Nr. 245 Erster Blatt
183. Zahrgang
Donnerstag, 19. Moder 1935
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Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i D.Th.Kümmel sämtlich in Bietzen.
Oie miutarifayei. Kernfragen der Abrüstung.
Von Generalleutnant a. O. v Altrock, Hauptschriftleiter des Militär-Wochenblattes.
Deutschland hat die Abrüstungskonferenz verlassen und seinen Austritt aus dem Völkerbund angemeldet. Es hat endgültig die Ueberzeugung gewonnen, daß es den Völkern — mit verschwindenden Ausnahmen — nicht um Abrüstung, sondern Verschleierung ihrer steigenden Rüstungen unter Verewigung deutscher Wehrlosigkeit zu tun ist. Das Schicksal der Abrüstungskonferenz ist ungewiß geworden, da Deutschland, der Hauptgegenstand der Verhandlungen, zugleich der einzige in Wahrheit an der Abrüstung interessierte Staat, nunmehr fehlt. Trotzdem wird auch weiterhin die Notwendigkeit bestehen, sei es auf unmittelbarem Wege von Staat zu Staat oder innerhalb des Viermächtepaktes, sich über die nunmehr einzuschlagenden Wege zu verständigen. Der den letzten Verhandlungen unterlegte, auch von Deutschland dafür anerkannte Macdonald-Plan wird aber wohl vernünftigeren Vorschlägen weichen müssen, wenn es zu greifbaren Ergebnissen der Beruhigung in der Welt kommen soll.
Einer der Hauptpunkte im englischen Plan sieht eine zahlenmäßige Begrenzung der Effek- tiostärken der Heere der einzelnen Länder vor. Zu diesem Zweck soll für die Landstreitkräfte aller festländischen europäischen Staaten ein und dieselbe Wehrform geschaffen werden. Diese Einheitswehrform stellt sich als stehendes Rahmenheer mit kurzer, durchschnittlich etwa achtmonatiger Dienstzeit dar, ist also keine Miliz. Deutschland hat, trotz schwerster Bedenken, sein kleines langdienendes Heer wieder auflösen zu müssen, schließlich das große Opfer gebracht und seine Zustimmung zu dem Vorschlag erklärt. Als Heeresstärken waren für Deutschland, Frankreich, Italien und Polen je 200 000 Mann, für die Tschechoslowakei 100 000 und für Belgien 60 000 Mann angesetzt. Entsprechen schon die Ziffern an sich keineswegs den Bevölkerungsverhältnissen und der Gewährleistung nationaler Sicherheit der einzelnen Staaten im Vergleich zu Deutschland, so bekommen sie je nach der Länge der Dienstzeit, der Anrechnung oon Polizeikräften und sonstigen For- matiönen ein ganz anderes Gesicht. Vor allem ist das Verhältnis der Längerdienenden zu den nur auszubildenden Kurzdienenden offengelassen, ebenso die Anrechnung der ausgebildeten Reserven. Hier ist Frankreich besonders stark im Vorteil, zumal ihm neben den Heimatstreitkräften noch 200 000 Mann Kolonialtruppen (meist Farbige) zu freier Verwendung zugeoilligt sind. Da heute etwa 60 000 Mann der Kolonialarmee auf französischem Boden und 180 000 in Nordafrika stehen, ist ihre Verwendung in Europa beabsichtigt und auch jederzeit sichergestellt. Schon aus Gründen der Rasseerhaltung sollten sich die weißen Völker erneutem Einsatz schwarzer Truppen gegen Weiße widersetzen.
Die vorgeschlagenen Bestimmungen über das Material sind ähnlich einseitig und ungleich in ihrer Wirkung festgesetzt. Zwar wird die Höchstgrenze des Kalibers der beweglichen Geschütze der Landartillerie für die Zukunft mit 105 mm bemessen, zunächst können aber alle Geschütze bis zu 155 mm beibehalten, nur nicht durch neue ersetzt werden. Da Geschütze bei Auswechslung von Einzelteilen und pfleglicher Behandlung eine sehr lange Lebensdauer aufweisen, bedeutet diese Bestimmung, daß die rüstungsfreien Staaten ihre gesamte schwere Artillerie behalten, Deutschland aber nach wie vor keine erhält. Weiterhin sollen zwar innerhalb von drei Jahren sämtliche beweglichen schwersten Geschütze über 155 mm Kaliber zerstört sein, wer aber wird ein Land daran hindern können, diese Geschütze dann angeblich unbeweglich zu machen oder der Küstenartillerie einzugliedern, für die ein Kaliber bis zu 406 mm gestattet ist? Die von Deutschland vorgeschlagene völlige Abschaffung der Kampfwagen ist nicht berücksichtigt, nur sollen die schwersten Wagen von über 16 Tonnen Gewicht, von denen es nur wenige auf der Welt gibt, nicht mehr hergestellt werden. Deutschland soll also weiter ohne diese besonders wichtige Waffe sein, während z. B. Frankreich seine Tausende von Tanks behielte.
Der Vorschlag Macdonalds für die G e st a l - tun g der Luftwaffe ist in derselben Weise unzureichend für eine wirkliche Abrüstung zur Luft. Zwar ist ein allgemeines Bombenabwurf- verbot vorgesehen, doch mit der Ausnahme der Erlaubnis dazu für polizeiliche Zwecke in entfernten Gegenden. So bleibt die Möglichkeit, Bombenflugzeuge und Abwurfmunition zu unterhalten, nach wie vor bestehen, lieber die gänzliche A b - schaffung der Militärluftfahrt, wie sie Deutschland vorschlug, sollte noch verhandelt werden. Kommt darüb-r keine Einigung zustande, so sollen Höchstzahlen ,jr die im Dienst befindlichen Flugzeuge der rüstungsfreien Staaten festgesetzt werden, die nicht genannten Staaten aber auf dem Stand vom 1. Januar 1933 stehen bleiben. Deutschland und die Übrigen abgerüsteten Staaten bekämen also wie bisher überhaupt keine Flug- zeuge. Die endgültige Entscheidung über die mog- lüfte Abschaffung der Militärluftfahrt soll fünf ober gar acht Jahre hinausgeschoben werden. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen Flugzeuge von, mehr als 3 Tonnen Leergewicht zerstört sein, mit Ausnahme von Wasserflugzeugen und solchen, die dem Truppen- transport dienen. Weitere Bestimmungen sehen ein Zurückziehen einer Anzahl Flugzeuge aus dem militärischen Diehft oder Abstellung in die Reserve vor, wobei den einzelnen Staaten die Auslegung der verschiedenen Begriffe überlassen bleibt Also
Äeulschland will den Frieden und nichts als den Frieden!
Reichskanzler Adolf Hitler auf der Führertagung der NGOAp.-Oas nationalsozialistische Deutschland nimmt nur als gleichberechtigte Macht an internationalen Konferenzen teil.
Qie Wahlparole des Führers
Berlin, 18. Ott. (WTB.) Die Reichspressestelle der NSDAP, teilt mit:
Die Führertagung der NSDAP, fand ihren Höhepunkt und Abschluß in einer großen, richtunggebenden Rede, die d e r Führer am Abend vor den versammelten Reichsleitern, Gauleitern, höheren SA.- und SS.-Führern, sowie den Gaupropagandaleitern im Plenarsaal des Preußischen Landtages hielt. Rudolf Heß eröffnete die eindrucksvolle Tagung mit Begrüßungsworten. Dann nahm der Führer das Wort.
In feinen groß angelegten Ausführungen zur politischen Lage und über die Aufgaben, die sich für den Nationalsozialismus daraus ergeben, besaßte sich der Führer zunächst mit der außenpolitischen Situation, die in engem Zusammenhang stehe mit der innenpolitischen Arbeit der nächsten Wochen. Das außenpolitische Ringen um die Gleichberechtigung, in dessen entscheidendes Stadium die deutsche Nation nunmehr eingetreten fei, fei untrennbar verbunden mit dem Kampf um den wirtschaftlichen Wiederaufstieg, dem Kampf um das Brot, den das deutsche Volk feit über acht Monaten zielbewußt führe. Die politische Befriedung der Welt sei die Voraussetzung zu der wirtschaftlichen Genesung. Der große Irrtum der bisherigen nachnovemberlichen Regierungen in Deutschland fei die Nichtbeachtung des Grundsatzes gewesen: Ehe nicht die Gleichberechtigung zugestanden ist, ist jede Beteiligung an internationalen Konferenzen von vornherein zwecklos! Seine Vorgänger in der Regierung seien gewissermaßen von jener „Genfer Krankheit" befallen gewesen, die sie zu Pessimisten für die Nation und zu Optimisten für den Völkerbund werden ließ: Er dagegen sage: Optimistisch bin ich auf mein Volk, und pessimistisch bin ich auf Genf und den Völkerbund."
Deutschland sei nie friedliebender gewesen als in dem Augenblick, da es der bisher so wenig ec- sreulichen Atmosphäre dieser Stadl den Rücken gekehrt habe. Das ganze deutsche Volk stehe hinter der Regierung, wenn sie gegenüber demütigenden Zumutungen erkläre: Wir wollen den Frieden, aber wir lassen uns nicht behandeln wie eine Ration zweiten Ranges! 2Ml derselben Entschlossenheit, mit der die nationalsozialistische Bewegung in den letzten 14 Jahren in Deutschland für ihr Recht gekämpft habe, werde Deutschland ernst und unerbittlich auch außenpo- litisch aus seinem Recht bestehen und an seinem Anspruch auf Gleichberechtigung festhalten. Die Ehre sei genau so wenig ein leerer Wahn, wie es die Treue sei. 2Han könne ohne sie auf dieser Welt nicht leben. Deutschland wolle den Frieden und nichtsals den Frieden, aber es sei entschlossen, in Zukunft zu keiner Konferenz, in keinen Bund zu gehen, in keine Konvention zu treten, gar nichts zu unterschreiben, solange es nicht als gleichberechtigt behandelt werde: Irgendwo gäbe es eine Grenze, unter die man nicht gehen dürfe, sonst sei man nicht würdig, ein Volk zu führen.
Unsere Propaganda für diese Wahl sei getragen
auch auf diesem Teilgebiet ist oon wahrhafter Abrüstung und Gleichberechtigung nichts zu spüren.
Auf dem Gebiet der S e e r ü st u n g e n hat man von vornherein auf frühere Vorschläge, wie Abschaffung der U-Boote und Verminderung der Größe der Linienschiffe verzichtet und nur gefordert, daß der Rüstungsstand von Ende 1932 nicht Überschritten werden soll. Die neuesten Flottenbaupläne der Seemächte lassen auch erkennen, daß nicht Abrüstung, sondern A u f r ü st u n g d e r Flotten trotz gegenteiliger Behauptungen im großen Umfange vor sich geht.
Was bleibt nun noch für eine tatsächliche Abrüstung zu hoffen? Auch der gutgläubigste Optimist wird an die Erfüllung auch nur einer wahrhaften Abrüstungsforderung nicht mehr glauben können. Deutschland hat Entgegenkommen, Geduld ,a erneut Opferwillen zum Wohle der Gesamtheit gezeigt bis an die Grenze des Erträglichen. Wenn es sich heute in einmütiger Geschlossenheit gegen die fortgesetzte beleidigende Behandlung in Gens empört und fein höchstes Gut, die Ehre, wahrt, ist alle Schuld bei den Feinden der Abrüstung. Bei jenen Staaten, die Abrüstung und Gleichberechtigung im Munde führen, in Wahrheit aber selbstsüchtigen Machtinteressen leben und die nicht ein- sehen wollen, daß von einer friedlichen Zusammenarbeit und gegenseitigen Anerkennung berechtigter Lebensnotwendigkeiten das Wohl und Wehe aller abhängt.
Oie Frage des 42. November.
Worauf das deutsche Bott antworten soll.
Berlin, 18.Oft (OB.) Im Reichsgesehblatt ist heute die Aenderungsverordnung zur Verordnung zur Durchführung der Volksabstimmung über den Aufruf der Reichsregierung an das deutsche Volk
vom größten Ernst, denn diese Wahl sei moralisch einwandfrei und werde für das Lebensrecht der Nation geführt. Mehr vielleicht als irgendjemand hänge das nationalsozialistische Deutschland am Frieden, weil die nationalsozialistische Idee dem völkischen Begriff einer bluts- mäßigen Staatsführung nach innen zugewandt fei und deshalb eine imperialistische Eroberungspolitik nach außen nicht kenne. Indem wir so jede Gewaltpolitik ablehnten, konnten und würden wir andererseits zur Wahrung unseres Rechtes ebenso entschlossen sein.
Die Wahlpropaganda der Partei müsse in diesem Rahmen gesehen und unter Zurückstellung alles Unwesentlichen auf diese ganz großen Fragen konzentriert werden. Unser Volk werde in diesen Wochen im Zeichen eines tiefen und heiligen Ernstes stehen. Seine Begeisterung sei nicht auf irgendeiner oberflächlichen Hurra- ftimmung aufgebaut, sondern auf tiefinnerster Erkenntnis vom Bewußtsein seines Rechts. Diese seine Haltung ruhe auf dem Vertrauen zu seinen Führern, die mit größtem Verant- wortungsbewußtsein an die vor ihnen liegenden Aufgaben Herangehen. Die Arbeit der Partei in den kommenden Wochen müsse oon der Ueberzeugung getragen sein, daß die Tatkraft sich nicht in kleinen Operationen dokumentiere, sondern nur durch Konzentration auf die großen Fragen. Die innere Freiheit und Geschlossenheit der Bewegung müssen mehr denn je in die Erscheinung treten.
Das große Werk der Versöhnung in u n s e r e m v 0 l k, das der Rationalsozialismus begonnen habe, müsse nunmehr seine Krönung finden. Auchunserenfrühereninnen- politischen Gegnern würden wir in Zeiten des Ringens der ganzen Ration entgegenkommen und ihnen die Hand reichen, wenn sie beweisen, daß sie Bekenner der deutschen Ehre u n d F r i e d e n s li e b e seien.
Jeder Nationalsozialist möge sich bei seinem ganzen Tun und Lassen der Verantwortung bewußt sein, die er vor der Nation trage. Im Bewußtsein dieser Verantwortung und unserer Pflichten müßten wir von der größten Härte gerade gegen uns selb st sein. Wer etwa als Nationalsozialist gegen seine nationalen Pflichten verstoße, müsse wissen, daß er noch weniger Schonung erwarten könne, als andere Volksgenossen. Die Partei habe ihr großes nationales Ziel, und dem sei alles andere rücksichtslos unterzuordnen. Wir alle müßten dabei auch ein Beispiel von Einfachheit und Schlichtheit geoen. Indem wir Nationalsozialisten blieben, was wir immer waren, erhielten wir uns nicht nur unsere Stärke, sondern auch das Vertrauen im Volk für alle Zukunft.
Der Führer streifte kurz auch die wirtschaftlichen Fragen. Wenn die Nation heute das Gefühl habe, daß es wirtschaftlich vorwärts gehe, dann müßten wir alles tun, um diesen Antrieb zu verstärken. Mit dem Blick nur auf das Große und Entscheidende gerichtet, müsse alles Ungeklärte in den nächsten Wochen vor den wirklich großen, jur Der- wirklichung reifen Arbeitsprojekten zurückgestellt werden.
„Wenn wir diesen unseren Kamps aus dem Gefühl der höchsten Verantwortung heraus führen, dann bin ich sicher, daß wir ihn erfolgreich suh- ren. Wer mutig sein Recht vertritt, wird am Ende auch Recht bekommen. Wenn wir alle unsere Pslicht bis ;um äußersten erfüllen, bann wird unser Volk das erkennen und wird am 12. Rovember uns fein vertrauen aussprechen, weil es zu anständig ist, dem das vertrauen zu verweigern, der es verdient."
Mit einem Sieg-Heil auf den Führer, den Wahrer der deutschen Ehre, schloß Rudolf Heß die bedeutsame Führertagung.
Das britische Kabinett wünscht Entspannung der Lage.
Simon begibt sich zur Berichterstattung zum König.
London, 18. Okt. (TU.) Das englische Kabinett nahm am Mittwochvormittag seine regelmäßigen Wochensitzungen wieder auf. Der Außenminister Sir John Simon erstattete Bericht über die Abrüstungsfrage. In Kabinettskreisen herrschte der Eindruck vor, daß es im Augenblick keinen Zweck habe, weitere Schritte in dieser Frage zu unternehmen. „Evening Standard" berichtet über die Sitzung des Kabinetts, daß die Minister die Vorwürfe des Reichsaußenministers von Neurath gegen Sir John Simon erwogen hätten. Es handele sich um zwei strittige Punkte:
1. Ob Simon in nicht zureichender Weise den deutschen Standpunkt an Amerika übermittelt habe, 2. ob Deutschlands Forderung hinsichtlich der Wiederaufrüstung in den letzten Tagen erweitert worden sei.
„Times" schreibt u. a.: In manchen Kreisen besteht die Neigung, Sir John Simons Genfer Rede als Schilderung der Politik der britischen Regierung allein hinzustellen. In Wirklichkeit ist sie eine Darstellung des freundschaftlichen Meinungsaustausches zwischen Vertretern verschiedener Nationen. Es wird bedauert, daß eine Meinungsverschiedenheit zwischen Freiherrn von Neurath und Sir John Simon entstanden ist. Die Regierung wünscht über dringend, daß dadurch die Hauptfrage nicht verdunkelt werde: die Gründe, aus denen Deutschland die Konferenz verließ. Die Regierung ist deshalb bereit, die ihr verfügbaren Dokumente zu veröffentlichen, falls es wünschenswert ist. Anderseits ist sie entschlossen, nichts geschehen zu lassen, was zu
erschienen. Der Stimmzettel auf grünem Papier, der am 12. Rovember bei der Volksabstimmung abgegeben wird, trägt entgegen der früheren Fassung solgenden Aufdruck: Billigst Du, deutscher Wann, und Du, deutsche Frau, die Politik Deiner Reichsregierung, und bist Du bereit, sie als den Ausdruck Deiner eigenen Auffassung und Deines eigenen Willens zu erklären und Dich seierlich zu ihr bekennen? — Unter diesem Ausdruck befinden sich zwei quadratische Felder, von denen eins mit 3a, bas andere mit Rein überschrieben ist.
Neue Kundgebungen für die Reichsregierung.
Berlin, 18. Okt. (WTB.) Der Reichsregierung sind aus Anlaß ihrer letzten außenpolitischen Entschließungen erneut zahlreiche Ergebenheitsadressen und Treuebekundungen zugegangen. Es schrieben u. a. der Reichsoerband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften, der Deutsche Landwirtschaftsrat, der Reichsverband deutscher Arbeitsdienst-Vereine, der Landarbeiterverband, der Land- und Forstangestelltenverband, der Metallarbeiterverband, der Lederarbeiterverband, Holzarbeiterverband, Arbeiterverband des graphischen Gewerbes, Verband der deutschen Theaterangestellten, Textil- arbeiteroerband, Steinarbeiterverband, Arbeiteroerband der öffentlichen Betriebe, Arbeiterverband des Baugewerbes, Heimarbeiter- und Hausgehilfenver- band. Verband der weiblichen Angestellten, Reichsverband deutscher Schriftsteller, Reichsverband deutscher Zeitschriftenverleger, Verband angestellter Aerzte und Apotheker, der Leiter des Amtes für Beamte der NSDAP., der NS.-Lehrerbund. Ferner ist eingegangen ein Telegramm in Namen von mehr als' 2600 evangelischen Pfarrern, die der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" nicht ange
hören. Bischof H 0 s f e n f e I b e r hat sich in einem Aufruf an bie Angehörigen ber Glaubensbewegung „Deutsche Christen" geroanbt, in bem es u. a. heißt: Das in ber Glaubensbewegung geeinte beutsche Kirchenvolk weiß, baß unserem Volksführer Adolf Hitler für bie Entscheidungen dieser Wochen aus unbeugsamem Christenglauben Kraft und Weisheit wachsen. Am 12. November tut die Glaubensbewegung ihre Pflicht. Jedes Mitglied wird zur Volksabstimmung feine Ja-Stimme bringen. — Schließlich hat die Universität Heidelberg folgendes Gelöbnis gesandt: „Die Universität Heidel-' berg, die älteste Stätte der Pflege deutschen Geistes, stets von denen besucht und begrüßt, die jenseits der Grenzen ehrlich sich mit dem deutschen Wesen auseinandersetzen, durch den Kampf der jüngsten Tage für immer an bie Seite des Führers gestellt, begrüßte die Entscheidung des Führers als befreiende Tat, die der Erkenntnis der Wahrheit dient und allen Völkern den Weg zu einem natürlichen und gerechten Frieden weist."
Reichsführerschule
der Deutschen Studentenschaft.
Berlin, 19. Okt. Die zukünftigen Führer der Karneradschaftshäuser berStudentenschaft und der Korporationen sind zur Zeit in Kursen der Deutschen Studentenschaft in Rittmarshausen bei Göttingen zusammengefaßt. Sie erhalten dort praktische Anweisungen für ihre Arbeit als Führer. Die Deutsche Studentenschaft hat sich endgültig entschlossen, den seit langem bestehenden Plan emer Reichsführerschule zu verwirklichen, und zwar wird diese nach Rittmarshausen gelegt werden. Man hofft, daß eine Vereinigung mit den in Aussicht genommenen Reichsführerschulen der Assistentenschaft möglich ist.


