«5-^3
8 der Kraftfahrt.
1 von Delltj-Hlond hat (einen 'S,^ne2-mvDerQntW0Itr,d)ei' h 5 Ä 0eSnbl9t D'e fonbl. hm Charakter.
*
englische Automobilisten haben iiaufe dieses Jahres bis Ende ut ihren Wagen besucht.
‘?-6*ng
’« Arbeit"' M.
een eren Reich».
s' "'«Mag kür
MM
’Merui '"
'"Rechnung
'Z'LMis
t unterrichteter Seite erfahren, 1 Haus" in München wiederholt über die zur Hebung deutscher iche Senkung der Tre^b- nn bisher die Ärennstostpreise i, so war die Schutz- und 3nter- deutschen Brennstosse (Ceuna- • -Benzol) dafür in erster Linie gebenden Stellen der neuen Re- rüber einig, baß biefer Schutz, i ber Seuna-tyrobuttion jugute eßrsßemmenb unb bamit wirf, irf. Deshalb ist damit zu rech- ■ Zeit ein Brennstosspreir von rstgeW, Md dos Lrooo-Dnt ) slslMche AuMgr oder oder j rudvmtM enWdlgt werden
ssischen Automobilfabriken tiefer- W. auf den Markt der UdSSR, ahres 1913 LW )- Die sowjef. duktion betrug im Juli 1050 Per- Monatsplan für Juli hatte nur eben. In den ersten sieben Mo- amt 21961 Lastkraftwagen gegen n gleichen Zeitabschnitt k^s Lor- rden sein. An Traktoren nd° Stalingrad, Charkow uE
Sk 1933 ioü 39958 Ira 2 rend in der gleichen 3e>t des M .hneliejert worben finS.___
rfhur
i
I
i
Ul'
ffpflicht-, lutions-# lebstohl-i Henten-f ussteuer-r n9eld"
ttung«11
9
v^gerll"-111
Nr. 220 Drittes Blatt
Mittwoch, 20. September 1055
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheflen)
Beim Treffen der nationalftändifchen Front in Graz, bei dem Vizekanzler Winkler feine vielbeachteten Äußerungen gegen die Heimwehr-Koalitions-Genoffen machte, kam es zu Zusammenstößen mit National- sozialisten. die es sich nicht verwehren taffen wollten, ihr Deutschtum zu bekennen und das Deutschland- Lied anftimmten. Für dieses „Verbrechen" wurden die Sänger von der Dollfuß-Polizei verhaftet.
Bunter Abend im Gtadttheater.
Oer neue Dezernent, der neue Intendant und die neuen Mitglieder stellen sich vor.
Der von der Leitung des Stadttheaters gestern veranstaltete Bunte Abend diente einem doppelten Zweck: für unsere Bühne im Hinblick auf die nahe bevorstehende Spielzeit tatkräftig zu werben, und die neuengagierten Mitglieder des Ensembles dem Gießener Publikum oorzustellen. Es darf als eine gute Vorbedeutung angesehen werden, daß die Veranstaltung bis auf den letzten Platz ausverkaust war und wiederholt werden muß.
Das Stadttheater-Orchester unter Leitung von Kapellmeister Fritz C u j 6 gab mit der Ouvertüre zu „Figaros Hochzeit" von Mozart dem Abend einen festlichen und würdigen Auftakt. Hierauf betrat, oorgestellt vom Intendanten,
Kreis -Propagandaletter Hopfenmüller die Bühne zu einer Werbeansprache, in der er u. a. ausführte, er spreche als Vertreter der nationalsozialistischen Bewegung hier von einer Stelle aus, die früher der Politik ferngeblieben sei. Aber die Revolution habe alle Regungen des völkischen Lebens ergriffen, und also auch die Kunst. Die Kunst repräsentiere das Volk-, Volk und Kunst seien eine untrennbare Einheit. Zu allen Zeiten sei die Kunst Spiegelbild des Volkes und seiner Gesinnung gewesen. Die Jugend müsse ins Theater gebracht werden, denn das Theater solle erziehen und Ziele weisen. 2m Gegensatz zur Kunst der vergangenen Jahre unter dem verderblichen Einfluß des Judentums wollen wir zurück zur echten, alten, deutschen Kunst. Wir müsien anknüpfen an die große Vergangenheit Jeder Deutsche ist verpflichtet, mitzubauen am Werk: jeder muß beitragen im Sinne des Wortes, das über unferm Theater steht: Ein Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns! Jeder werbe für das Theater und bekenne sich zu dem, was die nationalfozialiftifche Bewegung neu in das Theater hineinträgt. Nicht die falschen Propheten, sondern die Fahnenträger der neuen deutschen
Zukunst sollen uns den Weg weisen! (Starker Beifall.)
Nach Dankesworten an den Redner und unter Hinweis auf das neugegründete Stadttheater- Orchester ergriff
Intendant pg. Hanns König
das Wort zu einer Rede über das Thema „Aus der Werkstatt des Regisseurs", in der er das Publikum zunächst mit eindringlichen Worten an seine vaterländische und kulturelle Pflicht erinnerte, sich einzusetzen für das Theater, wie die gesamte Künstlerschaft mit Leib und Seele sich für die Bühne und für das Publikum einsetzt. Da sich der Durchschnittstheaterbesucher im allgemeinen gar keine oder nur ziemlich vage Vorstellungen mache von der Arbeit, die der Bühnenkünstler leistet, sei es angebracht, — so führte der neue Intendant aus — an dieser Stelle ein paar aufklärende Worte zu sagen. Er ging aus von der literarischen und dramaturgischen Arbeit des Bühnenleiters, er entwickelte seine aus praktischer Erfahrung schöpfenden Ansichten über das, was man dem Publikum zu bieten habe. Es komme auf die Erfassung der breiten Masse des Volkes an. Das Volk soll wieder ins Theater kommen, und wir wollen das Volk erheben und auch es wieder lachen lehren im Theater. Im Folgenden gab der Intendant einen aufschlußreichen Einblick in den internen Betrieb hinter den Kulissen und richtete, bei Erwähnung des Kostenvoranschlages, zugleich einen beherzigenswerten Appell an die Zuhörer, Verständnis zu haben für die von der Zeit geforderte Einfachheit und Sparsamkeit in Ausstattung und Kostüm. Es wurde ferner anschau- lich und nicht ohne Humor der Werdegang einer Aufführung von der Stellprobe bis zur Premiere geschildert und auch das Verhältnis zwischen Regisseur und Schauspieler. Der Bühnen
t habe zu dienen — dies sei oberster Grund- — zu dienen dem Dichter, seinen Mitarbei- im Theater und dem Publikum, dem Volke — aus der Idee des Staates, in dem wir leben. Den Abschluß der oft wochenlangen Vorberei- tungsarbeit bilde die Generalprobe mit ihrem Fieber und ihrem Zauber, mit ihrer großen Un- ordnung und ihrer doch im entscheidenden Augenblick sich bewährenden inneren Form. Und zuletzt die große Frage: wird es gefallen? „Wird es 5chnen gefallen, fo daß Sie hingehen und werben für das Theater, für die Künstler als Träger einer neuen Idee — feien Sie unsere Apostel und werben Sie für uns, dann werben Sie für sich selbst!" (Herzlicher Beifall.)
Anschließend hielt der Vorsitzende der Theater- beputation,
Beigeordneter Bartholomäus
eine Werbeansprache, in der er, anknüpfend an einen bekannten Ausspruch des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels, davon ausging, daß die nationalsozialistische Bewegung mit der Machtübernahme auch die deutschen Theater übernommen habe; es handele sich um eine innere Wiedergeburt, und die deutschen Theater müßten daher in der Revolution an der Spitze marschieren. Eine grundlegende Umwandlung im nationalsozialistischen Geiste müsse sich im Theater, in den Autoren und im Publikum vollziehen. Voraussetzung für die Erhaltung der deutschen Theater sei dies, daß sie der Erziehung im neuen deutschen Geist dienten. Im Anschluß an ein Wort des Führers — der Wert eines Volkes fei an feiner Kultur zu erkennen — gab der Redner einen Rückblick auf die letzten 14 Jahre. Wir müssen wieder gutmachen, wir müssen zurückfinden zum Geist und zum Vermächtnis unserer Vorfahren. Und wir müssen dem Nationalsozialismus zum Durchbruch verhelfen im Theater — gerade m einer Zeit materieller Not. Die Opfer, die man bringe, feien nur Entgelt für das, was man empfange: Erlebnis und Vorbild
für die Zukunft. Auch der Arbeiter müsse ein neues Verhältnis zum Theater gewinnen, das nicht mehr einer Klasse diene, sondern (Eigentum des ganzen Volkes werden müsse, das kein Modesalon sei, sondern eine Erziehungsstätte. Das Theater als Erlebnis und als Erziehung: in diesem Sinne werben wir für das Theater im Geiste der Kultur unserer Väter. — Die ersten Strophen des Deutschland- Liedes und desHorft-Wessel-Liedes sowie ein vom Vortragenden ausgebrachtes dreifaches „Sieg Hetl" auf die deutsche Kultur, auf das deutsche Vaterland und auf den Volkskanzler Adolf Hitler beschlossen die mit stürmischem Beifall aufgenammene Ansprache des Beigeordneten Bartholomäus.
Buntes Programm.
Nach der Pause leitete die vorn Stadttheater» Orchester unter der bewährten Stabführung von Kapellmeister Cujö gespielte „Fledermaus"-Ouver. türe von Johann Strauß eine abwechslungsreiche, teils ernste, teils heitere Vortragsfolge ein. Intendant König machte selbst den Ansager und stellte mit launigen Worten die neuen Mitglieder des Ensembles vor, die jeweils mit einigen, ihrem Fach und ihrem Temperament angemessenen Proben auswarteten. (Aber auch etliche geschätzte Kräfte vom alten Stamm beteiligten sich an der in angeregter Stimmung entgegengenommenen Vortragssolge.)
Der neue Charakterspieler Anton Neuhaus brachte zwei Rezitationen: das wundervoll zeitgemäße Testament Friedrichs des Großen, markant und ganz unpathetisch gesprochen, und eine wirkungsvoll dargebotene Ballade' „Der Weichensteller". Der beliebte Tenor Alfred Fierment sang sympathisch, schlicht und klangschön zwei von dem Gießener Komponisten Paul Buchwald vertonte Volkslieder, „Das schönste Röslein" und Mägdlein, ich bin dir fo aut! , begleitet vom Stadttheater-Orchester unter Leitung des Komponisten. Der Nachfolger Hauers als erster Held, Karl L ö - (er, sprach klar und eindringlich die berühmte und noch heute überaus beherzigenswerte Rede Hamlets
Hindenburg, Wer und Göring sind Taufpaten dieferZaniilie
U-M"
8
Der Arbeiter Franz Brandenburg aus Arnswalde mit seiner Frau und seinen 13 Kindern. Für das 13. Kind haben Reichspräsident von Hindenburg, Reichskanzler Adolf Hitler und Reichsminister Göring die Patenschaft übernommen, um so darzutun, daß dem gefunden Erbnachwuchs des deutschen Volkes die größte Ehre gebührt.
Graf Pourtolee für Richard Wagner.
Im Propyläenverlag erscheint soeben, mit Einführung und Anmerkungen von Professor Dr. Hermann O n ck e n , herausgegeben von Generalleutnant a. D. Albert Mutius das Buch „Graf Albert Pourtalös, ein preußisch-deutscher Staatsmann". Das an interessanten Dokumenten und Bildern reiche Werk enthält u. a. den nachstehenden Brief des Grafen Pourtales an feinen Schwiegervater Bethmann Hollweg, in dem sich der Schreiber dieses Briefes in seiner Eigenschaft als fgl. vreuhischer Gesandter in Paris für Richard Wagner einsetzt:
Paris, 17. Februar 1860.
Ich habe heute einen längeren Brief an die Prinzessin zugunsten des Komponisten Richard Wagner geschrieben, dessen Bekanntschaft ich gestern machte. Er wünscht seine neueste Oper auf deutschen Bühnen zu produzieren.
Nun will aber der König (Johann, 1854 bis 1873) von Sachsen aus verkehrter Pietät gegen den Bru- der (Friedrich August II., 1836 bis 1854), den armen Teufel nicht begnadigen?)
Kommt Wagner mit einem Sauf-conduite, und mehr verlangt er für seine Aufgabe nicht, nach Berlin, so verlangt traft des Kartellvertrages Sachsen sofort seine Auslieferung, uni) er muß, statt fein Vaterland durch ein Meisterwerk zu bereichern, auf dem Königstein sitzen. Wahrlich, eine bitterere Ironie auf deutsche Einheit gibt es nicht. Handelt es sich um Gemeinnütziges, z. B. einen Telegraphendraht durch bückeburgifches Gebiet, da sind "die Fürsten Herren in ihrem Land, und da kann der Teufel die Gesamtheit holen. Handell es sich aber um gehässige, vexatorische, schmähliche Maßregeln, da sind die Herren einig und pochen auf: das ganze Deutschland muß es (ein!
Was Wagner betrifft, so fragt sich nun ob das infame Gesetz nicht zu umgehen sei, etwa dadurch, daß man dem Mann pre ußische ^Bürgerrecht verleiht, oder kann die Prinzessin von dem König Johann als Faveur verlangen, daß er und
*) Wagner ging nach dem Dresdener Aufstand tm Mai 1849 zunächst nach Weimar, dann nach Paris, und flüchtete zuletzt, steckbrieflich verfolgt, nach Zürich.
sein Gesandter') ein Auge zudrückt, wenn Wagner auf vier Wochen nach Berlin kommt, um seine Oper in Szene zu fetzen? Wagner sagte mir gestern mit Tränen im Auge,, fein ganzes Wesen, Dichten Trachten und Streben seien so deutsch, daß er sich nicht dazu entschließen könne, feine letzte Schöpfung hier zu produzieren, und er müßte es schließlich, wenn man ihm nicht gestattet, die Proben in Deutschland irgendwo selbst zu leiten. Er wolle dann getrost wieder fort, aber er flehe wie ein Vater um sein Kind, man möge letzteres nicht auch verbannen.
König Johann, ein juristischer Pedant, hat berits die Verwendung des Großherzogs von Weimar und der Großherzogin von Baden zurückgewiesen. Aus Prinzip! Ich weiß nicht, ob ich mich über solche Misere mehr ärgern als schämen soll. Bedenkt man nun, daß die Teilnahme an dem Dresdner Aufstand höchst problematisch ist, daß zwölf Jahre darüber verstrichen sind, endlich, daß es deutsche Fürsten sind, die sich für ihn driegend verwendet haben, und daß, wenn er Badenser ober Oesterreicher wäre, er schon längst begnadigt wäre, so kann man nicht umhin, ihn zu beklagen, ein S a d) f e unb — ein Deutscher zu fein. Ich glaube, baß er in Königsberg, weil jene Stabt nicht bas Glück hat, deutsch zu sein, sich aufhalten konnte. Aber er bedarf einer größeren Bühne * nb geht nun mit bem Gebauten um, hier, auf Gefahr, sein ganzes Vermögen babei aufs Spiel zu setzen, eine deutsche Truppe zusammenzutrommeln, um ben Pariser badauds eine beutsche Oper in beutschen Versen tant bien que mal aufzutischen. Und da wundern sich die Leute daheim, daß Tausende auswandern, daß Deutschland draußen weder geachtet noch gefürchtet ist, und daß sich ab und zu Michel erzürnt unb Revolutiönchen macht. Gegen solche Wirtschaft bin ich auch babei.
Bitte, besprechen Sie boch biese Sache mit den allerhöchsten Herrschaften. Wahrlich, auch bas wäre eine liberale, echt beutsche Demonstration, wenn man malgi'6 Johann und Hohenthal Wagner nach Berlin kommen liehe, wenn man den Deutschen ihre Lieder nicht verkümmerte, wenn man den Buchstaben der Bundesgesetze den frischen, leben- digen Geist deutschen Wesens und Gesanges entgegenstellte. Dazu sollte doch Preußen stark genug sein, um sich nicht von bem winzigen Könige zu Dresben Polizeimaßregeln vorschrieben zu lassen.
') Graf Hohenthal, sächsischer Gesandter in Berlin
Altjapanische Orachenspiele.
Wenn der erste Herbstwind über die Stoppeln weht, beginnt für die Kinder wieder das luftige Spiel des Drachensteigens. In Japan ist diese Beschäftigung seit uralten Zeiten ein mit Leidenschaft gepflegter Nationalsport, unb er wirb bort nicht nur auf freiem Felb unb auf Bergeshöhen betrieben, (onbern auch auf ben Dächern mitten in ben Stählen. Wahre Volksfeste, an benen große Menschenmengen teilnehmen, finb bie Drachen-Kampfspiele, bie mit Vorliebe im Herbst ftattfinben. Es gibt noch Altmeister ber Drachenkunst, bie bie ehrwürbigen Überlieferungen in ber Führung unb Lenkung ber Drachen lebenbig erhalten. Bei diesen Wettspielen sucht man bem Gegner die Drachenschnur abzu- schneiden, und zu diesem Zwecke sind am oberen Ende der Drachenschnur biegsame Feilen, Glassplitter ober metallene Werkzeuge befestigt. Der Drachenlenker beweist baburch seine erstaunliche Geschicklichkeit, baß er burch Ziehen unb Nachlassen ober Drehen ber Seine feinen Drachen nach rechts ober links, nach oben ober unten führt, solange, bis bie Schnur unter eine anbere gerät und sich mit dieser kreuzt. Dann ein rasches Steigenlassen, ein kräftiger Zug, und der gegnerische Drache schwebt geschlagen ins tiefe Tal hinab. Ein berühmter Meister dieser Kunst führte sie einmal dem deutschen Generalkonsul Dr. M ü l - l e r vor, unb biefer berichtet barüber: „Zum richtigen Steigenlaffen gehören wenigstens zwei Mann, ber Lenker unb ein zweiter, ber in einer (Entfernung von zehn bis zwölf Meter ben Drachen in bie Luft wirft. Nachbem bies geschehen war, erhob sich ber Drache, erst allmählich, bann in beschleunigtem Tempo, bis er bie Hohe von etwa 1000 Meter erreicht hatte unb dem bloßen Auge nur noch als kleiner Punkt erschien. Herr Obija kommandierte: „Rechts um!" — Der Drache schwebte nach rechts; bann „Links um!" — Er gehorchte willenlos: bann „Tanze!" — Er überschlug sich mehrere Male; „Senke dich!" — Ein Zucken und schnelles Nachgeben der Leine und der Drache begann, mit ber Spitze voraus, sich nach unten zu senken. Darauf ein weiterer Befehl — er strebte roieber aufwärts." In Tokuschirna baut man für bie Drachenfeste, bei benen früher hohe Wetten abgeschlossen würben, kreisförmige Drachen von so ungeheurer Große, daß 150 Mann erforderlich finb, um eins biefer „Wan Wan"genannten Ungetüme zum Steigen zu bringen. Der Durchmesser beträgt 20 Meter, so baß auf ber Drachenfläche gut ein Haus stehen konnte; mit feinem 150 Meter langen und 24 Zentimeter starken Schweif wiegt ein solcher Drache nicht we
niger als 55 Zentner, und man begreift, daß zu feiner Lenkung eine hohe Kunst gehört. Ernsthafte japanische Chronisten haben behauptet, daß solche Riesenbrachen in früheren Zeiten als Flugzeuge verwenbet würben, unb jebenfalls gibt es oerlchie- bene Geschichten, bie bavon erzählen. So soll unter der Herrschaft des dritten Tokugawa-Schoguns vor etwa 150 Jahren der ebenso tapfere wie gelehrte Jui no Schosetsu ben Plan gefaßt haben, bie Toku- gawa-Herrschaft zu stürzen, unb mit einem gewaltigen Drachen bis zum Schogun-Palast in Tokio oorgebrungen sein. Seine Absicht gelang ihm zwar nicht, aber ber Herrscher war barüber so erschrocken, daß er ben Bau von großen Drachen bei lobesftrafe verbot. Ein Meisterstück ber Flugkunst soll ber Räuberhauptmann Jschikawa Gojemon, ber gegen Enbe bes 17. Jahrhunberts lebte, ausgeführt haben. Auf bem Turm bes Schlosses von Nagoja stehen zwei riesige golbene Delphine, unb um sich biefer zu bemächtigen, bestieg ber Räuber einen großen Drachen, mit besten Hilfe es ihm gelang, brei goldene Flossen zu entwenden. Sein Heldenstück nützte ihm aber wenig, denn er wurde ergriffen und mit feiner ganzen Familie in Del gekocht.
21600 Flaschen Bier in den Fluß.
Große Mengen Bier werden von Holland nach den Vereinigten Staaten ausgeführt, aber sie finden nicht immer Aufnahme, sondern müssen wieder die Rückreise arureten. So wurde kürzlich eine Ladung von 21 600 Flaschen holländischen Bieres aus Neuyork nach Rotterdam zurückgebracht, und da dieses Gebräu für den einheimischen Geschmack zu schwach war, so wußten die Eigentümer nichts anderes damit anzufangen, als das Bier in die Maas auszugießen. Mit dieser ungewöhnlichen Aufgabe waren sechs Männer betraut. Zwei von ihnen entkorkten die Flaschen, zwei andere entleerten den Inhalt in den Fluß und die beiden letzten stellten die leeren Flaschen wieder in die Kästen. Der Platz, den man für diese Arbeit auserkoren hatte, war eine Stelle, an der das Flußufer sehr schlammig ist, und die Männer standen bis über die Knöchel in Schmutz und Schlamm. Sie luden die Zuschauer, die sich eingefunden hatten, dringlich ein, so viel Bier zu trinken, wie ihnen mS möglich sei. Aber das Getränk fand so wenig Beifall, daß nur einig? Flaschen getrunken wurden und fast alles in den Strom gegossen werden mußte.


