Ausgabe 
18.8.1933 Frühausgabe
 
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185. Zahrgang

8reitag, 18. August 1933

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Drncf und Verlag: vrühl'fche Unwersttütr-Vuch' unö Stemörutfcrei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Gefchäftrftelle: SchnlNraße 7.

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Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr fj.Ibpriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den An­zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in (Bienen.

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Dte Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

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Die absteigende Kurve der Arbeitslosigkeit.

Interessante Feststellungen des Instituts für Konjunkturforschung.

Berlin, 17. Aug. Don Monat zu Monat stei­gende Beschäftigung und sinkende Arbeitslosigkeit in allen Teilen des Reiches find die Kennzeichen der wirtschaftlichen Entwicklung in den legten Monaten. Don Ende Januar bis zur Gegenwart find, wie das Institut für Konjunkturforschung aus­führt, mehr als 2 Millionen Menschen wieder zu Arbeit und Brot, gekommen Dazu hat zwar der Gang der Jahreszeit ein gut Teil bcigetragen, in diesem Jahre ist jedoch Entscheidendes für die Entlastung des Arbeitsmark­tes auch durch die Besserung der Konjunk- t u r und Arbeitsbeschaffungsmaßnah. m e n der Reichsregierung erreicht worden. Nach den Berichten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung haben sich Ende Juli d. I. 4,47 Millionen Arbeitslose gemeldet, während es vor Jahresfrist noch 5,39 Millionen waren Ver­gleicht man für die einzelnen Monate, um wieviel die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr jeweils geringer war als vor einem Jahre, jo ist festzustellen, daß dieser Abstand von Monat zu Monatgrößer geworden ist. 1932, als die Wirtschaft von der Krise in die Depression überging, war die Periode sinken­der Arbeitslosigkeit mit 6% Monaten erheblich länger als in den beiden vorausgegangencn Jahren. Im laufenden Jahr hat die Arbeitslosenkurve b e - reite- einen Monat früher als im Winter 1932 ihren Rückgang begonnen Selbst wenn sich im August und September die Arbeitslosigkeit nur so wie im vorigen Jahre entwickeln würde, so würde damit im Jahre 1933 immerhin die Periode sin­kender Arbeitslosigkeit 1% Monate dauern. I n keinem der drei Dorausgegangenen Jahre war in der Zeit vom winterlichen Höhe­punkt der Arbeitslosigkeit bis Ende April, von Ende April bis Ende Juni und von Ende Juni bis Ende Juli der Rückgang der Arbeits­losigkeit so groß wie in diesem Jahr.

Richt in allen Teilen des Reiches war die Entlastung des Arbeitsmarktes gleich stark. Die agrarischen Gebiete haben die stärksten Saisonschwankungen der Beschäftigung und Ar­beitslosigkeit, die hochindustrialisierten Gebiete die geringsten. Aach den Berechnungen des Instituts hat Pommern die stärkste und das Rheinland die geringste Saisonschwan­kung aufzuweisen. Wie im gesamten Reich ist auch in jedem Landesarbeitsamtsbezirk im Ber­kaus der letzten Monate die Zahl der regiftrierien Arbeitslosen absolut und prozentual immer mehr unter den Vorjahres st and ge­sunken. Der absolute Rückgang ist naturgemäß in den großen und dicht besiedelten Landes­arbeitsamtsbezirken am größten. Anders steht es aus, wenn man prozentual die Abstände gegenüber 1932 vergleicht. 2n den letzten beiden Monaten stehen dabei Ostpreußen, Westsalen, Mitteldeutschland, Pommern und Sachsen an der Spitze. In der Aordmark, in Brandenburg, im Rheinland und in Schlesien hat dagegen pro­zentual die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vor- zahr am wenigsten abgenommen.

Wie ein Vergleich zwischen der Zunahme der Beschäftigung in den letzten Monaten und dem Rückgang der Zahlen der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen zeigt, muß seit dem Winter auch die unsichtbare Arbeits­losigkeit erheblich abgenommen ha­ben. Man wird diesen Rückgang der unsichtba­ren Arbeitslosigkeit für die Zeit von Ende Fe­bruar bis zur Jahr s nittc aus reichlich eine halbe Million schätzen dürfen. In der Hauptsache erklärt sich dieser Rückgang daraus, daß mit der Besserung der Arbeitsmarktlage im­mer mehr Arbeitskräfte wieder hoffen, durch die Vermittlung des Arbeitsamtes Beschäftigung zu finden- Sie gehen zum Arbeitsamt und erhö­hen damit das sichtbare Angebot am 2Ir- beitsmarlt. So kommt cs, daß die B e s ch ä s - tigtenzahl, die von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbe. s olenversicherung aus Grund des Materials der Kranlenlas.en aus­gerechnet wird, dauernd viel stärker zu­genommen hat, als die Z a h l d e r Ar­ve i t s l o s e n bei den Arbeils.imtern eine Ab­nahme erfahren hat.

(Srioige in wachsen.

Dresden, 17. Aug. (WTB.) Wie das Dresdner Arbeitsamt meldet, konnten bis jetzt in seinemBezirk ISOcmeinöcn von Arbeitslosen f r c i g c m a d) t werden. 70.0 Personen erhielten Arbeitsplätze. Den un- ablässigen Bemühungen des sächsischen Wirt- schastsministeriums ist es gelungen, zu erreichen daß die Vereinigten Glanz st offabri- ken AG- in Elberfeld die sofortige Wieder- ingangsetzung ihres Werkes in Elsterberg durchfuhren will, wodurch bis zu 8 0 0 Ar­beitsplätze geschaffen werden können.

Oer Reichskanzler beglückwünscht den Oberpräsidenten Koch.

Berlin, 17. Aug. (WTB.) Der Reichskanzler hat an den Oberpräsidenten der Provinz Ost­preußen folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: Zu der vollständigen Beseitigung der Arbeitslosigkeit in der ProvinzOst- Preußen beglückwünsche ich Sie herzlichst. Mit bestem Dank für Ihre Meldung hierüber wünsche ich gleichfalls" »rfolg bei der Arbeit an der SicherungLes erreichten Zieles.

gez.: Adolf Hitler.

Oas neue

Arbeitsbeschaffungsprogramm im Laus

Berlin, 17. Aug. (WTB.) Wie das Reichs- arbeitsministeriurn mitteilt, sind in der letzten Kreditausschußsihung der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG. (Ocffa) erneut zum größten Teil aus Mitteln des Arbeitsbe- schaffungsprogramms vom 1. Juni Dar- lehen in Höhe von rund 16 Millionen

Mark bewilligt worden. Davon enkfästt ein Teilbetrag von rund 5 Millionen Mk. auf das Land Bayern, ein Teilbetrag von 3,5 Millionen Mk. auf verschiedene Arbeitsbeschaf- fungsmaßnahmen der Freien und Hansestadt H a m bu r g , 2,2 Millionen Mk. entfallen auf verschiedene badische Städte, 1,2 Millionen Mark auf verschiedene Städte Oberschle- siens, rund 1,1 Millionen Mk. auf Arbeiten der Stadt Stettin.

Reichstagsbrand und Auslandshetze.

Oie Initiative des Oberreichsanwalts.

Berlin, 17. Aug. (WTB.) Zu dem Ersuchen des Oberreichsanwalts an Rechtsanwalt Branting und Romain Rolland, ihm ihr Material vom Reichs- taasbrand zur Verfügung zu stellen, schreibt die Deutsche Diplomatische Politische Korrespondenz": Sofort nach dem Brand hat in gewissen ausländischen Kreisen eine merkwür­dige Agitation eingesetzt, die, obwohl sie ebenso per­fid in ihren Motiven wie fadenscheinig in ihren Ar­gumenten ist, bis auf den heutigen Tag anhält. Zu den kommuni st iscken Dunkelmännern, die sich in der Energie ihrer Gegner verrechnet hatten und die Partie verloren geben mußten, gesellten sich die anderen, minder aktivistischen, aber ebenso gesell- schaftsfeindlich gesinnten M a r x i st e n , die ebenso wie die meisten und gerade die prominenten jüdi­schen Emigranten trotz aller theoretischen Einwände und Vorbehalte eine unausrottbare Sympathie für den militanten Kommunismus hegen und sich mit ihm gegenüber dem neuen Deutschland solidarisch fühlen. Es fehlte auch nicht an persönlich anständi­gen, aber in einer unwirklichen Atmosphäre huma­nitärer Ideologien befangenen Menschen, die aus einer gewissen intellektuellen Vorliebe für das kom­munistische Zukunftsprogramm in die Arena des politischen Tageskampfes herabstiegen und sich die unsauberen Waffen ihrer vermeintlichen Gesinnungs­freunde in die Hand drücken ließen.

Diese Propaganda wurde trotz der handgreif­lichen Brüchigkeit ihrer Hypothesen systema­tisch weitergeführt, um zusammen mit der Greuelhehe den Rachrichtenbedarf der Emigran­ten» und marxistischen Presse zu bestreiten. Gar ein eigenes Organ derReichstagbrand" wurde ins Leben gerufen, um die internationale

Öffentlichkeit auf dem Laufenden oder vielmehr zum Rarren zu halten, wobei leider das einer Völkerbundsregierung unterstellte Saargebiet und seine deutschen Bewohner sich besonders viel gefallen lassen müssen. Dort und anderswo feiert die zügelloseste Hetzpropaganda um den Reichs­tagsbrand noch täglich ihre widerlichen Orgien, und es wird immer schwerer, an die Aufrichtig­keit derjenigen Persönlichkeiten zu glauben, die sich a l ss a ch v e - ständige Mitglieder" eines gerichtsähnlich aufgezogenenUnter- suchungsausschusses mit selbstgeschasfe- nen Befugnissen mißbrauchen lassen und dem­nächst im Haag unter umgekehrten Vorzeichen eine Art Parallele zum Leipziger Prozeß gegen die Reichstagsbrandstifter inszenieren wollen-

Der Oberreichsanwalt hat diesen Persön­lichkeiten, soweit sie guten Glaubens sind, d i e Möglichkeit zu einer Selb st Prüfung und zu einer klaren Entscheidung gegeben. Alle 'die sich im Auslande aktiv für tue Angelegenheit inter essieren, müssen sich bewußt sein, daß nach allgemein anerkannten Rechtsgrundsätzen der Gerichts- stand für das Reichstagsverbrechen nur in Deutschland liegen kann und daß deshalb nur dort die etwa vorhandenen, der deutschen Unter­suchungsbehörde noch unbekannten Unterlagen für die Beurteilung der Schuldfrage vorgebracht wer­den können Die deutsche Justiz hat durch den Ober­reichsanwalt vor aller Welt feststellen lassen, daß ihr nur daran liegt, die Wahrheit in ihrem vollen Umfange zu ermitteln. Wenn man außerhalb Deutschland Material zu besitzen glaubt, das diesem Zwecke dienen kann, so ist es jetzt an der Zeit, damit hervorzutreten.

Oie Wahrheit bricht sich Bahn.

Ausländer über den Geist des neuen Deutschlands

London, 17. Aug. (WTB.)Als einer, der die Revolution in allen ihren Phasen beobachtet hat, kann ich bekräftigen, daß das neue Deutschland, das hervorgegangen ist, zehnmal glücklicher, gesünder und vernünftiger ist als das alte ..." So schreibt im -Daily Telegraph" Henry Mittler aus St. Anne's-on Sea und fährt fort:Es ist an der Zeit, daß die Leute einer Bewegung Ge­rechtigkeit angedeihen lassen, die mehr ist, als ein Ausbruch des Fanatismus und einer Organisation, die größer ist als eine kleinliche Tyrannei. Dienst ist der Grundton des modernen Deutschland. Junge Männer und Frauen zu Tausenden reihen sich in den Dienst des Staates ein und geben ihre Kraft, Zeit und Geld und alles, was sie leisten können, für die Sache des Wiederaufbaues. Ihrer istder Glaube, der Berge verletzt."

Kaum weniger begeistert, äußert sich im selben Blatt eine soeben aus Berlin zurückg.kehr.e Eng­länderin, die ihre Eindrücke dahin zusammen- faht, daß jedermann glücklich, zu- frieden und voller Begeisterung über die Httlerbewegung ist. Alte arbeiteten für eine Sache: das Wohl DeuttschlandsEin wenig von diesem Geist in England", so schließt die Verfaf- ferin, würde uns nicht schaden."

Die Großfürstin Maria von Rußland, die mit derEuropa" in Deutschland eingetroffen ist, hatte Gelegenheit, mit dem Rcichsstatthalter von Oldenburg und Bremen R o e v c r neben den Sehenswürdigkeiten der Hansestadt das Konzentra­tionslager Miesler bei Bremen zu besichtigen. Die Großfürstin, die vor einem Jahre Deutschland zu­letzt besucht hat, hat dem Reichsstatthalter gegenüber aus ihrer Bewunderung für den neuen in Deutsch­land herrschenden Geist kein Hehl gemacht Der Unterschied zwischen dem damaligen deutschen Men­schen und der heutigen deutschen Nation sei ein überaus anfallender gewesen. Heute sei, das habe sie auf den ersten Blick feststellen können, Disziplin, Ordnung und neuer Lebensmut in Deutschland eingezogen Ein Vergleich von heute mit damals falle entschieden zu Gunsten des Deutsch­lands von heute aus.

Angriffe auf das Hakenkreuz in Kanada

Paris, 18. Aug. (WTB. Funkspruch.) DerNew V Herold" meldet aus Toronto, daß bei Z u - sammenstößen zwischen jüdischen Ele­menten und kanadischen National- s o z i a l i st e n 50 Personen verletzt und gegen 20 verhaftet wurden Die Zusammenstöße seien dadurch

veranlaßt worden, daß bei einem Rasenbollspiel von Anhängern einer faschistisch eingestellten politischen Gruppe eine Hatenkreuzfahne gehißt wurde. Gegen 100 jüdische Zuschauer seien auf den Fahnenmast losgestürzt, um die Fahne herunterzu- holen. Dos jüdische Viertel von Toronto sei alar­miert worden, und in Autos und auf Motorrädern habe man jüdische Verstärkungen herangeholt. Bei der erbitterten Schlägerei hätten in der Hauptsache die jüdischen Angreifer teilweise schwere Verletzungen davongetragen.

Hat Brüning den Vatikan vor Hitler gewarnt?

Eine holländische Stimme zu den .Konkordatsvcrhandlunqen.

Berlin, 17. Aug. (ERB.) DerVölkische Beobachter" oerofsentlicht aus einer holländi- ichcn Zeitung Enthüllungen über eine Warnung Brünings beim Vatikan vor Hitler während der Konkordatsverhandlungen. Danach schreibt die holländische katholische ZeitungEnd- hooensche Courant".

De Tijd" (dos angefehenste konservative katho­lische Blatt Hollands) besaßt sich in einer Prioat- korrejpondenz mit der Rolle Dr. Brünings bei den Verhandlungen über das deutsche Konkordat. Der eheinalige^Reichskanzler soll den Vatikan in einem Schreiben gewarnt haben, die nötige Vorsicht walten zu lassen. Dr. Brüning habe deutlich auseinandergesegt, daß man sich in Rom nie blenden lassen möge durch große Versprechun- gen, denn es wäre nicht das erstemal, daß sie nicht eingehalten werden. Diesss Schreiben sei nicht auf dem gewöhnlichen Wege nach Rom gesandt, sondern d^urch einen persönlichen Kurier in d i e Schweiz gebracht und von dort eingeschrieben nach Rom weiterbes ordert worden. Als nun im Verlaufe der Verhandlungen mit dem Va­tikan Vizekanzler v. Papen auf die großen Vorteile hinwies, die Hitler der Katholiichen Kirche angebo­ten hat, hab« ein Mitglied der Kurie eine auf Brünings Brief bezügliche Bemer­kung fallen lassen.

Am Schluß der Veröffentlichung schreibt der Völkische Beobachter": Wir erwarten, daß Dr. Brüning auf diese Enthüllungen antwortet.

Oas Verbot der Vivisektion.

Eine bahnbrechende Tat. Dank der ricrschntzvcreine.

Berlin, 17. Aug. (TU.) Der am Mittwoch ver­öffentlichte Erlaß des preußischen Ministerpräsiden­ten Goring über die Abschaffung der Vivisektion in Preußen ist ein neuer Beweis des Kulturwillens der nationalsozialistischen Regierung. Bekanntlich ist bereits bei der Erneuerung der Strasrechtspslege ein Tierschutzgesetz erlassen worden, und cs sind auch wesentliche Erleichterungen bei dem Trans­port von Schlachtpserden auf der Reichsbahn be­reits eingeführt worden. Der Reichskanzler selbst ist an allen Angelegenheiten des Tierschutzes außerordentlich interessiert. Auch Bayern hat kürzlick) bereits die Vivisektion abgeschafft, so daß Deutschland damit bahnbrechend für die ganze Welt vorangegangen ist. Es ist in diesem Zusammenhang von Interesse, daß Ministerpräsident Göring Ehrenpräsident der Deutschen Tier­schutz vereine ist. Die zuständigen preußischen Ministerien sind jetzt damit beschäftigt, den Gesetz­entwurf auszuarbeiten. Irgendwelche medizinisch.n und wissenschaftlichen Forschungen sollen durch das neue Gesetz nicht beeinträch­tigt werden.

Der Weltbund zum Schutze der Tiere und gegen die Vivisektion c. V. Berlin und Verband vioisektionsgegnerischcr Tierschutz- vereine in Deutschland haben an den Reichs­kanzler Adolf Hitler folgendes Telegramm gerichtet:

Für das Verbot der gesamten Vivisektion in Preußen, für das wir jahrzehntelang aussichtslos kämpften, sagen wir im Namen aller Tierschutzlcr Ihnen, Herr Reichskanzler, unseren tiefgefühlten Dank. Wir sind überzeugt, daß diese edle Tat auch edle Frücht et ragen wird. In treuer Gefolgschaft unserem Führer Sieg-Heil!"

Ein zweites Telegramm wendet sich an den preußischen Ministerpräsidenten Göring:Das Verbot der gesamten Vivisektion in Preußen ist eine ftulturtat. Im Namen aller Tierschutzbr und Millionen gequälter Tiere sagen wir unserer nationalsozialistischen Regierung und Ihnen, Herr Ministerpräsident, unseren innigsten Dank. Heil Hitler!"

Ein Reichsbund Volkstum und Heimat.

Zusammenschlns;

aller Verbände der Volkstumsarbeit.

.Berlin, 17. Aug. (ERD.) Die gesamten füh- renden Verbände der Volkstum- und Hei­matbewegung haben sich zur Inangriffnahme der volkskulturellen Aufgaben des Rationalso­zialismus zusammengeschlossen. Der Bund ist als straff Durchgegliederter Einheits­verband organisiert und ersaßt gegenwärtig be­reits 5 000 000 deutscher Volksgenossen. Er wurde vom Stellvertreter des Führers als einzi­ger für das Gebiet der Volkstumsarbeit in­nerhalb der Reichsgrenzen zuständiger und maß­geblicher Bund parteiamtlich anerkannt. Zu gemeinsamem Wirken sind in dem Reichs­bund u. a. folgende Verbände aufgegan­gen: Deutscher Bund Heimatschuh. Volksbund Raturschutz, Fichtegesellschaft, die früher in der Gesellschaft für Volksbildung erfaßten Vereine, die Trachtenarbeitsgemeinschaft der deutschen Landsmannschaften, Finkensteiner Bund, Muji- kantengilde. Verein für ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege. Die Führung des Bundes liegt in den Händen des verdienstvollen Volkstum­forschers und Historikers LIniverjitätsprofessorS Karl Alexander von Müller, Mün­chen. Ihm zur Seite treten Ministerpräsident a. D. Granzow und Landeshauptmann H a a k e. Mit der organisatorischen Leitung des Bundes wurde Werner Haverbeck, Berlin, beauftragt.

Schaffung eines Jamilienregisters

Berlin, 18. Aug. (VDZ.) Wer sich in diesen Wochen und Monaten um den Nachweis seiner ari« ichen oder nichtarischen Abstammung bemühen mußte, wird erfahren haben, welche Mühe und Zeit in den meisten Fällen für die Erlangung solcher Urkunden aufgewendet werden muhten Eine Uebertragung aller Vermerke über die Person ^des einzelnen und über die Familie auf eine Stelle erscheint zeitgemäß und wird aus die Dauer auch für die Staatsverwaltung erhebliche Ersparnisse zur Folge haben. In biefem Zusammen, hano verdienen die Borfchläge Beachtung, die Direk­tor Krutina in der Zeitschrift für Standesamtswesen macht. Er erinnert daran, daß seit über einem Jahr- hundert in Deutschland schon eine Einrich­tung besteht, die, wenn sie entsprechend aus- gebaut worden wäre, die Bestrebungen der Regie­rung auf Reinerhaltung der deutschen Bevölkerung n erheblichem Maße unterstützt hätte. Es handelt sich um die Einrichtung des Familien- r e g i st e r s i n Württemberg Ein solches yamilienregifter, allgemein in Deutschland einge- führt, würde eine dreifache Aufgabe haben:

1. Es bringt die Familie in Zusammenhang und schosst so die bisher fehlende fortgeschriebene Fa­milie n st a t i st i k.

2. Das Familienregister wird alle Aenderungen des Personenstandes innerhalb der Familie enthal­ten. Es soll aber auch die wichtigste Stelle für die Auszeichnung der künftigen Reichs­angehörigkeit sein. Ebenso müssen Strafen vermerkt sein, die einen Deutschen unwürdig werden lassen, deutscher Reichsangehöriger zu fein Später roäre auch zu erwägen, ob nicht die Strafregister überhaupt an der für die Aufzeichnung des Perjo»