Ausgabe 
20.4.1933 Frühausgabe
 
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Rh.

Oer Geburtstag desVeichskcmz'ers

Aus -er Provinzialhauptstadt

des Jahres ausgeglichen werden. DerBeginn der Vorlesungen an der Technischen Hochschule und der Landesunivcrsitöt wird aus vorgenanntem Grunde ebenfalls auf den 2. Mai verlegt. Der Zugang von Personen nicht arischer Abstammung zu Schulen (außer Bolts- und Berufsschulen) und zu der Technischen Hochschule und der Landesuni- vcrsität wird durch den Erlaß eines bevorstehen­den Reichsgesctzes geregelt und beschränkt werden. 3d) ersuche daher, die Aufnahmen von Personen nichtarischer Abstammung bis nach Erlaß dieses Gesetzes zurückzustcl- l e n.

Am heutigen Donnerstag, dem Geburtstag des Reichskanzlers Adols Hitler, wird unsere Gie­ßener Militärkapelle unter Leitung von Ober- musikmeister Krauße von 17 bis 18 Mbr aus der Südawlagc Platzmusik veranstalten. Mu- silfolge: 1. Badenweiler-Marsch, Fürst: 2. Fest. Ouvertüre, Lorying: 3. Frühlingsstimmen, Walzer, Strauß: 4. Ein Morgen in Sanssouci, Tongemälde. Ändert: 5. O Deutschland hoch in Ehren, Großes patriotisches Potpourri, Lindemann.

Helm.

Die Braut entstammt einem ursprünglich in Oberitalien ansässigen Adelsgeschlecht, dessen einer Sproß zur Zeit Friedrich des Großen aus Glaubensgründen nach Preußen auswanderte. Seit dieser Zeit standen die Salviatis im preu» ßischen Staats- und Heeresdienst. Die Mutter der Braut entstammt der alten Hamburger Familie Erasemann. Don den drei Brüdern der Braut, deren einer EA.-Führer in Baden, der andere Leutnant im Qlrtillericregimcnt 2 ist, hat sich der älteste als einer der erfolgreichsten Turnierreiter einen Damen gemacht. Er gehörte u. a. zur Italien­mannschaft, welche die Coppa Mussolini für Deutschland errang.

Die Berlobung erregt besonders deswegen Aus- sehen, weil sie den Ebenbürtigkeitsvor­schriften des preußischen Königshauses nicht entspricht. Prinz Wilhelm hätte ge­mäß den Ebenbürtigkeitsbestimmungen desHaus- gesehes seine Wahi nur innerhalb seiner Ver­wandtschaft und Unter den ausländischen Prinzes­sinnen treffen können. Er lehnt aber besonders letzteres aus grundsätzlichen Erwägungen heraus ab und hat sich daher entschlossen, mit den nicht mehr zeitgemäßen Bestimmungen des Hausgesetzes zu brechen.

schen Landestheaters in Darmstadt an mit der einmaligen Ausführung der Oper: .Fidelio", von Beethoven. Für dieses Gastspiel gelten Opern­preise: Dorzugs- und Rundfunkfchcine haben Gül­tigkeit-

Segelflug mit Auwschleppstart im Flughafen. Im Schaukasten des .G'.eße-

durch keine Arbeit an der nationalen TeugeRaL hing Deutschlands mitarbeitet.

Verlobung des Prinzen Wilhelm von Preußen.

mübung aller beteiligten Kräfte, einen tiefen Ein­druck. Las Horst-Weiiel-Lied und ein dreifaches Sieg-Heil" aus den Reichskanzler Adolf Hitler be­schloß die würdige Feier.

Zlaggenerlaß zum Geburtslag des Reichskanzlers.

Zur Feier des ersten Geburtstages, den Adolf Hiller als Reichskanzler begeht, flaggen am Don­nerstag alle Behörden des Reiches, der Länder und Gemeinden im ganzen Reich. Die Reichsregierung rufl das ganze deutsche Volk aus, sich dem vorgehen der Behörden anzuschließen, und damit der Verbundenheit aller kreise des Volker mit der staatlichen Macht feierlichen Ausdruck zu verleihen.

Heute abend:Großer Zapfenstreich."

Das Programm.

Das Bataillon gibt nachstehend das Programm für denGroßen Zapfenstreich" am heutigen Abend (20.20 Uhr) bekannt:

1. Badenweiler-Marsch (Fürst): 2. Heere»- marsch 11 Ar. 208 (Musik und Spielleute) (Doigt).

Großer Zapfenstreich: Locken zum Gro­ßen Zapfenstreich, Großer Zapfenstreich, Zapfen­streich der berittenen Truppen: 1. Post. 2. Post, 3. Post), Zeichen zum Gebet, Gebet. Abschlagen nach dem Gebet, Ruf nach dem Gebet, Deutsch­landlied.

Der Große Zapfenstreich findet auf Oswalds garten statt. Um 20 Uhr marschieren Musik, Mann schäften und Fackelträger von der Äajernc an der Licher Straße ab. Der Zug bewegt sich direkt zum Oswaldsgarten.

Militärische plahmusik.

1925.

Ein Wintertag liegt über Landsberg am Lech. Die Sonne scheint gelb und kalt. Eine dünne Schnee schicht liegt über der Erde, glänzt von den Dächern der alten Festungsstadt Es dunkelt leise, als sich das große Festungstor öffnet und gesenkten Hauptes ein Mann heraustritt, langsamen Schrittes. Einige feiner Getreuen erwarten den Führer. Adolf Hitler, nun wieder frei, sieht in die Augen der Freunde und lieft darin denselben Mut, der auch ihn beseelt. Die Partei liegt in Trümmern, nur kleine Reste haben sich in unwandelbarer Treue hier und dort gehalten. Der Führer war gefangen, die Zeitungen waren verboten, was hatten sie auch noch zu erhof­fen? Adolf Hitler brachte von der Festung Lands­berg die Niederschrift seines BuchesM e i n Kampf mit. Und die Getreuen, die auf ihn ge­wartet hatten, die auch alle fünf Jahre hindurch gewartet hätten, nahmen es als das kostbarste Ge­schenk.

Bon Landsberg aus bann, nachdem alles zufam mengebrochen war, nahm Adolf Hitler mit den Sei nen den Kampf um das deutsche Bolk wieder auf, unbeirrt, steifest, im Glauben an die guten Kräfte seines Volkes.

Vom Gefreiten zum Volkskanzler

Fünf Szenen aus dem Leben Adolf Hitlers.

1929.

Ein wundervoller Augusttag steht über Nürnberg. Die Straßen sind fröhlich belebt Parteitag der Braunhemden! An 2lbolf Hitler, dem Führer, vorbei marschiert die SA., marschieren 60 000 Braunhemden. Ganz Nürnberg sieht begei­stert zu. Und als die Knaben der Hitlerjugend vor­übermarschierten, warf der Führer Blumen aus seinem Wagen und sagte:Als ich diese Knaben heute an mir oorbeimarschieren sah, dachte ich plötz­lich: wie wäre es, wenn noch zwei Jahre vergingen und diese da unsere alten Helme aufsetzten wie die Freiwilligen von Ppern ... Das gleiche Gesicht, der gleiche Ausdruck, das gleiche Leben in den Gesich­tern ..."

Und die begeistert zusehenden Bürger Nürnbergs hörten Lied auf Lied an sich oorüberrauschen, gläu­big gesungen. Und viele, die nicht glauben wollten, die sich dagegen gewehrt haben, sie mußten es doch tun. Stärker und gefestigter als je stand die Partei, und klarer und deutlicher als je umriß der Führer fein Programm: Deutschlands Erneue­rung. Als die Sonne dieses 'Augusttages über Nürnberg niederging, waren wieder Tausende ge­wonnen, unaufhaltsam.

ncr Anzeigers" In der Sch ulst raße sind gegen­wärtig Bilder von den Segel lügen der Segelflio- gergruppe des Vereins für Luftfahrt Gießen zu schen. Die Segelflüge wurden bei bestem Erfolg mit dem Autoschleppstarl durchgeführt Interessen­ten seien besonders aus die Bilderreihe aufmerk­sam gemacht.

Öer 18 Oktober."

Sonderausführung und Vorfeier zu Adolf Hitlers Geburtstag.

Die NSDAP. Gießen hatte für gestern abend zu einer Sonderaufführung des SchauspielsDer 18. Oktober" (von Walter Erich Schäfer) aus Anlaß des Geburtstages des Reichskanzlers Adolf Hitler in das Stadttheater eingelaben. Die Veranstaltung trug ernstesten, feierlichen Charakter. Vor dem Hauptportal des «tadttheaters brannten Pechfeuer in großen Schalen. Das Stadttheater war bis auf den letzten Plag besetzt.

Herr Bartholomäus hielt eine einleitende Ansprache: Jetzt, in dieser Stunde, aus Anlaß des Geburtstages des Führers, dürfe man sich freuen, daß der Kampf der Bewegung durch den Sieg ge­krönt fei. Deutschland sei zerrissen gewesen. Jetzt sei es geeint. Die Mehrzahl der Bevölkerung habe sich in einigem Geiste zusammengefunden. Man nenne Hitler den Volkskanzler, weil er aus der Tiefe des Volkes gekommen fei. Keiner habe fo kämpfen müs­sen, wie er, keiner habe Zeit seines Lebens von Jugend auf so viele Widerstände zu überwinden ge­habt wie er. Er habe das Leben der Arbeiter ken­nengelernt, sehr früh die Gefahren erkannt, die dem Arbeiter aus einer falschen Lehre drohten, und vor­ausgesehen, was kommen mußte. Dem Reichskanzler Adolf Hitler müsse zu seinem Geburtstage ein Ge­schenk werden. Das Geschenk solle aber nichts äußer- liches sein, sondern vielmehr das tiefinnerste Be­kenntnis sich mit ganzer Kraft und aller Hingabe der Seele in seinen Dienst zu stellen. Jrn einigen Stre­ben erst werde wieder jenes Deutschland, das ein­mal war. In dieser Einheit werde erst das Opfer erfüllt, das die Gefallenen des Weltkrieges mit ihrem Blut und Leben für Deutschland brachten.

Das Spiel dieses Abends solle, so fuhr der Redner nachdem man der Toten des Weltkrieges gedacht hatte, fort, symbolisch sein für deutsches Geschick. Es solle wegweisend im Kampf der Gegenwart sein. Aus der Vergangenheit solle die Kraft gewonnen werden, damit das Vaterland wieder das werde, was der Volkskanzler Adolf Hitler aus ihm machen möchte. Der gemeinsam gesungene erste Vers des Deutschland-Liedes beschloß die Ansprache. Wahrend der Ansprache war die Bühne mit Hakenkreuzfahnen

Krühlingssonne und Gesundheit.

Der Mensch ist ein Kind der Sonne und sie, die er im Winter nur zu ost und zu lange ent­behren mußte, sucht er fetzt, in den ersten -tagen des Frühlings, licht- und wärmehungrig mit vollen Zügen zu genießen. Das ist nur recht und billig. Wissen wir doch längst, daß die Sonne ein wertvolles Heilmittel für den Menschen dar­stellt. Mit Heilmitteln indessen soll man stets vorsichtig sein und sie nur bann so anwenden, wenn es der Arzt vorschreibt. Das gilt auch von der Frühlingssonne. Sie ist sogar eine stark­wirkende Medizin, bei der kleine Dosen förder­lich. zu große aber leicht schädigend auf unsere Gesundheit einwirken.

Während des Winters hat unsere Haut, die die Eintrittspforte für die Sonnenstrahlen in unseren Körper bildet, in ihrer Widerstands­und Leistungsfähigkeit gelitten. Zur Vermeidung von Sonnen schaden im Frühling muß dies beson­ders berücksichtigt werden.

Man tut daher gut, die Haut an die Ein­wirkung der Sonne erst allmählich zu gewöhnen. Hierfür eignet sich in erster Linie das Luftbad, das man bei warmer Lust im Zimmer beginnen und durch zeitweises Oeffnen eines Fensters ent­sprechend der jeweiligen Außentemperatur all­mählich abstufen kann. Wo die Möglichkeit dazu besteht, können solche Luftbäder im Frühling und im Sommer mit Vorteil im freien genommen werden.

Ist die Haut so durch Luftbäder vorbereitet, dann kann man zum Sonnenbad übergehen. Für die ersten Sonnenbäder empfiehlt sich zur 3*0» meibung von Sonnenschaben vorheriges Einset- ton ber Haut mit einer fettreichen Salbe Äte- mals wähle man für Sonnend über b.e heißesten Stunden bes Tages, auch sehe man n.cht gleich ben ganzen Körper ber Sonne aus. sondern abwechselnd bald die eine, bald die andere Kor- perstelle. Das erste Sonnenbad soll im ganzen zehn bis fünfzehn Minuten nicht über f<6 reiten; erst ganz allmählich kann man das Sonnenbad bis zur Dauer einer Stunde ausdehnen. Der unbedeckte Kopf darf' niemals ber b.rekten Be­sonnung ausgesetzt werben, sondern man schuhe ihn durch Aufsehen eines breitkrämpigen Hutes ober bergle chen. Zum Schutz ber Augen biene eine Schutzbrille mit grauen ober grünlich ge­färbten Gläsern, solche mit blauen Gläsern und unzweckmäßig, weil burch sie bie ultravioletten Strahlen der Sonne hindurchgehen. Zweckmäßig ist es auch, den Körper während des Sonnen­bades durch Spiel und Sport in Bewegung zu ^Stellen sich beim Sonnenbaden irgendwelche Beschwerden, wie Herzklopsen, Schwindel oder Au^enflimmer ein, so muh das Sonnenbad sofort abgebrochen werden. Gegen leichten Sonnenbrand belien etwas Puder ober milbc, fettreiche ©al­ben schwerere Verbrennungen erforbern natür­lich'balbige ärztliche Behanblung. Ob em Kran- ker. auch unter Innehaltung aller fr.efer Dor- sichtsmahregeln. in ber Sonne haben bar\ muß stets ber Arzt entscheiben. sonst kann es geschehen, daß bie Sonne dem Kranken statt Genesung wo- mM'd) Verschlimmerung seines Leidens bringt.

Schließlich sei noch darauf aufmerksam ge­macht. daß nicht nur unser Körper^ ^dern auch unsere Wohnung nach oonne durstet. Darum lasse man ber Sonne freien Sugang zu unsren Wohnräumen, vor allem zu Möbeln unb betten. Sonne tötet Bakterien unb sonstige Krankheü^- stoffe. unb ganz zu recht besteht ber Sah ,/Wo bie Sonne hinkommt, ba kommt ber Arzt Nicht hin." D.K.G.S.

Verlängerte Serien in Hessen.

Numerus clausus für nichkar'.sche Personen.

Der Hessische Minister für Kultus unb Bildungswesen erlaßt folgende An­ordnung: Zur Durchführung der Anordnungen, die sich auch für das Schulwesen aus der natio­nalen Entwicklung ergeben haben, ist es erfotiter- lich. daß der Schulbeginn für alle Schulen vom 24. April auf den 2. Mai verlegt wird. Die hierdurch erfolgte Ferienverlängerung muß durch eine entsprechende Kürzung tm Laufe

Bayern und dem Reich geschaffen, so war trotzdem Mols Hitler nicht geneigt, ein Koni promiß einzugehen. An ihn glaubten zu viele, und dieser Glaube war ehrlich. Als Kahr und Lossow immer wieder die Entscheidung hinauszögerten, drang Adolf Hitler in den Bürgerbräukeller ein, wo Kahr in einer Versammlung sprach, und protla miede dort die nationale Revolution. Stahr fügte sich scheinbar, in Wirklichkeit war er entschlossen, sein Wort, das er Hitler zweimal verpfändete, zu brechen. Als am nächsten Tage Hitler mit seinen Braunhemden zum Zeichen des Sieges durch Mün­chen marschierte, feuerte von der Feldherrnhalle eine Kompanie auf den Zug. Zwölf Nationalsozialisten brachen zusammen. Adolf Hitler selbst trug einen Knaben aus dem Feuerreqen. Die nationale Erhe­bung wurde unterdrückt. Vereinzelte Bersuche schei­terten. Adolf Hitler und seine Getreuen wurden von dem Lande, das sie retten wollten, vor Gericht gestellt. Hitler erhielt fünf Jahre F e st u n g, von denen er auf Landsberg achtzehn Monate ver­büßte.

eine Nachprüfung vorzunehmen, ob die Vor- i sehung nicht doch noch ausgesprochen werben lann. Die Entscheibung lege ich in bie Hänbc ber Klasienkonferenz, ber ich bringend ans Herz lege, ber Größe unb Rot ber Zeit Rechnung zu trazen unb weitherzig zu urteilen.

Disziplinarstrafen sind aufzuheben unb zu tuschen, bie seit dem 24. Februar 1925 gegen Stubierenbe wegen solcher Hanb- lungen verh-ngt worben sinb, bie aus natio­nalen Deweggrünben begangen würben. Ebenso finb alle Schul st rasen aufzuhe - ben, bie seit dem 1.Öanuat 1925 gegen Schüler wegen solcher Hanblungen verhängt worben finb. bie aus nationalen Beweggründen begangen worben sind. Etwa verwiesene Schüler sind ohne Aufnahmeprüfung wieder in bie be­treffende Klasse aufzunehmen.

Studierende, die in den letzten Jahren in der SA.. SS. oder Wehrverbän- b e n im Kampf um bie nationale Erhebung ge- ftanben haben, finb gegen Vorlage eines Zeug­nisses ihrer Dienstvorgesetzten bei ber Ver­gebung von Vergünstigungen (Gebüh­renerlaß. Slipenbien usw.) besonberszu be­rücksichtigen. Dagegen b. r en a n j ü b i s ch e unb marxistische (Stubierenbe Vergün­stigungen nicht mehr gegeben werden.

Bei der Aufstellung von S t u b i c n p l ä n c n und Festsetzung von Vorlesungen für das Winter­semester 1933 34 ist dafür Sorge zu tragen, daß auf die Abiturienten, die aus dem Frciwil- ligenArbeitsdienft tommen, besondere Rück­sicht genommen wird. Sie dürfen gegenüber Ab­iturienten, die schon jetzt auf die Hochschule kommen, in keiner Weise benachteiligt sein und find bei der Vergebung von Veraünstigungen und Stipendien besonders zu berücksichtigen.

Am Tage der nationalen Arbeit (1. Mai) sind an allen Hochschulen usw. einfache Feiern abzuhalten, bei denen bet Stu- bentenschast das neue Studentenrecht vom Rektor übergeben wird. Es ist dabei zum Aus- druck zu bringen, daß die Studentenschaft, die nach langen Jahren wieder ftaatlid) aner­kanntes Glied der Hochschule wird, mit den neuen Rechten Pflichten übernimmt. Ich erwarte von jedem Studenten, daß er sich > diszipliniert in die Hochschule einordnet und so |

Versammlung der Mütter-Zwangsinnung Gießen. Man berichtet uns: Die Müller-Zwangs-In- nung für den Kreis Gießen hielt heute eine außerordentliche Versammlung imBayrischen Hof" dahier ab. Die Versammlung war von feiten ber Müller gut besucht. Als Gäste waren erschienen ber kommissarische Dorsitzenbe bet Handwetlslammer-Rebenstelle in Gießen, Herr Schimmel, sowie Obetmeistet Katz der In­nung Alsselb. Die Versammlung würbe emberu- fen. um die durch bie politischen Verhältnisse geschaffene Umstellung auch in ber Mütter>2n- nuiig Gießen vorzunehmen. Obermeister V o g t - Hungen begrüßte alle Erschienenen unb berichtete über die Hanbwerkertagung in Darmstabt am 5. April. Er gab bekannt, bah von ber Hanb- wetlskammer verlangt wirb, bah minbestens 51 Prozent des Vorstandes ber Innung Mit­glieder der ÄSDAP. fein müßten, und stellte fest, daß dies in der Innung bet Fall ist. Die Versammlung sprach bem seitherigen Vorstanb einstimmig bas Vertrauen aus. Sobann sprach Herr Schimmel über die Zustände in der Hessischen Handwerkskammer. Voll Empörung wurden die Ausführungen, bie unglaublich aber wahr sind, von der Versammlung ausgenommen. Er gab die Versicherung, daß unnachsichtlich end­lich restlos gesäubert wird, unb sch.lberte noch Maßnahmen, bie von ber Regierung in Aussicht gestellt sind, um das schwer nicberliegenbe Hand- werk unb Gewerbe zu schützen. Mit großem Bei­fall wurden seine Ausführungen aufgenommen. Der Geschäftsführer der Innung. Müllet Hel­mes- Obet"Hörgern. ging auf das von Herrn Schimmel Angeführte ein unb sprach sich ba» h.n aus. baß die Arbeit derjenigen, öic die Verantwortung übernommen, ernst unb schwer fei und bah es Pflicht eines jeben einzelnen sei', sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen: bies könne geschehen burch Eintreten in ihre Reihen. Kollege Sch ug g »Beuern sprach sch im selben Sinne aus unb brachte ein bteifaches Heil auf Reichskanzler Abolf Hitler aus. Obermeister Katz bankte für bie Begrüßung unb sprach seine Freude aus. daß sich die Innung ®ie6_cn wieder zurückgefunden habe zum Hessischen Mul- lerbunb. Rach einigen Aussprachen unb An­fragen schloß ber Obermeister die Versammlung. Diese hat den Eindruck hinterlassen, baß fast kein Müller ber Innung Gießen ist. ber sich nicht bekennt zu bem. ber Deutschlanbs Rettung unb somit die Rettung unseres ob len Hanbwerks ift: Abolf Hitler.

Pornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand- plaß: 15 bis 17 Uhr, große Frühjahrs-Ausstellung.

Aus dem Stadt theatetburea u wird uns geschrieben: Morgen, Freitag. 27. Vor­stellung im Freitag-Abonnement mit der Wie- detholung des SchwankesHasenklein kann nichts dafür!" von Mahnet-Mons unter der Spiellei­tung von Karl Hehler. Die Besetzung ist die der Erstaufführung mit Ludwig Linkmann als Gast in der Titelrolle des Schneidermeister Titus Hasenklein. Gewöhnliche Preise. Ende 22.15 Llhr. Sonntag, 23. April, 15 übt, findet als Frem- denvorstellung außer Abonnement und zu ermä­ßigten Preisen eine Wiederholung des köstlichen SchwankesHasenklein kann nichts dafür!" statt, ebenfalls mit Ludwig Linkmann als Gast. Als nächstes Gastspiel kündet ber Spielplan für -Mittwoch. 26. Avril (27. Vorstellung im Mitt­woch-Abonnement) ein Operngastspiel des Hesst-

Berlin, 19. April. (Tll.) In Bonn a. verlobte sich ber älteste Sohn des beutschen Kron­prinzen, Prinz Wilhelm von Preußen, mit Fräulein Dorothea von Salviati.

Prinz Wilhelm würbe am 4. Juli 1906 geboren. Rach beftanbenem Abiturientenexamen ftubierte er zunächst Rechtswissenschaften unb Volkswirtschaft, um sich eine möglichst breite Grundlage für seine spätere lanb- unb forst­wirtschaftliche Tätigkeit zu erwerben. Er erlernte bann bie praktische La nb wirtschaft unb arbeitet jetzt auf einem oberschlesischen Hofkam­mergut. Seit dem Jahre 1923 steht der Prinz in ber nationalen Wehrarbeit. Er ist heute Bataillonsführer im Stahl­

geschmückt. _ , , . ,

Die nun folgende Aufführung des Schauspiels I

Der 18. Oktober" hinterließ, dank der ernsten Be- I

1918.

Ein Oktobertag an der Westfront. 1918. Zerschos­sen das Gelände vom jahrelangen Krieg. Wolken fetzen jagen am Himmel hin. Die feindlichen Batte­rien arbeiten, bereiten den Angriff vor. Uebcr den deutschen Gräben zucken die Blitze, Rauchsäulen schießen gigantisch hervor. Das Sperrfeuer liegt hin­ter der zweiten Stellung. Unter dem gewaltig lär­menden Schritt des Krieges erbebt das ganze Land.

Ein Meldegänger ist unterwegs. Er fliegt durch die Gräben. Um ihn herum rast der Tod. Er trägt beide Eiserne Kreuze auf seinem beschmutzten Um­formrock. Auf freien Stellen springt er von Granat trichter zu Granattrichter, Schutz suchend. Da setzt Gasbeschuß ein. Merkwürdig hell krepieren die Gra­naten. Gelbkreuz, das furchtbarste Gas. Der Melde­gänger stürzt zusammen. Seine Augen sind geblen­det. Er rafft sich noch einmal auf, bringt die wichtige Meldung bis ans Ziel und bricht zusammen. Er kommt ins Lazarett, er ist todkrank, gaskrank, das Augenlicht scheint verloren. Er kommt nach Pase­walk in Pommern. Langsam gesundet er. Da stürzen an einem trüben Novembertage betrunkene Matro­sen in das Lazarett und verkünden den Sieg der Re­volution, der November-Revolution. Das war am 10. November. Bei dieser Nachricht wirft sich der von der Gasvergiftung noch halb blinde Meldegän­ger und Gefreite Adolf Hitler über das Bett, über fein Krankenbett, und weint fassungslos über den Zusammenbruch des Vaterlandes.

1920.

Die Kommunistenherrschaft in München war zu- sammengebrochen, war niedergerungen worden. In den Reihen der Befreiungsarmec war auch der Geireite Adolf Hitler in München mit einmar- schicrt. In ihm brannte der Wunsch, Deutschland wieder ehrlich zu machen. Ein Feuer glühte in ihm. Sein ganzes Leben kannte nur ein Ziel: Deutsch lands Erneuerung. Diesem Ziele hatte er sich verschrieben, und er suchte fieberhaft nach We­gen, die hinführen könnten.

Im Lciberzimmer des Stcrnetferbräus hatte sich eineDeutsche Arbeiterpartei" aufgetan, eine der vielen Parteigründungen jener unruhigen Zeit. Sechs Mitglieder zählte sie. Adolf Hitler nimmt mit den Leuten Fühlung. Und jenseits allen weltge­schichtlichen Getriebes, in abseitiger Stille, wird in dem kleinen Lokal zumAlten Rosenbart" Adolf Hiller in diesePartei" ausgenommen. Er war das siebende Mitglied.

Das war der erste Schritt zur großen deutschen Revolution des Jahres 1933. Hitler übernahm bald die Führung in diesem Kreise junger, suchender Leute. Er setzte es durch, daß eine Zeitungsanzeige eine Versammlung dieserDeutschen Arbeiterpar­tei" öffentlich ankündigtc. 111 Menschen tarnen. Adolf Hiller sprach. Und 111 Menschen baten um Aufnahme in die Partei.

1923.

Historisch denkwürdige Tage in München. Trup­pe« des Generals von Lossow ziehen durch die Straßen. Verhandlungen über die Neugestaltung innerhalb der bayrischen Regierung zogen sich end­los hin. Der Staatskowmissar von Kahr ver­suchte, die jungen, gärenden Kräfte der national­sozialistischen Bewegung den Interessen des Hauses Wittelsbach dienstbar zu machen. Hatten, er und General Lossow auch dem von Berlin geforderten | Verbot desVölkischen Beobachters" nicht stattge- 1 geben unb dadurch den offenen Bruch zwischen