S.A.-'SpoTt
Gießener Leichtathleten siegen bet „Eintracht" Frankfurt.
Die Frankfurter Eintracht veranstaltete am Sonntag ein kleines Sportfest, zu dem aus Hessen und Hessen-Nassau zahlreiche bekannte Kräfte und hoffnungsvolle Leute des Nachwuchses erschienen. Es gab auch einige recht schöne Kämpfe mit entsprechenden Leistungen. Der Besuch der Kämpfe war nicht sonderlich gut.
Eine Serie schöner Erfolge konnten die Gießener Leichtathleten auf sich vereinigen. Im Diskuswerfen, wie auch im Kugelstoßen errangen sie unangefochten die ersten Plätze. Im Diskuswerfen belegte Kilo (1900) mit 42,70 Meter den ersten Platz, Gugel (1900) folgte mit 37,45 Meter und Luh (OSC.) mit 36,49 Meter. Im Kugelstoßen sicherte sich der OSCer Luh den ersten Sieg mit 13,31 Meter vor Gugel (1900) mit 12,99 Meter.
Ergebnisse:
100 Meter: 1. Mährlein, Eintracht, 10.8 Sek.; 2. Kersch, Post Frankfurt, 11 Sek.: 3. Eldracher, Gießen, 11.1 Sek.
400 Meter: 1. Schäfer, Post Frankfurt, 52.4 Sek.: 2. Schwethelm, Wiesbaden, 52.8 Sek.: 3. Fath, Offenbach, 53.5 Sek.
800 Meter: 1. Dehm, FSV. Frankfurt 2:01.8 Mm.; 2. Hohlbein, FSV. Frankfurt, 2:02.1 Min.; 3. Sander, Wiesbaden, 2:03.2 Min.
100 Meter, Frauen: 1. Lutz-Lorenz, Eintracht, 13 Sek.: 2. Roth, FSV. Frankfurt, 13.1 Sek.: 3. Bernhardt, Eintracht, 13.1 Sek.
3 X 200 Meter: 1. Eintracht 1:09.6 Min.; 2. Post Frankfurt 1:12.2 Min.: 3. Gießen 1900.
Hochsprung: 1. Fuchs, Kreuznach, 1,75 Meter: 2. Hohlbein, FSV., 1,66 Meter; 3. Witzel, Eintracht, 1,61 Meter.
Diskus: 1. Kilo, Gießen, 42,70 Meter; 2. Gugel, G)eßen, 37,45 Meter; 3. Luh, Gießen, 36,49 Meter.
Kugel st oßen: 1. Luh, Gießen, 13,31 Meter; 2. Gugel, Gießen, 12,99 Meter; 3. Baß, Eintracht, 12,91 Meter.
Weitsprung: 1. Witte, FSV., 6,70 Meter; 2. Hassinger, Post, 6,63 Meter; 3. Witzel, Eintracht, 6,49 Meter.
Diskus, Frauen: 1. Reutter, SC. 80 Frankfurt 37,55 Meter: 2. Fleischer, Eintracht, 33,50 Meter; 3. Auer, Groß-Gerau, 31,40 Meter.
Kugelstoßen, Frauen: 1. v. Hayn, Eintracht, 11,46 Meter, 2. Köhler, Eintracht, 10,51 Meter; 3. Auer, Groß-Gerau, 9.15 Meter.
Weitsprung, Frauen: 1. Roth, FSV., 4,93 Meter; 2. Köhler, Eintracht, 4,88 Meter; 3. Bernhardt, Eintracht, 4,78 Meter.
30 00 Meter: 1. Kreter, Darmstadt, 9:13.2 Min.: 2. Pfannebecker, Offenbach, 9:14 Min.; 3. Rössing, Wiesbaden, 9:27.3 Min.
4X100 Meter, Jugend: 1. Eintracht 46.4 Sek. ,
4X100 Meter, Frauen: Außer Konkurrenz Eintracht in 51.7 Sek. — 1. FSV. Frankfurt 55 Sek.; 2. BSC. Offenbach 57.4 Sek.; 3. Eintracht B. '
4X100 Meter, Herren: 1. Eintracht A 42 8 Sek.; 2. BSC. Offenbach 44.9 Sek.: 3. Gießen 1 900 45.1 Sek.
Dreikampf, Alte Herren: 1. Baß, Eintracht, 1639 Punkte: 2. Heller, Offenbach, 1104.88 Punkte: 3. Metzger, Eintracht, 873 Punkte.
Dreikampf, Frauen: 1. Köhler, Eintracht, 142 Punkte; 2. Hcyl, Offenbach, 95.5 Punkte; 3. Lotz, TV. 60 Frankfurt, 93 Punkte.
OrrHirzenhainerSegelflugwettbewerb
Erstmalig den Dillenburger Dilhelmslurm umrundet.
In der Nacht zum 14. September kündigte sich zunächst mit einem leichten Negey, dann mit einem heftigen Sturm die geeignete Wetterlage für den Wettbewerb an. Am Donnerstag morgen stand dann das ganze Fliegerlager am Nordwesthang. Die Burschen des Fliegerdorfes ließen ihre Arbeit im Stich, denn Wiegmeyer hing bald mit seinem „Rhönbussard" über dem Hornberg, Kreise ziehend und Höhe suchend. Bald verschwand er in den letzten Fetzen der „Knofe", die aus dem Tal herauf über die Höhe geisterten. Als Fischer auf der „Darmstadt II" sich zu ihm hinaufkrebste und die Wiesbadener auf der „Kassel 20" hinterherstarteten, war es selbst dem „Rhönbussard" in den Nebelfetzen ungemütlich geworden. Nach einem ersten Stundenflug startete Wiegmeyer zum zweiten Male für den Fernzielpreis zur Umrundung des Wilhelms- turmes in Dillenburg. Mit 300 Meter Höhe zog er ab. Fischer, der immer noch kreiste, hinter ihm her. In schneidiger Weise ging Wiegmeyer das Ziel in Dillenburg an, aber bei seinem Versuch, eine doppelte Schleife zu ziehen, verlor er viel Höhe, „verhungerte" und setzte sich als erster in die Stadtgemarkung Dillenburgs. Fischer kehrte um, landete, studierte Karten und Gelände und zog nach dem zweiten Start, fast Wolkenanschluß erreichend, zum Wilhelmsturm. Er umrundete als erster Anwärter auf den 200-Mark-Fernzielpreis den Turm. Jung auf dem neuerbauten Grunau-Baby blieb, wie fein Kamerad Wiegmeyer, unterwegs liegen. Da der Wind aus Südwest am Nachmittag anhielt und stärker auffrischte, konnten sich auch die Wiesbadener und Frankfurter mit Stunden- und Halbstundenflügen in die Starterliste eintragen. Landesgruppenführer Ulm- Frankfurt a. M. hat einen Zielpreis für diejenigen gestiftet, die im Laufe des Wettbewerbes beim Anfliegen eines ausgelegten Zieles die meisten Punkte erreichen. Mit einer Gesamtflugdauer der Minutenflüge von 15 Stunden konnte Die Wettbewerbsleitung, die von Fichtel und Bünau von der Landesgruppe VII Frankfurt a. M. und Mittler und Schäfer von der Ortsgruppe Hirzenhain gebildet wird, zufrieden fein.
Sensationen im Fußball des Sonntags
Borussia Zulba geschlagen.
Die Gau-Ligaspiele in Nordhessen.
Nun hat auch der Gau XII (Nordhessen) seine erste große Sensation hinter sich. An diesem Sonntag verlor der Meister Borussia Fulda in Kassel gegen Sport mit den knappsten aller Resultate, mit 0:1. Und nicht einmal unverdient. Denn Sport- Kassel lieferte entschieden das bessere Spiel. Im Kampf der beiden ehemalig „Süddeutschen" schlug Hanau 93 den VfB. Friedberg nach flottem Spiel knapp mit 2 :1. Kurhessen Marburg holte sich auf eigenem Platz gegen Kurhessen-Kassel mit 2 : 4 eine weitere Schlappe. Im Lokalderby zwischen Spielverein und Hermannia Kassel blieb Spielverein knapp aber sicher mit 1:0 Sieger. Hessen Hersfeld und 03 Kassel trennten sich torlos.
Handball:
1900-Postsportverein Frankfurt 6:7.
Das Handballspiel, das gestern nachmittag auf dem Sportplatz der Spieloereinigung 1900 an der Liebigshöhe zwischen den ersten Mannschaften der Spielvereinigung 1900 und dem Postsportverein Frankfurt a. M. zum Austrag gelangte, brachte den Gießener Handballspielern ein sehr ehrenvolles Ergebnis. Mit dem knappen Ergebnis von 6:7 konnten die Frankfurter den Kampf für sich entscheiden. In letzter Minute fiel für die Gäste das siegbringende Tor.
der großen Hitze (kurz nach 13 Uhr war Spielbeginn) zu früh am Ende ihrer Kräfte. Die besten Mannschaftsteile waren hüben wie drüben die Schlußdreiecke. Steinbergs Torwart, sehr stark beschäftigt, wohl der beste Spieler auf dem Platz. Er rettete seine Elf vor einer Niederlage. Beide Stürmerreihen waren außerordentlick schuhschwach. Die größere Spielerfahrung verschaffte den Blauweißen stets eine kleine Ueberlegenheit im Feldspiel, die Stürmer ließen sich aber zuviel in Einzelaktionen ein und waren in Toresnähe von allen guten Geistern verlassen. Der Gastgeber war unermüdlich eifrig in der Zerstörung und verdankt diesem aufopfernden Spiel das Resultat. Außer zahlreichen Ecken wurde beiderseits bis zum Seitenwechsel nichts erzielt, aber gerade hier boten sich den Gießenern große Chancen, die unverwertet blieben. Oftmals war nur noch Steinbergs Hüter zu überwinden. Es wurde aber so schlecht plaziert geschossen, daß Erfolge, die ständig in der Luft lagen, ausblieben. Steinbergs schnelle Stürmer wurden gut abaedeckt und kamen dadurch kaum zum Torschuß. Lang, Steinbergs bester Mann im Angriff, fehlte, aber übler war 1900 dran, die Heilmann, Roth, Henrichs, Schneider, Bromm und Hofmann nicht verwenden konnte.
Auch nach der Pause waren die Gießener recht offensiv, wenn auch der Platzverein jetzt, bergab spielend, rasantere Angriffe unternahm. Nichts als Eckball auf Eckball war beiderseits die Ausbeute. Luft (1900) schoß alle sehr schön, aber Steinbergs Torwart wehrte immer ganz hervorragend ab. Nur einmal verließ ihn dabei das Glück. Lufts Eckstoß landete mit Heinbachs Unterstützung direkt unberührt im Tor des Gastgbers. 1900 führte 1:0 bis zwei Minuten vor Spielschluß. Erst aus einem Hanoelfrneter konnte Steinberg gleichziehen. Nervosität war die Ursache dazu, denn zwei Gießener rempelten sich bei einer harmlosen Abwehr unnötigerweise selbst. Dabei soll Schomber, hart am Strafraum, den Ball mit der Hand berührt haben. Ob mit Absicht ober nicht, ob in ober außerhalb des Strafraumes, darüber waren die Meinungen und Ansichten sehr geteilt. Der Schiedsrichter hatte etwas verzögert gepfiffen und erkannte dann nach einigem Hin und Her auf Elfmeter gegen 1900. Leider verließ auch Schlard diesmal das Glück, denn er ließ den an sich wohl haltbaren Ball zum Ausgleich in die Maschen. 1:1. Noch einmal war 1900 im Gegenangriff gefährlich, aber auch Steinberg ließ an dem unerhofften Erfolg nicht locker und das Spiel war aus. Unentschieden trennten sich zwei faire Gegner. Schiedsrichter Deis (Nauborn) leitete in gewohnt guter Weife, wenn man auch feine Elfmeterentscheidung als zu hart anfah.
Die 1. Jugend war bei VfB. Friedberg zu Gast und verlor gegen die dortige 1. Jugend mit 3:2 Toren.
Sport Kassel — Borussia Fulda 1:0 (1:0).
3500 Zuschauer erlebten in Kassel eine Riesen- überraschung. Sport Kassel, das erst am vergangenen Sonntag noch keineswegs überzeugen konnte, brachte dem Meister Borussia Fulda eine 1:0- Schlappe bei. Der Sieg war knapp, aber sicher. Verdient deswegen, weil die Kasseler durchweg die bessere Zusammenarbeit zeigten und viel schneller am Ball waren, als die etwas behäbig spielenden Leute des Meisters. Viel trug auch zum Siege bei, daß sich die Schußkanonen Borussias, Leukiers und Kammerl, infolge aufmerksamster Bewachung nie entfalten konnten. Der einzige Treffer des Tages fiel in der 20. Minute vor der Pause durch den Rechtsaußen Sauerbier. Ketter-Hanau war dem Kampf ein gerechter Leiter.
Punktekämpfe im Gau Südtvest.
Dieder neue lleberrafchungen.
Das bemerkenswerteste Resultat in den Meisterschaftskämpfen des Gaues 13 war der knappe 2:1- Sieg von Phönix Ludwigshafen über FSV. Frankfurt, den vorjährigen süddeutschen Meister. In die- fern Spiel wurde der Beweis geliefert, daß die 0:7- Niederlage, die Phönix bei seinem ersten Spiel in Kaiserslautern erlitt, anormal war. Kaiserslautern selbst erlitt in Mainz eine fast ebenso hohe Niederlage, wie es am Vorsonntag gesiegt hatte. Mit 8:2 blieb der Hessenmeister über die Pfälzer siegreich. Kickers Offenbach und Wormatia Worms trennten sich mit einem Unentschieden von 1:1. Eine nicht ganz erwartete Niederlage erlitt AO. Worms auf eigenem Platz durch Borussia Neunkirchen mit 0:1. Pirmasens holte sich die ersten Punkte mit einem überraschend hohen 6:1 über die Sportfreunde Saarbrücken. Ohne Verlustpunkte ist somit lediglich die Frankfurter Eintracht, die diesmal den SV. Wiesbaden 3:1 abgefertigt hatte, nachdem die Gäste bei der Pause noch 0:1 geführt hatten. Uebrigens waren auch an diesem Sonntag wieder alle Spiele gut besucht.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
Steinberg I — 1900 I 1:1 (0:0).
Trotz der Kirmes und des dadurch bedingten frühen Spielbeginns hatte sich eine ansehnliche Zuschauermenge auf dem Watzenborn-Steinberger Ge- meindesportplatz eingefunden. Sie dürfte etwas enttäuscht gewesen sein, denn die Leistungen standen beiderseits auf keiner hohen Stufe. Lassen schon die kleinen Ausmaße des Platzes ein einwandfreies Zusammenspiel nicht zu, so waren auch die beiden ersatzgeschwächten Mannschaften infolge
Elftes Schleizer Oreiecks-Nennen.
Abermals Todesstürze und Unfälle.
Das diesjährige 11. Schleizer Dreiecksrennen hatte bei schönstem Wetter über 100 000 Zuschauer angelockt. Leider gab es zahlreiche Stürze, von denen einer ein Menschenleben forderte. Hartmann (Hildesheim) fuhr in der Haarnadelkurve gegen einen Baum und war sofort tot. Pfister (Ulm) flog in die Zuschauermenge, sein Zustand ist bedenklich, Zuschauer tarnen nicht ernstlich zu Schaden. Weitere Stürze erlitten Lohmann (Hamburg), Rose (Düsseldorf) und B rüdes mit mehr oder weniger ernstlichen Verletzungen.
Bei den A u s w e i s s a h r e r n erzielte K-ö st l e r (Plauen) in 33:44,2 (96,72 Std./Km) die beste Zeit. Bei den Meisterschasisläufen kamen in der Klasse bis 250 ccm die beiden OKW-Fahrer Geis (Pforzheim) und Winkler (Chemnitz) in 2:14:33,4 (90,07 Std./Km) in totem Rennen als Erste ein.
In der Klaffe bis 350 ccm siegte der Berliner R i ch n o w (Rudge) in 1:58,15 (102,50 Std./Km) knapp vor L o o f (Godesberg). Unangefochten beendete Ley (Nürnberg) den Lauf in der Halb- literklafse in 1:58,22 (102,40 Std./Km) als Sieger.
In der 1000 - ccm -Klasse siegte Roserneyer (Lingen, NSU) in 1:55:53,4 (104,58 Std./Km) und erzielte damit die Tagesbestzeit.
In der Klasse der Kleinwagen siegte in der Kategorie bis 750 ccm Kohlrausch (Eisenach, Austin) mit 48:11 (96,96 Std./Km) und in der 1100-ccm-Klasse Hummel (Freiburg, Amilcar) mit 55:30 (84 Std./Km).
Die neuenStraßenmeister: Bis 250 ccm: Geiß (Pforzheim); bis 350 ccm: Richnow (Berlin); bis 500 ccm: Ley (Nürnberg); bis 1000 ccm: Rü11chen (Erkelenz).
Chiron siegt im Mssaryl-Aennen.
Die Deutschen ausgeschieden.
Das vierte Masaryk-Ringrennen auf der 29,14 Kilometer langen Rundstrecke bei Brünn, das gute internationale Besetzung gefunden hatte, litt unter schlechtem Wetter, so daß sich mehrere Stürze ereigneten, die aber ohne ernste Schäden für die Betroffenen verliefen. In der Hauptklasse über 495,414 Kilometer konnte der Franzose Chiron seinen Vorjahressieg wiederholen. Die Deutschen Steinweg und Pietsch schieden durch Sturz aus, ohne nachteilige Folgen für sie. Da auch Manfred von Brauchitsch und Lehoux durch Wagendefekt aus- schieden, siegte Chiron in 4:50:22,8 — 102 Stdkm. leicht vor Fagioli (Italien, Alfa Romeo).
Hans Mßlein Weltmeister der Tennislehrer.
Die in der letzten Woche in Berlin ausgetrage« nen Weltmeisterschaftskämpfe der Tennis-Berufs- fpicler brachten gestern im Doppel und Einzel die Entscheidungen. Das Doppel wurde zwischen den Deutschen Nüßlein-Najuch und den Amerikanern Tilden-Barnes ausgetragen. Da der Deutsche Najuch durch einen Schlepperball schwer getroffen zusammenbrach und erst nach halbstündiger Unterbrechung in der Lage war, den Kampf fortzusetzen, hatten die Amerikaner verhältnismäßig leichtes Spiel und gewannen den Titel 7:5, 6:1, 6:2.
In dem Einzel konnte bet Deutsche Nuhlein den Amerikaner Tilden 1:6, 6:4, 7.5, 6:3 nach anfänglichem harten—Widerstand Tildens ziemlich sicher schlagen und so den Weltmeistertckel erringen. Im Kampf um den dritten und vierten Plag del Weltmeisterschaft schlug der Tscheche Kozeluh den deutschen Altmeister Najuch in drei glatten Sätzen
Frankreichs Leichtathleten geschlagen...
Deutschlands Vertretung siegte vor 20 000 Zuschauern mit 83:68 Punkten.
Unsere in diesem Jahre so erfolgreich gewesenen Leichtathleten tarnen auch am Sonntag im 8. Länderkampf gegen Frankreich zu einem neuen, schönen Siege. Mit 83:68 Punkten wurde die französische Mannschaft im Olympischen Stadion zu Paris geschlagen und damit die Ueberlegenheit unserer deutschen Leichtathletik wirkungsvoll dokumentiert. Erfreulich ist auch der Umstand, daß über 20 000 Zuschauer dem Länderkampf beigewohnt haben.
Deutschland errang einen überlegenen Sieg. Neun Linzeikonkurrenzen wurden gewonnen, während die Franzosen sechsmal als Sieger hervorgingen.
Trotzdem sei nicht verschwieaen, daß es für die Deutschen auch einige Enttäuschungen gab. So vor allem das schlechte Abschneiden von Sievert im Diskuswerfen. Der Zehnkampfweltrekordler brachte es mit 43,78 Meter nur auf den dritten Platz. Seine Leistung im Kugelstoßen mit 14,73 Metern ist nicht als überragend anzusprechen. Enttäuscht haben unsere Vertreter auch im 800-Meter-Lauf. König und Paul lagen anfangs wohl vorne, sie konnten jedoch das Tempo nicht durchhalten und mußten mit dem dritten und vierten Platz vorlieb nehmen. Im Hürdenlauf waren Welscher und Wegner nicht am Start. Der Duisburger Pollmanns hielt sich jedoch ausgezeichnet und konnte den zweiten Platz retten. Auch im Hochsprung mußten wir den Sieg an die Franzosen abtreten. Menard erreichte 1,90, während Bornhöft und Weinkötz nur auf 1,85 Meter kamen. Bornhöft wurde beim Stechen Zweiter und Weinkötz Dritter. An die Franzosen fielen außerdem noch die 1500 Meter und der Weitsprung.
Iu einem neuen Doppelsieg kam unser Bleister- sprinter vorchmeier über 100 und 200 Bieter.
Seine Zeiten mit 10,6 und 21,6 imponieren. Hirsch seid holte sich mit einem- glücklichen 15,30- Meter-Wurf das Kugelstoßen vor Sievert und dem französischen Rekordmann Noel. Im Stabhochsprung wurden keine besonderen Leistungen geboten. Müller siegte mit 3,85 Meter vor Wegner mit 3,75 Meter. Die 400 Meter waren unseren Vertretern Voigt und Metzner nicht zu nehmen. Voigt lief genau 48 Sekunden und belegte damit den ersten Platz vor Metzner. Heber 5000 Meter blieb Syring vor dem Franzosen Rerolle in 15:20 Minuten erfolgreich.
Ueberlegene Siege der Deutschen gab cs in den beiden Staffeln über 4 mal 100 und 4 mal 400 Meter. In der 4 mal 100-Meter-Staffel floppte es mit den Wechseln nicht recht, trotzdem wurde mit
42 Sekunden noch eine recht gute Zeit erreicht. Die 4 mal 400-Meter-Staffel wurde in 3:18 Minuten mit fünf Metern Vorsprung gewonnen.
Die Ergebnisse:
(Deutschland: D., Frankreich: F.)
100 Meter: 1. Borchmeyer-D. 10.6 Sek. 2. Robert Paul-F. 10.7 Sek. 3. Hendrix-D., 3 m zur. 4. Texier-F.
200 Meter: 1. Borchmeyer-D. 21.6 Sek. 2. Schein-D. 3 m zur. 3. Skavinski-F. 5 m zur. 4. Oberle-F. 3 m zur.
4 0 0 Meter: 1. Voigt-D. 48.0 Sek. 2. Metzner-D.
48.4 Sek. 3. Guillez-F. 49.4 Sek. 4. Jackson-F.
49.6 Set.
800 Meter: 1. Keller°F. 1:56.2 Min. 2.Petit-F.
3 m zur. 3. König-D. 5 m zur. 4. Paul-D. 30 m zur.
1500 Meter: 1. Chetmet-F. 3:57.6 Miii. 2. Normand-F. 3 m. 3. Kaufmann-D. 10 m. 4. Schil- gen-D. 20 m zur.
5000 Meter: 1. Syring-D. 15:20 Min. 2. Rerolle-F. 10 m. 3. Gebhardt-D. 30 m. 4. Lefevre-F. 200 m zur.
110 Meter Hürden: 1. Adelheim-F. 15.8 Sek. 2. Pollmanns-D. Brustbr. zur. 3. Bernard-F. 1 m zur. 4. Nottbrock-D. 5 m zur.
Hochsprung: 1. Menard-F. 1,90 m. 2. Born- Höfft-D. 1,85 m. 3. Weinkütz-D. 1,85 m. 4. Purrier- F. 1,85 m. (Durch Stechen entschieden.)
Weitsprung: 1. Robert Paul-F. 7,385 m.
2. Long-D. 7,37 m. 3. Biebach-D. 7,35 m. 4. Heim- F. 6,10 m.
Stabhochsprung: 1. Müller-D. 3,85 m. 2. Wegner-D. 3,75 m. 3. Ramadier-F. 3,75 m. (Durch Stechen entschieden.) 4. Pretin°F. 3,65 m.
• Kugel st oßen: 1. Hirschseld-D. 15,30 m. 2. Sievert-D. 14,73 m. 3. Noel-F. 14,71 m. 4. Drecq- F. 14,60 m.
Diskuswerfen: 1. Winter-F. 46,65 m. 2. Noel-F. 45,71 m. 3. Sievert-D. 43,78 m. 4. Hirschfeld 42,94 m.
Speerwerfen: 1. Weimann-D. 67,52 m. 2. Stöck-D. 65,04 m. 3. Dor6e-F. 65,15 m. 4. Gähner- F. 54,91 m.
4 X 100-Meter: 1. Deutschland (Hendrix, Borchmeyer, Buthe-Pieper, Schein) 42.0 Set. 2. Frankreich 42.4 Set.
4 X 400-Meter: 1. Deutschland (Nottbrock, Nehb, Metzner, Voigt) 3:18 Min. 2. Frankreich 3:19.2 Min.
Gesamtergebnis:
1. Deutschland: 83 B., 9 Einzelsiege; 2. Frankreich: 68 P., 6 Einzelsiege.
Die Pairouillen-Femsahrt beendet.
Standarte 2 Berlin fährt schnellste Zeit.
Die Ergebnisse:
ßeip3ig — Berlin (181,5 Kilometer): SA. -Formationen: 1. Standarte 2 Berlin 6:00.18,8; 2. Standarte 3/lBerlin 6:04.20,2; 3. Standarte 11 Breslau 6:09.37; 4. Standarte 3/11 Berlin, 6:29.46; 5. Standarte 168 Berlin, 7:37.30,6; 6. Standarte 10 Berlin 7:46,10; 7. Standarte 5/1
Die große Patrouillen-Fernfahrt Berlin—Mün- chen—Berlin wurde am Sonntag mit der letzten Etappe von Leipzig über Torgau—Jüterbog—Treb- bing nach Berlin über 181,5 Kilometer beendet. Die Magdeburger Polizisten gingen um 6.30 Uhr auf die Reise, dann folgten in großen Zeitabstanden die übrigen Mannschaften. Als letzte startete um 11.30 Uhr die im Gesamtergebnis bis dahin führende Standarte 2.
Der große Kampf um die schnellste Zeit blieb leider aus. Schon bald nach dem Start mußte der schwache Kosske von Grünweiß Zurückbleiben und nach zehn Kilometer mußte auch Albrecht einsehen, daß er kaum das Ziel erreichen würde. Damit war das Rennen zugunsten der Standarte 2 entschieden. Nach einer kurzen Zwangspause in Manenfelde ging es in das von etwa 6000 Zuschauern besuchte Neuköllner Stadion.
Reichsminister Dr. Goebbels Halle es sich nicht nehmen lassen, der Ankunft beiznwohnen und beglückwünschte jeden Fahrer zu der großen Leistung.
Die Siegermannschaft der Standortes in der sich durchweg erstklassige Berliner Straßenamateure, wie Matysiak, Schöpslin, Wölkert, Lippert, Stach, Fischer, Wiemer, Giersch und Langmann befanden, hat den Erfolg verdient, zu dem ihr nicht nur das portliche Können, sondern auch der vorbildliche Mannschafts- und Kameradschaftsgeist verhalfen hat. Neben der Standarte 2 traf nur noch Fedia mit der vollzähligen Mannschaft ein und konnten die Zeitgutschrift von einer Stunde für sich in Anspruch nehmen. Nicht gewertet wurden die beiden Mannschaften der Standarte 5 Berlin, die nur in Stärke von 4 bzw. 5 Fahrern das Ziel erreichten.
7:52.14,4 (fünf Mann); 8. Standarte 6 Berlin 8:08.44,2; 9. Standarte 1 Berlin 8:22.44,6.
Standarte Polizeimannschaften: Polizei- Kommando Magdeburg 10:24.20. Vereins- mannschaften : 1. Grünweiß 6:10.20,8; 2. Post- SV. Berlin 6:26.15,2; 3. Fedia-Berlin 6:26.39,4; 4. Wettina-Leipzig 8:05.59,4.
©efamterge.bnis: SA. -Formationen: 1. Standarte 2 41:37.13,4; 2. Standarte 3/1 45:12.26,2; 3. Standarte 11 47:05.36,2; 4. Standarte 3/2 48:53.57,6; 5. Standarte 168 52:01.03,2; 6. Standarte 10 63:49.47; 7. Standarte 1 63:59.35,8; 8. Standarte 6 74:00.08,6. Polizeimannschaften: 1. Polizei Magdeburg 1. und 2. Mann^ chaft 76:39.17. V e r e i n s m a n n s ch a f t e n : 1. Grünweiß 42:52.37; 2. Fedia 43:27.07,8; 3. Post SB. 46:39.13,2; 4. Wettina 58:22.47,2 Stunden.
Kurze Sportnotizen.
Bei den Europameisterschaften im Gewichtheben in Essen belegten im Feder- gewicht drei Deutsche, nämlich Wölpert, Mühlberger und Schäfer die ersten Plätze, dagegen wurde im Mittelgewicht unser Olympiasieger Jörn a y r von dem Franzosen A 116 e n e geschlagen. Einen zweiten deutschen Sieg gab es dann im Leichtgewicht durch Thiersch, nährend im Halbgewicht der Luxemburger Scheitler in Front blieb.


