Ausgabe 
18.11.1933 Viertes Blatt
 
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Samstag, (8. November 1933

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

.271 viertes Blatt

Von der Arbeit der Winterhilfe.

3 i.r russisch - amerikanischen Annäherung.

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Kleider, die von der Winterhilfe gesammelt wurden, werden vor der Weitergabe in große Desinfektions­kammern gegeben, um jeder Gefahr der Uebertragung ansteckender Krankheiten oorzubeugen. Mit der Arbeit des Sammelns und des Verteilens ist es ja allein nicht getan, dazwischen liegt oftJo bei den Altkleidern der umfangreiche Prozeß des Sortierens, der Reinigung und des Zurichtens.

Nuginfeln als Brücke über den Ozean.

Oben links: der russische Außenminister Litwinow; daneben der Kreml in Moskau, der Sitz der russischen Regierung. Unten links: das Kapitolin Washington; daneben: Hüll, Amerikas Auß

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Das amerikanische Ministerium für öffentliche Arbeiten hat den großzügigen Plan bekanntgegeben im Abstand von je 500 Seemeilen inmitten des Atlantischen Ozeans schwimmende Inseln aus Stahl zu stationieren, um so einen regelmäßigen Flugverkehr von USA. nach Spanien und damit nach^^uropa zu ermöglichen. Fede Insel ist 380 m lang, alle zusammen würden Baukosten von rund 80 Millionen Mark verschlingen. Unser Bild zeigt das Modell einer solchen Insel.

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wurden. Je kleiner die Dörfer und mehr ist es wahrscheinlich, daß die während erfahrungsgemäß in den westen Deutschlands sehr oft die noch solche darin stehen, die schon

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Gesamtdurchschnitt Nordwest- deutschland, der Bezirk Köln«-' Aachen, der Bezirk Düssel­dorf und Berlin. Die Tat-

E$ bekannten sich zur N.S.D.A.P am 12.Nov.1955

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Tie Verteilung der national­sozialistischen Stimmen im

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85 bis 97 Prozent der am 12. November abgeg«- benen Stimmen waren für die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Das Ausländ glaubt nun, damit die Uebectreibung beweisen zu können, indem es nach« weist, daß in vielen Wahl­kreisen die Begeisterung für den Nationalsozialismus nicht ganz so groß gewesen sei, wie durch den Wahlsieg behauptet würde. Es ist des­halb wichtig, die nackten Tatsachen einmal zu zeigen. Man sieht, daß die Grenz­gebiete, voran Ostpreußen, alle über 93 Prozent liegen, unter 90 Prozent liegt im

fache, daß gleichzeitig Industrie- und Landwirtschaftsgebiete unter die Gebt ,

drigftem Stimmenanteil fallen, zeigt, daß es keine politrschen Grunde hat, s rn.^Nch

um Zufallsminderhetten handelt, die im wesentlichen durch d.e d^^;Ä^sweise desto " " 1 - Städte sind, je geschloffener die Siedlung-Wette, oeno

Abstimmungslisten hundertprozentig rn prdnung smd, Großstädten und in dem gehöftweise besredelten Nord- Abstimniiingsberechtigten in den Listen fehlen, be<,w. längst nicht mehr abstimmungsberechtigt Uno.

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OieGeldquelle"!

□C Marburg, 17. Nov. Schon öfters ver­schwanden in den letzten Monaten aus dem Kaffen- fchrank des Darlehnskassenrechner in Salzböden kleinere und größere Geldbeträge auf geheimnis­volle Weife, ohne daß es gelungen wäre, des Die­bes habhaft zu werden. Der Rechner, ein älterer Mann, versteckte meist den Kassenschrankschlüssel im Tischkasten des Küchentisches, wo er ihn genügend ge­sichert glaubte. Trotzdem fehlten Ende September d.J. wiederum etwa 220 bis 230 Mk. in der Kasse. Nach­forschungen des Rechners, der jedesmal die fehlen­den Beträge ersetzen mußte, führten zu der Fest­stellung, daß der etwa 20jährige Sohn seines Nach­bars St., welcher oft im Hause des Rechners ver­kehrte, trotz fehlenden Einkommens, in der Dorf­wirtschaft größere Zechen machte. Der Bursche hatte sich dort auch einmal bei Bekannten geäußert, daß ihm bekannt sei, wo der Kassenschrankschlüssel des Rech­ners liege. Der auf Grund dieser Feststellungen vom

zuständigen Landjäger vernommene Bursche gab nach anfänglichem Leugnen zu, in die Kasse des Rechners gegriffen zu haben. Als er nach wenig n Minuten sein Geständnis zu widerrufen suchte wurde er vom Landjäger in H a f t genommen. St. leistete bei der Verhaftung heftigen Widerstand. Vor Gericht stritt er zunächst olles ab; erst unter dem Eindruck der Zeugenaussagen bequemte er sich zu einem teilweisen Geständnis und nahm das Urteil des Richters, das wegen Diebstahls und Wider­standes auf 4 Monate 1 Woche Gefängnis lautete, sofort an.

Aufgeklärte» Gprengffoffdiebstah!.

WSN. Mainz, 17. Nov. 3m April 1931 wur­den aus dem Spreng st ofsmagazln eines m der Gemarkung Finthen, gelegenen Stein- b r uch s durch Einbruch fünf Ki l o gramm SprengstoffAmmonit", e.ne größere Anzahl Sprengkapseln, sowie Zündschnur g e st o h l e n Der Diebstahl blieb seither unaufgeklärt, obwohl der

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deutscher tuchertas 1p. NOVEMBER 1933

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Das Festplakat für den Luthertag am 19. November, an dem ganz Deutschland und mit ihm die gesamte evangelische Welt den 450. Geburtstag des großen Reformatckrs begeht.

Der Eingang zu der SonderausstellungFront­theater der Armee" undTheater der Kriegs­gefangenen", die im Theatermuseum der Berliner Staatstheater eröffnet wurde und interessantes Ma­terial zeigt, wie deutsche Künstler, aber auch dis Kriegsgefangenen in Deutschland, während des Welt­krieges versuchten, ihren Kameraden durch Theater­abende Unterhaltung zu bieten, wobei sie sich oft der primitivsten Mittel, wie z. B. einer Panzerrüstung aus Konservenbüchsen, bedienen mußten.

WaS die Welt für Rüstungen ausgibt In den Jahren 1932/33 hat die Welt nach zuver­lässigen Zusammenstellungen aus den Etats der einzel­nen Staaten mindestens 20 Milliarden Reichsmark für Rüstungszwecke ausgegeben. Gleichzeitig hat die gleiche Welt rings um den Atlanti­schen Ozean, die den größten Teil dieser Summen zum Bau von Kanonen, Panzer­schiffen, Bombenflugzeugen usw. aufwendet, über 25 Millionen Arbeitslose. Ge­wiß geben auch diese 20 Milliarden Rüstungsausga­ben Millionen Arbeitern Brot, aber es ist doch nicht gleichgültig, ob man mit die­sem Gelde Kanonen baut,

oder dafür Kleider, Lebensmittel oder sonstige Waren, die der Mensch zum Leben und zur Arbeit braucht, erzeugt. Waffen und Kriegsgerät sind totes Kapital, das höchstens dazu geeignet ist, die Werte zu vernichten, die andere Menschen schufen, um arbeiten und verdienen zu können Würde man aber statt Rüstungsmaterial Bedarfsgegenstände für die Menschen erzeugen, so würden dadurch Arbeitslose in Stand gesetzt werden, selbst wieder arbeiten zu können und ihr Brot zu verdienen.

davon:

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dafür könnte jeder Arbeitslose der Welt kaufen: für 800 RM-

Cd. 20Milliarden RM. gibt die Welt für Rüstungszwecke aus.

Verdacht seinerzeit bereits auf Mitglieder der Kom­munistischen Partei gefallen war. Nunmehr gelang es der Polizeistelle Mainz, die Täter zu ermitteln. Es handelt sich um zwei bekannte F i n t her Kommunisten, die ein umfassendes Geständnis ablegten und auch angaben, daß der Sprengstoff hochverräterischen Zwecken dienen sollte. Der Sprengstoff, sowie die Sprengkapseln und die Zündschnur konnten durch die Staatspolizeistelle Mainz herbeigeschafft werden.

Daten für Samstag, 18. November.

1832: der Polarforscher Adolf Erik Nordenskjöld in Helsingfors geboren (gestorben 1901); 1836; der

Mediziner Cesare Lombroso in Verona geboren (ge­storben 1909); 1863: der Dichter Richard Dehmel in Wendisch-Hermsdorf geboren (gestorben 1920).

Daten für Sonntag, 19. November.

1231: die hl. Elisabeth von Thüringen in Marburg (Lahn) gestorben (geboren 1207); 1805: Ferdinand Vicomte de Lesseps, Erbauer des Suezkanals, in Ver­sailles geboren (gestorben 1894); 1883: Wilhelm von Siemens, Ingenieur, gestorben (geboren 1823); 1828; der Komponist Franz Schubert in Wien gestorben (geboren 1797); 1869; Eröffnung des Suezkanals. 1808; Einführung der preußischen Städteordnung.