Oberhessen
wie
Gallusmarkt in Grünberg
Ab- den das Ke- das
Wir gehen in die Betriebe!
IG.-Zarben Höchst und Frankfurter öffentliche Betriebe.
stattfand, läßt sich feststellen, daß der diesjährige Markt sowohl in seiner Ausdehnung, als auch hinsichtlich des Besuches falt die doppelte Größe erreichte. Von Interesse dürfte es sein, daß der Frankfurter Rundfunk verschiedene Szenen vom Leben und Treiben auf dem Markte ausgenommen hat, die er demnächst in seinem Programm bringen wird. —
Am Dienstagabend fand auf dem Marktplatz die offizielle Eröffnung statt, wobei Bürgermeister Dr. M i l d n e r auf die Bedeutung des Marktes im neuen Reiche hinwies. Reben der Hakenkreuzfahne wurde dann die Marktfahne (blauweißrot) am Rathaus gehißt. Soweit man feststellen konnte, sind die Geschäftsleute mit dem Verlauf des Marktes zufrieden. Eine besonders bemerkenswerte Beobachtung war zu machen: von den sonst an allen Ecken stehenden Bettlern, Krüppeln und Sängern waren nur ganz wenige zu bemerken.
Auch der zweite Markttag verspricht durch die große Bauernkundgebung, bei der Reichsstatthalter Sprenger und Bauernpräsident Dr. Wagner sprechen werden, von großer Bedeutung zu werden. e
Giadtvorstanbssihung in Llsfrld.
<> Alsfeld, 17. Okt. In der heutigen Stadtvorstandssitzung befaßte man sich mit der Errichtung eines Arbeitsdien st lager s. Laut Verfügung des Gaues 22 Kassel des Freiwilligen Arbeitsdienstes ist der Stadt Alsfeld die Errichtung eines Arbeitsdienstlagers zuerkannt worden. Die Stadt Alsfeld erhält das zur Auflösung gelangende Lager in Schotten. Die Unterbringung der Stammabteilung mit 216 Mann Belegschaft erfolgt in dem Gebäude der ehemaligen Blechwarenfabrik an der Romröder Straße, das zu diesem Zwecke von der Stadt auf die Dauer von zehn Jahren gemietet ist Die für die Durchführung des Arbeitsdienstes erforderliche Anzahl von Tagewerken ist auf eine Reihe von Jahren hinaus durch umfangreiche Arbeiten f i ch e r g e st e l l t. Es wurde zu die- fern Zwecke eine Arbeitsgemeinschaft aus 16 Gemeinden und 4 Forstämtern unter Beteiligung der Stadt Alsfeld gebildet. Der für die Errichtung des Lagers und für den notwendigen Umbau der Räume erforderliche Kredit wurde bewilligt und der voraelegte Mietvertrag genehmigt. Die Errichtung des Lagers soll so beschleunigt werden, daß es am 1. Dezember bezogen werden kann. Mit den Umbauarbeiten ist bereits begonnen worden.
Nachdem auf Grund der neuen Bestimmungen oer Reichsregierung bei Ausführung von No t st ands arbeiten auch Wohlfahrtserwerbs- lofe beschäftigt werden können, wurde beschlossen, für den Ausbau eines Verbindungswegs im Stadtwald Homberg im Wege von Notstandsarbeiten einen Kredit von 5000 Mark zu bewilligen.
Eine Abänderung der Verkeyrspoli- zeiordnung für die Stadt Alsfeld hat sich als notwendig erwiesen. Danach soll die Fahrgeschwindigkeit für Lastkraftfahrzeuge innerhalb der Stadt auf 10 Kilometer pro Stunde und für Last- kraftwagen ohne Anhänger auf 15 Kilometer pro Stunde festgesetzt werden. Ferner werden die Ober- gasse und Mainzergasse mit Fahrtrichtung nach dem Marktplatz als Einbahnstraßen erklärt' ebenso die Obere Fuldergasse. Außerdem wird der Durchgangsverkehr für alle Lastkraftwagen durch die Stadt neu geregelt. Der hierüber oorgelegte Abänderungsentwurf der Verkehrspolizeiordnung wurde genehmigt.
Die vom Marktausfchuß vorgelegte A b r e ch - nung vom Prämienmarkt 1933 wurde genehmigt. Die Rechnung schließt mit 4523 Mark in Einnahme und mit 4253 Mark in Ausgabe ab. Der städtische Zuschuß beträgt 1500 Mark.
Auf Anregung von Bürgermeister Dr. V ö l - sing wurde beschlossen, dem neugegründeten Lan- desplanungsverband im Rhein-Main- Gebiet beizutreten. Die Aufgabe des Planungs- Verbandes ist es, die verkehrstechnische und wirtschaftliche Entwicklung des Rhein-Main-Gebietes zu fördern, insbesondere wird er die Eingliederung der neuen Reichsautobahnen, an denen das Gebiet in besonderem Maße beteiligt ist, und die zusam- menfassende Planung für die Arbeitsbeschaffung zu bearbeiten haben.
Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Alsfeld hat darum nachgefucht, den im Voranschlag für das Rechnungsjahr 1933 von 500 Mark auf 100 Mark herabgesetzten jährlichen städti- schen Zuschuß wieder auf den ursprünglichen Betrag zu erhöhen. Es wurde beschlossen, den Zuschuß für 1933 auf 300 Mark festzusetzen.
Gs lag ein Gesuch der Jagdpächter der Gemarkung Alsfeld vor, worin diese beantragten, die Jagdpacht für das Bestandsjahr 1933 um 50 v. H. der ursprünglichen Pachtsumme aus der im Jahre 1929 erfolgten Verpachtung im Hinblick auf das im Jahre 1933 angeblich besonders schlechte Jagdergebnis zu ermäßigen. Das Gesuch wurde abqelehnt und beschlossen, für das Bestandsjahr 1933 dieselbe Regelung gelten zu lassen, wie für die vorausgegangenen Jahre 1931, 1932 mit einem Pachtnachlaß von 25 v. H.
Bad-Aau^eim will feine Gp'elbanf.
Bad-Nauheim, 18. Okt. (WSN.) Die mit der Frage der Errichtung öffentlicher Spielbanken befaßten behördlichen St'ellen haben in voller Ueber- einftimmunfl mit Den in Betracht kommenden wirt- schaft»ichen Kreisen es a b g e l e h n t, sich irgendwie für die Errichtung einer Spielbank einzusetzen. Hier glaubt faan, es nicht verantworten zu können, die Kurgäste den notwendigerweise mit einer Spielbank verknüpften Aufregungen auszufetzen. Bad- Nauheim rcklll das „H e r z h e i l b a d der Welt" fein und bleiben. Es fühlt sich mit feinen ihm von einer gütigen Natur gegebenen Anziehungskräften stark genug, feine Weltgeltung weiterhin zu behaupten, und legt Wert darauf, Heilbad und damit ein „B ab ohne Spiel" zu fein.
Stallschau und Zungviehprämiierung im Schaubezirk Giünberg.
* Grünberg, 18. Okt. Der Kreisrinderzuchtverein, Hessisches Fleckvieh, für den Kreis Gießen veranstaltete im Schaubezirk (Brünberg eine Stallfchau mit Jung- oiehprärniierung. Die Beteiligung der Züchter an dieser Förderungsmaßnahme war gut, namentlich in den Orten Stangenrod und Weitershain war sie sehr rege. Die Qualität der vorgestellten Jungtiere war mitunter recht gut, so daß den Preisrichtern die Arbeit nicht leicht wurde. Das Preisgericht setzte sich aus folgenden Herren zusammen: Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Direktor des Tierzuchtamts Gießen, Bürgermeister Müller- Ober-Hörgern und Landwirt Ludwig Schmidt- Langsdorf. Die Prämiierungs- ergebniffe waren folgende: 1. Preise erhielten Ludwig D a m e r - Röthges und Heinrich K n a u ß - Stangenrod. 2. Preise erhielten: Eduard K n a u ß , Karl Schultheiß und Johannes N e u n o d e l - Stangenrod, Heinrich Kna uß und Heinrich Theiß- Weitershain. 3. Preise erhielten: Rudolf Theiß- Stockhausen, Otto Wagner, Heinrich Klös III. und Karl Erb - S mgenrob. Wilhelm Niklas unb Heinrich Dörr- Weitershain, Heinrich Schelb- Harbach, Heinrich Erb- Beltershain und Wilhelm Stark- Wirberg. Mit Anerkennungen konnten Karl Feuerstein, Karl Weber und Georg Karl Hofmann- Stangenrod ausgezeichnet werden.
Landkreis Gießen.
z Großen-Linden, 18. Okt. Die „Vereinigung ehemaliger Pioniere undVer- kehrstruppen Hüttenberg" hielt bei Kamerad Pauli (Klein-Linden), eine Versammlung ab.
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< Vi klingen, 17. Okt. Zu einem Elternabend hatte die hiesige Schule am Sonntag in Stracks Saal eingeladen. Vor einem vollbesetzten Saale spielte der älteste Jahrgang der Schulbuben das Marchenspiel „Die Zaubergeige". Die Mädchen der Oberklasse hatten das Spiel „König Drosselbart" eingeübt. Frisch und lebendig und mit großer Freude brachten alle Kinder den tiefen Gehalt und Sinn der schönen Märchen den Zuschauern nahe. Die große Arbeit und Mühe, die das Einüben gekostet hat, wurde voll und ganz belohnt. Besonders eindrucksvoll wirkten auch Bühnenaufmachung und Kleidung der Spieler. Mit den einfachsten Mitteln, aber mit großem Geschick waren sie unter kundiger Leitung des Lehrers zusammengestellt und von den Kindern eigenhändig ausgeführt worden, schließend sprach Lehrer Dr. Kammer über Wert und Sinn dieser Märchen. Er zeigte, wie deutsche Volk in feinen alten Märchen um die ftaltung der deutschen Seele ringt. So bringt eine — „König Drosselbart" — zum Ausdruck, umc durch Liebe und Leid das tiefste Wesen der deutschen Frau geprägt wird. Das andere — „Die Zaubergeige" — zeigt den fröhlichen deutschen Burschen, der den Sinn und Segen des Opferns erfährt. Beides sind Dinge, um die gerade heute unser Volk bei feiner Wiedererneuerung ringt. Mit einem Gedenken an unsere Führer, Reichspräsidenl v. Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler, und mit dem Gesang der ersten Strophe des Deutschlandliedes schloß der schöne Abend.
messen sei. Es gehe darum, den Arbeiter, Bauern und Handwerker sich seiner selbst und seiner Aufgaben bewußt werden zu lassen. Anschließend sprach der Haupredner, Pg. Stein aus Grünberg. Pg. Bürgermeister L a u n s p a ch forderte die Anwesenden auf, nicht ihre Türen zu verschließen, wenn in der Reichshandwerkerwoche die Handwerker von Haus zu Haus gehen und um Arbeit anfragen.
k. Hungen, 18. Okt. Dieser Tage wurde von dem seitherigen Pächter „Der drei Teichen" die Ausfischung der Teiche vorgenommen. Der Fang brachte ein sehr gutes Ergebnis. U. a. wurden 3roolf Hechte, die ansehnliche Durchschnittsgewichte dis zu 14 Pfund aufwiesen, gefangen. — Nachdem ’S oer vorigen Woche der Jagdaufseher Albert Schuld einen kapitalen Hirsch erlegt hatte, konnte nun der Jagdpächter selbst — Dr. B u s ch aus Frankfurt a. M. — in diesen Tagen ein kapitales Tier zur Strecke bringen.
= Grünberg, 18. Okt. Nachdem der Dienstag mit feinem Regenwetter die Aussichten für den Markt nicht besonders günstig erscheinen ließ, zeigte der Verlauf des ersten Markttages (Mittwoch), daß die Befürchtungen grundlos waren. Das Wetter hatte sich gebessert, zwar etwas kühl, aber trocken, am Nachmittag sogar Sonnenschein. Dies wirkte sich sehr künftig auf den Marktbesuch aus. Schon der am Morgen abgehaltene Vieh- markt war sehr stark befahren, ebenso war die Schar der Käufer groß. (Bericht darüber im Wirt- schaftsteil.) Reichhaltig waren auch der Krämer- markt — annähernd 100 Stände — und der I u x p l a tz besetzt. Gegen Mittag setzte starker Zustrom von Marktbesuchern ein. Die Bahn hatte zur Bewältigung des Verkehrs außer den verstärkt verkehrenden fahrplanmäßigen Zügen noch Sonder- z ü g e eingelegt, ebenso hatte sie durch Ausgabe von Sonntagskarten den Marktbesuch verbilligt. Daher war der Besuch des Marktplatzes auf der Käswiefe in der Hauptzeit von Mittag bis zum Abend ein sehr starker, der gleiche starke Verkehr zeigte sich auch in den Straßen der Stadt. Gegenüber dem vorigen Jahre, in dem der Markt wegen der spinalen Kinderlähmung drei Wochen später
kräftig zu unterstützen. Er teilte ferner mit, daß der Vorstand beschlossen habe, sich dem Waffenring ehemaliger Pioniere anzuschließen. Das sei bereits geschehen. Ferner wurde beschlossen, Mitglied des Kyff- hauserbundes zu werden. Kamerad Weinandt Snb von einem Schreiben des Bundes ehemaliger ffiziere Kenntnis, in dem um Kriegserlebnisse und Photographien von der Front gebeten wurde. Die Gründung einer Schießabteilung wurde zurückgestellt. Mit einem „Sieg-Heil" auf die Führer des Reieches wurde die Versammlung geschlossen. Gemeinsam wurde der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen.
tu. L a n g - G ö n s , 18. Okt. Von der hiesigen Ortsgruppenleitung der NSDAP, wurde gestern im Saalbau Hebbel ein Filmabend veranstaltet, der äußerst gut besucht war. Gezeigt wurde neben kleineren Filmen der „B r a n d v o n M o s k a u", der den Untergang des französischen Heeres in packenden Bildern vorführt. In dem Hauptfilm „Reichsparteitag Nürnberg 193 3" sahen die Zuschauer die großartigen Auszüge, die Menschenmassen auf der Zeppelinwiese, die Hitlerjugend in ihren Zelten, die Weihe der Fahnen durch den Führer, den Vorbeimarsch in der alten, ehrwürdigen Stadt Nürnberg, die Amtswalter in Zwölferreihen, den Führer selber bei seinen Ansprachen usw. Nach den bargebotenen schönen Bildern konnte man einen starken Eindruck von dem gewaltigen Geschehen in Nürnberg gewinnen. Umrahmt wurden die Vorführungen von schneidig gespielten Märschen unserer SÄ.-Kapelle. Am Nachmittag waren Dieselben Filme den Schulkindern aus Lang-Göns, Holzheim und ©rüningen vorgeführt worden. Hierbei gab Ortsgruppenleiter Karl Wen - z e l die nötigen Erläuterungen.
? Reiskirchen, 18. Okt. Ein Bekenntnis zu Volk, Vaterland und seinen Führern war die Kundgebung des hiesigen Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand. Mittags versammelten sich Handwerker und Gewerbetreibende, sowie die Vereine mit ihren Fahnen an der Adolf-Hitler-Eiche. Kampfbundführer D e b u 5 hieß die Teilnehmer willkommen. In überzeugenden Worten legte er dar, welche Bedeutung für Stadt und Land diesen Kundgebungen deizu-
Um ein wirklich abgerundetes, objektives Urteil über den Höchster Betrieb abgeben zu können, braucht man einige Tage. Man sieht von der Arbeit nicht Diel. Die Hantierungen sind geräuschlos. Noch nie gesehene Spezialmaschinen arbeiten. Es wird viel verlangt.
JG.-Höchst ist längst ein Beriff von internationalem Klang.
Die Erzeugnisse, die hier geschaffen werden, künden vom Ruhme deutscher Erfinderkraft, deutscher Organisation, deutscher kaufmännischer Begabung und bester deutscher Qualitätsarbeit.
Täglich unb stündlich verkünden diese hochqualifizierten Wertprodukte in der ganzen Welt: Deutschland ist aller Greuelpropaganda zum Trotz das geistig hochstehende und riesig arbeitende Volk, ebenbürtig allen großen Nationen.
Aber nicht nur in nationaler, nein auch in f o - zialerHinsicht kann sich die Firma sehen lassen.
Wir hatten kürzlich bereits über die großzügige Siedlungspolitik der IG. berichtet, den gleichen Geist atmen auch die anderen sozialen Anlagen. Um nur eines herauszugreifen. Die Sanitätsstation ist ein kleines Krankenhaus. Die ersten ambulanten Behandlungen werden von zwei Aerzten und einer Aerztin vorgenommen. Peinlich sauber sind die Räume und Geräte. Ihr angegliedert sind Bäder, wie man sie nur haben will: elektrische, Sauerstoff-, Römisch-irische, Heißluft-Duschen. In einem anderen Saal befinden sich orthopädische Apparate in jeder nur denkbaren Verwendungsmöglichkeit. In der Lohn- und Bevölkerungspolitik hat die weitschauende Wiederaufbaupolitik unseres Kanzlers bereits Früchte getragen.
Der Betrieb beschäftigt zur Zeit 5500 Arbeiter unb 1836 Angestellte. Das bedeutet eine Zunahme nach dem 30. Januar 1933 um 968 Arbeiter unb 57 Angestellte,
die neu in den Arbeitsprozeß wieder eingegliedert werden konnten. Von den Arbeitern sind 50 v. H. ungelernt, 26 v. H. Handwerker und 15 v. H. Arbeiterinnen. 72 o. H. der Belegschaft sind verheiratet, im Gegensatz zu anderen Firmen eine außerordentlich günstige Ziffer. Der Durchschnittslohn beträgt für den ungelernten Arbeiter die Woche 35 Mark, für den Handwerker 42 Mark, für die Arbeiterin 21,60 Mark. Direktor Schwamborne r erzählte noch, daß die Firma 2563 Arbeiterpenfionäre versorge, die von der Firma 150 000 Mark monatlich
„Arbeiterdividende"
gelangt zum Geschäftsabschluß jeweils zur Auszahlung. Um sich ein Bild zu machen, welch ein gewichtiger Faktor die JG.-Farben Höchst im rheinisch- mainischen Wirtschaftsgebiet ist, dienen zwei Zahlen: Die Lohnsumme beträgt pro Stunde 4000 Mk., sie beträgt im Monat eine Million Mark. Niemand würde darauf kommen, daß der erst 25jährige Pg. Karl N e tz i n g e r der Arbeiterführer von 7000 Mann ist. Er ist uns ein lebendiger Beweis dafür, welche Werte im deutschen Arbeiter stecken. Durch Fleiß, Selbstzucht unb Bilbungseiser ist er bas geworden, was er heute ist. Wir wünschen uns, daß alle Betriebe in Hessen-Nassau finanziell in der glücklichen Lage wären, ein solch erfreuliches Bild von nationalem und sozialem Können zu bieten.
PreufeeiL
Das Kreisfest in Biedenkopf.
WSN. Biedenkopf, 17. Okt. Die Kreisstadt Biedenkopf feierte am Samstag und Sonntag die Wiedererrichtung des Kreises, verbunden mit der Hundertjahrfeier feines Bestehens. Es gab fein Haus in Biedenkopf, bas an biefen benfroürbigen Tagen nicht reichen Flaggen- unb Grünschmuck angelegt hatte.
Als feierlicher Auftakt zu bem Fest bes Kreises Biebenkopf würbe am Samstagnachmittag in ber Stadtverordnetensitzung auf einstimmigen Beschluß ber städtischen Körperschaften Gauinspekteur unb Kreisleiter Thiele, dem Rückeroberer des Kreises Biedenkopf, in feierlicher Handlung das Ehrenbürgerrecht der Stadt verliehen. Gleichzei- titz wurden Kreisleiter Thiele, Kreis-Hago- Führer K ö p p e unb Abjutant Neufinger burch Verleihung einer kunstvollen Silberplakette besonders geehrt. Abenbs formierte sich ein Fackel- zug, ber weit über 1000 Teilnehmer umfaßte.
Am Sonntagvormittag fanb auf bem Marktplatz Gottesbien st statt, an ben sich bie Weihe von NS. -Fahnen burch Kreisleiter Thiele anschloß. Der Festzug am Sonntagnachmittag zeugte von ber Dankbarkeit, bie nicht nur bie Kreis- ftabtberoobner, fonbern bie gesamte Kreiseinwohnerschaft über bie Wiederherstellung bes Hinterlanb- kreises erfüllt. Im Anschluß an ben Festzug fanb eine Kundgebung auf bem Marktplatz statt, bei ber ber neue Landrat Pönisch mitteilte, baß er zu seinem Abjutanten das Kreisausschußmitglied Klein berufen habe. Jbm sei nur die eine Arbeit übertragen worden, Mittel und Wege zu finden, die im Kreise herrschende Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Gegenüber dem Stand vom 1. Oktober 1933 seien bis heute rund 50 Prozent ber Arbeitslosen wieber in Ar- 1
beit gebracht worden. Die restlichen 50 Prozent sollen noch vor Eintritt des Winters untergebracht werden.
Weiter werde er dahin streben, den übernommenen ungedeckten Fehlbetrag von 250 000 Mark bis Ende des Haushaltjahres zu b e f e i • t i g e n. Der Leiter der Landesstelle für Volks- auftlärung und Propaganda, Müller-Scheid, überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Gauleiters Sprenger und berührte dann die jüngsten außenpolitischen Ereignisse. Er forderte die Versammelten auf, nicht zu nörgeln und schwarz ZU sehen. Der 12. November müsse der Tag eines so gewaltigen Bekenntnisses zum Führer und seiner Politik werden, wie einem Staatsmann Vertrauen noch nicht entaegengebracht worden sei. Mit der Aufforderung, so treu zum Führer zu halten, wie seither der Kreis Biedenkopf es bekundet habe, schloß Müller-Scheid seine Ansprache. Sein dreifaches Kampf-Heil auf den Reichskanzler Adolf Hitler fanb begeisterten Wiberhall.
.ttrcte Heßlar.
(D Krofdorf, 18.Okt. Nach nur kurzem Ruhestand verstarb im Alter von 66 Jahren ber staatlich-preußische Hegemeister Otto Echternacht. Von 1908 bis April 1932 betreute er ben Forstschutzbezirk Krofborf. Mit ihm ist ein urwüchsiger deutscher Forstmann von echtem Schrot unb Korn bahingegangen. Ein großes Trauergeleite zeugte von ber Achtung unb Wertschätzung, bie ber Verstorbene in unb außerhalb bes Ortes genoß. Be- sonbers bie Kollegen von nah unb fern waren stark vertreten, um bem Verstorbenen bie letzte Ehre zu erweisen. Im Namen ber Kollegenschaft legte mit scklichten Worten über bas Wirken bes Verstorbenen als eines braven, tüchtigen Betreuers seines Wal- bes unb Wilbes Hegemeister Saleck - Salzboden einen Kranz nieber. Anerkennenbe Worte sprach Holzhauermeister S ch n e p p im Namen ber Wald- arbeiter unb Waldarbeiterinnen. Für ben Turnverein, bem Hegemeister Echternacht seit 1911 ununterbrochen angehörte, legte ber 2. Vorsitzende E. Leib einen Kranz nieber.
Kirche unb Schule.
Dekanats-Pfarrkonferenz in Schotten.
<D Schotten, 18. Okt. Unter bem Vorsitz von Dekan W i b m a n n (Schotten) fanb hier bie sechste biesjährige Dekanats - Pfarrkonferenz statt, bie von Pfarrer Saal (Gebern) mit Schrift- lefung unb Gebet eröffnet würbe. Nach ben dienst- lichen Mitteilungen bes Konferenzleiters hielt Pfarrverwalter Engel (Wingershausen) ein Referat über bas Thema „Politische Predigt bei 21. F. C. Vilmar". Die Ausführungen bes SBortragenben ließen erkennen, baß Vilmar, ber in ber Mitte bes vorigen Jahrhunderts als Theologieprofessor in Marburg wirkte, bie sozialen, wirtschaftlichen, politischen unb religiös-kirchlichen Verhältnisse ber letzten Jahrzehnte mit wahrhafter Sehergabe Daraus» sah unb barum noch heute als ein wertooller Führer angesprochen werben muß. Sodann fanb noch eine längere Aussprache über bie NS.» Volkswohlfahrt statt, bie oon bem Orts- gruppenroalter Pfarrer Romer (Schotten) eingeleitet würbe, worauf man beschloß, tatkräftig bei ber NSV. mitzuarbeiten. Zum proDisorischen Leiter bes Dekanats-Erziehungsoereins (Nord» bezirk) würbe Pfarrer Saal (Gebern) bestimmt, währenb Pfarroerwalter Lic. Flechsenhaar (Ulfa) bas Amt bes Rechners unb Schriftführers bes Zweigoereins Schotten ber Guftav-Adolf-Stiftung übernahm.
Schöffengericht Gießen.
Der Bäcker Karl Haas oon Wiefeck beleibtste in gröbster Weife bie Mitglieber ber Wiefecker SA., was bas Gericht oeranlafjte, ihn zu b r e i Mona- ten Gefängnis zu oerurteilen. Ein Monat unb zehn Tage erlittene Untersuchungshaft werben angerechnet. Die Kosten bes Verfahrens trägt ber Angeklagte. Das oon bem Staatsanwalt beantragte Strafmaß entsprach bem im Urteil ausgesprochenen.
In einem anberen Falle erhielt ber in Gießen wohnhafte August Romer wegen Beleibigung ber hiesigen Kreisleitung, sowie eines SA.-Mannes eine Gesamtstrafe oon brei Monaten Ge- f ä n g n i s entsprechen!» bem Antrag bes Staatsanwalts. Der Angeklagte erging sich anläßlich eines Wortwechsels mit seinem Untermieter in unflätiger Weise — bie Worte finb nicht wiederzugeben — gegen bie hiesige politische Leitung. Ebenso be- leibigenb war bas Verhalten bes Angeklagten gegenüber einem SA.-Mann.
Wegen Betrugs unb Urkunbenfälfchung faß ber Kaufmann Wilhelm Rausch aus Lauterbach auf ber Anklagebank. Ihm würbe zur Last gelegt, eine oon ihm oertretene Hamburger Firma, sowie eine K Anzahl feiner Kunben in einem Gesamt-
j oon 250 Mark geschäbigt zu haben, inbem er für bie besagte Firma Gelder unberechtigterweise einkassierte. Um seine Manipulationen mit Erfolg durchführen zu können, benutzte der Angeklagte einen Stempel der betreffenden Firma. In ber gestrigen Hauptoerhanblung war ber Angeklagte im wesentlichen geftänbig. Nachbem ber Vertreter ber Anklage eine Gefängnisstrafe oon zehn Monaten beantragt hatte, erkannte bas Gericht auf fünf Monate Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten zehn Tagen Untersuchungshaft. Die Kosten trägt ber Angeklagte.
In ber Nachmittagssitzung hatte sich bas Gericht wieber einmal mit bem schon stark oorbeftraften (Befangenen ber Zellenstrafanstalt in Butzbach Fried- rich Kuhn zu beschäftigen, bem biesmal bie Anklage schwere Beleibigung eines Oberamtsrichters unb eines Obermedizinalrates in Butzbach zum Vorwurf machte. Das Gericht erkannte, entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts, auf drei M o- n a t e Gefängnis. Die Kosten fallen dem Angeklagten zur Last.
Im Sommer dieses Jahres fuhren die beiden Angeklagten Fritz Werner und Erwin Ruckeis- Hausen aus Alsfeld in dem Dorfe Eifa mit ihrem Motorrad ein zweijähriges Kind so schwer an, daß es an den Verletzungen oerftarb. Die gestrige Beweisaufnahme stellte fest, daß die Angeklagten nebeneinander und mit großer Geschwindigkeit das Dorf passierten, als plötzlich in einiger Entfernung ein Kind die Straße überqueren wollte und oon dem Angeklagten Werner erfaßt wurde. Der Staatsanwalt beantragte für den Angeklagten Werner fünf Monate Gefängnis, für den Angeklagten Ruckelshaufen 300 Mark Geldstrafe an Stelle oon einem Monat Gefängnis. Das Gericht hielt den Angeklagten Werner für schul» big, inbem er bei bem tragischen Unfall fahrlässig hanbelte, unb erkannte gegen ihn auf zwei M o - n a t e Gefängnis. Außerdem trägt er bie Kosten bes Verfahrens. Der Angeklagte Ruckelshaufen würbe oon Kosten unb Strafe frei- gesprochen.
beziehen. Diese Summe ist aber nicht etwa aus besonderen Beiträgen der Arbeiter selbst aufgebracht.
________ ______ _______ ... , „ Gekuppelt mit ber Dwibende hat bie Firma z. B. Der erste Vorsitzende, Kamerad Konrad Amend in diesem Jahre eine Jahresprämie von 340 000 Mk. (Klein-Linden), begrüßte die Teilnehmer und for- an die Arbeiter gezahlt, b. h. burchschnittlich pro derte bazu auf, bie Aufbauarbeit ber Regierung tat- 1 Mann 65 Mark. Diese •


