Oberhessen
Statt Karten!
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In unser Handelsregister, Abteilung B,
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Hauptrollen:
Wegen der zum 1. Oktober d. I. erfolgen
den Wiederherstellung des Kreises Bieden- jung neu beschlossen worden, köpf und des Dillkreises und der damit Gießen, den 16. Seotembe verbundenen Arbeiten zur Trennung der! Hessisches Amtsger
Ufa-Ton-Woche!
5721 C
Kreisausschuß- und landrätlichen Verwaltung des Kreises Dillenburg in der Woche vom 25. bis 30. September d. 3. für den Publikumsverkehr geschlossen.
ießen, den 16. Sevtember 1933. Hessisches Amtsgericht.
Buntes Allerlei.
Was ein Schiffsrekord kostet.
Der Kapitän des italienischen Dampfers »Rex* hat das blaue Band des Atlantischen Ozeans für Italien erobert, in dem er 5100 km in vier Tagen dreizehn Stunden 58 Minuten mit einer Durchschnitts, geschwindigkeit von 28,92 Knoten zurücklegte. Die Höchstleistung dieser denkwürdigen Fahrt geschah aber am vorletzten Tage. Die 51000 Tonnen schweren Stahls, die das Schiff darstellt, durchfurchten die Wellen über eine Strecke von 1080 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit in der Stunde von 29,61 Knoten. So wurde noch ein weiterer Weltrekord ausgestellt. Eine solche Tat bringt zweifellos der Dampferlinie, die sie ausführt, und der Schiffahrt ihres Landes großen Ruhm, den Paffagieren.einen unvergeßlichen Eindruck. Die „Rex" wird als der schnellste Dampfer der Welt gewiß viele Paffagiere gewinnen, denn es bedeutet viel, das blaue^Dand zu erobern, das bisher der deutsche Dampfer „Bre. men" besaß. Dieser legte im 3uni vergangenen Iah. res die Äberfahrt von Reuyork nach Cherbourg in 4 Tagen 16 Stunden 51 Minuten zurück mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 28,51 Knoten. Aber wenn die Schiffe immer so schnell fahren würden, dann würde das für die Gesellschaft ein sehr schlech. tes Geschäft sein. Ein solcher Rekord kostet nämlich eine so große Summe Geld, daß seine dauernde Einhaltung jede Dampferlinie ruinieren mühte. Die „Rex" ist so gebaut, daß ihre durchschnittliche Ge. schwindigkeit auf 27 Knoten berechnet ist; die der Bremen beträgt 26,5. Das italienische Schiff mußte also seine Geschwindigkeit um 1,2, das deutsche um 2,01 Knoten steigern. Das sind Leistungen, die eine gewaltige Anstrengung und eine bedeutende Der- mehrung des Betriebstoffes erfordern. 116er die Mehrlosten bei den Rekorden der „Rex" und „Bre- men" ist nicht Räheres bekannt geworden. Aber eine Borstellung davon gibt eine Berechnung, die 3- G. Roppen in einer englischen Zeitschrift ausstellt. Durch mehr als 20 3ahre hat den Schnelligkeitsrekord im Atlantischen Ozean die „Mauretania" gehalten. 3hre schnellste Fahrt zwischen Reuyork und Plymouth tour» de mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,22 Knoten zurückgelegt. Als die „Mauretania" zur Del» feuerung überging, wurde die Frage derGeschwindig. keil und der dadurch entstehenden Kosten genau berech. net. Damals wurde bekannt, daß man den Unterschied zwischen einer Geschwindigkeit von23 Knoten und 26 V, Knoten auf nicht weniger als 40000 Mark an Be. triebskosten für den Dampfer-Tag schätzte. Dabei war die „Mauretania" ein Dampfer von 320001 Man muß also annehmen, daß die Kosten-Steigerung bei Schiffen von über 50000 t, wie der „Rex" und die „Bremen", entsprechend höher liegt.
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Ein deutsches Fernschreibnetz
Bedeutsame Neuerung im Nachrichtenverkehr.
Rose Hobart / Ch. Biekford
In die unheimliche Wildnis der gewaltigen Urwälder Borneos mit ihren vielen Gefahren führt dieser Tonfilm in deutscher Sprache. Er zeigt Bilder von nie gesehener Schönheit mit ungeheueren und phantastischen Bauten. In dieser Vollendung noch nicht gezeigte Aufnahmen vom Ausbruch eines Vulkans machen den Film zu einem Erlebnis. Dazu eine unerhört packende Handlung, die den Zuschauer von Anfang bis Ende in Spannung hält.
Im Beiprogramm:
• L Wie Du mir, so ich Dir, Lustspiel.
2. Im Lande der Bretonen, Kulturfilm, 3. „Lumpengesindel“, ein herrlicher Farbenfilm aus „D er Jazzkönig“ und
wurde am 13. September 1933 bei der Dresdner Bank, Zweigniederlassung Gießen in Gießen folgendes eingetragen: Laut Beschluß der Generalversammlung vom 1. Juli 1933 soll das Grundkapital unter den im Beschlüsse angegebenen Bestimmungen in erleichterter Form von zweihundertzwanzig Millionen Reichsmark auf einhundertfünfzig Millionen Reichsmark herabgesetzt werden. Die Herabsetzung ist erfolgt. Das Grundkapital beträgt nunmehr einhundertfünfzig Millionen Reichsmark und zerfällt in einhundertzwanzigtausend Aktien im Nennbeträge von je eintausend Reichsmark und in dreihunderttausend Aktien im Nennbeträge von je einhundert Reichsmark, die sämtlich auf den Inhaber lauten. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 1. Juli 1933 sind die §§ 4 Abs. 1 und 21 des Gesellschaftsvertrages (§ 4 Abf. 1: Grundkapital; § 21: Stimmrecht) geändert. Aus dem Vorstand sind ausgeschieden die Mitglieder Henry Nathan und Wilhelm Kleemann. Zu Mitgliedern des Vorstandes lind bestellt: Dr. Reinhold G. Quaatz, Geheimer Regierungsrat in Berlin, und Dr. Hans Schippel, Reichsbankdirektor a. D. in Berlin. 5748D
Gießen, den 15. September 1933. Hessisches Amtsgericht.
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mungen des Gesellschaftsvertrages über die Zusammensetzung und Bestellung des Aufsichtsrats und über die Vergütungen der Mitglieder desselben in ihrer früheren Fas-
Bekanntmachung.
In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 14. September 1933 bei der Firma Wilhelm Gail'sche Tonwerke, Aktiengesellschaft in Gießen, folgendes eingetragen: Laut Beschluß der Generalver- samlung vom 4. August 1933 soll das Kapital der Gesellschaft gemäß den Bestimmungen der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 6. Oktober 1931 Kapitel II von siebenhunderttausend Reichsmark auf vierhundertneunzigtausend Reichsmark herabgesetzt werden. Die Herabsetzung ist erfolgt. Die Aktien Nr. 1181—1300 im Nennbeträge von je 1750,— RM. — siebzehnhundertundfünfzig Reichsmark — sind eingezogen. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 4. August 1933 wurde der § 4 Satz 1 der Satzungen (Aktienkapital und Aktien) geändert. Desgleichen wurde der § 13 der Satzungen (Aktionäre) geändert. 5747D
In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 15. September 1933 bei obiger Firma weiter folgendes eingetragen: In der Generalversammlung vom 4. August 1933 sind die durch die Notverordnung vom 9. September 1931 angeführten Bestim-
Herstellung einer Verbindung wird eine bezeichnete Taste des Zusatzgeräts gedrückt, dann kann mit dem Wählen begonnen werden. Der am anderen Ende der Leitung befindliche Teilnehmer, bzw. dessen Fernschreibmaschine meldet sich automatisch mit dem Firmennamen. Das Fernschreiben kann beginnen. Für die Gebühren eines Drei-Minuten-Fernge- sprächs kann man sechs Minuten fernschreiben.
Als letzte Errungenschaft auf dem Gebiete der Nachrichtentechnik behandelte Direktor Storch den neuen drahtlosen Fernschreiber System „Siemens- Hell". Man ist bei diesem Fernschreiber von dem Prinzip des Typendruckers abgegangen und wendet das Prinzip der Bildtelegraphie an, das auf der Zerlegung in Bildpunkte beruht. Bei diesem Verfahren werden die Schriftzeichen senderseitig zer- legt und empfangsseitig wieder zusammengesetzt. Die einzelnen Bildpunkte werden in Stromimpulse verwandelt, die über einen hohen Generator dem drahtlosen Sender über die Drahtleitung zugeleitet werden. Hier werden diese Stromimpulse der hochfrequenten Trägerwelle mit einer sehr schmalen Modulation, die noch im Bereich der Telegraphie liegt, aufgedrückt und gehen dann in den Aether heraus. Empfangsseitig wird ein normales drahtloses Empfangsgerät verwendet, das die hochfrequenten Ströme gleichrichtet und über einen Verstärker dem Siemens-Hell-Schreiber zuführt. Die Schreibgeschwindigkeit dieses drahtlosen Fernschreibers beträgt 300 Buchstaben in der Minute. Versuche haben zu dem Ergebnis geführt, daß zu Zeiten, wo durch atmosphärische oder lokale Störungen eine radiotelephonische Aufnahme nicht mehr möglich war, der Siemens-Hell-Schreiber noch eine einwandfreie Nachrichtenübermittlung gewährleistet.
Sämtliche Apparate wurden dann im Betrieb vorgeführt. Da 3. Z. das Wolffsche Telegraphen- Büro noch Reichweltenversuche mit ferngelegenen Empfangsstationen, wie Konstantinopel, Rom und Kopenhagen, durchführt, konnte auch der drahtlose Siemens-Hell-Schreiber praktisch vorgeführt werden. Die Vorführungen wurden mit Interesse und lebhaftem Beifall ausgenommen. Die Erfindung des Siemens-Hell-Schreibers bedeutet, wie Direktor Storch abschließend betonte, eine Umwälzung auf dem Gebiet der drahtlosen-Nachrichtenübermittlung, die das Jahr 1933 in der Geschichte der Telegraphie besonders bedeutungsvoll macht.
Das Wernerwerk der Siemens & Halske AG. in Siemensstadt bei Berlin hatte dieser Tage Vertreter der Behörden und der Presse zu einer Besichtigung eingeladen, bei der die Fortschritte auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik im Zeichen der Zeit des Aufbaues gezeigt wurden.
Direktor Storch, der Vorstand der Telegraphenabteilung des Wernerwerks, sprach über die Entwicklung auf dem Gebiete des Telegraphenwesens und deren neueste Errungenschaften. Seit einigen Jahren werden nicht nur von der Reichspost, andern auch einer Anzahl größerer privater Internehmen Fernschreibnetze mit Fern- chreibmaschinen zur Abwicklung ihres Verkehrs mit ihren Filialen betrieben. In Anbetracht der hohen Kosten war es bisher nur größeren Unternehmen möglich, derartige Einrichtungen zu schaffen. Um nun auch mittleren oder kleineren Unternehmen die Möglichkeit zu geben, sich dieses Nachrichtenmittels zu bedienen, hat sich die Reichspost dazu entschlossen, ihre Fernsprechleitungen zum vorübergehenden Fernschreibbetrieb freizugeben und außerdem ein deutsches Fernschreibnetz einzurichten. Bei der vorübergehenden Benutzung der Fernleitungen für den Fernschreibverkehr kommt die
Bad-Nauheimer Herbstwoche.
(30. September bis 9. Oktober.)
= Bad-Nauheim, 16. Sept. Mit der in der weiten Umgebung bekannten und beliebten Bad- Nauheimer Kirchweihe verbindet die hessische Badestadt in der Zeit vom 30. September bis 9. Oktober erstmals eine Bad - Nauheimer Herb st- woche. Die große Veranstaltung hat sich die Aufgabe gestellt, das an sich schon abwechslungsreiche Programm der eigentlichen Kirchweihtage (1., 2., 8., 9. Oktober) wesentlich zu erweitern und dem althergebrachten Volksfeste durch eine umfassende Darstellung des gewerblichen Lebens der Badestadt eine noch größere Anziehungskraft zu geben. Zu Beginn der Woche, deren Verlauf bis ins einzelne bereits sorgfältig durchgearbeitet ist, wird ein F e st- zug, wie ihn unsere Stadt wohl noch nie gesehen hat, in rund 50 Schaunummern (Wagen und Gruppen) ein lebendiges Bild von dem Aufbau des äußerst vielgestaltigen heimischen Gewerbes vermitteln. Daß mit einer Sonderleistung auf dem Gebiete der Festzugskultur gerechnet werden darf, dafür bürgt die künstlerische Leitung durch den bekannten und vielfach bewährten Kunstmaler G e i I f u s , dessen Plänen und Entwürfen ein außerordentlich reges Interesse aller Berufsstände, Vereine und Behörden entgegengebracht wird. Den Besuchern aus nah und fern wird der 1. Oktober mit dem „festlichen Aufmarsch des heimischen Gewerbes, einen ganz besonderen Genuß bieten.
Der Darstellung des heimischen Wirtschaftslebens dient bann noch eine große Ausstellung, für die das geradezu ideale Gelände der Trinkkuranlage zur Verfügung steht. Hier können in der Zeit vom 30. September bis 9. Oktober die Erzeugnisse von Handel, Gewerbe, Handwerk und Landwirtschaft ins rechte Licht gestellt werden, und dem Besucher wird anschaulich vermittelt, zu welch hoher Stufe der Leistungsfähigkeit das heimische Wirtschaftsleben angestiegen ist.
Eine Reihe von Konzerten und sonstigen künstlerischen Darbietungen, von turnerischen, sportlichen und Luftschutzvorführungen wechseln in edlem Wettbewerb miteinander ab und geben
die den Sängern auch eine eigene Komposition von Prof. Dr. Temesvary zu Gehör gebracht habe.
IiegierungSrot Schmidt-Gießen übermittelte hierauf die herzlichen Grüße und Wünsche der Provinzialdirektion Oberhessen, des Kreisamts Gießen und der Bürgermeisterei Gießen. Er gab den Sängern die Versicherung, daß das neue Deutschland und dessen Behörden die Sängersache allezeit bereitwilligst und weitgehend unterstützen würden, denn wo von deutschen Männern das deutsche Lied gesungen werde, da werde an großen Aufgaben des deutschen Volkes gearbeitet. Mit dankbarer Anerkennung wies der Redner darauf hin, daß die Sänger auch unter den früheren und oft unliebsamen Verhältnissen eifrig das deutsche Lied gepflegt und dadurch den hohen va-
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des Umzuges der nach Biedenkopf kommen- -CJvlUllllliaiUUf Uliy. den Bureaus, bleiben die Diensträume der fr» ..»f»«- sHt-um
Ab heute Montag:
Ein exotisches Erlebnis in den Urwäldern Borneos!
Das Endevon
Verbindung in genau der gleichen Weise zustande, wie dies bei einem Ferngespräch der Fall ist. Der Teilnehmer meldet über seinen Fernsprecher ein normales Ferngespräch an. Sobald sich die verlangte Verbindung meldet, bittet er auf den Fernschreiber umzuschalten, und der schriftliche Verkehr kann beginnen. Jeder Besitzer einer Fernschreibmaschine schaltet beim Verlassen seines Büros seinen Fernsprecher auf Fernschreiben um, und es können ihm so während seiner Abwesenheit von einem anderen Teilnehmer, der auch eine Fernschreibmaschine besitzt, Nachrichten übermittelt werden. Sondergebühren entstehen nicht, die Post verrechnet lediglich die üblichen Fernsprechgebühren.
Das Reichspostministerium richtet über diese Zulassung hinaus mit dem 1. Oktober d. I. auch das erste deutsche Fernschreibnetz ein, das sich über Berlin und Hamburg erstreckt. Wie der Fernsprecher die Sprache von Teilnehmer zu Teilnehmer vermittelt, so schreibt der Fernschreiber Briefe und Tabellen ohne Zeitverlust dem fernen Geschäftsfreund zu. Im Büro des Teilnehmers steht ein Fernschreiber normaler Bauart, neben ihm ein kleines Zusatzgerät, das zwei Tasten und die vom Fernsprecher her bekannte Wählscheibe trägt. Zur
terländischen Ausgaben wertvollen Dienst geleistet hätten. Mit dem Wunsche, daß die Sänger in ihrer vaterländischen Aufbauarbeit nie rasten, sondern allezeit mit ganzer Kraft an der Erreichung der hohen Ziele, die von unserem Führer und Volkskanzler verkündet seien, Mitarbeiten möchten, schloß der Redner seine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Ansprache.
Nach den Dankesworten des Provinzialverbands- vorsitzenden Wendler folgte ein bedeutsamer Vortrag des Bundeschormeisters des Hessischen Sängerbundes, Universitätsmusikdirektors Prof Dr. Temesvary, über das Thema „Kultur und Politik im Dritten Reich". Wir werden über diesen Vortrag und über die im weiteren Verlaufe der Tagung erledigten geschäftlichen Angelegenheiten noch berichten.
jedem Ausstellungstag eine besondere Note. Wir kommen auf die einzelnen Veranstaltungen demnächst noch näher zurück.
Eine aus allen Wirtschaftskreisen stark besuchte Versammlung erklärte sich mit den wohldurchdachten Vorschlägen der Veranstaltungsleitung einverstanden und bekundete den einmütigen Willen, die Bad- Nauheimer Herbstwoche zu einer der größten und wirkungsvollsten Herbstoeranstaltungen des engeren Heimatgebiets gestalten zu helfen.
Mrcie Alsfeld.
** Ober-Ohmen, 15. Sept. Durch die 'Gendarmeriestation Nieder-Ohmen und durch Beamte der Zollfahndungsstelle Frankfurt a. M. wurde dieser Tage hier eine geheime Schwarzbren- n e r e i festgestellt. Diese war in einer Mühle eingerichtet und wurde von einem schon seit langem gesuchten Frankfurter Schwarzbrenner unterhalten und betrieben. Der Besitzer der Mühle wurde, weil er der Mittäterschaft verdächtig ist, f e st g e n o m - men. Der eigentliche Unternehmer hatte sich seiner Festnahme durch die Flucht entzogen. Die Nachforschungen sind im Gange.
st. Kirtorf, 16. Sept. Im Saale der Gastwirtschaft Becker fand dieser Tage eine Bauernoersammlung statt. Landwirtschaftlicher Ortsfachberater Friedrich Li e h r eröffnete die Versammlung mit herzlichen Begrühungsworten, worauf die Auflösungsbestimmungen des derzeitigen Hessischen Landbundes bekanntgegeben und die Richtlinien für die neu zu gründende Hessisch-Nassauische Bauernschaft erläutert wurden. Der landwirtschaftliche Ortsfachberater L i e h r wies darauf hin, daß die Beitragszahlung zu dem bisherigen Landbund für das Jahr 1932 von dessen Mitgliedern unbedingt zu erfolgen habe. Darauf wurde die Gründung der Hessisch-Nassauischen Bauernschaft vorgenommen. Erster Führer wurde Ortsfachberater und Sturmführer Friedrich Li e h r , dessen Stellvertreter Wilhelm Erb. Gemäß den neuen Perfügungen wird die Bauernschaft alle Beitragszahler zur Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft organisatorisch erfassen.
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Ihre Verlobung geben bekannt Lore Bender Wilhelm Köhler, Regierungsaffeffor Gießen Darmstadt
Ludwigsplatz 10 Heinrlchsstraße 40
September 1933
Amtsverkündigungen aus den oberhessischen und preußischen Kreisen.
Provinz Oberhessen.
Wegen Ausführung von Straßenbau- arbeiten wird die Prooinzialstraße Lich— Laubach, Abt. Kreuz Münster bis Laubach, vom 13. September d. I. für jeglichen Verkehr gesperrt.
Umleitung erfolgt über Lauter oder Dil- lingen—Ruppertsburg. 5742C
Die aufgestellten Warnungstafeln find zu beachten.
Kreis Gießen.
Nachdem die Schafräude unter der Schafherde in der Gemeinde Nonnenroth erloschen ist, werden die durch Verfügung des Kreisamts vom 29. März 1933 (Amtsver- kündigungblatt Nr. 13 vom 31. März 1933) ungeordneten Schutzmaßnahmen hiermit aufgehoben.
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In Ergänzung des Ausschreibens des Kreisschulamts vom 5. August 1933, Amtsoerkündigungsblatt Nr. 42 vom 11. August 1933, wird den Schulvorständen der Landgemeinden des Kreises mitgeteilt, daß nach einer Verfügung des Hess. Staatsministeriums, Ministerialabteilung für Bildungs- wesen, Kultus, Kunst und Volkstum vom 2. September 1933 auch die adventistischen Schüler auf Antrag an Samstagen für die Dauer des Gottesdienstes vom Schulunterricht zu beurlauben find.
Dillkreis.
Bühne. Der starke Beifall zeugte davon, daß die neue Leitung mit der Auswahl der Künstler, die teilweise zum ersten Male hier auftraten, die Zustimmung des Frankfurter Theaterpublikums gewonnen hat.
Günlher Kamin leitet den Gewandhaus-Chor.
Die Nachfolgerschaft für den kürzlich von dev Leitung der Leipziger Gewandhaus-Choroereini« gung zurückgetretenen Professor Karl Straube wurde Professor Günther Ramin angetragen, der das Angebot jetzt angenommen hat.
Das Herbstprogramm des Universitas-Verlages.
Das Herbstprogramm des Verlages Universitas- Berlin, bringt einige besonders zeitgemäße Bücher. Joachim von Kürenberg gibt in seinem Werk „14 Jahre — 14 Köpfe" die Geschichte der jüngsten Vergangenheit. Von demselben Autor erscheint das Werk „Der letzte Vertraute Friedrichs des Großen Marchese Lucchesini", das ein lebendiges Bild aus den letzten Lebensjahren des großen Königs bringt. Siegfried v. Vegesack gestaltet in seinem neuen Werk „Blumbergshof" den Roman einer Kindheit, ein zart und tief empfundenes Buch. Der Schleswig- Holstein-Roman „Auf ewig ungeteilt" von Hubert E. G i l b e r t, der die Bedeutung der nationalsozialistischen Bewegung gerade in diesem Grenzland meisterhaft schilderte, ist von brennender Aktualität. Else Rabes Roman „Die Schwestern Rohde" ist ein schönes, deutsches Frauenbuch. Eecily Sidg - w i ck bringt ein neues Buch „Die Verwandten kommen", das liebenswürdigen Humor mit der Schilderung englischen Landlebens verbindet. Don Karin Michaelis erscheint ein Eheroman „Justine", der zu tiefer Anteilnahme zwingt. Der Verlag will auch das illustrierte Buch pflegen. „Der Mann', der Greta Garbo liebte" von Josef Maria Frank ist eine heitere Satire mit zahlreichen Zeichnungen von Fritz Biermann. Die humoristische Erzählung von Erik Richter „Die Erholungsreise" ist vom Verfasser selbst illustriert.
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Kunst und Wissenschaft.
Eröffnung der neuen Spielzeit in Frankfurt.
Die neue Spielzeit der Frankfurter Städtischen Bühnen fand ihre Eröffnung mit einem Festakt. Nach der „Coriolan"-Ouoertüre ergriff Oberbürgermeister Dr. Krebs das Wort. Auch die Frankfurter Theater müßten, nachdem sie jahrelang der Tummelplatz wesensfremder Pseudokunst gewesen seien, wieder zu ihrer eigentlichen Aufgabe zurück- kehren. Es sei deshalb selbstverständlich gewesen, daß er bei der Uebernahme der Gemeindeverwaltung auch einen grundlegenden Wandel in der Leitung der Theater habe eintreten lassen. Die neuen Männer, die sämtlich erfahrene Fachleute und Künstler seien, gäben die Gewähr dafür, daß nunmehr die Frankfurter Theater wieder zu deutschen Kunststätten werden würden. Unter ihrer Leitung sei das Ziel, Frankfurt zu einem kulturellen Mittelpunkt Deutschlands zu machen.
Der Leiter des preußischen Theaterausschusses, Staatskommissar Hinkel, überbrachte die Grüße des Ministerpräsidenten zur Eöffnung der Spielzeit. Er erklärte, daß das Dritte Reich nicht in erster Linie Festungen militärischer Art brauche, sondern daß vor allem Festungen des deutschen Geisteslebens geschaffen werden müßten, die die deutsche Kultur und die deutsche Kunst gegen alle schädigenden Einflüsse von außen schützen würden. Das bedinge aber einen grundlegenden Wandel sowohl in der Einstellung der Künstler als auch in der des Besuchers. Die deutschen Bühnen müßten wieder zur Pflege der wahren deutschen Kunst, wie sie sich in den Werken unserer Klassiker wie unserer jungen Dichter des neuen Deutschland wiederspiegele, übergehen. Das Theater fei nicht nur für eine kleine Schicht Gebildeter oder Begüterter da, sondern es müsse dem ganzen Volke dienen, lieber jedes deutsche Theater müsse das Wort des Führers geschrieben werden: „Der Baum wirft den größten Schatten über die Grenze eines Landes, der am tiefsten im deutschen Volkstum und deutschen Boden wurzelt."
Zum Schluß rief Generalintendant Meißner die Frankfurter Bevölkerung auf mitzuhelfen und mitzuarbeiten an der Neugestaltung der Frankfurter Bühnen. Die Jubel-Ouvertüre von Weber beendete den Festakt. Anschließend ging Mozarts „Don Iuan" in neuer Einstudierung über die
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