Ausgabe 
19.10.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 245 Erster Blatt

183. Zahrgang

Donnerstag, 19. Moder 1935

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An­zeigenteil i D.Th.Kümmel sämtlich in Bietzen.

Oie miutarifayei. Kernfragen der Abrüstung.

Von Generalleutnant a. O. v Altrock, Hauptschriftleiter des Militär-Wochenblattes.

Deutschland hat die Abrüstungskonferenz ver­lassen und seinen Austritt aus dem Völkerbund angemeldet. Es hat endgültig die Ueberzeugung ge­wonnen, daß es den Völkern mit verschwinden­den Ausnahmen nicht um Abrüstung, sondern Verschleierung ihrer steigenden Rüstungen unter Verewigung deutscher Wehrlosigkeit zu tun ist. Das Schicksal der Abrüstungskonferenz ist ungewiß ge­worden, da Deutschland, der Hauptgegenstand der Verhandlungen, zugleich der einzige in Wahrheit an der Abrüstung interessierte Staat, nunmehr fehlt. Trotzdem wird auch weiterhin die Notwen­digkeit bestehen, sei es auf unmittelbarem Wege von Staat zu Staat oder innerhalb des Vier­mächtepaktes, sich über die nunmehr einzuschlagen­den Wege zu verständigen. Der den letzten Ver­handlungen unterlegte, auch von Deutschland dafür anerkannte Macdonald-Plan wird aber wohl ver­nünftigeren Vorschlägen weichen müssen, wenn es zu greifbaren Ergebnissen der Beruhigung in der Welt kommen soll.

Einer der Hauptpunkte im englischen Plan sieht eine zahlenmäßige Begrenzung der Effek- tiostärken der Heere der einzelnen Länder vor. Zu diesem Zweck soll für die Landstreitkräfte aller festländischen europäischen Staaten ein und die­selbe Wehrform geschaffen werden. Diese Ein­heitswehrform stellt sich als stehendes Rah­menheer mit kurzer, durchschnittlich etwa achtmona­tiger Dienstzeit dar, ist also keine Miliz. Deutschland hat, trotz schwerster Bedenken, sein kleines langdienendes Heer wieder auflösen zu müssen, schließlich das große Opfer gebracht und seine Zustimmung zu dem Vorschlag erklärt. Als Heeresstärken waren für Deutschland, Frankreich, Italien und Polen je 200 000 Mann, für die Tschechoslowakei 100 000 und für Belgien 60 000 Mann angesetzt. Entsprechen schon die Ziffern an sich keineswegs den Bevölkerungsverhältnissen und der Gewährleistung nationaler Sicherheit der ein­zelnen Staaten im Vergleich zu Deutschland, so bekommen sie je nach der Länge der Dienstzeit, der Anrechnung oon Polizeikräften und sonstigen For- matiönen ein ganz anderes Gesicht. Vor allem ist das Verhältnis der Längerdienenden zu den nur auszubildenden Kurzdienenden offenge­lassen, ebenso die Anrechnung der ausge­bildeten Reserven. Hier ist Frankreich be­sonders stark im Vorteil, zumal ihm neben den Heimatstreitkräften noch 200 000 Mann Kolonial­truppen (meist Farbige) zu freier Verwendung zugeoilligt sind. Da heute etwa 60 000 Mann der Kolonialarmee auf französischem Boden und 180 000 in Nordafrika stehen, ist ihre Verwen­dung in Europa beabsichtigt und auch jederzeit sichergestellt. Schon aus Gründen der Rasseerhal­tung sollten sich die weißen Völker erneutem Ein­satz schwarzer Truppen gegen Weiße widersetzen.

Die vorgeschlagenen Bestimmungen über das Material sind ähnlich einseitig und ungleich in ihrer Wirkung festgesetzt. Zwar wird die Höchst­grenze des Kalibers der beweglichen Geschütze der Landartillerie für die Zukunft mit 105 mm be­messen, zunächst können aber alle Geschütze bis zu 155 mm beibehalten, nur nicht durch neue ersetzt werden. Da Geschütze bei Auswechslung von Einzelteilen und pfleglicher Behandlung eine sehr lange Lebensdauer aufweisen, bedeutet diese Be­stimmung, daß die rüstungsfreien Staaten ihre gesamte schwere Artillerie behal­ten, Deutschland aber nach wie vor keine er­hält. Weiterhin sollen zwar innerhalb von drei Jahren sämtliche beweglichen schwersten Geschütze über 155 mm Kaliber zerstört sein, wer aber wird ein Land daran hindern können, diese Geschütze dann angeblich unbeweglich zu machen oder der Küstenartillerie einzugliedern, für die ein Kaliber bis zu 406 mm gestattet ist? Die von Deutschland vorgeschlagene völlige Abschaffung der Kampfwagen ist nicht berücksichtigt, nur sollen die schwersten Wagen von über 16 Tonnen Gewicht, von denen es nur wenige auf der Welt gibt, nicht mehr hergestellt werden. Deutschland soll also weiter ohne diese besonders wichtige Waffe sein, während z. B. Frankreich seine Tausende von Tanks behielte.

Der Vorschlag Macdonalds für die G e st a l - tun g der Luftwaffe ist in derselben Weise unzureichend für eine wirkliche Abrüstung zur Luft. Zwar ist ein allgemeines Bombenabwurf- verbot vorgesehen, doch mit der Ausnahme der Erlaubnis dazu für polizeiliche Zwecke in entfern­ten Gegenden. So bleibt die Möglichkeit, Bomben­flugzeuge und Abwurfmunition zu unterhalten, nach wie vor bestehen, lieber die gänzliche A b - schaffung der Militärluftfahrt, wie sie Deutschland vorschlug, sollte noch verhandelt werden. Kommt darüb-r keine Einigung zustande, so sollen Höchstzahlen ,jr die im Dienst befindlichen Flugzeuge der rüstungsfreien Staaten festgesetzt werden, die nicht genannten Staaten aber auf dem Stand vom 1. Januar 1933 stehen bleiben. Deutsch­land und die Übrigen abgerüsteten Staaten bekämen also wie bisher überhaupt keine Flug- zeuge. Die endgültige Entscheidung über die mog- lüfte Abschaffung der Militärluftfahrt soll fünf ober gar acht Jahre hinausgeschoben werden. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen Flugzeuge von, mehr als 3 Ton­nen Leergewicht zerstört sein, mit Ausnahme von Wasserflugzeugen und solchen, die dem Truppen- transport dienen. Weitere Bestimmungen sehen ein Zurückziehen einer Anzahl Flugzeuge aus dem militärischen Diehft oder Abstellung in die Reserve vor, wobei den einzelnen Staaten die Auslegung der verschiedenen Begriffe überlassen bleibt Also

Äeulschland will den Frieden und nichts als den Frieden!

Reichskanzler Adolf Hitler auf der Führertagung der NGOAp.-Oas nationalsozialistische Deutschland nimmt nur als gleichberechtigte Macht an internationalen Konferenzen teil.

Qie Wahlparole des Führers

Berlin, 18. Ott. (WTB.) Die Reichspressestelle der NSDAP, teilt mit:

Die Führertagung der NSDAP, fand ihren Höhe­punkt und Abschluß in einer großen, richtunggeben­den Rede, die d e r Führer am Abend vor den versammelten Reichsleitern, Gauleitern, höheren SA.- und SS.-Führern, sowie den Gaupropaganda­leitern im Plenarsaal des Preußischen Landtages hielt. Rudolf Heß eröffnete die eindrucksvolle Tagung mit Begrüßungsworten. Dann nahm der Führer das Wort.

In feinen groß angelegten Ausführungen zur politischen Lage und über die Aufgaben, die sich für den Nationalsozialismus daraus ergeben, besaßte sich der Führer zunächst mit der außenpoliti­schen Situation, die in engem Zusammen­hang stehe mit der innenpolitischen Arbeit der nächsten Wochen. Das außenpolitische Ringen um die Gleichberechtigung, in dessen entscheidendes Stadium die deutsche Nation nunmehr eingetreten fei, fei untrennbar verbunden mit dem Kampf um den wirtschaftlichen Wiederauf­stieg, dem Kampf um das Brot, den das deutsche Volk feit über acht Monaten zielbewußt führe. Die politische Befriedung der Welt sei die Voraus­setzung zu der wirtschaftlichen Genesung. Der große Irrtum der bisherigen nachnovemberlichen Regierungen in Deutschland fei die Nichtbeachtung des Grundsatzes gewesen: Ehe nicht die Gleich­berechtigung zugestanden ist, ist jede Beteili­gung an internationalen Konferenzen von vorn­herein zwecklos! Seine Vorgänger in der Regierung seien gewissermaßen von jenerGenfer Krankheit" befallen gewesen, die sie zu Pessimisten für die Nation und zu Optimisten für den Völker­bund werden ließ: Er dagegen sage: Optimistisch bin ich auf mein Volk, und pessimistisch bin ich auf Genf und den Völkerbund."

Deutschland sei nie friedliebender gewesen als in dem Augenblick, da es der bisher so wenig ec- sreulichen Atmosphäre dieser Stadl den Rücken gekehrt habe. Das ganze deutsche Volk stehe hinter der Regierung, wenn sie gegenüber demü­tigenden Zumutungen erkläre: Wir wollen den Frieden, aber wir lassen uns nicht behandeln wie eine Ration zweiten Ranges! 2Ml derselben Entschlossenheit, mit der die nationalsozialistische Bewegung in den letzten 14 Jahren in Deutsch­land für ihr Recht gekämpft habe, werde Deutsch­land ernst und unerbittlich auch außenpo- litisch aus seinem Recht bestehen und an seinem Anspruch auf Gleichberechtigung festhalten. Die Ehre sei genau so wenig ein leerer Wahn, wie es die Treue sei. 2Han könne ohne sie auf dieser Welt nicht leben. Deutsch­land wolle den Frieden und nichtsals den Frieden, aber es sei entschlossen, in Zukunft zu keiner Konferenz, in keinen Bund zu gehen, in keine Konvention zu treten, gar nichts zu un­terschreiben, solange es nicht als gleichbe­rechtigt behandelt werde: Irgendwo gäbe es eine Grenze, unter die man nicht gehen dürfe, sonst sei man nicht würdig, ein Volk zu führen.

Unsere Propaganda für diese Wahl sei getragen

auch auf diesem Teilgebiet ist oon wahrhafter Ab­rüstung und Gleichberechtigung nichts zu spüren.

Auf dem Gebiet der S e e r ü st u n g e n hat man von vornherein auf frühere Vorschläge, wie Ab­schaffung der U-Boote und Verminderung der Größe der Linienschiffe verzichtet und nur gefor­dert, daß der Rüstungsstand von Ende 1932 nicht Überschritten werden soll. Die neuesten Flottenbau­pläne der Seemächte lassen auch erkennen, daß nicht Abrüstung, sondern A u f r ü st u n g d e r Flotten trotz gegenteiliger Behauptungen im großen Um­fange vor sich geht.

Was bleibt nun noch für eine tatsächliche Ab­rüstung zu hoffen? Auch der gutgläubigste Optimist wird an die Erfüllung auch nur einer wahrhaften Abrüstungsforderung nicht mehr glauben können. Deutschland hat Entgegenkommen, Geduld ,a er­neut Opferwillen zum Wohle der Gesamtheit ge­zeigt bis an die Grenze des Erträglichen. Wenn es sich heute in einmütiger Geschlossenheit gegen die fortgesetzte beleidigende Behandlung in Gens empört und fein höchstes Gut, die Ehre, wahrt, ist alle Schuld bei den Feinden der Abrüstung. Bei jenen Staaten, die Abrüstung und Gleichberechti­gung im Munde führen, in Wahrheit aber selbst­süchtigen Machtinteressen leben und die nicht ein- sehen wollen, daß von einer friedlichen Zusammen­arbeit und gegenseitigen Anerkennung berechtigter Lebensnotwendigkeiten das Wohl und Wehe aller abhängt.

Oie Frage des 42. November.

Worauf das deutsche Bott antworten soll.

Berlin, 18.Oft (OB.) Im Reichsgesehblatt ist heute die Aenderungsverordnung zur Verordnung zur Durchführung der Volksabstimmung über den Aufruf der Reichsregierung an das deutsche Volk

vom größten Ernst, denn diese Wahl sei moralisch einwandfrei und werde für das Lebensrecht der Nation geführt. Mehr vielleicht als irgend­jemand hänge das nationalsozialistische Deutschland am Frieden, weil die nationalsozialistische Idee dem völkischen Begriff einer bluts- mäßigen Staatsführung nach innen zugewandt fei und deshalb eine imperialistische Eroberungspolitik nach außen nicht kenne. Indem wir so jede Gewaltpolitik ablehnten, konnten und würden wir andererseits zur Wahrung unseres Rechtes ebenso entschlossen sein.

Die Wahlpropaganda der Partei müsse in diesem Rahmen gesehen und unter Zurückstellung alles Unwesentlichen auf diese ganz großen Fragen konzentriert werden. Unser Volk werde in diesen Wochen im Zeichen eines tiefen und heiligen Ernstes stehen. Seine Begeisterung sei nicht auf irgendeiner oberflächlichen Hurra- ftimmung aufgebaut, sondern auf tiefinnerster Er­kenntnis vom Bewußtsein seines Rechts. Diese seine Haltung ruhe auf dem Vertrauen zu seinen Führern, die mit größtem Verant- wortungsbewußtsein an die vor ihnen liegenden Aufgaben Herangehen. Die Arbeit der Partei in den kommenden Wochen müsse oon der Ueber­zeugung getragen sein, daß die Tatkraft sich nicht in kleinen Operationen dokumentiere, sondern nur durch Konzentration auf die großen Fragen. Die innere Freiheit und Geschlossenheit der Bewegung müssen mehr denn je in die Erscheinung treten.

Das große Werk der Versöhnung in u n s e r e m v 0 l k, das der Rationalsozialismus begonnen habe, müsse nunmehr seine Krönung finden. Auchunserenfrühereninnen- politischen Gegnern würden wir in Zeiten des Ringens der ganzen Ration entgegen­kommen und ihnen die Hand reichen, wenn sie beweisen, daß sie Bekenner der deutschen Ehre u n d F r i e d e n s li e b e seien.

Jeder Nationalsozialist möge sich bei seinem gan­zen Tun und Lassen der Verantwortung bewußt sein, die er vor der Nation trage. Im Bewußtsein dieser Verantwortung und unserer Pflichten müß­ten wir von der größten Härte gerade gegen uns selb st sein. Wer etwa als National­sozialist gegen seine nationalen Pflichten verstoße, müsse wissen, daß er noch weniger Schonung er­warten könne, als andere Volksgenossen. Die Par­tei habe ihr großes nationales Ziel, und dem sei alles andere rücksichtslos unterzuordnen. Wir alle müßten dabei auch ein Beispiel von Einfachheit und Schlichtheit geoen. Indem wir Nationalsoziali­sten blieben, was wir immer waren, erhielten wir uns nicht nur unsere Stärke, sondern auch das Vertrauen im Volk für alle Zukunft.

Der Führer streifte kurz auch die wirtschaft­lichen Fragen. Wenn die Nation heute das Gefühl habe, daß es wirtschaftlich vorwärts gehe, dann müßten wir alles tun, um diesen Antrieb zu verstärken. Mit dem Blick nur auf das Große und Entscheidende gerichtet, müsse alles Ungeklärte in den nächsten Wochen vor den wirklich großen, jur Der- wirklichung reifen Arbeitsprojekten zurückgestellt werden.

Wenn wir diesen unseren Kamps aus dem Ge­fühl der höchsten Verantwortung heraus führen, dann bin ich sicher, daß wir ihn erfolgreich suh- ren. Wer mutig sein Recht vertritt, wird am Ende auch Recht bekom­men. Wenn wir alle unsere Pslicht bis ;um äußersten erfüllen, bann wird unser Volk das erkennen und wird am 12. Rovember uns fein vertrauen aussprechen, weil es zu anständig ist, dem das vertrauen zu verweigern, der es ver­dient."

Mit einem Sieg-Heil auf den Führer, den Wah­rer der deutschen Ehre, schloß Rudolf Heß die be­deutsame Führertagung.

Das britische Kabinett wünscht Entspannung der Lage.

Simon begibt sich zur Berichterstattung zum König.

London, 18. Okt. (TU.) Das englische Kabi­nett nahm am Mittwochvormittag seine regelmäßi­gen Wochensitzungen wieder auf. Der Außenmini­ster Sir John Simon erstattete Bericht über die Abrüstungsfrage. In Kabinettskreisen herrschte der Eindruck vor, daß es im Augenblick keinen Zweck habe, weitere Schritte in dieser Frage zu unter­nehmen.Evening Standard" berichtet über die Sitzung des Kabinetts, daß die Minister die Vor­würfe des Reichsaußenministers von Neurath gegen Sir John Simon erwogen hätten. Es handele sich um zwei strittige Punkte:

1. Ob Simon in nicht zureichender Weise den deutschen Standpunkt an Amerika übermittelt habe, 2. ob Deutsch­lands Forderung hinsichtlich der Wiederaufrüstung in den letzten Tagen erweitert worden sei.

Times" schreibt u. a.: In manchen Kreisen besteht die Neigung, Sir John Simons Genfer Rede als Schilderung der Politik der britischen Regierung allein hinzustellen. In Wirklichkeit ist sie eine Darstellung des freund­schaftlichen Meinungsaustausches zwischen Vertretern verschiedener Nationen. Es wird bedauert, daß eine Mei­nungsverschiedenheit zwischen Freiherrn von Neu­rath und Sir John Simon entstanden ist. Die Regierung wünscht über dringend, daß dadurch die Hauptfrage nicht verdunkelt werde: die Gründe, aus denen Deutschland die Konferenz verließ. Die Regierung ist deshalb bereit, die ihr verfügbaren Dokumente zu veröffent­lichen, falls es wünschenswert ist. Anderseits ist sie entschlossen, nichts geschehen zu lassen, was zu

erschienen. Der Stimmzettel auf grünem Papier, der am 12. Rovember bei der Volksabstimmung abge­geben wird, trägt entgegen der früheren Fassung solgenden Aufdruck: Billigst Du, deutscher Wann, und Du, deutsche Frau, die Politik Deiner Reichsregierung, und bist Du bereit, sie als den Ausdruck Deiner eigenen Auffassung und Deines eigenen Willens zu erklären und Dich seierlich zu ihr bekennen? Unter diesem Ausdruck befinden sich zwei quadratische Felder, von denen eins mit 3a, bas andere mit Rein überschrieben ist.

Neue Kundgebungen für die Reichsregierung.

Berlin, 18. Okt. (WTB.) Der Reichsregierung sind aus Anlaß ihrer letzten außenpolitischen Ent­schließungen erneut zahlreiche Ergebenheitsadressen und Treuebekundungen zugegangen. Es schrieben u. a. der Reichsoerband der deutschen landwirt­schaftlichen Genossenschaften, der Deutsche Land­wirtschaftsrat, der Reichsverband deutscher Arbeits­dienst-Vereine, der Landarbeiterverband, der Land- und Forstangestelltenverband, der Metallarbeiter­verband, der Lederarbeiterverband, Holzarbeiterver­band, Arbeiterverband des graphischen Gewerbes, Verband der deutschen Theaterangestellten, Textil- arbeiteroerband, Steinarbeiterverband, Arbeiteroer­band der öffentlichen Betriebe, Arbeiterverband des Baugewerbes, Heimarbeiter- und Hausgehilfenver- band. Verband der weiblichen Angestellten, Reichs­verband deutscher Schriftsteller, Reichsverband deut­scher Zeitschriftenverleger, Verband angestellter Aerzte und Apotheker, der Leiter des Amtes für Beamte der NSDAP., der NS.-Lehrerbund. Fer­ner ist eingegangen ein Telegramm in Namen von mehr als' 2600 evangelischen Pfarrern, die der GlaubensbewegungDeutsche Christen" nicht ange­

hören. Bischof H 0 s f e n f e I b e r hat sich in einem Aufruf an bie Angehörigen ber Glaubensbewegung Deutsche Christen" geroanbt, in bem es u. a. heißt: Das in ber Glaubensbewegung geeinte beutsche Kirchenvolk weiß, baß unserem Volksführer Adolf Hitler für bie Entscheidungen dieser Wochen aus unbeugsamem Christenglauben Kraft und Weisheit wachsen. Am 12. November tut die Glaubensbewe­gung ihre Pflicht. Jedes Mitglied wird zur Volks­abstimmung feine Ja-Stimme bringen. Schließ­lich hat die Universität Heidelberg fol­gendes Gelöbnis gesandt:Die Universität Heidel-' berg, die älteste Stätte der Pflege deutschen Gei­stes, stets von denen besucht und begrüßt, die jen­seits der Grenzen ehrlich sich mit dem deutschen Wesen auseinandersetzen, durch den Kampf der jüngsten Tage für immer an bie Seite des Füh­rers gestellt, begrüßte die Entscheidung des Füh­rers als befreiende Tat, die der Erkenntnis der Wahrheit dient und allen Völkern den Weg zu einem natürlichen und gerechten Frieden weist."

Reichsführerschule

der Deutschen Studentenschaft.

Berlin, 19. Okt. Die zukünftigen Führer der Karneradschaftshäuser berStudenten­schaft und der Korporationen sind zur Zeit in Kursen der Deutschen Studenten­schaft in Rittmarshausen bei Göttin­gen zusammengefaßt. Sie erhalten dort praktische Anweisungen für ihre Arbeit als Führer. Die Deutsche Studentenschaft hat sich endgültig ent­schlossen, den seit langem bestehenden Plan emer Reichsführerschule zu verwirklichen, und zwar wird diese nach Rittmarshausen ge­legt werden. Man hofft, daß eine Vereinigung mit den in Aussicht genommenen Reichsführer­schulen der Assistentenschaft möglich ist.