden ist. Der Ein- fuhrüberfchust betrug zehnmal so viel, wie im November dcS Noriahres der Einsuhrüberschuh betragen hätte. Damit hat auch die gesamte Handelsbilanz Japans für 1932 ein viel günsti­geres Aussehen gewonnen als im Vorjahre. Die Entwicklung zu rasch steigender Aktivität der- selben ist unverkennbar.

Im Vordergrund der japanischen Ausfuhrentwick­lung stehen drei Erzeugnisse: Rohseide, Saum- wollfabrikate und Kunstse 1 de. Gerade auf dem letzten Gebiete hat Japan enorme Fort­schritte gemacht. Im Jahre 1913 rangierte Japan überhaupt noch nicht unter den Kunstseide-Ländern der Well; im Jahre 1928 erzeugte es ca. 7j Mil- lionen Slilo, im Lahre 1931 jchon 20! Millionen, den zehnten Teil der Welterzeugung, mehr als z. B. Frankreich.

Das nächstliegende Absatzfeld, das sich die \a- panische Aussuhrindustrie erobern muhte, war na­türlich China. Der Erfolg ist unverkennbar. Schon vor chua einem Jahre hat eine englische amtliche Untersuchungskommission, die im Interesse des eng- lisü'cn Handels den Fernen Osten befuchte, festge- stellt, dah die Japaner das englische Textilgefchaft schwer beeinträchtigt haben; als Ursachen wurden angegeben: die starke, durchrationalisicrte Organi- sation der japanischen Industrie, ihre besondere Ab- fatzmethode, dann auch ihre besonderen Beziehungen zu dem Innern des chinesischen Reiches. Die eng- fischen Sachverständigen muhten eingestehen, dah die englische Textilindustrie, wenn sie sich den ja- panischen Methoden nicht anpasse, den ch i n e f i - schon Markt als verloren betrachten müsse.

Man hat nun freilich den Warenboykott in China gegen Japan ausgerusen, besser gesagt aufrufen wollen. Denn nach den statistischen Cr° mittlungen scheint es, als ob dieser Boykott gar keine Wirkung gehabt hat. Im Oktober 1932 hat Japan nach China nicht weniger als 17,9 Millio­nen Quadratmeter Stoffe ausgeführt, während im gleichen Monat des Vorjahres diese Ziffer erst 6,7 Millionen betragen hatte. Und das Erstaunliche ist: dah Englands Ausfuhr an Stoffen nach China im Oktober 1932 nur die Hälfte betrug wie im Vor- fahr und dazu überhaupt nur 1,8 Millionen Qua­dratmeter ausmachte. Ein ganz ähnliches Bild bie­tet die Konkurrenz Japans in Britisch-Jn- bien, hier freilich haben sowohl England wie Ja­pan mit der Konkurrenz der indischen Spinnereien und Webereien felbst fertig zu werden, aber es ist eine ganz bekannte Tatsache, dah man in England die japanische Konkurrenz auf dem indischen Markte am meisten fürchtet. Auch hier soll der Zusammen- schluh der japanischen Ausfuhrinteresfen in den in­dischen Häfen dem Absatz japanischer Erzeugnisse einen besonderen Vorsprung gewähren, dem leider die Zersplitterung der europäischen Händler nichts gegenüber zu stellen hat.

Aber Japans Ziele gehen noch weit über Ehina und Indien hinaus. Zunächst einmal denkt man an die Eroberung von Märkten i m s o g e n a n n - ten »Nahen Osten" und in Asrika. Ja­pan schafft hier neuerdings groste Lagerhäuser, eines besteht zum Beispiel in Port Said welche die kleinsten Aufträge einsammeln und rasch zur Ausführung bringen. Das Lagerhaus in Port Said ist in der Lage, Auftrage nach Aegypten, dem Sudan, Palästina, der Türkei, Syrien usw. auszuführen. Es soll einer der ja­panischen Wirtschafts-Stützpunkte ,n der Welt werden. Japan verfolgt diese Annäherung an die afrikanische Wirtschaft mit einem besonderen Zweck. Denn dasJnnereAfrikas etwa ilganba, Kenya usw. bietet, wenn einmal die heute noch unbekleidet gehenden oder durstig be­kleideten Stämme zur Kleidung im zivilisatorischen Sinne übergehen, ein ganz gewaltiges und neues Bedarfsgebiet an 2 e f tl e J1- Heute schon kann der südliche Sudan durch Bah­nen und auf der Nil-Schiffahrt erreicht werden. Die Ausnühungsmöglichkeit dieser neuen welt­wirtschaftlichen »Chance" ist von den klugen ja» panischen Kaufleuten frühzeitig in Rechnung ge­stellt worden.

Man sollte in den Kreisen der europäischen Ex- portindustrie die Aktivität der Japaner auch au weltwirtschaftlichem Gebiete nicht unbeachtet las­sen. Während die Gefahr der Konkurrenz der USA. auf weltwirtschaftlichen Märkten bis­her infolge der hohen Löhne Amerika- auf be-

Frankreich sucht auch die Lustabrüstung zu verhindern.

Erfolgreiche Verschleppungstaktik in Genf -Brandenburgs Anträge auf schnelle Entscheidung abgelehnt.

Gens, 20. Febr. (TU.) Der Luftfahrtausschuß der Abrüstungskonferenz trat am Montag nach längerer Unterbrechung wieder zusammen, um die ihm vom Hauptausschutz zugefchobenc Entscheidung in den grundsätzlichen Fragen der Abschaffung der Militärluftfahrt zu treffen. Gleich zu Beginn der Sitzung kam es zu einem scharfen Zusammenstoß zwischen dem deutschen Ver­treter Ministerialdirektor Brandenburg und dem Vorsitzenden des Ausschusses, dem Pariser panischen Botschafter Madariaga. Der Vor- itzende legte dem Ausschuß einen Vorschlag vor, wonach der Ausschuß lediglich die Inter­nationalisierung und Kontrolle der Zivilluftfahrt und Luftpolizei behan­deln solle. Brandenburg trat in deutscher Sprache, dem Versuch, die Hauptfragen her Abschaf, ung der Militärluftfahrt a u s z u s ch a I t e n, mit großer Schärfe entgegen und wies Madariaga nach, ich in offene Widersprüche mit seinen bisherigen Erklärungen verwickelt zu haben. Zu seinem größ­ten Besremden müsse er feststellen, daß der Aus- chuh wieder den alten abgetretenen Weg endloser Aussprachen über Nebenfragen beschreiten solle. Der Luftfahrtausschuß stehe an der gleichen Stelle wie vor einem Jahre. Es solle wiederum der Starren vor den Ochsen gespannt und der alte Brei wieder durchgekaut werden. Ein sol­ches Verfahren würde zu einem endgültigen Begräbnis der gesamten Lustabrüstung sich- ren. Brandenburg nahm den Vorschlag Pierre Cots auf, den Luftfahrtausschuß als einen Re- daktionsausschuh zu erklären, der nur die grunb- ätzlichen Fragen feststellen solle, auf die der Haupt­ausschuß Antworten zu erteilen habe.

Der hauptausschuh müsse unverzüglich eine prin­zipielle Entscheidung treffen, ob

1. eine völlige Abschaffung der Mili­tärluftfahrt mit einem uneinge­schränkten verbot des Bombenab­wurfes und einer Reglementierung für die Zivilluftfahrt ober

2. eine völlige Abfassung der Militärluftfahrt mit einem uneingeschränkten verbot des Bom­benabwurfes und einer Reglementierung sowie einer Kontrolle der Zivilluftfahrt oder

3. ein uneingeschränktes allgemeines Ver­bot des Bombenabwurfes durchge­führt werden soll.

3m Falle einer positiven Entscheidung einer der Fragen wird vorgeschlagen, die custkommisslon mit der J e ft f e tj u n g entsprechender Ausfüh- rungee ft Immungen zu beauftragen. 3 m Falle einer negativen Entscheidung der ersten beiden Aragen schlägt die deutsche Delegation LIn ; et­wa h n a h m e n für die Materialabrüstung auf dem Gebiete der Militärluftfahrt vor.

Der englische Luftsahrtminister Lord Lon­donberry trat in einer großen Rede, die deutlich das außerordentliche Interesse Englands an einer Abschaffung der Militärluftfahrt zeigte, für ein international verpflichtendes Abkommen ein, tn dem der Bombenabwurf ver­boten, die gesamte Militärluftfahrt a t> q e f d) a f f t und alle Maßnahmen zur XI m - gcftaltung der Zivilluftfahrt für militärische Zwecke verboten werden.

Der deutsche Vorschlag wurde von der fran­

zösischen Staatengruppe unter Führung von Pierre Cot scharf bekämpft und vor jeder Entscheidung über die Militärluftfahrt die Be­handlung der Internationalisierung und Kon­trolle der Zivilluftfahrt gefordert. Der weitere Verlauf der Sitzung wurde in entscheidender Weise bestimmt durch die Vorschläge Branden­burgs, der in die Aussprache mehrfach zugunsten seiner Vorschläge eingrifs. Der Verlaus dieser Diskussion ergab einwandfrei, daß d i e Mehr­heit einer sofortigen Entscheidung darüber, ob die Militärluftfahrt unter Reglementierung der Zivilluftfahrt allgemein verboten und daS Lust- bombardement allgemein abgeschasst werden soll, auch weiterhin wie in der ersten Phase der Abrüstungskonferenz auS dem Wege gehen will. Der deutsche Vertreter l jedoch nicht locker und bestand aus Abstimmung.

L» wurdö sodann abgcflimml über die vom Prä­sidenten formulierte Frage, ob die Kommission ge­willt sei, sich über die deulscl)en Vorschläge zu ent- scheiden, ehe man In eine Diskussion über die Be­dingungen, unter denen die Militärluftfahrt eventuell abgeschasst, und das Cuflbombarbcmint ver­boten werden könnte, eintrete. Die Mehrheit sprach sich gegen öle sosor11ge Abstimmung über die dcutsä-en Anträge aus. Die deutsche Delega­tion wurde lediglich unterstützt von Sowjctruhland. Holland, der Türkei. Spanien und Belgien. Gegen die sosortige Abstimmung über die deutschen Vor­schläge wandten sich die Tschechoslowakei, 3ugofla- wien, Schweden. England, Norwegen. 3ndicn und Kanada. Der Stimme enthielten sich Frankreich, 3ta- licn, 3apan, Polen, Slam, die vereinigten Staaten.

Sie Franzosen kämpsen für Znlernalionalisiernng der Zivillnftsahri.

Die weitere Aussprache im Luftfahrtausschuß, in der auf französischen Wunsch die Frage der Kontrolle und Reglementierung der Zivilluftfahrt behandelt wurde, verlies ohne jedes praktische Ergebnis. Die Mehrzahl der au der Luftfahrt interessierten Mächte erklärte sich für die Abschaffung der Militärluftfahrt, die Reglementierung und Kon­trolle der Zivilluftfahrt und verlangte weiter­gehende Maßnahmen auf dem Gebiete der Ein­schränkung der Zivilluftfahrt.

Der französische Lustfahrtminister Pierre C o t crtläcte, Frankreich sei bereit, auf die Mi- litärlustfahrt nur unter der Vorbedin­gung zu verzichten, daß eine Internatio­nalisierung der gesamten Zivilluft­fahrt und weitgehende Sicherungen gegen die Beschlagnahme der Zivilluf.fahrtzeuge, Verwen­dung privater Fahrzeuge für Militärluftfahrt und andere Sicherheitsmaßnahmen getroffen wür­den. Die französische Staatengruppe brachte in den Verhandlungen wiederholt neue Vorwände ein, um die von Deutschland und England ge­forderte Abschaffung der Militärluftfahrt un­möglich zu machen.

Dagegen lehnte eine Reihe außereuropäischer Mächte, die Vereinigten Staaten, Ja­pan und Kanada grundsätzlich eine jede Inter- Nationalisierung der Zivilluftfahrt ab. Der ita­lienische Regierungsverlretcr wies auf die uöl- lige Sinnlosigkeit derartiger Pläne hin, die niemals Luftrüstungen endgültig verhindern könnten. Der deutsche Standpunkt wurde In den Verhandlungen von Ministerialdirektor Brandenburg immer wieder mit großer Schärse und Eindeutigkeit in der Richtung zum Ausdruck gebracht, daß die deutsche Regierung bereit ist, eine Abschasfung der Militär- lultsahrt dadurch zu erleichtern, daß eine Reglemen­tierung und eine internationale Grundlage dieser Reglementierung der zivilen Luslsahrt stattsinde und gleichzeitig ein jeglicher Bombenabwurf vcr- boten wird.

Aus der Aussprache ergab sich In voller Klarheit, baß der ernsthafte Wille zu einer Abschaf­fung der Militärluftfahrt nirgends besteht und

die Internationalisierung und Kontrolle-der Zlvll- lustsahrt im Ausschuß lediglich Atir Verhandlung ge­bracht worden ist, um einer eindeutigen Stellung­nahme zur Abschassung der Militärluftfahrt aus dem Wege au gehen und die Auoschußarbeiten in uferlosen Aussprachen in andere Richtung zu lenken. Die völlige Aussichtslosigkeit der Verhand­lungen der Abrüstungskonferenz auf diesem Gebiet tritt in aller Deutlichkeit In den Verhandlungen zu läge. Der Lustsahrtausschuß wird jedoch die Ver­handlungen über die Internationalisierung der Zi­villuftfahrt weiter fortsetzen. Es fragt sich, ob unter diesen Bedingungen eine Teilnahme Deutschlands an diesen offenen Derschleppungsoersuchen noch möglich erscheint.

Vor Senkung der Krafifahrzeugsieuer.

Berlin, 20. Febr. Wie wir erfahren, wird augenblicklich im Rcichsfinan-minister.um ein Re- fcrenlenenlwurf über die Senkung der Kraftfahrzeug st euer erörtert. Dabei handelt eS sich offenbar vor allem um die Ver­wertung von zwei Gedanken. Da- ist 1. der Er­laß der Steuer sür mehrereMonate, wenn sie für den übrigen Teil de- Jahre- bezahlt ist. Auf diese Weife würde verhindert, daß aus Ersparnt-gründen im Winter eine so große Anzahl von Wagen st i 11 g e 1 c g t wird wie in den letzten Jahren. DaS zweite Prinzip, dessen Anwendung überlegt wirb, ist die Gewährung von Prämien für Vorauszahlungen. Da­heißt, man will durch Nachlasse einen Anreiz zu größeren Vorauszahlungen bieten. Auch di"se- System würde naturgemäß eine Cenfing der Steuer bedeuten.

ES bedeutet ferner praktisch einen Weg zur Bekämpsung der A r b e i t - l o f i g k e I t. denn je weniger Krastwagen stillgelegt werden, je stärker im Gegenteil der Krastverkeßr sich ent­wickelt, um so erheblicher sind auch die Veschäs- tigungSmöglichkelten für alle Kreise, die mit dem Kraftwagen zusammen hängen.

sondere Erzeugnisse (insbesondere Autos, Maschi­nen bestimmter Art, BurcaubedarsSmaschinen usw.) beschränkt geblieben ist, hat Japan mit sei­nen außergewöhnlich niedrigen Löhnen heute vielleicht die größten Aussichten auf welt­wirtschaftliche Expansion, gleichzeitig aber auch steht es bei seiner ilebctDöncrung unter dem stärksten Zwange zur Aussuhr. Lind dazu kommt immer wieder: daß dieser »weltwirt­schaftliche Vormarsch" der Japaner auch im Ein­klang mit ihren imperialistischen und politischen Begierden steht und von diesen getragen und un­terstützt wird.

Japan droht mit dem Austritt aus dem Völkerbund.

Tokio, 20. Febr. (TU.) Das japanische Kabinett hat am Montag in einer Sondersitzung über die dem Völkerbund gegenüber einzuschlagende Politik beraten. Der Ministerpräsident erstattete dem Kabinett Bericht und teilte mit, daß er mit den Ansichten des Staatsälteften, Prinzen Saionji, voll­kommen übereinftimme. Sollten die (Empfehlungen des Völkerbundes von der Hvuptoerfammlung an­genommen werden, so werde Japan hiergegen entichieden Stellung nehmen Die ja­panische Regierung hat beschlossen, sich für diesen Fall vorn Völkerbund z u r ü ck z u z i e h e n. Ueber Zeit und Art der Zurückziehung Japans vom Völkerbund sollen jedoch erst später Beschlüsse gefaßt werden, nachdem vorher noch der Kron- r a t befragt werden wird. Die Regierung wird ihre Dölkerbundspolitik auch im Parlament barlegen. Rach der Kabinettssiüung begaben sich Minister- Präsident Salto und Außenminisk'er Gras Utschida zum Palast, wo sie dem Kaiser über die vom Kabinett gefaßten Beschlüsse berichteten.

Wie verlautet, hat der Führer der japanischen I Delegation in Genf Instruktionen erhalten, wonach | er d i e V ö l k e r b u n d s v e r s a m m 1 u n g mit den übrigen Mitgliedern der japanischen Delegation zu verlassen habe, wenn der Schlußbericht über den chinesisch-japanischen Konflikt Aufammcn mit den Empfehlungen angenommen wird. Ferner soll er ermächtigt fein, mitzuteilen, daß Japan sich unter Innehaltung der in der Völkerbundssatzung vorgesehenen zweijährigen Kündig« ngs- s r i st vom Völkerbund zurückziehen werde. An der Abrüstungskonferenz will Japan, 'wie ver­lautet auch weiterhin t e i 1 n e h m e n. Die Völkerbundsoersammlung tritt am Dienstagnachmtt- tag zur abschließenden Behandlung des chinesisch- japanischen Konsliks zusammen.

Die militärische Laqe in Mol.

Ungünstig für China.

London, 20. Febr. (LU.) Die »TtmeS" mel­det. daß die chinesischen Streitkräste in Je hol aus 100 000 Mann geschäht würden. Die Mehrzahl dieser chinesischen Truppen sei kläglich ausgerüstet und schlecht or­ganisiert. Südlich der großen Mauer stünden weitere 100 000 Mann, die vielleicht etwas besser für den Kampf geeignet feien. Bon den direkt un­ter der Kontrolle der chinesischen Regierung stehenden Streitkräften seien keine Truppen nach dem Norden in Marsch gesetzt worden. Die von einer großen Luftslotte unterstützten Ja­paner glaubten, daß sie ohne großen Wider­stand in Jehol einmarschiercn könnten. Es bestehe die Gefahr, daß Kampfhandlungen in Jehol Zwi­schenfälle an anderer Stelle verursachen würden, die zu einem Kriegszustand zwischen Japan und I China führen müßten Die Ehinesen feien sich der 1 Verletzbarkeit ihrer See- und Fluß­

häfen wohl bewußt. Die Kanton-Separatisten, die einen VerteidtgungSauSschuß organisiert hät­ten, versuchten mehrere ihrem Wesen nach selbständige Provinzen Ausammenzuschließen. Tschanghsueliang stehe al« hauptsächlich­ster Unterstützer Nanking- so gut wie allein und habe die hossnungslose Aufgabe, Jehol zu verteidigen. Ein Mißerfolg Tschanghsueliang« würde daS Ansehen Nanking« schwer schädigen.

Oie Aushebung

des Alkoholverbots in USA.

Auch bad N prüfen antenßatiö stimmt der Biainc-Poilagc zu.

Washington, 20. Febr. (TU.) Dae Reprösen. tantenhaus hat am Montagabend mit Zweidrittel­mehrheit die vom Senat bereite genehm.gle Dlalne- uorlage ebenfalls angenommen, womit d i e Auf­hebung des Alkoholoerbote in Amerika beschlossen ist. Die vlainevorlage sieht vor:

1. widerruf des 1 8. Berfaffunge- Zusatzes (Alkoholverbot);

2. Ratifizierung dieses w dcrrufe nicht durch die Parlamente der Linzelstaaten. sondern durch für diesen Zweck besondere einberu- fene Konvente der Linzelstaaten und

Z. B u n d e e s ch u tz für solche Bundesstaaten, die an dem Alkoholoerbot weiter se st hal­ten. Die Vorlage muß innerhalv von sieben 3ahren von wenigstens 36 Bunbee ft aalen ratifiziert werden.

ü \t>

i» «

1. m ch i« IC ie i« IN

ii- rt i- i« a» in

r. Je m .'N er r« 1« in rn ii- ii r ift c-

r n- n- ii,

n, fle en fle ch

n

le d- n. IC. )() d. en 16

ie ch it

it

-S c,

n

n it lo

l- r

i» « r

r r l

i

n