Donnerstag, 2 0. April 1955
185. Zahrgang
Nr. 92 Seützaussave
GietzemrAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Dem Reichskanzler Adolf Hiller!
Oie deutsche Revolution. - Oer Weg zur Volksgemeinschaft. - Aufgabe und Ziel des nationalen Erneuerungswer's
zusammengehören in einer persönlich zu lebenden Einheit, ja. daß es nicht einmal die eine oder die andere „Richtung" geben kann, daß vielmehr nur der wahrhaft national sei, dec auch „sozialistisch" und nur der Sozialist sein könne, der national sei. Rednergabe, taktisches Geschick. Zähigkeit des Glaubens an die eigene Sendung trotz aller Rückschläge und Widerstände, verhalfen dieser seiner Idee zum siegreichen Durchbruch, deren Unteilbarkeit und iln* abd.ngbarke.t aber auch den vielfach nicht verstandenen Totalitätsanspruch der von ihm entfesselten Bewegung.
Das, was ihm von Jugend auf als Künstlertum lebte, wandelte sich zu einem Begriff der „Politik als Kun st , den erst jüngst Joseph Goebbels in seinem Briefwechsel mit Furtwängler auseinandersetzte: der Kunst nämlich der Seelenbehandlung der Menschen und der Zusammenfassung der Massen unter einen W:llen. Die Zufammenschweihung des Kabinetts der nationalen Erhebung, und kurz daraus der in der Potsdamer Garnisonkirche am Früh- lingsanfang 1933 durch den greisen Feldmarschall und Reichspräsidenten von Hindenburg besiegelte Bund zwischen der in der nationalsozialistischen Bewegung neu aufstr ^"nden jungen Kraft und den durch alle Rot gehüteten Kräften preust sch-konservativen Ideengüter-, sind Beweise höchster staatspolitischer Klugheit. Die „Gleichschaltung" von Reich und Ländern und die Ausrichtung aller wirtschaftlichen und kulturellen Lebensformen des deutschen Bolles auf den neuen Staat waren nur möglich in diesem -großen Schwung der nationalen Erhebung. War die Gründung des Reiches im Jahre 1871 das alleinige Werk des einsamen Bismarck, so ist die Eingliederung und Bolkwerdung aller deutschen Stämme innerhalb des durch Bismarck geschaffenen Rahmens und über diesen Rahmen hinaus das Werk des deutschen Volkes selbst, dem Adolf Hitler 13 Jahre lang sein unerbittliches „Erwach e!" zugerufen hat und zu dessen Führung er vom Dolke und dessen allen getreuen Ekkehard berufen wurde. Alle Dolkssch.chten vom Arbeller bis zum Reichspräsidenten stützen sein nationales Erneuerungswerk und das mag ihm zutiefst Ansporn sein, sich als Führer des guten und zum Licht ringenden Deutschtums in zunehmender schlichter Größe durch deutsche Taten zu bewähren.
Hamburg bei Sagebiel geblutet haben. Was vom Wege abirrte und Sonderzielen zustrebte, wurde bei der Erneuerung der Partei rücksichtslos ausgefchie- den, nacheinander Ludendorff, die Deutfchvöl- kischen, Stenn es und kurz vor der Erreichung des Zieles mußte logar einer feiner Getreuesten, Gregor Strayer, in Erfüllung eines tragischen Schicksals, Platz und Einfluß räumen, weil er einen Augenblick schwach wurde Nur dieser Tatsache ist der gewaltige Sieg zuzuschreiben, daß Hitler, nachdem er seine bezwingende Persönlichkeit in sich gerundet hatte, keinen fremden und schädlichen Einfluß mehr an sich herantreten ließ, daß er mit niemandem und mit nichts Kompromisse schloß, da er den Blick immer aufs Ganze und Große gerichtet hielt.
Spürt man den volklichen Grundlagen für das Werden dieser Persönlichkeit nach, so erschließt sich uns die Erkenntnis, daß die Kulturträchtigkeit des süddeutschen Raumes, der sich über die alte Reichsgrenze erstreckt, Hitler das Wesen hoher Bolkskultur ausgeprägt hat, so daß der Mann aus dem Volke im Kreise der politischen und geistigen Aristoi, der Besten, schon blutshaft gleichberechtigt ist Seine Herkunft erklärt Vielfältiges in feinem Schaffen, aber auch die Energie, die nicht oon Zweifeln verschlämmt wird. Hitler ist als Volksmann konservativ, bedacht und erkennend alle Nöte des Volkes in allen Schichten di|zipliniert und, einem katholischen Kulturkreis erwachsen, Anhänger der Autorität Das verbindet ihn mit dem Altpreußentum, ließ ihn fremd sein jedem schroffen Individualismus, dem Zweifel und dem vereinzelten Handeln, aber auch der zuweit gesteckten Toleranz oder dem wirtschaftlichen Individualismus der Liberalen. Hitler ist dessen polarer Gegensatz. In den Gewittern der Weltschlachten entdeckte er sein Großdeutschtum und die nationale Verbundenheit aller deutschen Stände, im Zusammenbruch die Notwendigkeit, den Marxismus zu überwinden, in seinen politischen Kampfjahren das Pflichtgesetz, dem Deutschen das Reich wieder zur Heimat werden zu lassen, jedem Deutschen Bürgerund Bauernstolz zu geben, von unten herauf das Reich mit nationalem Willen zu durchbluten.
Rach Blutanlage und Erziehung, urchcrührt von Dorurte.len einer Herkunft, eines Standes ober Berufs, dafür im besten Volkstum wurzelnd und beseelt von stärkstem Glauben an Deutschland, ist Hitler so zu dem Künder und Deuter des Gedankens geworden, daß national" und .soz al i st i sch" beides für sich nichts sei, daß beide Begriffe wohlverstanden
kleinen Mann auf der
auch den
Straße in ihrer ganzen Tiefe und Abgründig
feit aufging.
„Hitler ist ein Columbus", so hat ihm einmal vor Jahren in einer Versammlung nach einer Rede ein begeisterter Zuhörer zugerufen. Er traf damals den Ragel auf den Kopf. Woran die anderen sich abquälen, worum die gelehrtesten Köpfe des Landes jahrzehntelang gekämpft und gestritten haben — er hat das alles mit spielerischer Leichtigkeit gelöst. Das Schicksal hat ihn auf den Platz gestellt, der ihm kraft feiner genialen Begabung und traft seines reinen und makellosen Menschentums gebührt.
Wir alle, feine engsten Mitarbeiter und Freunde, stehen heute in Dankbarkeit und Liebe um ihn versammelt. Wir wissen, wie wenig cs gerade bei ihm angebracht ist, daß man ihm Lobeshymnen singt. Aber das eine muß doch einmal gesagt werden, dieser Mann, der Deutschland aus seiner tiefsten Erniedrigung wieder emporführte zur Ehre und Geltung darf wissen, daß hinter ihm, und wenn es nottut auch vor ihm eine geschlossene und entschlossene Kämpferschar steht, die jederzeit bereit ist, für ihn und feine Idee i h r Letztes hinzugeben. Diesem Mann gehört unser ganzes Herz. Wir wünschen ihm und uns zu seinem Geburtstag, daß das Schicksal ihn dem Daterlande auf viele viele Jahrzehnte noch erhalten möge und daß er immerdar unser bester Freund und Kamerad bleibe. Diesen Wunsch legen wir, seine Mitkämpfer und Freunde, ihm auf den Geburtstagstisch. Wir reichen ihm dabei unsere Hände und geloben, daß er für uns immer das sein wird, was er uns heute ist: Hnfet Hitler!
Zum 20. April.
„Ein Mann ist not, ein Nibelungenenkel, Daß er die Zeit, den toll gewordenen Renner
Mit eherner Faust regier' und ehernem Schenkel." Diesem Sehnen, das ein deutscher Dichter in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zum Ausdruck brachte, wurde der Nation zum ersten Male Erfüllung, als Bismarck in den Einheits- kriegen das Reich schmiedete. Als das Bismarck'fche Reich nach einem fuidjlbaren Sturz im November 1918 zusammengebrochen war, fand in dem wirtschaftlichen und politifchen Chaos des vergangenen Jahrzehnts das Sehnen der deutschen Seele neue Nahrung. Und heute grüßen sicherlich Millionen oon denen, die am 5 März noch abseits stehe.i, gemeinsam mit den in 14 Jahren gesammelten nationalsozialistischen Kampftruppen in dem Reichskanzler Adolf Hitler den Wegweiser in eine größere und reinere Zukunft des Vaterlandes.
Wo liegt das Geheimnis, das aus dem Kind kleiner Leute, das am 20 April 1889 zu Braunau im deutsch Österreich schen Grenzgebiet das Licht der Welt erblickte, den Mann machte, der sich anschickt, Reich und Volk politisch, wirtschaftlich und geistig zu erneuern? Bisher waren die politischen Führer zum deutschen Gedanken aus den mittleren und höheren Schichten hervorgegangen: Hitler entstammt dem Kleinbürger und Bauernoolk, und ein so feiner Deuter deutscher Kultur wie Wilhelm Raabe weist in seinem Abu Telsan darauf hin, daß nicht die polit.schen, wohl aber die geistigen Führer deutschen Wesens aus ihm, aus der Kleinstadt, die er mit dem Begriff Nippenburg umreißt, erblühen: „In dem Lande zw schen den Vogesen und der Weichsel herrscht ein ewiger Werkeltag, dampft es immerfort wie frischgepslügter Acker und tragt jeder Blitz, der aus dem sruchibaren Boden aufwärts schlägt, einen Erdgeruch an sich, welchen die Götter uns endlich gelegnen mögen. Sie säen und spinnen alle, die hohen Männer, welche uns durch die Zeiten voraus- fd)reiten, sie kommen alle aus Nippenburg wie sie Namen haben: Luther, Goethe. Jean Paul, und sie schämen sich ihres Herkommens auch keineswegs."
Der Sohn des österreichischen Zollbeamten ließ schon in den Schuljahren Züge erkennen, die der Jüngling ufid Mann zu seinen Besonderheiten als Dolksfiihrer und Staatsmann entwickeln konnte, die Begeisterung für das Soldatische und Heldische, die rasch zufassende Art eines Knaben, der nie Stubenhocker war und sich mit seinen Altersgenossen in der schönen Heimat herumtrieb und balgte und der als Schäler zwar leicht lernte, aber mit einem ganz sichern Instinkt unbedingt ablehnte, was er als seinem Wesen fremd empfand. Der Knabe schon, der zu Haydns Melodie nicht den Tert der österreichischen Nationalhymne, sondern die Worte Hofmanns von Fallersleben fang, erfüllte sich mit dem groß- deutschen, nationalstaatlichen Traum
Das Leben hat Adolf Hitler nichts geschenkt. Alles bis zum Letzten mußte er sich selbst erkämpfen txrüh stirbt der Vater Die Mutter folgt ihm bald in den Tod Ohne Vermögen, nach dem Wegfall der Witwenpension für die Mutter, ohne Verwandte, die sich feiner annehmen, ohne die Möglichkeit, seinem Wunsch nach künstlerischer Ausbildung auf Schule und Akademie folgen zu können, steht der junge Mensch in Wien ganz auf sich gestellt „Fünf Jahre Elend und Sommer in dieser Phciakenstadt", in der er als Hilfsarbeiter und Gelegenheitsarbeiter ein kümmerliches Dasein fristet Seine bis in die letzten Wurzeln gesunde Natur schützt ihn davor, in dieser bitteren Zeit zum „Proletarier" im Fühlen und Denken zu werden. In dieser Zeit erkannte er vielmehr schon, daß der Aufstiegswille des Arbeiters in chärfstem Gegensatz steht zu der marxistischen Irr- lehre die ihn in Heimat und Nation entwurzelt, statt'ihn in die Volksgemeinschaft hineinzusühren und ihn dort groß und stark zu machen
Eine innere Verbindung mit der österreichischen Hauptstadt hat er nie gefunden. Immer mehr wuchs in ihm die Feindschaft sowohl gegen das Volker- gemisch dieser Stadt, wie gegen die Idee Habsburg. Die Sehnsucht ins Reich führte ihn 1912 in die Stadt an der Isar, von der aus es ihm bcftimmt wurde, das deutsche Volk nach seinem großen Zusammenbruch aufzurütteln, für die Ideen des neuen Reiches zu gewinnen und die gewaltige nationale Revolution in vierzehnjährigem Kampf zum oiege zu führen
Seine weitere Entwicklung, die gleichzeitig Der Aufbau und beispiellose Aufschwung der nationalsozialistischen Bewegung ist, ist bekannt aus Hitlers Buch „Mein Kampf" und zahlreichen Veröffentlichungen seiner Mitarbeiter. Als im oommer 1923 die Empörung gegen Berlin noch der Aufgabe des passiven Widerstandes weiteste Bevölkerungskreise Bayerns erfaßte, schien der Zeitpunkt gekommen, wo Hitler glaubte sich an die Spitze der nationalen Revolution stellen zu können. Aber der erste Versuch bei- Machtergreifung wurde in Blut erstickt und Eitler mußte noch einmal von vorne anfangen. Als er die Festung Landsberg verließ, scharten sich die Getreuen um ihn wie die Bärenmützen der alten Garde um Napoleon. Sie stehen alle noch heute um ihn an entscheidenden Stellen, die Münchener Gefolgsleute von 1923, die Göring, die Robert und Adolf W a g n er, Walter Darre, sie und die andern, die später in der Pharusschlacht in Berlin oder in
Bekenntnis zu Hitler.
Bon Dr. Joseph Goebbels, Reichsmuuüer für BolksausNärung und Propaganda.
„Es ist mir am heutigen Tage, da Adolf Hitler ein 44 Lebensjahr vollendet, ein Herzensbedürfnis, zu ihm ein persönliches Bekenntnis ab* zulegen Und ich glaube, Dabei vielen Hunderttau- senden von Nationalsozialisten weit und breit im Lande aus der Seele zu fprechen. Wir überlassen es anderen, die vor einigen Monaten noch aus der gegnerischen Seite zu sinden waren und sich vielleicht in Begeisterung und Verleumdung des Fiih- rers geradezu Überboten, ihn heute mit peinlidjem Pathos und falschem Zungenschlag zu verherrlichen. Wir wissen, wie wenig Adolf Hitler Wert daraus legt und wieviel mehr seiner Art und seinem Charakter die hingebungsvolle Treue und die niemals wonkende Anhänglichkeit feiner Freunde und Mitkämpfer entspricht. Daß Adolf Hitler ein Mann ganz großen Formats ist, daß er als einziger die deutsche Lage nach dem Kriege mit niemals trügerischer Sicherheit erkannt und vorausgesehen hat, daß er allein den Mut fand, daraus die barten, unerbittlichen Folgerungen für die reale Tagespolitik zu ziehen, das ist uns, die wir Tag um Tag um ihn find, von ihm Rat, Hilfe, Ansporn und niemals versagenden Glauben empfangen, so selbstverständlich geworden, daß wir es kaum noch zu betonen brauchen.
Das allein ist aber noch nicht erschöpfend und ausreichend, um den geheimnisvollen Zauber zu erklären, den dieser Mann auf alle, die nur irgendwie mit ihm in Berührung kommen, ausübt. Was ihn uns so lieb und wert macht, das ist mehr: Daß Adolf Hitler in allen Tiefen und Höhen seiner Laufbahn von Beginn feiner politischen Tätigkeit an bis zu ihrer gewaltigen Krönung durch die Tlebernahme der Macht immer derselbe geblieben ist. Gin Mensch unter Menschen, ein Freund seiner Kameraden, ein hilfsbereiter Förderer jeder Fähigkeit und aller Talente, ein Wegbereiter für die, die sich ihm in seiner Idee Hingaben, ein Mann, der die Herzen seiner Milkämpfer im Sturm eroberte und sie nie mehr aus seinen Händen liefe.
Es scheint mir. daß im Tleberschwang der Gefühle gerade das einmal gesagt werden muß. Rur wenige kennen Hitler von nahe. Die meisten, die Millionen, die zu ihm in gläubigem Vertrauen emporschauen, sehen ihn nur aus weiter Ferne. Er ist für sie schon zum Symbol ihres ganzen Zukunftsglaubens geworden. Sonst verhält es sich meistens so. daß. wenn man großen Männern, die man aus der Entfernung verehrte, näherkommt, sie an Zauber und Wirkung verlieren. Bei Hitler ist es umgekehrt. Je länger man ihn kennt, desto mehr lernt man ihn schätzen und lieben und desto vorbehaltloser ist man bereit, in seiner großen Sache aufzugehen.
Wan hat einmal gesagt, daß das Große das Einfache und das Einfache das Große sei. Wenn auf einen, dann Paßt dieses Wort auf Hitler. Seine ganze Gedankenwelt ist eine geniale Vereinfachung der seelis ch e n R o t und Zerrissenheit, die das deutsche Volk nach dem Kriege erfüllte. Er hat sie auf den allgemein gültigen Renner gebracht und darum allein konnte seine Idee siegen, weil sie
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