Gerechtigkeit der Diktatur ablehnten, als sie auf britische Ingenieure in der Sowjetunion angewendet wurde. Heute beklagen sie sich darüber, so meint das Blatt, daß es einem britischen Rechtsanwalt nicht gestattet ist, holländische und bulgarische Kommuni st en zu verteidigen. Im vergangenen April hielten sie es für eine unerhörte Forderung, daß ein britischer Rechtsanwalt die britischen Gefangenen in Moskau verteidigen sollte. Heute nehmen sie die Ungerechtigkeit eines ausländischen Verfahrens an, bevor es überhaupt begonnen hat. Im vergangenen April drängten sie uns zu w a r t e n, bis das Verfahren zu Ende sei. In ihrer
Begeisterung sehen sie ihre Inkonsequenz nicht und ihre Wähler lachen sie aus.
Auch die liberale „News Chr 0 nicle" rückt jetzt sehr scharf von den Verhandlungen des Untersuchungsausschusses ab und saat, daß nicht London, sondern Leipzig der Platz sei, wo eine Antwort auf die Frage nach der Ursache des Reichstagsbrandes gefunden werden mü se. „News Chronicle" stellt die Frage, was man wohl im Falle eines Brandes des Parlaments i n E n g l a n d denken würbe, wenn man in Berlin dann eine Untersuchung unter der Annahme abhalten würde, daß die englischen Gerichtsverhandlungen einem Rechtsbruch gleichkämen.
Affe im österreichischen Reglerungslager.
Oie Nationalständische Front gegen -en Austrofaschismus Starhembergs.
Graz, 17. Sept. (WTB.) Die unter Führung des Landbund-Vizekanzlers Winkler stehende National ständische Front, in der der Landbund, der Ständebund für Handel und Gewerbe und der Nationale Beamten- und Angestelltenbund vereinigt sind, beging in Form einer politischen und militärischen Kundgebung heute i h r Gründungsfest. Vizekanzler Winkler erklärte, die Nationalständische Front werde nicht in der Vaterländischen Front aufgehen, sie lehne den „Austrofaschismus des Heimat s ch u tz e s" aufs schärfste ab. Die Ratio- nalständische Front wolle einem Zustand ein Ende setzen, der weite Teile des österreichischen Volkes uneinig abseits stehen lasse in einer Zeit, wo große Entscheidungen für Volk und Staat heranreiften. Durch die Gründung der Nationalständischen Front solle der Grund st ein zu einem großen Einigungswerk gelegt werden. Die Aufgaben der Nationalständischen Front beim kommenden Neuaufbau des Staates bestünden darin, zwischen der restlosen Ablehnung der Demokratie und der Forderung nach einer diktatorischen Staatsführung den Mittelweg zu suchen. Die neue Verfassung werde die Voraussetzung dafür schaffen, daß d i e Stände i h r Geschick selb st in die Hand nehmen und nicht mehr auf die Gnade der Parteien angewiesen seien. Er habe dem Bundeskanzler Dollfuß die Erklärung gegeben, daß die Bewegung bereit sei, die Bestrebungen des Bundeskanzlers zur Sicherung des großen gemeinsamen Zieles zu unterstützen, darunter seien die Erhaltung Oesterreichs als unabhängiger deutscher Staat und die Durchführung der Derfassungsreform auf ständischer Grundlage zu verstehen. Die austrofa schift ischen Forderungen Starhembergs aber werde sich die Nationalständische Front niemals zu eigen machen.
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Die Kundgebung der Nationalständischen Front gab Anlaß zu großen Gegenkundgebungen
von nationalsozialistischer Seite. In großen Mengen brachen Anhänger der NSDAP, mit Rauchbomben und unter Absingung des Deutschland-Liedes in die Aufstellung der ständischen Formationen ein. Es kam zu Zusammenstößen. Die Polizei war, wie sie mitteilt, am Einschreiten zunächst stark behindert, da die Polizeizentrale der Stadt durch eine Wagenburg oon Diele n Postautos, die an den Ausgängen des Gebäudes überraschend vorgefahren waren, blockiert worden war. Inzwischen wurde durch die Ingangsetzung sämtlicher Feuermelder die ganze Stadt in Aufregung gebracht. Wie die Polizei mitteilt, gelang es erst nach längerer Zeit berittener Schutzmannschast, unter Anwendung des Gummiknüppels die Nationalsozialisten zurückzudrängen. Hierbei wurden 20 Personen verletzt und hundert verhaftet. Darunter befand sich auch der Vertreter einer der größten amerikanischen Nachrichtenagenturen- ein amerikanischer Staatsangehöriger, der photographiert hatte und nun unter der durch nichts begründeten Beschuldigung, reichsdeutscher Agent zu sein und für deutsche Zeitungen Aufnahmen zu machen, festgenommen wurde. Erst nach Feststellung seiner Personalien wurde er schließlich wieder auf freien Fuß gesetzt.
Abbruch -es Bergarbeiterstreiks in Steiermark.
Graz, 18. Sept. (WTB.) Da ein Teil ihrer Forderungen erfüllt worden ist, haben die am Streik in Steiermark beteiligten Arbeiter der Föhn- dorfer Kohlenwerke am Sonntagvormittag den Streik abgebrochen. Die Belegschaften der beiden Schächte, die mehrere Tage und Nächte in den Gruben im Streitzuftand verblieben waren, sind au s g e f a h r e n. Die Arbeit wird am Dienstag wieder ausgenommen.
Neue Korruptionsfälle beim Rundfunk zutage gefördert.
Sechs Verhastungen.-Sonderhonorare, Schmiergelder und Wochenendfahrten auf Kosten -es Rundfunks.
Berlin, 16. Sept. (CNB.) Gegen den ehemaligen Direktor der Reichsrundfunkgesellschaft Dr. Magnus, den früheren Intendanten der berliner Funkstunde Dr. Flesch und den einstigen Rundfunkreporter Alfred Braun wurde Haftbefehl wegen Untreue erlassen. Alle drei wurden aus dem Konzentrationslager Oranienburg in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit übergeführt. Auch die ehemaligen Breslauer Rundfunkdirektoren Hader und Bischoff sowie der Vorstand des Aufsichtsrates der Schlesischen Funkstunde, Bankdirektor Z o r e k, wurden wegen des Verdachtes der handelsrechtlichen Untreue verhaftet.
Der „Völkische Beobachter" meldet dazu u. a., daß es sich ergeben hat, daß die Korruptionsfälle an den Sendern Leipzig, Breslau, Köln wie bei der Berliner Funkstunde von Dr. Magnus geduldet wurden. In Köln z.B., wo sich der frühere Intendant Hardt neben seinem Gehalt und Aufwandsspesen riesige Sandereinnahmen dadurch zu verschaffen suchte, daß er sich mehrere Jahre hindurch, an manchen Tagen sogar dreimal, vor das Mikrophon stellte und sich dann dafür d i e höchstmöglichen Mitwirkungshonorare anwies, hat Dr. Magnus als die Oeffentlichkeit auf diese Vorgänge aufmerksam wurde, dem Intendanten Hardt ein Sonderhonorar von monat- lich 1000 Mark zugewiesen. Magnus hat ferner erlaubt, daß der frühere Aufsichtsratsoorsitzende des
Mitteldeutschen Rundfunks Rechtsanwalt Dr. Otto neben seinem Gehalt, neben einer jährlichen Auf- wandentschädiguna von zirka 5000 Mark und einer Tantieme von 4000 Mark ohne irgendwelche Unterlagen ständig noch weitere 4000 Mark für „besondere Tätigkeit" bekam. Dr. Magnus erhielt von der Berliner Funkstunde eine besondere Jahresentschädigung von 10 000 Mark.
Neben den Kaviar-, Sekt- und sonstigen Schlemmergelagen, die bei sämtlichen verhafteten Rundfunkleitern an der Tagesordnung waren, ist bei den Verhafteten der Tatbestand handelsrechtlicher Untreue gegeben. Es konnte in Breslau festgestellt werden, daß im großen und ganzen am Wochenende Vergnügungsfahrten a u f Kosten der Rundfunkgesellschaft vorgenommen wurden, und daß im Falle Köln der geschäftliche Direktor Korde nach seinem eigener Geständnis Dienstreisen liquidierte, die er gar nicht ausgeführt hat. In Köln wurden des weiteren sowohl vom Intendanten Hardt wie von seinem Direktor Korde erhebliche Schmier- gelber an ben Rebakteur eines Revol- oerblattes gezahlt, der persönliche Angriffe gegen den Kölner Rundfunk richtete. Ferner wurde einer Architektenfirma durch Intendant Hardt ein Auftrag nur unter der Bedingung erteilt, daß an einen Angestellten des Kölner Rundfunks namens Lewi 2500 Mark Provision gezahlt wurden.
AieersteArbeitMWngdespreußischenStaatSrals
Kommunale Selbstverwaltung
Berlin, 16. Sept. (TU.) Arn Sarnstagvor- mittag sind die neuen Staatsräte Preußens, unter Führung des Ministerpräsidenten Göring i m Neuen Palais in Potsdam zu ihrer ft e n A r b e i.t s t a g u ng zusammengetreten. Dieser erste, an eine große Tradition anknüpfende Besuch der Staatsräte in der Stadt der preußischen Könige gab den dortigen Behörden, der NSDAP und der Bevölkerung Veranlassung zu einem festlichen und herzlichen Empfang. Die Stadt hatte reichen Flaggen- und Girlandenschmuck angelegt. Ministerpräsident Göring traf in Begleitung des Staatssekretärs Körner um 10.20 Uhr an der Glinicker Brücke ein. Die Herren wurden hier vom Regierungspräsidenten, einer Reihe von SA.- und SS.-Führern, sowie weiteren Behörden- Vertretern und zahlreichen höheren Polizeioffizieren empfangen. Auf der Langen Brücke bildeten Schulkinder mit Fahnen Spalier. Eine nach Hunderten zählende Menschenmenge bereitete dem Ministerpräsidenten bei seinem Eintreffen einen herzlichen Empfang. In der G a r n i s o n k i r ch e in Potsdam legte Ministerpräsident Göring in der Königsgruft einen Kranz nieder.
Nach der feierlichen Kranzniederlegung fuhren die Herren durch den Park von Sanssouci zum Neuen Palais. SA., Hitler-Jugend und Schulkinder beteiligten sich mit Fahnen an dem Spalier. Vom Neuen Palais und vor ihm wehten die Haken- kreuz- und die schwarzweiße Preußenflagge. Der Ministerpräsident schritt unter den Klängen des Präsentiermarsches zunächst die lange Front der
im nationalsozialistischen Staat.
Ehrenabteilungen der SS.-Stabswache, der SA., des Stahlhelm und der Polizei ab und begab sich bann in ben im Erdgeschoß gelegenen Jaspis- Saal, in bem sich bte Staatsräte inzwischen versammelt hatten. Der Tagungsraum ist in Kristall unb Marmor gehalten. Er hat noch die Ausstattung aus der Zeit Friedrich des Großen. Schlichter Flaggen- und Blumenschmuck ziert den Saal. Die Staatsräte nahmen an einer großen hufeisenförmigen, mit fiibergrauem Tuch bedeckten Tafel Platz. Der Sessel des Ministerpräsidenten wurde aus dem A u d i e n z z i m m e r Friedrichs des G r o ße n herbeigeschafft. Unmittelbar neben dem Saal befinden sich auch die Räume, in denen einst der große Preußenkönig wohnte und für das Wohl seines Landes schuf. Von einem goldenen Rednerpult hielt der Ministerpräsident bann seine große richtunggebende Rede an die Staatsräte.
Die Tagung dauerte ohne Unterbrechung volle sechs Stunden. Ueber den Verlauf der Beratungen, an denen ausschließlich die Staatsräte teilnahmen, ist nachstehender amtlicher Bericht ausgegeben worden.
„Der Mlnisterpräfident Göring hat die erste Arbeitstagung des neuen Preußischen Staatsrates am 16. September, vormittags 11 Uhr, im Iaspis- Saal des Neuen Palais in Potsdam eröffnet. Der /?'n.’fterPräfifont Göring legte in eingehenden Ausführungen dar, welche Arbeiten der Staatsrat 3,u leisten haben wird und ging dabei auf alle wich- tigen Fragen ein, die die Staatsregierung gegenwärtig beschäftigen. Er forderte die Staatsräte
SeiiWerLmiedMag-Tag des-eMeiKaiiem
Der Aufruf der Reichsregierung.
Berlin, 16. Sept (WTB.) Am 1.21ial Hal das deutsche Volk in überwältigender Geschlossenheit ein Bekenntnis zum deutschen Arbeiter und zur nationalen Arbeit abgelegt. Der Tag der Ratlona- I e n Arbeit wurde im ganzen Reich feierlich begangen, um dem deutschen Volke in allen feinen Ständen die Würde und Ehre der wertschaffenden Arbeit unb bie innere Verbundenheit ihrer Träger mit der Ration lebendig vor Augen zu führen.
Runmehr stehen wir am Ende eines durch Saal und Ernte begrenzten Zeitlaufes. Am Sonntag, dem 1. Oktober, soll ein
Deutscher Erntedanktag
das Bewußtsein der Blutsverbundenheit des ganzen deutschen Volkes mit feinem Bauerntum zum Ausdruck bringen.
Der deutsche Bauer hat durch treue Erfüllung feiner immer wiederkehrenden Aufgaben am fruchtbringenden Boden die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß Deutschland ohneRahrungssor- gen dem kommendenWinter entgegensetzen kann. Der deutsche Bauer will darüber hinaus auch in besonderem Maße beim
Winterhilfswerk
des deutschen Volkes mitarbeiten. 3n Würdigung der besonderen Bedeutung des Bauern für die ganze Ration hat die Reichsregierung gerade in diesen Tagen besonders einschneidende Maßnahmen auf wirtschaftlichem Gebiet zu seinem Schuhe ins Werk gesetzt. Das ganze Volk aber begeht mit dem deutschen Bauern zusammen in Dankbarkeit gegen Gott den Abschluß der Ernte.
Eine große Kundgebung der deutschen Bauern auf dem Bückeberg bei Hameln wird über alle deutschen Sender übertragen und vom ganzen Volke miterlebt; in allen Städten und Dörfern wird der Tag des deutschen Bauern würdig ausgestaltet und in gemeinsamen örtlichen Veranstaltungen begangen werden.
Das deutsche Volk bekennt sich am 1. Oktober in feiner Gesamtheit ;u seinem Bauerntum. Es bringt damit feierlich zum Ausdruck, daß es im Bauernstände die Lebensgrundlage der deutschen Zukunft erblickt.
(Gez.) R. w. DarrS, Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft.
(Gez.) Dr. Goebbels, Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda.
Dos Programm.
Berlin, 17. Sept. (TU.) Das Festprogramm für den „Tag des deutschen Bauern" sieht u. a. folgendes vor: 7.35 bis 8 Uhr Eröffnung des deutschen Erntedanktages im Rundfunk durch eine Rede des Reichsmini st ers Dr. Goebbels, die über alle deutschen Sender geht. Der I Vormittag ist freigehalten von öffentlichen Kundgebungen, damit die Kirchen Gelegenheit haben, |
ihrerseits beizutragen zur Ausgestaltung des Festes und Aur Durchführung von Gottesdiensten. Um 10 Uhr treffen Sonderflugzeuge mit Bauernführern und Bauern aus dem ganzen Reiche auf dem Tempelhofer Feld in Berlin ein und werden zwischen 11 und 12 Uhr vom Reichskanzler empfangen. Dis 16 Uhr etwa werden in Stabt und Land Erntezüge veranstaltet, bei denen Ansprachen der örtlichen Bauernführer gehalten werden. Auch finden zu dieser Zeit örtliche Konzerte, Spiele und altdeutsche Tänze statt. Die Durchführung dieser Programme richtet sich nach den örtlichen Gebräuchen.
Den Höhepunkt des Tages bildet von etwa 17 bis 19 Uhr eine große Kundgebung des deutschen Bauerntums auf bem Bückeberg bei Hameln, auf bem Reichskanzler Adolf Hitler unb Reichsernährungsminister Darr 6 Reben an bas beutsche Bauerntum halten werben. Die Kunbgebung ist als eine gewaltige Demonstration von über einer halben Million Bauern gedacht. Aus bem Bückeberg wirb bie ge- famte Reichsregierung zugegen sein. Umrahmt werben bie Reben von großen Reiterspielen, an denen sich bie Reichswehr stark beteiligen wirb. Die Menschenmassen stehen auf einem Bergeshang unb sehen herunter auf bie Ebene unb auf bie Weser. Man sieht in der Ebene bie Salutbatterien h eHn galoppieren unb Salut schießen. Höhenfeuer werben abgebrannt. Auf der Weser wirb ein Lampioy-Korso von ben Vereinen veranstaltet. Außerbem finb noch ver- schiebene Ueberraschungen beabsichtigt. Anschließend an bie Übertragungen werben im ganzen Reich anfnüpfenb an bie örtlichen herkömmlichen Gebräuche fröhliche Abenbfeiern mit Tanz ftattfinben.
Für ben beutschen Erntedanktag ist ein besonderes Festabzeichen geschaffen worden, das zwei Aehren zeigt, die von einer Mohnblüte zu- sammengehalten werden. Durch dieses Abzeichen wird gleichzeitig bie Verbinbung dieser großen Kunbgebung bes beutschen Erntebanktages mit bem großen Winterhilfswerk bes beutschen Volkes „Gegen Hunger unb Kälte" zum Ausdruck ge- bracht, ba ein Teil ber Erträge aus bem Verkauf bes Abzeichens ber Winterhilfe zugeführt wirb.
Die Aufgabe -es Rundfunks.
Berlin, 17. Sept. (WTB.) Reichssenbeleiter Eugen Hadamovsky hat auf bem Bückeberg bei Hameln, bem Schauplatz ber Bauernkunbgebung am 1. Oktober, persönlich alle Anordnungen für bie Rundfunkübertragung getroffen. Pressevertre- tern gegenüber erklärte Der Reichssenbeleiter, baß die nationalsozialistische Bauernkunbgebung, bie bie größte ber Welt zu werben verspricht, für bie um ihre Existenz ringenbe Bauernschaft der europäischen ßänber, vielleicht auch bes amerikanischen Kontinents, zu einem Fanal bes schöpferischen unb gefunben Staatswillens ber nationalsozialistischen Regierung werben würbe. Der beut« sch Rundfunk stelle sich folgerichtig unb bewußt in den Dienst der Aufgabe, bas Sprachrohr bes beutschen Volkes bei biefer Gelegenheit zu fein unb bamit auch jenseits ber Grenzen Sympathien für ben Nationalsozialismus zu werben.
auf, bem Staatschef mit Einsatz ihrer ganzen Person zu helfen, bie Richtlinien bes Führers, bie für Preußen als Dienstanweisung zu gelten haben, zur Perwirklichung zu bringen.
Anschließenb referierten bie Staatsräte Gauleiter Terboven- Essen unb Universitätsprofessor Dr. Karl Schmit t-Köln über bas Thema: „Staatsverwaltung unb kommunale Selbstverwaltung im nationalsozialistischen Staate". Während der erste Redner bie ein« Sigen Fragen von ber weltanschaulichen und sätzlich staatspolitischen Seite her behandelte, unb hierbei insbesondre auf bie (Srunbaufgaben hinwies, bie bie Partei im Staate zu lösen hat, erörterte Staatsrat Professor Schmitt befonbers eingehend Wesen unb Gestaltung ber kommunalen Selbstverwaltung im Nationalsozialismus. Der Ministerpräsibent stellte bas Ergebnis ber Beratung fest unb schloß um 17 Uhr bie Sitzung."
Der Führer verschenkt einen Bauernhof.
Berlin, 16. Sept. (CNB.) Der Besitzer eines 180 Morgen großen Bauernhofes in (Bl eiff en (Kreis Ost-Sternberg) nahe ber Ostgrenze, ber Bauer Ro11kowsky, besten einziger Sohn im Krieg gefallen ist, hat vom Krankenbett aus seine 180 Morgen große Wirtschaft bem Führer als Geschenk angeboten. Der Führer hat bem hochherzigen Spenber seinen herzlichen Dank aussprechen lassen unb ben Reichsbauern- führer unb Reichsernährungsminister Darr 6 beauftragt, ihm einen geeigneten Anwärter für bas Anwesen zu nennen. Dieser Anwärter ist gefunben worben in ber Person bes Obermelkers Oswald Weife in Groß-Lübars bei Loburg im Bezirk Magdeburg. Weife unb feine neun Söhne gehören sämtlich ber SA. an unb finb ebenfalls in ber Lanbwirtfchaft tätig. Weife überfanbte vor einigen Wochen bem Reichsernährungsminister ein Bilb, auf bem er unb feine neun Söhne in SA.-Uniform abgebilbet waren. Dazu schrieb er: „... Doch bin ich ber Hoffnung, mir für bas Alter ein kleines Eigenheim erfpa- ren zu können, woran ich bisher durch Erhaltung meiner starken Familie gehinbert war". So wird nun urkräftiger beutfcher Bauerngeist unter bem Zeichen bes Hakenkreuzes auch fernerhin auf bem Hof in ber Neumark lebenbig bleiben. Weise wirb ben Hof schon in ben nächsten Tagen mit seinen Söhnen übernehmen.
Das Gtaaisbeqrabnis für Reinhold Mnchow.
Berlin, 16. Sept. (CNB.) Unter aufcerorbent- lich starker Beteiligung würben ber Leiter bes Organisationsamtes ber Deutschen Arbeitsfront unb ftellvertretenbe Führer ber NSBO. Reinholb M u • chow unb Sturmbannführer Willy Mäh 1 ing zu Grabe getragen. An ber Trauerfeier im Sitzungssaal ber Arbeiterbank nahmen Vertreter aller Reichs-, Staats- unb städtischen Behärben sowie ber Gliederungen ber NSDAP, unb ihrer Organisationen teil. Die Trauerrebe hielt ber Bischof von Branbenburg, H o s s e n f e l b e r. Die beiben Toten seien Sämänner gewesen in dieser Zeit, aber sie seien auch Saatkörner Gottes gewesen, der sie ein
gesenkt habe in den Acker der deutschen Zukunft. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, rief den beiden Toten Worte des Gedenkens nach. Symbolhaft fei es, daß ber Sarg Muchows in bem Haufe stehe, um bas er gekämpft unb gerungen habe. Die Mahnung ber beiben loten fei unauslöschlich eingeschrieben in bie Ge- schichte der Bewegung.
Die große Zahl der Trauergäste, unter ihnen 3000 NSBO.-Mitglieder und 3000 SA.-Männer, geleiteten bann bie sterblichen lleberrefte in feierlichem Trauerzuge burch bichtes Menschenspalier zum Luisen st äbtischen Friebhof, wo die Särge ber Erbe übergeben würben. Von ber Straße bis zur Gruft bilbeten SA. unb NSBO.- Leute mit brennenben Fackeln in ber Hanb Spalier. Ein Fahnenwalb umgab bie Gruft ber beiben toten Kämpfer. Staatsrat Schuhmann unb Stanbar- tenführer Mühlberg riefen ben beiden Toten Abschiedsworte nach. Im Anschluß an Gebet und Segen des Geistlichen legte Staatsrat Dr. Ley im Auftrage des Führers zwei Kränze an der Gruft ber beiben Toten nieber, unb Major M e n d e, ber Abjutant bes Minifterpräfibenten Göring einen Kranz in besten Auftrag. Dann senkten sich bei bem Liebe vom guten Kameraben bie Fahnen zum letz- ten Gruß über bie Gruft.
DieArbeifsbeschassuug marschiert
Berlin, 15. Sept. (WTB.) Vom Kreditausschuß unb Vorstanb ber Deffa würben im Rahmen bes neuen Arbeitsbeschaffungsprogramms ber Reichsregierung weitere Darlehen im Gesamtbeträge von runb 50 Millionen Mark bewilligt. — Ein wesentlicher Teil hiervon entfällt auf Maßnahmen ber Reichswasser st raßenverwaltung. So würben für ben Weiterbau des Mittellandkanals 10,8 Mill. Mk., für bie Elbstromregulierung 2,9 Millionen, für den Ausbau des Dortmund—Ems- Kanals auf der Strecke Herne—Datteln 6 Millionen Mark unb für ben Ausbau bes Ihle-Kanals 270000 Mark bereitgestellt. Durch Gewährung eines Darlehens von 9,3 Mill. Mk. an bie Harzwasserwerke ber Provinz Hannover würbe ber Bau ber 250 Kilometer langen Wasserleitung von der Soefe« Talsperre nach Bremen ermöglicht. Ferner wurden namhafte Mittel für die Ostmark bereitgestellt. So erhielt die Stabt Breslau Darlehen im Betrage von runb 1,9 Millionen Mark, bie zum Teil für die Herstellung von Entwässerungsanlagen, zum Teil für Jnstandsetzungs und Erweiterungsarbeiten an öffentlichen Gebäuden, insbesondere Krankenhäusern und an Brücken bestimmt sind. — Weiter wurden für eine Reihe arbeitsmarktpolitisch und wirtschaftlich bedeutsamer Arbeiten in der Provinz Brandenburg runb 3 Millionen Mk., in ber Rheinprovinz 2,5 Mill. Mk., in Bayern runb 2,2 Mill. Mk., in Sachsen runb 1,4 Mill. Mark und in Anhalt runb 0,5 Millionen Mark bewilligt.
Oer Kommunist Max Hölz in Rußland ertrunken.
Reval, 17. Sept. (TU.) Der berüchtigte kommunistische Morbbrenner Max Hölz ertrank bei einer Bootsfahrt auf bem Oka-Fluß in ber Nähe ber Stabt Gorki (Nischni-Nowgerob). Angeblich soll sich Hölz mit 22 Personen in bem Schiff be- funben haben. Es wird behauptet, daß dis Gesell-


