Ausgabe 
19.9.1933 Frühausgabe
 
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Oer neue Zührerstab der OT.

Ernennung der Gauführer.

Der Führer der Deutschen Turnerschaft, Reichs- sportsührer von Tschammer-Osten, hat zu seinen Mitarbeitern folgende Mitglieder in den Führerstab berufen: Professor Edmund Neuendorff, Karl S t e d i n g - Bremen, Direktor Viktor Toyka - Dortmund.

Außerdem wurden 3um DT.-Jugendführer Thilo Scheller, zum Presseführer Werner Gärtner- Landau und zum Frauen- und Mädchenführer Hanni Warninghoff -Hannover bestimmt.

Zu Gauführern wurden ernannt: B a b b e - Preußisch-Eylau (Gau I), W. Becker- Stettin (Gau II), Major a. D. Brelthaupt (Gau III), Schmidt- Breslau (Gau IV), Schnei- der - Leipzig (Gau V), Bittorf - Hildburghausen (Gau VI), Meyer» Wandsbeck (Gau VII), Probst - Bremen (Gau VIII), Reis» Münster (Gau IX), Pentrop - Dortmund (Gaue X und XI), Andr 6 - Hersfeld (Gau XII), Sommer- Speyer (Gau XIII), Prof. Fischer- Karlsruhe (Gau XIV), Dr. Obermeyer» Stuttgart (Gau XV), Rad»München (Gau XVI).

Oer besiegelte Handballfrieden.

Die Entschließung der Spielwarte.

Die Handballspiele werden gemeinsam und unter Wahrung der Gleichberechtigung in allen Stellen der Verbände von unten bis oben durchgeführt un­ter Federführung des jeweiligen Vertreters der DT. Bei der Einteilung der Klassen usw. ist aus­schließlich das Leistungsprinzip aus­schlaggebend. Wo die Leistungen nicht fest­zustellen sind, wird die Zahl der für die Klassen verfügbaren Plätze gleichmäßig verteilt. Gespielt wird nach den seinerzeit zwischen beiden Verbän­den (DT. und DSB.) beschlossenen Einheitsregeln. In allernächster Zeit wird eine einheitliche Spielordnung festgestellt werden. Der i n - ternationale Verkehr im Handball liegt nach wie vor beim Deutschen Leichtathletik-Verband. Alle hierzu im Gegensatz stehenden Veröffentlichun- Sen über den Handballbetrieb sind nunmehr allen nterorganen strengstens verboten.

Des weiteren beschäftigten sich die Bestimmungen für Handball in Deutschland mit den Altersklassen und den Leistungsklassen. Weiter ist die Gruß­pflicht geregelt worden, die mit der Gruß­pflicht des Deutschen Fußball-Bundes aleichgeschal- tet ist, so daß überall auf den Handball- und Fuß­ballplätzen die Mannschaften in gleicher Weise auf­treten. Ferner wurden Bestimmungen getroffen über Meldegelder und Abgaben, sowie über die Spielpläne, lieber die Meisterschaften wurde be­stimmt, daß Gaumeister und Deutsche Meister für Frauen und Männer ausgespielt werden. Die Be­zeichnungMeisterschaft" für alle übrigen Spiele ist verboten. Schließlich werden Auswahlspiele, wie

Städtespiele, Spiele von Gau-, Bezirks- und Kreis­mannschaften sowie Pokalspiele gemeinsam durch­geführt.

1. Zührertagung des Deutschen Ski-Verbandes.

Der Deutsche Ski-Verband hielt am Sonntag in Würzburg seine erste Führertagung im neuen Deut­schen Reich ab. Der Führer Josef Maier dankte nach dem Bericht des Kassenwarts den scheidenden Vorstandsmitgliedern und überreichte ihnen die Goldene Ehrennadel. Herr Reichsinnenminister Dr. Frick erhielt wegen seiner großen Verdienste die Ehrenmitgliedschaft. Sportwart Barlon le Fort betonte in seiner großen Rede die Notwendigkeit der Vorbereitung für die Olympischen Spiele 1936 und führte weiter aus, daß der erste Schritt dazu die Verpflichtung von norwegischen Trainern sei. Die deutschen Skimeisterschaften 1934 sollen gemeinsam mit den Heeres- und SA- Meisterschaften abgewickelt werden. Die Tagung wurde von dem Führer mit einem dreifachen Sieg Heil" auf den Reichspräsidenten und den Volkskanzler abgeschlossen.

Deutscher Athletik-Sportverband."

Die bisherige Fachsäule IV des deutschen Sports hat vom Reichssportführer von Tsckammer- O st e n den offiziellen NamenDeutscher Athletik­sportoerband" erhalten. Demgemäß ändert der Deutsche Athletik-Sportverband von 1891 seinen Namen inDeutscher Schwerathletik-Verband von 1891". Im DASV. bestehen zwei Sparten, die Athletiksparte (Deutscher Schwerathletik-Verband, Jiu-Jitsu-Verband und Ringer-Verband) und die Box-Sparte (Deutscher Amateur-Boxverband und Verband Deutscher Berufs-Faustkämpfer).

Oie Europa-Meisterschasten der Gewichtheber.

Mit den Kämpfen im Schwergewicht fanden am Sonntagabend die Europameisterschaften der Ge­wichtheber in Essen ihren Abschluß. Etwas über­raschend siegte hier der Tschesche Becvar mit einer Gesamtleistung von 552,5 kg, während der deutsche Favorit Straßberger nur den dritten Platz hinter dem Estländer Luhaaear belegen konnte. Straßberger brachte es auf eine Gesamtleistung von 525 Kg, während der Estländer 537,5 kg erreichte. Den Preis der Nationen holte sich Deutschland ganz überlegen mit 18 Punkten durch feine zahlreichen Siege und verschiedene gute Plätze.

Die neuen Europa m ei st er: Federgewicht: Wölpert - München, 420 kg; Leichtgewicht: Thiersch - Erfurt, 447,5 kg; Mittelgewicht: 211 = leene - Frankreich, 497,5 kg; Halbschwergewicht: Scheitler- Luxemburg, 497,5 kg; Schwergewicht: Becvar - Tschechoslowakei, 552,5 kg.

Gtädtevettkampf der Turnergilden im OHV. (Main-Weser).

Der Wanderpreis der -V-Klaffe bleibt in Gießen.

Bei dem am Sonntag und Montag in Gießen ausgetragenen Städtewettkampf der Turnergilden im DHV. im Bezirk Main-Weser erfüllte die Gießener Mannschaft 1 (G. Schwan, G. Koch, F. Koch, W. Heck, H. Peters) die in sie gesetzten Hoffnungen und wurde mit 20 Punkten vor Kassel, 25 Punkte, und Frankfurt a. M., 27 Punkte, wie im vorigen Jahre sicherer Erster.

Einen großen Erfolg hatte auch die 2. Mann­schaft der Gilde Gießen (Herbert, Hau, Enders, Arzbächer, Rieß), die mit 41 Punkten auf den 4. Platz kam vor Mai«z 1., Darmstadt 1., Wies­baden 1., Gießen Mannschaft 3 (Jost, Müller, Schickedanz, Bree, Brückmann), Offenbach 1., Frank­furt 2., Offenbach 2., Mainz 2 Kassel 2. und Offenbach 3.

Die Gilde Gießen errang in diesem Volkssport-

Siebenkampf der A-Klasse nicht weniger denn fünf Bestleistungen und zwar im Weitsprung 5,55 Meter, Keulenwurf 52 Meter, 3000-Meter-Mannschaftslauf 11:20.6 Minuten, 5X100-Meter-Hindernislauf mit 30 Pfund Belastung 1:18 Minuten und Marsch (25 Kilometer mit 25 Pfund Gepäck) 3:13 Stunden. Gestartet wurde in gewöhnlichen Turnschuhen.

B-Klassensieger wurde die Jugendmann­schaft Kassel 1.

In der Gästeklasse siegte die Polizei Butz­bach mit 41 Punkten vor Sturm 11/1 der SA. mit 44 Punkten und Sturm 14/1 mit 75 Punkten

Es sei noch erwähnt, daß im Gepäckmarsch die Mannschaft 1 Gießen mit 3:13 Stunden und Mann­schaft 2 Gießen mit 3:18 Stunden die beiden ersten Plätze belegten.

Ausführlicher Bericht folgt.

Leichtathletik-Lugendmeifierschafien des Kreises Gießen.

Die Jugendleichtathletik-Meisterschaften kamen auch in diesem Jahre wieder durch die Spielvereini­gung 1900 zur Durchführung. Sie brachten durch­weg schönen Sport und gute Ergebnisse. Es wäre jedoch eine stärkere Beteiligung der Landvereine wünschenswert gewesen. Den weitaus größten Teil der Erfolge konnte der 1900er Nachwuchs an sich bringen. Bei den Mädchen blieben die 1900erinnen leider unter sich.

Oie Ergebnisse:

Jugend A (Jahrgang 1915/16):

100 Meter: 1. Herrmann, 1900, 12,1 Sek.; 2. Werner, Tv. Wieseck, 12,5 Sek.; 3. Schneider, OSC. Gießen, 12,8 Sekunden.

1000 Meter: 1. Simon, OSC. Gießen, 3:13,3 Minuten; 2. Rinn, OSC., 5 Meter zurück; 3. Schnei­der, OSC.

60-Meter-Hürden: 1. Herrmann, 1900, 9,8 Sek.; 2. Kümmel, Wieseck, 10,7 Sekunden.

4X100-Meter-Staffel: 1. Spielogg. 1900, 51,6 Sek., 2. To. Wieseck, 52,3 Sek.; 3. OSC. Gie­ßen, 52,5 Sekunden.

Hochsprung: 1. Hermann, 1900, 1,46 Meter; 2. Kümmel, Tv. Wieseck, 1,40 Meter; 3. Jöckel, 1900.

Weitsprung : 1. Herrmann, 1900, 5,34 Meter; 2. Kümmel, Wieseck, 4,82 Meter; 3. Schneider, OSC., 4,48 Meter.

KugeIstoßen: 1. Herrmann, 1900, 12,95 Meter; 2. Werner, Wieseck, 12,03 Meter, 3. Gaul, Wetzlarer Spv. 11,81 Meter.

Diskuswerfen: 1. Herrmann, 1900, 32,60 Meter, 2. Simon, OSC., 29,83 Meter; 3. Gaul, Wetzlarer Spv. 27,76 Meter.

Speerwurf: 1. Gaul, Wetzlar, 44,76 Meter; 2. Werner, Wieseck, 33,80 Meter; 3. Eisenhuth, Wieseck, 32,80 Meter.

Keulenwurf: 1. Gaul, Wetzlar, 58,60 Meter; 2. Simon, OSC., 51,10 Meter; 3. Werner, Wieseck, 49,40 Meter.

Jugend B (Jahrgang 1917/18):

100 Meter : 1. Volk, 1900, 12,8 Sek.; 2. Rosen­bach, 1900, 13 Sek.; 3. Wohlgemuth, Wetzlar, 13,3 Sekunden. _

800 Meter: 1. Bonarius, 1900, 2:29,6 Min.;

2. Rosendach, 1900, 2:35,9 Min.; 3. Schmitz, 1900, 2:38 Minuten.

Weitsprung: 1. Rosenbach, 1900, 5,10 Meter; 2. Wohlgemuth, Wetzlar, 5,08 Meter; 3. Volk, 1900, 4,88 Meter.

Kugel st oßen: 1. Wohlgemuth, Wetzlar, 9,96 Meter; 2. Bonarius, 1900, 9,66 Meter; 3. Volk, 1900, 9,33 Meter.

Jugend C (Jahrgang 1919 und jünger):

50 Meter: 1. Hoß, 1900, 6,8 Sek.; 2. Kirch­ner, 1900, 6,9 Sek.; 3. Dapper, Wieseck, 7 Sekunden.

8 00 Meter : 1. Baumann, Wetzlar, 2:30,4 Min.; 2. Jäger, 1900, 2:31,6 Min.; 3. Dapper, Wieseck, 2:33,4 Minuten.

4X75-Meter-Staffel: 1. Spielogg. 1900, 42 Set.; 2. To. Wieseck, 43 Sek.; 3. Wetzlarer Spv. 44,1 Sekunden.

Weitsprung: 1. Dapper, Wieseck, 4,40 Meter; 2. Zidorn, Wetzlar, 4,35 Meter; 3. Goß, 1900, 4,30 Meter.

Ballweitwurf: 1. Goß, 1900, 67,40 Meter; 2. Eisenhuth, Wieseck, 63,80 Meter; 3. Baumann, Wetzlar, 62,30 Meter.

Kugelstoßen: 1. Goß, 1900, 10,37 Meter; 2. Kirchner, 1900, 9,15 Meter. 3 Dapper, Wieseck, 8,34 Meter

Mädchen A:

75 Meter: 1. L. Diehl, 1900, 10,6 Sek.; 2. E. Werner, 1900, 11,4 Sek.; 3. M. Ockel, 1900, 12,2 Sekunden.

Weitsprung: 1. L. Diehl, 4,34 Meter; 2. E. Werner, 3,93 Meter; 3. M. Ockel, 3,70 Meter.

K u g e l st o ß e n : 1. L. Diehl, 7,27 Meter; 2. M. Ockel, 5,34 Meter; 3. E. Werner, 5,05 Meter.

4X50-Meter-Stgfsel: 1. Spielvgg. 1900, 1. Mannschaft, 35 Sek.; 2. Spielvgg. 1900, 2. Mann­schaft, 35,5 Sekunden.

Mädchen B:

50 Meter: 1. H. Diegel, 1900, 8,5 Sek.; 2. L. Hinterher, 1900, 8,6 Set.; 3. E. Diehl, 1900, 8,8 Sekunden.

Weitsprung: 1. H. Diegel, 3,22 Meter; 2. L. Hintereder, 3,10 Meter; 3. E. Diehl, 2,82 Meter.

Ballweitwurf: H. Diegel, 29,10 Meter; 2. L. Hintereder, 27,70 Meter; 3. E. Diehl, 15 Meter.

Landesjugendwettkämpfe in Hungen.

Dieser Tage hielt die Volksschule zu Hungen die Landes-Jugendwettkämpfe für das Jahr 1933 ab. Im Vergleich zu den in den Vorjahren abge­haltenen Reichs-Jugendwettkämpfen sind die Lei­stungen jedoch auf einer agnz neuen Grundlage aufgebaut. Wir bringen daher in der Folge neben den Ergebnissen eine nähere Beschreibung der ein­zelnen Leistungen. Die Bestleistung der Knaben- Gruppe I (5. u. 6. Schuljahr) mit einer Gesamt­punktzahl von 20 Punkten erzielte die 4. Gruppe. K n a b e n, II. G r u p p e (7. u. 8. Schuljahr): Die Bestleistung mit einer Gesamtpunktzahl von 22 Punkten erzielte hier die 1. Gruppe.

Mädchen, I. Gruppe (5. u. 6. Schuljahr): Die Bestleistung mit einer Gesamtpunktzahl von 10 Punkten erzielte hier die 3. Gruppe. Mäd­chen, II. Gruppe (7. u. 8. Schuljahr): Die Bestleistung mit einer Gesamtpunktzahl von 14 Punkten erzielte hier die 2. Gruppe.

In Saasen.

Dieser Tage wurden die Landes-Jugendwett- kämpfe ausgetragen. Auf dem herrlich gelegenen Hardacher Sportplatz hatten sich die Schüler von Ettingshausen, Harbach, Hattenrod und Saasen zum Kampfe eingefunden. Lehrer Söhnchen von Harbach hatte die nötigen Vorbereitungen getroffen.. Die Harbacher gingen mit insgesamt 17 Punkten als Sieger hervor. Damit errangen sie den vom Herrn Reichsstatthalter gestifteten Wander-Wimpel. An zweiter Stelle folgte Saasen mit 15 Punkten. Dann folgten Ettingshausen mit 12 und Hattenrod mit 11 Punkten.

Profi-Tennisweltmeister Aüßlein.

Hans N ü ß l e i n, der junge deutsche Tennis-Pro­fessional, vermochte bei den in Berlin ausgetragenen Weltmeisterschaften durch einen Sieg über den Ame­rikaner Tilden den Titel im Einzelkampf an sich zu bringen, der damit zum erstenmal von einem Deutschen erfochten wurde.

Rhön-Bussard" über Gießen.

Zielflug Hirzenhain-Gießen.-Pilot Wiegmeyer landet im Gießener Flughafen.

Still und verlassen lag gestern nachmittag der Gießener Flughafen im Glanz der spätsommerlichen Sonne. Auf dem Flugfeld war es sehr ruhig und im Restaurant, wie auf der Terrasse ebenfalls. Auch im Lager der Flieger war nichts los.

Gegen 15 Uhr kam dann aber doch etwas Be­wegung in die friedliche Landschaft. Mit ganz guten Augen konnte man zunächst in weiter Ferne über dem Gleiberg, im Dunst und unter den etwas zer­fahrenen Wolken einen Vogel anschweben sehen, der nur ganz allmählich größer wurde, dann etwas nach der Stadt zu abbog, in ziemlicher Höhe über Gießen flog, um dann in der Richtung nach dem Flughafen zu Kurs zu nehmen. Noch wiegte sich der leichte Vogel in über 1000 Meter Höhe in der Luft und erst allmählich glitt er in weiten Schleifen nieder.

Noch war der unangemeldete Gast im Gießener Flughafen nicht bemerkt worden, noch rührte sich nichts auf der Erde und erst als aus der Höhe einHalloooohü" erklang, wurde man aufmerksam und nahm erstaunt wahr, daß ein völlig fremdes Flugzeug über dem Flughafen kreiste. Noch größer aber wurde das Erstaunen, als nach glatter Lan­dung der in Gießen bestens bekannte Pilot und Fallschirmspringer Wiegmeyer dem Flugzeug ent­stieg. Er wurde von den wenigen Anwesenden herz­lich willkommen geheißen. Schnell lösten sich die Rätsel des Fluges und der Landung.

pilof Wiegmeyer, der gegenwärtig am Segel- flugroettberoerb in Hirzenhain feilnimmt, war kurz nach 13 Uhr bei denkbar schwachem Winde (mit Gummiseit) gestartet, er hatte einen wärmeschlauch erreichen können, gewann auch wolkenanschluh und segelte nun los, von warmer Luft immer wieder emporgehoben und auf statt­liche höhe über Start gebracht.

Schon vorher hatte er seinen Kameraden Bescheid gesagt, was er vor hatte: einen Zielflug nach Gießen. Nicht nur, daß er dem Gießener Flughafen in alter Anhänglichkeit, einen Besuch ab­statten wolle (er gehört der Ortsgruppe Gießen des Luftsportoerbandes an), sondern er müsse außer­dem zum Zahnarzt. Die Kameraden mochten zunächst etwas ungläubige Gesichter gemacht haben, denn ein Zielflug im Segelflugzeug ist nicht gerate sehr einfach. Im Segelflug ist nicht allein der menschliche Wille ausschlaggebend. Pilot Wieg­meyer machte aber sein Vorhaben wahr. Wie er erzählt, ging der Flug sehr glatt vonstatten. Es gab wenig Böen, dafür aber sehr viel Wärme­aufwind, so daß er immer wieder Mühe hatte, das Flugzeug unter den Wolken zu halten. In die Wolken durfte er sich nicht wagen, da er kein Blindfluggerät bei sich hatte und dadurch nur allzu leicht die Orientierung, besonders aber die Gleich­gewichtslage hätte verlieren können. So zog das Flugzeug denn unter den Wolken hin, segelte über Berge und Täler des Westerwaldes, um dann am Dünsberg vorbei über dem Gleiberg zu erscheinen, über Gießen zu fliegen und im Flughafen zu lan­den. Der Zielflug glückte...

Es war dies der erste Ziel-Segelflug, der in Gießen gelandet wurde.

Mit Wiegmeyer flog der Darmstädter Fischer von Hirzenhain ab. Fischer- Darmstadt auf der Darmstadt" war etwas früher gestartet, flog zu­nächst vor Wiegmeyer, Wiegmeyer überholte ihn aber, um dann nach etwa zweistündigem Flug (Luftlinie etwa 35 km) im hiesigen Flughafen niederzugehen.

Gegen 17.30 Uhr rief Fischer, der um wieg- meyers Landung in Gießen wußte, an, und konnte mitfeilen, daß er bei Bübingen glatt ge­landet sei.

Pilot Wiegmeyer erklärte, daß er sehr wohl noch eine weitaus längere Strecke hätte bewältigen kön­nen, denn die Wind- und Witterungsverhciltnisse waren für einen ßangftrecfenflug die denkbar gün­stigsten gewesen. Noch am gleichen Abend wurde bas Segelflugzeug, derRhön-Bussard", mit weni­gen Handgriffen abmontiert und im Transport­wagen wieder nach Hirzenhain gebracht.

OerRhön-Bussard" selbst ...

ist ein Hochleistungsflugzeug, das in diesem Jahre zum ersten Male auf der Wasserkuppe gezeigt wurde und sehr beachtliche segelfliegerische Leistungen zuließ. Das Flugzeug hat eine Spann­weite von etwa 14 Metern, ist in ärodynamischer Hinsicht vorzüglich durchkonstruiert und bei aller Leichtigkeit sehr stabil gebaut. Der Rumpf hat nahe­zu Fischform und ist auffallend schmal. Der Bug hat frappante Aehnlichkeit mit dem eines Zeppelins, ein Eindruck, der durch die Unterteilung der Holz­flächen noch verstärkt wird. Das Flugzeug zeichnet sich durch eine besondere Wendefähigkeit aus. Es kann im Tempo bis zu 130 km in der Stunde vom Motorflugzeug geschleppt werden. Pilot Wieg­

meyer konnte in diesen Tagen in Hirzenhain mit demRhön-Bussard" sogar Kunstflüge, Loopings, Turns und Rückenflüge zeigen.

Thermikflüge in Hirzenhain.

Thermikflüge kann man im allgemeinen nur im Sommer, wenn die Wärme aus den leise wogen­den Roggen- und Weizenfeldern hochzittert, aus­führen. Fischer wagte um die Mittagszeit bei einer Windstärke von kaum 1 m pro Sek. im herbstlich schönen Wetter trotzdem den ersten Thermikflug über dem Dietzhölztal bei Hirzenhain. Fast eine Stunde lagen er und feine Darmstädter Kameraden am Westhang und beobachteten den Rauch des Schorn­steins eines Sägewerkes zwischen Eiershausen und Eibelshausen. Als die Rauchfahne wieder grabe zum Himmel ftanb, erfolgte ber Start. In ber Thermikblase so nennt Fischer biefen Schlauch bes Rauches lag er minutenlang in ber flachen Linkskurve unb stieg unb menbete mit ihr weit über ben Horizont. Nach 20 Minuten kehrte er. gut 500 Meter über ber Startstelle, zum Westhana zurück, traf sich mit einem Bussarb über Hirzen-, Hain unb wollte beinahe auf Strecke gehen. Für ben Fachmann wie für ben Laienzuschauer war biefer erste Thermikflug bei Hirzenhain bas phan­tastischste, was man bisher hier gesehen hat. Wieg­meyer, ber auf seinem Rhönbussarb einenPost- zug" später benjelben Versuch machte, burchflva eine anbere Thermikblase unb sackte ab. Genau so erging es Fälsche, Frankfurt, auf ber Kassel 25

So sinb jetzt sämtliche Arten bes Segelfluges hier geboten worben.

Die Kleinen unb Punktsammler übten am B= Köpfchen Prüfungs-, Punkt- unb Zielflug. Gegcn Abend kam der Landesgruppenführer U l m aus Frankfurt, um die Meldung über die schönen bis­herigen Leistungen entgegenzunehmen. Neben dem Rhönbussard landete zu guter Letzt noch die Argus- Schlepp-Motormaschine aus Darmstadt.

14. Deutscher Rudersieg in Amsterdam.

Deutsch gewinnt den hollandbecher.

Die klassische Herbstregytta auf dem Slooten-Kcmal bei Amsterdam erreichte mit der Entscheidung bes (Einerrennens um ben Hollanbbecher ihren Höhe­punkt. Das Rennen bestritt unser erfolgreichster Junior Hans Deutsch (Tangermünde) unb ber Hollänber de Vries. Nach glattem Start übernahm Deutsch sogleich die Führung, die er bei 500 Meter schon auf eine Länge ausgedehnt hatte. Deutsch siegte in 8:07,6 mit zwei Längen Vorsprung. Der Hollandbecher wurde zum 14. Male und seit dem Jahre 1927 in ununterbrochener Reihenfolge von einem Deutschen gewonnen.

Harmonischer Abschluß des Länder­kampfes.

Nach Schluß des Leichtathletik-Länderkampfes zwischen Deutschland und Frankreich in Paris nah­men beide Mannschaften und ihre Führer noch an einem Bankett teil, zu dem ber oeranftaltenbe französische Verbanb nach bem Pariser Hotel Lutetia geloben hatte. Als Vertreter ber deutschen Botschaft war Gesandtschaftsrat Dr. Kühn erschienen. Ser, Leiter der deutschen Expedition, B a r r e l e 11» Hamburg, unb Reichstrainer Waitzer würben mit der goldenen Sportplakette des Französischen Verbandes ausgezeichnet. In sämtlichen von den Vertretern beider Länder gehaltenen Reden wurde ber harmonische unb beibe Teile zufrieben- ft e 11 e n b e Verlauf bes Kampfes hervor­gehoben unb ber Hoffnung Ausbruck gegeben, baß bie Olympische Spiele 19 36 in Berlin von bem gleichen guten sportlichen Geist getragen fein werben.

VfB. Gießen.

VfR. Lich 1. Jgd. VfB. Gießen 1. Jgd. 2:4.

(Einen einroanbfreien Sieg konnten bie Jugend- lichen bes VfB. in Lich erringen. Bei Halbzeit war bas Spiel bereits entschieden, benn bie Licher lagen hier mit 3:0 im Rückstand. Die Grün-Weißes waren ihrem Gegner auch in ber zweiten Hälfte immer überlegen.

FE. Grohen-Buseck 1. Schüler gegen VfB. Gießen 1. Schüler 3:2.

Recht unglücklich kämpften bie Schüler in Gro- ßen-Buseck, obwohl sie technisch ihrem Gegner über­legen waren, mußten sie eine Nieberlage einfterfen.

Kurze Sportnotizen.

Al3 Lehrer vom DFB. verpflichtet würbe ber Frankfurter Internationale Georg K n o p f k e. Der Frankfurter wirb seinen Wohn­sitz nach Berlin verlegen unb neben Reichstrainer Nerz dann als Lehrer für das ganze Bundesgebiet tätig fein.

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Eine Revanche Fortuna Schalke kommt am 1. Oktober in Gelsenkirchen im Rahmen eines Geländesport-Tages zustande.