Ausgabe 
18.12.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 296 Erstes Blaff

183. Zahrgang

Montag, 18. Dezember 1933

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Chefredakteur

Dr Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An­zeigenteil t. D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen.

Enge Zusammenarbeit zwischen Krankreich und der Kleinen Entente. Beneschs pariser Heise hat das Bündnis der antirevisionistischen Mächte bekrästigt.

Paris. 18. De;. (LNB. Funkspruch.) Der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benesch Hal es, wie bei all seinen Reisen, auch bei seinem Pariser Besuch nicht an lautester Publizität fehlen lassen. Die Oefsentlichkeit must den Eindruck haben, über alles, was zwischen Lencsch und Paul-Voncour bespro­chen wurde, ausführlich informiert zu sein. Und doch enthalten diese Informationen wenig neues, so dast man sich fragt, ob mit derartigen Feststellungen der Zweck der Pariser Reise des tschechoslowakischen Außenministers erschöpft war. Was über den Völ­kerbund. die Abrüstung und Mitteleuropa erklärt wurde, sind Fragen, die schon oft erörtert worden sind. Frankreich und seine Verbündeten sind gegen jede Verfassungsreform des Völker­bundes. sie wollen, dast alle Abrüstungs- Verhandlungen nach Genf zurückfüh­ren und sie halten an dem Plan eines zunächst wirtschaftlichen W i e d e r z u s a m m e n - schlusses der Nachfolge st aalen im Do­na u r a u m fest.

Besonderen Werl legte Paul-Boncour vor der Presse auf die Erklärung, dast die Pariser Bespre­chungen gegen niemand gerichtet seien. Mit dieser wiederholt abgegebenen Erklärung ist aber der Eindruck nicht aus der Welt zu schaffen, dast in Paris der versuch gemacht wurde, das französische Bündnissystem neu ; u beleben und zu einer Arbeitsgemeinschaft gegen jeden versuch einer europäischen Reorganisation zu entwickeln. Nach Andeutungen französischer Blätter scheint Benesch besonders in der Abrüstungsfrage neue Zusicherungen von Frankreich erhalten zu haben, die sich nicht nur auf die Nichtabrüstung, sondern auf bie RÜstungs- Vermehrung beziehen. Der wahre Eharakter der Besprechungen wird sich jedenfalls am deutlichsten in dem künftig mehr oder weniger demonstrativen Auftreten der Vertreter der Kleinen Entente offenbaren.

Dr. Benesch reist heute nach Prag zurück. In französischen diplomatischen Kreisen sucht man die Bedeutung der Pariser Besprechungen mit der Er­klärung zu begründen, dast sie über den Rahmen einer tschechoslowakisch-französischen Aussprache hin- ausgingen, da Benesch auch im Namen der Staaten der Kleinen Entente gesprochen habe. Zwei Ergebnisse seien besonders wichtig: Er­stens die unverbrüchliche Treue, die Frank­reich seinen Alliierten halte, und umgekehrt, zweitens die Tatsache, dast dieses Einvernehmen gegen kein Volk und gegen keine Macht ge­richtet sei. Als wesentlicher Faktor wird ferner herangezogen, dast Frankreich sich weiterhin f ü r das Donau-Problem interessiere.

Oer englische Standpunkt.

Keine neuen Garantien über Locarno hinaus.

London, 18. Dez.« (WTB.-Funkspruch.)Daily Telegraph" schreibt, der britische Botschafter in Berlin, Sir Eric P h i p p s, der im Buckingham- palast zu einer dreioiertelstündigen Besprechung von König Georg empfangen wurde, dürfte heute eine weitere Besprechung mit dem Premier­minister und den anderen Mitgliedern des Ab­rüstungsausschusses des Kabinetts haben und dann die Rückreise nach Berlin antreten. Der Botschafter werde in der Lage fein, dem Reichskanz­ler darzulegen, welche Bedeutung die britische Re­gierung seinen letzten Erklärungen beimesse. Er werde ihn darüber unterrichten, in welchen Punkten London mit Berlin übereinstimme und in welchen Punkten London genauere Mitteilungen ober viel­leicht eine Abänderung wünschen würde Der Korre­spondent betont nochmals, daß die britische Regie­rung entschlossen sei, ihre eigenen Verbind­lichkeiten nicht über Locarno und bie Dölkerbunbssatzung bi naus auszubehnen unb schließt, britische Kreise seien bezüglich der Aussichten der deutsch-französischen Besprechungen entschieden hoffnungsvol­ler als vor einer -Zöche.Morning Post" sagt, die Aufgabe, die sich die britische Regierung ge­stellt habe, bestehe darin, Frankreich dem deutschen Standpunkt zugänglich zu machen, ohne Frankreich dafür irgendwelche weiteren Garantien anzubieten.

Der tschechische Oonauplan

Die neueGroßmacht im Donauraum".

Paris, 17. Dez. (WTB.) Der tschechoslowaki­sche Außenminister Dr. Benesch entwickelt im Excelsior" noch einmal den. altbekannten Plan einer wirtschaftlichen Di «anisation d e r Do- nauländer. Pacy seiner Ansicht gehört das österreichische Problem zum großen Pro- krlem Mitteleuropas. Die Donaufrage muß, so schreibt Dr. Benesch, durch die Schaffung einer wirtschaftlichen Mächtegruppierung gelöst werden, die dem wirtschaftlichen Verfall in

Mitteleuropa ein Ende setzen würde. Diese Grup­pierung hätte die Bedeutung einer Groß­macht, in der die Beziehung der einzelnen Teile zueinander auf einer Verständigung und Zusammen­arbeit ganz Mitteleuropas aufgebaut wäre. Die na­türliche Entwicklung denke ich mir so: Die Kleine Entente besitzt bereits ein politisches Statut. Wir sind jetzt dabei, ihr ein. w i r t s ch a f 11 i ch e s S t a- t u t zu geben. Ich glaube, daß die Verflechtung der wirtschaftlichen Interessen die wirtschaftliche Mitar­beit Ungarns herbeiführen würde. Die politischen Fragen müssen hierbei vorläufig beifeitegelaffen wer­den. Die nächstfolgende Etappe wird die wirtschaft- schaftliche Mitarbeit Oesterreichs fein. Ein auf

diese Weise geschaffenes System wirtschaftlicher Zu­sammenarbeit würde es ermöglichen, den wirtschaft­lichen Zustand Mitteleuropas zu bessern. Die Rege­lung der politischen Angelegenheiten würde damit er­leichtert werden. Jede nationale Einheit öiefes erweiter­ten europäischen Systems würde ihre Individuali­tät und ihre politische Unabhängigkeit behalten. Zum Schluß spricht sich Dr. Benesch gegen jeden Versuch aus, bie Gre n ze n gewaltsam zu reoibieren, ba dadurch Krieg, Chaos unb Anar­chie heraufbeschworen würben. Er pläbiert für Schaffungabstrakter" Grenzen mittels einer neuen Auffassung ber regionalen, allgemeinpolitischen unb wirtschaftlichen Beziehungen.

Das Leistungsprinzip in der presse

Gaupreffechef Wowerieö spricht im Rundfunk.

Frankfurt a. M 17. Dez. (MSN.) Ueber fünf Minuten Presse sprach ber Führer bes Lan° besoerbanbes Rhein-Main im Reichsverdanb ber beutfehen Presse Gaupressechef Woweries im Runbsunk. Dabei führte er u. a. folaenbes aus: Der äußere Aufbau ber Reichspressekammer ist mit ber enbgültigen Festsetzung von neun Fach­schaften zur Erfassung aller im Pressewesen tätigen Volksgenossen oollenbet. Damit ist ber Gebanke Der berussstänbischen Vertretung für bas Pressewesen vollstänbig burchgesührt. Man soll barin ben symbolhaften Ausbruck sehen, daß im nationalsozialistischen Staat durchaus nicht gezögert wird, ber Presse bie für ihre Arbeit not­wendige Vorzugs st eUung freizugeben. So­wohl diese Tatsache der Anerkennung der gesamten Presse als auch die ihrer berufsständischen einzigarti­gen Durchbildung wären ohne die Persönlichkeit des Präsidenten der Reichspressekammer und langjähri­gen vertrauten Mitarbeiters des Führers, des Parteigenossen Verlagsdirektors A m a n n, so schnell nicht denkbar gewesen.

Es kommt ihm nicht darauf an schlechthin zu dik­tieren, sondern das Grundsätzliche seiner Arbeit liegt ausschließlich in der praktischen Gestaltung einer Synthese zwischen Staat unb Presse.

Amann erkennt aus eigenster Erfahrung die ungeheuren Leistungen und Verdienste der na­tionalsozialistischen Kampfpresse an, scheut sich aber als ebenso strenger wie wohlmeinender Er­zieher durchaus nicht, auch heute im Zeichen des Sieges der Parteipresse das Leistungs- prinzip als ausschließliche Vor­aussetzung der Weiterentwicklung vorzusehen.

Es ist somit der parteiamtlichen Presse nicht mög­lich, sich auf zweifellos verdienten Lorbeeren etwa ausruhen oder ausbreiten zu können. Wie der ge­samten nationalsozialistischen Bewegung und wie letzten Endes allem 21 u f ft redenden ist auch der Presse mit dem 13. Dezember in eindeutig kla­ren Bestimmungen das Schicksalsgesetz gegeben wor­den, wie es in Hölderlins Dichterworten zum Aus­druck kommt:Uns ward gegeben, auf kei­ner Stufe zu ruhen."

Es muß dabei einmal gesagt werden, daß im Vergleich zu der bürgerlich-neutralen bzw. nicht parteiamtlichen Presse die nationalsozialistischen Zei­

tungen sich eines dreifachen Leistungsprinzips beflei­ßigen müssen, der redaktionellen Leistung, der ver­lagstechnischen Leistung und der betriebstechnischen Leistung: denn es ist ein Unterschied, ob man sich in Ruhe und Frieden einen wohldurchdachten Betrieb einrichten kann ober im härtesten Kampf mit unge­eignetsten Mitteln unb unter größten Schwierig­keiten einen notbürftigen Gefechtsstanb sich schaffen muß. Es ist ein Unterschieb beinahe so groß wie ber etwa zwischen einem Telegraphenamt und einer Jnfanterienachrichtenstelle, ein Unterschied, der sich jedoch nicht auf den Wert der einzelnen Einrichtun­gen übertragen laßt, im Gegenteil genau so wie die nationalsozialistische Organisation auf allen Gebieten das Rückgrat des öffentlichen Lebens in Deutschland geworden ist. So ist auch die nationalsozialistische Presse heute, morgen und für die ganze Zukunft des nationalsozialistischen Reiches immer unersetz­lich. Wenn die nationalsozialistische Presse im Be­wußtsein ihrer Bedeutung unb Aufgabe eine Ver­breitung im Volke mit Nachdruck betrieb, so hatte darin keine andere Zeitung die automatische Be­rechtigung zu eilfertigen Beanstandungen unb nicht selten überbesorgten Klagen. Erst als U e b er­griffe immer weitere Uebergriffe auslösten unb untaugliche Elemente s i ch ber Wer­bung bemächtigten, entstaub ein bringenbes Bebürsnis zur Klärung ber Lage.

Die leistungsfähige Presse kann sich nunmehr beruhigt ihren Aufgaben zuwenden, ihre Beleg­schaft unbesorgt ihren Tagespflichten nachgehen, besonders aber der einzelne Volksge­nosse kann nach eigen em Ermessen und persönlicher Freiheit darüber entscheiden, welche Zeitu n g seinem Charakter, seiner Weltanschau­ung und seinenNeigungen am näch­sten steht. Die Namen der in ber Presse an führender Stelle stehenden Persönlichkeiten sind die oberste Gewahr für sicherlich einwandfreie Realisierung allgemeinnühiger unb erfolaver- versprechender Bedingungen zur Pressearbeit. Der Reichsführung der Presse gebührt der Dank des Volkes und die Anerkennung aller Fachleute, das Mittel dazu ist in nationaler Disziplin und aufrichtiger Zusammenarbeit bewiesene L e i -

st u n g jeder Zeitung und Zeitschrift.

preffearbeit ist Dienst am Volke.

Frankfurt a. M., 16. Dez. Arn Samtagvorrnittag fand im Bürgersaal des Rathauses eine Mitglieder­versammlung des Zeitungsverlegervereins von Hes­sen-Nassau unb Hessen statt, ber Reichsstatthalter Sprenger unb ber Führer ber Rhein-Mainischen Presse Woweries, beiwohnten.

Der Vorsitzende Traupel

gab bie Aenberung bes Namens besZeitungsoer­legervereins von Hessen-Nassau unb Hessen" in Verein Rhein-Mainischer Zeitungs­verleger" bekannt. Diese Namensänberung liege auf ber Linie ber Geschehnisse, wie sie sich seit ber Machtübernahme durch Aböls Hitler eingestellt hät­ten. Die Rhein-Mainische Presse mache keine Politik, jonbern füge sich ein in ben Rahmen, ber ihr durch ben Führer unb Volkskanzler gezogen sei. Manch kleine Geister glaubten in dem, was sich hier or­ganisch entwickele, etwas zu sehen, das mit dem heute viel, aber meistens fälschlich gebrauchten Aus­druckR e i d) s r e f o r m" Zusammenhänge. Der Reichsstatthalter sei der letzte, der irgendwie der großen Politik des Führers vorgreife. Bei den Zei­tungsverlegern im Gebiet von Rhein, Main und Lahn habe schon immer die Erkenntnis bestan­den, daß dieses Gebiet wirtschaftlich und kulturell zusammengehöre.

Die heutige Tagung finde in einer Zeit statt, die für das Gebiet der Presse eine neue Epoche einleite. Mit der Schaffung der Reichs-Pressekam- mer sei allen arbeitenden Volksgenossen, soweit ste irgendwie für die Presse ihre Arbeitskraft ein­

setzen, eine Organisation entstanden, die planmäßig ein Ziel verfolge: die Verwirklichung des Dritten Reiches, die zur praktischen Tat werdende nationalsozialistische Weltanschauung. In absehbarer Zeit werde bie gesamte beutsche Presse nationalsozialistisch sein, wie bas gesamte beutsche Volk ja auch nur noch nationalsozialistisch werbe existieren können. Den nationalsozialistischen Zeitungen gebühre in ber Entwicklungszeit das Primat ber Führung auf bem Gebiet ber Presse. Es sei selbstverständlich, daß die nationalsozialistische Presse sich auch qualitativ an die Spitze zu stellen habe, da im nationalsozialistischen Staat auf d i e Dauer nur bie ßeiftung sich werbe behaup­ten können. Wenn bei ber bürgerlichen Presse das aufrichtige Bestreben sich zeige, ganz im national­sozialistischen Staat aufzugehen, dann entziehe die Trägerin des neuen Staatsgedankens, die NSDAP., dem früher abseits Stehenden nicht die Hand. Im totalen Staat werde es am Ende nur eine totale Presse geben. Das Zeitungswesen im Dritten Reich müsse ein Instrument sein ober werben, bas ber Nationalsozialismus spielen könne.

Der Vorsitzenbe Traupel legte bann fein Amt mit Rücksicht auf seine Berufung als Lanoeshaupt- mann nieber. Auf Vorschlag würbe bann Verlags­birektor Gutbrob (Frankfurter Volksblatt) zum V o r s i tz e n b e n besVereins Rhein-Mainischer Zeitungsverleger" gewählt. Der neue Vorsitzenbe bat um bie Unterstützung bei ber Arbeit zum Wohl bes Rhein-Main Gebiets unb des gesamten Volkes. I Das deutsche Volk stehe im Kampf um seine Lebens- 1

rechte. Der Verleger gehöre mit in die vorderste Linie dieser Kampffront. Unsere Führer, darunter auch der Reichsstatthalter, hätten stets darauf verwiesen, daß der gesamte Kampf vergebens sein werde, wenn es nicht gelinge, eine geiftige und seelisch« Umgestaltung des gesamten Volkes durchzu» führen.

Neichsstaiihalter Sprenger dankte dann dem seitherigen Vorsitzenden Traupel für seine Pionierarbeit, die er für die Presse geleistet habe, und begrüßte den neuen Vorsitzenden Gut­brod. Der Reichsstatthalter führte dann u. a. aus: In der Entwicklung der gesamten deutschen Presse ist ein vollkommener Umbruch einge» treten. Die Presse hat einstmals mit Recht von sich gesagt, daß sie die siebente Großmacht sei. Aber von jener stolzen Zeit bis zu unserer Zeit hat sich eine Entwicklung vollzogen, die nicht gradlinig war, sondern abwärts geführt hat. Im Zeitalter der lideralistifchen Wirtschaftsentwicklung ift auch das Pressewesen herabgesunken in ben Wirtschaftskampf bis zu bem Punkt, wo bie einzelnen Unternehmun­gen lebigltd) ihre Aufgabe vom Wirtschaftsstand- punkt aus betrachteten, herabgesunken zum Kampfmittel ber Parteien ber oerschie­bensten Richtungen, bie bas nationale Leben zer­setzten und zerrütteten. Mit Schrecken denke ich noch zurück, daß gerade in Frankfurt ein Unternehmen war, das bei und nach der Reichsgründung feinen Kampf absolut gegen das Zweite Reich eingestellt hatte. Die Frankfurter Zeitung hat nichts untersucht gelassen, Deutschland und da­mit dem Vaterlande und dem Volke zu schaden. Wenn man heute dort Zitate nachliest, wie z. B. bei der Entlassung Bismarcks, so sind das Schul­beispiele dafür, wie tief eine solche Presse gesunken oder wie sie mit Bewußtsein Deutschland und das deutsche Volk bekämpfte. In den schlimmsten Jah­ren, die wir erlebten, der chaotischen Entwicklung auf allen Gebieten des geistigen und wirtschaftlichen sowie des kulturellen Lebens, hat mit Recht einmal ein Mann aus ber Presse, besten Werbegang nicht als sonberlich einwandfrei anzusehen ist, einer ande­ren Zeitung, dem Berliner Tageblatt, ins Stamm­buch geschrieben:Der Wertmesser für Kraft und Macht ist in unserem Zeitalter das Gel d". Er konnte dies gut sagen, denn seine Ideen und Ge­danken waren Gelb und Prosit. Hierzu gesellte sich noch die M a ch t l u st. Diese Machtlust wurde einem Teil der Presse mit zum Verhängnis, denn sie ver­knüpfte ihr Schicksal mit den Parteien, von denen wir wissen, daß sie letzten Endes schuld waren am Schicksal Deutschlands.

Am 30. Januar fanden wir dann zwei Arten der Presse vor, und zwar die Unternehmungen, bie vollkommen befangen waren im lideralistischen Denken unb Hanbeln, bie vollkommen in ber Kiel­linie bes alten Systems lagen, unb die logischer­weise zunächst einmal das Neue überhaupt nicht begriffen, obwohl sie es jahrelang auf das bitterste bekämpften. Die andere Richtung der deutschen Presse stellten die nationalsozialistischen Kampf­organe dar, die unter den unsäglichsten persönlichen und materiellen Opfern ihren Kampf geführt haben. Die Presse unseres Gebietes zum Beispiel ist aus nichts entstanden, ohne Geld unb ohne Macht, benn wo war ber Journalist ober Verleger, ber sich bamals bereitgefunben hätte, auch nur eine Zeile bem Nationalsozialismus zur Verfügung zu stellen. Lebiglich burch bie Opserfreubigkeit einzelner hat sich bie nationalsozialistische Presse im Kamps gegen den Staat unb bie anderen Verleger durchgesetzt. Der Kampf der letzten Monate wird als selbstver­ständlich hingenommen werden müssen. Die Tota­lität der nationalsozialistischen Führung und Pol'tik geht an nichts vorüber, also auch nicht an der Presse.

Der Präsident der Reichspressekammer hat er­klärt, baß die Presse ein In st ru ment ber nationalen Selbsterziehung sein müsse. Damit führt er die Presse wieder Ihrem ureigensten Aufgabengebiet zu. Dienst am Volk ist höchste Aufgabe der deutschen Presse, ist eigentlich der Zweck ber Presse. Lines aber wird verlangt, daß diese Arbeit im Dienst des Volkes sieht, im Dienst ber Volkserziehung, bas ist bie Entwickelung der nationalfozia- li st Ischen Weltanschauung unb Po­litik. Ich bin der Letzte, ber glaubt, man könne eine Zeitung erhalten, ohne daß ihre wirt­schaftliche Grundlage erhalten wird. Es muß selbstverständlich bas Augenmerk darauf gerichtet sein, baß das Unternehmen wirtschaft­lich gedeiht. Aber nie wieder darf der Gedanke kommen, daß dieses Instrument hervorragend geeignet sei, der Raff- und Profitgier zu frönen. An Ihnen liegt es, die Presse umzugestaltcn. Man sei nicht der Austastung, das möge in erster Linie Aufgabe der Journalisten sein. Ich bin der Auffassung, baß gerade in d e r W e ch - selwirkung zwischen Verleger und Journalist, in dem Ausgleich des Wollens des Verlegers und des könnens des Journa­listen mit ber Erfolg ruht, und damit ist auch die Möglichkeit des Wettbewerbs gegeben. Dieser Wettbewerb muß aber auch die Formen einhalten, die sich au» der Gesamtausgabe der Presse an sich ergeben. Zunächst soll der Wettbewerb

in der besseren Lei st ung bestehen.

Wenn ber Verein Rhein-Mainischer Zeitungsverleger in ber Vergangenheit schon bestanden hatte, dann wären jene kleinmütigen gehässigen Kämpfe ber ein- Zeinen aneinanbergrenzenden Länder und Stöbt» nicht geführt werden Von Frankfurt n M. aus hak die nationalsozialistische Revolution im Rhein-Main- Gebiet ihren zielrichtigen Weg gefunden. Durch die