Das Lugendnotwerk im Bezirk Lich
Nach 14 Tagen fei man dann in der Lage, unter Einbeziehung der Sammlungsergebniffe^ und des Reichszuschussi 1 ~
Reichszuschusses zu dem System des Ausschlags der nicht gedeckten Restkosten überzugehen, die unter Umständen sehr gering oder gar nicht mehr vorhanden seien. Für das Jugendnotwerk müsse bei einer hiesigen Bank ein Konto angelegt werden. Es müsse ferner ein Finanzausschuß gebildet werden, der die Gelder verwalte und Rechnung über die Organisation führe. Die berufliche, geistige und sportliche Betreuung, schlage er vor, dem Arbeitsamt dzw dem „hessischen Heimatwerk" zu üder-
A Lich, 17. Jan Am Montagnachmittag wurde im Saale des „holländischen Hof" eine von Bürgermeister Geil als Borsitzendem des Küchen- und Kontroll-Ausschusses zur Durchführung des N o t • Werkes der Deutschen Jugend für den Bezirk Lich der A r b e i t s a m t s - N e b e n st e l l e L i ch einberufene Versammlung zur Besprechung des Iugendnotwerks und dessen Organisation in unterer «tadt abgehalten. Etwa 80 Personen der an der Durchführung des Jugendnotwerkes interessierten Kreise, darunter vor allem Bürgermeister, Geistliche und Lehrer, sowie Vertreter der Wohlfahrtsorganisationen der zum Bezirk der hiesigen Nebenstelle gehörigen Gemeinden waren der Einladung gefolgt.
Bürgermeister Geil legte zunächst die bereits bekannten Ziele des Notwerkes dar. Im Bezirk Lich seien bis jetzt aus 2 2 Gemeinden 144 Jugendliche gemeldet. Diese Beteiligung stelle vor allen Dingen große Anforderungen an die Raumfrage. Er habe diese dadurch zu lösen versucht, daß er mit dem Besitzer des Steinschen Saales eine entsprechende Vereinbarung getroffen habe.
Eingehender Berechnung nach stelle sich die Verpflegung unter Zugrundelegung einer täglichen Fleischporllon von 200 g pro Kopf mit allen Nebenkosten aus etwa 40 Pfg. pro Tag und Kopf.
hiervon werde der Betrag von 13 Pf. pro Tag und Kopf aus Reichsmitteln gedeckt. Es bestehe Hoffnung, daß die restlichen Kosten durch freiwillige Spenden an Naturalien und Geld aus dem Bezirk aufgebracht werden könnten. Er sei in der Lage, mitzuteilen, daß bereits 50 Mark in bar überwiesen seien, weiterhin habe der Kreisausschuß des Kreises Gießen für die Beschaffung von Lebensmitteln 250 Mark für das Jugendnotwerk bewilligt, wovon ein angemessener Betrag nach Lich kommen dürfte.
Der Vorsitzende des Zweigvereins vom Roten Kreuz, Oberamtsrichter Dr Bernhard, teilte mit, daß von dem Verein weitere 100 Mark zur Verfügung gestellt würden.
An Naturalien seien bereits, so fuhr der Bürgermeister fort, zur Verfügung gestellt 60 Zentner Kartoffeln und ein Zentner Erbsen Um die Verpflegung von vornherein auf eine sichere Grundlage zu stellen, schlage er vor, daß jede
lassen.
Die Darlegungen des Bürgermeisters Gelt führten zu einer lebhaften Aussprache, an der sich u. a. verschiedene Bürgermeister der Bezirksge- meinden, Geistliche und Lehrer beteiligten. Wenn auch anerkannt wurde, daß die Vorarbeiten des Vorsitzenden die Durchführung des Jugendnotwerkes auf dieser Grundlage ohne weiteres gewährleisteten, so war doch die Frage umstritten, ob für das flache Land eine Verpflegung der I u - gen dl ich en ins Auge gefaßt werden solle. Verschiedene Redner vertraten den Standpunkt, daß die berufliche, geistige und sportliche Betreuung auch durchgeführt werden könne ohne eine derartige Maßnahme Einzelnen Rednern war der Bezirk für die Durchführung der Betreuung zu groß, sie waren der Ansicht, bar' das unter Zusammenschluß weniger Gemeinden geschehen müsse.
Der Vorsitzende trat diesen Auffassungen an Hand der bisher erlassenen Vorschriften entgegen, wies darauf hin, daß nut der Durchführung des ganzen Jugendnotwerkes die Reichsanstalt und die dieser unterstellten Arbeitsämter beauftragt seien und die Nebenflellenbezirke die kleinsten Zellen dieser Organisation seien. Er gab zu, daß sich nach mancher Hinsicht um die Notwendigkeit einer Verpflegungsstation streiten lasse, entgegnete aber,
es handle sich nicht in erster Linie um das Essen als solches, sondern daß auch in der gemeinsamen Verpflegung ein Mittel zu sehen
Gemeinde etwa für die ersten 14 Tage für jeden gemeldeten Jugendlichen den Unterstützungsrichtsatz für Jugendliche (das sind pro Woche 3 Mark) zur Verfügung stelle.
Aus diesem Betrage werde ein Grundstock ge bilde» und die ersten kosten bestritten.
fei. das die Jugendlichen des ganzen Bezirks kameradschaftlich zusammenführe.
Er befürchte, daß mit großen Abänderungsvorschlägen unter Umständen das ganze Jugendnotwerk für den Bezirk in Frage gestellt werde, und er legte der Versammlung die Frage vor, ob sie auf diese Gefahr hin auf ihrer Stellungnahme verharren wolle, was die Versammlung einmütig verneinte. Schließlich einigte man sich, nachdem auch besonders der Leiter der hiesigen gewerblich gegliederten Fortbildungsschule, Lehrer Meckel, ferner Dr. Kammer- Villingen und Kaufmann Schmidt-Lich für das Notwerk eingetreten waren, dahin, daß unter der Voraussetzung, daß die Verpflegung einen wesentlichen Bestandteil des I u g e n d n o t w e r k s p r o g r a m m s bilde (worüber in einer bereits einberufenen Bürger- meifteroerfammlung beim Kreisamt Gießen in An Wesenheit des Direktors des Arbeitsamtes Gießen, Regierungsrat Dr Bues, volle Klarheit geschah fen werden würde) das Jugendnotwerk auf der vor- gefchlagenen Basis für Lich eingerichtet werden solle.
Es 'wurden bann nach den Vorschlägen des Vorsitzenden folgende Ausschüsse gebildet:
Ein Hauptausschuh unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Geil-Sich und des Beigeordneten als Stellvertreter, bestehend aus den Bürgermeistern der Bezirksgemeinden, den Geistlichen von Lich, einem Vertreter der jüdischen Gemeinde, den Leitern der Volks- und der Fortbildungsschule, dem Zweigvereinsvorsitzenden des Voten Kreuzes, dem Direktor des Landwirtschaftsamtes Sich, dem Vorstand des Kriegervereins, des Turnvereins, des Ortsgewerbevereins und des Vereins für Handel und Gewerbe, sowie zweier Vertreter des Gemeinderates von Lich und verschiedenen anderen Herren.
Ein Kassenausschuh unter dem Vorsitz des Lehrers i. R. K n ö l l, der sich zur Führung des ganzen Rechnungswesens bereit erklärt hat, bestehend aus zwei weiteren Lehrern im Ruh<^ stand, und den Bürgermeistern von Garbenteich und Steinbach als Revisoren.
Ein Küchen ausschuh unter dem Vorsitz der Fürstin Witwe Karl, bestehend aus zwei Mitgliedern des Frauenvereins Lich, dem Herrn Major a. D. Stamm, dem Tierarzt Dr. E r b und den Metzgermeistern Stein und Rau.
Für die Ingangsetzung und Durchführung der Sammlung ein Zentralausschuh in Lich, bestehend aus dem Leiter des Kreiswohlfahrtsdienstes, Pfarrer ® raubt in Lich, als Vorsitzendem, dem Vorsitzenden des Zweigvereins vom Roten Kreuz, Oberamtsrichter Dr. Bern
hard, und dem Vorsitzenden des Kriegerverein-, Stadtrechner Häuser.
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Zusammenkunft: Licher Straße (am Forsthaus Hochwart).
C Freitag, den 27 Januar 1933, 9'A Uhr, aus den Abt. 65, 66, Illa und 112a des Stadtwaldes, Försterei Gießern
Zusammenkunft: Schiffenberger Weg — am Waldeingang.
Gießen, den 18. Januar 1933.
Bürgermeisterei Gießen
I. D.: Dr. R o senberg.
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Zwangsversteigerung 126/32
Am Donnerstag, dem 23. Februar 1933, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- gebäude zu Gießen, Zimmer 107, das im Grundbuche von Gießen dem Wilhelm Dippel und Ehefrau Auguste, geb. henke, in Gießen zugeschriebene Anwesen Kaiserallee 40 41 ID
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Flur 3, Nr. 294 - 399 qm Hof reite geschätzt 15 800 RM.. versteigert.
Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt.
Gießen, den 16 Januar 1933.
I. A des Hessischen Amtsgerichts Gießen:
Leo, Ortsgerichtsvorsteher.
rm Eichenstocke
4,2 rm Eichen-'Nutzscheiter 1. Kl.
Lagd-Derpachtung.
Freitag, den 27. Januar 1933, nachmittags 1 Uhr, wird die zirka 360 Hektar große Wald- und Aeldjagd der Gemeinde Lüßseld auf dem Bürgermeistereibureau, dahier, auf sechs Jahre verpachtet.
Das Jagdgebiet ist von Station Neuhaus der Nebenbahn Nieder-Gemünden— Kirchhain 2 Kilometer entfernt und von Station Burg-Nieder-Gemünden in 5 Kilometer zu erreichen. Nähere Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle. 416D
Büßfeld, den 18. Januar 1933.
Bürgermeisterei Büßfeld. Heß.
Yrennholz-Verfleigemngen der StaOf Gießen.
Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen versteigert werden: 418C
A. Montag, den 23. Januar 1933, 9'/j Uhr, aus der Abt. 54 des Sladtwaldes, Försterei Rodgen.
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