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19.10.1933 Erstes Blatt
 
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Aonfttmoeteine im Rahmen der Berkel- lungswirtschaft und ihre Anpassung an die Be­lange des gewerblichen Mittelstandes bedürfen noch sorgsättigster Prüfung. Bei den großen Werten am Boiksoermögen, die in diesen Be­trieben angelegt sind, könnte blinder Uebereifer nie wieder gut zu machenden Schaden onrichten. Deshalb hat sich die Reichsregierung die Cut- scheidung in diesen Fragen allein Vorbehal­ten. Sie hat bereits den A b b a u derhand- werksbetriebe in den Warenhäu­sern angeordnet, sie wird weiterhin für eine wirtschaftlich tragbare Beschrän­kung dieser Grogbetriebe Sorge tragen. Zur Eindämmung der Regiebetriebe, soweit sie nicht zur Versorgung der Bevölke­rung oder aus Gründen des allgemeinen Ver­kehrs unentbehrlich sind, hat die Reichs- regierung Vorschriften über regelmäßige Prü­fungen der Dirtschastsbetriebe der öffentlichen Hand erlassen. Sie wird dafür sorgen, daß diese Bestimmungen in dem Sinne, in dem sie erlassen worden sind, durchgeführt werden. Diese Maßnahmen sollen den unberechtigten Wett­bewerb eindämmen, der dem Handwerk er­wachsen ist.

Unmittelbar Arbeit und damit Brot sollen vor allem die 500 Millionen Mark bringen, die die Reichsregierung außer den bereits früher bereit- oeftellten 200 Millionen Mark für bie I n - ftandsetzung von Wohngebäuden zur Verfügung gestellt hat. Die Verordnung bedeutet praktisch, daß insgesamt mehrere Milliarden Mark für Arbeiten zur Verbesserung unseres Hausbesitzes aufgewandt werden sollen und können, die in erster Linie dem Bau Handwerk, d. h. dem Schlüssel­gewerbe des Handwerks, zufließen.

Trotz aller grundsätzlichen Bedenken hat die Reichsregierung die Ende 1931 eingeleitete Stüt­zungsaktion für bie gewerblichen Kreditgenossenschaften fortgesetzt und er- heblich erweitert. 60 Millionen Mark sind als ver­lorene Zuschüsse bestimmt und für weitere 50 Mill. Mark hat die Reichsregierung Bürgschaften zu­gunsten dieser genossenschaftlichen Institute über­nommen. Darüber hinaus wird sie nach ben gestri­gen Kabinettsbeschlüssen in einem besonderen Fonds weitere Bürgschaften in höhe von 10 Millionen Mark übernehmen, die dazu bestimmt find, endlich wieder dem Personalkredit einen Platz in der deutschen Kreditwirtschaft zu verschaffen.

Alle diese wirtschaftlichen Maßnahmen genügen aber nicht, wenn sie nicht durch organisa­torische Maßnahmen ergänzt werden. Die Reichsregierung hat deshalb ebenfalls gestern ein Gesetz beschlossen, das mich ermächtigt, für den Aufbau des deutschen Handwerks eine vorläufige Regelung auf der Grundlage all­gemeiner Pflichtinnungen unb des Führerprinzips zu treffen. Bei ber Neu­regelung ber Verhältnisse werden die Belange der Gesellen, der Lehrlinge und sonstigen Hilfskräfte des Handwerks die gebührende Berücksichtigung finden.

. Vertieft muß auch werden die Erziehung des jungen Menschen, der in das Hand­werk eintritt. Die Erziehung dahin, daß er Verständ­nis erhält für den hohen ethischen Wert, ber gerade in ber schöpferischen Tätigkeit bes hanbwerks liegt unb feinen Ausdruck in dem Stolz auf die felbst- aefdjaffene Arbeit erhält, denn das Ethos heißt Ethos ber Arbeit.Ein Handwerk recht wissen und ausüben, gibt höhere Bildung als Halb­heit in hundertfältigem." 2lber auch in ber Allge­meinheit muß bas Verständnis für bie schöpferische inbivibuell geftaltenbe Kraft bes hanbwerks unb bie Freube an ber Wertarbeit wie­der geweckt werben. Geht so bas Handwerk an feine Arbeit und erkennt die Allgemeinheit ben Wert bes hanbwerklichen Schaffens, bann wirb bie Werbewoche ein Werk bes Segens für uns alle werben, aus dem neue Ströme nationalen Geistes unb nationaler Kraft für ben Wiederaufbau unseres ganzen Volkes fließen.

öer Aufbau

des deutschen Handwerks

Berlin, 18. Oft. Das Reichswirtschaftsministe­rium teilt mit: Das von der Reichsregierung am 17. Oktober beschlossene Gesetz über den vorläufigen Aufbau bes deutschen Handwerks will ohne der Regelung des ständischen Aufbaues der Wirtschaft vorzugreifen die gesetzliche Grundlage schaffen, um das jetzt in Organisationen mannigfacher Art zergliederte Handwerk zu einem Ver bände zusarnmenzufchweißen und durch lieber» tragung bes bisher ben Ländern obliegenden Voll­zugs des handwerksrechtes auf die Reichs­regierung die Wege für weitere Maßnahmen zu ebnen. Die Zusammenfassung des Handwerks in einer Spitzenvertretung soll unter Ersetzung des bisherigen demokratischen Prinzips durch den Führergrundsatz und durch die Einführung allgemeiner Pflichtinnungen zur organisa­torischen Erfassung aller selbständigen Handwerker verstärkt und vertieft werden. Diese Zusammen­fassung stößt auf keine besonderen Schwierigkeiten, weil alle Betriebe, die dem Handwerk zuzurechnen sind, durch die Eintragung in die Hand- werfsrolle (Handwerks - Novelle von 1929) namentlich fe ft gelegt sind. Bei ber Neu­regelung der Verhältnisse bes Handwerks werden die Belange ber Gesellen, Lehrlinge und der son­stigen Hilfskräfte die gebührende Berücksichtigung finden.

Baldur v. Gchirach spricht zur Hitlerjugend.

Berlin, 17. Okt. (TU.) Aus Anlaß der Ein­gliederung der Berliner Jugendbetriebszellen in die Hitler-Jugend sprach Reichsjugendführer Baldur von Schirach im Sportpalast vor der hitler- unb Betriebszellenjugend. Die breite Masse bes Bürgertums, f' führte er u. a. aus, vermochte bie sieghafte (Bernau unserer Idee nicht zu erkennen, wir mußten bie bittere Erfahrung machen, baß sich ene Menschen unserem jugenblichen Wollen oer- chlossen und nicht bereit waren, Opfer unb Ber- olgung auf sich zu nehmen. Anders beim Arbei - e r. hier fanden wir die Gefolgschaft, bie Deutsch­land groß gemacht hat. hier fanden wir untere treuesten Kameraden, unb ich möchte es auch yier wieder feststellen: Nicht das Bürgertum hat Deutschland befreit, sonder d i e Arbeiter­schaft! (Stürmischer Beifall und Bravorufe.) Dieser Staat, der in ben letzten lagen des Januar dieses Jahres geboren wurde, ruht nicht auf den Schultern der sogenannten oberen Zehntausend, er ruht auf ben Schultern ber unteren Millionen, unb

Reue Feststellungen im Neichstagsbrandflifierpwzeß.

Das Gericht besichtigt den unterirdischen Gang.-Keine SA im Reichstagsprasidentenpalais.

Berlin, 18.Okt. (WTB.) Zu Beginn ber heu­tigen Verhcmblung gibt ©enatspräfibent Bünger zunächst bekannt, baß u. a. zahlreiche Zeugen aus Moskau, bie bie Angeklagten Popoff und Taneff in Sowjetrußland gesehen haben sollen, geladen wer­den sollen, desgleichen der frühere Dezernent für das Feuerlöschwesen Ahrends, der sich über gewisse Gerüchte im Zusammenhang mit den Löscharbeiten äußern soll. Den Antrag des Angeklagten Dimitroff auf Aushändigung des sogenanntenBraunbuches" hat der Senat abgelehnt. Die Bekanntgabe dieser Entscheidung veranlaßt Dimitroff zu erregten Zwischenrufen.

Der Vorsitzende weist bann auf auslänbische Presseäußerung hin, in benen immer wiebcr be­hauptet wirb, man könne in ben Reichstag ver­botenes Material nur burch ben unter» irbischen Gang hineinbringen. Durch die Portale sei das wegen der Kontrolle der Pförtner nicht möglich. Reichstagspförtner Wocköck er­klärt dazu, daß weder Abgeordnete, bie, mit einer Mappe versehen, burch bas Reichstagsportal kom­men, noch die Fremden, bie zusammen mit einem Abgeordneten kommen, kontrolliert werben. Durch Fremde in Begleitung eines Abge­ordneten konnten nach und nach erhebliche Men­gen verbotenen Materials unbeanstandet in den Reichstag gebracht werden. Auch kommen ständig Boten in ben Reichstag, bie Material für die Ab­geordneten bringen. Auch deren Taschen werden nicht kontrolliert.

Der Nachtpförtner des Reichstagspräsibenten- hauses Adermann erklärt auf die Frage des Vorsitzenden, ob zu der in Frage kommenden Zeit jemand durch bas Präsibenten- haus in benGang gelangt fein könne, baß etwas derartiges nicht vorgekommen sei. Wenn jemand im Gange war unb sich nicht ganz leise verhielt, wurde er in der Loge des Nacht­pförtners gehört, selbst wenn unten im Gang Licht geschaltet werbe, könne man bas oben hören. Wenn nun gar zehn ober mehr Wann durch den Gang gekommen wären, so hätte min­destens einer Geräusch gemacht.

Vorsitzender: Sie haben früher einmal Schritte im Gang gehört? Zeuge: Ja, das war mehrmals zwischen 23 unb 1 Uhr, bas letzte Mal etwa zehn Tage vor bem Branb. Er habe angenommen, baß kontrolliert würbe, ob er nicht schlafe, unb wenn ber Branb nicht ausge­brochen wäre, würde er dabei nichts gefunden haben. Die Mitteilung in ausländischen Zeitungen, daß im Präsidentenhaus eine Wache von 30 SS.- unb SA.-- Männern gewesen sei, be­zeichnet der Zeuge als: Glattweg Schwin­del. Auch habe er nie bemerkt, daß in ben Kellerräumen, bie an ben Gang angrenzen, Ma­terial für die Brandstiftung aufge­stapelt war.

Der Angeklagte T o r g l e r wirft bann die Frage auf, ob nicht auch bie Möglichkeit bestehe, vom Reichstagsuser aus durch das Beam­ten haus in den Reichstag zu gelangen. Der Zeuge Adermann gibt zu, daß diese Möglich­

keit bestände, aber wenn er um 20 Uhr feinen Dienst antrete, wurde auch dieser Zugang versperrt.

... Angeklagter Torgler : Ist es richtig, daß fast täglich im Garten des Präsidentenhau­ses SA. - oder SS. - Männer mit einem Hund heruintollten? Ich komme zu dieser Frage, weil mir von unserem Fraktionszimmer aus direkt m den Garten hineinsehen und das beobachten konnten.

Zeuge: SA.-Männer kommen nicht in Frage. Der Herr Präsident hat eine Stabswache gehabt, und er hatte auch einen Hund. Da ist öfter ein SA.-Mann mit dem Hund in den (Barten ge­gangen.

Angeklagter Torgler: Es waren aber meist meh­rere, nicht einer.

Zeuge: Tagsüber bin ich nicht da. Ich konnte nur nachts meine Beobachtungen machen.

Die Mitglieder des Gerichtes begeben sich nun unter Führung des Betriebsingenieurs Risse zur Inaugenscheinnahme in den unter- irdischen Gang, wobei sich herausstellt, daß ohne Geräusch selbst ein Mann auf Strümpfen den Gang kaum passieren kann, ohne gehört zu werden.

Der Zeuge Adermann erklärt bann, bah ber Reichslagspräsident eine Stabswache von etwa sechs Wann gehabt habe. Wenn Winisterpräsibent Göring jeboch nicht im Prä- sidentenhaus gewesen sei, seien die Leute von der Stabswache auch nicht dorthin gekommen. An bem Branbabenb sei Winisterpräsibent Göring nicht im Hause gewesen, also auch nicht die Stabswache, wenn Herren in Uniform gekom­men seien, so habe es sich um Besucher gehandelt. Die Frage des Angeklagten Dimitroff, ob es möglich fei, daß trotz der Bewachungsmaßnahmen fremde Personen unbemerkt durch den unterirdischen Gang hindurchgehen konnten, verneint der Zeuge mit Entschiedenheit.

Der Pförtner Mütter, der am Brandtage von 8 bis 14 Uhr ben Dienst im Präsibentenhaus ver­sehen hat antwortet auf bie Frage, ob im Präsi- bentenhaus ständig eine SS. - Wache von 30 Mann gewesen fei, das fei ausgeschlossen. SA.-Leute seien niemals im Präsibentenhaus ge­wesen. SS.-Leute nur dann, wenn Ministerpräsi­dent Göring als Reichstagspräsident Besprechun­gen abhielt. Auch der Pförtner Wutstrack macht die gleichen Bekundungen.

Der Drogist Weber, der als Führer eines SS. - Kommandos st ändigzum Gefolge Görings gehört, bekundet, baß er am 27. Februar Dienst im Winisterium des Innern gehabe habe. Als der Winisterpräsibent gegen 21.30 Uhr die Weldung vom Brande er­hielt, habe erdenWinisterpräsidenken sofort i m 6 r a f t w a g e n z u m R e i ch s- tag gefahren. Am Reichstage habe ihm Hauptmann Jakobi befohlen, zusammen mit drei Schupowachtmeistern ben Kellergang zu durchsuchen. Lr habe im Präsibentenhaus die Schlüssel gesorbert unb sei mit den Beamten in den Gang gegangen. Der Zugang und auch

die Tür im Reichstage seien ordnungsmä­ßig verschlossen gewesen. Ausfälliges sei nicht bemerkt worden.

Rechtsanwalt Dr. Sack weist auf eine Behaup­tung in ber auslänbischen Presse hin, baß Mini­sterpräsident Göring an jenem Tage sozusagen beschäftigungslos im Ministerium gesessen unb nur auf bie Melbung vom Reichstagsbrand gewartet habe. Der Zeuge Weber bezeichnet diese Behauptung als vollkommen unzu- treffend und erlogen. Der Zeuge Ader- mann erklärt auf Befragen, daß vor bem Zeugen Weber niemanb in den unterirbischen Gang ge­kommen fei. Er hätte auch ihn nicht hineingelassen« wenn nicht Polizeibeamte babei gewesen wären. Die Durchsuchung habe etwa sieben bis acht Mi­nuten gebauert.

Dann schilbert der Zeuge Ingenieur B o g u h n ausführlich seine Beobachtungen am Brandtage. Er sagt u. a.: Als ich in die Nähe des Portals II kam, hörte ich einRaffeln an berTür,als wenn jemand eine Tür aufreißen will. Ich sah hinüber unb bemerkte bort einen Mann mit glat­tem Gesicht unb dunklem Paletot, her­aus ber Tür heraussah. Als er mich sah, stutzte er und sah nach ber Tiergartenseite nach zwei Frauen, bie ihm entgegenkamen. Die Damen winkten, worauf ber Mann z u laufen anfing. Mir fiel auf, baß bie Tür nicht verschlossen wurde. Ich bin dann in der Richtung des Generalstabs­gebäudes gegangen. Dort standen einMannmit einer Lederjacke und eine Frau und sahen nach dem Reichstagsgebäude. Ich hörte noch, wie eine Frau sagte: Ach Kurt komm man, e s wird fchon werden! Als ich nach Hause kam und hörte, daß ber Reichstag brenne, sagte ich mir gleich, baß ber Mann am Portal bamit im Zu- s am menhang stehen müsse. Als ich P o p o f f bei ber Gegenüberstellung sah, stutzte ich, benn ich glaubte, sofort den Mann wiederzuerken­nen. Ich hatte gleich den Eindruck, daß seine Hal­tung, Bewegung unb Fußstellung ähnlich waren. Auch ber Hut war ber gleiche. Die Möglichkeit eines Jrrtumes ist aber nicht ausgeschlossen.

Es entspmnt sich bann eine längere Erörterung über Widersprüche in ben Aussagen bes Zeu­gen. Rechtsanwalt Teichert beantragt, Polizeileul- nant ßateit zu fragen, was ber Zeuge a m 21 b e n b desBranbtaaes über die Bekleidung des Man­nes von Portal II gesagt hat. Weiter beantragt er, ben Zeugen Thaler darüber zu vernehmen, ob er nicht bei seinen Bemühungen, seine Anzeige zu er- statten, am Bortal II gerüttelt hat unb bann weiter gelaufen ist, um einen Polizeibeamten zu suchen.

Der Angeklagte Poposf erklärt, daß er v o r fei­ner Verhaftung ganz anders ausge­sehen habe als am Tage der Gegenüberstellung mit dem Zeugen. In ben brei Wochen seiner haft habe er sehr unter Grippe und furchtbaren Magen­schmerzen gelitten. Er habe in dieser kurzen Zeit fünf bis sechs Kilogramm am Körpergewicht ver­loren. Popoff weist weiter darauf hin, daß der Zeuge Boguhn über seine Kopfbedeckung fünf einan­der widersprechende Aussagen gemacht habe.

Nächste Verhandlung Freitag.

das ist seine Kraft unb bas ist unser Glaube an bie Zukunft. Wir von ber nationalsozialistischen Jugenb finb stolz barauf, baß 70 v. h. unserer Ge­folgschaft aus ber hanbarbeitenden Jugend besteht. Das ist auch das Geheimnis unseres Erfolges. Die große Kameradschaft, die die Hitlerjugend darstelle, fragt nicht mehr nach dem Woher, nach Bildung ober Besitz, sie fragt nur nach ber ßeiftung unb nach bem Wert für bie Gemeinschaft. So ist bie hitlerjugenb zu einem Begriff geworben, der sich inhaltlich mit dem Begriff des Sozialismus deckt. Im Zuge dieser großen Bewegung zur Ein­heit hat es sich auch als notwendig erwiesen, alle solche Formationen einzugliedern in die hitler- lugend, die spezielle Kampfformationen der Zeit des Ringens um die Macht waren, und die nun ihre besondere Aufgabe erfüllt haben. Unb so lösen wir jetzt auch die große Organisation ber national­sozialistischen Jugendbetriebszellen auf, nachbem wir festgestellt haben: Diese Organisation hat ihre Pflicht erfüllt unb hat ihre Aufgabe hun- bertprozentig gelöst. Nun wollen wir bie Tore ber hitlerjugenb öffnen unb diese Pioniere des Natio­nalsozialismus in den Betrieben eingliebern in die große Front der Jugend. Wir wollen aber nicht zu uns zwingen, was freiwillig kommen soll. Aber wir erwarten, unb wir glauben, baß boch einmal bie Stunde kommt, da die aefamte deutsche Jugend in ber Hitlerjugend organisiert ist. Wenn bie aus­ländischen Zeitungen geschrieben haben, die Hitler­jugend wolle die Welt erobern, dann ist das ge­radezu lächerlich. Demgegenüber erkläre ich: Wir wollen niemand bezwingen als uns selbst und er­obern nichts als Deutschland!

Kleine politische Nachrichten.

Reichsminister Dr. Goebbels hat als Reichs- propaganbaleiter ber NSDAP, bie Führung bes bevorstehenden Wahlkampfes übernommen. Der Wahlkampf wird von der Reichspropagandaleitung ber NSDAP, im Beneh­men mit bem Reichspropaganbaministerium burch- geführt.

Der Herr Reichspräsibent hat bem Ehrenmeister bes Deutschen Handwerks Harry Plate (Hanno­ver) anläßlich der Vollendung des 8 0. Le­be n s j a h r e s in einem herzlichen Schreiben feine Glückwünsche übermittelt. Zugleich hat er ihm sein BuchAus meinem Lebe n", mit einer eigenhändigen Widmung versehen. Über­reichen lassen.

Reichskanzler Adolf Hitler hat an den großen schwedischen Forscher Sven hedin nach Peiping in China folgendes Telegramm gerichtet: Dem großen unerschrockenen Forscher zum Tage seines 40jährigen Wirkens herzliche Glückwünsche!

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Zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungsschrei, ben empfing der Herr Reichspräsident den neuen Kgl. Großbritannischen Botschafter Sir Eric Phipps und die neu ernannten Gesandten Polens, Portu­gals und Brasiliens.

Das Rheinifch-Weftfälifche Kohlen- f y n d i k a t hat als Vertreter der Ruhrmontan- inbuftrie bem Winterhilfswerk bes beutfchen Volkes einen Betrag von 2,5 Millionen Mk. gefpenbet.

Der Generalsekretär der F a s ch i st i s ch e n P a r - t e i Italiens hat dem Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, den Ehrenbolch der Faschisti­schen Partei überreichen lassen.

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Der Reichsbischof empfing den Reichsführer des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland, Dr. Steinacher, in dessen Begleitung sich Asses­sor Neumann befand, zur Aussprache über Bolts- tumsfragen im Ausland.

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Der ungarische Ministerpräsident Gömbös und Außenminister Sonja trafen auf der Reise nach Ankara in Sofia ein. Der Ministerpräsident lud die ungarischen Gäste zu einem Frühstück ein.

Bus aller Welt

Neue Aeberschwcmmungskatastrophe in China.

Die Telegraphen-Agentur der Sowjet-Union ver­breitet eine Meldung aus China, derzufolgc es im Gebiet des Gelben Flusses wieder zu einer Rie - senüberschwemmung gekommen ist, die so­gar noch die große Ueberschwemmung vom Jahre 1931 übertreffen soll. Die Bevölkerung der not­leidenden Gebiete ist furchtbar heimgesucht. Die Zahl der Opfer steht noch nicht annähernd fest. Die Katastrophe ist durch einen Dauerregen verursacht, ber weite Gebiete unb große Teile mehrerer Provinzen in einen unübersehbaren See oerroanbelt hat. Die Bewohner biefer Gebiete haben all ihr hab und Gut verloren. Unter ihnen herrscht eine furchtbare Hungersnot, von der minde- ftens 20 Millionen Menschen betroffen sind. Den Betroffenen ist bisher keinerlei Hilfe zuteil geworden.

Sieben Jahre Zuchthaus für einen Wilderer.

Der Taglöhner Max Seidl von Raimundsreut, ber schon lange im Verdacht des Wilderns stand, wurde im Mai d. I. vom Revierförster Stad- l e r aus Mauth auf frischer Tat ertappt. Seidl schoß auf den Förster, ber nur durch einen glück­lichen Zufall nicht getroffen wurde. Das Gericht in Passau verurteilte nun den Angeklagten wegen Toischlagsversuchs, fortgesetzten gewerbsmäßigen Wilderns und Verletzung des Schußwaffengesetzes zu insgesamt 7 Jahren 4 Monaten Zuchthaus. ».Graf Zeppelin- unterwegs nach Rio de Janeiro. Nachdem das LuftschiffGraf Zeppelin" nach der Rekorbfahrt von 63 V2 Stunben am 17. Oktober um 13 Uhr in Pernambuco gelandet war, erfolgte, wie die Deutsche Seewarte in Hamburg mitteilt, der Start zum Weiterflug nach Rio de Janeiro am 18. Oktober um 10 Uhr. Um 16.40 Uhr befand sich das Luftschiff bei Bahia. Es macht 98 Stundenkilometer.

Auf seiner letzten planmäßigen Südamerika- fahrt hatte das LuftschaffGraf Zeppelin" nicht weniger als 18 Königinnen an Bord. Es han­delt sich dabei allerdings nicht um gekrönte Häup­ter, sondern um Bienenköniginnen, die an

der Spitze ihrer Schwärme nach Santo reiften. Die königlichen Gäste wurden zunächst mit bem Sonder­flugzeug der Deutschen Lufthansa nach Friedrichs­hafen gebracht, um dort in das Luftschiff verladen zu werden, das sie mit nach Rio beförderte. Bon dort reiften sie mit einer Maschine der Syndicato Condor Ltda. nach Santo, wo sie nach ber langen Luftreise wohlbehalten eintrafen.

Nordwolle unb Danatbanf im Lahusen-Prozetz.

In der letzten Sitzung des Lahusen-Pro- z e f f e s kam u. a. auch der Betrug an ber Danat­banf zur Sprache. Die Anklage wirft Karl Lahu - s e n vor, unter falschen Vorspiegelungen von ber Danatbanf Krebite bezogen zu haben. Ueber das Banfhaus Lohse war die Nordwolle mit der Danatbanf in Verbindung gefommen. Karl ß a - Husen schilderte, wie der Leiter ber Danatbanf, Golbschmibt, sich bemüht habe, den gesamten Kreditbedarf der Nordwolle in der Danatbanf zu konzentrieren. Ein Kreditangebot von 5 Millionen Pfund wurde von der Nordwolle dagegen nur zur Hälfte angenommen, obgleich die Danatbanf bar­auf gebrungen habe, ben Kredit voll auszunutzen. Im Jahre 1930 seien bie Kredite aber plötzlich ein- geschränkt worden. In großer Erregung führte Karl Lahusen dann weiter aus, daß, wenn die Danatbanf die Nordwolle nicht überall schlecht ge­macht hätte, die Nordwolle heute noch bestände.

Wettervoraussage.

Da sich über Finnland ein kräftiges hoch auf­gebaut hat, ist der ozeanischen Störung ber Weg nach Osten versperrt, weshalb sie sich mehr füb- östlick auszubreiten versucht. Ueber den britischen Inseln sind durch sie bereits verbreitete Nieder­schläge gefallen. Ueber Deutschland herrschen zur Zeit zwei verschiedene Windströmungen, die eine läßt aus dem nordöstlichen hoch fontinentale Kalt­luft ausfließen, während die andere an der Vorder­seite des westlichen Tiefs Warmluft zum Aufgleiten bringt. Infolgedessen kommt es zu stärkeren Dunft» unb Söolfenbilbungen, wobei stellenweise sogar leichter Regen möglich ist und die Temperaturen sich zwischen Tag unb Nacht mehr ausgleichen. Zwischenburch bürste sich aber auch noch der Hoch­druckeinfluß bemerkbar machen und Aufheiterung bringen.

Aussichten für Freitag: Neblig-wolkig, auch aufheiternd, milder, stellenweise etwas Regen.

Aussichten für Samstag: Weiterhin vielfach dunstig unb bewölkt, babei Temperaturen zwischen Tag unb Nacht mehr ausgeglichen.

Lufttemperaturen am 18. Oktober: mittags 10,6 Grad Celsius, abends 4,2 Grad: am 19. Oktober: morgens 2,1 Grad. Maximum 12,9 Grad, Minimum 0,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Oktober: abends 8,4 Grad: am 19. Oktober: mor­gens 6,2 Grad. Sonnenscheinbauer 3 Stunden.

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