setz über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks, wonach der Reichs- Wirtschaftsminister im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister ermächtigt wird, über den Aufbau des deutschen Handwerks eine vorläufige Regelung auf der Grundlage allge m e i - ner Pflichtinnungen und des Füh- rergrundfatzes zu treffen. Das deutsche Handwerk im Sinne dieses Gesetzes umfaßt alle in der Handwerksrolle eingetragenen Betriebe, soweit sie nicht zum Reichsnährstände gehören. Hierüber treffen der Reichswirtschaftsminister und der Reichsernahrungsm>nister gemein- am nähere Bestimmungen.
Auf Antrag des Reichswirtschaftsministers beschloß das Reichskabinett, den Reichsminister der Finanzen zu ermächtigen, namens des Reiches G o - rantien von insgesamt 10 Millionen Reichsmark für Kredite zu übernehmen, die von gewerblichen Kreditgenossenschaften oder von Prioatbankiers an Kleingewerbetreibende gegeben werden. Es handelt sich hierbei um eine Maßnahme im Zuge der Arbeitsbeschaffung, die nur als einmaliger Ausnahmeoorgang zu bewerten ist.
Schließlich nahm das Reichskabinett ein Gesetz über die Eidesformel der Reichsmini ft er und der Mitglieder der Landesregierungen an, wonach die Eidesformel mit dem kürzlich in einem preußifchen Gesetz festgelegten Wortlaut in Ueber- einstimmung gebracht wird.
Keine Aenderung der Lohnpolitik
Ein grundsätzlicher Erlaß des Reichs« arbeitsministers.
Berlin, 17. Oft. (WTB.) Der Reichs- arbeitsminister teilt im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister und dem Beauftragten des Führers für Wirtfchaftsfragen in der Reichskanzlei mit:
Seit Erlaß des Gesetzes über die Treuhänder der Arbeit hat die Reichsregierung mehrfach Mim Ausdruck gebracht, daß es eine wesentliche Aufgabe der Treuhänder sei, die vorhandenen Tarifverträge und insbesondere das Lohnniveau aufrecht zuerhalten. Rur in besonders dringenden Fällen dürfen die Treuhänder eine Aenderung von Tarifbedingungen, die sozial oder wirtschaftlich nicht mehr länger zu vertreten sind, vornehmen. An diesen Richtlinien muß die Reichsregierung schon deshalb festhalten, weil sie jede Gefährdung ihres nächsten Hauptzieles, nämlich der Beseitigung der Arbeitslosigkeit, unter allen Umständen vermeiden muß. Eine grundsätzliche Aenderung des Lohnsystems, wie zum Beispiel die allgemeine Einführung eines Wochenlohnes unter wesentlich verlängerten Kündigungsfristen, kann jetzt also ebensowenig wie eine materielle Aenderung der Lohnhöhe in Betracht gezogen werden. Die Treuhänder sind erneut angewiesen worden, in diesem Sinne ihre Entscheidungen zu treffen. Es ist also zwecklos, daß einzelne Verbände A n - träge auf grundsätzliche lohnpoli- tische Reformen an die Treuhänder richten. Ebenso hält es die Reichsregierung für erwünscht, daß in der öffentlichen Diskussion die notwendige Rücksichtnahme auf die erwähnten lohnpolitischen Richtlinien geübt wird, um eine Beunruhigung der Arbeitnehmer und Unternehmer zu vermeiden.
Kleine politische Nachrichten.
Die einstweilige Kirchenleitung der evangelischen Landeskirche in Hessen-Kassel beschloß, in Kassel eine Evangelische Akademie zu errichten, die der Schulung von Pfarrern und Laien dienen soll. Man will hiermit der neuen volksmissionari- schen Aufgabe der Kirche, die sich aus der neuen Zeit ergibt, gerecht werden.
Als erste Gesamttagung aller evangelischen Elternverbände findet vom 29. bis 31. Oktober 1933 in Dresden der Deutsche Evangelische E l t e r n t a g statt.
Der Kreditausschuß der Deutschen-Rentenbank- Kreditanstalt hat aus dem Arbeitsbeschafsungspro- gramm vom 1.Juni 1933 erneut Darlehens- bewilligungen im Gesamtbeträge von über 13 Millionen Mark ausgesprochen. Davon entfallen auf den Freistaat Sachsen Beträge von über eine Million Mark für eine Reihe von Meliorationen und Flußregulierungen. Darlehen von rund einer halben Million Mark wurden ferner bewilligt der Badischen Wasser- und Straßenbaudirektion.
Die Deutsche Staatspartei, Landesver- band S a a r g e b i e t, hat sich a u f g e l ö st. Die Anhänger und Freunde der Partei werden aufgefordert, die Deutsche Front im Kampf um die Rückgliederung des Saargebietes durch Mitarbeit in der neuen Volksgemeinschaft auch weiterhin zu unterstützet.
In das erste Konzentrationslager in Oe st erreich in Wöllersdorf bei Wiener-Neu- stadt, dem Ort, wo sich früher die bekannten Munitionsfabriken befanden, sind 3 6 Nationalsozialisten, darunter zwei Frauen, zum Zwangsaufenthalt eingeliefert worden. Die Bewachung soll der Heimatschutz übernehmen.
Der südslawische Ministerpräsident S r s k i t s ch und Minister des Aeußern I e s t i t s ch haben sich nach Niska Banja begeben, um dem König die Demission des gesamten Kabinetts anzubieten, weil Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Mi- nisterpräsidenten und dem Finanzminister in der Frage der vom Ministerpräsidenten angeforderten außerordentlichen Kredite für Notstandsarbeiten und für die Konsolidierung der Landwirtschaftsschulden besteht.
parlamenisuahlen mÄortvegen
Beträchtliche Gewinne der Arbeiterpartei.
Oslo, 17. Okt. (WTB.) Die Wahlen zum Stör- ting ergeben das folgende Bild: Arbeiterpartei: 69 Sitze (Gewinn 22), Konservative 31 (Verlust 10), Liberale 24 (Verlust 9), Bauernbund 22 (Verlöt 3), Liberale Dolkspartei 1 (Verlust 2), Radikale Dolkspartei 1 (wie vorher); die kleinen unabhängigen Gruppen haben zwei Sitze erhalten (Gewinn 2).
Die Wahlen haben eine beträchtliche Verschiebung der politischen Kräfte erbracht. Die Arbeiterpartei hat die schwere Niederlage bei den Okto- berwohien 1930 mehr als wett gemacht. Die großen bürgerlichen Parteien haben erhebliche
Die Außenpolitik des neuen Deutschland.
Nirgends Streitfragen/ die einen Krieg rechtfertigen könnten.
Cin Goebbels-Interview.
London, 17. Okt. (WTB) Der Reichspropagandaminister Dr. Goebbels hat dem Korrespondenten der „Daily Mail" in Berlin, Ward Price, einige Fragen im Zusammenhang mit dem Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund und der Abrüstungskonferenz beantwortet. Auf die Frage, ob Goebbels eine Antwort darauf geben könne, ob Deutschland jetzt bereits mit derAuf- rüstung beginne, sagte der Propagandaminister: Nein. Deutschland hält sich an seine vertraglichen Verpflichtungen. Es erhebt aber die Forderung, daß die anderen Unterzeichner des Vertrages ihre Versprechungen in derselben Weise erfüllen.
Auf die Frage, wie die Aeußerungen, die Hitler in feiner Rundfunkrede im Hinblick aus die deutsch-französischenBeziehungen getan habe, mit den in dem Buche „Mein Kampf" und sonstwo ausgedrückten Gefühl gegen Frankreich in Einklang gebracht werden könnten, habe Goebbels geantwortet, daß das Freundschaftsange
bot, das Hitler an Frankreich machte, ein Beweis für die Evolutionsiähigkeit der Nationalsozialistischen Partei sei. Schon seit längerer Zeit sei eine Veränderung in der Haltung Deutschlands gegenüber Frankreich vor sich gegangen. Wenn Deutschland die Saar zurückerhalte, werde es keine gebietsmäßigen Klagegründe gegen Frankreich haben.
Auf die Frage, ob dies auch auf Polen zutreffe, habe der Propagandaminister erwidert: Deutschland könne den Korridor sicherlich nicht als ständige Einrichtung betrachten, aber es sei der Ansicht, daß es keine Frage in Mitteleuropa gäbe, die einen neuen Krieg rechtfertigen und notwendig machen würde. Deutschland wünsche den Korridor zurückzuerhalten, aber es sei überzeugt, daß dies Sache von Verhandlungen sei. Das möge zum Teil unmöglich erscheinen, aber manche scheinbare Unmöglichkeiten seien im Europa der letzten Jahre verwirklicht worden. Der Aufstieg der NSDAP, zur Macht sei eine davon.
Kührertagung der NSDAP.
ReichspropagandaniinisterOr.Goebbels gibt die Richtlinien für die Wahl bekannt
Berlin, 17. Okt. (TU.) Die Reichspressestelle der NSDAP, teilt mit:
Die heute in Berlin stattfindende politische F ü h r e r t a g u n g der N S D A P., die sich mit den Aufgaben der nächsten Wochen befaßt und insbesondere den Fragen der Vorbereitung für die Wahl des 12. November gewidmet ist, begann heute vormittag 11 Uhr mit einer B e - sprechung der Gauleiter mit dem Führer der NS. Reichstagsfraktion, Reichsleiter Dr. Frick. Die Besprechung galt vor allem den technischen Wahlvorbereitungen und der A u f st e l l u n g der Kandidatenliste.
Um 15,30 Uhr hielt die Reichspropagandaleitung der NSDAP, unter dem Vorsitz des Reichspropagandaleiters Dr. Goebbels eine Tagung der Gauleiter und Gaupropagandaleiter ab, zu der auch mehrere Reichsleiter erschienen waren. Im Mittelpunkt standen eingehende Darlegungen des Reichspropagandaleiters Dr. Goebbels, der in großen Zügen die Aufgaben der Bewegung für den bevorstehenden Wahlkampf umriß und die propagandistischen Richtlinien für die Organisation ausgab. Einleitend warf Dr. Goebbels einen Rückblick auf die außenpolitische Entwicklung in Genf und sprach über die Gründe, die zu der Entscheidung Deutschlands am 14. Oktober geführt haben.
Die weltpolitische Bedeutung der bevorstehenden Dahl und Volksabstimmung liege darin, daß sie den Beweis erbringen werde, daß die Regierung Hitler in Deutschland nicht eine Regie- rungderGewalt.fonderninwahr- heit di e Hepräf entantin und die Wortführerin des deutschen Volkes in seiner Gesamtheit sei. Dieser Wahlkampf und diese Wahl solle eine Demonstration des Friedens und der Ehre des deut
schen Volkes fein. Die Fragen, vor die die Regierung das Volk stelle, laute: wollt Ihr Gleichberechtigung? wollt Ihr denFrieden? Die Richtlinien, die der Führer in feiner großen Rede am Samstag gegeben habe, hätten innerpolitifch und auch in diesem Wahlkampf maßgebend zu fein für unser Tun und handeln.
Dieser Wahlkampf werde mit neuen pro - pagandistischen Methoden geführt werden und durch die Wucht aufmarschierender Volksmassen sein demonstratives Gepräge erhalten. Die Uebertragung durch den Rundfunk werde auf wenige besondere Kundgebungen beschränkt. Im Vordergrund stehe die Versammlungslawine und die Propaganda von Mund zu Mund. Dr. Goebbels sprach dann über die Propagandamethoden im Einzelnen und gab die Richtlinien für ihre Durchführung. Wenn die NSDAP, sich mit den gleichen Tugenden wappne, die sie in den Wahlkämpfen um die Macht bewiesen habe, dann werde der Sieg des 12. November sicher fein.
Anschließend an die Worte des Reichspropagandaleiters gaben noch einzelne Referenten der Reichs- propagändaleitung Einzelheiten über die technische Durchführung der Propagandamaßnahmen bekannt.
Der Führer spricht.
Wie die Spätmorgenausgabe des „Lokalanzeiger" berichtet, hat in Fortsetzung der Führertagung am Dienstagabend im Sitzungssaal des Preußischen Landtags, der bis auf den letzten Platz gefüllt war, eine abschließende Sitzung stattgefunden. Nach kurzen einleitenden Worten durch den Stellvertreter des Führers Rudolf Heß nahm sofort der Führer das Wort zu einer großen Rede.
Oer Sinn der Volksbefragung.
Ein Interview mit Dr. Goebbels.-Regierung und Volk find eins und wollen ein und dasselbe.
Berlin, 17. Okt. (TU.) Reichsminister Dr. Goebbels gab am Dienstag dem Berichterstatter des Scherl-Verlages, Rolf Brandt, folgendes Interview:
Erste Frage: Herr Reichsminister! Das Ausland spricht von dem Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund und aus der Abrüstungskonferenz zum Teil so, als ob damit eine außerordentlich gespannte Situation geschaffen werden könnte. Können Sie und wollen Sie, Herr Reichsminister, noch etwas über d i e Gründe sagen, die Deutschland zu diesem Schritt veranlaßt haben?
Antwort: Deutschland hat die Teilnahme an internationalen Konferenzen, besonders an der Abrüstungskonferenz und am Völkerbund von vorn- herein von bestimmten Bedingungen abhängig gemacht. Die wichtigste dieser Bedingungen heißt: Wir fordern gleiche Berechtigung und wir weigern uns, von vornherein uns mit dem Makel der Ehrlosigkeit behasten zu lassen. Da uns weder im Völkerbund, noch auf der Abrüstungskonferenz diese gleiche Berechtigung zugestanden worden ist, mußten wir sowohl den Völkerbund, wie auch die Abrüstungskonferenz aus Gründen der Ehre verlassen.
Zweite Frage: Warum wird aus diesem Anlaß eine neue Volksbefragung gemacht? Es weiß dach jeder Mensch, daß das deutsche Volk geschlossen hinter der nationalsozialistischen Negierung steht?
Antwort: Freilich, in Deutschland weiß das jedermann. Niemand unter uns befindet sich im Zweifel darüber, daß diese Regierung eine Regierung des ganzen deutschen Volkes ist. Aber das Ausland bezweifelt das. Gewissenlose Hetzer im Ausland, vor allem die aus Deutschland ausgewanderten jüdischen und marxistischen Emigranten, behaupten immer wieder, daß die nationalsozialistische Bewegung über Deutschland ein Regiment des Terrors und der Gewalt aufgerichtet habe. Die Volksbefragung hat vor allem den Zweck, dem Ausland zu zeigen, daß nicht nur in dieser Frage, sondern in allen großen inneren und äuße
ren Fragen das deutsche Volk geschlossen und einheitlich hinter Adolf Hitler und seiner Regierung steht. Das zu beweisen, ist Hauptsinn unserer Volksbefragung.
Dritte Frage: Glauben Sie, Herr Reichsminister, daß ernste Verwicklungen sich d o r bereiten könnten, wie es gewissenlose Emigranten dem Ausland einzureden versuchen?
Antwort: Keineswegs. Die deutsche Regierung hat im Namen des deutschen Volkes durch den Mund des Kanzlers der Welt den Frieden und die Beruhigung an geboten. Der Kanzler hat eine große, bisher in Deutschland noch nicht erlebte Geste, sogar Frankreich gegenüber, gemacht. Deutschland hat betont, es will den Frieden und lehnt die Gewalt als ein Mittel, öffentliche und europäische Fragen zu läsen, rundweg ab. W i r wollen einen Frieden der Gleichberechtigung und sind der lieber- zeugung, daß ein ehrbewußtes und starkes Deutschland eine bessere Garantie für den europäischen Frieden darstellt als ein geschwächtes Deutschland, an dem jeder Gegner sich schadlos halten kann.
Vierte Frage: Herr Reichsminister! Eine letzte Frage: Wie beurteilen Sie b i e Aussichten, ich meine prozentual, der Regierung bei der kommenden Abstimmung?
Antwort: Das ist meiner Ansicht nach ein falscher Ausdruck. Es kann hier weder non Aussichten der Regierung, noch von Aussichten irgendeiner Partei die Rede sein. Ich bin der Ueberzeugung, daß es in der Frage der gleichen Berechtigung, in der Frage des Friedens und in der Frage der nationalen Ehre des deutschen Volkes in Deutschland überhaupt nur eine einheitliche Meinung geben kann, und ich bin weiterhin der Ueberzeugung, daß die ganze Nation sich mit verschwindenden Ausnahmen in dieser Frage hinter die Regierung st eilen wird. Ich glaube, daß der 12. November der Welt ein sichtbares Zeichen für die Tatsache sein wird, daß das Volk die nationalsozialistische Bewegung und die Führung in Deutschland ein und dasselbe sind und ein und dasselbe wollen. (Das Interview wurde für die Ufa-Tonwoche gefilmt.)
Einbußen erlitten, und zwar die Konservativen als Opposition ebenso wie die Liberalen als Regierungspartei. Gut halten konnte sich der Bauernbund, der ja auf bestimmte Wahler- maffen zurückgreifen kann.
Durch die Wahlen ist natürlich auch die Frage akut geworden, wie die künftige Regierung Norwegens ausfehen wird. Als Ende Februar dieses Jahres die konservativ-bauernbündlerische Regierung Hundseid durch das liberale Kabinett M o w i n ck e l erseht wurde, betonte man auf liberaler Seite, daß man unter keinen Umständen in irgendeiner Form mit der Arbeiterpartei zusammen
gehen wolle. Die ziemlich harten Bestimmungen des Gesetzes gegen die Sabotage des Arbeitsfriedens, das im Ium erlassen wurde, sollten diesen Willen bekräftigen. Ob es angesichts der neu geschaffenen Lage möglich ist, diese Politik fortzuführen, darf bezweifelt werden. Die andere Möglichkeit einer Konzentratiansregierung aller bürgerlichen Parteien würde allerdings vor- ausfetzen, daß alle Parteigegensätze zurückgestellt und die gesamte Politik auf die Behebung der Wirtschaftskrise und den Ausgleich des Budgetdefizits abgestellt wird, das den Anlaß der letzten Kabinettskrise gegeben hat.
Aus aller Welt.
Adolf Hitlers Kanzler-Reden in Buchform.
Der Parteioerlag Franz Eher Nachfolger gibt, wie die NSK. berichtet, eine Sammlung der offiziellen Reden des Volkskanzlers Adolf Hitler heraus, die der nationalsozialistischen Bewegung und ihren Soldaten im Kampf der nächsten Wochen die beste Waffe im Kampf gegen die Lüge in der Welt gibt. In einer kleinen Sammlung zum Preise von nur 50 Pf. werden die Reden des Kanzlers veröffentlicht, durch die immer wieder der Wille und die Forderung Deutschlands auf Arbeit und Frieden schwingt.
Die bayerischen Städte stisten 50 000 Reichsmark für das Haus der Deutschen Kunst.
Bekanntlich haben die bayerischen Städte anläßlich des Tages der Deutschen Kunst von einer bereits geplant gewesenen Huldigungsfahrt abgesehen. Statt dessen überreichte der Bayerische Gemeindetag, vertreten durch Oberbürgermeister Liebel und Oberbürgermeister Knorr, dem bayerischen Staatsminister und Staatskommissar für das Haus der Deutschen Kunst, Adolf Wagner, nun eine kunstvolle Adresse und eine Spende für das Haus der Deutschen Kunst in Hohe von 50000 Mark. Die Spende ist ein herrliches Zeichen für die innere Verbundenheit zum gemeinsamen Ziel. Eine halbe Million für die Arbeitsbeschaffungsspende.
Die Firma Dr. A. Oetker in Bielefeld (Oetkers Backpulver) hat für Zwecke der Arbeitsbeschaffung eine Spende von 500 000 Reichsmark gestiftet.
Heuer Geschwindigkeitsrekord des „Graf Zeppelin"
Wie die Deutsche Seewarte in Hamburg mitteilt, ist das Luftschiff „Graf Z e p p e l i n", Das fahrplanmäßig in den Abendstunden des 17. Oktober in Pernamduco eintreffen sollte, bereits um 13 Uhr dort gelandet und hat somit die 8000 Kilometer lange Strecke Friedrichshafen—Pernam- buco in 63V« Stunden zurückgeleat. Das Luftschiff hat dadurch für die Ausreise nach Brasilien einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt.
Schneefall auf dem Feldberg im Schwarzwald.
Der in den frühen Morgenstunden des Dienstag eingetretene stärkere Temperaturrückgang hat auf den Hohen des Schwarzwaldes von 1000 Meter aufwärts zu Schneefällen geführt. Der Feldberg meldet bei 0 Grad Dienstag morgen 1 cm Schnee. Das Schneetreiben dauert an. Auch Neustadt im Schwarzwald verzeichnet heftiges Schneetreiben.
Schwere Gasexplosion in Paris. — 25 Verletzte.
Eine folgenschwere Gasexplosion, bei der etwa 25 Personen mehr oder weniger schwer verletzt wurden, ereignete sich im Keller eines Miethauses in Paris. Zwei Lebensmittelgeschäfte, die sich rechts und links von der Eingangstür des Hauses befanden und die zur Zeit der Explosion voller Kunden waren, wurden durch die Explosion fast vollkommen zerstört. Der Fußboden wurde aufgerissen, und die Kunden stürzten zum größten Teil in den darunter liegenden Keller. Die Fensterscheiben des Gebäudes und anderer umliegender Häuser gingen in Trümmer. In den Geschäften selbst wurde alles vollkommen zerstört. Die Feuerwehr und die Polizei trafen kurz nach Der Explosion an der Unglücksstelle ein und begannen sofort mit den Rettungsarbeiten. Etwa 25 Personen, von Denen einige lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatten, mußten in Das Krankenhaus Übergeführt werben. Die Ursache Der Explosion ist auf Das Platzen eines Gasrohres zurückzuführen. In Dem Keller waren Arbeiter mit Der Ausbesserung eines Wasserrohres beschäftigt und trafen beim Auf- reißen des Bodens mit der Spitzhacke versehentlich das Gasrohr.
Drei Kinder durch kochende Suppe verbrüht.
Durch kochende Suppe wurden die Drei Kinder einer Familie in Baumholder (Rheinland) beim Mittagessen verbrüht, so daß alle schwere Brandwunden daoontrugen und das jüngste Kind nach schrecklichen Qualen st a r b. Eines Der KinDer hatte Durch Unvorsichtigkeit Den Topf mit kochender Suppe umgestoßen. Der Inhalt ergoß sich über die drei unglücklichen Kinder. Die beiden überlebenden Kinder liegen schwer darnieder.
Raubüberfall in München.
Ein bekanntes Münchner Original, das jeder Hofbräuhausgast unter dem Namen „Lenba ch" kennt, der Zeichner Fritz Mandlinger, wurde in einer der letzten Nächte das Opfer eines Raubüberfalls. Der komische Alte trug sein ganzes, in langen Jahren fanatischen Sparens erarbeitetes Vermögen aus Furcht vor einem Verlust immer mit sich in einer wachsleinenen Handtasche. Auf dem Heimweg nach Mitternacht schloß sich ihm ein Bursche an, der ihn bis zu seiner Wohnung begleitete und ihm erklärte, im gleichen Hause zu wohnen. Im Hausgang des Anwesens entriß der Begleiter dem Zeichner feine Tasche mit über 1100 Mark in Papiergeld und Silbergeld und flüchtete.
Wettervoraussage.
Durch den Zustrom Falter Luft ist der Luftdruck über Mitteleuropa angestiegen, so daß sich einerseits der Wirbel über Jütland abgeflacht hat und andererseits ein geschlossener Hochdruckkern über Süddeutschland und Frankreich entstanden ist. Wenn auch durch die flache Störung noch ozeanische Luft zufließt und vorübergehend Anlaß zu Bewölkung gibt, so wird im wesentlichen doch der hohe Druck wetterbestimmend sein. Nach kalter Nacht und Frühnebel dürfte sich daher der Himmel am Tage vorwiegend aufheitern. Da aber von Westen her eine neue Störung vordringt, wird die Besserung nicht von langer Dauer sein. Bei nach Süden zu drehenden Winden gelangt späterhin Warmluft bis in unseren Bezirk, die sich auf die Temperaturen auswirken und bei ihrem Aufgleiten auch Dunstbildung und Bewölkung verursachen wird.
Aussichten für Donnerstag: Nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt, tagsüber etwas wärmer, stellenweise Frühnebel, sonst teils wolkig, teils heiter, trocken.
Aussichten für Freitag: Dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, im ganzen etwas milder, noch meist trocken.
Lufttemperaturen am 17. Oktober: mittags 7,6 Grad Celsius, abends 6,7 Grad; am 18. Oktober: morgens 5,2 Grad. Maximum 8,4 Grad, Minimum 4,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Oktober: abends 8,1 Grad; am 18. Oktober: morgens 7,2 Grad Celsius. — Niederschläge 1,3 mm. — Sonnenscheindauer 2 Stunden.
"ODOI/
Rat: ZAHNPASTA


