Die Schriftleitung.
verwalten.
Geschichten aus aller Welt
ihm
Oft
Haufe zu Blankenese leben. Hier traf ihn noch ein
ruft und vor
Stelle aus ging, Er wurde nun Nachkur nach kehrte er im Schützenarabcn das er sich im
ein Delegierung
I, von der er vorher geträumt hatte, i ins Lazarett gebracht, dann zur Lanqenlchwalbach geschickt. Zwar September 1915 wieder in den zurück, aber von diesem Leiden. Krieae zuaezogen, hat er sich nie
Er ein die
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Malta, November 1933.
Der britische Gouverneur Sir David
Oer Kriegsfreiwillige Richard Nehmet. 3um 20. Geburtstage des Dichters am 18. November.
Campbell hat bekanntlich durch kret die nationalistische Malta
wieder ganz erholt, ihm blieb die Angst vor einer Embolie, die die lebensgefährliche Wendung der Krankheit bedeutet, und beim dritten Ankall ist er ihr fünf Jahre später erlegen Das Weihnochtsfest 1915 feierte er wieder im Schützengraben, aber im nächsten Jahr meldete sich die Venenentzündung von neuem, und die Aerzte erklärten ihm, daß er nicht mehr fcIbDicnftfähiq fei. Er erhielt dann im September 1916 einen Posten beim Oberkommando
Absätze Einmal stand mein Vater und verhandelte mit einem Vorarbeiter. Tommy lag in der Sonne. Mochte nun die Sonne sich so explosiv in ihm gespeichert haben, wollte er die Unterredung beenden, jedenfalls sprang er plötzlich mit beiden Tatzen meinem Vater vor die Brust, daß er sich in die Stiefmütterchen setzte. Dann stand er mit schiefem Kopf vor dem Gefallenen und lachte. Mein Vater lachte, der Arbeiter lächle, ich lachte, alle lachten? Tommy, wie hoben wir gelacht'
Tommy schlief mittags so gern auf den Blumenbeeten. Diese poetische Vorliebe trug ihm den
dampfen . .
Mein Bater sprach mit dem Iler. Es leckte die Hand und ging mit uns.
Tommy war die Wonne meines Lebens, schnaufte wie ein Motor. Er marschierte wie Grenadier hinter mir her und trat mich auf
Der 70. Geburtstag Richard Dehmels uns die Erinnerung an diesen starken Dichter feine eigenartige Persönlichkeit wieder lebendig die Seele. 13 Jahre deckt sein sterblich Teil schon
bringen. Und ein Kleinhandel für sie kaum lohnen.
Es wurde still um die tolle Tat — bis der Post-
men die Sache nicht sehr tragisch, denn sie rechneten bestimmt damit, daß man die Verbrecher ertappen mußte, wenn diese an den Versuch gingen, die Marken in großen Mengen in den Verkehr zu " ‘ ......konnte sich schließlich
Britische Diktatur im Mittelmeer
Oie Sprachenfrage auf derZnsel Malta.
Don unserem HA -Äen'chterstaiter.
Endlich, nach zehn Jahren, war alles beglichen, und im selben Augenblick fand der Bankier auch feine Sprache wieder. Das erste, was er erzählte, war das Geständnis, diese letzten zehn Jahre frei- willig geschwiegen zu haben, weil er sich damals geschworen habe, nicht eher wieder den Mund zum Sprechen auszumachen, als bis feine Schulden erledigt feien.
Vielen Bankiers und Geschäftsleuten auch der „alten" Welt als nachahmenswertes Beispiel ins Stammbuch geschrieben!
Ein unverschämter Trick.
(D.) Edinburg.
Dor Monaten geschah in Dublin etwas noch nie Dagewefenes: eine Diebesbande brach ins Haupt- poftamt ein und erbeutete Briefmarken im Drigi- nalwert von 15 000 Pfund! Post und Polizei ncch-
lie sich im Jahre 1614 im Frieden von Paris den Besitz der Insel sehr offiziell betätigen liehen.
Man muß es den Engländern schon selbst über- lassen, ihr abgrundtiefes Mißtrauen, das sie seit einigen Jahren Maltas wegen gegen Italien haben, zu rechtfertigen. Sie behaupten in einer zwar leicht diplomatisch umschriebenen, aber sonst unzweideutigen Sprache tdiesmal ist es einwandfreies Englisch). daß Italien mancherlei Absichten auf Malta habe. Einmal aus strategischen Gründen und bann überhaupt, weil da unten ein Stück, wohin England seine Rheuma- und Lungenkranken schickt und unter dem Schutze von 7000 Soldaten, einige moderne schwere Geschütze und Kanonenboote Kur machen läßt, nicht zu Italien gehört, obwohl es eben doch eigentlich dazugehört. Das ging auch aus den Kommentaren zum Sturz der Nationalistischen Regierung auf Malta unzweideutig hervor. Italien versichert, es habe keine Absichten auf Malta, die Maltabewegung sei eine bodenständige Angelegenheit. So kam die englische Diktatur über Malta. Und man soll sich in der englischen Regierung in London nicht mit der Absicht tragen, den neuerlichen (alten) Zustand so bald schon wieder aufzugeben. Inzwischen strahlt weiter südlicher Himmel über das Gemäuer dieser uralten Welt.
um mich sein:" beim faschistischen Parteisekretär Starace keinen Anklang, etarace, der in letzter Zeit zahlreiche, von reinem faschistischen Geiste getragene Verhaltungsmaßregeln für faschistische Würdenträger und Beamte, für Hochschulgruppcn und Jugend- organrfationen erlassen hat. gibt in einem neuer- lichen Rundschreiben an die Kommandeure der Ju- gendkampfbünde solgendes bekannt. Misizoffiziere, Armeeoffiziere außer Dienst und Hoch'chulfafchiften werden ausgesordert. in umfassenderem Maße als bisher die Führung der Jungendkampfdünde zu übernehmen. Aber der Parteisekretär bemerkt dabei ausdrücklich, daß diejenigen, die es nicht verstanden haben, ihrer physischen Erscheinung die nötige Schlankheit und Gewandtheit zu verleihen, nicht geeignet erscheinen, der faschistischen Jugend in der täglichen Schulung zu angespannter und wehrhafter Energie als Vorbild zu dienen. Wenn einerseits b e magere „Strifenfrau" von den Schwarzhemden eifrig bekämpft wird, so werden diele anderseits nun gegen ihre eigene Wohlbeleibtheit zu Felde rücken müffen!
Briese an Fortuna.
U) Paris.
Im Mittelpunkt des Jnteresies der französischen Oessentlichkeit stand in den letzten Wochen die erste Ziehung der französischen Staatslotterie. Aus diesem Anlaß veröffentlichte ein Pariser Blatt Briefe, die einfältige Gemüter an den Direktor der Lotterie, Monsieur Guirard. gerichtet haben, von dem sie anzunehmen scheinen, daß er persönlich die glücklichen Preisträger aussucht und bestimmt.
So schreibt ihm eine Loskäuferin, ihr einzige» Kind fei plötzlich schwer erkrankt. ,Dch habe die Losnummer ..., lassen Sie mich doch bitte um meines Kindes willen gewinnen!" Beigelegt war ein ärztliches Attest!
Ein Handwerker teilt dem Lotteriedirektor mit, er habe drei Lose von verschiedenen Serien erworben. „Lassen Sie eins von ihnen gewinnen, Sie sollen 25 000 Franks davon abhaben! Es würde mich natürlich außerordentlich freuen, wenn Sie mir den Hauptgewinn zuschanzen würden. Ich möchte jedoch nicht in Ihre vielleicht schon getroffenen Dispositionen eingreifen und bin schon zufrieden, wenn Sie mir einen der Gewinne von eiiwr Million Franks zuweisen würben!"
Ein biederer Bauersmann macht einen noch eigentümlicheren Vorschlag. Er teilt mit, daß er wegen der wirtschaftlichen Notlage nicht imstande sei, ein Los zu kaufen, wenn er nicht von vorn- herein die Gewißheit habe, mit einem „saftigen Gewinne heraus zu kommen. Wenn Herr Guirard sich feierlich dafür verbürge, werde er sogar dem Staate die Hälfte seines Gewinnes abtreten ...
Kaiser Maximilians Zuwclcu.
(k) I r i e ft.
Kürzlich drang aus Amerika die Kunde nach Europa, daß eine amerikanische Bergungsgesellschaft im Begriff steht, jenes Schiff zu heben, oder doch „auszuweiden", mit dem die Kronjuwelen Kaiser Maximilians von Mexiko nach feinem unfeligen Ende antransportiert wurden. Der dunkelrote Bübin, Diamanten, Saphire — man wußte, daß der Kronfchatz große Werte enthielt. Aber eine genaue Aufstellung über die Schätze hatte niemand, so daß den tollsten Gerüchten Tür und Tor geöffnet waren.
Nun hat eine italienische Journalistin, Lina Gasperini, im Staatsarchiv von Triest eine große Liste über jene Juwelen entdeckt, die damals für Kaiserin Charlotte hergerichtet wurden, die später im Irrsinn in Belgien starb. Am 26 Juli 1657. am Vorabend ihrer Hochzeit mit Maximilian hatte der belgische Hofjuwelier Jean Dufour nach einer gründ- lichen Uederholung die Juwelen wieder zu Händen der fünftigen Kaiserin und Maximilians zurück- gereicht.
Er gab eine Liste mit, die in zwei Abschriften hergestellt wurde, von denen eine auf Umwegen nach Triest kam.
Diese Liste wird gewiß für die Schatzsucher in den mexikanischen Gewässern ein starker Anreiz 'ein, eifrig nach der großen eisernen Kassette, die die Juwelen bergen soll, zu suchen. Da ist eine Halskette, die allein 200 000 Franken damals wert war!
Seit 130 Jahren hat Malta dem britischen Reich nicht soviel Kummer bereitet, wie in den letzten drei Jahren. Es klang so gut und sah so portreff- lich aus, wenn man von der ftonftitutionel- len Regierung dieser Insel sprechen konnte. Britisches Minderheitenrecht und Prinzipien Der Eigenverwaltung leuchteten strahlend am Firmament. Freilich nur vom 14. April 1921 bis jum 26. Juni 1930. Nachher paßte das, was auf Malta geschah, England nicht mehr in den Kram. Und da setzte man Diktatur an die Stelle der Eigenverwaltung. Schon von 1930 bis 1932 war Malta ohne eine Konstitutionelle Regierung, dann ver- dichteten sich die taktischen Notwendigkeiten, die zu einer Neuwahl und zur Einsetzung einer neuen Regierung veranlaßten. Bis man jetzt wiederum die Regierung stürzte.
Der Hauptsündenbock in der Maltesischen Regierung war, nach englischer Auffassung, Sir Ugo P. Mifsud und neben ihm der Minister für das Erziehungswesen Dr. Enrico Mizzi, von dem behauptet wird, er habe der italienischen Sprache mehr Vorrecht verschaffen wollen, als erträglich ge- wefen sei. England versucht, und beweist das an genauen Statistiken aus der 241 621 Köpfe starken Bevölkerung, daß nur allerhöchstens 10 v. H. aller Einwohner von Malta italienisch sprächen, mäh- renb der Rest Maltesisch oorziehe und sich im offiziellen und Amtsverkehr der englischen Regierungstreue bediene. Mizzi ließ nun aber Italienisch auch außerhalb der Schulstunden an den Volksschulen lehren, wo an sich Italienisch überhaupt nicht gelehrt werden darf. Ja, man baute besondere Zwi- schenschulen aus, die eine glatte Umgehung der englischen Vorschriften und somit „eine Erweiterung des ausländischen Einflusses und der ausländischen Propaganda" bedeutete.
Englisch, Italienisch und Maltesisch. Verworrene Probleme. Für England aber bei der Wichtigkeit der Insel als Stützpunkt zwischen Gibraltar und Suez in jedem Falle sehr bedeutsame Probleme. Es ist kein leichtes Stück, eine Geschichte Maltas zu schreiben. Man weiß positiv, daß Oie Phönizier die Insel und vor allem Gozzo als Kolonialstützpunkt für die Kriegsflotten benutzen. Sie führten auch dementsprechend sehr starke Gebäude auf Gozzo auf, wo man diese Reste heute noch unter schönem blauen Mittelmeerhimmel in praller südlicher Sonne findet und bewundert. Das war schon um 1400 v. Ehr. Später kamen die Griechen, die Karthager, die Römer als Herren über Malta in das Blinkfeuer der Geschichte. 400 Jahre nach dem Apostel Paulus erschienen die Vandalen hier und führten sich, trotz ihres ihnen mit Unrecht angeredeten schlechten Benehmens solange gut auf, bis die Goten sie ablösten, denen dann wieder die Byzantiner und schließlich die Araber folgten. Diese hinter- ließen den tiefsten Eindruck, obwohl schon um 1100 die sizilianischen Normannen dominierenden Einfluß über die Insel gewannen. Jene Sprache, die heute als Maltesisch gesprochen und mit römischen Buchstaben geschrieben wird, ist ein verwaschenes, schlechtes, halb vergessenes Arabisch, in dem aber ein Dutzend andere Sprachen ebenso ihre Kennzeichen und Einflüsse hinterließen, wie die Nassen dieser Völker, die die 10 ober 12 Zungen redeten.
So erwuchs aus diesem Konglomerat der Rassen ein Typ, eben der Maltesische, mit viel italienischem
schluß, sein Leden einzusetzen, sondern »erst die Idee, für die er kämpft", und als ein solcher Held, der für die Idee der Geltung des deutschen Geistes in der Welt und des Kampfes für eine bessere Zukunft ins Feld zieht, hat Dehmel feine Kriegszeit aufgefaßt. Im Unterstand fühlte er sich zunächst „wie neugeboren"; „das ist die einzige reine Freude des kriegerischen Urzustandes: man hat ein Vorgeschmack der Ewigkeit". Diese Auszeichnung findet sich in seinem Tagebuch, das er längere Zeit geführt hat und das einen tiefen Einblick in fein Empfindungsleben gewährt. Nur eine größere Kampfhandlung hat er am 12. November als Vize- feldwebel mitgemacht und sich dabei so bewährt, daß er zu Weihnachten 1914 das Eiferne Kreuz erhielt. Am 3. Januar wurde er Leutnant. Durch Beschießung der Stellung immer dem Tode ausgesetzt, riß der reife Mann durch sein feuriges Bor- oild die jüngeren Kameraden mit sich- Stets war der „Batet Dehmel" freundlich und hilfreich, dichtete sogar „massenhaft", weil jeder Mann feiner Kompanie einen gereimten Neujahrsgruß von dem berühmten Poeten nach Haufe schicken wollte. Er bewunderte den Aufschwung seines Boltes. „Was unser Bolf jetzt von oben bis unten an Aufbietung aller guten Kräfte des Körpers wie der Seele leistet", schrieb er am 10. April 1915, „daheim wie im Felde, Mann und Weib, ist ohnegleichen in der Weltgeschichte." Doch der lange Aufenthalt im Graben, der „Äampf mit dem Dreck", der ihm schlimmer schien als der mit dem Feind, die Unbilden der Witterung, denen er ausgesetzt war, untergruben seine sonst so feste Gesundheit.
Er träumte mehrfach, daß er am Knie verwundet worden sei, als er, fiebrig und erkältet, mit entzündeten Augen in den Schützengräben an der Aisne lag. Als er bann mit feiner Truppe zurückgezogen wurde, stellte sich eine Benenentzünbung im linken Oberschenkel heraus, die genau von ber
tat dann noch einige Monate in n?nbicnrt unh tonnt’ in seinem
au m Rücktritt gezwungen unb bas Parlament aufgelöst. Bis auf weiteres wirb General Eampbell bie Insel „diktatorisch"
Wesen unb starkem mohammedanisch-sernorienta- lischem Einfluß. Mit ben Böltern wechselten auch die Namen, die man ber Insel Malta mit ber schonen Hauptstadt Baletta unb ben Nebeninseln Gozzo, Eomino unb Filfoa gab. Freilich ist letzten Enbes bas aus dem Altphonizifchen ftammenbe Melite, was soviel wie Zuflucht heißt, wieder zu Ehren getommen. Auch die Araber sagen Malita. Und als Karl V. dem Iohanniterorden die Insel Malta schenkte bzw. als Lehn gab, nannte man die Johanniter in Zukunft Malteser. Malta war einsam und stark, trotzte den Jahrhunderten und fiel erst — immer noch sizilianisches Lehen wie einst unter Karl V. — durch Berrat in die Hände Napoleons. Damals schrieb man 1798. Zwei Jahre später zogen die Franzosen ab. Sie überließen die Insel den Engländern, die diesen hochbedeutsamen Punkt nicht mehr verließen bis auf den heutigen Tag, nachdem
Mein $r<unb Tommy.
Don Per Schwenzen.
Er war ein Findling. Mein Bater zog die kniehohen, knarrenden Stiesel an, mit denen er so gerne mühsam aber laut und als ein Agrarier durch bie Straften ber kleinen norwegischen Provinzstadt ging. Es galt eben als eine Sache, wenn wir von unserem Gehöft in die Stadt fuhren Das Pferd wurde beim Milchhändler eingestellt, und wir gingen zur Polizei- ftation. Der Polizeimeifter hatte nämlich angeruien. Ein Hund, ein großer St. Leonberger, fei gefangen worden. Ob man Interesse habe.
Wir traten in den Berschlag, wo die gefangenen Hunde bewahrt werden, traurige Delinquenten, aufgegriffene Vagabunden. Acht tage stehen sie zum Abholen oder Berkaus, bann hat ihr Stünblein geschlagen. Da ftanb auch Tommy in seiner Box, groß und ruhig. Sein Rücken, dicht vor den Schwanz- wirbeln, war blutverkrustet. Eine Streife hatte ihn auf ber Landstraße halbtot aufgegriffen. Bermutlid) war er gestohlen worben. Er hatte sich wohl gewehrt unb als er ben Dieben zu unbequem ober gar gefährlich wurde, hatten sie ihn mißhandelt unb am Wege liegen lassen.
Er sei wohl ziemlich gefährlich, hieß es, jedenfalls knurre er wie eine Baßgeige, verscheuche damit alle Interessenten und müsse dann morgen erschossen werden. Mir war jn dem Berschlag zumute, wie in einem Aztekentempel, wo Becken voll Opferblut
Namen „Mutters Gärtner" ein. Nachts schlief er in ber Hundehütte. Kam jemand spät nach Hause, so legte man ihm den brei Pfund schweren, ornamentalen Rkesenschlüssel des alten Hauses unter bie Pfote, den er nur an Mitglieder und nächste Freunde der Familie auslieferte, was ihm ben Namen „Vaters Portier" eintrug.
Er lag auf ber Beranba. Witterte er Fremdes, ’o schwoll er langsam zu einem drohenden Bronzelaut an. Er bellte selten. Er liebte bie Bernharbinerin auf Alby. Er kämpfte mit der Dogge von Tronli. Sie bissen sich schreckliche Wunden.
Wir badeten im Fjord. Tommy schwamm wie ein Motorboot Ich hing an seiner Rute im Schlepptau. Er brachte geworfene Stöcke ans Land. Klötze, treibende Wrackbalken, schnaufend, prustend, fast ertrinkend Aus seinem Grabe steht ein schweres Wrackholz, das er einschlevpte. Sein rechter Fang- zcchn steckt fest darinnen Das war sein« letzte Lot- fentat. , , ,
Ich dachte, er würde immer so mit uns lausen unb jauchzen. Durch bie Brandung unb burch ben Wald. Der Schaum flog um den breiten Fang, wenn der durch den gelben Wald ber Königskerzen tobte.
Aber er würbe alt Ein letzter Winter brachte ihm bie Gicht Er ging mit steifen Beinen umher unb zog bie Brauen so sorgenvoll über den guten, rofqeränberten Hundeaugen empor
Im März ging ich einmal zur Stabt, unb er begleitete mich. Nach einer halben Stunde fiel er mit dem Fang auf emen S'cin unb blieb liegen. Er schnaufte schrecklich unb feine Zunge lief. Ich hat unb beschwor ihn auszuhatten, bis wir zum M'!<h. hänbler kämen. Ich war tohtraurip. In ber S'nM fiel er mitten auf einer Strahentreu’unq nie^-r unb sah mich hilflos an. Ich lief ium Händler. Als wir mit dem Wagen ankamen hatte sich ein aroher .Qreh um bas hingettreckte Tier gebildet. verhöhnten ihn. ein Terrier biß nach ihm. M-r brarh bas Herz Er wurde aufgeloben unb nach Hause gefahren.
Ich schämte m>ch für ihn und ließ unten in her Allee haften. Wir gingen langstnn zum Bater. „Tommy kann nicht mehr gehen." Die Kehle war mir wie zugelchnürt. „Die Kinder haben ihn bc- schimvft Ein I-’rrier hat ihn gebissen ' — ..‘ch'o, armer Tommn" Mein Bater beugte sich zu dem fiunb und liebkoste ihn Dann ping er ins Haus Kurz darauf kam er wieder, rief den Hund unb ging. Ich lief mH. unb mein Bnh»r hinberte M'ch nicht A"f der Wie'e hinterm Haus blieben wir Heben Mein Bater streichelte den Hund der ihn dankbar ansah Er hielt ben Fang des Tieres m feiner großen Hand und schoß ihm mit dem Revolver hinter dem Ohr ins Gehirn.
bie kühle Erbe; auch er ist ein Opfer bes Weltkrieges geworden, ist an den Folgen einer Benen- entzünduna gestorben, die er sich im Felde geholt hat. Mit Der unvergeßlich großartigen Erhebung des deutschen Boltes im August 1914 ist die Gestalt dieses Dichters eng verknüpft. Keiner hat Dem heldenhaften Opfermut, der vaterländischen Be- acisterung stärkeren Ausdruck verliehen, als Dehmel in seinen Kricgsgedichten. Er sah in diesem Krieg eine schicksalhafte Notwendigkeit, um alle guten Kräfte im deutschen Volk heraufzubeschwören, sah auch für sich darin jene heroische Steigerung, die dieser märkische Iägerssohn ersehnte. Der 51jahrige meldete sich sogleich als Freiwilliger, aber sein Gesuch stieß zunächst auf Schwierigkeiten, unb erst am 27. konnte er triurnphierenb schreiben: „Hurra, ich darf mit! Eben bin ich eingestellt worben ins Ersatzbataillon bes Infanterie-Regiments Nr. 31, Altona, IX. Armeekorps. Wieber adlerjung!" Mehr als ein Bierteljahrhunbert vorher war er wegen feiner damaligen Krampfanfälle bei ber Musterung zurückgeftellt worden und hatte damals unmutig ausgerufen: „Wenn aber mal Krieg ist, gehe ich doch mit!" Worauf ihm ber bie Aussicht führende Unteroffizier verächtlich antwortete: „Sie dürfen ja gar nicht!" Dehmel, als Bergsteiger unb unermüb- sicher Wanberer körperlich geübt, war bei ber Aus- bilbung ber beste Springer und der zweitbeste im Kiimmzug. Er fühlte sich wohl im Soldatentum, dessen „kriegerisches Doppelwesen aus Unbänbigfeit unb Selbstbeherrschung, Freiheitslust und Ordnungsliebe, Leidenschaft unb Vernünftigkeit" seiner eigenen Natur entsprach. Aus bleiern Erlebnis entsprangen seine Gedichte, die damals durch alle brutschen Blätter gingen; nie war er so volkstümlich gewesen. Als am 6. Oktober 1914 ber Ausmarsch seiner Truppe erfolgte, ba jubelten ihm bie Studenten mit den Worten zu „Hurra. Bater Dehmel, hurra, hoch", unb ber „Vater Dehmel" ist er für feine jugenblichen Kampfgefährten geblieben.
Am 18. Oktober liegt er im Schützengraben bei Tracy-le-Val an ber Aisne unb hat mit Unter brechungen bis zum Sommer 1915 am Gr^ rrirg im W sten teifgenommen. Nach sein r Aufsaisi-ng von Helbentum machte ben Helben nicht ber Ent-
Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Born verlorenen Sohn.
(hk) SacramentD.
In Kalifornien gibt es einen bekannten Baseball- fpieler, Frank Forsyte. So gut er spielt, so still unb fast trübsinnig ist er in seinem Privatleben. Man weiß nur, daß er ganz allein durch die Welt geht. Einem guten Freund erzählte er einmal, daß er verheiratet war, daß aber seine Frau starb, als ber Junge, ben sie ihm geboren, vier Jahre alt war. Als er bann auf ein Baseball-Tournee ging, ließ er sein Kinb bei einer Familie in Topeka. Doch als er nach einigen Monaten zurückkehrte, war bie Familie mit unbekanntem Ziel verzogen. 18 Jahre hatte er nun nach biefer Familie unb seinem Kinb gesucht unb weber bie Familie noch bas Kinb ent- decken können.
Und nun fand er seinen Sohn doch wieder. Frei- lich unter sehr tragischen Umständen. Er sah in einer Zeitung ein Bild von einem jungen Mann, ber sich Roy Mann nannte, unb ber seine Frau, Helen Lee, in Roseoille ermordet haben sollte.
Eine äußere Aehnsichkeit mit feiner verstorbenen Frau, Gesichtszüge, die wiederum an ihn selbst erinnerten, veranlaßten Frank Forsyte, sich in bas Gefängnis zu begeben, wo der bereits zum Tod am Galgen verurteilte Roy Mann untergebracht war. Sie hatten erst einige Worte gewechselt, da war sich der alte Baseballspieler im Klaren darüber, daß er feinem Sohn gcaenüberftanb.
Himmel unb Hölle hat Forsyte in Bewegung gesetzt unb sein gesamtes Vermögen in ben Kampf geworfen, um fein Kinb, das er nach 18 Jahren wiederfand und an dessen Unschuld er glaubte, vor dem Tode zu retten.
Der stumme Schuldner. *
(z) R e u t) o r f.
Im Oktober 1923 machte in Baltimore eine Privatbank pleite. Es waren drei Firmeninhaber, von denen sich zwei mit der Kasse dünn machten und den dritten mit ber ganzen Bescherung allein zu- rückließen. Dieser, Mr. Donoghue, fiel vor Aufregung in ein langwieriges Krankenlager, unb, als er sich von ihm erhob — war er stumm —
Das hinderte ihn jedoch nicht, sich nun wieder mit aller Energie feinen Geschäften zu widmen, denn er machte es sich zur Ehrenpflicht, sämtliche Gläubiger feines verkrachten Unternehmens zu befriedigen. Diese unterstützten ihn auf jede Art unb Weise. In monatlichen Raten zahlte Donoghue seine Schulden ab, und als vor etwa einem Jahre bie Gläubiger ihm den Vorschlag machten, bie Rest- schuld nun als abgeglichen zu betrachten, lehnte er diesen Borschlag ab. ____________________
birettor eines Tages einen Brief erhielt, einen sehr freunbsichen Brief übrigens, in dem ihm mitgetedt würbe, daß die gestohlenen Marken bis auf einen lächerlichen Rest verkauft worden seien. Als kleine Entschädigung wollte man ber Post bie 150 Brief- marken-Automaten verehren, bie ben Verkauf so gut besorgt hätten. Unb darauf folgte eine genaue Angabe ber Standorte, mit kleinen, luftigen Zeichnungen am Ranb.
Unb als man nachforschte, stellte es sich heraus, daß ber Brief bie volle Wahrheit gesagt hatte. In winzigen, einsamen, entlegenen Ortschaften fanb man die angegebenen Briesmarken-Automaten. Die Diebe hatten sie vor dem Einbruch in Amerika be- stellt unb hinterher in Ortschaften, die auf der Land- karte nicht verzeichnet sind, am Rathaus angebracht. Und natürlich waren ihnen die Bewohner dafür ganz besonders dankbar, denn dadurch wurde ihnen der nicht sehr angenehme Weg in den nächsten größeren Ort erspart. Niemand hatte etwas von dem Unrecht der Angelegenheit gemerkt — am aller- wenigsten bie Post.
Und darum mußte sie ziemlich schwer büßen. Gegen solche Organisation kommt man schlecht an.
Lob der Schlankheit.
(a. d.) Rom.
Im faschistischen Italien genießt ber berühmte Julius Cäsar als Staatsmann bie größte Verehrung. Sein persönlicher Geschmack scheint aber nicht in allen Dingen geteilt zu werden, jedenfalls findet das Cäsarwort: „Laßt wohlbeleibte Männer großer Kriegsverlust, als am 6. Januar 1917 fein Stiefsohn fiel, den er sehr geliebt hatte. Mit wehem Herzen erlebte er die weitere Entwicklung. Ende 1919 packte ihn sein Leiden von neuem; bie gefürchtete Embolie trat ein, unb wenig später kam bas Enbe.


