Ausgabe 
20.3.1933 Frühausgabe
 
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Ur. 67 Krühausgabe

183. Jahrgang

Montag, 20. März 1933

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vrvS tntö Verlag: vrühl'fche Univeifitätr-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schnlstrahe 7.

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Chefredakteur:

Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfürdenAn- zeigentcil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen.

Ein Friedenöplan Mussolinis.

Ministerbesuchs in 3Com. - Viermächtekonferenz in Italien?

Oie pariser Begleitmusik.

Das Ergebnis des englischen

Rom, 19. März. (WTB.) M a c d o n a l d und i Sir John Simon wurden gestern bei ihrer An­kunft vonMussolini begrüßt. An dem Emp» sang nahmen die Unterstaatssekretäre Suvich und Rossoni, der englische Botschafter in Rom, sowie Mitglieder des Personals der englischen Botschaft und Vertreter der Behörden teil.

Premierminister Macdonald besichtigte heute vormittag die Sehenswürdigkeiten derEwi­gen Stadt". Aach einer Besichtigung der Ausstel­lung der faschistischen Revolution begaben sich Macdonald und Sir Iohn Simon zum Qui- rinal, wo sie um 13 Ahr vom König emp- gen wurden. Der König gab zu Ehren der briti­schen Gaste ein Frühstück, an dem außer Musso­lini der Antcrstaatssekretär für Auswärtige An­gelegenheiten Suvich, der britische Botschafter und führende Persönlichkeiten der italienischen Diplomatie und des Hofes teilnahmen.

Aach einer Meldung der Agenzia Stesani gab Mussolini zu Ehren Macdonalds und Simons gestern abend ein Diner, an dem außer der Tochter Macdonalds u. a. der britische Botschafter, die Minister und Antcrstaatssckretäre, der Generalselretär der Faschistischen Partei, der italienische Bölkerbundsdelcgierte A l o i s i und die Parlamentspräsidenten teilnahmen. Zum Schluß erhob Mussolini sein Glas und trank auf das Wohl des britischen Herrscherpaares und bri­tischen Boltes. Der Trinispruch wurde von Mac­donald erwidert, der sein Glas zu Ehren des italienischen Herrscherpaarcs und des italienischen Voices erhob.

Heber die englisch-italienischen Be­sprechungen ist am Sonntag, 18.30 Hhr, fol­gendes amtliche Communiquä ausgegeben worden:

Der ikalienische Regierungschef hat am Samstag von 18 bis 19.30 Uhr im Palazzo Venezia und am Sonntag von 14.30 bis 16 Uhr in der englischen Botschaft mit dem englischen Mi­nisterpräsidenten Macdonald und dem Auhen- minisler Sir Iohn Simon Besprechungen gehabt.

Aach einem erschöpfenden Gedankenaustausch über die allgemeine Lage wurde bei diesen Unterredungen ein plan z u r Äersländigung über b i e politischen Hauptfragen geprüft, der vom italienischen Regierungschef vorbereitet worden war und die Zusammenarbeit der vier TB e ft m ä dj l e herbeisühren soll mit dem Ziele, im Geiste des Kcllogg-Paktes und der Erklä­rung über dieAichtanwendung von Gewalt" für Europa und die TBell eine lange Friedensperiode zu gewährleisten.

Zu Ehren der englischen Staatsmänner findet heute Abend auf der englischen Botschaft ein Diner statt, an dem auch der italienische Regierungschef tcilnehmen wird, vor der auf Montagmittag 12 Uhr festgesetzten Abreise wird Macdonald die italieni­schen, die englischen und die übrigen ausländischen Pressevertreter empfangen.

Die englischen Minister werden ihre Rückreise nach London in Paris unterbrechen, wo sie Ge­legenheit zur Zusammenkunft mit den Mitgliedern der französischen Regierung haben wer­den."

Mustolinis plan.

Wie der italienische 9lcgieritng§dtef sich die Lösung denkt

London, 19. März. (XU.) Der den englischen Ministern Macdonald und Simon in Rom vorgelegte Abkommensentwurf trägt den Titel:Ein politischer Pakt der Entente und Zusammenarbeit zwischen den vier TBeslmächten." Der Vertrag ent­hält 8 bis 9 Artikel. Die vier roefflidjen Mächte sind England, Frankreich, Deutschland und Italien. Der TBortlauk legt die gesamte politische Zukunft Europas fest und erkennt alte bestehenden Vertrag-Verpflichtungen einfdjl. des Locarnooertrages erneut an, ohne aber England auf neue Verpflichtungen festzulegen. Außerdem wird einfünfjährigerRüstungs- und politischer TVaffenstillstand vorge- schlagen. In einer Klausel des Vertrages wird ge­sagt, daß eine Revision der Friedensoer- träge nur durch die Maschinerie des Völker­bundes vorgenommen werden kann. Diese Be­stimmung ist mit Rücksicht auf Frankreich einge­setzt worden. Die Unterzeichnung des Vertrages würde nach Ansicht Mussolinis die politische Atmo­sphäre Europas klären und den Erfolg der TBeltwirt- schaftskonferen; sicherstellen. Der ursprüngliche Ver­tragsentwurf war sowohl dem französischen Bot­schafter de Iouvenel, wie dem deutschen Bot­schafter von h a s s e l l vorgelegt worden.

Man rechnet in R o m damit, daß Datadier nach Rom kommt, um diesen Pakt zu unterzeichnen. Bei dieser Gelegenheit will Mussolini zu einer Vereinbarung mit Frankreich über die Flottenfrage gelangen. Sollte Hitler nach Rom kommen, so würde dies geschehen, um den Mussoliniplan zu studieren und zu erörtern und falls er damit einver­standen ist, ihn gleichfalls zu unterzeichnen.

Paris, 19. März. (TH.) 3n dem Echo der Pariser Presse zum Besuche Macdonalds in Rom spiegelt sich die ganze Hnsicherheit der französischen Politik, das Schwanken zwischen Hartnäckigkeit und Resignation, zwischen Hoffnungen und Pessimismus. Fast überall ist das Bestreben erkennbar, die Lage Frankreichs nicht durch offene Feindseligkeiten gegen Mac­donald und Mussolini noch zu verschlechtern, und namentlich der Regierung nahestehende Organe bemühen sich eines besonders herzlichen Tones.

Der als offiziös zu betrachtende Außenpolitiker desPetit P a r i f i c n meint, Mussolini habe begriffen, daß er durch gewisse Gesten und Reden Bewegungen begünstigt habe, deren gefährlicher Charakter ihm heute klar geworden sei. Dor alkem sei Mussolini ebenso wie Frankreich ein G e g n e r des Anschlusses, der aus Triest schnell einen deutschen Hafen machen würde.

Mit diesem Optimismus steht indessen der Petit Parisien" ziemlich allein da. Die unab­hängige Presse spricht offen aus, daß

die Zusammenkunft zwischen Macdonald und Mussolini den Druck auf den Versailler Vertrag zweifellos verstärken würde. Macdo­nald habe sich bereits zum Revisionismus bekannt.

DerM a t i n" behauptet, daß es die Absicht der beiden Staatsmänner sei, einen ober st en eu­ropäischen Gerichtshof zu schaffen, der selbst territoriale Fragen entscheiden könne.

DasEcho de Paris" stößt heftige Alarm­ruse aus. Hm Mussolini aus dem Lager der ge­waltsamen Revanche herauszubri.igen, müßte man ihm Geschenke machen, so vor allem die fran­zösisch - italienische Flottengleich­heit. Aber es sei sehr wenig wahrscheinlich, daß es gelingen werde, ein solches Zugeständnis der französischen Regierung zu entreißen.

Besonders scharf ablehnend äußert sich das chauvinistischeO r d r e". Es hält es für sicherer, daß die beiden Staatsmänner in Rom sich z u G u n st e n einer Revision der Beträge entscheiden werden, d. h. zu einer Berändcrung des europäischen Gleichgewichts zu Hngunsten des friedlichen Frankreich" und zugunsten deskrie­gerischen und imperialistischen" Deutschtums.

Das Blatt Daladiers, dieRepublique" bekennt offen:

Deulsd)land, audj das hitlersche Deutschland, hat keine bösen Absichten gegen Frankreich. Die braven Leute, die vor Angst vor einem plötzlichen Angriff besessen find, können ruhig schlafen. Aber Deutschland hat europäische Pläne, die man genau kennen muß, um zu wissen, ob sie für uns annehmbar sind und in welchem Maße.

Schon jetzt muß man Deutschland warnen, daß es gefährliche Wege gibt, auf die wir uns nicht drängen lassen.

Aur dieB o l o n t e und dieBictoir e" treten auch bei dieser Gelegenheit für die Re­vision der Verträge ein und zwar im Interesse der französischen Sicherheit.

Viermachtetonserenz in Rom?

Paris, 19. März. (TU.) Auf Grund einer tele­phonischen Unterhaltung mit dem französischen Bot­schafter in Rom, de Iouvenel, hat fid) Außen­minister Paul-Boncour am Sonntagmorgen zum Ministerpräsidenten begeben, lieber den Inhalt der telephonischen Mitteilungen ist amtlich nod) nichts bekanntgegeben worden, doch behauptet derParis Soir" zu wissen, daß es sich um eine Einladung Macdonalds und Mussolinis handele, an den Besprechungen in R o m teilzunehmen. Gleich­zeitig soll auch Deutschland aufgefordert wer­den, seinen Außenminister nach Rom zu entsenden, so daß die von Macdonald ins Auge ge­faßte Konferenz der vier Großmächte sofort im Anschluß an die römischen Besprechungen ftattfinöen könnte.

Or. Luther Botschafter in Washington. Washington, 18. März. (TH.) Für den bisherigen Reichsbanipräsidenten Dr. Luther ist bei der ameriikanischen Regierung das Agre­ment für den deutschen Bptschafter - p o st e n nachgesucht worden. Die amerikanische Regierung hat das Agrement bereits erteilt. Da­mit wird Dr. Luther Aachsolger des zurück- getretenen Botschafters von Prittwitz und G af f r on.

Frankreich und Rußland.

Ein Dementi.

Paris, 19. März. (WTB.) Havas veröffent­licht folgende Erklärung: Seitens der sran- zösischenMinisterpräsidentschaftde- montiert man offiziell eine Zeitungsnachricht, wonach zwischen Frankreich und Sowjet- ruhland ein Militärbündnis abge­

schlossen worden sei und wonach die französische Regierung diesem Abkommen gemäß eine M i - litärmissionnach Moskau geschickt haben soll. Seitens der französischen Ministcrpräsident- schaft weise man daraus hin, daß seit Hnter- zeichnung des französisch-russischen Aichtangriffs- paktes und seit der Ernennung von Militär­attaches keine Verhandlungen zwischen Frank­reich und Sowjetrußland über ein neues Ab-« kommen eröffnet worden seien.

Oie Regierungsbildung in Preußen.

Eine Aeutzerrmg des nationaliozialrsti chen Führers im Preußischen Landtag.

Berlin, 18. März. (VDZ.) 3n einem im Preußischen Pressedienst der RSDAP. veröffent­lichten Artikel schreibt der Führer der national­sozialistischen Preußenfraktion Abg. K u b e über die bevorstehende Regierungsbildung in Preußen u. a.:3n den nächsten Wochen werden wir zur weiteren Festigung der politi­schen Verhältnisse in Preußen kommen. Mit dem Zwischenzustand der Reichskommissariate in Preußen muß nunmehr ein Ende gemacht

An das deutsche Volk!

Ein Aufruf des Neichsministcrs Dr Goebbels.

Berlin, 18.März. (1BIB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. (Boe fa­bel s wendet sich mit folgendem Aufruf an das deutsche Volk:

Am Dienstag, dem 21. März 1933, tritt auf dem geheiligten Boden von Potsdam der vom deutschen Volk gewählte neue Reichstag zum erstenmal zusammen. Die Abgeordneten versammeln sich in der Garnisonkirche, um an der geschichtlich geweihten Ruhestätte unserer großen preußischen Könige Be­kenntnis für die Einheit und für die Freiheit des deutschen Volkes und Reiches abzulegen. Potsdam ist die Stadt, in der das unsterbliche Preußentum die Grundlage zu der späteren Größe der öeutfd;en Ration gelegt hat. Die innere Zerrissenheit, unter der das deutsche Volk von den Anfängen seiner Geschichte an Iahr- hunderte hindurch leiden mußte, soll von nun ab endgültig beendigt sein. Zum erstenmal seit Menschengedcnken ist der deutsche IBiderstandswille durch alle politischen Gegensätze durchgebrochen, und über Klassenunterschiede und konfessionellen Zwiespalt hinweg haben sich alte Stämme, Stände und Bekenntnisse in den Zielen der Millio­nen Menschen, die hinter der Regierung der natio­nalen Revolution stehen, d i e Hand gereicht. Deutschland ist erwacht!

Männer und Frauen! Zeigt eure Freude und innere Ergriffenheit über das große historische Ge­schehen, das sich in diesen Wochen in Deutschland abspielt, indem ihr an den nationalen Feiern, die aus Anlaß des Zusammentritts des Reichstages in Potsdam, in Berlin und im ganzen Reich stattfinden, tätigen Anteil nehmt. Be­flaggt eure Häuser und Wohnungen in den stolzen schwarzweihroten und hakenkreuzfahnen und legt damit Bekenntnis für die Wiedergeburt der deutschen Ration ab! Am Abend des historischen 21. Mär; sollen sich durch alle Städte und Dörfer des ganzen Reiches Fackelzüge der nationalen Par­teien und verbände, der Studenten­schaft und der Schuljugend bewegen. Auf unseren Bergen und höhen sollen die Frei­heit s f e u e r ausflammen! Selbst diejenigen, die durch/Alter oder Gebrechlichkeit verhindert sind, an diese» Feiern teilzunehmen, haben Gelegenheit, ihren Ablauf in Potsdam und Berlin durchden Rund­funk mit;uerleben.

Der kommende Dienstag soll vor aller Welt zeigen, daß das deutsche Volk, einig in feinen Ständen und Stämmen, aus Schmach und Demütigung neuerftan- den ist und sich nach Iahren unendlicher Trübsal wieder mit Stolz zu dem Dichterwort bekennt:

Rimmer wird das Reich zerstöret, wenn Ihr einig seid und treu.

Ge;.: Dr. Goebbels.

Oas Programm für die Feier in Potsdam.

Berlin, 18. März. (WTB.) Das Programm der Reichsregierung für den Festakt zur Eröffnung des Reichstags sieht folgendes vor: 6.30 bis 7.30 Uhr Platzkonzert im Lustgarten in Potsdam, ausge- fuhrt von zwei Musik-Korps des Jnf.-Regts. 9. 10.30 Uhr Gottesdienst für Mitglieder des

werden, nachdem im Preußischen Landtag die notwendige Mehrheit für die Bildung einer ge - sehmähigen Regierung vorhanden ist. Daß das kommende Preußenkabinctt naturgemäß unter nationalsoziali st ischem Einfluß stehen wird, ist angesichts der Zahlenverhältnisse eine glatte S e l b st v e r st ä n d l i ch k e i t. In­nerhalb der RSDAP. gibt es keine Reibung. Hnd da die Staasverwaltung und die Staats- führung möglichst reibungslos gestaltet werden müssen, wäre es natürlich das beste, wenn wir ein rein nationalsozialistisches Preuhenkabinett erhielten. Die notwendige Mehrheit ist dafür vorhanden. Aber die Ritterlichkeit Adolf Hitlers wird die ihm notwendig erscheinenden Rücksichten auf die Forderungen der Reichspolitik auch in Preußen zum Aus­druck kommen lassen. Hnd da sich die preußische Landtagsfraltion der RSDAP. unter meiner Führung stets lediglich als eine Waffe des Führers für die Gestaltung der deutschen Geschicke gefühlt hat, werden wir die Befehle des Führers auch in Preußen mit peinlicher Sorg­falt ausführen."

Rach der endgültigen Feststellung des preußi­schen Wahlergebnisses sind nicht 474 Mandate zustande gekommen, wie nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis errechnet worden war, son­dern 476. Diese verteilen sich mit 211 aus die RSDAP., 83 auf die SPD. und Staatspartei, 63 auf die KPD., 68 auf das Zentrum, 43 auf die Kampffront Schwarz-Weiß-Rot und 8, statt bisher 6, auf die gemeinsame Liste der DDP., des Volksdienstes und der Hannoveraner.

Reichstages und der Reichsregierung. Protestanten: Nicolaikirche. Katholiken: Katholische Pfarrkirche. Schluß des Gottesdienstes gegen 11.20 Uhr. An dem Gottesdienst in der Nicolaikirche nimmt der Herr Reichspräsident teil.

Nach Beendigung des Gottesdienstes gehen die Teilnehmer in geschlossenen Zügen unter dem Ge- läute aller Glocken Potsdams indie Garnison­kirche. Reichswehr und nationale Verbände bilden bis zur Garnisonkirche Spalier. Der Herr Reich s - Präsident fährt das Spalier ab. Por der Garni­sonkirche stehen eine Ehrenkompagnie der Reichswehr und Ehrengruppen der SA., des Stahlhelms und der Schutzpolizei, die der Herr Reichspräsident abschreitet.

12 Uhr feierlicher Staatsaktin derGarni- s o n k i r ch e. Der Herr Reichspräsident hält eine Begrüßungsansprache und erteilt daraus das Wort dem Herrn Reichskanzler zur Abgabe der Regierungserklärung. Der Staatsakt wird von Kirchenmusik feierlich umrahmt sein. Anschließend begibt sich der Herr Reichspräsident allein z u r Gruft, wo er zwischen den Särgen Friedrich Wil­helms I. und Friedrichs des Großen einen Lor­beerkranz niederlegt. Während der Kranznieder­legung wird eine Reicyswehrbatterie im Lustgarten Salut schießen.

Nach dem Staatsakt findet vor der Kirche ein Vorbeimarsch der gesamten Potsda­mer Garnison und der Verbände vor dem Herrn Reichspräsidenten statt. An dem Vorbei­marsch nehmen teil: drei Bataillone des 9. Infante­rie-Regiments, die in Potsdam stehenden Teile des 4. Reiterregiments, die 4. Abteilung des 3. Artillerie­regiments, die Nachrichtenabteilung 3. Es folgen dann die Salutbatterie und die nationalen Verbände. Während des Vorbeimarsches wird ein Flug­zeugeschwader über dem Potsdamer Lustgar­ten fliegen.

17 Uhr Zusammentritt des Reichs­tages in der Kroll-Oper in Berlin. 18 bis 19 Uhr findet im Lustgarten in Potsdam ein Platzkon­zert statt, das von zwei Musik-Korps des Infan­terie-Regiments 9 ausgefuhrt wird. 19 Uhr findet in der Staatsoper Unter den Linden in Ber­lin eine F e st v o r st e 11 u n g statt. Es werden Die Meistersinger" aufgeführt, deren dritten Akt die Reichsregierung beiwohnen wird. 20 Uhr findet in Berlin ein Fackelzug der SA., des Stahl­helms und der Studentenschaft statt.

Das RmdsuMoßranim amTage derReichstagseröffriung

Anläßlich der feierlichen Eröffnung des Reichs­tages am Dienstag, 21. März, werden alle deut­schen Sender gemeinsam auf Veranlassung des! Herrn Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda folgendes Programm übertragen:

9 bis 9.30 Hhr. Historische Märsche, gespielt im Hof des Königsberger Schlosses vom Musikcorps des 1. Grenadier-Bataillons des 1. Preußischen Infanterie-Regiments, Leitung: Obermusikmeister H. Gareis.

. 9 35 bis 10 Hhr: Hörbe.icht:Aus der Ge^ schichte der Stadt Potsdam".

10 bis 10 15 Hhr: Conrad Ferdinand Metzer: Huttens letzte Tage".

10.15 bis 10.30 Hhr: Bericht über die Fest­stimmung in Potsdam (Berichterstatter: Baldur v. Schirach).

10.30 bis 11.30 Hhr: Musik um Friedrich den Großen.

11.30 bis 13 Hhr: Hörbericht über den Zug zur Garnisonkirche und das Bild der Kirchef Hebertragung der Feierlichkeiten in der Garni­sonkirche; Hörbericht über den Vorbeimarsch- Sprecher: Freiherr v. Meden.

14.30 bis 15.20 Hhr: Konzert des Gewandhaus-

Die Feier der Eröffnung des Reichstags.