Ausgabe 
18.10.1933 Zweites Blatt
 
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RSOAP-Kundgebung in Gießen

sammlung.

1ISOAP.

H. St. B. H 0 chfch schäft. Aus Beran

ul-Arbeitsgemein-

Veranlassung des Landesführers

wenn

Geschwindigkeit der

Mit dreisachem Tieg-Heil auf Deutschland und seine Führer und mit dem Gesang des ersten Verses des Horst Wessel-Liedes schloß die denkwürdige Der-

* Die Vordrucke zur Personen- ltands-und Betriebsaufnahme sind, wie Die Bürgermeisterei in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte besonders heroorhebt, voll­ständig und richtig auszusüllen. Unterlassungen kön­nen mit Geldstrafen oder Haft geahndet werden. Unseren Lesern sei die Bekanntmachung zur Be­achtung dringend empfohlen.

Die rückständigen Krankenkassen­beiträge vom Monat September können bis zum 25. Oktober noch ohne Kosten bezahlt werden. (Siehe heutige Bekanntmachung der Allg. Ortskrankenkasse Giehen-Stadt.)

alle Anwesenden auf, sich bei der Werbung neuer " aste zu betätigen. Ls wäre landes und unserer Stadt, -festigt seinen

folgte noch eine kurze Aussprache, besonders über die Mitgliederwerbung.

Darauf ergriff der Führer des Vereins das Schlußwort. (£r erinnerte mit Recht daran, daß die $ie(e unverändert in streng nationalsozialistischem Ginne liegen und daß der Schützenverein eine Stätte der wahren Volksgemeinschaft darstelle. Der alte Schützenspruchlieb Äug' und Hand fürs Vater- land, habe heute mehr denn je Geltung. Wie sich All und Jung heute unter Hitlers Fahnen zusam- menfinde, um gemeinsam am Aufstieg unseres ge­liebten Vaterlandes mitzuarbeiten, so sei auch ge­rade der Schützenoerein dazu berufen. Er forderte

Metzger- und Bäckergewerbe zählen zu den ältesten Handwerkerorganisationen.Fleisch und Brot" sind Nahrungsmittel, an denen alle Menschen, früher, jetzt und auch später beteiligt sind. Es ist deshalb berechtigt, wenn man für diese Betriebe besondere gesetzliche, technische und gesundheitliche Vorschriften erlassen hat und darauf sieht, daß die Bestimmun­gen gewissenhaft durchgeführt werden, Anordnungen, denen sich das Gewerbe jederzeit gerne schon im eigensten Interesse unterordnet.

Demgegenüber ist es kaum verständlich, wenn wie es die tagtägliche Erfahrung zeigt es immer noch Personen gibt, die ihren Bedarf an Fleisch- und Wurstwaren bet sog.Hausschlachtungen" decken, die in Bezug auf Herkunft und Betriebseinrichtung nicht so der SiontroUe unterliegen, wie das ansässige fest­stehende Gewerbe.

Fleisch, speziell ZDurftroaren sind verlrauens- sache, die man am besten immer nur dort kaust, wo die Gewißheit besteht, daß alles geschieht, um gute Ware herzustellen und gesundheitliche Schäden von der Bevölkerung fernzuhalten, im Gegensatz zuHausschlachtungen", zu welchen öfter berechtigte Zweifel bestehen.

Hier und da wird dem Handwerk der Vorwurf gemacht, die Verkaufspreise seien zu hoch.

derte Zimmer einer Form hergestellt werden, wenn dabci der einzelne ausführende Geselle nur Einzel­teile in die Hände bekommt, so können diese Sachen

Mitglieder auf das eifrij im Interests des Vater! wenn das Schützenwesen hier recht stark und gel werde. Biete doch der Schützenverein mit f schönen und überaus praktischen Einrichtungen so­wohl, als auch mit dem unter seinen Mitgliedern herrschenden wahren Kameradschaftsgeist eine Stätte, an der sich jeder wohl fühlen müsse.

Fleisch und Wurst beim Metzger!

Von Innungsführer Carl pirr.

Ae Wünsche des Schreinerhandwerks

Von Innungsführer Fr. Lenz.

Hessen des NSD. Studentenbundes, Friedrich Wäs­cher, sind die Führer der Studentenschaften an

Hochschulen in Hessen und Hessen-Nassau in Fühlung getreten, um die Bildung einer Arbeits­gemeinschaft dieser Hochschulen vorzubereiten. Zweck der Arbeitsgemeinschaft soll fein, die von Herrn Reichsstatthalter Sprenger begonnene Verein- hettlichung des Rhein-Maingebietes auch auf dem Gebiete der Hochschule vorzutreiben.

H. St. B. Kameradschaftsheime der Studentenschaft. Die Einrichtung von Karne- radschastsheimcn unserer Studentenschaft ist soweit fortgeschritten, daß sie zu Beginn des Winter- Semesters wohl allgemein bezogen werden können. Zur Vermeidung von Ausfällen bei den Vermietern fmd an den Hochschulen Stellen eingerichtet worden, die besonders die bedürftigen Vermieter berücksichtß- gen und diesen in erster Linie zimmersuchende Stu­denten zuweisen. Befürchtungen wegen eines Ein­nahmeausfalles bei den auf Vermieten angewiese­nen Devölkerungskreisen sind daher unbegründet.

* Fahrplan-Berichtigung. In unserem Taschcnsahrplan für den Winter 1933.34 ist der auf der Strecke FrankfurtGießen zwischen Lang- Göns und Gießen verkehrende Personenzug ab Lana-Göns 9.57 Uhr, ab Großen-Linden 10.02 Uhr, an Gießen 10.09 Uhr nicht enthalten. Da der Zug an jedem Werktag (nicht am Sonntag) und am 22. November verkehrt, empfehlen wir un­seren Lesern, den Taschenfahrplan entsprechend zu ergänzen.

Unfall bei der Arbeit. Gestern nach­mittag ereignete sich in der Molkerei Grieb ein Unglücksfall. Der Elektrotechniker Heinrich Born von hier stürzte während der Arbeit und erlitt ver­mutlich innere Verletzungen, die seine Ueberführung durch die Freiwillige Sanitätskolonne in dieEhirur- gische Klinik notwendig machten Das Befinden des Verunglückten ist den Umständen entsprechend gut

Diese Vorwürfe erfolgen zu Unrecht, denn niemand mehr als das selbständige Handwerk hat ein In­teresse daran, zu niedrigen, allerdings reellen Preisen zu verkaufen, denn auch heute ist es noch, so,je niedriger die Preise sind, desto größer der Um- satz". Selbstverständlich muß das Handwerk rechnen, wenn es neben einem bescheidenen Verdienst allen seinen Verpflichtungen, wie öffentliche Lasten, Steu­ern, Löhne, Gebühren usw. nachkommen will, wenn es nicht, was sonst unausbleiblich wäre, die Existenz verlieren soll. Hierfür etwas mehr Verständnis bei der Bevölkerung zu finden, ist eine Bitte, die man hiermit aussprechen möchte.

Durch die Unterstützung des Handwerks, durch den Einkauf beim Metzger am Platze wird das reelle Handwerk nicht nur in seiner Existenz erhalten, sondern gefördert, die Leistungsfählg- keit wird gehoben, Mehrbeschäfllgung von Ge­sellen usw. ermöglicht und dadurch zur Bekämp­fung der Arbeitslosigkeit beigetragen.

Deshalb in derWoche des Handwerks" eine ernste, ehrlich gemeinte Mahnung an alle deutsche Hausfrauen:

.Kauft Fleisch und Wurst nur im Metzyerladen, dann wird euch nichts an der Gesundheit schaden."

Die N S. - F r a u e n s ch a f t S i e ß e n - M i 11 e, Zelle 1, hat am morgigen Donnerstag, 20.15 Uhr, Zellenabcnd bei Soldan.

Im NSLB. Gau Ausland sprickt am mor­gigen Donnerstag, 17 Uhr, in der Goetheschule (Physiksaal) Lehrer Dr. Haas- Aften-Buseck über Das Deutschtum in der Tschechoslowakei".

Hinöermarft in (Sietzen.

Auf dem gestrigen Rinder-Nutzvieh-Markt in Gie­ßen standen 400 Stück Großvieh, 90 Fresser und 109 Kalber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300 bis 360 Maik, 2. Qualität 160 bis 220, 3. Qualität 100 bis 140; Schlachl.'ühe a) 120 bis 250, b) 40 bis 100; Rinder:

bis Xjährig 50 bis 100, bis 2jährig 70 bis 140, tragend 150 bis 280; Kälber, das Pfund Lebend- aewicht 20 bis 30 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktoerlauf: schleppend, geräumt.

<4ornüti;cn.

Tageskalender für Mittwoch: Stadt­theater, 19.30 bis 22 Uhr,Am Himmel Europas'. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,Liebe muß ver­standen sein". SA.-Reseroe 19.30 Uhr Antreten, Sturmlokal Soldan. Reichsbund deutscher Ver­sicherungs-Vertreter, 15.30 Uyr, Hotel Prinz Carl, Versammlung.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, dritte Vor­stellung im Mittwoch-Abonnement. Erstaufführung des Schauspiels:Am Himmel Europas" von Schwenzen-Malina; Spielleitung Anton Neu- ha u s. Gewöhnliche Preise. Ende: 22 Uhr. Freitag, 20. Oktober, dritte Vorstellung im Freitag- Abonnement:Die Hermannsschlacht" von Heinrich von Kleist. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr-.Die Vier Nachrichter" gastie­ren mit ihrem Ensemble am Sonntag, 22. Oktober, nochmals im Stadttheater Gießen mit einer Auf­führung ihres Stückes:Der Esel ist los". Mit diesem Stück mit Musik in neun Bildern geht ein neues Kapitel Zeittheater bester Art über die Bühne und bringt gleichzeitig einen der stärksten Theater- erfolge nochmals nach Gießen. Allen denen, die bei dem letzten Gastspiel derVier Nachrichter" im Juli der Ferien wegen der Besuch nicht möglich war, ist am kommenden Sonntag nochmals Ge- legenheit gegeben, dieses quietschvergnügte Kapitel künstlerischer Lebensphilosophie mit Musik und Tanz zu studieren. Die Veranstaltung ist außer Abonnement und zu Preisen von 0,50 bis 2,50 Mk. Anfang: 19.30 Uhr, Ende: 22 Uhr.

Der Deutsche Heimarbeiter- und Hausgehilfenverband, Ortsgruppe, Gießen, veranstaltet am heutigen Mittwoch, 18. Oktober, 20.30 Uhr, im Cafö Leib feine erste große 23er- sammlung. Bezirksleiter Pg Rahner- Frank­furt a. M. wird über das Thema:Was will die Deutsche Arbeitsfront?" sprechen.

Ueber Gründe und Zweck der Reichs-Handwerker- woche will ich nicht schreiben; das haben andere getan und tun es nocy. An mir ist es, für das Schreinerhandwerk einzutreten, den Volksgenossen von feinem Wohl und Wehe zu erzählen und zu werben um Verständnis und um Aufträge. Auch in unserem Beruf feiern noch viele, viele Hände.

helfe jeder nach Kräften Arbeit geben, damit Meister, Gesellen und Lehrlinge, wie sie stets nebeneinander gearbeitet haben, icke sie un­willig und trauernd zusammen gefeiert haben, nun auch miteinander wieder zu Arbeit und Brot kommen und damit auch zu Frieden und neuer Lebensfreude!

Es ist uns nach trüber, dunkler Zeit ein Mor­genrot aufgegangen. Mit allen anderen Volksgenossen yoffen auch wir zuversichtlich, daß dem Morgenrot hellere, freundlichere Tage folgen mögen. Wenn man in der verflosse­nen Zeit oft bitter und mutlos werden wollte, so greifen wir doch jetzt mit neuer Kraft nach unseren Werkzeugen, fest entschlossen in der Volksgemein­schaft unseren Platz auszufüllen, der Gesamtheit zu dienen und damit auch uns selbst.

Es kann und darf nicht unser Streben sein, auf Kosten anderer Stände gute Tage zu haben, es muß aber unser Streben fein, gleichberechtigt und in gutem Einvernehmen mit den anderen Standen zu leben, sie zu achten und von ihnen geachtet zu werden. . . , , , ,, ...

Gerade das Schreinerhandwerk in feiner oielfeitt- §en Auswirkung, das unbedingt bis in die wirkliche ohe Kunst reicht, verdient, beachtet zu werden. In Museen und Schlössern, wie auch in den Häusern alter Bürgerfamilien sieht man die hochwertigen Erzeugnisse alter Meister.

Man kann auch heule noch im Schreiner Hand­werk hochwertige, künstlerische Arbeiten her- stellen, es müssen solche Arbeiten nur ver- trauensooll in die richtigen Hände gelegt und dürfen nicht an den wenigst nehmenden ver­geben werden.

Es hat auch zur Zeit der alten Meister außer gro­ßen Künstlern nach ein Heer von mittelmäßigen und kleinen Geistern gegeben, aber das Echte besteht, das Unechte vergeht. Was wir von unseren allen Meistem heute noch sehen, ist das Echte, das andere zerfiel. Echte, deutsche Schreiner­arbeit bester Qualität mll persönlicher Note wollen auch wir Meister der Neuzell Herstellen.

Wenn in Möbelfabriken Dutzende oder auch Hun-

Herstellung und den dadurch entsprechend billigen Preis, dann muß gesagt werden: Es klebt Schweiß und Blut von gehetzten Menschen an diesen Sachen, sie können keinen Segen bringen und sie werden nicht bestehen.

hast läßt keinen Raum zur Sorgfalt. Deshalb wollen wir Schreiner zwar fleißig und schnell arbeiten, damit unsere Mitmenschen unsere Er­zeugnisse bezahlen können, aber die Sorgfalt der individuellen Einzelarbeit, die Qualität, wollen wir unbedingt hochhalten.

Auch wir Handwerker sind mit unserer Zeit gi gangen, die Arbeitsmethoden der Alten waren nick mehr anwendbar, auch wir haben Maschinen. Wir haben nicht hinter dem Ofen gesessen, wie man uns oft oorwarf, wir haben die Arbeitsart der Fabri­ken nachgeahmt, wurden dazu auch von Außen­stehenden noch angeregt. Ob wir gut daran taten?

Die rapide Beschleunigung des Arbeitsganges brachte Erzeugnisse in solchen Mengen an den Markt, daß sie einfach nicht aufzunehmen waren. Die Maschinen arbeiteten, die Men- schen mußten feiern. Und nun strecken sich die feiernden, anklagenden Hände beschwörend unö fordernd nach Hilfe.

Der ist kein Deutscher, der nicht bereit ist, an seinem Teil mit allen Kräften die großen Taten unseres Führers zu unterstützen und Arbeit zu schaffen. Aber die überhasteten Arbeitsmethoden werden auch geändert werden müssen.

Jeder Auftraggeber, der bei feinem Auftrag das Aeuherste aus dem Handwerker herausholt, ist mit schuld, daß immer schneller, immer schlechter und mit immer weniger Händen die anfallende Arbeit erledigt wird, daß trotzdem nach Erledigung der Arbeit der Handwerker oft mit tiefem Seufzen feft- stellen muß, daß er nichts verdient hat, also für ihn und feine Familie nichts bleibt, und er dann in schlaflosen Nächten über die Zukunft nachdenkt.

Ich will nicht zu bitter werden, denn es ist uns ja ein Morgenrot der Hoffnung aufgegangen.

Zum Schluß will ich auf unser liebes Schreiner­handwerk zurückkommen, mit dem wir nun einmal auf Gedeih und Verderb verbunden sind und das uns bei aller Mühe und Sarge, die wir täglich da­mit haben, doch ans Herz gewachsen ist.

Fast alles, was aus hol; ist, stellen wir her.

Unsere besondere Speziaiität ist echte Dauer­ware in Bau- und Möbeiarbeitcn.

Ganze Zimmer ober auch Einzelstücke nach beson­deren Wünschen und Maßen, Möbelstücke passend zu vorhandenen alten Stilmöbeln. Wir bauen auch Möbel um, daß sie dem heutigen Geschmack besser entsprechen, oder zum Gebrauch geeigneter werden. Sehen Möbel, Bertäfelungen usw. nicht mehr gut

werde, auf Deutschland bezogen, fetne Bedeutung mehr gewinnen, vielmehr wolle man ein Groß- Deutschland in nationalsozialistisckem Geiste. Em Groß-Deutschland würde sich als stärkstes Bollwerk gegen asiatischen Bolschewismus behaupten.

Deutschland brauche sich heute nicht mehr zu unterwerfen, Deutschland sei wieder geehrt, heute zittere man im Ausland vor der neuen deutschen Weltanschauung, weil man wisse, daß der neue deutsche GeiÜ stärker ist, als alle

Waffen.

Das Deutsche Volk müße deshalb heute die Alltags- sorgen vergesien, alles Augenmerk müsse darauf gerichtet sein, daß die große Linie gewahrt bleibe. Deutichland habe nun, nach dem Austritt aus dem Völkerbund, in der Welt wieder mitzureden. Der Nationalsozialismus verfolge dabei das große Ziel, das Leben des Volkes in Gegen'- wart und Zukunft zu sichern.

Die bevorstehende Wahl am 12. November werde der Wett beweisen, daß Regierung und Dolf in Deutschland eins geworden sind. Mau rede nicht mehr von Stimmen und Mandaten, vielmehr heiße es jetzt immer nur: Hitler i st Deutschland und Deutschland ist

Hitler l

Nicht rufe man:Nie wieder Krieg!" Deutsch­land wolle auch keinen Krieg natio­nale Ehre und Freiheit müßten jedoch ae- wahrt bleiben. Der Kamps sei der Vater aller Dinge, weil aller Kamps um der Jugend und der Zukunft willen ausgetragen werde. Deshalb müsse auch das Volk nach innen Einigkeit und nach außen Einheit beweisen. Die hoch- geistige Entwicklung, die der Nationalsozialismus genommen habe, werde einst wieder bas Wort erklingen lasten:

An deutschem Wesen wird die Welt genesen!" (Lebhafter anhaltender Beifall!) Mit einem drei­fachenSieg-Heil!" auf den Führer und Volks- kanzler Adolf Hitler und mit dem begeistert ge­sungenen Horst-Wessel-Lied wurde die Kundgebung geschlossen.

Unter starker Beteiligung von Mitgliedern und Gästen fand am Montagabend, veranstaltet von der Ortsgruppe Gießen-Süd, im Caf6 Leck zu Siegen eine Kundgebung der NSDAP, statt. Der Leiter der Ortsgruppe Gteßen-Süb, Pg. Schwarz, eröffnete, nachdem das Hakenkreuz­banner in feierlicher Weise eingebracht worden war, die Kundgebung und erteilte sofort dem ersten Redner das Wort.

pg. Osbeld-Hadamar

führte u. a. folgendes aus: Die deutsche Revolution fei aus völkischer Vernunft erwachsen und habe das Recht an die Stelle des Unrechts gesetzt. Der Führer habe einen bankerotten Staat über­nommen, heute aber sehe man wieder Hoffnungs­schimmer in vielen Augen. Für den kommenden 2Binter gelte es, die große Ausgabe zu bewältigen, den 2 Millionen Arbeitern, die m den vergangenen Monaten wieder in Arbeit treten konnten, ihre Ar­beitsmöglichkeit zu erhalten. Dazu müsse das ganze Volk helfen, dazu müsse aller Klassenhaß vergessen werden, das Volk müsse ein einig Volk von Bru­dern sein.

Das deutsche Volk müsse loskommen von aller Ichsucht. Auch müsse man sich zu schützen wissen vor allem Gist von außerhalb, vor dem fremden

Geist des Iudentums.

Der internationale Jude müsse verbannt bleiben. Es müsse uns alle mit großer Freude erfüllen daß der Führer mit der Clique in Gens klare Abrechnung gehalten und ebenso klaren Ver­zicht auf die fragwürdige Hilfe des Völkerbundes ausgesprochen habe.

Der Marxismus, dem lange Zett der polttifche Kampf habe gelten müssen, sei vor dem Kriege her- ausgefordert worden durch eine falsche Politik von oben her. Die Arbeiter seien aber in der Folge von den sozialdemokratischen Bonzen schwer betrogen worden. Der Arbeiter, der bisher bei den Marxc- sten stand, müste jetzt herübergeholt werden zum Nationalsozialismus, ihm müsse sein Jrre-gefuhrt- sein bewiesen und er in die Volksgemeinschaft ein- gegliedert werden. Aus dem Arbeiter werde die treueste Gefolgschaft des Führers erstehen, der Ar­beiter werde auch treuester Kämpfer für fein Volk fein.

wenn man heute auf die Arbeit der Regierung Hitler zurückblicke, dann erkenne man als deren größte Tat die Einigung des deutschen Balkes. Alles, was an Hilfsmaßnahmen heute unter­nommen werde, könne getan werden auf Grund freiwilliger Opfer aller DolFsgenoffen.

Die vorhergehende Regierung habe das selbst durch Notverordnungen nicht erreichen können. Für das bevorstehende große Winterhilfswerk müsse man sich darüber klar sein, daß alle Opfer nicht für den Führer und bestimmt nicht für die Partei gebracht würden, sondern einzig und allein für die Ge­samtheit des notleidenden Volkes. Als größte Ausgabe habe sich die Regierung vorgenom­men, die Arbeitslosigkeit mit allen Mitteln zu be­kämpfen, weil man wisse, daß die Arbeit und die lebendige Kraft des Menschen die einzigen Mittel seien, Reichtum zu schaffen. Der Führer habe bereits bewiesen, daß durch eine verständige wirtschaftliche Dezentralisation aufbauende Arbeit geleistet werden könne. Für Hausreparaturen und Straßenbau wur­den Milliarden Mark in Umlauf gebracht. Der Ar­beiter erhalte wieder Geld und werde dadurch kauf­kräftig. Gegen das Warenhaus werde zu gegebener Zeit der rechte Schritt unternommen. Dem Juden- tum werde keine Möglichkeit mehr gegeben, sich ungerecht auf Kosten des deutschen Volkes zu er­nähren.

Zu unserem Kriege gegen Not und Erwerbs­losigkeit verlange man aber, daß man uns vom Ausland her in Ruhe lasse. Aller Kampf gegen die Störer von Ruhe und Ordnung werde er­folgreich fein, wenn das Dolf einig hinter dem Führer stehe.

Eintreten solle der deutsche Volksgenosse in SS. und SA. und dem Führer helfen, indem er ihm Steine reiche für den Bau des neuen Deutschland. Am 12. November werde das deutsche Volk erkennen lassen, daß es einig hinter dem Führer stehe und wisse, um was es geht. (Lebhafter Bei­fall!)

pg. Bulimann-Gieße'

sprach dann als zweiter Redner über die deutsche Außenpolitik. Er führte u. a. aus: Die Iudenfrage werde in Deutschland noch nicht ernst genug ge­nommen. Die Clique um Genf und das Gremium, das die Gerichtskomödie um den Reichstagsbrand in London spielte, feien identisch mit dem Juden­tum. Die Haltung des Nationalsozialismus vor dem Völkerbund sei vorgezeichnet gewesen. Man habe in Genf nicht erwarten dürfen, daß Deutschland erst dann auftrete, wenn es gnädig gestattet sei.

Beim Dölferbunb habe man sich geirrt, wenn man glaubte, daß man noch das Deutschland von 1918 vor sich habe.

Adolf Hitler wolle den Frieden; bas habe sich in vielen Kundgebungen und Veranstaltungen gezeigt. Der Tag der Arbeit habe das Volk vereinigt, im Rundfunk höre das deutsche Volk auf seinen Füh- rer, am Denkmal der Germania, zum Tage des Bauern habe man sich in lebendiger Volksgemein­schaft gesunden. Der Führer rede immer von A r beit, von Kultur und Kunst, vom Herr­gott und vom Vaterland in Frankreich aber spreche man stets von Kanonen und von Krieg.

Der Völkerbund habe ohne Deutschland seinen Sinn verloren.

Deutschland, das Land der friedliebenden, ar­beitsamen, ehrlichen Menschen wolle keine Gemeinsamkeit mit den Unehrlichen von Genf.

Deutschland könne nicht mit fremden Unterhändlern an einem Tische sitzen. Frankreich möge Fran­zosen, England möge Engländer schicken mit ihnen werde man gerne verhandeln.

Das deutsche Volk müsse ein politisches Volk wer­den. Bis Aum Ende des bevorstehenden Winters müste das deutsche Geschick in positivem Sinne ent­schieden sein. Der Jude habe geglaubt, den Reichs­tagsbrand als eine Angelegenheit betrachten zu können, in die sich jeder Jude ober Hottentotte bin- einhängen könne. Man solle sich auch hier getäuscht haben.

Einmal habe bas beutsche Volk seine große Stunde erlebt: am 4. August des Jahres 1914. Vier Jahre später aber sei bas

Volk betrogen worben. Da fei Zersetzungs- arbeit getrieben worben von Sozialdemokraten und Marxisten, die im Dienste der überstaatlichen Mächte lene in vir jjunur unumuu, iu uit|c m standen Es wäre das richtige gewesen, den Reichs- unmöglich persönliche Warme ausftrahlen. Und tag aufzulofen noch während Der Zeit, da an den I jemand stolz ist auf die große Geschwindigke

Fronten die Kanonen dröhnten. Wahrend die beut- schen Soldaten noch in den Schügengräben standen, habe es ein Erzberger fertig gebracht, Zer- feßungsarbeü vom Auslande her zu leisten. Ein Walter Rathenau habe gesagt:Die Welt- geschickte hätte ihren Sinn verloren, wenn Wil- Helm II. als Sieger durch das Brandenburger Tor eingezogen märe!"

1918 sei bann der Hochverrat vollendet worben.

Damals sei auch gesagt worben, baß Deutsch- lanb schulb am Kriege fei. Durch ben anonymen internationalen Kapitalisten, ben 3üben, fei biefe Lüge in bie wett gebracht worben.

Man habe gewollt, daß das deutsche Volk aus der Hand fresse. Während man in Deutschland immer von Abrüstung geredet habe und auch handette, habe dieselbe Clique von Juden in Frankreich zum Bau der Kanonen aufgefordert. Ueberall übten die Juden den gleichen Einfluß aus. Bei der Betrach­tung der deutschen Außenpolitik handele es sich immer um die Frage des Judentums. 1918 sei ein Soldat aus dem Schützengraben gekommen, ein einfacher (Befreiter, der die ganze Entwicklung mit offen Augen verfolgt habe-

Adolf Hitler. Er habe erkannt, um was es gehe. Deutschland, das Land ohne Geld und ohne Arbeit, sei durch ihn wieder zu innerer Kraft gekommen. Der Dölferbunb sei burch ben Austritt Deulfchlanbs geplatzt. Unser Führer habe nicht Dassen verlangt unb nicht Gebiete, wohl aber Gleichberechtigung für bas Deutsche

Dolf.

Die Solidarität in Deutschland sei wiederhergestellt, wenngleich der Jude mit allen Mitteln versucht habe, die Politik Adolf Hitlers zu sabotieren. Bereits seit Monaten sei in Frankreich, wie auch in England der Wunsch wachgeworden: Hinaus mit den Juden! So arbeite überall über den Grenzen die Zeit für uns. Der Imperialismus I